Woher kommt der Strom? Nur noch am Montag positiver Strompreis!
17. Analysewoche 2026 von Rüdiger Stobbe
Die aktuelle Analysewoche weist zur Mittagsspitze nur noch am Montag einen positiven Strompreis (30€/MWh) aus. An allen weiteren Analysetagen wird der Strom zur Mittagszeit mit einem mehr oder weniger hohen Bonus verschenkt. Der Bonus-Spitzenwert wird am Sonntag mit minus 413€/MWh erzielt. Den höchsten Bonus greift Dänemark am 26.4.2026 jeweils um 13:00 und 14:00 Uhr ab. Insgesamt etwa 3,7 Millionen € zahlt am Ende der Stromkunde in Deutschland nur an Dänemark und nur für zwei Stunden dafür, dass viel zu viel Strom unkontrolliert hergestellt wurde. Wenn der Bedarf gering ist, wenn dann aber sieben Sonnen vom Himmel scheinen, wird der ganze Widersinn einer Energiewende offenbar, die bereits heute gescheitert ist. In der nächsten Woche wird es weitergehen mit der ungewollten, aber nicht verhinderbaren Stromerzeugung per Solarkraftwerken. Viel hilft eben nicht viel. Im Gegenteil. Es schadet Deutschland, es schadet dem Bürger.
Richtig Freude kommt hingegen bei Deutschlands Nachbarn auf. Die Preisdifferenzgeschäfte können nicht besser laufen. Nochmal Dänemark: Das kleine Land verkauft um 19:00 und 20:00 Uhr etwa 1,1 GWh Strom an Deutschland. Das große Industriestaat bezahlt an das Land, das wenige Stunden zuvor vier Millionen € Bonus erhalten hat, nun zusätzlich für den Strom, der jetzt dringend benötigt wird, insgesamt für die zwei Stunden 19:00 und 20:00 Uhr noch mal knapp 170.000 €. Das klingt im Vergleich zum Bonus am Mittag nicht viel. Ist aber wesentlich mehr als ein normales Jahreseinkommen für den Normalbürger, 40 Stunden/Woche arbeitet. Unter dem Strich kassiert Dänemark in insgesamt vier Stunden knapp vier Millionen € für einige An- und Verkaufsaufträge plus Handling.
Einen Überblick über die wichtigsten Aspekte der 17. Analysewoche 2026 gibt Agora Energiewende. Agora Energiewende erstellt auch Prognosen, wie die Stromerzeugung aussehen würde, wenn die Erneuerbaren einen bestimmten Ausbaugrad erreicht hätten. Wir nehmen den Ausbaugrad 86 Prozent und müssen feststellen, dass der weitere Ausbau der Erneuerbaren an allen Analysetage zur erheblicher Stromübererzeugung und damit zu stark negativen Preisen führen wird. Wenn diese Stromübererzeugung dann noch von der Technik „gebändigt“ werden kann und ein Blackout vermieden wird, ist bereits viel gewonnen. Die Residuallast steigt in der Spitze auf über 67 GWh. Trotz des massiven Ausbaus der Erneuerbaren.
Was ist Kraftwerks-Leistung? Was ist Energie?
Gigawatt (GW) ist eine Einheit für Leistung, also für die maximale Fähigkeit eines Kraftwerks, Strom zu erzeugen. Gigawattstunden (GWh, TWh) sind eine Einheit für Energie, also für die tatsächlich produzierte Strommenge über eine bestimmte Zeit. Die Beziehung ist einfach: Energie = Leistung × Zeit. Ein Kraftwerk mit 1 GW Leistung erzeugt bei Volllast theoretisch maximal: 1 GW × 8.760 h = 8,76 TWh pro Jahr. Wie viel elektrische Energie tatsächlich entsteht, bestimmt beim Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerk im weitesten Sinn der Mensch über die Brennstoffzufuhr und Zufuhrdauer. Die Energie für eine Stunde wird üblicher- und für den Normalbetrachter irreführenderweise mit GW bezeichnet. Die manchmal verwendete Schreibweise „GWh pro Stunde“ ist nur eine umständliche Form von GW – mathematisch kürzt sich die Stunde („h“ und „pro Stunde“) weg.
Sonderfall Wind- und Solarkraft
Bei Wind- und Solarkraft bestimmt nicht der Betreiber, sondern das Wetter die Strom-Produktion. Eine 5-MW-Windkraftanlage könnte theoretisch 43,8 GWh/Jahr erzeugen, liefert an Land aber realistisch in Deutschland nur etwa 20 Prozent davon (auf See 40 bis 50 Prozent), also rund 8,8 GWh/Jahr – im Mittel 1 MW-Dauerenergie. Bei Solarpaneelen mit ebenfalls 5 MW installierter Leistung halbieren sich die Werte nochmals wegen verschiedener Kapazitätsfaktoren: Nacht, Winter, flacher Sonnenstand, Bewölkung und Temperaturverluste.
Tageswerte
Jeder Tag beginnt mit dem Überblick, den Agora-Energiewende zur Verfügung stellt. Die smard.de-Charts und -Tabellen ermöglichen vielfältige Analysen. Erkunden Sie das Potenzial.
Reichlich Wind, viel PV-Strom. Die Strompreise.
Weniger Windstrom, etwas mehr PV-Strom. Die Strompreise.
Über Mittag Windflaute. Die Strompreise.
Starke PV-Stromerzeugung. Die Strompreise.
Wieder starke PV-Stromerzeugung plus Windstrom. Die Strompreise.
Erneuerbare weiter stark. Die Strompreise.
Windstromerzeugung lässt über Tag stark nach. PV-Strom sehr stark. Die Strompreise. Der Strompreis beträgt im Durchschnitt des kompletten Sonntags 2,99 €/MWh . Gut für den Verbraucher? Nein, siehe Dänemark oben. Das zahlt der Verbraucher. Plus Entschädigungen für die Stromhersteller.
Die bisherigen Artikel der Kolumne „Woher kommt der Strom?“ seit Beginn des Jahres 2019 mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.
Ab Ausgabe 1/2026 bilden die öffentlichen Analyseseiten smard.de, Agora Energiewende und Energy-Charts die Datengrundlage dieser Kolumne.