Kälte tötet — Eine neue groß angelegte US-Studie bringt kältere Monate mit einer 20-mal höheren Zahl an Todesfällen im Vergleich zu wärmeren Monaten
Forscher beobachteten 80 % der US-Bevölkerung über zwei Jahrzehnte hinweg und stellten fest, dass niedrige Temperaturen zu sage und schreibe 800.000 Todesfällen beitrugen, während hohe Temperaturen nur mit 2.000 Todesfällen in Verbindung gebracht wurden.
Sie untersuchten monatliche Temperaturdaten an 819 Orten in den gesamten USA. Anschließend verglichen sie diese mit den kardiovaskulären Sterberaten und stellten fest, dass die Zahl der überzähligen Todesfälle „ziemlich erheblich“ ist.
In kalten Perioden verengen sich unsere Blutgefäße, um den Wärmeverlust zu verringern, weshalb unsere Haut bei kälterem Wetter etwas bläulicher oder blasser aussieht. Doch schon eine geringe Verringerung des Volumens lässt unseren Blutdruck steigen. Es überrascht daher nicht, dass kältere Monate im Vergleich zu milderen Perioden mit deutlich höheren Sterberaten durch Herzinfarkte, Schlaganfälle und koronare Herzkrankheiten in Verbindung stehen. Da die Bevölkerung altert und Nierenerkrankungen sowie Diabetes zunehmen, wird die Zahl der Todesfälle steigen.
Fast jeder Dollar, den wir in die Prävention von Hitzetoten investieren, wird letztendlich mehr Menschen das Leben kosten als er rettet. Es ist an der Zeit, dass die Klimaministerien alle Maßnahmen zur Senkung der globalen Temperatur mit genaueren Kostenberechnungen untermauern. Wir wollen Zahlen sehen, und in den kalten Monaten brauchen die Menschen günstiges Öl oder Gas, um sich warm zu halten.
Schaut euch die Form dieser Kurve an. Wow!

Die Zahl der Todesfälle aufgrund von Kälte übersteigt die Zahl der Todesfälle aufgrund von Hitze bei weitem. (MMT = monatliche Durchschnittstemperatur)
Die ideale Temperatur für den Homo sapiens – zumindest um einen Herz-Kreislauf-Tod zu vermeiden – liegt offenbar bei 23 °C.
USA: Kaltes Wetter wird mit 40.000 zusätzlichen Todesfällen durch Herzerkrankungen pro Jahr in Verbindung gebracht.
ScienceDaily – Link
Der Zusammenhang folgte einer einseitigen U-förmigen Kurve: Sowohl extreme Hitze als auch extreme Kälte erhöhten das Sterberisiko, doch war der Effekt auf der Kälteseite deutlich stärker. Die Forscher schätzen, dass niedrige Temperaturen im Untersuchungszeitraum jährlich zu etwa 40.000 zusätzlichen kardiovaskulären Todesfällen beitrugen (etwa 6,3 % aller kardiovaskulären Todesfälle), was über zwei Jahrzehnte hinweg insgesamt rund 800.000 Todesfälle ergab. Im Vergleich dazu wurden hohe Temperaturen mit etwa 2.000 zusätzlichen Todesfällen pro Jahr (etwa 0,33 % aller kardiovaskulären Todesfälle) in Verbindung gebracht, was im gleichen Zeitraum etwa 40.000 Todesfällen entspricht.
Planung im Hinblick auf Klima- und Gesundheitsrisiken
Die Ergebnisse legen nahe, dass Gemeinden bei der Vorbereitung auf klimabedingte Gesundheitsrisiken den Gefahren von Kälte mehr Beachtung schenken sollten.
„Wir neigen dazu, uns auf die hitzebedingten Auswirkungen des Klimawandels zu konzentrieren, doch zum Klimawandel gehört auch extreme Kälte. Wir brauchen nicht nur Maßnahmen zur Eindämmung von Hitze, sondern auch Maßnahmen zur Eindämmung von Kälte“, sagte er.
Aktualisierung: Die Studie misst Außentemperaturen und keine Innentemperaturen und berücksichtigt keine Extremwerte; andere Studien zu Innentemperaturen zeigen jedoch ebenfalls eine stark einseitige Sterblichkeitskurve, so dass der Durchschnitt der Außentemperaturen gewissermaßen als Indikator für niedrigere Innentemperaturen dient – insbesondere in ärmeren Haushalten.
Ein wesentlicher Störfaktor in dieser Untersuchung ist, dass auch der Vitamin-D3-Spiegel und die Exposition gegenüber dem wohltuenden Infrarotstrahlen der Sonne im Winter eingeschränkt sind. In gewisser Weise ist die monatliche Temperatur ein Indikator für die Sonnenexposition und den Vitamin-D3-Spiegel. Daher könnten einige der kältebedingten Todesfälle leicht durch eine Erhöhung des Vitamin-D3-Spiegels verhindert werden, obwohl sich für die Infrarotstrahlung kein so einfacher Ersatz findet – es sei denn, die Menschen verbringen im Winter mittags mehr Zeit im Freien.
REFERENZ
Pedro Rafael Vieira de Oliveira Salerno et al (2026) Cardiovascular disease mortality attributable to monthly non-optimal temperature in the United States: a county-level analysis. American Journal of Preventive Cardiology, 2026; 101514 DOI: 10.1016/j.ajpc.2026.101514
This article originally appeared at JoNova
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE