Klimaurteil von Bewohnern der Karibikinsel Bonaire gegen den Staat der Niederlande
Helmut Kuntz
Wie vom Autor bereits in vorhergehenden EIKE-Publikationen aufgezeigt, nehmen Klimaklagen inzwischen explosionsartig zu (KI: aktuell sind 3099 Klagen anstehend), nachdem nationale- und internationale Organisationen und Gerichte die Möglichkeiten, eher Aufforderung dazu – und die „Sicherheit“, solche zu gewinnen -, geschaffen haben.
Während in der letzten Publikation dazu [7] eine noch anhängende Klage besprochen wurde, anbei nun als ganz aktuelles Beispiel eine kürzlich von Greenpeace gewonnene Klimaklage für Bewohner der Karibikinsel Bonaire gegen die niederländische Regierung (eigentlich deren Bürger).
Bonaire, das Urlaubsparadies
Zumindest, wenn man den Reiseveranstaltern glauben kann:
[3] MERIAN: Bonaire: Die unterschätzte Perle der Karibik
Die Karibikinsel Bonaire lockt mit pudrig-weißen Traumstränden, einer paradiesisch schönen Unterwasserwelt und imposanten Tier- und Pflanzenarten … In den letzten Jahren hat sich der karibische Geheimtipps zum Besuchermagneten gemausert – zahlreiche Wassertaxis mit Tourist:innen landen hier täglich an …
KI: Bonaire bietet ganzjährig warmes, tropisches Klima mit geringen Schwankungen und konstanten Passatwinden. Die durchschnittlichen Tagestemperaturen liegen konstant zwischen 27°C und 29°C, während es nachts selten kälter wird als 23°C bis 24°C …
Die beste Reisezeit für Bonaire ist während der Trockenzeit von Mai bis Oktober. Wie auch in der Regenzeit herrschen dann Temperaturen von bis zu 33 °C. Der Unterschied: Im Schnitt regnet es nur an 2 bis 4 Tagen pro Monat – ideal für Strandurlaub und Städtetrip.
Wenn dir dein Paradies aber nicht mehr gefällt …
…weil es dort, wenn es von Touristen wimmelt, zu heiß erscheint und wenn die Touristen während der Taifunzeit weg bleiben, dann als zu stürmisch und regenreich empfunden wird, dann erkläre, dass all das dir nicht mehr behagt und an diesem „Unbehagen“ der Klimawandel schuld sein muss, dessen „Bekämpfung“ von der UN gefordert ist und ohne Rücksicht auf Kosten und Nutzen durchgeführt werden muss. Man mit diesem „Unbehagen über das Wetter“ also zu Geld kommen kann.
Da die „Reklamationen“ der sich beklagenden Einheimischen aus dem Urteil selbst und auch aus der Greenpeace-Studie nicht wirklich hervorgeht, wurde die KI befragt:
KI-Abfrage: In dem wegweisenden Urteil des Bezirksgerichts Den Haag vom 28. Januar 2026 machten acht Bewohner der Karibikinsl Bonaire zusammen mit Greenpeace spezifische Klimaschäden und existenzielle Bedrohungen geltend, die ihr tägliches Leben und ihre Zukunft massiv beeinträchtigen:
– Überflutungsgefahr durch Meeresspiegelanstieg: Die Kläger brachten vor, dass bis zum Jahr 2050 schätzungsweise ein Fünftel der Insel dauerhaft unter Wasser stehen könnte.
– Extremer Hitze- und Trockenstress: In den Anhörungen schilderten die Einheimischen, dass die Hitze unerträglich geworden sei, was sowohl die Gesundheit der Inselbewohner belastet als auch den Anbau von Nahrungsmitteln (Ernteausfälle) erschwert.
– Zerstörung der Korallenriffe: Da die Riffe als natürlicher Küstenschutz fungieren und das Rückgrat des Tourismus (Haupteinnahmequelle der Insel) bilden, wurde deren Absterben durch die Meereserwärmung als direkter wirtschaftlicher und ökologischer Schaden angeführt.
– Verlust von Kulturerbe: Die Kläger wiesen darauf hin, dass historische Stätten, wie die Sklavenhütten an der Küste, durch den steigenden Meeresspiegel und stärkere Stürme für immer verloren zu gehen drohen.
– Diskriminierung bei Schutzmaßnahmen: Ein Kernpunkt war der Vorwurf, dass der niederländische Staat für seine europäischen Provinzen (z. B. Deichbau) weitaus mehr investiere als für die „besonderen Gemeinden“ in der Karibik, was als Verletzung der Menschenrechte (Recht auf Leben und Privatleben) gewertet wurde.
Das Gericht gab den Klägern recht und verpflichtete die Niederlande, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen und binnen 18 Monaten einen konkreten Anpassungsplan für Bonaire vorzulegen.
Der Klimawandel muss wegen juristischer Vorgaben bekämpft werden, die Wirklichkeit ist dabei nebensächlich
Im Gerichtsurteil und der Greenpeace-Studie geht es an „Argumentationen“ und „Belegen“ wild hin und her. Es ist (für eine Privatperson) fast unmöglich, sich ein wahres Bild darüber zu machen.
Das hat das Gericht ebenfalls nicht wirklich gemacht, sondern sich auf die Mainstreammeinung der „etablierten Wissenschaft“ berufen, also das, was die UN dazu über ihren Chef, den IPCC und die Standardstudien darüber sagen.
Eine weitere – und letztendlich bestimmende Argumentation – war zudem, dass alle Betroffenen die vielen Klimawandelverträge der UN und von Europa, bis national, unterschrieben haben und alleine schon deshalb zur bedingungslosen Umsetzung gezwungen sind:
(deepl-übersetzung): [1] Das Gericht stellt fest, dass der Staat seine positiven Verpflichtungen gemäß Artikel 8 des EMRK gegenüber den Einwohnern von Bonaire nicht erfüllt hat, da die von den zuständigen Behörden in Bezug auf die Einwohner Bonaires ergriffenen Milderungs- und Anpassungsmaßnahmen insgesamt nicht den Verpflichtungen entsprechen, die der Staat im UN-Kontext übernommen hat.
Die Vertragsparteien der UN-Klimakonvention haben bewusst ein System so entwickelt, dass Länder individuell für einen Teil des globalen Klimawandelproblems verantwortlich gemacht werden können.
Das Argument, dass die Niederlande und/oder die EU proportional mehr leisten als andere Länder, ist in diesem System nicht entscheidend, weil von den Ländern erwartet wird, entsprechend ihrer Fähigkeit beizutragen und ihre historischen Emissionen zu berücksichtigen.
Die Niederlande und die EU verfügen beide über erhebliche finanzielle Kapazitäten und einen bedeutenden Anteil an historischen Emissionen.
Was wurde am Klima reklamiert
Der Autor behauptet, vorwiegend „intuitive“ Vermutungen und nicht wirklich signifikante Aussagen.
Anbei dazu exemplarische Zitierungen:
(deepl-übersetzt): [1] Wissenschaftliche Forschung zu den Folgen des Klimawandels für Bonaire hat bisher kein vollständiges Bild der Auswirkungen des Klimawandels auf die Bevölkerung geliefert.
Die Parteien bestreiten jedoch nicht, dass Bonaire bereits negative Folgen des Klimawandels erlebt und dass diese negativen Folgen in Zukunft zunehmen werden. Der Meeresspiegel um Bonaire steigt, die Temperaturen steigen und die Wahrscheinlichkeit längerer, trockener Perioden ist größer. Die folgenden Abschnitte benennen mehrere der negativen Auswirkungen des Klimawandels auf Bonaire, die bereits auftreten oder sehr wahrscheinlich in naher Zukunft auftreten werden.
KNMI 23 zeigt, dass der Meeresspiegel rund um Bonaire bis 2050 voraussichtlich um 14–34 cm (im niedrigen Emissionsszenario) oder 16–37 cm (im hohen Emissionsszenario) steigen wird. Bis 2100 wird der Meeresspiegel um 31–78 cm (im Szenario mit niedrigen Emissionen) auf 55–127 cm (im Szenario mit hohen Emissionen) gestiegen sein. Diese obere Grenze könnte auf 3,4 Meter steigen, wenn sich vor 2100 unsichere Prozesse wie die Destabilisierung des antarktischen Eisschilds materialisieren.
Forschungen des internationalen Forschungsprojekts Global Commons Alliance28 zeigen, dass Menschen am besten bei Temperaturen zwischen 13 und 27 °C gedeihen und dass die Exposition gegenüber Temperaturen außerhalb dieser sogenannten menschlichen Klimanische negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und das Wohlbefinden hat. Die jährliche Durchschnittstemperatur auf Bonaire beträgt derzeit 28,5 °C (siehe Abbildung 1 oben), was über der oberen Grenze der menschlichen Klimanische liegt.
KI sagt dazu: Bonaire hat ein sehr beständiges und angenehm warmes Tropenklima. Die Insel gilt als Ganzjahresziel, da die Temperaturen selten extrem schwanken und sie sicher außerhalb des Hurrikangürtels liegt.
Hier sind die wichtigsten Merkmale:
– Temperaturen: Die Lufttemperaturen liegen tagsüber konstant zwischen 28 °C und 32 °C. Selbst im „kältesten“ Monat (Januar) sinken sie selten unter 27 °C.
– Kühlung durch Wind: Ein stetiger, frischer Ostpassat sorgt dafür, dass die Hitze nicht drückend wirkt und ist ideal für Windsurfer.
-S onne & Regen: Mit über 3.000 Sonnenstundenpro Jahr ist es sehr sonnig. Die Regenzeit (Oktober bis Dezember) besteht meist aus kurzen, heftigen Schauern, die oft nachts oder am frühen Morgen niedergehen.
Welche natürlichen Temperaturschwankung möglich sind, zeigt sich in diesem Winter:

Bild 5 MSN-Nachricht vom 04.02.2026. Historischer Temperatursturz in der Karibik: In Kuba sind die Temperaturen erstmals in der Geschichte des Landes auf null Grad abgesackt. Eine Wetterstation in der Provinz Matanzas im Norden der tropischen Insel habe einen Wert um den Gefrierpunkt von null Grad aufgezeichnet, teilte der Wetterdienst Insmet am Dienstag im Onlinenetzwerk Facebook mit. Es sei die niedrigste jemals gemessene Temperatur in dem sonnenverwöhnten Karibikstaat.
Ein typische „Problem“ zeigt sich auch auf diesen Inseln: Die Bevölkerung wächst schnell, bei begrenzten Ressourcen überall ein Problem:
Die von Greenpeace beauftragte Studie
[4] Climate trends:
Temperatur:
(deepl-Übersetzung): … In der Karibik treten aufgrund des Klimawandels bereits häufiger extreme Temperaturen auf (Taylor et al., 2020; Stephenson et al., 2014). Da für Bonaire keine mehrjährigen Temperaturzeitreihen vorliegen, können anhand der inselspezifischen Daten keine Trends bei der Temperaturänderung bewertet werden (Dullaart, 2022).
Auf Curaçao, der Nachbarinsel von Bonaire, ist die Durchschnittstemperatur seit 1980 jedoch um 0,6 °C gestiegen (KNMI, 2021). Darüber hinaus wird in allen IPCC-Szenarien bis 2100 ein Temperaturanstieg erwartet (Taylor et al., 2020). Dieser Anstieg reicht von 0,83 °C bis 3,05 °C für das geringste bis zum extremsten Szenario in Bezug auf den Basiszeitraum 1986-2005 (Taylor et al., 2020).
Precipitation:
(deepl-Übersetzung): … Derzeit ist bereits ein rückläufiger Trend bei den Niederschlägen während der Sommermonate in der Karibik zu beobachten (IPCC, 2021). Dieser Trend ist jedoch bei einem Signifikanzniveau von fünf Prozent statistisch nicht signifikant (Taylor et al., 2020; Jones et al., 2015). Tatsächlich wurde für Bonaire bisher kein signifikanter positiver oder negativer Trend bei den Niederschlägen beobachtet (KNMI, 2021).
Laut Taylor et al. (2020) wird in allen IPCC-Szenarien bis 2100 ein Rückgang der jährlichen Niederschläge im Vergleich zu 1986-2005 erwartet. In der Karibik reicht dies von 0,46 % für SSP1-2.6 bis zu -16,95 % für SSP5-8.5. Trotz der Unsicherheit speziell für Bonaire und der mangelnden statistischen Signifikanz dieses negativen Trends folgen wir in dieser Studie der Prognose von Taylor et al. (2020).
Sea level rise
(deepl-Übersetzung): … Der Meeresspiegel in der Karibik steigt mit einer ähnlichen Geschwindigkeit (1,8 mm/Jahr) wie weltweit (1,7 mm/Jahr) und ist von 1950 bis 2009 um 10,6 cm angestiegen (Taylor et al., 2020; Palanasamy et al., 2015; Torres & Tsimplis, 2013).
Das bedeutet, dass der Meeresspiegelanstieg um Bonaire und in der Karibik voraussichtlich etwas schneller als im weltweiten Durchschnitt verlaufen wird (KNMI, 2021). Gemäß den Szenario-Pfaden des IPCC liegt der prognostizierte Bereich des Meeresspiegelanstiegs für 2081-2100 im Vergleich zu 1986-2005 für die Karibikregion zwischen 0,47 (SSP1-1,9) und 0,85 (SSP5-8,5) Metern (Akpinar-Elci & Sealy, 2014; Nurse et al., 2014). Verweij et al. (2020) argumentieren, dass eine der Herausforderungen für Bonaire die Anpassung an den Meeresspiegelanstieg ist.
Coral reefs
(deepl-Übersetzung): … Die Korallenriffe auf Bonaire befinden sich derzeit in einem relativ besseren Zustand als die anderer karibischer Inseln der Niederlande und des Königreichs der Niederlande, mit Ausnahme bestimmter Gebiete auf Curaçao (Jackson et al., 2014). Daher ist davon auszugehen, dass die Riffe von Bonaire widerstandsfähiger gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels sind.
Dazu eine Zusatzinformation:

Bild 7 In der Karibik breitet sich eine mysteriöse Krankheit sehr schnell aus und lässt Korallen massenhaft absterben. Es ist die tödlichste Korallenseuche, die je in der Region registriert wurde. Die „Stony Coral Tissue Loss Disease“ betrifft Dutzende Korallenarten
… Dem Bericht zufolge wurden vor der Küste Yucatáns die Bestände der Korallenarten um knapp 10 bis 94 Prozent dezimiert … Die Ursache des Phänomens ist bislang unbekannt. Studien deuten darauf hin, dass sowohl Bakterien als auch Viren daran beteiligt sein könnten. Die Wassertemperatur ist – im Gegensatz zur Korallenbleiche in vielen Meeresregionen wie dem Great Barrier Reef – wohl nicht direkt an dem Korallensterben beteiligt. Dagegen fanden die Forscher starke Hinweise darauf, dass jene Riffzonen besonders betroffen sind, die in der Nähe von stark städtisch oder touristisch erschlossenen Küstenarealen liegen – etwa an der nördlichen Ostküste Yucatáns nahe Cancún. Isoliert liegende Riffe sind dagegen weniger geschädigt.
Tropical cyclones
(deepl-Übersetzung): … Der Weltklimarat (IPCC) hat nur geringe Zuversicht hinsichtlich einer globalen Zunahme der Häufigkeit und Intensität tropischer Wirbelstürme geäußert (Stephenson & Jones, 2017). Bonaire liegt an der südlichen Grenze des atlantischen Hurrikangürtels und ist von tropischen Wirbelstürmen viel seltener betroffen als die niederländischen Windward-Inseln (Meteorologischer Dienst Curaçao, o. J.). Historisch gesehen werden die ABC-Inseln etwa alle 100 Jahre durch Hurrikane erheblich beschädigt, da heftige Regenfälle und raue See zu mehrtägigen Überschwemmungen führen können (Meteorologischer Dienst der Niederländischen Antillen und Aruba, 2010).
Dazu Zusatzinformation:
Bonaire liegt an einem Ausläufer der Zugbahnen. An solchen Zugbahnrändern ist die zeitliche Streuung aber besonders groß:

Bild 8 (Bildauszug, vom Autor ergänzt) [6] Figure 3. Tracks of tropical cyclones (TC) over the entire North Atlantic basin 1900-2009 (top); tropical cyclones occurring between 1900-1979 (the pre-satellite era) are plotted in grey. Tracks of TC occurring after 1979 are color coded based on their maximum intensity as they passed through the Caribbean as follows: weaker (tropical storm or category 1 hurricane) systems (blue); TC of at least category 2 intensity (red); and storms that had no impact in the Caribbean (green). Track ranges for TC+ category 1, category 2 and category 3-5 storms (going down) for the western and eastern Caribbean are plotted in the left and right columns respectively. The solid line is the mean track for the category and the dash lines bound the 95th percentile.

Bild 9 Zeitraum 1835 bis 2004, [5] Figure 2. Chronology and severity (according to HHWS) of hurricanes in the French Antilles between 1635 and 2007.
Feststellungen des Gerichtes
Zusammenfassung von KI erstellt: Die Entscheidung des Gerichts
Das Bezirksgericht Den Haag gab der Klage in wesentlichen Teilen statt:
– Schuldspruch: Der Staat hat seine Sorgfaltspflicht verletzt, indem er Bonaire unzureichend vor dem Klimawandel schützte.
– Anpassungsplan-Pflicht: Die Regierung muss bis 2030 einen konkreten Klimaanpassungsplan für Bonaire umsetzen.
– Verschärfte Emissionsziele: Der Staat wurde angewiesen, innerhalb von 18 Monaten strengere, wissenschaftlich fundierte Reduktionsziele festzulegen, die dem 1,5-Grad-Ziel entsprechen.
-Zulässigkeit: Während die Klage von Greenpeace als Organisation zugelassen wurde, wies das Gericht die Klagen der acht Einzelpersonen formell ab, da ihre Interessen bereits durch die Verbandsklage von Greenpeace abgedeckt seien.
-Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar, was bedeutet, dass der Staat mit den Maßnahmen beginnen muss, auch wenn er Berufung einlegt.
Zitate aus dem Gerichtsurteil selbst:
(deepl-übersetzt): [1] Das Gericht stellt fest, dass der Staat seine positiven Verpflichtungen gemäß Artikel 8 des EMRK gegenüber den Einwohnern von Bonaire nicht erfüllt hat, da die von den zuständigen Behörden in Bezug auf die Einwohner Bonaires ergriffenen Milderungs- und Anpassungsmaßnahmen insgesamt nicht den Verpflichtungen entsprechen, die der Staat im UN-Kontext übernommen hat.
Die Vertragsparteien der UN-Klimakonvention haben bewusst ein System so entwickelt, dass Länder individuell für einen Teil des globalen Klimawandelproblems verantwortlich gemacht werden können. Das Argument, dass die Niederlande und/oder die EU proportional mehr leisten als andere Länder, ist in diesem System nicht entscheidend, weil von den Ländern erwartet wird, entsprechend ihrer Fähigkeit beizutragen und ihre historischen Emissionen zu berücksichtigen. Die Niederlande und die EU verfügen beide über erhebliche finanzielle Kapazitäten und einen bedeutenden Anteil an historischen Emissionen.
Viele Menschen auf Bonaire leben in Armut. Menschen, die in Armut leben, sind besonders anfällig für die Auswirkungen des Klimawandels, weil ihnen die Ressourcen fehlen, sich vor Hitze, extremem Wetter und Überschwemmungen zu schützen. Außerdem kann der Klimawandel zu mehr Armut führen. Die Wirtschaft auf Bonaire ist stark vom Tourismus abhängig; viele Touristen kommen nach Bonaire, um zu tauchen und die Korallenriffe zu sehen, und auch die Mangrovenwälder sind bei Touristen beliebt. Der Erhalt der Korallenriffe und Mangroven ist daher von großer Bedeutung für die Bonaire-Wirtschaft. Der Klimawandel ist eine der Bedrohungen für das Korallenriff und die Mangroven, zusätzlich zum Prozess der Verschlammung durch Sedimentablagerungen und den Druck des verstärkten Tourismus.
Folgen für die Infrastruktur
Ein großer Teil dieser Emissionen ist das Ergebnis der Verbrennung fossiler Brennstoffe, die das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) freisetzt. Etwa die Hälfte dieser CO2-Emissionen wird in den nächsten dreißig Jahren weiterhin von Wäldern, Feuchtgebieten und Ozeanen (sogenannten „Kohlenstoffsenken“) aufgenommen. Der Rest des CO₂ verbleibt für Hunderte bis Tausende von Jahren in der Atmosphäre und fungiert als eine Art Wärmespeicherdecke um die Erde.
In den letzten Jahren sind Wissenschaftler und Politiker weltweit gemeinsam zu dem Schluss gekommen, dass die negativen Folgen des Klimawandels noch extremer sind als bisher angenommen. Die negativen Folgen für den Menschen sind in der untenstehenden Abbildung dargestellt
Obwohl es große Unsicherheiten bei den Klimavorhersagen gibt – insbesondere hinsichtlich ihres Verlaufs, Ausmaßes und regionalen Musters – haben die Mitgliedstaaten in der UN-Klimakonvention vereinbart, dass sie diese Unsicherheiten nicht als Argument für eine Verschiebung der Maßnahmen nutzen dürfen.
Die Behauptungen von Greenpeace – einschließlich der Überschwemmungen großer Teile der Insel und des raschen Anstiegs der durchschnittlichen Jahrestemperatur – reichen aus, um von einem möglichen Verstoß gegen Artikel 8 der EMRK auszugehen.
Diese Argumente wurden vom Staat nicht bestritten, und die beschriebenen Situationen stellen – in unterschiedlichem Maße – eine Bedrohung für das Leben, die Gesundheit, das Wohlbefinden und/oder die Lebensqualität der Bewohner von Bonaire dar.
Das Gericht ist der Ansicht, dass das Interesse von Greenpeace (und der Einwohner von Bonaire) an der beantragten vorläufigen Durchsetzbarkeit das des Staates an der Aufrechterhaltung der bestehenden Situation überwiegt. Schließlich ist der Staat in diesem Urteil nur verpflichtet, bereits verpflichtete Verpflichtungen zu erfüllen. Die Einhaltung dieser Anordnung kann unter anderem durch (effektive) Umsetzung bereits geltender Regeln und Richtlinien sowie durch Durchführung laufender oder geplanter Projekte erreicht werden.
Betroffen sind alle noch vorhandenen „Kolonien“
Das Urteil zeigt exemplarisch, wie ganz Wenige über eine NGO nicht nur Firmen, sondern einen ganzen Staat „terrorisieren“ können.
Vielleicht wäre Dänemark irgendwann froh, Trump hätte die Insel doch übernommen. Spätestens dann, wenn Einheimische „feststellen“, dass der ominöse Klimawandel auch sie beeinträchtigen würde.
Allerdings ist dann zu erwarten, dass die EU, voran bestimmt Deutschland, in dieser Not mit finanzieller Unterstützung aushelfen.
Fazit
Das Urteil bestätigt so ziemlich alles, was im vorhergehenden Artikel des Autors [7] „vorhergesagt“ wurde.
Der Leiter des PIK hat es vor einiger Zeit deutlich ausgedrückt: NZZ am Sonntag, 14.11.2010, O. Edenhofer:… Der Klimagipfel in Cancún Ende des Monats ist keine Klimakonferenz, sondern eine der größten Wirtschaftskonferenzen seit dem Zweiten Weltkrieg …
Aber man muss klar sagen: Wir verteilen durch die Klimapolitik de facto das Weltvermögen um. Dass die Besitzer von Kohle und Öl davon nicht begeistert sind, liegt auf der Hand. Man muss sich von der Illusion freimachen, dass internationale Klimapolitik Umweltpolitik ist. Das hat mit Umweltpolitik, mit Problemen wie Waldsterben oder Ozonloch, fast nichts mehr zu tun …
Der Einzige, der sich von dieser ideologischen Selbstzerstörung eines Staates abgekoppelt hat, ist Trump.
Die EU mach unbeirrt weiter, was sie auch muss, denn die CO2-Abgaben müssen künftig einen erheblichen Teil der explodierenden EU-Bürokratiekosten finanzieren.
Die vielen vom Klimavertrag über Klima-Reparationszahlungen partizipierenden Länder (Nettoempfänger) und das ist Mehrheit der Länder in der UN, wird sich diese schöne und risikolose Einnahmequelle nicht mehr „freiwillig“ nehmen lassen.
Und Deutschland hat während der „Merkelzeit“ konsequent alle nur irgendwie auffindbaren Klimaverträge und Gesetze unterschrieben und vorbeugend national umgesetzt, was dazu geführt hat, dass selbst hochrangige, deutsche Politiker nur solange hinter einem versteckenden Grüngewächs kurz ins Rampenlicht kommen dürfen, bis sie ihren Geldkoffer geleert haben.
Wie oft in der Deutschen Geschichte, werden Verträge stur bis zum bittersten Ende eingehalten und sind vor dem finalen Untergang nicht diskutabel. Zudem hat Deutschlands Politik geradezu eine Manie (Eine Manie ist ein psychischer Zustand extrem gesteigerter Stimmung und Aktivität, der oft als Teil einer bipolaren Störung auftritt. Man kann sie sich vereinfacht wie einen „Rausch ohne Drogen“ vorstellen) entwickelt, das Geld seiner Bürger in die weite Welt hinauszuwerfen.
Quellen
[1] Urteil vom 28. Januar 2026 im Fall Greenpeace Niederlande et al. gegen den Staat der Niederlande (Aktenzeichen ECLI:NL:RBDHA:2026:1347)
[2] Die Zeit, 28. Januar 2026: Karibikinsel Bonaire: Niederlande verlieren wegweisenden Klimaprozess
Ein Gericht hat die niederländische Regierung zu mehr Klimaschutz auf Bonaire verpflichtet. Sie habe die Einwohner der Karibikinsel gegenüber dem Festland benachteiligt.
[3] Merian, 27.03.2023: Bonaire: Die unterschätzte Perle der Karibik
[4] IVM Institute for Environmental Studies, 28 September 2022: The Impacts of Climate Change on Bonaire
[5] E. Garnier, 30.April 2015: The historic reality of the cyclonic variability in French Antilles, 1635–2007
[6] Jenni L. Evans: Earth-Atmosphere Interactions: Tropical Storm and Hurricane Activity in the Caribbean and Consequent Health Impacts
[7] Wenn dir das Wetter nicht passt, verklage einfach eine westliche Firma auf Schadenersatz. Denn irgend ein „CO₂“ von denen wird daran schon schuld sein. – EIKE – Europäisches Institut für Klima & Energie




