Ein „Super-El-Niño“ zeichnet sich ab, während La Niña vor dem Höhepunkt der Hurrikansaison 2026 nachlässt
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Andrew Powell , Sports and Weather Blogger
Die jüngste Klimaprognose der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) deutet darauf hin, dass die derzeitige La Niña-Phase nachlässt. Im Laufe des nächsten Monats dürften neutrale Bedingungen überwiegen, während Prognosemodelle eine steigende Wahrscheinlichkeit für die Entstehung eines starken – und möglicherweise sogar eines „Super“-El-Niño – im Herzen der Hurrikansaison anzeigen.
Im Rahmen der El-Niño-Southern-Oscillation (ENSO) ist El Niño eine von drei Phasen, die den natürlichen Klimazyklus beschreiben, der durch Schwankungen der Temperaturen im Pazifik und atmosphärische Bewegungen angetrieben wird und das Wettergeschehen weltweit erheblich beeinflussen kann.
El Niño ist durch überdurchschnittlich hohe Meerestemperaturen gekennzeichnet, La Niña durch unterdurchschnittlich niedrige Temperaturen und ENSO-neutral durch Bedingungen, die dem langjährigen Durchschnitt entsprechen.
Was die Hurrikansaison betrifft, dämpft El Niño in der Regel die tropische Aktivität im Atlantik, indem es die Windscherung in den oberen Schichten verstärkt, was die Entwicklung der Stürme behindert. Generell gilt: Je stärker ein El Niño ist, desto größer ist der dämpfende Effekt.
Weiteres dazu hier.
In den letzten Wochen haben mehrere Langfrist-Vorhersagemodelle die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sich in der kommenden Hurrikansaison ein starker El Niño entwickelt.
Das International Research Institute for Climate and Society (IRI), eine spezialisierte Forschungseinrichtung der Columbia University, die rund 20 dynamische und statistische Klimamodelle zu einer Gesamtprognose zusammenfasst, ist in seiner Einschätzung deutlich pessimistischer geworden. Im Februar lautete die Prognose, dass die Wassertemperaturen im äquatorialen Pazifik einen Höchstwert von knapp 0,7 Grad über dem Durchschnitt erreichen würden – ein eher schwacher El Niño. Die neueste Aktualisierung geht nun davon aus, dass die Temperaturen bis Oktober fast 1,5 Grad über dem Durchschnittswert liegen werden.
Dies deckt sich mit der Vorhersage der NOAA und unterstreicht erneut die steigende Wahrscheinlichkeit eines starken oder möglicherweise sogar „Super“-El-Niño in der Hurrikansaison 2026.
In Jahren, in denen ein El-Niño-Ereignis auftritt, entstehen im Atlantikbecken in der Regel durchschnittlich etwa 10 benannte Stürme und fünf Hurrikane.
HURRICANE HQ 🌀: Es wird erwartet, dass sich El Niño entwickelt, während La Niña nachlässt – aber was bedeutet das für die Hurrikansaison? Die FOX Weather-Meteorologin Jane Minar erklärt, was man wissen muss, darunter auch, wie sich El-Niño-Jahre in der Vergangenheit während der Hochsaison der Hurrikane ausgewirkt haben. https://t.co/dsNqpAsUrc — FOX Weather (@foxweather) 22. März 2026 – Link: https://x.com/foxweather/status/2035521845672219109
Im Gegensatz dazu sind La-Niña-Jahre in der Regel aktiver, mit durchschnittlich etwa 14 benannten Stürmen und sieben Hurrikanen.
Allerdings beeinflussen mehrere Faktoren die saisonale Aktivität, darunter die Meerestemperaturen im Atlantik, die derzeit im oder knapp über dem Durchschnitt liegen. Das warme Wasser liefert zusätzlichen Treibstoff für die Entstehung tropischer Stürme.
Dies führt laut dem FOX Forecast Center zu einem Tauziehen zwischen der ungünstigen Windscherung durch El Niño und der förderlichen Wärme des Atlantischen Ozeans.
Der Hurrikan Andrew beispielsweise, der 65 Menschenleben forderte und Schäden in Höhe von über 25 Milliarden Dollar verursachte, entwickelte sich in einem El-Niño-Jahr, nämlich 1992.
Einschub des Übersetzers hierzu: Es ist immer wieder befremdlich, dass die Wassertemperatur als „Motor“ für die Entwicklung von Wirbelstürmen herhalten muss. Diese einfache Zuordnung ist unzureichend, denn auch über eisfreien arktischen Meeresgebieten können sich Wirbelstürme bilden. Viel bedeutsamer nämlich als die Wassertemperatur ist der vertikale Temperaturgegensatz. Näheres hierzu habe ich schon vor neun Jahren erläutert, und zwar hier. – Ende Einschub
In der jüngeren Geschichte glichen die rekordverdächtig warmen Atlantikgewässer im Jahr 2023 die typischen dämpfenden Auswirkungen von El Niño weitgehend aus, was zur viertaktivsten Atlantik-Hurrikansaison seit Beginn der Aufzeichnungen führte.
Ein Sturm dieser Saison war der Hurrikan Idalia, der nach seinem Auftreffen auf Floridas Big-Bend-Region Schäden in Höhe von rund 3 Milliarden Dollar verursachte.
Eine Liste der Namensgebung der Hurrikane dieser Saison 2026 steht hier.
Vergleiche zwischen Hurrikansaisons sind zwar keine exakte Wissenschaft, doch Beispiele zeigen, wie ein einziger starker Sturm katastrophale Auswirkungen haben kann.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist der Zeitpunkt der Entstehung von El Niño.
Sollte sich El Niño bis zur Mitte des Sommers rasch etablieren, könnte die Aktivität in den Spitzenmonaten der Saison deutlich eingeschränkt sein. Sollte die Veränderung hingegen allmählicher verlaufen, könnte es laut dem FOX Forecast Center möglicherweise zu einer Entwicklung zu Beginn der Saison im Juni und Juli kommen.
Link: https://dailycaller.com/2026/03/22/super-el-nino-la-nina-enso-2026-hurricane-season-weather/
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE