Elektrifizierung – hält das Stromnetz der Belastung stand?
GWPF, Kathryn Porter, 12.01.2026
Die britische Dekarbonisierungsstrategie geht von einer raschen Elektrifizierung von Heizung, Verkehr und Industrie aus. Die aktuellen Trends beim Ausbau dieser Technologien und die bestehenden Infrastrukturbeschränkungen lassen jedoch vermuten, dass diese Ziele kaum erreicht werden können. Wärmepumpen, Elektrofahrzeuge und die Umstellung der Industrie auf alternative Brennstoffe stagnieren, während veraltete Gas- und Kernkraftwerke schneller stillgelegt werden, als ausreichend Ersatzkapazität bereitgestellt werden kann. Gleichzeitig führt das KI-getriebene Wachstum von Rechenzentren zu einer erheblichen zusätzlichen Belastung, die das Stromnetz zunehmend nicht mehr bewältigen kann
…. Eine Nachricht ist, dass die Elektrifizierungsziele ohne eine Form von Verpflichtung kaum zu erreichen sein werden. Im Heizungsbereich ist ein rascher Einsatz von Wärmepumpen unter den gegenwärtigen Bedingungen unrealistisch. Die Verbraucher sind weiterhin zurückhaltend, die Zahl der Installateure wächst zu langsam, und sowohl die Investitions- als auch die Betriebskosten sind deutlich höher als bei Gasheizungen. Selbst wenn Wärmepumpenzuschüsse die Anschaffungskosten senken, müssen Haushalte weiterhin zusätzliche Ausgaben für größere Wärmepumpen, Rohrleitungen und Dämmung sowie höhere laufende Energiekosten tragen, da die Strompreise weiterhin deutlich über den Gaspreisen liegen. Dies sind keine Randaspekte – sie stellen grundlegende Hindernisse für eine breite Akzeptanz dar.
Die Elektrifizierung des Verkehrssektors steht vor einer ähnlichen Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Die Vorgaben für Elektrofahrzeuge überholen die Bereitschaft der Bevölkerung, diese zu nutzen, während die Netz- und Ladeinfrastruktur weiterhin stark eingeschränkt ist. Diese Probleme verschärfen sich bei größeren Fahrzeugen. Derzeit gibt es keine verlässliche Schnellladelösung für Lkw, und die Elektrifizierung von Bussen außerhalb dicht besiedelter Stadtzentren ist deutlich schwieriger, als in politischen Dokumenten üblicherweise eingeräumt wird, insbesondere dort, wo die Fahrzeuge nicht regelmäßig zu einem einzigen Depot zurückkehren [- und am liebsten auch nur nachts im Einsatz sind, damit tagsüber die Solarpanel vielleicht die Ladung übernehmen – ich denke dabei Nürnberg, wo tagsüber gefahren wird und die Fahrzeuge nachts in offener Halle stehen. Der Heizungseinschalter kommt gg. 4:00 Uhr – der Übersetzer]
London, 13. Januar. Die unabhängige Energieberaterin Kathryn Porter hat einen vernichtenden neuen Bericht veröffentlicht, in dem sie vor ernsthaften Risiken für die Strom- und Gasnetze in Großbritannien warnt.
Sehen Sie hier ihr Video auf X https://x.com/GWPF_org/status/2011068247114764317
- Die Elektrifizierung von Heizung, Verkehr und Industrie könnte bis 2030 einen zusätzlichen Strombedarf zwischen 7 und 10 GW verursachen. Rechenzentren könnten weitere 6 GW beisteuern, und die Regierungsziele deuten auf einen neuen Bedarf von rund 15 GW hin.
- Bis 2030 werden voraussichtlich 12–17 GW zuverlässiger Gas- und Kernkraftwerke abgeschaltet. Deren Ersatz benötigt Jahre für Genehmigung und Bau.
- Wind- und Solarenergie haben sich zwar schnell ausgebaut, sind aber nicht kontinuierlich verfügbar. Die höchsten Strommengen werden in kalten, windstillen Nächten benötigt, wenn diese Energiequellen nicht aktiv sind.
- Bis 2030 besteht eine Wahrscheinlichkeit von 65-85% für regionale Stromrationierungen oder Stromausfälle, und ein Basisrisiko von 5-10%, dass eines dieser Ereignisse zu einem vollständigen Zusammenbruch des Stromnetzes führt.
- Während ein „Energie-Trilemma“ aus Dekarbonisierungsambitionen, Bezahlbarkeit und Versorgungssicherheit immer präsenter wird, ist die Investition in die Lebensdauerverlängerung der aktuellen Gaskraftwerke die sicherste Strategie, um Stromausfälle zu vermeiden.
- Die Sicherung des Stromnetzes ist nur durch höhere Investitionen in konstante Energiequellen möglich, beispielsweise durch einen signifikanten Ausbau der Kapazitäten neuer Gaskraftwerke.
- Die sinkende Öl- und Gasförderung in der Nordsee könnte dazu führen, dass einige Pipelines unwirtschaftlich werden. Es drohen drastische Einbrüche bei den Gaslieferungen ins britische Netz, was bedeuten würde, dass an kalten Wintertagen nicht genügend Gas zur Deckung des Bedarfs zur Verfügung steht.
Porter warnt davor, dass Großbritanniens Elektrifizierungsziele zwar politisch ambitioniert, aber wirtschaftlich und operativ nicht tragbar sind. Sie argumentiert, dass ohne dringende Maßnahmen zur Sicherstellung bezahlbaren Stroms, zur Beschleunigung des Netzausbaus und zur Investition in neue, bedarfsgerechte Erzeugungskapazitäten (insbesondere Gaskraftwerke) die meisten Elektrifizierungsziele verfehlt werden und die Versorgungssicherheitsrisiken deutlich vor 2030 steigen werden.
Harry Wilkinson, Leiter der Abteilung für politische Angelegenheiten bei GWPF, sagte:
„Großbritanniens gescheiterte Klimapolitik steuert auf eine Kollision mit der Realität zu. Ohne dringendes Handeln steht das Land vor einer beispiellosen Energiekrise.“
Kathryn Porter sagte gegenüber dem GWPF:
„DESNZ hat auf meinen Bericht mit dem Vorwurf der Panikmache reagiert. Ich würde lieber ihren Plan zur Bewältigung dieser Risiken sehen, anstatt mich beschimpfen zu lassen.“
Lesen hier den gesamten Artikel „Elektrifizierung – hält das Stromnetz der Belastung stand?“.
https://mailchi.mp/437beecdf1d0/porter-warns-of-serious-electricity-and-gas-grid-risks?e=08ba9a1dfb