Woher kommt der Strom? Die ersten drei Tage windschwach.

27. Analysewoche 2027 von Rüdiger Stobbe

Die regenerative Stromerzeugung der 27. Analysewoche des Jahres 2026 war die ersten drei Tage windschwach. Erst ab dem 2. Juli baute sich die Windstromerzeugung langsam auf. Mit knapp 34 GW um 19:00 Uhr am 2. Juli 2027 war denn auch stärkste Windstromerzeugung dieser Analysewoche erreicht. Dann baute sich die Windstromerzeugung wieder ab, um am Samstag noch mal einen „Erzeugungssprung“ hinzulegen. Zusammen mit der jeden Tag erklecklichen PV-Stromerzeugung wurde von 2. bis zum 5. Juli jeden Tag die Bedarfslinie überschritten. Dementsprechend wurden in diesen vier Übertag-Zeiträumen immer negative Strom-Preise aufgerufen. Die regenerative Stromproduktion lag etwa 10 Stunden über dem Bedarf. Selbstverständlich nutzten unsere europäischen Nachbarn die niedrigen Strompreise, um sich günstig mit elektrischer Energie einzudecken. An den ersten drei Tagen waren die Preisdifferenzen wesentlich größer als an den restlichen vier Tagen. Insgesamt exportierte Deutschland viel Strom recht günstig und kaufte hochpreisig ein. Um 20:00 Uhr am 30. Juni 2026 wurde mit über 500€/MWh der Wochenhöchstpreis aufgerufen. Deutschland benötigte den Strom offensichtlich dringen.

Einen Überblick über die wichtigsten Aspekte der 27. Analysewoche 2026 gibt Agora Energiewende. Die Hochrechnung sieht in dieser Woche so aus. Auch in dieser Woche wird wieder eindrucksvoll sichtbar, dass ein Ausbau wenig bis gar nichts an zusätzlicher elektrischer Energie bringt, wenn kaum Wind weht. Scheint die Sonne dagegen sehr stark, führt der Ausbau zu hoher Strom-Übererzeugung. Entsprechend werden sich die Strompreise (Zum Mittag stark negativ, zum Abend stark ansteigend) gestalten:  Auch in dieser Woche wird mit einem Chart und drei Sätzen die komplette Energiewende ad absurdum geführt.

Beachten Sie bitte die Kfz-Zulassungszahlen Juni 2026, die Peter Hager nach den Tagesanalysen zusammengestellt hat

Was ist Kraftwerks-Leistung? Was ist Energie?

Gigawatt (GW) ist eine Einheit für Leistung, also für die maximale Fähigkeit eines Kraftwerks, Strom zu erzeugen. Gigawattstunden (GWh, TWh) sind eine Einheit für Energie, also für die tatsächlich produzierte Strommenge über eine bestimmte Zeit. Die Beziehung ist einfach: Energie = Leistung × Zeit. Ein Kraftwerk mit 1 GW Leistung erzeugt bei Volllast theoretisch maximal: 1 GW × 8.760 h = 8,76 TWh pro Jahr. Wie viel elektrische Energie tatsächlich entsteht, bestimmt beim Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerk im weitesten Sinn der Mensch über die Brennstoffzufuhr und Zufuhrdauer. Die Energie für eine Stunde wird üblicher- und für den Normalbetrachter irreführenderweise mit GW bezeichnet. Die manchmal verwendete Schreibweise „GWh pro Stunde“ ist nur eine umständliche Form von GW – mathematisch kürzt sich die Stunde („h“ und „pro Stunde“) weg.

Sonderfall Wind- und Solarkraft

Bei Wind- und Solarkraft bestimmt nicht der Betreiber, sondern das Wetter die Strom-Produktion. Eine 5-MW-Windkraftanlage könnte theoretisch 43,8 GWh/Jahr erzeugen, liefert an Land aber realistisch in Deutschland nur etwa 20 Prozent davon (auf See 40 bis 50 Prozent), also rund 8,8 GWh/Jahr – im Mittel 1 MW-Dauerenergie. Bei Solarpaneelen mit ebenfalls 5 MW installierter Leistung halbieren sich die Werte nochmals wegen verschiedener Kapazitätsfaktoren: Nacht, Winter, flacher Sonnenstand, Bewölkung und Temperaturverluste.

Tageswerte

Jeder Tag beginnt mit dem Überblick, den Agora-Energiewende zur Verfügung stellt. Die smard.de-Charts und -Tabellen ermöglichen vielfältige Analysen. Erkunden Sie das Potenzial.

Kaum Windstrom, reichlich PV-Strom. Die Strompreise.

Windstromerzeugung weiter sehr schwach, PV-Strom fließt etwas weniger. Die Strompreise.

Windstrom bleibt gering, PV auch gering. Die Strompreise. 

Windstromerzeugung baut sich mit Strom-Wochenhöchstpreis auf. PV-Strom stark. Die Strompreise.

Chart defekt. Die Strompreise.

Geringer Bedarf. Winddelle über Mittag. Windsprung zum Nachmittag  Die Strompreise.

Starke Windstromerzeugung mit starker PV-Stromerzeugung. Die Strompreise.

Peter Hager

PKW-Neuzulassungen Juni 2026 – Die neue „E-Auto-Förderung“ sorgt für starken Zuwachs bei BEV und Plug-In Hybrid-PKW

Im Juni 2026 wurden laut KBA 296.378 PKW neu zugelassen. Dies entspricht einer Zunahme von 15,7 % gegenüber dem Vorjahresmonat.

Im Vergleich zum Mai 2026 mit 239.448 Neufahrzeugen beträgt das Plus im Juni etwa 23,8 %.

Antriebsarten

  • Benzin: 60.811 (- 16,8 % ggü. 06/2025 / Zulassungsanteil: 20,5 %)
  • Diesel: 33.862 (- 5,1 % ggü. 06/2025 / Zulassungsanteil: 11,4 %)
  • Hybrid (ohne Plug-in): 83.315 (+ 13,6 % ggü. 06/2025/ Zulassungsanteil: 28,1 %)
    darunter mit Benzinmotor: 67.829
    darunter mit Dieselmotor: 14.786
  • Plug-in-Hybrid: 32.212 (+ 25,8 % ggü. 06/2025 / Zulassungsanteil: 10,9 %)
    darunter mit Benzinmotor: 30.558
    darunter mit Dieselmotor: 1.652
  • Elektro (BEV): 84.057 (+ 78,2 % ggü. 06/2025 / Zulassungsanteil: 28,4 %)

Die beliebtesten zehn E-Modelle in 06/2026

Tesla Model Y (SUV): 6.023
VW ID 3 (Kompaktklasse): 3.514
Skoda Enyaq (SUV): 3.383
Skoda Elroq (SUV): 3.315
BMW X1 (SUV): 2.628
Mini (Kleinwagen: 2.327
Audi A6 (Obere Mittelklasse): 2.274
VW ID 7 (Obere Mittelklasse): 2.402
Seat Tavascan (SUV): 2.159
Mercedes CLA (Mittelklasse): 2048

Modelle mit mehr als 1.000 Neuzulassungen

Audi Q6 (SUV)
BMW 4er (Mittelklasse), X3 (Geländewagen)
Citroen C3 (Kleinwagen)
Dacia Spring (Minis)
Fiat 500 (Minis)
Ford Explorer (SUV)
Hyundai Inster (Kleinwagen)
Leapmotor T03 (Minis)
Mercedes GLA (SUV), GLK/GLC (SUV)
Seat Born (Kompaktklasse)
Renault R5 (Kleinwagen)
Tesla Model 3 (Mittelklasse)
VW ID 4/5 (SUV)
VW ID.BUZZ (Utilities)

Quelle 1 / Quelle 2

Neue „E-Auto-Förderung“ der Bundesregierung

Seit dem 01.01.2026 subventioniert die Bundesregierung den Kauf bzw. das Leasing von neuen Elektro-PKW bis maximal 6.000 Euro.

Einmalig berechtigt sind Privatpersonen mit bis zu 80.000 EUR (max. 90.000 EUR bei zwei Kindern unter 18 Jahren) zu versteuerndem Haushaltsjahreseinkommen.

Die Haltedauer des Fahrzeugs muß mindestens 36 Monate ab Neuzulassung betragen.

Ausgestaltung der Förderung

+ „Grundförderung 1a“:  3.000 EUR für ein BEV-Fahrzeug bzw. ein PKW mit Brennstoffzelle

+ „Grundförderung 1b“: 1.500 EUR für einen Plug-In-Hybriden (min. 80 km elektrische Reichweite) bzw. ein BEV-Fahrzeug mit Range-Extender

+ Kinderbonus: zusätzlich 500 EUR pro Kind, maximal 1.000 EUR

+ „Zusatzförderung 1a“: 1.000 EUR für ein zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen bis 60.000 EUR

+ Zusatzförderung 1b“: 2.000 EUR für ein zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen bis 45.000 EUR

Seit dem 19.05.2026 können Anträge über das Portal der Förderzentrale Deutschland gestellt werden.

Laut Bundesumweltministerium sind in den ersten drei Wochen 51.128 Anträge eingegangen.

Darauf entfielen 46.157 auf BEV-Fahrzeuge sowie PKW mit Brennstoffzelle sowie 4.971 für Plug-in-Hybride bzw. BEV-Fahrzeuge mit Range-Extender.

Diese „Kaufprämie“ wirkt sich jetzt auch zunehmend auf die Zulassungszahlen, insbesondere in den Klassen „Minis“ und „Kleinwagen“, aus (siehe oben).

Quelle  

Die bisherigen Artikel der Kolumne „Woher kommt der Strom?“ seit Beginn des Jahres 2019 mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Ab Ausgabe 1/2026 bilden die öffentlichen Analyseseiten smard.deAgora Energiewende und Energy-Charts die wesentliche Datengrundlage dieser Kolumne.