Woher kommt der Strom? Höchste Residuallast
6. Analysewoche 2026 von Rüdiger Stobbe
Die höchste Residuallast, die Menge des Stroms, die konventionell hergestellt und oder importiert werden muss, der aktuellen Analysewoche lag bei 61 GW. Das war am 6.2.2026 von 8:00 bis 9:00 Uhr. Für den gleichen Zeitraum wurde der Wochenhöchstpreis von 145€/MWh Strom aufgerufen. Da verwundert es den geneigten Leser dieser Kolumne nicht, dass 8,8 GW Importstrom gekauft wurden. Übertroffen wurde diese Strommenge nur von 9,2 GW* einige Stunden später (6.2.2026 19:00 bis 20:00 Uhr).
Bis zum 5.2.2026 2:00 Uhr wurde praktisch durchgängig Strom von Deutschland exportiert. Danach kam es fast durchgängig zu Stromimporten. Bis zum Wochenende. Ab Samstagsnacht wurden wieder verstärkt Nettoexporte verzeichnet. Insgesamt exportierte Deutschland in der 6. Analysewoche knapp 13 GWh Strom. Der Stromdurchschnittspreis lag bei 107,59€/MWh. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass nur die Offshore-Windstromerzeugung eine richtig kräftige Dunkelflaute verhindert hat.
Einen Überblick über die wichtigsten Aspekte der sechsten Analysewoche 2026 gibt Agora-Energiewende. Diese NGO erstellt auch Prognosen, wie die Stromerzeugung aussehen würde, wenn die Erneuerbaren einen bestimmten Ausbaugrad erreicht hätten. Wir nehmen den möglichen Prognose-Höchstwert von 86 Prozent Ausbaurate. Die Residuallasten liegen wieder um die 60 GW und mehr.
Beachten Sie bitte nach den Tageswerten die Zulassungszahlen für den Monat Januar, die Peter Hager freundlicherweise zusammengestellt hat. Die E-Mobilität liegt trotz hoher prozentualer Zuwächse weit hinter den gesteckten Zielen der Energiewender zurück. Da helfen kein Subventionen. Diese „Beigaben“ sind „rausgeworfenes Geld“ der Steuerzahler. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Energiewende in Deutschland „platzt“!
*Was ist Kraftwerks-Leistung? Was ist Energie?
Gigawatt (GW) ist eine Einheit für Leistung, also für die maximale Fähigkeit eines Kraftwerks, Strom zu erzeugen. Gigawattstunden (GWh, TWh) sind eine Einheit für Energie, also für die tatsächlich produzierte Strommenge über eine bestimmte Zeit. Die Beziehung ist einfach: Energie = Leistung × Zeit. Ein Kraftwerk mit 1 GW Leistung erzeugt bei Volllast theoretisch maximal: 1 GW × 8.760 h = 8,76 TWh pro Jahr. Wie viel elektrische Energie tatsächlich entsteht, bestimmt beim Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerk im weitesten Sinn der Mensch über die Brennstoffzufuhr und Zufuhrdauer. Die Energie für eine Stunde wird üblicher- und für den Normalbetrachter irreführenderweise mit GW bezeichnet. Die manchmal verwendete Schreibweise „GWh pro Stunde“ ist nur eine umständliche Form von GW – mathematisch kürzt sich die Sunde (h & pro Stunde) weg.
Sonderfall Wind- und Solarkraft
Bei Wind- und Solarkraft bestimmt nicht der Betreiber, sondern das Wetter die Strom-Produktion. Eine 5-MW-Windkraftanlage könnte theoretisch 43,8 GWh/Jahr erzeugen, liefert an Land aber realistisch in Deutschland nur etwa 20 Prozent davon (auf See 40 bis 50 Prozent), also rund 8,8 GWh/Jahr – im Mittel ein MW-Dauerenergie. Bei Solarpaneele mit ebenfalls 5 MW installierter Leistung halbieren sich die Werte nochmals wegen verschiedener Kapazitätsfaktoren: Nacht, Winter, flacher Sonnenstand, Bewölkung und Temperaturverlusten.
Appell an die Vernunft
In diesem Zusammenhang mein wiederkehrender Appell an die Verantwortlichen von „Unsererdemokratie“ und die „Freunde der Energiewende“: Stoppen Sie die Energiewende. Streichen Sie die CO2-Steuern und bauen Sie wieder eine kostengünstige, verlässliche Energieversorgung mit Kernenergie auf, bevor es zu spät ist. Hören Sie auf, einer Schimäre nachzujagen. Die Energiewende ist zum Scheitern verurteilt.
Tageswerte
Jeder Tag beginnt mit dem Überblick, den Agora-Energiewende zur Verfügung stellt. Die smard.de-Charts und -Tabellen ermöglichen vielfältige Analysen. Erkunden Sie das Potenzial.
Windstrom ist noch reichlich vorhanden, fast keine PV-Stromerzeugung. Die Strompreise.
Wind- Stromerzeugung zieht etwas an. Die Strompreise.
Wind-Stromerzeugung weiter hoch. Die Strompreise.
Regenerative Stromerzeugung an Land wird schwächer. Die Strompreise.
Regenerative Stromerzeugung an Land weiter schwach. Die Strompreise.
Weiterhin wenig regenerative Stromerzeugung bei niedrigerem (Wochenend-)Bedarf. Die PV-Stromerzeugung gleicht eine Winddelle aus. Die Strompreise.
Die Windstromerzeugung zieht zum Abend an. Die Strompreise.
PKW-Neuzulassungen Januar 2026: Plug-in Hybride und reine E-Autos bei einem Drittel
Zusammengestellt von Peter Hager
Im Januar 2026 vermeldet das Kraftfahrt-Bundesamt 193.981 PKW-Neuzulassungen. Das entspricht einem Minus von 6,6% im Vergleich zum Vorjahresmonat.
Gegenüber dem Dezember 2025 mit 246.439 Neufahrzeugen bedeutet dies einen Rückgang von 21,3 %.
Antriebsarten
+ Plug-in-Hybrid-PKW sowie reine Elektro-PKW (BEV) mit einem deutlichen Zuwachs
+ Hybrid-Fahrzeuge (ohne Plug-In) mit geringem Rückgang
+ Deutliche Rückgänge bei Fahrzeugen mit reinem Benzin- und Dieselantrieb
Im Einzelnen
Benzin: 43.695 (- 22,9 % ggü. 01/2025 / Zulassungsanteil: 22,5 %)
Diesel: 27.309 (- 17,1 % ggü. 01/2025 / Zulassungsanteil: 14,1 %)
Hybrid (ohne Plug-in): 58.206 (- 1,8 % ggü. 01/2025 / Zulassungsanteil: 30,0 % / mit Benzinmotor: 46.102 /mit Dieselmotor: 12.092)
Plug-in-Hybrid: 21.790 (+ 23,0 % ggü. 01/2025 / Zulassungsanteil: 11,2 % / mit Benzinmotor: 20.273 /mit Dieselmotor: 1.517)
Elektro (BEV): 42.692 (+ 23,8 % ggü. 01/2025 / Zulassungsanteil: 22,0 %)
Die beliebtesten zehn E-Modelle 01/2026
Skoda Elroq (SUV): 3.121
VW ID 7 (Obere Mittelklasse): 2.632
VW ID 3 (Kompaktklasse): 2.405
Skoda Enyaq (SUV): 1.841
Audi Q6 (SUV): 1.454
Audi A6 (Obere Mittelklasse): 1.454
Mercedes CLA (Mittelklasse): 1.330
Mini (Kleinwagen): 1.220
Tesla Model Y (SUV): 1.119
Seat Born (Kompaktklasse): 1.054
E-Barometer der HUK Coburg für 2025: 81 % aller E-Autos (BEV) werden von Immobilienbesitzern gefahren
+ 81 % aller E-Autos werden von Immobilienbesitzern (75 % eigenes Haus, 6 % eigene Wohnung) gefahren.
Das Ergebnis ist keine Überraschung, denn Hausbesitzer können bequem zu Hause laden – womöglich noch besonders günstig im Sommer mit dem Strom der eigenen PV-Anlage.
+ Umstiegsquote von Verbrenner- auf reine Elektroautos erreicht im Bundesdurchschnitt 5,5 % (der höchste Wert seit 2022 mit 4,9 %)
+ In Großstädten über 500.000 Einwohner wird seltener (4,6 %) als ausserhalb der Großstädte (5,6 %) umgestiegen
+ Anschaffungspreis (62 %), Unterhalt (47 %) sowie Ladeinfrastruktur/-geschwindigkeit (43 %) sind die wichtigsten Kriterien für einen möglichen Umstieg
+ Beliebteste Hersteller bei einem möglichen E-Auto-Kauf sind VW, BMW und Audi – BYD auf Platz 10
Die bisherigen Artikel der Kolumne „Woher kommt der Strom?“ seit Beginn des Jahres 2019 mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.
Ab Ausgabe 1/2026 bilden die öffentlichen Analyseseiten smard.de, Agora Energiewende und Energy-Charts die Datengrundlage dieser Kolumne. Stromdaten.info läuft aus.