In der Antarktis kam es bereits vor 130.000 Jahren zu einer katastrophalen Erwärmung

Jo Nova

Die Antarktis von damals wäre heute nicht wiederzuerkennen.

Die schlimmsten Alpträume bzgl. der globalen Erwärmung wurden vor 130.000 Jahren wahr – ganz allein durch Mutter Natur. Meistens ignorieren die Medien diese unbequeme Katastrophe, die erstaunliche zehntausend Jahre andauerte. Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass fast das gesamte Ross-Schelfeis schmolz und auch große Teile des westantarktischen Eisschildes verschwanden, doch irgendwie überlebten die Kaiserpinguine. Ebenso wie die Robben und die Wale, und es gab keinen Wendepunkt, der den Planeten zerstörte. Aber die Strandclubs der Jäger und Sammler von vor 131.000 Jahren wurden alle weggespült.

Eine neue Studie untersuchte Staub in antarktischen Eisbohrkernen und stellte fest, dass es vor 120.000 Jahren zu einer beunruhigenden Veränderung kam. In anderen Zeiträumen wies der Eisbohrkern eine Schicht aus feinem Staub auf, der offenbar den weiten Weg von südamerikanischen Vulkanen zurückgelegt hatte. Als sich die Erde jedoch vor 130.000 Jahren aus den Tiefen der Eiszeit heraus erwärmte, tauchte in dem ausgegrabenen Eisbohrkern eine andere Art von grobkörnigem Staub auf. Normalerweise werden große Körner vom Wind nicht weit verweht, was darauf hindeutete, dass dieser Staub aus einer nahegelegenen vulkanischen Quelle stammte. Und obwohl es in der Antarktis zahlreiche Vulkane gibt, liegen diese normalerweise unter Eis begraben, sodass sich ihr Staub nicht ausbreiten kann. Das bedeutete, dass die Eisschilde so weit geschmolzen sein mussten, dass die Vulkane freigelegt worden waren.

Der isotopische Fingerabdruck des Feinstaubs stimmte mit dem Staub von Vulkanen in Südamerika überein. Der grobkörnige Staub hingegen stimmte mit Gesteinen im McMurdo-Sund im Gebiet des Westantarktischen Grabenbruchs überein.

Wir wussten bereits, dass es damals in der Antarktis dramatische Ereignisse gegeben haben musste, lag doch der Meeresspiegel damals deutlich höher. In der Nähe von Kalbarri in Westaustralien, einem stabilen Teil einer sehr alten Kontinentalplatte, finden sich Überreste von Korallen, die bis zu 9 Meter höher liegen.

Die Landkarte hat sich dramatisch verändert:

Während der Eem-Periode war es wärmer als in unserem heutigen Holozän.

Wir dürfen nicht vergessen: Jeder noch so hohe Heiß-Rekord, den wir heute verzeichnen, ist nichts im Vergleich zu dem, was bereits geschehen ist.

[Hervorhebung im Original]

Der Meeresspiegel steigt um 1 bis 3 Millimeter pro Jahr. Doch die Menschheit hat bereits erlebt, wie der Meeresspiegel um 125 Meter gestiegen war (zweimal) – Kinder spielten einst auf dem Festlandsockel, bis all ihre Strände verschwanden, ihre Häuser weggespült wurden und ihre geliebten Riffe zerstört waren. Die Menschen sahen, wie kilometerdicke Eiskappen über Manhattan rollten, und sie sahen auch, wie diese Eiswand wieder schmolz.

Die Lage war so schlimm, dass unsere Vorfahren irgendwann einer ganzen Hominidenart Lebewohl sagten, deren Gehirne größer waren als unsere eigenen, und die ausgedehnten Wälder der Sahara verwandelten sich in Staub, die Fische starben, die Flüsse versiegten und seit Jahrtausenden bestehende Gemeinschaften wurden ausgelöscht.

Bringt den Kindern bei, was echter Klimawandel ist. Je mehr sie über prähistorische Zeiten und Geologie wissen, desto weniger anfällig werden sie für Panikmache sein.

Aber irgendwann, eines Tages, werden die Eisschilde zurückkehren. Darüber müssen wir reden.

REFERENZ

Austin J. Carter et al, Diminished Ross Ice Shelf and West Antarctic Ice Sheet during Last Interglacial warming, Nature Geoscience (2026). DOI: 10.1038/s41561-026-01988-1

Link: https://joannenova.com.au/2026/05/catastrophic-warming-already-happened-in-antarctica-130000-years-ago/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE