Begutachtung des Begutachtungs-Verfahrens

Willis Eschenbach

[Alle Hervorhebungen im Original. A. d. Übers.]

Uns wird ständig erzählt, dass die Wissenschaft eine sich selbst korrigierende Maschine ist. Ein makelloser Motor der Wahrheit, in dem schlechte Ideen verworfen werden und gute wie Sahne an die Oberfläche steigen. Uns wird gesagt, wir sollen „Trust The Science™“, weil sie die magische, mystische Prüfung namens Peer Review bestanden hat.

Schlechte Nachrichten. Die Maschine ist kaputt, die Sahne ist geronnene Milch, und die Torwächter schlafen am Schalter – oder schlimmer noch, sie verkaufen Freikarten an die Vandalen.

Eine neue Studie der Northwestern University mit dem Titel „Organized scientific fraud is growing at an alarming rate [etwa: Organisierte wissenschaftliche Betrügereien nehmen in alarmierendem Maße zu], wie eine Studie aufdeckt“ hat gerade den Vorhang gelüftet, hinter dem sich verbirgt, was viele seit Jahren behaupten. Es stellt sich heraus, dass „organisierte wissenschaftliche Betrügereien“ nicht nur ein paar betrügerische Doktoranden sind, die Daten manipulieren. Nein. Es handelt sich um eine globale Operation im industriellen Maßstab.

Der Studie zufolge haben wir es heute mit „ausgeklügelten globalen Netzwerken“ zu tun, die im Wesentlichen wie kriminelle Organisationen funktionieren. Sie fälschen nicht nur Ergebnisse, sondern erfinden ganze wissenschaftliche Karrieren. Sie verkaufen Autorenplätze in gefälschten Artikeln, als würden sie Eigentumswohnungen in Florida verkaufen.

Sie möchten „Erstautor“ einer bahnbrechenden Physikarbeit sein? Das kostet 5.000 Dollar. Sie möchten Mitautor sein? Wir haben einen Rabatt in Gang drei.

Die Studie stellt fest, dass dieser Betrug „die Wachstumsrate legitimer wissenschaftlicher Publikationen übertrifft“. Denken Sie darüber nach. Der Krebs wächst schneller als der Wirt.

Hilfe!

Und das Peer-Review-System, dieser viel gepriesene Schutzschild, der uns vor Fehlern bewahren soll? Es wirkt weniger wie ein Schutzschild als vielmehr wie ein Sieb.

Aber Moment mal. Bevor wir all dies auf dubiose „kriminelle Netzwerke” und namenlose Papierfabriken in Übersee schieben, sollten wir uns einmal etwas genauer umsehen. Denn die Fäulnis kommt nicht nur von außerhalb des Hauses. Sie kommt aus dem Keller.

Ich habe dies alles schon einmal gesehen. Ich habe es selbst erlebt.

Vor Jahren schrieb ich über meine Erfahrungen mit Peer-Reviews mit Dr. Michael Mann, dem Autor des berüchtigten „Hockeysticks“. Ich nannte ihn einen „Smooth Operator“ und meinte es auch so. In der Klimawissenschaft hat sich „Peer Review“ allzu oft zu „Pal Review“ [Pal = Kumpel, Komplice] gewandelt. Es ist ein gemütlicher Club, in dem Freunde die Arbeiten ihrer Freunde absegnen und, was noch wichtiger ist, die Veröffentlichung von Studien von Leuten wie mir blockieren, die es wagen, den „Konsens“ in Frage zu stellen.

Und wie ich in „Freedom of Information, My Okole“ ausführlich beschrieben hatte, habe ich jahrelang um die Daten und den Code hinter diesen steuerfinanzierten Studien gebeten. Und was habe ich bekommen? Ausflüchte. Ablehnungen. Wie Phil Jones zu Warwick Hughes sagte: „Warum sollte ich Ihnen meine Daten zeigen, wenn Sie nur etwas daran auszusetzen haben wollen?“

Das ist keine Wissenschaft. Das ist eine Priesterschaft, die ihr Dogma schützt.

Das derzeitige Peer-Review-System ist eine Black Box. Ein Herausgeber schickt einen Artikel an zwei oder drei anonyme Gutachter. Wenn diese Gutachter Freunde des Autors sind, wird der Artikel angenommen. Wenn der Autor ein Außenseiter oder Skeptiker ist, können die Gutachter den Artikel heimlich und ohne Rechenschaftspflicht ablehnen, aus Gründen, die nichts mit Wissenschaft zu tun haben, sondern nur mit dem Schutz ihrer Interessen.

Diese Graphik in deutscher Übersetzung:

Natürlich wird nur ein äußerst seltener, vollkommen ehrlicher Gutachter die Veröffentlichung einer Studie zulassen, welche die Grundlagen der Arbeit zerstört, die er sein Leben lang aufgebaut und erläutert hat. Upton Sinclair erklärte treffend: „Es ist schwierig, einem Menschen etwas verständlich zu machen, wenn sein Gehalt davon abhängt, dass er es nicht versteht.“ Ich nenne das die „Sinclair-Falle“, und es ist viel zu leicht, darin zu tappen.

Leider ist die Sinclair-Falle für Wissenschaftler noch schlimmer, weil es nicht nur um Geld geht. Ich habe bereits gesagt, dass „Wissenschaft ein blutiger Sport ist“. Damit meinte ich, dass jede neue wissenschaftliche Entdeckung oder Erkenntnis sehr kostspielig sein kann, nicht nur in Bezug auf das Gehalt, sondern auch in Bezug auf den geschätzten beruflichen Ruf der Vertreter der bisherigen Ansicht.

Es muss nicht teuer sein, wenn der Wissenschaftler, dessen frühere Arbeit diskreditiert wird, ehrlich und offen damit umgeht und bereit ist, voranzukommen und das neue Verständnis anzunehmen und weiterzuentwickeln.

Aber das gilt nicht für alle Wissenschaftler.

Und nun sehen wir das Ergebnis. Ein System, das so undurchsichtig und unkontrollierbar ist, dass es einerseits von kriminellen Syndikaten und andererseits von ideologischen Torwächtern ausgenutzt werden kann.

Was sollen wir also tun? Sollen wir einfach die Hände hochwerfen und sagen: „Wissenschaft ist schwierig“?

Nein. Auf keinen Fall.

Wir brauchen eine grundlegende Überarbeitung. Eine vollständige Abschaffung der Geheimhaltung, die es diesem Problem ermöglicht, im Verborgenen zu gedeihen.

Ich habe bereits zuvor eine Lösung vorgeschlagen, und ich werde sie erneut vorschlagen. Ich nenne sie „Peer Review Plus”.

So funktioniert sie: Sie ist einfach, kostengünstig und würde 90 % dieser Probleme über Nacht lösen.

Zunächst einmal behalten Sie das traditionelle Peer-Review-Verfahren bei. Aber hier kommt der Clou: Sie veröffentlichen alles.

Wenn ein Artikel veröffentlicht wird, dann nicht nur der Artikel selbst. Man veröffentlicht die gesamte Korrespondenz zwischen den Autoren und den Gutachtern. Man veröffentlicht die Namen der Gutachter und Herausgeber. Man veröffentlicht ihre Einwände und die Gegenargumente der Autoren.

Lassen Sie die Welt sehen, wie die Wurst gemacht wurde. Wenn ein Gutachter einen Artikel genehmigt hat, weil er mit dem Autor befreundet ist, wird das offensichtlich sein. Wenn ein Gutachter einen Artikel abgelehnt hat, weil ihm die Schlussfolgerung nicht gefallen hat, wird das ebenfalls offensichtlich sein.

Aber ich möchte noch weiter gehen.

Wir sollten auch alle wertvollen abgelehnten Artikel veröffentlichen.

Wissenschaft funktioniert durch Falsifizierung. Wenn ein Artikel abgelehnt wird, liegt das in der Regel daran, dass ein Gutachter einen Fehler gefunden hat. Diese Falsifizierung, ob gültig oder nicht, ist ein wertvoller wissenschaftlicher Beitrag. Aber derzeit landet sie im Mülleimer der Geschichte.

Wenn ein Gutachter meinen Artikel ablehnt, möchte ich, dass diese Ablehnung – und meine Antwort darauf – öffentlich zugänglich ist. Die Community soll entscheiden, ob die Ablehnung gültig war oder nur eine Form der Zensur.

Wir brauchen auch ein „Open Review”-System, bei dem die Veröffentlichung der Daten und des Codes obligatorisch ist. Mein Freund Mosh pflegte immer zu sagen: „Kein Code, keine Daten, keine Wissenschaft”. Das sollte zu „nicht veröffentlichen!” führen. Punkt.

Und dann, sobald es veröffentlicht ist, öffnen Sie die Diskussion. Erlauben Sie moderierte, nicht anonyme Kommentare im Internet von der größeren wissenschaftlichen Gemeinschaft und der Öffentlichkeit. Die Wahrheit ist, dass diese öffentliche Begutachtung durch die größere Welt die einzig wirklich wertvolle Begutachtung ist.

Die Studie der Northwestern University besagt, dass wir „uns selbst besser kontrollieren“ müssen. Damit haben sie halbwegs Recht. Wir brauchen nicht mehr Kontrolle. Wir brauchen mehr Licht und mehr Transparenz. Sonnenlicht ist das beste Desinfektionsmittel. Derzeit arbeitet die wissenschaftliche Gemeinschaft in einem fensterlosen Raum, und der Schimmel breitet sich aus.

Wir müssen aufhören, „Peer Reviewed“ als Siegel göttlicher Wahrheit zu betrachten, und anfangen, es als das zu behandeln, was es ist: ein fehlbarer, menschlicher und derzeit zutiefst korrumpierbarer Prozess.

Solange wir die Türen nicht aufstoßen und die Öffentlichkeit sehen lassen, wer wen bezahlt, wer wen begutachtet, welche Einwände gegen die Studie vorgebracht wurden und wo sich die Daten tatsächlich befinden, wird dieser Betrug weitergehen. Die Papierfabriken werden weiter produzieren, die Kumpels werden weiter begutachten, und das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Wissenschaft wird seinen langen, langsamen Abstieg in den Abgrund fortsetzen.

Sowohl die Öffentlichkeit als auch die Wissenschaftler verdienen Besseres.

NACHTRAG: Nachdem ich Obiges geschrieben hatte, dachte ich, ich würde Perplexity nutzen, um mich über die Geschichte des Peer-Review-Verfahrens zu informieren. Wie immer gibt es für mich noch viel zu lernen. Das ist eine gute Frage für KI, da die Geschichte kein besonders umstrittenes Thema ist. Ich fragte:

Wie sieht die Historie des Peer-Review-Verfahrens in wissenschaftlichen Publikationen aus? Wer hat sich dafür eingesetzt? Wer hat Einwände dagegen erhoben?

Ich fügte meine üblichen Anweisungen hinzu, nicht zu raten, Primärquellen zu verwenden und ähnliches. Hier ist die Antwort:

===

Das Peer-Review-Verfahren in wissenschaftlichen Publikationen entwickelte sich schrittweise von informellen redaktionellen Konsultationen im 17. Jahrhundert zu einem standardisierten externen Begutachtungsverfahren nach dem Zweiten Weltkrieg, mit starker institutioneller Unterstützung durch große wissenschaftliche Gesellschaften und führende Fachzeitschriften sowie anhaltender Kritik von Wissenschaftlern und Fachleuten, die argumentierten, dass es konservativ, voreingenommen und oft unzuverlässig sei. Das moderne Peer-Review-Verfahren wurde nicht von einer einzelnen Person „erfunden“, und die erhaltenen historischen Dokumente lassen keine Zuordnung zu einer bestimmten Person zu. Vielmehr entstand es durch schrittweise Abläufe in Zeitschriften wie den Philosophical Transactions of the Royal Society und später durch formelle Richtlinien in Zeitschriften wie Nature. [1] [2] [3] [4] [5] [6] [7]

 Frühe redaktionelle Überprüfung (17.–18. Jahrhundert)

• Im Jahr 1665 begann Henry Oldenburg mit der Herausgabe der Philosophical Transactions of the Royal Society und holte Rat von sachkundigen Kollegen ein, um zu entscheiden, welche Beiträge gedruckt werden sollten. Historiker betrachten dies als Vorläufer des formellen Begutachtungsverfahrens, obwohl es sich dabei nicht um eine systematische externe Begutachtung im modernen Sinne handelte. [2] [8] [7]

• Im 18. Jahrhundert schuf die Royal Society einen Ausschuss für Veröffentlichungen, der Manuskripte annehmen, zurückstellen, ablehnen oder zur fachlichen Begutachtung an bestimmte Mitglieder weiterleiten konnte, wodurch interne wissenschaftliche Beurteilung in die Satzung der Zeitschrift eingebettet wurde, jedoch weiterhin ohne standardisierte, anonyme externe Begutachtung. [3] [8] [7]

 Institutionalisierung im 19. Jahrhundert

• Im 19. Jahrhundert verwendeten Philosophical Transactions und andere Fachzeitschriften zunehmend schriftliche Gutachten ausgewählter Gutachter, oft Mitglieder der Gesellschaft, um Entscheidungen bzgl. Veröffentlichungen zu treffen, wodurch der Prozess formeller und kollektiver wurde als Oldenburgs weitgehend persönliche redaktionelle Kontrolle. [7] [3]

• Wissenschaftshistoriker betonen, dass die Verfahren je nach Zeitschrift und Fachgebiet sehr unterschiedlich waren und dass selbst dort, wo Gutachten existierten, diese noch keine allgemeine oder einheitliche Anforderung für alle wissenschaftlichen Arbeiten waren. [4] [2]

 Die „moderne“ Begutachtung im 20. Jahrhundert

• Nach dem Zweiten Weltkrieg führten das rasante Wachstum der Anzahl von Manuskripten, die Ausweitung der Fachgebiete und das steigende Ansehen von Fachzeitschriften dazu, dass viele Zeitschriften routinemäßig externe Begutachtungen durch Fachleute einführten, was oft als die Geburtsstunde des „modernen“ Peer-Review-Verfahrens angesehen wird. [9] [1] [4]

• Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre verfügten führende Zeitschriften wie Nature über formelle Peer-Review-Systeme, und der Begriff „Peer Review” selbst fand breite Verwendung, unterstützt durch Infrastrukturen zur Zitate-Verfolgung, die Veröffentlichungen in peer-reviewten Publikationen belohnten. [10] [4] [9]

 Wer hat sich für die Begutachtung durch Fachkollegen eingesetzt?

• Dokumentarische Belege zeigen, dass Funktionäre und Vorstände wissenschaftlicher Gesellschaften, insbesondere der Royal Society of London und ähnlicher Einrichtungen in Europa und Nordamerika, auf eine systematischere Begutachtung durch Experten drängten, um den wissenschaftlichen Ruf zu schützen, begrenzte Druckbudgets zu verwalten und die wachsende Zahl von Einreichungen zu filtern. [2] [3] [7]

• Herausgeber und Verleger bedeutender Fachzeitschriften in den Bereichen Medizin und Naturwissenschaften förderten Mitte des 20. Jahrhunderts die externe Begutachtung durch Fachkollegen als Instrument zur Qualitätskontrolle und als Gatekeeping- Verfahren. Später verstärkten Regierungs- und Förderbehörden dessen Einsatz, indem sie die Bewertung von Forschungsleistungen und die berufliche Laufbahn an die Veröffentlichung in Fachzeitschriften mit Peer-Review-Verfahren knüpften. [6] [1] [4]

 Wer war gegen Peer Review?

• Historische und zeitgenössische Analysen dokumentieren Einwände von prominenten Wissenschaftlern, darunter Albert Einstein, der sich deutlich dagegen wehrte, als eine seiner Arbeiten einer anonymen externen Begutachtung unterzogen wurde, sowie von späteren Kritikern, die argumentieren, dass Peer-Review innovative oder unkonventionelle Arbeiten unterdrücken kann. [5] [11]

• Methodologische Kritiken in der biomedizinischen und sozialwissenschaftlichen Literatur haben Probleme wie geringe Übereinstimmung zwischen den Gutachtern, Voreingenommenheit, konservative Präferenz für etablierte Paradigmen und begrenzte Fähigkeit zur Erkennung von Fehlern oder Betrug aufgezeigt, und einige Wissenschaftler haben umfassende Reformen oder sogar die Abschaffung der traditionellen Peer-Review vor der Veröffentlichung zugunsten alternativer Modelle gefordert. [12] [13] [1] [6]

Einschränkungen: Die erhaltenen Primärdokumente (Redaktionsprotokolle, Korrespondenz, Gutachten) sind unvollständig und je nach Zeitschrift unterschiedlich, sodass die Zuordnung der „ersten Verwendung” und die Listen der Personen, die sich dafür oder dagegen ausgesprochen haben, zwangsläufig unvollständig sind und keine Primärquelle eine vollständige, definitive Chronologie für alle Disziplinen liefert. [14] [7] [2]

 [1](https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11215012/)

[2](https://ethos.lps.library.cmu.edu/article/id/19/)

[3](https://arts.st-andrews.ac.uk/philosophicaltransactions/brief-history-of-phil-trans/phil-trans-in-19th-century/)

[4](https://blog.f1000.com/2020/01/31/a-brief-history-of-peer-review/)

[5](https://theconversation.com/hate-the-peer-review-process-einstein-did-too-27405)

[6](https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4975196/)

[7](https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4360128/)

[8](https://arts.st-andrews.ac.uk/philosophicaltransactions/brief-history-of-phil-trans/phil-trans-in-18th-century/)

[9](https://mitcommlab.mit.edu/broad/commkit/peer-review-a-historical-perspective/)

[10](https://www.youtube.com/watch?v=RGuaua10oRE)

[11](https://www.experimental-history.com/p/the-rise-and-fall-of-peer-review)

[12](https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12127284/)

[13](https://mediatheoryjournal.org/2018/09/03/mieke-bal-lets-abolish-the-peer-review-system/)

[14](https://www.nature.com/articles/d41586-024-03287-4)

Link: https://wattsupwiththat.com/2025/11/29/peer-reviewing-peer-review/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Anmerkungen zu Brüssel vom ehemaligen Ministerpräsidenten und Präsidenten der Tschechischen Republik Prof. Dr. Vaclav Klaus

Vorbemerkung der EIKE-Redaktion: EIKE ist für Klima und Energie zuständig, aber auch für politische Kritik und Diskussionen zu diesen Themen. Im folgenden Vortrag von Prof. Dr. Vaclav Klaus, ehemaliger Ministerpräsident und Präsident der Tschechischen Republik (hier), gibt es keine Beschränkung auf EIKE-Themen. Dazu hätten wir ganze Passagen aus seiner Rede herausschneiden müssten und die Rede wäre unleserlich geworden.  Wir machen lediglich darauf aufmerksam, dass diejenigenTeile der Rede von V. Klaus, die nicht EIKE-Themen sind, hier weder kommentiert, noch thematisiert werden. Formal maßgebend für diese EIKE-News sind die Teile der Rede, die direkt oder indirekt zur Klima- und Energiepolitik der EU gehören wie „Klimaschutz“, „green Deal“, CO2-Bepreisung, Abschaffung des Verbrenner-Motors und weitere unsere Industrie vernichtenden Maßnahmen. EIKE lehnt bekanntlich diese EU-Politik ab, weil sie ideologisch, aber nicht sachlich ist und Deutschland schadet.

Die Rede von Vaclav Klaus ist in Englisch und wurde von uns ins Deutsche übersetzt. Einige EIKE-Mitglieder sind mit Vaclav Klaus persönlich bekannt, so dass auch EIKE immer wieder einmal seine Reden hier publizieren kann. Diesmal ist es seine Rede im MCC Brussels (hier). Sie hat den Arbeitstitel The Battle for the Soul of Europe.

 

Anmerkungen zu Brüssel MCC1)

Vaclav Klaus

3. Dezember 2025

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für die Einladung zu dieser wichtigen Veranstaltung und für die Möglichkeit, hier zu sprechen. Hier in Brüssel. Ich habe etwas Stress den Namen dieser Stadt zu nennen. Für die meisten von Ihnen ist es wahrscheinlich ganz normal, nach Brüssel zu kommen, aber für mich ist das nicht so. Natürlich habe ich diese Stadt während meiner Zeit als Ministerpräsident und Präsident der Tschechischen Republik oft besucht, aber das ist vorbei. In den letzten mehr als zehn Jahren war ich nur einmal in Brüssel. Die Stadt ist nicht mehr die Stadt meiner Träume. Sie hat sich in vielerlei Hinsicht stark verändert seit 1962, als ich hier zufällig an einem Basketballturnier teilgenommen habe.

Es ist neun Jahre her, im Jahr 2016, seit ich das letzte Mal hier war. Ich kam hierher, um die flämische Version meines Buches „Europe All Inclusive: A Brief Guide to Understanding the Current Migration Crisis” ( Europa All Inclusive: Ein kurzer Leitfaden zum Verständnis der aktuellen Migrationskrise) vorzustellen. Dieses Buch kritisierte scharf die Zustimmung Westeuropas (und der EU) zur Masseneinwanderung nach Europa, kritisierte Angela Merkels Slogan „Wir schaffen das” und kritisierte die weit verbreitete europäische Illusion, dass es normal sei zu migrieren und dass jeder das Recht dazu habe. Diese Idee ist eine direkte Ablehnung des Konzepts des Nationalstaates. Wir sehen die Folgen an vielen Orten in Europa, Großbritannien ist in dieser Hinsicht wahrscheinlich führend.

Ich habe wiederholt argumentiert, dass wir die Gründe für Migration falsch interpretieren. Die europäische Nachfrage nach Migranten war als Quelle der Migration viel wichtiger als ihr Angebot. Nicht umgekehrt, wie es normalerweise behauptet wird. Ich erinnere mich, dass das belgische öffentlich-rechtliche Fernsehen während dieses Besuchs mir und meinen Ansichten gegenüber äußerst aggressiv war. Ich habe fast keine ähnlichen Erfahrungen gemacht – ehemalige Staatschefs genießen im Ausland normalerweise zumindest einen gewissen grundlegenden Respekt. Zu Hause ist das natürlich etwas anderes.

Seit den 1990er Jahren ist Brüssel zu einem Inbegriff all dessen geworden, womit ein europäischer Demokrat nicht einverstanden sein kann. Ich bin nicht einverstanden mit der Unterdrückung der Nationalstaaten und mit der Verherrlichung supranationaler Institutionen. Ich bin nicht einverstanden mit der Blockade elementarer Prinzipien der Marktwirtschaft und mit der Förderung lähmender Regulierung – einer Regulierung, die uns, die wir den Kommunismus erlebt haben, immer mehr an die alte zentrale Planwirtschaft erinnert. Politische Korrektheit und die fortwährende Bevormundung durch mächtige Brüsseler Eliten, die ohne elementare Kontrollmechanismen regieren, sind ebenso inakzeptabel. Diese Kontrollmechanismen sind für das Funktionieren der Demokratie unverzichtbar, existieren aber in der EU nicht.

Einige von uns haben ihr Leben dem Kampf gegen solche oder ähnliche Systeme gewidmet, die – wie viele Menschen jetzt verspätet zu verstehen beginnen – nicht nur mit dem offensichtlich unterdrückerischen und tragisch funktionierenden Kommunismus in Verbindung stehen. Wie wir sehen, stehen sie auch mit ähnlichen Systemen in Verbindung, die auf anderen kollektivistischen Ideologien basieren.

Ich entschuldige mich für diese schnelle und nur proklamatorische Zusammenfassung meiner Position, aber es ist unmöglich, diese Themen in einer kurzen Konferenzrede verständlich zu diskutieren.

Lassen Sie mich daher zwei Teilthemen als Beispiele für das aufgreifen, was ich für relevant halte.

Sie haben beschlossen, die heutige Konferenz „Kampf um die Seele Europas” zu nennen. Ist das ein korrekter und angemessener Titel? Ich glaube nicht. Es handelt sich um ein Thema, das ich vor sechzehn Jahren mit dem angesehenen Wiener Kardinal Christoph Schönborn bei einem Diskussionsforum in der bayerischen Stadt Passau erörtert habe. Die damals aufgeworfene Frage lautete: „Gibt es eine Seele Europas?” oder, in milderer Form, „Gibt es eine gemeinsame Idee von Europa?” Meine dortigen Ausführungen finden Sie auf meiner Website (auf Deutsch)2).

Die Europäer, die naiven Befürworter einer politischen Vereinigung Europas, die die Debatte in Passau organisiert hatten, suchten nach einem Konzept, das einen positiven „Europa-integrierenden Effekt” haben könnte. Ich war anderer Meinung. Wie ich damals sagte: „Europa hat keine gemeinsame Idee, es kann keine haben und es braucht auch keine.“ Stattdessen schlug ich vor, nach einem authentischen gemeinsamen Nenner zu suchen, den ich in der Freiheit sehe, etwas, das wirklich zu Europa gehört. Aber Freiheit ist nicht die Seele Europas. Freiheit ist eine soziale oder besser gesagt gesellschaftliche Vereinbarung, in der ein einzelner Mann (oder eine einzelne Frau) nicht vom Staat kontrolliert oder gelenkt wird.

Für Freiheit zu kämpfen bedeutet nicht, für eine pan-kontinentale Gemeinschaft oder für einen kulturell völlig homogenen Raum zu kämpfen. Europa ist nicht homogen. Wir sollten auch nicht so tun, als gäbe es eine gemeinsame Geschichte Europas (die es natürlich nicht gibt). Und wir sollten nicht künstlich eine „Seele Europas” erfinden. Solche Bemühungen können nur zur Verfälschung der Geschichte und der heutigen Realität führen. Unser Kontinent hat weder eine gemeinsame Idee noch eine Seele. Die Existenz einiger allgemein akzeptierter Werte ist wichtig, schafft aber keine Seele.

Ich betone immer wieder, dass die unbestreitbare Existenz eines europäischen Zivilisationsraums etwas völlig anderes ist als das künstliche Konstrukt namens Europäische Union. Wir sollten diese beiden Dinge nicht miteinander vermischen.

Ich habe die künstliche Intelligenz gefragt, ob ich jemals den Begriff „Seele Europas“ verwendet habe. Die Antwort war nein. Er (oder sie) sagte auch, dass ich den Begriff „kollektive Psyche Europas“ verwendet habe. Aber ich habe ihn ironisch verwendet, als etwas, das von den europäistischen Eliten in ihren Bemühungen zur Förderung des sehr fragwürdigen Projekts der politischen Vereinigung Europas propagiert wird.

Betrachten wir die EU einmal pragmatisch und realistisch. Es handelt sich um eine Gruppierung von Ländern, die einige gemeinsame Interessen haben und diese gemeinsam verfolgen wollen. Die Ökonomen würden von sogenannten öffentlichen Gütern auf kontinentaler Ebene sprechen, aber sie wissen, dass es davon nicht viele gibt.

Lassen Sie mich nun zu meinem zweiten Thema kommen. Ich nehme an einem europäischen Forum nach dem anderen teil. Die europäische Gesellschaft ist wohlhabend genug, um solche Zusammenkünfte großzügig zu finanzieren. Eine der prominenten Persönlichkeiten bei solchen Treffen ist Mario Draghi (aber wir könnten auch einige andere bekannte Konferenzredner nennen). Seine jüngste Rede in Rimini hat mich dazu veranlasst, ihn – auf einem Forum in Lugano – als den Gorbatschow der Europäischen Union von Ursula von der Leyen zu bezeichnen. Er spricht wie ein typischer „Perestroika“-Mann, falls sich noch jemand an diesen Begriff erinnert. Draghi möchte die Grundlage der aktuellen EU-Vereinbarungen intakt halten. Gorbatschow wollte ebenfalls den Kommunismus bewahren, strebte jedoch an, ihn – technokratisch – effizienter zu gestalten.

Nach dem Fall des Kommunismus lehnten wir – in den meisten mittel- und osteuropäischen Ländern – die Idee der Perestroika, diese Form eines „dritten Weges”, ab und erklärten stattdessen, dass wir den Kapitalismus, den ersten Weg, wollten. Ich möchte hier kein Geschichtsseminar halten, sondern spreche darüber, weil ich überzeugt bin, dass wir – in ähnlicher Weise – jetzt einen systemischen Wandel in ganz Europa brauchen.

Die Märkte sind nicht frei. Die Märkte in Europa wurden in den letzten Jahrzehnten so stark besteuert, reguliert und unterdrückt, dass wir – statt einer Informationsrevolution oder Digitalisierung – eine Rückkehr zu freien Märkten brauchen. Digitalisierung ist nicht das Gegenteil eines überregulierten Marktes, sondern eine Methode, um Regulierung einfacher und effizienter zu gestalten. Das Ziel der politischen Eliten ist es, uns effektiver zu regulieren. Heute befinden sich die Volkswirtschaften der EU-Länder in einer untergeordneten Position. Die Wirtschaft wird wieder einmal von der Politik diktiert.

Der Green Deal ist die offensichtlichste Verkörperung der grünen Politik, und trotz aller Kritik von vielen vernünftigen Gegnern gerät die EU immer tiefer in diese Falle, in diesen unverantwortlichen Irrtum. Um ihn zu beseitigen, brauchen wir die freie Meinungsäußerung als einzigen Weg zu einer grundlegenden Veränderung, nicht nur zu einer weiteren Perestroika.

Ich bin überzeugt, dass die MCC-Konferenz hier in Brüssel eine seltene Veranstaltung ist, die einen freien Meinungsaustausch ermöglicht. Ich danke Ihnen für die Einladung, hier zu sprechen.

 

  • 1) “Battle for the Soul of Europe”, MCC Brussels Conference, December 3, 2025, Brussels
  • 2) Notizen für Passau: Gibt es eine gemeinsame Idee Europas? Passauer Gespräche, Mediazentrum der Verlagsgruppe Passau, Passau, 16. September 2009; https://www.klaus.cz/clanky/1247

 




„Das Weißwaschen von Climategate geht weiter“ – Der Skandal eines Skandals

Robert Bradley Jr., MasterResource

Es ist unmöglich, etwas zu finden, wenn man nicht wirklich danach sucht… [Sir Muir Russells Ausschuss] hat nur CRU-Mitarbeiter befragt, nicht die Leute, die von CRU verleumdet worden waren.“ (Patrick Michaels, unten)

Am 16. Jahrestag von Climategate ist ein Leitartikel aus dem Jahr 2010 des verstorbenen Patrick J. Michaels aktueller denn je. Michaels, der scharfsinnigste Klimawissenschaftler, der sich gegen den alarmistischen Konsens aussprach, würde sich über das Scheitern des Pariser Abkommens und „Net Zero“ auf der diesjährigen COP30 freuen. Es folgt sein Leitartikel, der im Wall Street Journal (12. Juli 2010) veröffentlicht worden war.

Alarmisten der globalen Erwärmung fühlen sich nach dem Skandal um Datenmanipulationen im letzten Jahr bestätigt. Glauben Sie den „unabhängigen” Gutachten nicht.

Im November letzten Jahres gab es weltweit einen Aufschrei, als eine Fülle von E-Mails veröffentlicht worden war, die darauf hindeuteten, dass einige der weltweit führenden Klimaforscher sich berufliches Fehlverhalten, Datenmanipulationen und Fälschungen sowohl in der wissenschaftlichen Literatur als auch bei Klimadaten zuschulden kommen ließen, um das zu zeichnen, was der Wissenschaftler Keith Briffa als „eine schöne, ordentliche Geschichte” der Klima-Historie bezeichnete. Der Skandal wurde als „Climategate” bekannt.

Nun kommt eine angeblich unabhängige Überprüfung der Beweise zu dem Schluss, dass es „nichts zu sehen gibt”. Letzte Woche sprach die von der University of East Anglia in Auftrag gegebene und finanzierte „Unabhängige Überprüfung der E-Mails zum Klimawandel” die University of East Anglia frei. Den Vorsitz des Überprüfungsausschusses hatte Sir Muir Russell, ehemaliger Vizekanzler der University of Glasgow.

Herr Russell bemühte sich, sein aus vier weiteren Wissenschaftlern bestehendes Komitee als unabhängig darzustellen. Er erklärte gegenüber der Londoner Zeitung „The Times“, dass „es angesichts der Art der Vorwürfe richtig ist, dass jemand, der weder mit der Universität noch mit der Klimawissenschaftsgemeinschaft in Verbindung steht, die Beweise prüft und auf der Grundlage seiner Erkenntnisse Empfehlungen ausspricht“.

Keine Verbindungen? Eines der vier Mitglieder des Gremiums, Prof. Geoffrey Boulton, war 18 Jahre lang an der Fakultät für Umweltwissenschaften der University of East Anglia tätig. Zu Beginn seiner Amtszeit wurde die Climatic Research Unit (CRU) – die Quelle der Climategate-E-Mails – an Boultons Fakultät in East Anglia gegründet. Im vergangenen Dezember unterzeichnete Boulton eine Petition, in der er erklärte, dass die Wissenschaftler, welche die globalen Klimadaten in East Anglia erhoben hatten, „höchste professionelle Integrität“ bewiesen hätten.

Diese angeblich unabhängige Überprüfung folgt auf zwei andere – eine von der University of East Anglia selbst und eine von der Penn State University, die beide im Frühjahr abgeschlossen wurden und sich auf ihren eigenen Mitarbeiter bezogen, Prof. Michael Mann. Mann war einer der Hauptakteure des Climategate-Skandals, der einen Plan vorschlug, der in E-Mails klar dargelegt wurde und deren Echtheit Herr Mann nicht angezweifelt hat, um eine wissenschaftliche Zeitschrift zu zerstören, die es gewagt hatte, drei Artikel zu veröffentlichen, mit denen er und seine Freunde aus East Anglia nicht einverstanden waren. Auch diese beiden Untersuchungen sahen nichts Verwerfliches. So kam die Penn State University beispielsweise zu dem Schluss, dass Dr. Michael E. Mann weder direkt noch indirekt an Handlungen beteiligt war, die ernsthaft von den in der akademischen Gemeinschaft akzeptierten Verfahren abwichen.

Leser beider früherer Berichte sollten wissen, dass beide Institutionen mehrere Millionen Dollar an staatlichen Fördermitteln für die Erforschung der globalen Erwärmung erhalten (was durch Einsichtnahme in die Fördermittelhistorie von Herrn Jones oder Herrn Mann bestätigt werden kann, die aus öffentlichen Quellen zusammengestellt wurde und online unter freerepublic.com verfügbar ist). Jedes Eingeständnis eines substanziellen wissenschaftlichen Fehlverhaltens würde wahrscheinlich zu einem erheblichen Verlust an Fördermitteln führen.

Es ist unmöglich, etwas Falsches zu finden, wenn man nicht wirklich danach sucht. In einer berühmten E-Mail vom 29. Mai 2008 schrieb Phil Jones, Direktor des CRU in East Anglia, unter dem Betreff „IPCC & FOI” an Mann: „Können Sie alle E-Mails löschen, die Sie mit Keith [Briffa] bezüglich AR4 [dem Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC)] ausgetauscht haben? Keith wird das Gleiche tun … Können Sie auch Gene [Wahl, einem Mitarbeiter des US-Handelsministeriums] eine E-Mail schicken, damit er das Gleiche tut … Wir werden Caspar [Amman vom US-amerikanischen National Center for Atmospheric Research] bitten, das Gleiche zu tun.”

Herr Jones schrieb später in einer E-Mail, dass er „eine Menge E-Mails gelöscht“ habe, damit jeder, der einen Antrag nach dem Freedom of Information Act stellen würde, nur sehr wenig erhalten würde. Laut Fred Pearce, Autor bei New Scientist, „haben Russell und sein Team Jones oder seine Kollegen nie gefragt, ob sie dies tatsächlich getan haben“.

Der Russell-Bericht stellt fest: „Was die Behauptung betrifft, Temperaturdaten zurückgehalten zu haben, so stellen wir fest, dass das CRU nicht in der Lage war, den Zugang zu solchen Daten zu verweigern.“ Wirklich? Hier ist, was CRU-Direktor Jones im Februar 2005 an den australischen Wissenschaftler Warrick Hughes schrieb: „Wir haben etwa 25 Jahre in diese Arbeit investiert. Warum sollte ich Ihnen die Daten zur Verfügung stellen, wenn Ihr Ziel darin besteht, Fehler darin zu finden[?]“

Dann gibt es noch das Problem der Einmischung in die Begutachtung durch Fachkollegen in der wissenschaftlichen Literatur. Auch hier konnte Russell keinen Fehler feststellen: „Was die Vorwürfe betrifft, dass es zu einer Untergrabung des Begutachtungs- oder Redaktionsprozesses durch Fachkollegen gekommen sei, finden wir keine Beweise, die dies belegen.“

Wirklich? Herr Mann behauptet, dass die Temperaturen vor etwa 800 Jahren, in der sogenannten mittelalterlichen Warmzeit, nicht so hoch waren wie die kürzlich gemessenen. Dies ist wichtig, denn wenn die heutigen Temperaturen nicht ungewöhnlich sind, lässt dies Zweifel an der Befürchtung aufkommen, dass die globale Erwärmung eine ernsthafte Bedrohung darstellt. Im Jahr 2003 veröffentlichten Willie Soon vom Smithsonian Institute und Sallie Baliunas von der Harvard University einen Artikel in der Fachzeitschrift Climate Research, in dem sie Manns Arbeit kritisierten, die auch im Widerspruch zu einer Vielzahl unabhängiger Studien zum Paläoklima stand. Es scheint also, dass der Artikel von Soon und Baliunas nur Teil des normalen wissenschaftlichen Diskurses war.

Aber Jones schrieb Mann am 11. März 2003: „Ich werde der Zeitschrift per E-Mail mitteilen, dass ich nichts mehr mit ihr zu tun haben will, bis sie diesen lästigen Herausgeber losgeworden ist, nämlich Chris de Freitas von der Universität Auckland.“ Mann antwortete Jones noch am gleichen Tag: „Ich denke, wir sollten Climate Research nicht mehr als seriöse Fachzeitschrift mit Peer-Review betrachten. Vielleicht sollten wir unsere Kollegen dazu ermutigen, keine Artikel mehr bei dieser Zeitschrift einzureichen oder zu zitieren. Wir müssten auch überlegen, was wir unseren vernünftigeren Kollegen, die derzeit im Herausgeberbeirat sitzen, sagen oder von ihnen verlangen.“

Mann schrieb schließlich am 11. Juli 2003 an Jones: „Ich denke, die Gemeinschaft sollte … ihre Beteiligung an dieser Zeitschrift auf allen Ebenen beenden … und sie in Vergessenheit und Verruf geraten lassen.“

Climate Research und mehrere andere Fachzeitschriften akzeptieren keine Beiträge mehr, welche die gängige Meinung zum Thema globale Erwärmung, wie sie vom CRU vertreten wird, grundlegend in Frage stellen. Seit den CRU-Machenschaften wurden vier meiner Manuskripte, die völlig in Ordnung waren, ohne weitere Prüfung abgelehnt, und ich bin bei weitem nicht der Einzige. Roy Spencer von der University of Alabama in Huntsville hat festgestellt, dass es fast unmöglich geworden ist, in Fachzeitschriften mit Peer-Review etwas zum Thema globale Erwärmung zu veröffentlichen, das nicht alarmistisch ist.

Natürlich hat Russell nicht untersucht, ob die in den Climategate-E-Mails diskutierten hässlichen Druckmethoden irgendwelche Konsequenzen hatten. Das liegt daran, dass sie nur CRU-Mitarbeiter interviewt haben, nicht aber die Leute, die CRU schlecht gemacht hatte.

Link: https://wattsupwiththat.com/2025/11/28/the-climategate-whitewash-continues-scandal-of-a-scandal/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Wenn die BBC Net Zero niemals hinterfragt, könnten die Journalisten genauso gut durch ChatGPT ersetzt werden.

Chris Morrison, THE DAILY SCEPTIC

Denken Sie an Justin Rowlatt von der BBC, der sich bedrückt und unbehaglich auf den baumlosen „Highway of Shame” zum Flughafen Belém begibt und über die Trümmer der gescheiterten COP30 nachdenkt. Er ist kein Mann ohne Intelligenz, daher kann er sich ausrechnen, dass der größte Teil der Welt gerade der Gefahr des „Großen Sprungs nach vorn” entgangen ist, den die Net-Zero-Phantasterei ausgelöst hat. Das Unbehagen entsteht, wenn er an seine Blütezeit zurückdenkt, in der er eine immer unwahrscheinlichere „feststehende“ klimawissenschaftliche Erzählung verbreitete, die bewusst alle Fakten und Meinungen ignorierte, die der politischen Agenda von Net Zero zuwiderliefen. Alles umsonst, könnte er denken, abgesehen natürlich von der überschwänglichen Verehrung, die er in der BBC-Blase im Norden Londons genießt. Aber jetzt, da Netto-Null am Ende ist, müssen er und die zahlreichen anderen, von der BBC-Klimapolitik profitierenden Aktivisten sich vage bewusst sein, dass eine vereinfachte, vorbestimmte, aber zunehmend veraltete Erzählung in Zukunft leicht durch KI ersetzt werden kann.

Die Meinungen mögen auseinandergehen, aber eine entsprechend programmierte KI könnte leicht einen Großteil der Klimaberichterstattung der BBC aus den letzten zwei Jahrzehnten reproduzieren.

Falls man jahrelang einer bestimmten Erzählung folgt, indem man sich die schlimmsten computergestützten Klimapanik-Erfindungen herauspickt, um eine Massenklimapsychose auszulösen, dann wird die KI einen einholen. Es ist eine Sache von Sekunden, eine wissenschaftliche Arbeit in Grok zu laden und es zu bitten, eine alarmistische Geschichte zu produzieren, die sich auf die beängstigendsten Vorhersagen „Wissenschaftler sagen“ im Stil eines ausgewählten Mainstream-Medienaktivisten konzentriert. Es wird einfach und erheblich billiger sein, den Klimaschwindel aufrechtzuerhalten, da alle Debatten weiterhin unterbunden, konkurrierende Meinungen ignoriert und die Intelligenz des britischen Volkes wie gewohnt täglich beleidigt werden.

Die BBC ist einer der wichtigsten Förderer des Oxford Climate Journalism Network (OCJN), das einen sechsmonatigen Vorbereitungskurs für Journalisten anbietet. Eine der jüngsten Testaufgaben bestand darin, die Teilnehmer zu bitten, einen Artikel darüber zu schreiben, warum eine Frucht wie die Mango in diesem Jahr aufgrund des Klimawandels weniger schmackhaft war als im letzten Jahr. Warum nicht Grok bitten, dies mit einer festgelegten Anzahl von Wörtern zu tun – das ist viel einfacher. Aber Grok ist ausgewogener als gefälschte Klimajournalisten – es liefert auch einen plausiblen Artikel ähnlicher Länge, in dem erklärt wird, warum Mangos aufgrund des Klimawandels derzeit schmackhafter sind.

Ihr Korrespondent ist seit einigen Jahrzehnten im Journalismus tätig und hat erstaunliche Veränderungen miterlebt. Eine seiner ersten Aufgaben bestand darin, eine monatliche Seite mit dem Titel „Große Verluste und Katastrophen” zusammenzustellen, für die er kurze Zusammenfassungen aus verschiedenen Nachrichtenquellen verfassen musste. Das war zeitaufwändig und erforderte gründliche Recherchearbeit, aber heute könnte dies innerhalb von Sekunden von einer KI erledigt werden. Das Verfassen von Artikeln, das Erstellen von Texten auf der Grundlage von Pressemitteilungen und das Nachplappern dessen, was alle anderen Journalisten sagen, kann zunehmend einem automatisierten Prozess überlassen werden. KI ist besonders gut darin, eine Echokammer zu replizieren.

Alle sechs Monate melden sich über 100 Journalisten aus aller Welt für den OCJN-Kurs an. Warum halten sie es für angemessen, dass ein kritischer Journalist die gleiche Erzählung übernimmt und sich vorschreiben lässt, wie man „richtig” über die sogenannte Klimakrise schreibt? Der „Green Blob” in Form des ehemaligen Finanzchefs von Extinction Rebellion, Sir Christopher Hohn, bezahlt ihre Ausbildung, und es wäre naiv anzunehmen, dass der „Green Blob” keine Gegenleistung für seine beträchtliche Investition erwartet.

Anfang dieses Jahres teilte uns der leitende Wettermoderator der BBC Simon King mit, dass die durchschnittliche Temperatur im Frühjahr in Großbritannien seit 1970 um 1,8 °C gestiegen ist.

Er schrieb Folgendes:

Die durchschnittliche Temperatur im Frühling ist seit 1970 um 1,8 °C gestiegen, wodurch diese Jahreszeit für alle vier Nationen von UK zur sich am schnellsten erwärmenden Jahreszeit geworden ist.

In einer Pressemitteilung von Climate Central, das von Green Blob finanziert wird, heißt es dazu:

Die durchschnittliche Temperatur im Frühling ist in UK seit 1970 um 1,8 °C gestiegen, wodurch der Frühling zur sich am schnellsten erwärmenden Jahreszeit für das gesamte UK geworden ist.

Wo liegt darin der zusätzliche Wert für die Berichterstattung? Warum scheint der leitende Wettermoderator der BBC nicht in der Lage zu sein, sich die Temperaturkurve des Met Office anzusehen, aus der eindeutig hervorgeht, dass die Temperaturen in diesem Zeitraum um 1,3 °C gestiegen sind? Aber es kommt noch schlimmer, denn 1970 ist ein Datum, das von den Aktivisten von Climate Central als Tiefpunkt nach einem Rückgang der Temperaturen in Großbritannien seit etwa 1940 herausgegriffen wurde. Wenn man 80 Jahre zurückgeht, um einen aussagekräftigeren Klimatrend zu erhalten, sinkt der Wert auf 0,85 °C. Und diese Temperaturen, insbesondere die jüngsten, sind durch große unnatürliche Wärmeverfälschungen aufgebläht, die ein offensichtliches Merkmal der Messungen des Met Office sind. Insgesamt dürfte der Temperaturanstieg im britischen Frühling ähnlich hoch sein wie die Erwärmung um 1 °C, die seit dem Ende der Kleinen Eiszeit Mitte des 19. Jahrhunderts zu verzeichnen war.

Paul Homewood schrieb am Dienstag einen ausgezeichneten Artikel im Daily Sceptic, in dem er feststellte, dass eine der Erkenntnisse von Belém der Niedergang Europas als Machtfaktor in der Weltpolitik sei. „Während die reichen westlichen Länder weiterhin entschlossen sind, das Netto-Null-Ziel ungeachtet der damit verbundenen Kosten und Schäden zu verfolgen, hat der Rest der Welt längst erkannt, dass fossile Brennstoffe ein lebenswichtiges Gut und kein Luxus sind“, stellte er fest. Der Rest der Welt schenke den Äußerungen von unbedeutenden Persönlichkeiten wie Ed Miliband und Wopke Hoekstra, dem EU-Klimakommissar, keine Beachtung mehr, fügte er hinzu.

Die BBC scheint zu sterben. Unfähig, sich angemessen auf die Anliegen ihres landesweiten Publikums einzustellen, unklar in Bezug auf den Unterschied zwischen Mann und Frau, scheinbar begeistert von einer Überlastung durch Migranten aufgrund offener Grenzen, beginnt ihr zunehmend lächerlicher Finanzierungsfluss zu versiegen. Ob sie mit ihrem voreingenommenen, identischen Nachrichtendienst und ihrem mageren Angebot an publikumsarmen, von Woke-Kultur besessenen Dramen auf dem freien Markt überleben könnte, ist ungewiss. Möglicherweise müssen große Einsparungen vorgenommen werden. KI spielt eine große Rolle in den zukünftigen BBC-Skripten, von Doctor Who bis zum Klimawandel.

Chris Morrison is the Daily Sceptic’s Environment Editor. Follow him on X.

Link: https://wattsupwiththat.com/2025/11/28/if-the-bbc-never-questions-net-zero-the-journalists-might-as-well-be-replaced-by-chatgpt/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Möchten Sie Asbest aus China in Ihren Windkraftanlagen?

Von Jo Nova

Ein weiterer Tag, gefangen im Unmöglichkeitsparadoxon – der Versuch, die Troposphäre kostengünstig zu verändern…

In Windkraftanlagen von GoldWind und nun auch in Vestas– Windkraftanlagen wurde Asbest gefunden. Beide verwendeten Bremsbeläge des chinesischen Unternehmens 3S Industry. Die Bremsbeläge sind klein und in den Aufzügen im Inneren der Türme verbaut, sodass derzeit keine Asbestfasern in Wälder und landwirtschaftliche Flächen gelangen. Dennoch werden keine ungeschützten Arbeiter mehr auf diese Windkraftanlagen geschickt, bis die Bremsbeläge ausgetauscht sind.

Wie Rachel Williamson bei Renew Economy jedoch anmerkt , handelt es sich dabei wahrscheinlich nur um die „Spitze des Eisbergs“:

„Mehrere Quellen bestätigten gegenüber Renew Economy, dass 3S Bremsbeläge an nahezu alle Windkraftanlagenhersteller (OEMs) in Australien liefert.“

https://www.3sindustry.com/

Für Windkraftanlagen werden Funktionskomponenten angeboten

Die Opposition auf Bundesebene fordert einen Baustopp für neue Windkraftanlagen angesichts der zunehmenden Asbestgefahr.. Beide Unternehmen haben eine unbekannte Anzahl von Anlagen unter Quarantäne gestellt. Selbst wenn das Gesundheitsrisiko gering ist, stellt dies bestenfalls eine weitere böse Überraschung, eine weitere Verzögerung und weitere Kosten für die erneuerbaren Energien dar.

Wer hätte gedacht, dass der Bau von Tausenden Quadratkilometern industrieller Infrastruktur zur Nutzung von Sonne und Wind so kompliziert sein würde?

Von Christine Middap , The Australian

Dies geschieht, nachdem der arbeitsmarkt- und wirtschaftspolitische Sprecher der Opposition, Tim Wilson, den Minister für Klimawandel und Energie, Chris Bowen, aufgefordert hat, eine nationale Sicherheitsüberprüfung und ein vorübergehendes Moratorium für die Installation neuer Windkraftanlagen anzuordnen. Er warnte vor den betrieblichen und reputationsbezogenen Risiken, die dieses Problem für den Übergang des Landes zu sauberer Energie darstellt.

„Die Einfuhr asbesthaltiger Güter nach Australien ist seit 2003 verboten, doch dieser Vorfall lässt vermuten, dass asbesthaltige Bauteile im Bereich der erneuerbaren Energien weit verbreitet gewesen sein könnten“, sagte er.

Wir sollten uns vielleicht nicht zu 100 % von China abhängig machen, um alle gewünschten Produkte herstellen zu lassen:

Der nationale Sekretär der Australian Workers Union, Paul Farrow, sagte, die Asbestfälle verdeutlichten das Risiko, sich beim Übergang Australiens zu erneuerbaren Energien vollständig auf ausländische Lieferketten zu verlassen.

„Wir bauen derzeit diese riesigen Infrastrukturprojekte mit nahezu null Prozent australischem Wertschöpfungsanteil. Das ist inakzeptabel und unsicher“, sagte er.

Wir würden die australische Produktion gern wiederbeleben, aber wir kaufen alles in China, weil wir uns nichts anderes mehr leisten können. Wenn wir Bremsbeläge und andere Bauteile selbst herstellen, wird erneuerbare Energie noch teurer als sie ohnehin schon ist. Vergessen wir nicht: In China sind die Dinge billiger, weil sie unsere Kohle verbrennen, ihre Arbeiter billiger entlohnen, die Qualitätskontrolle mangelhaft und die Umweltstandards katastrophal sind. Diesen Wettlauf wollen wir nicht gewinnen. Wie viele Menschen müssen wir heute töten, um einen einzigen Tüpfelbeutelmarder im Jahr 2095 zu retten? Wo sind diese Berechnungen?

Dennoch hätte es schlimmer kommen können. Wenigstens haben wir die in China hergestellten Bremsbeläge nicht in Kindergärten im ganzen Land verbaut und müssetn dann 70 Schulen schließen, um in Schutzanzügen die Teppiche zu reinigen.

https://joannenova.com.au/2025/11/would-you-like-asbestos-with-your-wind-turbines-from-china/