Die Hitzewelle in Europa ist NICHT die Krise – wohl aber die Energie-Armut

Vijay Jayaraj

[Alle Hervorhebungen im Original]

Kälte fordert neunmal mehr Todesopfer als Hitze, doch nur für Letzteres werden fossile Brennstoffe verantwortlich gemacht.

Wenn die Temperaturen in Europa steigen, heizt sich die politische Rhetorik noch schneller auf. Schon wenige Tage nach der Hitzewelle im Juni 2026 beeilten sich bekannte Stimmen, Schuld zuzuweisen. John Kerry bezeichnete die derzeitige US-Regierung in einem Interview mit der BBC in Bezug auf den Klimaschutz als „gefährlich und rücksichtslos“. [Hervorhebungen und Links hinzugefügt {vom Autor}]

UN-Klimachef Simon Stiell erklärte, dass „die brutale Hitzewelle in Europa überall die Spuren der Klimakrise trägt; sie ist der jüngste Preis, den wir für die Verschmutzung durch fossile Brennstoffe zahlen müssen, die unseren Planeten aufheizen.“

Diese Übertreibung entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Die Dringlichkeit der Behauptungen, dass Kohlendioxid (CO₂) die Atmosphäre überhitzt, findet in Berichten über Kälteeinbrüche, die mindestens ebenso gefährlich sind, niemals ihren Niederschlag.

Dieses Ungleichgewicht reflektiert eine apokalyptische Propaganda, die Angst und Ideologie über Details und Beweise stellt.

Was hat also die Hitzewelle ausgelöst? Die Ursache scheint ein natürliches meteorologisches Phänomen zu sein, das als „Omega-Blockierung“ bekannt ist. Der Jetstream bildete einen riesigen Hochdruckrücken, der zwischen zwei Tiefdruckgebieten eingeklemmt war.

Der Druckunterschied, dessen Konturlinien dem griechischen Buchstaben Omega ähneln, befördert durch einen natürlichen atmosphärischen Prozess heiße Luft aus der Sahara nach Westeuropa.

Ein regionales Wetterphänomen auf benzinbetriebene Autos zurückzuführen führt die Öffentlichkeit bewusst in die Irre und rechtfertigt eine verstärkte staatliche Kontrolle über das tägliche Leben. Diese selektive Darstellung wird noch beunruhigender, wenn man die Sterblichkeitsdaten für Hitze und Kälte genauer betrachtet.

Eine in „The Lancet“ veröffentlichte Studie untersuchte temperaturbedingte Todesfälle in 43 Ländern zwischen 2000 und 2019. Die Ergebnisse sind erschreckend: Im Durchschnitt standen jährlich 4,59 Millionen Todesfälle im Zusammenhang mit Kälte, verglichen mit 489.000 durch Hitze – ein Verhältnis von fast 9 zu 1. Kälte ist der weitaus größere Killer.

Panikmache geht selten auf Details ein, die zwar wichtig sind, aber nicht zur gewünschten Agenda beitragen. So widerlegen beispielsweise die langfristigen Temperaturaufzeichnungen in den USA die Behauptung, der Planet sei „kochend“ heiß.

Eine Analyse von 711 Wetterstationen im ganzen Land mit über einem Jahrhundert ununterbrochener täglicher Beobachtungen zeigt, dass die Häufigkeit von Rekord-Höchsttemperaturen zurückgegangen ist und nicht zugenommen hat.

Doch im öffentlichen Diskurs wird diese Realität ignoriert. Die Mainstream-Medien geraten wegen der Sommerhitze in Panik und verschlafen die Winterkälte.

Warum geben Regierungen keine dringenden Warnungen vor unzureichender Heizung heraus? Warum halten internationale Organisationen keine Pressekonferenzen zur Wintersterblichkeit ab?

Tatsächlich geht die wahre Gefahr nicht von Spurengasen in der Atmosphäre aus, sondern von drakonischen energiepolitischen Maßnahmen, die der Arbeiterklasse von realitätsfernen Politikern aufgezwungen werden. Das aggressive Vorantreiben der Netto-Null-CO₂-Emissionen hat in der gesamten westlichen Welt eine selbstverschuldete wirtschaftliche Katastrophe ausgelöst.

Schauen Sie sich UK an, um zu sehen, wie die Zukunft unter grünen Vorgaben aussieht.

Schon die teilweise Umsetzung des „Netto-Null“-Ziels hat seit dem Jahr 2000 zu einem starken Rückgang des Pro-Kopf-Stromverbrauchs in UK geführt – ein Rückgang, der Großbritannien hinsichtlich der Energieverbrauchstrends auf eine Stufe mit einigen der ärmsten Länder der Welt stellt.

Britische Hersteller haben gewarnt, dass hohe Energiepreise die Produktion ins Ausland verlagern und ganze Branchen bedrohen. Unternehmen aus dem Gastgewerbe berichten, dass die Energiekosten bis zu 65 % gestiegen sind.

Wenn Hitze gefährlich ist, sollte der Zugang zu Kühlung ausgeweitet statt eingeschränkt werden. Klimaanlagen gehören zu den wirksamsten Mitteln der menschlichen Anpassung. In Teilen Europas führen jedoch hohe Stromkosten und behördlicher Druck dazu, dass Kühlung immer weniger verfügbar ist.

Die Grausamkeit dieser Agenda reicht weit über die Grenzen der westlichen Nationen hinaus.

Wenn globale Institutionen die vollständige Abschaffung fossiler Brennstoffe fordern, um eine imaginäre Klimakrise zu verhindern, verurteilen sie Milliarden von Menschen in Entwicklungsländern zu dauerhafter Armut. Dort kann der Zugang zu erschwinglichen und reichlich vorhandenen fossilen Brennstoffen über Leben und Tod entscheiden.

Die jüngste Hitzewelle in Europa sollte Anlass zu einer Neubewertung geben, nicht zur Wiederholung abgedroschener Argumente. Sie sollte Fragen zur Vorsorge, zur Infrastruktur und zum Zugang zu Energie aufwerfen.

Stattdessen wurde das Wetter genutzt, um eine Propaganda zu untermauern, welche die dringendsten Herausforderungen der einfachen Menschen außer Acht lässt und sie dadurch weniger anpassungsfähig an widrige Bedingungen macht.

Es ist an der Zeit, aus diesem durch Angst hervorgerufenen Koma zu erwachen. Die Manipulation der Öffentlichkeit hat zu einem massiven Anstieg der Kosten für Strom, Heizung und Kühlung geführt.

Mehr bei CO2 Coalition

Link: https://climatechangedispatch.com/europe-heat-wave-energy-poverty/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE