Pazifische Klima-Spiele

Michael Kile

Religion wurde einst als Opium des Volkes bezeichnet. Unsere Droge der Wahl ist heute der Klimawandel. Er verführt den Süchtigen mit dem Versprechen von Euphorie und Reichtum: einem Topf voll Gold, einer Förderung oder ein paar Emissionszertifikaten am Ende eines alarmistischen Regenbogens. Die Monetarisierung von Kohlendioxid in der Atmosphäre war noch nie so einfach und lukrativ. Es wird zu viel Geld verdient und zu viel Einfluss ausgeübt von zu vielen Leuten, die behaupten, sie könnten unser Wetter kontrollieren und das Klima „schützen“.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Viele Länder fordern ebenfalls „angemessene Wiedergutmachung“ und „Klimagerechtigkeit“, begleitet von viel bombastischer Rhetorik über die „Rettung des Planeten“. Sie sind Teil des fest verankerten internationalen Kartells, das eine neue Utopie verfolgt: „Klimastabilität“. Wir leben in einer Zeit, in der dieses Fantieziel als erstrebenswert und erreichbar angepriesen wird. Jeder muss am Altar der „Dekarbonisierung“ huldigen – jeder außer China. Der Klimawandel ist zu einem lukrativen Spielfeld für unzählige aktivistische Anwälte, Bürokraten, Computermodellierer, grüne Kreuzritter und Politiker geworden.

Mindestens einmal pro Woche erscheint in den Medien ein alarmierender Beitrag nach dem Motto „Wissenschaftler sagen“. Irgendwo „passiert etwas zu ungewöhnlichen Jahreszeiten aufgrund des Klimawandels“, von Hitzewellen im Sommer bis hin zu Haiangriffen, schmelzenden Gletschern und Meereis. Doch wie die Bloggerin Nova diesen Monat feststellte: Jeder heute gemessene Hitzerekord ist nichts im Vergleich zu dem, was bereits vor 130.000 Jahren in der Antarktis geschah. Die Vergangenheit ist der Schlüssel zur Gegenwart und Zukunft.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen Antonio Guterres warnte kürzlich davor, dass sich im Pazifik bald ein starkes El-Niño-Phänomen bilden werde. Es werde „Öl ins Feuer einer sich erwärmenden Welt gießen“ und damit die globalen Temperaturen sowie das Risiko von „Superwetter“ erhöhen. Was wäre, wenn die Ursache für jegliches meteorologische Chaos nicht, wie der Generalsekretär behauptet, die „Sucht der Welt nach fossilen Brennstoffen“ wäre, sondern ihre Sucht nach Klima-Katastrophismus?

Natürliche Schwankungen sind eine Tatsache des Lebens. Machen Sie diesen einfachen Test: Schauen Sie mindestens einmal pro Jahrzehnt in den Spiegel. Veränderung ist das Wesen der Natur – ganz ohne unser Zutun oder unseren Einfluss. George Orwell beklagte einmal: „Um zu sehen, was direkt vor der eigenen Nase liegt, bedarf es eines ständigen Kampfes.“ Angesichts des Gestanks rund um zweifelhafte Klimazusammenhänge sollten Sie sich dazu noch eine Nasenklemme zulegen. Wasserdampf in der Atmosphäre ist das am häufigsten vorkommende Treibhausgas, nicht Kohlendioxid. Und so weiter und so fort.

Karl Marx’ Metapher kam mir in den Sinn, als ich letzten Monat in der Sendung „Sunrise“ sah, wie der [australische] Minister für Klimawandel und Energie sein 150-Millionen-Dollar-Budget für die Klimapräsidentschaft verteidigte: 50 Millionen Dollar für die Vorbereitungen zur 31. jährlichen UN-Klimakonferenz (COP) im November dieses Jahres in Antalya, Türkei, und 100 Millionen Dollar für ein „umfassenderes Engagement im Pazifikraum“.

Bowen und seine „Pazifik-Familie“ sind ganz im Rausch einer edlen Sache. Über 100 Beamte sind daran beteiligt, vermutlich um unserer australischen Familie zu versichern, dass das Geld gut angelegt sein wird. Die Jagd nach einer Klima-Chimäre ist ein kostspieliges Unterfangen.

Er deutete im vergangenen November an, dass ein Treffen im Vorfeld der COP „an einem Ort stattfinden werde, der von unseren Freunden aus der pazifischen Familie festgelegt wird“. Der Premierminister fügte hinzu, dass der Vorsitz es Australien ermöglichen werde, „weltweite Führungskräfte einzuladen um sicherzustellen, dass all diese Themen im Mittelpunkt stehen werden, mit denen diese Region konfrontiert ist – die bloße Existenz pazifischer Inselstaaten wie Tuvalu und Kiribati, die Frage unserer Ozeane … .“

Ein Zyniker könnte fragen, ob die 100 Millionen Dollar eine Gegenleistung des Ministeriums für die entscheidende Unterstützung der Region bei der Abstimmung in der UN-Generalversammlung (UNGA) sind, bei der Minister Bowen zum Verhandlungsleiter für die COP31 gewählt wurde, sowie bei anderen Abstimmungen zu Umwelt- und Klimathemen.

Die COP31 stand auf der Tagesordnung, als er Ende August 2023 Fidschi besuchte, um über die „Zusammenarbeit beim Klimaschutz“ und darüber zu sprechen, wie die Region „die Chancen der Energiewende optimal nutzen könnte“.

Auch Australiens Bewerbung für eine gemeinsame Ausrichtung der COP31 mit dem Pazifikraum wird ein Diskussionsthema sein, wobei der Schwerpunkt auf der Maximierung der Chancen für die gesamte Region liegt. (Pressemitteilung des Ministeriums für Klimawandel und Energie, 21. August 2023)

Hoffentlich finanziert Australien keine unrealistischen Vorhaben, wie die Beeinflussung der Häufigkeit und Intensität von El Niño, die Senkung des Meeresspiegels in einem Ozean, der fast die Hälfte der gesamten Wasseroberfläche des Planeten ausmacht, die „Verbesserung der Kohlenstoffbindung in Ökosystemen“ oder andere zweifelhafte Vorhaben.

Wie dem auch sei, die Regierung hat derzeit im Rahmen eines ehrgeizigen internationalen Klimaschutzprogramms mehrere Vereinbarungen mit „Freunden aus der pazifischen Familie“ geschlossen.

Am 9. November 2023 unterzeichnete Tuvalu den „Australia-Tuvalu Falepili Union Treaty“. Dieser Vertrag, der als weltweit „erstes bilaterales Abkommen zur Klimamigration“ bezeichnet wird, schuf einen „besonderen Mobilitätsweg“ für Bürger Tuvalus, um dauerhaft in Australien zu leben, zu arbeiten und zu studieren. Der Vertrag trat am 28. August 2024 in Kraft. Tuvalu besteht aus vier Riffinseln und fünf Korallenatollen in Ozeanien. Es hat etwa 10.000 Einwohner.

Im November 2024 rief Minister Bowen auf der COP29 die „Australia-Pacific Partnership for Energy Transition“ (APPET) ins Leben. Diese mit 50 Millionen Dollar dotierte Förderung soll „die Pazifikstaaten beim Ausstieg aus fossilen Brennstoffen unterstützen, die Energiesicherheit verbessern, die Stromkosten senken und die Kompetenzen und Instrumente aufbauen, die für die Energiewende erforderlich sind“.

Außerdem gibt es eine Strategie für den „Blauen Pazifik-Kontinent“ bis 2050. Unsere pazifische Familie möchte eine „zukunftsfähige“ Region schaffen, indem sie „gefährliche Klimaereignisse vorhersieht, sich darauf vorbereitet und sich gleichzeitig für dringende globale Maßnahmen einsetzt“.

Der „Blaue Pazifik-Kontinent“ ist weiterhin mit den verheerenden Auswirkungen des Klimawandels konfrontiert und benötigt zeitnahen Zugang zu verstärkten, wirksamen und nachhaltigen Klimafinanzierungen.

Unser Ziel ist es, dass alle Völker des Pazifikraums widerstandsfähig gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels und von Katastrophen bleiben sowie ein sicheres, geschütztes und wohlhabendes Leben führen können. Darüber hinaus spielt die Region weiterhin eine führende Rolle im globalen Klimaschutz.

Im Jahr 2023 wurde eine „Pacific Resilience Facility“ gegründet, die als „Finanzierungsinstitution und Instrument zur Förderung von Initiativen zur Anpassung an den Klimawandel, zur Stärkung der Resilienz und zum Katastrophen-Risikomanagement im pazifischen Raum“ dient, einschließlich Zuschüssen für sogenannte „Verlust- und Schadensprojekte“. Um den Aufbau von „Resilienz“ im Klimakontext zu rechtfertigen, bedarf es zudem einer nachhaltigen alarmistischen Rhetorik.

Ein in Canberra oft zu hörendes Mantra lautet, dass Australien „über seine Gewichtsklasse hinausboxt“. Das tut es zweifellos bei den Exporten von Kohle, Gas und Eisenerz sowie bei den Importen von Solarmodulen, Windkraftanlagen und Batterien.

Laut Kurt Baker, dem CEO von Synergy, ist Westaustralien bereits „weltweit führend bei der Batteriespeicherkapazität“. Die über zwei Milliarden Dollar teuren Kwinana-Batterien in Perth können 354.000 Haushalte vier Stunden lang mit Strom versorgen. Was nach 240 Minuten passiert, ist unklar – zumindest für mich.

Roman Loosen, Chief Operating Officer bei Fluence, einem von Siemens und AES kontrollierten Unternehmen für Batterietechnologie, stimmt ihm zu: „Australien ist eindeutig weltweit führend und gilt im Grunde als Leuchtturm in Sachen Energiewende.“

Nur wenige Menschen sind jedoch bereit, darüber zu spekulieren, welche Auswirkungen die sogenannte „Wende zu erneuerbaren Energien“ genau auf unser Wetter und Klima haben wird. Könnte es sein, dass die teuren „Net Zero“-Projekte keinerlei Wirkung zeigen werden? Sicherlich nicht.

Hat Australien im Klimakampf über seine Verhältnisse gekämpft? Die Geschichte spricht eine andere Sprache. Es ist „unsere pazifische Familie“ aus 14 Inseln, zusammen mit weiteren 25 kämpferischen Ländern, welche die Allianz der kleinen Inselstaaten (AOSIS) bilden, die hier auf lange Sicht gehandelt haben.

Wie konnte die AOSIS, die weniger als ein Prozent des weltweiten BIP, der Fläche und der Bevölkerung ausmacht, so einflussreich werden? Die Antwort: Das erhebliche Stimmrecht der Allianz in der UN-Generalversammlung. Kleine Inselstaaten machen 20 Prozent der 193 UN-Mitgliedstaaten aus. Jeder Staat hat nur eine Stimme. Tuvalus Stimme zählt genausoviel wie Australien oder die USA. Die Abstimmungen in der UN-Generalversammlung erfolgen im Konsens. Als die UNO 1945 gegründet wurde, traten nur 51 Länder als Gründungsmitglieder bei. In den vergangenen 81 Jahren sind weitere 142 Länder beigetreten.

Die AOSIS wurde 1990, kurz vor der Zweiten Weltklimakonferenz in Genf, als zwischenstaatliche Gruppe gegründet. Sie ging aus einer Konferenz kleiner Staaten zum Thema Meeresspiegelanstieg im Jahr 1989 auf den Malediven hervor, auf der beschlossen worden war, die „Bedrohungen durch die globale Erwärmung und den steigenden Meeresspiegel“ zu bekämpfen. In den vergangenen 36 Jahren ist kein einziger der kleinen Inselentwicklungsstaaten im Meer versunken.

Das vorrangige Ziel der AOSIS in der globalen Klimapolitik ist es, das physische Überleben ihrer Mitgliedstaaten zu sichern, indem sie die globale Erwärmung und den daraus resultierenden Anstieg des Meeresspiegels entschlossen bekämpft. Da kleine Inselentwicklungsstaaten (SIDS) unverhältnismäßig stark von Umweltzerstörung bedroht sind, obwohl sie weniger als 1 % der weltweiten Treibhausgasemissionen verursachen, konzentriert sich ihre gemeinsame diplomatische Plattform auf zwei Hauptbereiche im Rahmen der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC):

Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 °C, der „1,5 to Stay Alive“-Standard: Die AOSIS war Vorreiterin bei den Bemühungen, den globalen Temperaturanstieg streng auf 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, und warnte davor, dass ein Anstieg um 2 °C eine existenzielle Bedrohung für tief liegende Länder darstellt; und

Ehrgeizige Klimaschutzziele: Die AOSIS fordert von den großen Industrienationen rasche und rechtlich bindende Emissionsreduktionen und argumentiert, dass diejenigen auch die größte Verantwortung übernehmen müssen, welche die Hauptverantwortung für die Umweltschäden tragen.

Am 20. Mai 2026 erreichte die AOSIS eines ihrer Ziele. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedete eine Resolution (Resolutionsentwurf A/80/L.65), die das Gutachten des Internationalen Gerichtshofs vom 23. Juli 2025 mit dem Titel „Verpflichtungen der Staaten im Hinblick auf den Klimawandel“ unterstützt.

Die Staaten sind nun völkerrechtlich verpflichtet, den „Schutz des Klimasystems und anderer Teile der Umwelt vor anthropogenen Treibhausgasemissionen“ zu gewährleisten. Einige von ihnen, darunter Australien, könnten eines Tages „Reparationszahlungen“ an angeblich klimagefährdete pazifische Gemeinschaften leisten müssen.

Die Resolution wurde von 141 Staaten unterstützt, darunter Australien, die EU und die meisten Entwicklungsländer. Acht Staaten stimmten dagegen, darunter einige der weltweit größten Öl- und Gasproduzenten: die USA, Saudi-Arabien, Russland, Weißrussland, der Iran, Israel und der Jemen. Es gab 28 Enthaltungen, darunter Indien und die Türkei.

Zwar sind die Resolution der UN-Generalversammlung und das Gutachten des Internationalen Gerichtshofs nicht rechtsverbindlich, doch sind sie von großer Bedeutung. UN-Generalsekretär António Guterres lobte die Abstimmung als „kraftvolle Bekräftigung“ der Klimagerechtigkeit und des Völkerrechts.

Ironischerweise ging der diplomatische Vorstoß hier von unserer pazifischen Familie aus, die weit über ihre Verhältnisse handelte. Der Premierminister von Vanuatu Jotham Napat bezeichnete die Resolution als Beginn eines „neuen Kapitels“ im Klimaschutz. „Die Aufgabe, die nun vor uns allen liegt, besteht darin, rechtliche Klarheit in sinnvolle Maßnahmen, stärkere Zusammenarbeit und besseren Schutz für heutige und zukünftige Generationen umzusetzen.“

Werden Klimaklagen nun nach KI und der Fußball-WM zum lukrativsten Geschäft der Welt? Die sogenannten „klimagefährdeten“ Gemeinschaften, die kleinen Inselstaaten und andere Entwicklungsländer tanzen mit neuem Elan einen Tango aus Resilienz und Wiedergutmachung.

In unserem Zeitalter der postnormalen Wissenschaft führt die Kommerzialisierung des Klimawandels offensichtlich weiterhin zur Korrumpierung von Forschung, Regierungen und internationalen Organisationen. Um es noch einmal mit Orwell zu sagen: „Wenn das Denken die Sprache korrumpiert, kann auch die Sprache das Denken korrumpieren.“ Ein Goldtopf am Ende eines alarmistischen Regenbogens korrumpiert ebenfalls Sprache und Denken.

The above essay was first published in Australia at Quadrant Online on 19 June, 2026

Michael Kile is the author of The Devil’s Dictionary of Climate Change.

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/06/21/pacific-climate-games/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE