Ein Artikel im „Guardian“ deutet darauf hin, dass der Klimahype in Großbritannien seinen Höhepunkt möglicherweise überschritten hat

Anthony Watts

In dem Artikel [Titel übersetzt] „Die meisten britischen Medienberichte über die Hitzewelle im Juni ließen die Klimakrise unerwähnt“ im Guardian bedauert die Zeitung, dass fast drei Viertel der britischen Medienberichterstattung über die Hitzewelle im Juni den Klimawandel nicht erwähnten, und bemängelt, dass Journalisten eine Gelegenheit verpasst hätten, die Öffentlichkeit über die „Klimakrise“ aufzuklären. Es kommt selten vor, dass Climate Realism einen Artikel zum Klimawandel im Guardian als lesenswert empfiehlt, aber heute ist einer dieser Tage. „The Guardian“ hat jedoch einen Fehler begangen, indem die Zeitung den Rückgang der Nachrichtenmedien, die auf den „Klima-Clickbait“ eingingen, eher beklagte als lobte – und stattdessen eine sachliche, faktenbasierte Berichterstattung über die Hitzewelle lieferte.

Laut „The Guardian“ untersuchten Forscher fast 2.500 Zeitungsartikel über die Hitzewelle im Juni und stellten fest, dass in rund 72 Prozent davon der Klimawandel überhaupt nicht erwähnt wurde. Noch auffälliger ist, dass weniger als jeder zwanzigste Artikel die britischen Netto-Null-Maßnahmen im Zusammenhang mit der Hitzewelle thematisierte.

„The Guardian“ betrachtet dies eindeutig als Misserfolg, wir sehen darin jedoch einen Fortschritt. Seit fast zwei Jahrzehnten wird praktisch jeder Hurrikan, jedes Waldbrand, jede Überschwemmung, jede Dürre, jede Hitzewelle, jeder Kälteeinbruch, jedes Starkregenereignis oder jedes ungewöhnliche Wetterphänomen von weiten Teilen der Medien, darunter auch „The Guardian“, reflexartig mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht. „Climate Realism“ hat fast 200 Gegendarstellungen zu den Klimaberichten von „The Guardian“ veröffentlicht und Hunderte weitere, in denen andere Medien wegen ihrer Voreingenommenheit, Inkompetenz und vorsätzlichen Blindheit in Bezug auf den Klimawandel kritisiert werden.

Hitzewellen wurden zu einem der einfachsten Mittel, um diese Propaganda von der „Klimakrise“ zu untermauern. Jeder ungewöhnlich heiße Tag oder jede Reihe von heißen Tagen wurde als Beweis dafür dargestellt, dass der Klimawandel bereits eingetreten sei. Historische Perspektiven und Daten zu langfristigen Trends wurden oft gänzlich ignoriert, wenn nicht gleich ganz verworfen, und natürliche Schwankungen wurden, wenn nicht gleich vollständig ausgeschlossen, so doch zumindest als Nebensache abgetan. In letzter Zeit wurden sofortige auf den Ergebnissen von Klimamodellen basierende Studien zur Wetterursachenanalyse so dargestellt, als handele es sich um direkte Beobachtungen und Beweise für die nicht existierende „Klimakrise“.

Viele Journalisten haben einfach aufgehört zu fragen, ob jedes Wetterereignis eine klimabedingte Erklärung erfordert. Vielleicht beginnt sich das nun zu ändern, ist doch die Berichterstattung über den Klimawandel deutlich zurückgegangen, wie in einem kürzlich erschienenen Beitrag von „Climate Change Weekly“ erörtert worden ist. Die Berichterstattung über die jüngste Hitzewelle in Großbritannien entspricht diesem Trend – sehr zum Leidwesen von „The Guardian“.

„The Guardian“ zitiert Klimawissenschaftler, die beklagen, dass der Öffentlichkeit nicht oft genug vermittelt werde, dass die Treibhausgasemissionen die jüngsten Hitzewellen noch intensiver gemacht hätten. Der Artikel stützt sich zudem stark auf die mittlerweile bekannte Gruppe „World Weather Attribution“, die behauptet, solche Ereignisse wären ohne menschlichen Einfluss unmöglich gewesen.

All das ist nichts Neues. Neu ist jedoch, dass Redakteure in weiten Teilen der britischen Presse offenbar zu dem Schluss gekommen sind, dass ihre Leser nicht bei jedem Bericht über eine Hitzewelle mit Schuldgefühlen wegen des Klimawandels konfrontiert werden müssen.

Nachdem den Lesern jahrelang eingetrichtert worden ist, dass jedes Wetterereignis auf den Klimawandel zurückzuführen sei, schalten sie möglicherweise einfach ab. Redakteure haben die Aufgabe, ihre Leserschaft zu verstehen, und wenn sich die meisten Zeitungen dafür entscheiden, über das Wetter zu berichten, ohne automatisch einen Klimabezug herzustellen, sind sie vielleicht zu dem Schluss gekommen, dass die Leser eine genaue und ausgewogene Wetterberichterstattung wünschen – und keine weitere Klimapredigt.

Selbst die eigenen Daten von „The Guardian“ deuten auf diesen Wandel hin. Die Zeitung weist stolz darauf hin, dass sie in diesem Bereich führend war, indem sie in etwa der Hälfte ihrer Berichte über Hitzewellen Klimabezug nahm, während Zeitungen wie „The Sun“, „Daily Mail“, „Daily Mirror“ und „Daily Express“ dies nur gelegentlich taten.

„The Guardian“ wertet dies als journalistisches Versagen. Das ist es jedoch nicht, sondern es stellt eine Rückkehr zum faktenbasierten Journalismus dar – im Gegensatz zu getarnter Meinungsmache unter dem Deckmantel der Berichterstattung.

Hoffen wir, dass diese jüngste Wende darauf hindeutet, dass die Redakteure ein altbewährtes Prinzip der Berichterstattung wiederentdecken: sich an die überprüfbaren Fakten zu halten – in diesem Fall, dass eine Hitzewelle manchmal einfach nur eine Hitzewelle ist.

Ironischerweise könnte die Kritik von „The Guardian“ der bislang stärkste Beweis dafür sein, dass die langjährige Kampagne der Medien unter dem Motto „Der Klimawandel steckt in allem“ allmählich an Einfluss verliert. Wenn dem so ist, ist das eine willkommene Nachricht.

Wenn „The Guardian“ nun nur noch dem Beispiel der anderen Zeitungen folgen würde, die er in diesem Artikel kritisiert.

Link: https://climaterealism.com/2026/07/a-guardian-article-indicates-the-uks-climate-hype-may-have-peaked/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE