Kurzmeldungen aus Klima und Energie – Ausgabe 17 /2026

Meldung vom 16. Juni 2026:

Neue Studie: Die herbstliche Abkühlung in Eurasien

Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass die Herbsttemperaturen in Zentral-Eurasien nicht gestiegen, sondern vielmehr gesunken sind.

Von 2004 bis 2020 waren in 98,21 % dieser riesigen Region (von 40° N bis 65° N und 50° O bis 130° O) sinkende Herbsttemperaturen zu verzeichnen. Der Trend im Zeitraum 2004–2018 war signifikant: -1,425 °C pro Jahrzehnt. In diesem Zeitraum kühlte sich die Region um fast 2 °C ab.

Dies ist ein Muster auf kontinentaler Ebene in Zentraleurasien, das anhand von 408 Wetterstationen und CRU-Temperaturdaten überprüft worden ist.

Die Studie ergab, dass die Herbstschneedecke hier von 2004 bis 2020 um 5,38 % pro Jahrzehnt zunahm. Mehr Schnee bedeutet mehr weiße Bodenfläche. Mehr weiße Bodenfläche bedeutet, dass mehr Sonnenlicht zurück ins All reflektiert wird. Weniger absorbiertes Sonnenlicht bedeutet eine geringere Erwärmung der Oberfläche.

Die Autoren schätzen, dass die zunehmende Schneebedeckung im Herbst 21,5 % der beobachteten Abkühlung ausmachte. Sie verweisen zudem auf atmosphärische Zirkulationsmuster, darunter die Pazifische Dekadische Oszillation und das Sibirische Hoch. Die Schneebedeckung war jedoch ein entscheidender, messbarer Faktor für die Abkühlung.

Die gängige Klimadiskussion geht von mehr CO₂, mehr Erwärmung und weniger Schnee aus.

Die Studie stellt all dies nach wie vor „im Kontext der globalen Erwärmung“ dar, ist dies doch die erforderliche Formulierung, um veröffentlicht zu werden. Die darin enthaltenen Daten zeigen jedoch, dass sich ein riesiger Teil Eurasiens seit fast zwei Jahrzehnten abgekühlt hat und sich die Schneedecke dort ausdehnt.

Link: https://electroverse.substack.com/p/western-australias-wheatbelt-breaks?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldung vom 18. Juni 2026:

CO₂ kann nicht der Regler für das Klima sein

Die 800.000-Jahre-CO₂-Grafik der NOAA soll Angst schüren.

Sie zeigt den aktuellen Anstieg und verleitet die Öffentlichkeit dazu, ein einzelnes Gas als Hauptschalter für das gesamte Klimasystem zu betrachten.

Die NOAA sagt: „Der heutige CO₂-Gehalt ist vergleichbar mit dem vor etwa 4,3 Millionen Jahren, als der Meeresspiegel etwa 23 m höher lag, die Durchschnittstemperatur um etwa 3,9 °C höher war und dort, wo heute die Tundra liegt, arktische Wälder wuchsen.“

Dabei übersehen sie jedoch einen offensichtlichen Trugschluss: Ein ähnlicher CO₂-Gehalt führte nicht zu einer ähnlichen Welt.

CO₂ kann nicht der Regler für das Klima sein.

Dann gibt es noch die umfassenderen Daten:

Die Panikmache funktioniert nur, wenn man die Grafik zurechtstutzt.

Link: https://electroverse.substack.com/p/south-america-shivers-co2-cant-be?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldung vom 22. Juni 2026:

In Zentral-Afrika ist es kühler geworden

Zentralafrika hat sich im späten Holozän nicht erwärmt. Es hat sich abgekühlt.

Eine aktuelle Studie zum Mbalang-See, einem Kratersee in Kamerun, rekonstruiert die mittleren jährlichen Lufttemperaturen anhand von brGDGTs, bakteriellen Membranlipiden, die in den Sedimenten des Sees erhalten geblieben sind.

Die Aufzeichnungen reichen etwa 7.000 Jahre zurück und zeigen, dass die Temperaturen in den letzten 7.000 Jahren um etwa 2,5 °C gesunken sind. Um die Mitte des Holozäns lagen die mittleren jährlichen Lufttemperaturen bei etwa 25 °C. Heute liegen sie bei etwa 22 °C.

Graphik: Rekonstruktionen der mittleren jährlichen Lufttemperatur am Mbalang-See in Kamerun. Die rote MBT′5Me-Rekonstruktion zeigt eine Abkühlung um etwa 2,5 °C in den letzten 7.000 Jahren, wobei die graue Linie die heutige mittlere Jahrestemperatur von 22 °C markiert. Achtung, man beachte die Zeitachse: Die Gegenwart befindet sich auf der linken Seite; ältere Temperaturen liegen auf der rechten Seite.

Afrikanische Regionen um den Äquator sind in globalen Rekonstruktionen der kontinentalen Temperaturen stark unterrepräsentiert. Die Arktis ist dagegen stark überrepräsentiert. Die Autoren stellen unmissverständlich fest, dass bestehende Temperatur-Datenbanken für das Holozän diese afrikanischen Kontinentalregionen in niedrigen Breitengraden entweder unterrepräsentieren oder ganz auslassen, was eine große Lücke im Klimabild hinterlässt.

In der Arbeit wird darauf hingewiesen, dass Modellsimulationen aus den Paleoclimate Modeling Intercomparison Projects die anhand von Proxydaten ermittelte Wärme im mittleren Holozän unterschätzen. Für die Region zwischen 30° N und dem Äquator haben die Modelle je nach Annahmen zur Vegetation entweder eine leichte Abkühlung oder eine minimale Erwärmung simuliert. Die Seespiegelaufzeichnungen aus Kamerun zeigen einen weitaus stärkeren Temperaturrückgang bis in die Gegenwart.

Damals wärmer.

Heute kälter.

Weitgehend aus den Aufzeichnungen ausgeschlossen.

Link: https://electroverse.substack.com/p/europes-asphalt-summer-cool-anomalies?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldung vom 23. Juni 2026:

In Grönland war es schon mal viel wärmer

Eine umfassende, die letzten 20.000 Jahre abdeckende Rekonstruktion für Grönland zeigt, dass die wärmste Periode des Holozäns bereits vor Tausenden von Jahren stattfand.

Die auf grönländischen Eisbohrkernen basierende Rekonstruktion datiert die höchsten Temperaturen des Holozäns auf der Insel auf einen Zeitraum zwischen vor etwa 7.000 und 3.000 Jahren, wobei der Höhepunkt der Erwärmung vor etwa 5.000 Jahren lag. Zu diesem Zeitpunkt lagen die jährlichen Durchschnittstemperaturen im Norden Grönlands um etwa 2 °C und im Süden Grönlands um etwa 1 °C über den heutigen Temperaturen.

EGRIP, Summit und South Dome zeigen alle das gleiche Bild: eine kalte Welt am Ende der Eiszeit, eine abrupte Erwärmung zu Beginn des Holozäns, eine lange Warmphase und anschließend eine Abkühlung, bevor es zu dem moderaten Anstieg der heutigen Temperaturen kam.

Rekonstruktion anhand von Eiskernen aus Grönland für die letzten 20.000 Jahre. Rot zeigt die Temperaturanomalie im Vergleich zum Zeitraum 1850–2000; Blau zeigt den Niederschlagsanteil. [Jessica A. Badgeley et al.]

Auch hier zeigen die Daten ein Klimasystem mit starken natürlichen Schwankungen, abrupten Übergängen, jahrtausendelangen Warm- und Kaltphasen sowie ausgeprägten regionalen Unterschieden.

Das frühe bis mittlere Holozän war wärmer als heute.

Link: https://electroverse.substack.com/p/south-pole-below-70c-again-sunshine?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldung vom 24. Juni 2026:

Natürliche Zyklen stellen alles in den Schatten

Ein neuer Artikel in „Quaestiones Geographicae“ argumentiert, dass die These, wonach CO₂ die Hauptursache für Änderungen der Temperatur sei, nicht mit den längerfristigen Daten übereinstimmt.

Das Klima der Erde war noch nie stabil.

In den letzten 130.000 Jahren durchlief der Planet das Eem-Interglazial, die letzte Eiszeit, die Späteiszeit, das Holozän, die mittelalterliche Warmzeit, die Kleine Eiszeit und die darauf folgende aktuelle moderate Erwärmung.

Die Studie verweist auf Belege aus grönländischen Eiskernen für eine abrupte natürliche Erwärmung vor etwa 14.700 und 11.700 Jahren, mit Temperaturanstiegen bis 10 °C innerhalb von etwa 50 Jahren.

Der Autor bringt diese Veränderungen mit großen natürlichen Prozessen in Verbindung: Umlaufbahnzyklen, Sonnenenergie und magnetische Schwankungen, Einflüsse auf galaktischer Ebene, das Erdmagnetfeld, Vulkanismus, Tektonik, Ozeanzirkulation, atmosphärische Zirkulation und den planetarischen Sauerstoff-Kohlenstoff-Kreislauf. CO₂ und Methan sind während natürlicher Warmphasen wiederholt gestiegen, da die biologische Aktivität zunahm, der Permafrost aufbrach, Methan freigesetzt wurde und der gesamte Kohlenstoffkreislauf auf veränderte Temperaturen und Luftfeuchtigkeit reagierte.

Dieses Muster zeigt sich sogar in den letzten 1.000 Jahren: Wir haben die mittelalterliche Warmzeit, auf die unmittelbar die Kleine Eiszeit folgte, wobei die Kleine Eiszeit endete, bevor die moderne Erwärmung einsetzte. Die industrielle Tätigkeit des Menschen begann lange nach diesem Übergang, lange nachdem der Trend bereits eingesetzt hatte. Steigende CO₂-Emissionen haben diesen Trend nicht ausgelöst.

Die zentrale These der Studie: Der Mensch ist nicht der dominierende Klimafaktor.

Das Klimasystem erwärmte sich in 50 Jahren um 10 °C – ohne industrielles CO₂.

Link: https://electroverse.substack.com/p/brazil-shivers-natural-rhythms-dwarf?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

Meldung vom 25. Juni 2026:

Sinkender Meeresspiegel gefährdet Korallenriffe

Eine neue Studie in der Fachzeitschrift „Global Change Biology“ über den nördlichen Teil des Roten Meeres weist auf ein noch größeres Problem hin als den Anstieg des Meeresspiegels: den Rückgang des Meeresspiegels.

Forscher entnahmen im Golf von Eilat/Aqaba im Roten Meer Riffbohrkerne und stellten fest, dass das Korallenwachstum vor mindestens 6.700 Jahren begann, also in der Mitte des Holozäns, als der globale Meeresspiegel etwa 2–3 m höher lag als heute.

In Eilat setzte sich das Korallenwachstum in den folgenden 2.000 Jahren fort, bis vor etwa 4.500 Jahren, und kam dann aufgrund des sinkenden Meeresspiegels für Tausende von Jahren weitgehend zum Erliegen. Wie die Autoren erklären, wurden die Riffebenen durch den sinkenden Meeresspiegel zusammengedrückt. Einige Gebiete wurden freigelegt. Andere waren zu flach oder zu beengt, um ein weiteres Wachstum zu ermöglichen. Der sinkende Meeresspiegel führte zu einem Massensterben unter den Korallen.

Und dies war keine lokale Besonderheit.

Die Studie identifiziert eine umfassendere Wachstumsunterbrechung der Riffe zwischen etwa 4.000 und 2.300 Jahren vor heute, wobei aus diesem Zeitraum an Standorten im Atlantik, im Indischen Ozean und im Pazifik nur wenige fossile Korallen datiert werden konnten.

Graphik: Radiokarbon-datierte Riffaufzeichnungen deuten auf höhere Meeresspiegelwerte in der Mitte des Holozäns hin, gefolgt von einem Rückgang vor etwa 4.000 bis 2.300 Jahren, als viele flache Riffe ihren Wachstumsraum verloren.

Vor etwa 700 Jahren kehrte das Eilat-Riff dann zurück. Durch lokale Bodensenkungen sank ein Teil der Riffebene ab, wodurch neuer Raum für das Korallenwachstum entstand. Die gleiche Korallengemeinschaft bildete sich nach einer Pause von fast 4.000 Jahren wieder, wahrscheinlich ausgehend von tiefer gelegenen Riff-Refugien.

Der springende Punkt ist: Diese Riffe existierten nicht in einem stabilen Ozean. Sie wuchsen bei höherem Meeresspiegel, hatten bei sinkendem Meeresspiegel zu kämpfen, kamen für Jahrtausende zum Stillstand und erholten sich, als der Meeresspiegel wieder stieg.

Die Autoren gehen sogar so weit anzumerken, dass jeder zukünftige Anstieg des Meeresspiegels den derzeit eingeengten Riffsystemen wahrscheinlich mehr Raum verschaffen wird, was möglicherweise zu einer deutlichen Zunahme der Korallenbedeckung führen könnte.

Link: https://electroverse.substack.com/p/western-europes-omega-heat-western?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldung vom 26. Juni 2026, weil unser Land hervorgehoben ist:

Hitzewelle stellt Net Zero bloß

Während der heißesten Woche des Jahres in Westeuropa mussten gerade die Technologien, die installiert worden waren, um uns vor der Hitze zu „retten“, selbst vor ihr gerettet werden.

In Deutschland sprach man von einer „Hitzeflaute“. Ein Hochdruckgebiet bringt zwar Hitze, sorgt aber auch für windstille Luft. Gut für Klimareden. Schlecht für Windparks.

Der 15-Minuten-Strompreis in Deutschland erreichte diese Woche aufgrund der Hitzeflaute einen Rekordwert von über 615 €/MWh. Die abendlichen Spitzenwerte stiegen noch weiter und erreichten 747 €/MWh; in Belgien kletterten sie auf 1.038 €/MWh, in den Niederlanden auf 902 €/MWh und in Dänemark auf 787 €/MWh.

Die Solarstromerzeugung ging am Abend zurück. Der Wind war schwach. Die Nachfrage erreichte ihren Höchststand. Die Restlast in Deutschland – also der Bedarf, der nicht durch Wind- und Solarenergie gedeckt wurde – stieg auf 51,5 GW und lag damit rund 10,4 GW über dem Normalwert für diese Tages- und Jahreszeit.

Großbritannien folgte diesem Beispiel.

NESO gab für Mittwochabend eine seltene „Electricity Margin Notice“ für den Sommer heraus, nachdem eine Hitzewelle Großbritannien heimgesucht hatte und die Verfügbarkeit der Windenergie geringer ausfiel als erwartet.

Die Lichter blieben an, aber nur, weil Großbritannien sich bereit erklärte, rund 1.400 £/MWh für 1,7 GW Importe vom Kontinent zu zahlen – fast das 20-Fache des durchschnittlichen Marktpreises im vergangenen Juni. Die Kosten beliefen sich auf etwa 10 Millionen £ für einige Stunden.

Am Abend zuvor wurden Importe bereits zu etwa 470 £/MWh gekauft, mehr als das Sechsfache des normalen Juni-Preises.

In einer Zeit der angeblichen „katastrophalen globalen Erwärmung“ hat die „Netto-Null“-Fraktion also ein wetterabhängiges Stromnetz aufgebaut, das versagt, sobald es heiß wird. Hitzeflaute führt zu Windstille. Auch Solarmodule verlieren an Effizienz, wenn sie sich aufheizen. Nachts kehrt jede „grüne Wende“ kriechend zu den fossilen Brennstoffen zurück.

Eine florierende Wirtschaft braucht günstigen, konstanten Strom. Europa hat sich jedoch für Ideologie entschieden.

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Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE