Wasser, Land – und Lügen: Die wahren Kosten von Indiens Ethanol-Beimischungs-Glücksspiel

Warum Indien seine Äthanol-Illusion aufgeben sollte

Vijay Jayaraj

Die instabile Lage im Nahen Osten hat die Öl- und Gaslieferungen nach Indien unterbrochen. Indiens vorgeschlagener Plan, als Reaktion auf die Versorgungsängste 30 % Ethanol-beimischte Benzin- und Dieselkraftstoffe zu produzieren, wäre jedoch ein kostspieliger Fehler. [Hervorhebungen und Links hinzugefügt {vom Autor}]

Um die drohende Katastrophe zu verstehen, muss man nur einen Blick auf die Vereinigten Staaten werfen.

Gescheitertes amerikanisches Mais-Ägthanol

Jahrzehntelang hat die US-Regierung die Beimischung von Mais-Äthanol in Kraftstoffen massiv subventioniert und vorgeschrieben. Das National Center for Energy Analytics hat kürzlich eine umfassende Analyse dieses Experiments veröffentlicht. Die Ergebnisse sind vernichtend.

Washingtons aggressives Vorantreiben von Biokraftstoffen hat Millionen Acres unberührtes Land zerstört. Angeregt von der Regierung pflügten Landwirte heimische Graslandschaften um, legten Feuchtgebiete trocken und wandelten stillgelegte Naturschutzflächen in Intensiv-Anbauflächen um.

Land wurde nicht mehr zur Ernährung der Menschen genutzt, sondern zum Befüllen von Kraftstofftanks.

Zudem zeigt sich nun, dass die angeblich schädlichen Treibhausgasemissionen steigen, die durch den Einsatz von Ethanol eigentlich reduziert werden sollten, wenn man den gesamten Lebenszyklus der Landnutzung und der Produktionsfaktoren berücksichtigt.

Und die versprochene Energieunabhängigkeit? Eine Fata Morgana. Die Amerikaner zahlten für Umweltzerstörung und höhere Lebensmittelkosten, um die Taschen der politisch Vernetzten zu füllen – und das alles, während sie ihre hochwertigen Kraftstoffe exportieren.

Indischem Zuckerrohr-Äthanol steht ein noch größerer Fehlschlag bevor

Wenn das amerikanische Mais-Äthanol-Experiment ein Fehlschlag war, wird das aus Zuckerrohr hergestellte indische Äthanol eine Katastrophe sein.

Zuckerrohr benötigt viel Wasser und verbraucht während einer langen Vegetationsperiode bis zu 3 Liter pro Pflanze – mehr als doppelt so viel wie für den Anbau von Mais für die amerikanische Produktion.

Bei der Kraftstoffgewinnung beträgt der Wasserbedarf für Äthanol aus brasilianischem Zuckerrohr fast 3000 l Wasser pro produzierter Gallone [ca. 4 l] Äthanol. In den Vereinigten Staaten steigt dieser Wert auf 3300 l. In Indien ist der Bedarf sogar noch höher – 3600 l.

Indien leidet bereits unter einer gravierenden Wasserknappheit. Wenn der Monsun nicht genügend saisonale Regenfälle für die wichtigen Flussgebiete von Indus und Ganges bringt, leiden die Ernten darunter, und die Städte rationieren das Trinkwasser.

Bild: Vorgeschriebene Steigerungen der Zuckerrohrproduktion für Kraftstoff werden die Wasserknappheit verschärfen, mit der die Inder bereits jetzt zu kämpfen haben. Bild von Bishnu Sarangi aus Pixabay.

Vorgeschriebene Steigerungen der Zuckerrohrproduktion für Kraftstoff können die Wasserknappheit nur noch verschärfen. Eine Umstellung von Zuckerrohr auf Reis, Mais oder Weizen zur Erfüllung der Äthanol-Quoten bietet keine Entlastung angesichts des steigenden Wasserbedarfs.

Der entscheidende Maßstab für die Bewertung einer Energiequelle ist der Vergleich zwischen der erzeugten Energiemenge und dem Energieaufwand für ihre Herstellung. Im Vergleich zu Benzin und Diesel, die aus energiereichem Rohöl destilliert werden, schneidet Äthanol dabei miserabel ab.

Die landwirtschaftliche Produktion ist energieintensiv und erfordert Traktoren, Bewässerungspumpen, die Herstellung von Kunstdünger sowie die Destillation von Alkohol. Bis das Äthanol in einen Kraftstofftank gepumpt wird, kann der Ertrag sogar hinter dem Energieaufwand zurückbleiben.

„Die Herstellung einer Gallone Äthanol kann durchaus mehr Energie erfordern, als das Endprodukt enthält“, so das Texas Public Policy Institute. „Mit Düngemitteln, Wasser, einem energieintensiven Fermentierungs-Prozess und dem zwangsläufigen Transport per Bahn oder Lkw anstelle einer bestehenden Pipeline verbraucht die Äthanolproduktion viel mehr Energie als Rohöl, um an die Zapfsäule zu gelangen.“

Befreit Indien von den Fesseln der Klimaille!

All dieser zusätzliche Aufwand zur Herstellung von Äthanol erhöht die Emissionen von Kohlendioxid (CO₂) und anderen Treibhausgasen, die laut Klima-Chaoten so gefährlich sind – was die Farce um diesen Biokraftstoff noch lächerlicher macht.

Außerdem wissen wir, dass keine Klimakrise droht. Im Juli 2025 veröffentlichte das US-Energieministerium eine Analyse der Auswirkungen von Treibhausgasemissionen, die bestätigte, dass vom Wetter keine existenzielle Bedrohung ausgeht.

CO₂ ist keineswegs ein Schadstoff, sondern bringt in höheren Konzentrationen in der Atmosphäre der Menschheit enorme Vorteile.

CO₂ ist Pflanzennahrung. Satellitendaten bestätigen, dass Indiens Wälder wachsen. Die landwirtschaftliche Produktion des Landes bricht alle Rekorde. Die mit CO₂ angereicherte Atmosphäre ermöglicht es den Pflanzen, Wasser effizienter zu nutzen und so höhere Erträge zu erzielen.

Um auf der wirtschaftlichen Leiter nach oben zu klettern, kann es sich Indien nicht leisten, mit dem Energiebedarf von 1,4 Milliarden Menschen zu spielen. Sollte der Nahe Osten den Bedarf Indiens nicht mehr decken können, ist ein Rückfall in die dunklen Zeiten der Verbrennung von Biomasse keine Lösung.

Anstatt Milliarden in staatliche Vorgaben zu stecken, sollte Indien den Einkauf von amerikanischem Erdgas drastisch erhöhen, um die geopolitische Instabilität im Nahen Osten zu umgehen.

Die USA verfügen über riesige Reserven dieses energiereichen Brennstoffs, um die Industrie anzutreiben, Ernteerträge sichernde Düngemittel herzustellen und zuverlässig Strom zu erzeugen.

Es ist an der Zeit, die Äthanol-Illusion aufzugeben und die Energie zu sichern, die Indien für seinen Aufschwung benötigt.

Mehr: CO2 Coalition

Link: https://climatechangedispatch.com/india-ethanol-blending-water-land-cost/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE