Kältereport Nr. 3 / 2026
Vorbemerkung: Zunächst spielt die Kältewelle in Europa noch eine Rolle, aber der Winter hat sich zumindest aus Mittel- und Westeuropa erst einmal verabschiedet. Jedoch verharrt die Grenze zu winterlicher Frostluft nur wenig nördlich unseres Landes, und die Bildung eine gewaltigen Hochdruckblocks über Russland (1050 bis 1060 hPa!) ist fast ein Garant dafür, dass es hierzulande nicht dauerhaft mild bleiben wird.
Und tatsächlich zeigen die Mittelfrist-Modelle das Vordringen kontinentaler Kaltluft von Osten her, ohne dass jedoch Extremwerte zu erwarten sind.
Meldungen vom 12. Januar 2026:
Europa tiefgekühlt
Eine arktische Luftmasse hat Europa am Wochenende fest im Griff gehabt und im Norden und Osten für extreme, teilweise rekordverdächtige Kälte gesorgt, während im Süden heftige Schneefälle die Bergregionen unter einer dicken Schneedecke begraben haben.
Skandinavien war am stärksten betroffen.
In Karasjok, Norwegen, sank die Temperatur auf -41,5 °C und markierte damit die vierte Nacht in Folge unter -40 °C und die dritte Nacht in Folge unter -41 °C – beides neue Rekorde für jeden Monat seit Beginn der Beobachtungen dort im Jahr 2005.
Der Flughafen Røros, ebenfalls in Norwegen, verzeichnete mit -37,3 °C den drittniedrigsten Januarwert seit Beginn der Aufzeichnungen. Im nahe gelegenen Karesuando in Schweden sank die Temperatur auf -40,1 °C. In Finnland wurde es noch kälter, und mit -42,8 °C wurde die neue kälteste Temperatur des Winters gemessen.
Die Kälte breitete sich weit über den Polarkreis hinaus aus.
Dänemark verzeichnete mit -19,4 °C die niedrigste Januar-Temperatur seit 2003.
In Ungarn wurden -20,8 °C gemessen, wobei sich in Budapest seltene Eisringe bildeten:
Auch Deutschland fror ein, mit gemessenen -18,9 °C in Niedersachsen.
In Osteuropa wurden noch tiefere Temperaturen gemessen, darunter -23,9 °C in Tschernihiw (Ukraine) und -22 °C in Weißrussland.
Schneefälle verschärften die Auswirkungen auf dem gesamten Kontinent.
In den Pyrenäen fiel sehr viel Schnee mit einer Gesamtmenge von mehr als 90 cm und hoher Lawinengefahr in den Höhenlagen.
Mehrere hoch gelegene Skigebiete in den Alpen meldeten Schneemengen über 1,5 Meter, viele andere erhielten 50 bis 100 cm. Selbst im Zentralplateau sind mehr als 20 cm gefallen.
In den französischen Alpen meldete Saint Sorlin d’Arves 165 cm in 72 Stunden die größte beobachtete Gesamtmenge. Saas-Fee verzeichnete 1,4 m, und mehrere Skigebiete, darunter Chamonix, Les Deux Alpes, St. Gervais, Les Arcs und La Thuile in Italien, meldeten 1 m oder mehr.
In Deutschland sorgten bittere Ostwinde in Kombination mit Schnee für fast arktische Bedingungen in höheren Lagen. Sogar die Niederlande waren mit einer Schneedecke und Temperaturen unter -10 °C dabei.
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Alaska: Kälte in Juneau
Mit 208,3 cm erlebte Juneau den schneereichsten Dezember seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1936. Weniger Beachtung fand jedoch die Kälte.
Die Durchschnittstemperatur der Stadt lag im Dezember bei nur -7,8 °C und damit 6,9 °C unter dem Durchschnitt. Damit ist dies laut dem National Weather Service Juneau der zweitkälteste Dezember seit Beginn der Aufzeichnungen.
Die anhaltende Kälte nebst den starken Schneefällen verstärkte die Beeinträchtigungen.
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Nördliches Asien: Viel Schnee und Eis
Der Winter verschärft sich in ganz Asien, mit Schnee, Sturm und gefährlicher Kälte, die von Sibirien bis zur Küste Chinas herrscht.
Im Fernen Osten Russlands wird die Halbinsel Kamtschatka unter meterhohem Schnee begraben, wobei die Bedingungen vor Ort selbst für dortige Verhältnisse als extrem beschrieben werden. Es wird von Verkehrsbeeinträchtigungen und fast vollständiger Sichtbehinderung berichtet.
Weiter westlich fegte ein Sturm über den Baikalsee hinweg. Die Böen waren so stark, dass sich Touristen nicht halten konnten und Luftkissenfahrzeuge unkontrolliert über das Eis gleiten ließen.
Die gleiche Kältewelle breitete sich bis in den Norden Chinas aus.
Im Skigebiet Zhangjiakou führte ein heftiger Sturm mit starkem Schneetreiben und Windböen von 110 km/h [Stärke 11 Bft] zu einer Schließung der Anlage.
Entlang der Küste löste kalte Luft, die über das Gelbe Meer fegte, in Weihai starke Schneefälle aus.
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Vietnam: Seltene Kälte im ganzen Land
In Ho-Chi-Minh-City ist es ungewöhnlich kalt geworden mit 17 °C – die tiefste Temperatur in der Stadt seit zehn Jahren.
Ungewöhnlich für eine tropische Megacity haben Straßenverkäufer vor Sonnenaufgang kleine Feuer entzündet, Pendler haben zu Schals, Handschuhen und Winterjacken gegriffen, und die Temperaturen am frühen Morgen sind nun schon seit mehreren Tagen wiederholt auf diesen Wert gefallen.
Das Southern Regional Hydro-Meteorological Center führt die Kälte auf Kaltluft zurück, die aus Nordasien nach Süden drängt und durch Nordostwinde und einen klaren Nachthimmel verstärkt wird, ermöglicht dieser doch einen schnellen Wärmeverlust.
Es wird erwartet, dass dieses kühle Wetter in den kommenden Tagen anhält.
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Meldungen vom 13. Januar 2026:
Russland zu 100% mit Schnee bedeckt
Während es in Amerika an Schnee mangelt (zumindest im Zentrum und im Osten), macht Russland dies wieder wett.
Das gesamte 17,1 Millionen km² große transkontinentale Land ist derzeit vollständig mit Schnee bedeckt (Stand: 12. Januar 2026).
Aber auch Europa kann beeindruckende Werte vorweisen.
[Der Schnee in Europa ist jedoch inzwischen bis etwa zur polnischen Ostgrenze und Nordeuropa verschwunden. A. d. Übers.]
Der Ferne Osten wird von Schneestürmen heimgesucht, darunter auch die Halbinsel Kamtschatka, die seit Tagen im Schnee versinkt.
Weiter westlich…
Russland: Stärkster Schneefall seit 56 Jahren
…Moskau wurde laut Daten des Phobos Weather Center vom stärksten Schneefall seit 1970 heimgesucht.
Die Schneehöhe stieg in Teilen der Hauptstadt über 65 cm.
Das Ereignis zählt auch zu den fünf stärksten Schneefällen in der 146-jährigen Beobachtungsgeschichte Moskaus.
Straßen, Bahnstrecken und Flughäfen waren stark beeinträchtigt. Innerhalb von 24 Stunden wurden mehr als 1 Million Kubikmeter Schnee von den Straßen und Flughäfen der Stadt geräumt. Allein im Moskauer Schienennetz wurden 70.000 Kubikmeter Schnee entfernt.
Der Verkehr auf wichtigen Autobahnen und der Moskauer Ringstraße kam zum Erliegen, da die Einsatzkräfte kaum hinterherkamen. Auch der Flugverkehr war stark betroffen, Flüge an den vier großen Flughäfen der Region wurden verspätet oder gestrichen.
Behauptungen, Moskau verliere seinen Winter, sind nach wie vor realitätsfern.
Die neuesten Prognosen zeigen mehr vom Gleichen, d. h. beißende Kälte auf dem gesamten Kontinent und außergewöhnliche Schneefälle – und das nicht nur in Russland, sondern auch in der Mongolei, Kasachstan, China und sogar weiter südlich (und westlich) in Ländern wie Afghanistan und Pakistan.
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Japan: Schneestürme an der Küste
Laut der japanischen Wetterbehörde treibt die extreme Kälte Schneestürme über den Norden und Westen Japans.
Es weht bereits starker Wind, und an der Westküste zum Japanischen Meer erhöht sich die Schneedecke rasant.
Die Stadt Uonuma in Niigata hat durch die jüngsten Stürme 1,29 m Neuschnee erhalten. In Tadami, Fukushima, sind es 95 cm und in Otaru auf Hokkaido 56 cm. In vielen Gebieten sind allein in den letzten Stunden 10 bis 20 cm hinzugekommen.
Die zusätzlichen Schneefälle innerhalb von 24 Stunden werden voraussichtlich 80 cm in Tohoku, 70 cm in Niigata und Gifu sowie 50 bis 60 cm in Hokuriku, Nord-Kanto und Nagano erreichen.
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Dänemark: Erhebliche Kälte
Dänemark hat gerade den kältesten Januartag seit 16 Jahren erlebt.
Am Sonntag fiel die nationale Tagesdurchschnittstemperatur auf -7,3 °C – der niedrigste Tagesdurchschnitt seit 2010.
Die lokalen Bedingungen waren sogar noch extremer. In Isenvad sank die Tagesdurchschnittstemperatur auf -12,5 °C – die niedrigste Tagesdurchschnittstemperatur, die seit 2013 an einem einzelnen Standort in Dänemark gemessen wurde.
Anhaltende Tagesdurchschnittswerte auf diesem Niveau unterstreichen, wie stark sich die Winterbedingungen verschärft haben.
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Meldungen vom 14. Januar 2026:
Russland: Weitere historische Schneestürme
Russland wird weiterhin von einem der schwersten Schneefälle seit einem Jahrhundert heimgesucht, wobei der Ferne Osten unter einer Schneedecke begraben ist.
Am 13. Januar wurde die Halbinsel Kamtschatka von einem weiteren Schneesturm heimgesucht, der in weiten Teilen der Halbinsel 2 Meter Schnee hinterließ, wobei die Schneeverwehungen in einigen Stadtvierteln bis zu den Fenstern im zweiten Stock reichten.
Die schlimmsten Bedingungen herrschten in Petropawlowsk-Kamtschatski und Wilutschinsk, wo Windböen von 180 km/h in Verbindung mit dem Schneefall zu Straßensperrungen und kleinen Lawinen sogar in Wohngebieten führten.
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Dieser jüngste Sturm verschärft die ohnehin schon extremen Winterbedingungen. Seit Mitte November haben mindestens fünf große Sturmsysteme Kamtschatka heimgesucht, wobei im Süden der Halbinsel bis heute mehr als 300 % der durchschnittlichen Schneemenge gefallen sind.
Weiter südlich ist Wladiwostok seit Tagen durch unaufhörlichen Schneefall von der Außenwelt abgeschnitten.
Die Behörden bezeichneten es als den stärksten Schneefall seit Jahren. Die Schneeräumdienste arbeiten ununterbrochen, und die Behörden warnen, dass es bis zu fünf Tage dauern könnte, bis die Straßen wieder befahrbar sind, vorausgesetzt, der Schneefall lässt nach.
Die Schulen bleiben bis zum Ende der Woche geschlossen, wodurch sich die Neujahrsferien verlängern.
Der Winter 2025/26 entwickelt sich zu einem der turbulentesten und schneereichsten in Russland seit Generationen.
Für die Zukunft wird prognostiziert, dass sich die Kälte Sibiriens nach Westen über Osteuropa ausbreiten wird.
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Einschub des Übersetzers hierzu: Hier folgt die derzeitige Verteilung der Schneedecke auf der Nordhemisphäre (Quelle):
Die Schneemassen in Russland, aber auch in Nordamerika zeichnen sich gut ab. Das kann aber auch Konsequenzen für das Wetter im Frühjahr bei uns haben: Die jahreszeitlich bedingte Erwärmung kann erst greifen, wenn die Schneedecke abgetaut ist. Wie es aussieht, dürfte das in diesem Jahr viel länger dauern als sonst mit der Folge einer deutlich verzögerten Frühjahrs-Erwärmung.
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Nordindien: Kältestes Wetter seit Jahren
Eine Rekord-Kältewelle hat sich über Nordindien gelegt und die Januar-Temperaturen in den Ebenen auf den niedrigsten Stand seit Jahren sinken lassen.
In Neu-Delhi sank die Temperatur am Safdarjung-Observatorium auf 3 °C und lag damit deutlich unter dem Durchschnitt. Im nahe gelegenen Palam wurden ebenfalls 3 °C gemessen, der niedrigste Wert im Januar seit 13 Jahren. In Ayanagar sank die Temperatur auf 2,9 °C. Diese Werte entsprechen den offiziellen Schwellenwerten für eine Kältewelle.
Südlich davon sank die Temperatur in Gurugram auf 0,6 °C – ein 50-Jahres-Tief. In der Region sowie in Faridabad, Rewari und anderen nahe gelegenen Bezirken wurde von Bodenfrost berichtet, wobei sich auf Fahrzeugen und offenen Feldern eine Reifschicht bildete.
An anderen Orten wurden die kältesten Nächte der Saison in Haryana, Hisar, Narnaul und Bhiwani gemessen. Auch in Punjab froren Bathinda und Faridkot bei 3,2 °C, während Chandigarh mit 2,8 °C die kälteste Nacht seit Jahren verzeichnete.
Was die Tageshöchsttemperaturen angeht, so kämpfte Amritsar am 13. Januar mit 8,1 °C (9,5 °C unter dem Normalwert) und erreichte damit den fünftniedrigsten jemals seit 1870 gemessenen Tageshöchstwert. Zum Vergleich: Der niedrigste jemals gemessene Tageshöchstwert liegt weiterhin bei 7,4 °C und wurde am 8. Januar 2013 gemessen.
Die Kältewelle breitete sich bis nach Rajasthan aus, wo Fatehpur mit -1,9 °C die niedrigste Temperatur in den Ebenen verzeichnete. Im Norden fiel die Temperatur in Pulwama auf -6,5 °C, den tiefsten Wert in diesem Winter im Kaschmir-Tal.
Dies ist die härteste Kältewelle im Januar in Nordindien seit Jahren.
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Israel: Kälte und Schnee auf dem Berg Hermon
Kaltluft, starke Winde und Schneefälle in den Bergen haben Israel diese Woche heimgesucht.
Am 13. Januar fiel Schnee auf dem Berg Hermon, wobei die Schneehöhe über Nacht etwa 15 cm erreichte. Die Temperaturen sanken in den Höhenlagen stark, sodass das Skigebiet Hermon aufgrund der eisigen Bedingungen und der anhaltenden Schneefallgefahr geschlossen werden musste.
Die Kälte breitete sich weit über die Gipfel hinaus aus. Im Landesinneren, darunter auch in Jerusalem, wurde von eisigen Bedingungen und vereinzelten Fällen von Unterkühlung berichtet, darunter ein älterer Mann, der im Norden Israels auf tragische Weise erfroren ist.
Die kalten Bedingungen werden voraussichtlich anhalten, sodass in den Höhenlagen weiterhin Schneefall möglich ist und die Temperaturen fast überall unter dem Durchschnitt bleiben werden.
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Türkei versinkt teilweise im Schnee
In der nahe gelegenen Türkei hält der Schneesturm weiter an, insbesondere im Osten und in der Mitte des Landes.
In Karlıova, im Hochland von Bingöl gelegen, hat am 13. Januar starker Schneefall die Dörfer lahmgelegt.
Weiter westlich, in Altınyayla, hat die Schneehöhe stellenweise 3 Meter erreicht. Der Bezirk, der zum hochgelegenen Landesinneren von Sivas gehört, ist an strenge Winter gewöhnt, aber Schneemengen dieser Größenordnung legen den Verkehr lahm und schneiden ländliche Gebiete von der Außenwelt ab.
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Meldungen vom 15. Januar 2026:
Russland, Kamtschatka: 146 Jahre alter Schnee-Rekord gebrochen
Laut dem russischen Wetterdienst hat die Halbinsel Kamtschatka den stärksten Schneefall seit Beginn der Aufzeichnungen verzeichnet.
Die offiziellen Schneefallaufzeichnungen für Kamtschatka reichen bis ins Jahr 1879 zurück. Auf Grundlage dieser Archive bestätigen die Behörden, dass es sich bei dem aktuellen Ereignis um den stärksten Schneefall seit Beginn der Aufzeichnungen handelt, und zwar nicht nur für einen einzelnen Sturm, sondern für die Gesamtmenge innerhalb eines kurzen Zeitraums.
An mehreren Orten hat sich innerhalb weniger Tage (9. bis 15. Januar) die Schneemenge eines ganzen Monats angesammelt, was zu meterhohen Schneemassen führte, Fahrzeuge und Gebäude unter sich begrub, Straßen und Flughäfen lahmlegte und Notfall-Dachräumungen erforderlich machte, um Einstürze zu verhindern.
Einwohner von Irkutsk – etwa 3.000 km westlich gelegen – beschreiben riesige weiße Mauern, die ihre Straßen säumen: „Wir haben wirklich keinen Platz mehr, um den Schnee zu lagern.“
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Anmerkung des Übersetzers: Das sind normalerweise mit die kältesten Winter-Gebiete der Nordhemisphäre. Wenn dort derartige Rekorde auftreten, ist das schon bedeutsam.
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Europa: Kälte mit einem potentiellen Kaltlufteinbruch von Osten her
Eine tiefe und weit verbreitete Kältewelle hat Teile Europas erfasst und sorgt für extreme Tiefsttemperaturen, starken Schneefall, gefrorene Wasserwege und eine zunehmende Belastung der Energiesysteme.
In Nordeuropa sank die Temperatur in Savukoski Tulppio, Finnland, auf -42,8 °C. Ähnlich verhielt es sich in Norwegen, wo es in Karasjok -41,4 °C kalt wurde.
In Mitteleuropa sank die Temperatur in der Slowakei in Viglas-Pstrusa auf -25,6 °C, während in Ungarn in Szécsény -25 °C gemessen wurden.
Der Strombedarf in Ungarn stieg aufgrund des Heizbedarfs während der Kältewelle auf einen neuen Rekordwert von 7,9 GW. Gleichzeitig führten Schneefall und Bewölkung zu einem starken Rückgang der Solarstromerzeugung, wodurch die Abhängigkeit von Kohle, Gas und Importen zunahm.
In Österreich sind große Teile der Donau in Wien zum ersten Mal seit 2017 zugefroren.
Der Eisbrecher MS Eisvogel wurde zurückgerufen und räumt täglich das Eis aus den Häfen von Freudenau, Albern und Lobau.
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Mit Blick auf die Zukunft deuten Prognosemodelle auf noch größere Störungen hin.
Ensemble-Prognosen zeigen zunehmend eine Blockade über Osteuropa, die sich bis nach Skandinavien ausdehnt. Dies wird durch die MJO bestätigt, die sich in Phasen bewegt, die typischerweise mit einer Blockade in hohen Breitengraden einhergehen – eine Konstellation, die es kalter Luft ermöglicht, nach Westen vorzudringen.
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Meldungen vom 16. Januar 2026:
Alaska: Anhaltende Extremkälte
In Teilen Alaskas hat die Winterkälte ein historisches Niveau erreicht.
Am Donnerstag um 19:30 Uhr stieg die Temperatur in Fairbanks zum ersten Mal seit 32 Tagen offiziell auf -17,8 °C. Damit ist dies nun die längste ununterbrochene Periode mit Temperaturen unter null Grad [Fahrenheit!] in Fairbanks seit 108 Jahren, nämlich seit der 40-tägigen Kälteperiode, die am 3. Januar 1918 endete:
Auch in Alaska gab es in diesem Winter außergewöhnlich viel Schnee.
Juneau brach im Dezember langjährige Schneefallrekorde, wobei die Gesamtmenge so extrem war, dass fast die gesamte Schneemenge eines ganzen Winters in einem einzigen Monat fiel. Fairbanks verzeichnete neben seiner historischen Kälte ebenfalls ungewöhnlich starke Schneefälle.
Auch in weiten Teilen Kanadas hat sich arktische Kaltluft festgesetzt, wobei wiederholt Kältewellen über die Prärien, die zentralen Provinzen und die östlichen Regionen hinwegzogen. Diese Kältevorräte sind noch nicht vollständig nach Süden abgezogen, aber die Wetterlage in der oberen Atmosphäre scheint sich nun zu verändern. Die „Erwärmung” in Fairbanks (auf 0 °F!) könnte ein weiterer Hinweis darauf sein, dass sich die Kälte nach Süden ausbreitet.
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USA: Einbruch arktischer Kaltluft steht bevor
Die zweite Januarhälfte wird im Osten der Vereinigten Staaten voraussichtlich sehr kalt werden.
Ein starker westlicher Höhenrücken wirkt wie eine Brücke, über die der Jetstream arktische und sibirische Luft aus Kanada nach Süden in den Mittleren Westen, zu den Großen Seen und weiter in den Osten leitet.
Bis nächste Woche wird sich das Muster in der oberen Atmosphäre fest etabliert haben, wobei sich der „Kältepol” über der Hudson Bay festsetzen wird.
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Mehr dazu nächste Woche nach dem Eintreffen der Kälte.
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Europa: Achtung auf ein „Beast from the East“
Auch in Europa deuten die Prognosen auf eine klassische Ostwind-Kältewelle hin, die Ende nächster Woche über den gesamten Kontinent ziehen wird.
Das ECMWF prognostiziert einen starken arktischen Kälteeinbruch, der sich von Sibirien aus nach Westen ausbreitet – ein klassisches Signal für das „Beast from the East“.
Wie weit die Kälte nach Westen vordringen wird, bleibt ungewiss, aber die Konstellation begünstigt gegen Ende des Monats starke Fröste in Osteuropa. Selbst in städtischen Gebieten könnten die Tiefsttemperaturen morgens bis -30 °C fallen, was selbst für den Winter extrem ist.
Die Zuverlässigkeit der Vorhersagen wird in den kommenden Tagen zunehmen, aber die Anzeichen deuten stark auf einen echten Polarlufteinbruch aus dem Osten hin, mit möglicherweise historischer Kälte in den am stärksten betroffenen Regionen.
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Auch hierzu mehr in der nächsten Woche
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Asien: Kälterekorde in Gefahr
Eine arktische Luftmasse, die sich über dem schneebedeckten Russland gebildet hat, drängt nun nach Osten und Süden und advehiert die Kälte aus dem russischen Fernen Osten, wo Rekordschneefälle zu verzeichnen sind, nach Ostasien.
Russland hat gerade die extremsten Schneefälle seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt, insbesondere in Kamtschatka, wo wiederholte Schneefälle meterhohe Schneemassen angehäuft und alle bisherigen Schneefallrekorde seit 1879 gebrochen haben.
Prognosen zeigen, dass die Temperaturen in weiten Teilen Nord- und Ostchinas nächste Woche um 20 °C sinken werden, was die während der großen Kältewelle von 2021 aufgestellten Rekorde bedroht. Auch in Japan, das sich stromabwärts des gleichen Kaltluftgebietes befindet, hat die JMA eine landesweite Warnung vor „sehr niedrigen“ Temperaturen ab dem 21. Januar herausgegeben:
Bloomberg berichtet: „Kältewelle stellt asiatische Wetterrekorde auf die Probe, während die Temperaturen sinken“.
Bloomberg konzentriert sich auf die Energiemärkte, wo insbesondere die LNG-Preise weiter steigen, da eine Kältewelle auf der gesamten Hemisphäre die Nachfrage nach Heizenergie in die Höhe treibt und das Angebot von Ostasien über Europa bis nach Nordamerika verknappt.
Wird fortgesetzt mit Kältereport Nr. 4 / 2026
Redaktionsschluss für diesen Report: 16. Januar 2026
Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE






