Nein, New York Times, der Klimawandel ist nicht die Ursache für die derzeitigen Hitzewellen
Die New York Times (NYT) behauptet in ihrem Artikel „Ohne Klimawandel wäre die Hitzewelle in den USA ‚praktisch unmöglich‘“ (Without Climate Change, U.S. Heat Wave Called ‘Virtually Impossible’), dass die jüngste Hitzewelle im Nordosten der USA ohne den vom Menschen verursachten Klimawandel nicht hätte auftreten können. Das ist falsch. Die NYT stützt ihren gesamten Artikel auf eine modellbasierte Analyse einer Gruppe, deren einziges Ziel darin besteht, Wetterereignisse mit dem Klimawandel in Verbindung zu bringen, während sie die langjährigen Beobachtungsdaten ignoriert, die zeigen, dass die Vereinigten Staaten, einschließlich New York, seit Jahrhunderten immer wieder von schweren Hitzewellen heimgesucht werden.
„Hitze und Luftfeuchtigkeit, die so extrem, langanhaltend und weitreichend sind wie in dieser Woche, wären im Nordosten und im Osten Kanadas ‚praktisch unmöglich‘ gewesen, bevor der Mensch begann, den Planeten zu erwärmen, erklärte ein Team von Wissenschaftlern am Freitag“, schreibt Raymond Zhong, ein Reporter der NYT. „Emissionen von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen aus der Verbrennung von Öl, Gas und Kohle haben mehr Sonnenwärme an der Erdoberfläche zurückgehalten und so seit mehr als einem Jahrhundert weltweit zu steigenden Temperaturen geführt.“
„Hitzewellen im Sommer sind nichts Neues, aber aufgrund der durch die globale Erwärmung verursachten übermäßigen Hitze rund um den Globus können sie heute höhere Temperaturen hervorrufen als früher“, fuhr Zhong fort.
Anders als ein guter Journalist stellte Zhong die Prämisse nie in Frage, prüfte nie die historischen Aufzeichnungen, interviewte nie jemanden außerhalb der Fachgemeinschaft für Klimattribution und fragte nie, ob die von ihm zitierte Organisation „World Weather Attribution“ (WWA) zu Schlussfolgerungen gelangt, die möglicherweise durch den eigentlichen Daseinszweck der Organisation beeinflusst sind. Stattdessen präsentierte Zhong den Lesern genau eine einzige Erzählung: Der Klimawandel sei die Ursache für die aktuelle Hitzewelle.
Die WWA wurde zu einem einzigen Zweck gegründet: um festzustellen, inwieweit der Klimawandel Wetterereignisse beeinflusst hat. Das ist ihre Aufgabe. Die WWA zu fragen, ob der Klimawandel eine Hitzewelle verursacht hat, ist so, als würde man die National Football League fragen, ob American Football wichtig ist, oder Greenpeace, ob sie Ölkatastrophen für schädlich halten. Was genau hat die NYT von ihnen als Schlussfolgerung erwartet? Dass der Klimawandel nichts damit zu tun hatte?
Natürlich nicht. Das ist kein Journalismus, sondern ein Reporter, der einen „Propaganda-Selbstschreiber“ benutzt.
Dem Artikel zufolge ist die WWA zu dem Schluss gekommen, eine Hitzewelle sei vor der Industrialisierung „praktisch unmöglich“ gewesen, und zitiert eine Wahrscheinlichkeitsanalyse, die auf Berechnungen der Feuchtkugel-Globustemperatur in Kombination mit Wetterbeobachtungen, Vorhersagen und Klimamodellsimulationen basiert. Doch dieser Ansatz weist ein enormes Problem auf: Klimamodelle sind keine Beobachtungen.
Die WWA geht von Klimamodellen aus, erstellt eine hypothetische Version der Erde ohne moderne Treibhausgasemissionen und vergleicht diese imaginäre Welt dann mit dem heutigen modellierten Klima. Das Ergebnis ist keine Messung. Es handelt sich um eine Schätzung, die auf Annahmen darüber beruht, dass Kohlendioxid den Klimawandel antreibt – Annahmen, die bereits in den Modellen selbst verankert sind. Die NYT erklärt diesen Unterschied nie. Stattdessen präsentiert sie spekulative Modellergebnisse so, als handele es sich um eine beobachtete Tatsache. Noch beunruhigender ist die Tatsache, dass der NYT-Artikel die Historie von Hitzewellen völlig außer Acht gelassen hat.
Das Klima in Amerika hat nicht erst 1970 begonnen. Lange bevor irgendjemand Kohlendioxid für extreme Wetterereignisse verantwortlich machte, gab es in den Vereinigten Staaten verheerende Hitzewellen, die mit vielen Temperaturen der jüngsten Vergangenheit vergleichbar waren oder diese sogar übertrafen. „Climate at a Glance“ belegt, dass die schlimmste Phase der Hitzewellen in den USA nach wie vor die „Dust Bowl“-Ära der 1930er Jahre war, als laut Beobachtungen der NOAA extreme Hitze weitaus häufiger auftrat als heute.
Die historischen Aufzeichnungen reichen sogar noch weiter zurück. Die katastrophale Hitzewelle im Osten der USA im Jahr 1901 forderte schätzungsweise 9.500 Todesopfer. Die historische Hitzewelle von 1911 brachte in weiten Teilen Neuenglands Temperaturen über 38°C mit sich und hält bis heute den Allzeitrekord von Boston mit 40°C. Die Hitzewellen während der Dust-Bowl-Zeit von 1934 und 1936 führten zu Temperaturen, die in weiten Teilen der zentralen Vereinigten Staaten bis heute unübertroffen sind. Die verheerende Hitzewelle von 1980 in den Vereinigten Staaten forderte Tausende von Todesopfern und verursachte Schäden in Milliardenhöhe. Keines dieser Ereignisse wird in dem Artikel der NYT auch nur mit einem Wort erwähnt.
Stattdessen sollen die Leser glauben, dass sich das heutige Wetter grundlegend von jedem Wetter in der Vergangenheit unterscheidet – nur weil eine bestimmte Gruppe von Wissenschaftlern dies behauptet.
Der Artikel ignoriert zudem die grundlegende Tatsache, dass zuverlässige landesweite Temperaturaufzeichnungen etwa 150 Jahre umfassen, während Menschen bereits seit mehr als 15.000 Jahren in Nordamerika leben. Die Behauptung, ein Wetterereignis sei auf der Grundlage eines so winzigen Ausschnitts der Klimageschichte „praktisch unmöglich“, erfordert entweder außergewöhnliches Selbstvertrauen oder Überheblichkeit. Ein häufig zitiertes wissenschaftliches Sprichwort – „Außergewöhnliche Behauptungen erfordern außergewöhnliche Beweise“ – wird oft dem Astronomen Carl Sagan zugeschrieben. Doch die NYT liefert keine außergewöhnlichen Beweise für die Behauptung, dass die anhaltende Hitzewelle außergewöhnlich sei oder ohne den Klimawandel „praktisch unmöglich“ wäre. Tatsächlich präsentiert sie überhaupt keine handfesten Beweise, sondern lediglich die Interpretation des Computermodells der WWA. Die NYT legt keinerlei Skepsis an den Tag, die Journalisten normalerweise gegenüber außergewöhnlichen Behauptungen an den Tag legen [und legen sollten! Zusatz vom Übersetzer].
Die NYT übersieht zudem einen weiteren wichtigen Faktor. Ein Großteil der in Städten beobachteten Erwärmung findet nachts statt, wenn Asphalt, Beton und Gebäude die tagsüber aufgenommene Wärme langsam wieder abgeben. Dieser „Urban-Heat-Island-Effekt“ führt zu einem Anstieg der nächtlichen Tiefsttemperaturen – genau zu dem Zeitpunkt, zu dem die hitzebedingte Sterblichkeit am höchsten ist. Die Urbanisierung kann langfristige Temperaturaufzeichnungen erheblich beeinflussen – ein bekannter Faktor, der von der NYT ignoriert wird.
Schließlich zitiert Zhong einen Wissenschaftler der WWA, der erklärt, dass „das heutige Klima des Landes sich grundlegend von dem unterscheidet, das herrschte, als die Gründerväter die Unabhängigkeitserklärung unterzeichneten“. Diese Aussage sorgt zwar für dramatische Schlagzeilen, ist aber historisch falsch. Die Gründerväter erlebten brutale Hitzewellen. Die berühmteste Hitzewelle während der Amerikanischen Revolution ereignete sich am 28. Juni 1778 während der Schlacht von Monmouth in Zentral-New Jersey. Die Temperaturen stiegen bei hoher Luftfeuchtigkeit auf fast 37,8 °C, wodurch der Hitzeindex deutlich über 43°C kletterte. Die Soldaten beider Seiten, die in schweren Wolluniformen unter der sengenden Sommersonne kämpften, litten unter schwerer Dehydrierung und Hitzschlag. Fast ebenso viele amerikanische Soldaten starben an Hitzschlag wie an Kampfverletzungen.
Extreme Hitze in den Vereinigten Staaten ist kein neues Phänomen.
Dennoch behandeln die modernen Medien jede Reihe heißer Tage als Beweis für eine drohende „Klimakatastrophe“, während sie jahrhundertelange Belege ignorieren, die diese Behauptung widerlegen.
Der enttäuschendste Aspekt dieser Geschichte ist nicht die vorhersehbare Schlussfolgerung der WWA. Organisationen steht es frei, die Ziele zu verfolgen, für die sie gegründet wurden. Das Versagen liegt eindeutig bei der NYT, wo man die unbestätigten Behauptungen einer Klimaschutzorganisation einfach ohne kritische Prüfung nachplappert.
Leser verdienen guten Journalismus. Was sie bekamen, war schlampige Klimapropaganda, die sich als Nachrichten tarnt. In diesem Fall hat die New York Times einen Fehler begangen, denn die Behauptungen der WWA sind keine Nachrichten und schon gar nicht „druckreif“.
Link: https://climaterealism.com/2026/07/no-new-york-times-climate-change-isnt-causing-modern-heat-waves/
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE