Großbritannien steht vor einer verheerenden Hitzewelle von 36 Grad – und kann sich nicht entscheiden, ob man Klimaanlagen benutzen darf oder sie wieder ausbauen soll.
Von Jo Nova
Die Apokalypse ist da – die schlimmste Hitzewelle aller Zeiten hat zur Schließung von 1.000 Schulen geführt, da die Temperaturen in Großbritannien auf 36 Grad Celsius gestiegen sind. Der britische Wetterdienst Met Office hat eine Warnung der höchsten Stufe („Lebensgefahr“) herausgegeben.
Die Lösung hierfür ist natürlich, massiv nach Gas in der Nordsee zu bohren, damit die Briten Klimaanlagen in jedem Haus und jeder Schule installieren können (und sich deren Betrieb auch leisten können). Nur 3 % der britischen Haushalte verfügen über eine Klimaanlage.
Leider verfolgen einige selbsternannte Klimaschutz-Fanatiker in manchen Stadträten ihre eigene Version von „Netto-Null“, indem sie Hausbesitzer unter Druck setzen, ihre Klimaanlagen abzubauen. Der Telegraph berichtete, dass einige Stadträte Hausbesitzer angewiesen haben, Klimaanlagen zu entfernen und stattdessen die Fenster zu öffnen.
Klimaanlagen werden im Zuge der Netto-Null-Maßnahmen aus Häusern entfernt
Klimaschutzbestimmungen werden trotz steigender Temperaturen priorisiert.
In einem von mehreren Fällen, die vom Telegraph aufgedeckt wurden, war ein Bewohner in Nordlondon gezwungen, zwei Klimaanlagen von der Rückseite seines Hauses „dauerhaft zu entfernen“.
Die für den Camden Council tätigen Planungsinspektoren sagten, es gebe „keine Rechtfertigung“ für die Klimaanlagen und diese entsprächen nicht der sogenannten „Kühlhierarchie“ der örtlichen Behörde.
In einem Einspruch wurde dem Bewohner geraten, die Fenster und Balkontüren seiner Wohnung im ersten Stock zu öffnen, um das Gebäude „auf natürliche Weise“ zu lüften.
Ihre Sicherheitsbedenken wurden zurückgewiesen. Die Inspektoren erklärten, das Risiko sei nicht „so groß wie bei Fenstern im Erdgeschoss“ und die Fenster könnten nachts geschlossen werden.
Die britische Regierung reagierte übrigens auf die Empörung in den sozialen Medien mit der Erklärung, dass es solche Regeln nicht gäbe und dies schlichtweg falsch sei. Man solle sich aber „zur Sicherheit“ an die Gemeinde wenden, und die Regierung überprüfe derzeit die Gesetzgebung. Dies deutet darauf hin, dass die Empörung in den sozialen Medien durchaus berechtigt sein könnte, die Regierung aber nicht zugeben will, dass die Dinge so absurd sind.
Der Guardian entdeckt ein neues Niveau an Absurdität und Wortklauberei:
Interessant ist hierbei, wie ungenau die Worte sind. Fast so, als ob sie versuchen würden, das Publikum zu manipulieren:
Während das Land von der schlimmsten Hitzewelle heimgesucht wird, die jemals in Westeuropa verzeichnet wurde – eine direkte Folge der globalen Erwärmung –, warnte der Vorsitzende des Umweltausschusses des Parlaments die Minister vor der dringenden Bedrohung und sagte, Großbritannien bleibe „bei Weitem hinter dem zurück, was nötig ist“.
Was ist diese globale Erwärmung ? Wollten sie vielleicht „Klimawandel“ sagen und haben es verfehlt?
Flossie Boyd von Global Witness sagte: „Es ist erschreckend, sich vorzustellen, wie Lehrer und Schüler in brütend heißen Klassenzimmern arbeiten und lernen müssen. Diese Hitzewelle erinnert uns daran, warum wir jetzt Klimaanpassungsmaßnahmen brauchen – um unsere Schulen zu kühlen und die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten.“
Ehrlich gesagt ist es ein Wunder, dass in den ersten 150 Jahren ohne Klimaanlage nicht jeden Sommer australische Kinder verdampft sind . Wir hätten die ersten fünf Generationen verlieren können.
Oh, Moment mal, Flossie meinte nicht Klimaanlagen zur Kühlung der Kinder, sondern erneuerbare Energien. Sie will die Kinder jetzt mit Solaranlagen kühlen und dann 100 Jahre warten, bis diese funktionieren.
„Investitionen in klimafreundliche Kühlmaßnahmen, erneuerbare Energien, die unseren Planeten nicht aufheizen, und Beschattung für unsere Spielplätze sind unerlässlich. Diese Maßnahmen sollten durch eine Besteuerung der Verursacher fossiler Brennstoffe finanziert werden, die diese extreme Hitzekrise verursacht haben.“
Sie nennt das „Klimaanpassung“, aber bis vor fünf Minuten hieß es noch Klimaschutz.
Nichts, was sie sagen, ergibt auch nur den geringsten Sinn.
New Scientist ist einfach nur verrückt:

Wenn Ihnen bei dieser Hitzewelle nicht angst und bange wird, sollten Sie das schleunigst ändern.
Die extreme Hitze, die derzeit in Europa herrscht, ist nicht die neue Normalität – es kommt noch viel Schlimmeres auf uns zu, und wir unternehmen viel zu wenig, um uns anzupassen, sagt Michael Le Page.
Michael Le Page ist entsetzt:
Die Hitzewelle in Europa macht mir wirklich Angst. Sie ist an sich schon schlimm genug, mit den vielen gebrochenen Rekorden, vor allem bei den hohen Nachttemperaturen, die alles so unerträglich machen. Aber ich denke immer wieder: „Wenn es jetzt schon so ist, wie wird es dann erst in 10, 20 oder 30 Jahren sein?“
Die Antwort lautet natürlich: immer heißer . Der britische Wetterdienst Met Office hat gerade gewarnt, dass es bis 2056 neun Tage in Folge mit Temperaturen über 40 °C geben könnte, stellenweise sogar 45 ° C . In nur 30 Jahren! Ich habe mindestens einen Artikel gelesen, der angesichts der aktuellen Hitzewelle fragt: „Ist das die neue Normalität?“, aber wir werden in unserem Leben nie wieder Normalität erleben – nur noch extremere Hitze.
https://www.newscientist.com/article/2531853-if-you-arent-terrified-by-this-heatwave-you-should-be/
Es muss schwer sein, so viel intelligenter zu sein als Millionen von Menschen.
Fundstücke aus Europa:
Hitze-Wahnsinn bei der EU: Von der Leyens Büro kühl, aber Mitarbeiter müssen schwitzen
… Die rund 3000 Mitarbeiter erhielten mittags eine Kurznachricht auf ihre Handys: „BERL – DRINGEND – Aufgrund extremer Wetterbedingungen wird das Kühlsystem von Stockwerk 1 bis 7 des Berlaymont-Gebäudes den Rest des Tages zwangsweise abgeschaltet.“
EU-Kommission schaltet Klimaanlage in den unteren Etagen ab – Chefetage wird weiter gekühlt
Mitten in der Hitzewelle sorgt die EU-Kommission in Brüssel für Kritik: In den Etagen 1 bis 7 des Berlaymont-Gebäudes wurde am Freitag die Klimaanlage abgeschaltet.
Die oberen Stockwerke, in denen sich unter anderem die Büros von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der EU-Kommissare befinden, blieben dagegen weiter klimatisiert.
Unter den Beschäftigten löste das Vorgehen deutlichen Unmut aus. Ein Mitarbeiter sprach gegenüber Politico sogar von „Feudalismus“ – unten werde geschwitzt, oben bleibe es angenehm kühl.
Die EU-Kommission begründet die Maßnahme mit den extremen Temperaturen und einer notwendigen technischen Abschaltung des Kühlsystems.
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Meine Meinung:
Offenbar hat die Klimaanlage im EU Gebäude Probleme mit der Kühlleistung. Grundsätzlich könnte man die Anlage am Limit weiterlaufen lassen, es geht nichts kaputt. Klimaanlagen in öffentlichen Gebäuden werden meist auf 5°C Differenz-Kühlung ggü. Außentemperaturen ausgelegt. Wenn es jedoch tatsächlich mal so heiß wie gerade wird, kann es sein, dass es in den oberen Stockwerken, und auch gerade unter dem Dach, durch die verstärkte Sonneneinstrahlung zu warm wird – nicht zu vergessen, das Wärme immer nach oben steigt. Insofern kann man sich über die Abschaltung zwar ärgern, aber es hat sicherlich nichts mit „Alle werden gleichbehandelt, einige gleicher“ zu tun – auch wenn der Gedanke nahe liegt. Besser wäre es wohl, während der wenigen Hitzetage die Leute einfach nach Hause zu schicken. Vor 10 Tagen haben wir abends noch den Kachelofen angemacht, weil es im Haus zu kühl war. – der Übersetzer