Kurzmeldungen aus Klima und Energie – Ausgabe 10 /2026

Meldung vom 17. März 2026:

El Niño-Vorhersagen erhärten sich

Aktuelle Prognosen deuten darauf hin, dass sich im Laufe dieses Jahres ein El Niño entwickeln wird.

Die Modelle zeigen einen Trend zu höheren Temperaturen im zentralen und östlichen Pazifik, was darauf hindeutet, dass das Phänomen moderate Stärke erreichen könnte, sollten sich die aktuellen Prognosen bestätigen. Einige Ausreißer-Modelle – auf die sich die optimistischsten Kommentatoren stürzen – simulieren ein starkes El-Niño-Ereignis.

Das Klimasystem enthält nach dem Ausbruch des Hunga Tonga im Jahr 2022, durch den Rekordmengen an Feuchtigkeit in die Stratosphäre gelangten, immer noch einen Überschuss an Wasserdampf. Auch der El Niño von 2023 hinterließ im Pazifikbecken beträchtliche Restwärme aus dem Ozean.

Sollten sich die Vorhersagen bestätigen, würde der sich entwickelnde El Niño dazu beitragen, die erhöhten globalen Temperaturen bis weit ins Jahr 2026 hinein aufrechtzuerhalten, und damit wahrscheinlich die kühlenden Einflüsse durch das fortschreitende Abklingen des Sonnenzyklus 25 und das allmähliche Nachlassen der Nachwirkungen von Hunga Tonga ausgleichen.

Wie immer bei ENSO-Prognosen bleibt die Unsicherheit über einen Zeitraum von mehr als einigen Monaten hinweg hoch.

Mal sehen, was passiert.

Link: https://electroverse.substack.com/p/rare-march-cold-hits-the-philippines?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldung vom 18. März 2026:

Die Erde befindet sich heute in einem Eiszeitklima

Die Erde befindet sich derzeit in einem Eiszeit-Klima!

Die aktuelle quartäre Vereisung begann vor etwa 2,58 Millionen Jahren und hat bis heute nicht aufgehört.

Auf Grönland und in der Antarktis gibt es nach wie vor riesige Eisschilde, in den hohen Gebirgszügen bestehen Gletscher fort, und in hohen Breitengraden dominieren weiterhin saisonaler Schnee und Meereis.

Geologisch gesehen macht das unseren heutigen Planeten ungewöhnlich kalt.

Während des größten Teils der letzten 500 Millionen Jahre war es auf der Erde in der Regel um 10 °C oder mehr wärmer als heute. In diesen langen Treibhausphasen gab es keine permanenten Polkappen. Wälder und komplexe Ökosysteme reichten weit bis zu den Polen, und die Artenvielfalt blühte.

Vor diesem Hintergrund stützen sich die heutigen Behauptungen von „den heißesten Jahren aller Zeiten“ auf einen extrem engen Datenrahmen – etwa 175 Jahre instrumenteller Messungen.

Selbst innerhalb des späten Känozoikums, der letzten 34 Millionen Jahre, in denen globale Abkühlung zur Bildung großer Eisschilde führte, ist die Erwärmung um etwa 1,4 °C seit dem späten 19. Jahrhundert eine winzige Schwankung.

Aus der Perspektive der geologischen Zeit betrachtet, gleicht das heutige Klima nicht dem eines Planeten in der Krise.

Es sieht viel eher aus wie ein kurzer Wärmeimpuls in einem lang andauernden Eishaus.

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Meldungen vom 20. März 2026:

Meereis in der Bering-See nimmt rasant zu

Die im Norden eingeschlossene Kälte bleibt nicht untätig. Sie speist sich aktiv in das System ein. Ein deutliches Anzeichen dafür ist derzeit im Beringmeer zu beobachten.

Die Eisausdehnung im östlichen Beringmeer befindet sich auf einem 15-Jahres-Hoch, wobei das Packeis unter anhaltendem Nordwind weiter nach Süden vordringt. Dies geschieht nur, wenn sich über Alaska und Westkanada eine starke, nachhaltige Kältequelle befindet.

Kaltluft strömt weiterhin aus der Arktis nach Süden, wodurch sich das Meereis ausdehnen kann. Winde treiben einen Teil dieses Eises in wärmere Gewässer, wo es schmilzt. Doch der stetige Zustrom kalter Luft ist nach wie vor stark genug, um diese Verluste auszugleichen.

An Land, im gesamten Kuskokwim-Delta, sorgen böige Nordwinde für gefühlte Temperaturen bis etwa -43 °C. Treibender Schnee verringert die Sichtweite in exponierten Gebieten auf eine halbe Meile oder weniger, wobei die schlechtesten Bedingungen in der Nähe von Platinum und zwischen Kipnuk und Toksook Bay herrschen. Selbst wenn der Wind nachlässt, wird erwartet, dass die gefühlte Temperatur von -29 °C bis -34 °C bis ins Wochenende hinein anhält.

Ein intensives Kaltluftgebiet beherrscht nach wie vor die Arktis und die Subarktis – das gleiche Reservoir, das mit dem noch intakten Polarwirbel verbunden ist.

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Eiskernbohrungen widerlegen das CO₂-Dogma

Neue Eisbohrkern-Analysen aus Allan Hills in der Antarktis erweitern die Aufzeichnungen über Treibhausgase in der Atmosphäre bis auf etwa 3 Millionen Jahre zurück.

Während dieses Zeitraums blieb der CO₂-Gehalt nahe 250 ppm (±10 ppm), wobei Methan keinen nennenswerten langfristigen Trend aufwies. Im gleichen Zeitraum durchlief das Klimasystem jedoch einen tiefgreifenden Wandel: Die globalen Temperaturen sanken, es bildeten sich große Eisschilde auf der Nordhalbkugel, und der Meeresspiegel sank, während die Erde in eine vollständige Eiszeit überging.

Eine separate Rekonstruktion der Meerestemperaturen unter Verwendung von gelöstem Xenon und Krypton zeigt, dass die Abkühlung vor etwa 2,7 Millionen Jahren begann und mit dem Einsetzen einer großflächigen Vereisung zusammenfiel. Dies deutet darauf hin, dass die Abkühlung der Ozeane und das Wachstum der Eismassen ohne vergleichbare Veränderungen des atmosphärischen CO₂-Gehalts stattfanden.

Das gleiche Muster zeigt sich während des Übergangs zum mittleren Pleistozän (vor 1,2–0,8 Millionen Jahren), als sich die Glazialzyklen verstärkten und die Eisschilde weiter wuchsen, die CO₂-Werte jedoch erneut weitgehend stabil blieben.

Der häufig zitierte Zusammenhang zwischen CO₂ und Temperatur stammt aus dem späten Pleistozän, wo sich beide Größen während der Glazialzyklen parallel entwickeln. Eiskernaufzeichnungen zeigen jedoch, dass sich die Temperatur in der Regel zuerst ändert, während der CO₂-Gehalt später als Rückkopplungseffekt folgt.

Insgesamt zeigen die Aufzeichnungen, dass großräumige Klimaveränderungen, einschließlich des Einsetzens und der Verschärfung der Eiszeitbedingungen, ohne nennenswerte Schwankungen des CO₂-Gehalts stattfanden. Daraus ergeben sich zwei Möglichkeiten: Entweder reagiert das Klimasystem äußerst empfindlich auf sehr geringe CO₂-Veränderungen (im Bereich von wenigen ppm), oder andere Prozesse – wie Ozeanzirkulation, Wärmeumverteilung und Sonnenaktivität – spielen eine dominierende Rolle.

Die Erde kühlte sich zu einer Eiszeit ab, während sich der CO₂-Gehalt kaum veränderte.

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Eine Meldung vom 28. März 2026:

Klimawandel und Feuchtgebiete in Afrika

Welche Auswirkungen der Klimawandel gegebenenfalls auf die Feuchtgebiete weltweit haben wird – Nettozuwachs, Nettoverlust oder keine Veränderung – ist unklar. Soweit sich ein moderater Anstieg der globalen Durchschnittstemperaturen auf Feuchtgebiete auswirkt, dürfte dies je nach Region, Standort und anderen damit verbundenen Einflussfaktoren wie menschlicher Entwicklung oder der Entwicklung von Ökosystemen unterschiedlich ausfallen.

Eine aktuelle Studie in der Fachzeitschrift Nature Communications untersucht die Veränderungen in Feuchtgebieten in ganz Afrika – einem bislang wenig erforschten Bereich – im Zuge des fortschreitenden Klimawandels. Die Forscher kartierten Feuchtgebiete auf dem gesamten afrikanischen Kontinent umfassend, um Trends zu bewerten, und nutzten dabei „270.000 Messpunkte, 810.000 Landsat-Bilder und Bodenfeuchtedaten aus 14 CMIP6-Modellen“.

Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass es „von 1984 bis 2021 keinen großflächigen Verlust an Feuchtgebieten in Afrika gab“. Trotz des umfangreichen Datensatzes bleibt eine gewisse Unsicherheit darüber bestehen, wie sich der fortschreitende Klimawandel in Zukunft auf Afrikas Feuchtgebiete auswirken könnte.

Insgesamt gab es einen moderaten Nettoverlust an Feuchtgebieten von etwa einem halben Prozent, der fast ausschließlich auf einen Rückgang der Küstenfeuchtgebiete zurückzuführen ist. Diese Verluste sind jedoch das Ergebnis wirtschaftlicher Entwicklung und nicht des Klimawandels. In ganz Afrika gab es eine Zunahme der Binnenfeuchtgebiete um etwa 0,50 Prozent.

„Ein Vergleich der Zeitreihen zur Fläche der Feuchtgebiete und der damit verbundenen Einflussfaktoren zeigte, dass die Veränderung der Fläche der Binnenfeuchtgebiete in engem Zusammenhang mit dem Klimawandel steht und dass menschliche Aktivitäten den Verlust von Küstenfeuchtgebieten verschärft haben“, heißt es in der Zusammenfassung.

Sollte diese Forschungsergebnis zutreffen, hat der Klimawandel kaum oder gar keine negativen Auswirkungen auf Feuchtgebiete in ganz Afrika gehabt und könnte ihnen sogar zugutekommen, weil die moderate Ausdehnung der Binnenfeuchtgebiete aufgrund erhöhter CO₂-Konzentrationen und besserer Feuchtigkeitsbedingungen den Verlust von Küstenfeuchtgebieten durch Bebauung ausgleicht.

Quelle: Nature Communications

Link: https://heartland.org/opinion/climate-change-weekly-575-attribution-studies-are-built-on-flawed-logic-poor-assumptions/, dritte Meldung

Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE