Windparkfriedhof Nordsee*

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Dagmar Jestrzemski  (Red. PAZ)*

Eine Nachricht sorgte in der letzten Woche für blankes Entsetzen. Am 26. Januar wurden auf dem 3. Gipfeltreffen der Nordseeländer in Hamburg die Ausbauziele für eine europäische Kooperation bei Windenergie auf See bis 2050 bekannt gegeben.
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Konferenzteilnehmer waren die Regenten und Vertreter der Nordsee-Anrainerländer, Irlands und Luxemburgs sowie zahlreiche Teilnehmer und Beobachter von Verbänden, Vereinen, NGOs, der EU-Kommission und der NATO.

Laut der „Hamburger Erklärung“ sollen vor den Küsten der Nordsee-Anrainerländer binnen 25 Jahren – also bis zur angestrebten sogenannten Klimaneutralität 2050 – zusätzliche Offshore-Projekte mit insgesamt 100 Gigawatt (GW) grenzüberschreitender Leistung installiert werden. Das liefe auf nicht weniger als eine Verzehnfachung der jetzigen Kapazität hinaus und damit, wie die „Qualitätsmedien“ kommentarlos berichteten, auf den Bau von „Tausenden“ weiteren Offshore-Windkraftanlagen in der Nordsee. Als gemeinsames Ziel für den Ausbau der Windenergie auf See wurden 300 GW Leistung festgelegt. Zentrales Element ist ein „Joint Offshore Wind Investment Pact“ von Nordsee-Staaten, Offshore-Windindustrie und Übertragungsnetzbetreibern in Höhe von 9,5 Milliarden Euro. Eine erste Verbindung, die Windpark-Anbindung und Stromhandel kombiniert, soll Mitte der 30er Jahre hergestellt sein. „Die Nordsee als Kraftwerk für ein resilientes und wettbewerbsfähiges Europa“ lautet die Überschrift der von der Bundesregierung veröffentlichten „Hamburger Erklärung“. Die Nordsee wird darin als „strategischer Schlüsselraum Europas“ bezeichnet. Laut Bundeswirtschaftsministerin Reiche soll die Nordsee gar „zum größten Energiehub der Welt“ entwickelt werden.

Dabei muss man sich vor Augen führen: Derzeit wird allein in den deutschen Wirtschaftszonen der Nord- und Ostsee mit Hochdruck der Zubau von 30 GW Leistung bis 2030 vorbereitet, zusätzlich zu den derzeit 9,2 GW, wovon 7,4 GW auf die Nordsee entfallen.

Für die europäischen Kooperations- und Ausbaupläne der volatilen Windenenergie auf See wurde interessanterweise nicht wie sonst üblich der Klimaschutz betont. Wie denn auch jeder mitdenkende Bürger schlussfolgern muss, dass sich das Klima durch die exponentiell zunehmende Abschöpfung des Windes weiter in chaotischen Prozessen verändern kann und wird. Interessanterweise wiederholt sich an dieser Stelle Geschichte. Es geht bei den Hamburger Beschlüssen auch und vor allem um die europäische Energieunabhängigkeit von Russland. Man muss hier an den Ursprung der „Erneuerbaren-Bewegung“ erinnern. Ende der 1970er Jahre wollten sich die USA und Europa wegen der anhaltenden Ölkrise erklärtermaßen aus ihrer Abhängigkeit von den fossilen Kraftstoffen aus den Golfstaaten „befreien“. Mit massiven Steuergeschenken wurde in Kalifornien ein Investmentboom für Windenergie ausgelöst. Damals wurden die Ideale der europäischen Aufklärung verraten: Der Begriff „erneuerbare Energie“ musste dabei als Propaganda-Schlagwort herhalten, obwohl er keine physikalische Wahrheit beinhaltet.

Wind bringt notwendigen Regen

Viele Bürger möchten vermutlich nicht glauben, dass eine derartige Irreführung in den USA und im Europa der Aufklärung möglich ist. Doch es spielte dabei auch die Wiederbelebung der Zensur eine Rolle, und zwar in Form des Verschweigens einer großen Anzahl von internationalen Studien, die den Betrug entlarven. Betroffen davon war nicht zufällig auch hochkarätige wissenschaftliche Literatur wie Albert Einsteins Abhandlung „Zur Quantentheorie der Strahlung“ von 1917. Einstein lieferte als Erster den theoretischen Nachweis, dass Gase keine Wärme speichern können. CO₂ wird dennoch ab­sichtlich irreführend als Treibhausgas bezeichnet.

Verschwiegen wurde auf dem Gipfeltreffen auch, dass die Nordsee schon jetzt ein Sanierungsfall ist. Das Ökosystem unseres besonders schutzbedürftigen Randmeers ist durch den Abrieb der Chemikalien von mehr als 4.000 Windkraftanlagen, intensive Fischerei, Geisternetze, Vermüllung, PFAS-Einträge und den Schiffsverkehr bereits stark belastet. Dazu kommt der beklagenswerte Vogelschlag durch Kollision mit den Windrädern. Außerdem werden meteorologische Veränderungen beobachtet, weil der lebensnotwendige Wind bedenkenlos in immer größerem Umfang „geerntet“ wird. Man muss wohl daran erinnern, dass der Wind uns den Regen bringt. All das sind Warnsignale an die Verantwortlichen.

Doch über diese traurige Realität wird nie in Zusammenhang mit der gefährlichen Energiepolitik verhandelt. Es könnte ja allzu vielen Bürgern der tiefe Abgrund zwischen dem kritischen Zustand der Nordsee und dem merkwürdig pathologischen Kadavergehorsam unserer demokratisch gewählten Staatsoberhäupter gegenüber der autoritären, verlogenen EU-Klimapolitik auffallen.

In Brüssel faselt man von Umweltschutz, während die flächenhafte Zerstörung und Verschmutzung durch immer mehr Wind- und Solarindustrieanlagen an Land und auf See zunimmt. Die Brüsseler Logik entstammt jener Parallelwelt, wo Milliardeninvestments und angstmachende Narrative über das harmlose Molekül CO₂ zusammengehören.

Das Hamburger „Paket des Grauens“ erinnert durch seine schockierende Dimension wieder einmal daran, dass wir alle Mitgefangene der irreführenden Erzählungen und Handlungsoptionen sind, die sich unter der Bezeichnung „Klimaschutz“ in der Politik, der Medienwelt und leider auch in den Köpfen der meisten Bürger eingenistet haben. Das uralte Symbol der drei Affen – nichts sehen, nichts hören, nicht sprechen – kennzeichnet trefflich das Verhalten unserer demokratisch gewählten Volksvertreter, wenn es um die Propagierung der rabiaten Methoden der nicht-erneuerbaren Energien und ihrer Auswirkungen geht.

Eine Sprecherin der Windbranche enthüllte unfreiwillig den Betrug. Am Rand des Gipfeltreffens forderte sie eine deutliche Aufstockung der staatlichen Subventionen, da viele und umfangreiche Offshore-Windparks die lokalen Windgeschwindigkeiten beeinträchtigen. Hinzu kommen steigende Kosten und Rohstoffpreise. Infolgedessen erwarten die Betreiber langfristig sinkende Erträge für ihre Stromerzeugung. Messdaten deuten darauf hin, dass sowohl der bodennahe Wind als auch der für die Windkraft wichtige Höhenwind seit Jahren abnehmen.

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)* Anmerkung der EIKE-Redaktion :

Dieser Aufsatz ist zuerst erschienen in der Preußischen Allgemeinen Zeitung; 06.02.2026, S.8 ; EIKE dankt der PAZ-Redaktion sowie der Autorin Dagmar Jestrzemski  für die Gestattung der ungekürzten Übernahme, wie schon bei früheren Artikeln :  https://www.preussische-allgemeine.de/ ; Hervorhebungen im Text: EIKE-Redaktion.

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