Fehlgeleitete „Die Welt reparieren“–Klimaphilanthropie
Die Familie Bronfman baute die Seagram Company zu einem überaus erfolgreichen kanadischen Immobilien-, Getränke- und Unterhaltungskonzern aus. Nach dem Verkauf von Seagram an Vivendi im Jahr 2000 verstärkte sie ihr Engagement für Birthright Israel und andere jüdische Wohltätigkeitsorganisationen.
Wie sein Vater ist Stephen Bronfman seit langem in der Politik der Liberalen Partei Kanadas aktiv. Vor kurzem gründete er den Jewish Climate Trust, veröffentlichte den „Jewish Guide to Climate Philanthropy“ und erläuterte, warum er glaubt, dass „Klimaschutz die nächste große jüdische Verantwortung ist“.
Er ist der Ansicht, dass der Klimawandel die „entscheidende Herausforderung unserer Generation“ und die „nächste große jüdische Verantwortung“ ist, und präsentiert seinen Leitfaden als Zusammenfassung der „Klimarisiken“, denen die Menschheit und der Planet ausgesetzt sind – sowie als „klaren, strategischen Fahrplan“, der Spendern dabei helfen soll, zu entscheiden, wie sie zur Beendigung der „Krise“ beitragen können.
Herr Bronfman möchte „das, was wir als wichtig erachten“, mit „der Art und Weise, wie wir Ressourcen einsetzen“, in Einklang bringen. Leider wird es sich dabei nicht nur um die Ressourcen seiner Familie und die anderer Spender handeln, die er gewinnen kann. Millionen anderer Kanadier und Milliarden Menschen weltweit könnten gezwungen sein, die Kosten in Höhe von Billionen Dollar sowie den Verlust persönlicher Freiheiten und des Lebensstandards zu tragen, die jedes Streben nach „Netto-Null“-Emissionen von Kohlendioxid und Treibhausgasen unweigerlich mit sich bringen wird.
Mein Interesse am Klimawandel begann während meines Geologiestudiums an der Universität, als ich mich mit Plattentektonik und pleistozänen Gletschern beschäftigte. Es verstärkte sich mit dem Earth Summit der Vereinten Nationen 1992 und den darauf folgenden Bemühungen, moderne Klima- und Wetterveränderungen auf menschliche Ursachen zurückzuführen, insbesondere auf die Nutzung fossiler Brennstoffe und landwirtschaftliche Methoden.
Eine Kalksteinplatte auf meinem Schreibtisch stammt aus der Niagara-Formation und erinnert an das Silur vor 430 Millionen Jahren, als Korallenriffe das Gebiet bedeckten, das später zu meiner Heimat in Wisconsin wurde. Die Streifen auf ihrer Oberfläche stammen von den letzten einer Reihe kilometerhoher Gletscher, die zwischen den warmen Zwischeneiszeiten weite Teile Nordamerikas, Europas und Asiens abgeschliffen und zermalmt haben.
Der Gletscher des Pleistozäns entzog den Ozeanen so viel Wasser, dass der Meeresspiegel seit Beginn des Tauwetters vor 12.000 Jahren um 120 Meter gestiegen ist.
Das waren echte Klimaveränderungen, die weitaus bedeutender waren als die Erwärmung um 1 bis 2 Grad, welche die Erde seit dem Ende der Kleinen Eiszeit um 1850 erlebt hat, also zu Beginn des modernen Industriezeitalters.
Dieser Zufall macht es einfacher (aber falsch), lokale, regionale und globale Temperaturanstiege, extreme Wetterereignisse, Dürren und den Anstieg des Meeresspiegels nicht komplexen und mächtigen Naturkräften zuzuschreiben, die im Laufe der Geschichte Klima- und Wetterschwankungen verursacht haben, sondern fossilen Brennstoffen, die nach wie vor 80 % der gesamten Energie in den USA und weltweit sowie 100 % unserer petrochemischen Rohstoffe liefern.
Mr. Bronfman und ich teilen den Glauben an grundlegende jüdische Moralprinzipien, z. B. Tikkun Olam, das Gebot, die Welt für diese und künftige Generationen zu bewahren, zu schützen und zu heilen. Das Verbot, Lebensmittel, Wasser, Energie und andere Ressourcen zu verschwenden oder Güter oder Lebensräume unnötig zu zerstören, und somit die Nachhaltigkeit als Leitprinzip. Der Glaube, dass die Rettung eines einzigen Lebens die Rettung der ganzen Welt bedeutet.
Unsere Verpflichtung, Gutes zu tun, die Wissenschaft voranzubringen, Wissen zu teilen und zum Gedeihen der Menschheit beizutragen. Die These, dass wir nicht verpflichtet sind, diese Aufgabe zu erfüllen, aber auch nicht die Freiheit haben, sie aufzugeben.
Ich stimme jedoch vielen Aussagen nicht zu, die er als Fakten präsentiert – und auch nicht den Strategien, die er als Lösungen für Klima- und Wetterherausforderungen vorschlägt, die weder beispiellos noch katastrophal sind.
Zu viele Wissenschaftler widersprechen seinen „wichtigsten Erkenntnissen“, als dass man von einem „wissenschaftlichen Konsens“ sprechen könnte. Darüber hinaus funktioniert Wissenschaft dadurch, dass Hypothesen überprüft und widerlegt werden – nicht durch Konsens. Motto: „Wenn es Konsens ist, ist es keine Wissenschaft. Wenn es Wissenschaft ist, ist es kein Konsens.“
Würde Herr Bronfman sich mit Wissenschaftlern und anderen Experten treffen, die regelmäßig aus einer Perspektive des „Klimarealismus‚“ online, in Fachzeitschriften und auf Klimakonferenzen sprechen und veröffentlichen, würde er Beweise und Analysen entdecken, die sich stark von dem unterscheiden, was er gewohnt ist zu hören. Um nur einige Beispiele zu nennen:
Der „menschliche Einfluss“ hat die Erde nicht in einem Tempo erwärmt, das „in den letzten 2.000 Jahren beispiellos“ ist. Während der römischen (280 v. Chr. bis 400 n. Chr.) und der mittelalterlichen (950–1350) Warmzeit war es wärmer als heute. Die Kleine Eiszeit (1350–1850) brachte Gletscher, Ernteausfälle und Hungersnöte nach Europa und in andere Regionen.
Die Temperaturen nach der Kleinen Eiszeit steigen derzeit nur minimal, was auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen ist, und werden in erster Linie durch die Sonne und andere natürliche Kräfte gesteuert, darunter Tiefseevulkane und hydrothermale das Meerwasser erwärmende Quellen.
Weder Hurrikane noch Tornados nehmen an Häufigkeit oder Intensität zu. Der Meeresspiegel steigt nur um 20 bis 23 Zentimeter pro Jahrhundert, auch wenn dies durch Bodensenkungen stellenweise größer erscheinen mag.
Das im Pariser Klimaabkommen festgelegte „Ziel“, die Erwärmung nach der Kleinen Eiszeit bzw. seit Beginn des Industriezeitalters auf unter 2,0 Grad Celsius zu begrenzen, ist willkürlich und unerreichbar. Die Naturkräfte werden weiterhin den Ausschlag geben. Die Entwicklungsländer werden noch jahrzehntelang Öl, Gas und Kohle nutzen, um ihre Bevölkerung aus Elend, Krankheit und vorzeitigem Tod zu befreien, denn Wind- und Solarenergie reichen nicht aus, um die moderne Zivilisation mit Strom zu versorgen.
Das sind eine Milliarde gerettete Menschenleben, nicht nur eines.
Zudem emittieren China und Indien mittlerweile weit mehr Kohlendioxid als Kanada, die Vereinigten Staaten, Israel und Europa zusammen. Selbst wenn diese vier Länder eine „Netto-Null“-Bilanz zwischen Emissionen und Absorption erreichen würden – unter verheerenden Kosten für ihre Wirtschaft, Arbeitsplätze und ihren Lebensstandard –, würde dies global keinen Unterschied machen.
Zudem tragen steigende CO₂-Werte aus Kraftwerken, Fabriken, Öfen und Fahrzeugen dazu bei, dass Getreide und andere Pflanzen schneller, besser und mit weniger Wasser wachsen, wodurch trockene Gebiete grün werden. In Kombination mit modernen landwirtschaftlichen Praktiken sorgen sie in vielen Ländern für Rekorderträge bei den Ernten.
Erdöl, Erdgas und Kohle sind nach wie vor unverzichtbar für die weltweite Energieversorgung und Stromerzeugung. Sie bilden die Grundlage für Kraftstoffe und Düngemittel in der Landwirtschaft, um die Ernährungssicherheit zu verbessern; für stabilere Häuser und Frühwarnsysteme vor Unwettern und anderen Gefahren; sowie für lebensrettende Kleidung und Wärme bei eisiger Kälte. Die Zahl der weltweiten Todesfälle aufgrund von Kälte ist seit 1900 drastisch gesunken; Kälte fordert 20-mal mehr Todesopfer als Hitze, und Klimaanlagen reduzieren die Zahl der hitzebedingten Todesfälle erheblich.
Die größte Bedrohung für die Artenvielfalt ist nicht der Klimawandel, sondern die Wind- und Solarenergie sowie der beispiellose Umfang an Bergbau, der für den Bau dieser Anlagen sowie der dazugehörigen Batterien und Kraftwerke erforderlich ist. Das Mammoth-Solarprojekt in Indiana wird fast 50 km² Ackerland und Lebensraum für Wildtiere mit Solarmodulen bedecken, und das SunZia-Windprojekt in New Mexico wird sich über 2400 km² Wüsten- und Berggebiet erstrecken (das entspricht der Hälfte der Fläche von Delaware).
Windradflügel töten unzählige Adler, Falken, andere Vögel und Fledermäuse. Welche Zahlen die Befürworter von Wind- und Solarenergie auch immer über erzeugte Megawatt oder die von diesen Anlagen versorgten Haushalte vorlegen mögen – sie müssen um 60 bis 75 % reduziert werden, um den Anteil des Jahres zu ermitteln, in dem tatsächlich Strom erzeugt wird.
Deshalb muss jedes MW durch Kohle- oder Gasgeneratoren gedoppelt werden … oder durch Netzspeicherbatterien, welche die unangenehme Angewohnheit haben, zu tobenden chemischen Infernos werden zu können, die fast unmöglich zu löschen sind. Wind- und Solarenergie sind schlichtweg weder sauber, erneuerbar, nachhaltig noch bezahlbar.
Waldbrände sind das Ergebnis grober Misswirtschaft, insbesondere dadurch, dass Bäume und Gestrüpp ungehindert wachsen gelassen und abgestorbene Bäume nicht entfernt werden, die nur darauf warten, vom nächsten Blitzschlag, einem unachtsamen Camper oder einem Brandstifter getroffen zu werden – nicht durch den Klimawandel.
Wir müssen den hippokratischen Eid auf unsere Klima- und Energiepolitik anwenden. Zuallererst: Richte keinen Schaden an!
Stelle die richtige Diagnose und verschreibe die richtige Behandlung! Setze keine schädlichen Lösungen für übertriebene Probleme um, an die wir uns viel leichter anpassen können als unsere technologisch weit weniger fortgeschrittenen Vorfahren!
Link: https://www.cfact.org/2026/04/23/misguided-repair-the-world-climate-philanthropy/
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE