UMWELTZERSTÖRUNG : Energiewende verwüstet Guineas Landschaften*

  Dagmar Jestrzemski

===================

Öko-Kolonialismus pur: Rücksichtsloser Rohstoff-Raubbau auf dem Rücken
der Ärmsten der Armen, die nun auf Abraumhalden vegetieren müssen

===================

Auch ohne Kolonien wird der afrikanische Kontinent weiter ausgebeutet. Im Zuge der sogenannten „grünen, nachhaltigen Transformation“ hat sich der Wettlauf wohlhabender Länder um den Zugriff auf kritische und strategische Rohstoffe im globalen Süden weiter verschärft.

Für den Bau von Windkraftanlagen, Solarparks, Leitungssystemen und E-Autobatterien werden jährlich Millionen Tonnen diverser unterschiedlicher Metalle benötigt. Mit Nachhaltigkeit hat die Metall- und Bergbauindustrie allerdings nichts zu tun. Für die als „sauber“ und „erneuerbar“ bezeichnete Wind- und Solarenergie werden weltweit in immer größerem Ausmaß Landschaften verwüstet und Menschenrechte verletzt.

Im Wissen um die massiven ökologischen Schäden hat Deutschland 2016 den größten Einzelkredit für die Erweiterung der Sangaredi-Mine im Westen Guineas versichert, wo der Konzern Compagnie des Bauxites de Guinée (CBG) mit riesigen Maschinen das Aluminiumerz Bauxit abbaut. Aus Bauxit wird Aluminiumoxid und in einem weiteren Schritt Aluminium gewonnen, das für Fahrzeuge, Verpackungen, den Bausektor sowie für die Wind- und Solarindustrie gebraucht wird. Etwa 90 Prozent der deutschen Bauxit-Importe kommen aus diesem Teil Guineas.

Der von der Bundesregierung abgesicherte Kredit der deutschen Bank ING Diba beträgt 248 Millionen Euro. Die Bank verlangt dafür innerhalb von zwölf Jahren 218 Millionen Euro Zinsen, also 88 Prozent, also fast eine viertel Milliarde Euro. Mit der Ungebundenen Finanzkredit-Garantie (UFK) ist die Auflage verbunden, dass 15 Prozent des abgebauten Bauxits nach Deutschland exportiert werden. Geboten ist damit auch die Einhaltung internationaler Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtsstandards.

Davon ist vor Ort jedoch nichts zu merken. Darüber hat die Menschenrechtsorganisation Fian die Bundesregierung seit 2021 wiederholt informiert und Konsequenzen gefordert. Die Mine verseucht die Gewässer mit dem Bauxitschlamm und baggert Agrarland ab. Betroffen sind 20 Dörfer, deren Bewohner zum Teil auf eine Abraumhalde umgesiedelt wurden.

Teure Rückverstromung 

In diesem Zusammenhang lohnt der Blick auf aktuelle Entwicklungen im Bereich der Energiespeichersysteme. „Grüner“ Strom soll gemäß der 2022 beschlossenen „Nationalen Wasserstoffstrategie“ außerhalb Deutschlands „in großem Umfang in Regionen mit hohen Solar- und Windressourcen“ erzeugt werden. Gemeint sind Länder in Afrika und Lateinamerika, mit denen Deutschland sogenannte Wasserstoffabkommen geschlossen hat. Der Transport von Wasserstoff aus Wind- und Solarstrom kann aber nur bei sehr niedrigen Temperaturen (-253° C) oder hohen Drücken (>300bar) erfolgen, beides sehr energieintensive Prozesse, die zu hohen Verlusten führen. Für den Seetransport kommt Ammoniak aus Wasserstoff in Frage. Die Grundchemikalie Ammoniak kann als „CO2-neutraler“ Kraftstoff, Kältemittel und Energiespeicher eingesetzt werden. Eine bedarfsgerechte Rückverstromung wäre machbar, aber teuer, da Herstellung, Lagerung und Transport von Ammoniak hohe Sicherheitsvorkehrungen erfordern. Seit einigen Jahren wird daher nach einem geeigneten Metall als kohlenstofffreier chemischer Energiespeicher geforscht. Neuerdings richten sich die Hoffnungen auf Aluminium als Speicher- und Trägermedium für angeblich „klimaneutrale“ Energie aus „erneuerbaren“ Quellen.

Ähnlich wie vor Jahrhunderten nach dem „Stein der Weisen“ als Allheilmittel gesucht wurde, gilt heute ein sogenannter „Clean Circle“ als Ideal. Gemeint ist ein „innovativer Energie-Stoff-Kreislauf als zentraler Baustein der Energiewende“. So könnte es aussehen: Elektrischer Strom aus „erneuerbaren“ Quellen wird direkt chemisch in ein Metall mit hoher Energiedichte eingespeichert und somit lager- und transportfähig gemacht. An der TU Darmstadt wurde über Eisen als CO₂-freier Energieträger geforscht. Darauf aufbauend gilt derzeit Aluminium aufgrund seiner chemischen Eigenschaften und hohen Energiedichte als ausgezeichnet geeignet, „erneuerbare“ Energie zu speichern, lagern und zu transportieren.

Aluminium als Batterie

Damit beschäftigen sich Wissenschaftler des Projekts A-STEAM an der TU Darmstadt. Das Projekt wird über einen Zeitraum von fünf Jahren mit 2,5 Millionen Euro vom European Research Council – ERC gefördert. Die Forscher möchten sich die hohe Speicherkapazität von Aluminium für ein „innovatives Verfahren zur Dekarbonisierung der Industrie“ zunutze machen. Die Aufladung mit „grünem“ Strom erfolgt durch chemische Reduktion bei hohen Temperaturen. Dabei wird Aluminiumoxid zu Aluminium reduziert. In großen Mengen gespeichert, soll das Metall als CO₂-freier Energieträger und -speicher nutzbar gemacht werden, um Industriebetriebe vor Ort nach Bedarf mit Wasserstoff zu versorgen. Als sekundärer Energieträger ist Aluminium an ein System mit Lade- und Entladevorgang gebunden und kann wie eine Batterie eingesetzt werden.

Sollte es bei dieser Forschung zum Durchbruch kommen, dürfte das unbeabsichtigte Auswirkungen nach sich ziehen. Ein Run auf die globalen Bauxitlagerstätten könnte ausgelöst werden sowie ein Ansturm internationaler Investoren auf Drittweltländer, um in „Regionen mit hohen Solar- und Windressourcen“ größtmöglichen Profit mit „erneuerbarer“ Energie zu erwirtschaften.

=======================

)*  Anmerkung der EIKE-Redaktion :

Dieser Aufsatz ist zuerst erschienen in der Preußischen Allgemeinen Zeitung;  31. Juli 2025, S.7 ; EIKE dankt der PAZ-Redaktion sowie dem Autorin  Dagmar Jestrzemski  für die Gestattung der ungekürzten Übernahme, wie schon bei früheren Artikeln :   https://www.preussische-allgemeine.de/  ; Hervorhebungen im Text:  EIKE-Redaktion.

=======================




Eine Warnung von Baumringen

spaceweather.com

Wie schlimm kann ein Sonnensturm sein? Man frage einfach einen Baum. Im Gegensatz zu menschlichen Aufzeichnungen, die Hunderte von Jahren zurückreichen, können sich Bäume an Sonnenstürme über Jahrtausende hinweg erinnern.

Die Doktorandin Fusa Miyake von der Universität Nagoya machte diese Entdeckung im Jahr 2012, als sie Ringe im Stumpf einer 1900 Jahre alten japanischen Zeder untersuchte. Vor allem ein Ring erregte ihre Aufmerksamkeit. Er stammte aus den Jahren 774-75 n. Chr. und enthielt einen 12%igen Anstieg von Kohlenstoff-14 (14C), einem Isotop, das durch kosmische Strahlung erzeugt wird. Der Anstieg war 20 mal größer als gewöhnliche Schwankungen der kosmischen Strahlung. Andere Teams bestätigten den Anstieg in Holz aus Deutschland, Russland, den Vereinigten Staaten, Finnland und Neuseeland. Was immer auch geschah, Bäume auf der ganzen Welt legen Zeugnis davon ab.

Die meisten Forscher glauben, dass es sich um einen Sonnensturm handelte – einen außergewöhnlichen. Oft wird auf das Carrington-Ereignis von 1859 als das Worst-Case-Szenario für Sonnenstürme verwiesen. Der Sturm von 774-75 n. Chr. war mindestens 10-mal stärker; würde er sich heute ereignen, würde er die moderne Technik dem Erdboden gleichmachen. Seit Miyakes erster Entdeckung haben sie und andere vier weitere Beispiele bestätigt (7176 v. Chr., 5259 v. Chr., 664-663 v. Chr., 993 n. Chr.). Die Forscher nennen sie „Miyake-Ereignisse“.

Graphik: Die Kohlenstoff-14-Spitze von 774-775 n. Chr.. [mehr]

Es ist nicht klar, ob alle Miyake-Ereignisse durch die Sonne verursacht werden. Auch Supernova-Explosionen und Ausbrüche von Gammastrahlen erzeugen Kohlenstoffspitzen. Die Beweise deuten jedoch eher auf Sonnenstürme hin. Bei jedem der bestätigten Miyake-Ereignisse haben Forscher in Eisbohrkernen passende Spitzen von 10Be und/oder 36Cl gefunden. Diese Isotope sind dafür bekannt, dass sie auf starke Sonnenaktivität hinweisen. Außerdem gab es für das Miyake-Ereignis von 774-75 n. Chr. Augenzeugen; historische Berichte über Polarlichter in China und England deuten darauf hin, dass die Sonne zu dieser Zeit extrem aktiv war.

Die Miyake-Ereignisse haben Dendrochronologen (Wissenschaftler, die Baumringe untersuchen) in den Mittelpunkt der Weltraumwetter-Forschung gerückt. Nach Miyakes erster Entdeckung im Jahr 2012 begann die internationale Baumringgemeinschaft zusammenzuarbeiten, um nach Beweisen für solare Superstürme zu suchen. Ihre Zusammenarbeit wird als „COSMIC-Initiative“ bezeichnet. Die 2018 in der Zeitschrift Nature veröffentlichten COSMIC-Ergebnisse bestätigen, dass die Miyake-Ereignisse in den Jahren 774-75 n. Chr. und 993 n. Chr. tatsächlich global waren. In Bäumen auf fünf Kontinenten wurden Kohlenstoffspitzen nachgewiesen.

„Es könnte weitere Miyake-Ereignisse im gesamten Holozän geben“, sagt Irina Panyushkina, ein Mitglied der COSMIC-Initiative vom Labor für Baumringforschung der Universität Arizona. „Sie zu finden, wird ein langsamer und systematischer Prozess sein.“

Graphik: Eine globale Karte der COSMIC-Baumring- und Eiskernmessungen [mehr]

„Eine wichtige neue Quelle für jährliche 14C-Messungen sind schwimmende Baumring-Aufzeichnungen aus Europa und an den Großen Seen“, sagt Panyushkina. „Dies sind sehr alte Ringe, die möglicherweise 14C-Spitzen bis zu 15.000 Jahre zurück erfassen können. Ich glaube, dass wir irgendwann eine vollständige Aufzeichnung der Miyake-Ereignisse in diesem Zeitraum haben werden.“

Vor kurzem wurden vier weitere Kandidaten für Miyake-Ereignisse identifiziert (12.350 v. Chr., 5410 v. Chr., 1052 C. und 1279 C.). Der Kandidat von 12.350 v. Chr., identifiziert anhand von Baumringen in den französischen Alpen, ist möglicherweise mehr als doppelt so stark wie alle anderen Miyake-Ereignisse. Die Bestätigung erfordert die Überprüfung von Bäumen auf vielen Kontinenten und das Auffinden übereinstimmender Spitzen von 10Be und 36Cl in Eisbohrkernen.

Eine vollständige Übersicht über die Miyake-Ereignisse könnte uns Aufschluss darüber geben, wie oft solare Superstürme auftreten und wie groß die Gefahr ist, die die Sonne für eine technisierte Gesellschaft darstellt. Bleiben Sie auf dem Laufenden, was die Bäume betrifft.

Link: https://www.spaceweather.com/ vom 30. Januar 2025

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Strom für Daten-Zentren … ist KI die treibende Kraft?

Dr. Lars Schernikau

Linkedin Instagram Youtube Twitter

[Alle Hervorhebungen in diesem Beitrag im Original]

Gehen wir die KI-Revolution mit dem Kopf in der „Cloud“ an?

Falls ja, was ist tatsächlich notwendig, um die ständig steigende Nachfrage nach Cloud-Speicher, Streaming, Virtualisierung, künstlicher Intelligenz und natürlich Blockchain-Anwendungen einschließlich digitaler Währungen zu bewältigen?

Daten-Zentren!

… das sind riesige Serverfarmen, die aus Hunderten, manchmal Tausenden von Computerschränken bestehen, die übereinander gestapelt und geclustert sind … und all das dreht sich um Strom?

Diese immer leistungsfähigeren Computerchips (die all diese Funktionen und Anwendungen ermöglichen) benötigen erhebliche Mengen an Energie, um ihre komplexen parallelen Operationen auszuführen. Natürlich wird die neueste Chiptechnologie (einschließlich Quantencomputer) immer energieeffizienter, aber der Gesamtstrombedarf wird sich trotzdem vervielfachen.

Werfen wir einen Blick auf diese „neuen“ Infrastrukturprojekte im industriellen Maßstab, die unser künftiges Leben bestimmen werden, und gehen wir näher darauf ein.

Im Oxford Dictionary liest man:eine große Gruppe von vernetzten Computerservern, die typischerweise von Organisationen für die Fernspeicherung, -verarbeitung oder -verteilung großer Datenmengen verwendet werden“.

Wikipedia geht noch weiter und fügt ein bedeutendes Element hinzu: „Da der IT-Betrieb für die Kontinuität des Geschäftsbetriebs von entscheidender Bedeutung ist, umfasst er in der Regel redundante oder Backup-Komponenten und -Infrastrukturen für die Stromversorgung, Datenkommunikations-Verbindungen, Umgebungskontrollen (z. B. Klimaanlagen, Brandbekämpfung) und verschiedene Sicherheitseinrichtungen. Ein großes Rechenzentrum ist ein Betrieb im industriellen Maßstab und verbraucht so viel Strom wie eine mittelgroße Stadt“.

1. Rechenzentren, wo hat alles angefangen und wo stehen wir heute?

Cloud Computing hat vor weniger als einem Jahrzehnt wie eine Rakete abgehoben. Plattformen wie Dropbox, Unternehmenslösungen von Amazon und Microsoft und zahllose andere neue Cloud-Systeme tauchten in der Covid-Periode auf. Tatsächlich übertrafen die Cloud-Infrastrukturdienste im Jahr 2019 zum ersten Mal die Hard- und Software von Rechenzentren (90 Mrd. USD, laut Synergy Research Group [1]).

Gehen wir einen Schritt zurück zum ersten Rechenzentrum (genannt „Mainframe“), das 1945 gebaut wurde, um den ENIAC an der Universität von Pennsylvania unterzubringen. Der Electronic Numerical Integrator and Computer (ENIAC) war der erste elektronische, digital programmierbare Allzweckcomputer. Das US-Militär entwickelte den ENIAC zur Berechnung von Artillerie-Abschusstabellen. Er wurde jedoch erst Ende 1945 fertiggestellt. Sein erstes Programm war offenbar eine Machbarkeitsstudie für Atomwaffen. [2]

Großrechner aus den 50er und 60er Jahren markieren wahrscheinlich die legitime Geburtsstunde der Rechenzentren, großer Gebäude, in denen riesige Computeranlagen mit Vakuumröhren und Lochkartensystemen untergebracht sind.

In den 60er Jahren wurde der erste Supercomputer eingeführt, der CDC6600. Transistoren, Magnetbänder und Fortschritte bei der Vernetzung veränderten die Landschaft der „Rechenzentren“ in den 70er Jahren. Mit den Mikrocomputern der 80er Jahre verlagerte sich der Schwerpunkt auf die persönliche Datenverarbeitung, und erst in den 90er Jahren kam die „Erfindung“ des Internets und damit die Bedeutung großer „moderner“ vernetzter Rechenzentren wieder auf.

Die heutige Hochgeschwindigkeits-Datenübertragung ermöglicht ein anderes Niveau von Virtualisierung, Streaming, Cloud Computing, KI, Blockchain und mehr. Rechenzentren sind wieder in den Blickpunkt gerückt, weil ihr Strombedarf zu einem ernst zu nehmenden Thema geworden ist.

Da fortschrittliche Computerhardware die Effizienz erhöht, wird der Gesamtenergiebedarf weiter steigen und einen immer größeren Anteil am Gesamtstromverbrauch darstellen, wie in Irland, wo Rechenzentren bereits über 20 % des Strombedarfs ausmachen [3].

2. „Ladet mich auf!“ … Rechenzentren und KI brauchen Strom

Offenbar gibt es weltweit bereits über 11.000 Rechenzentren, die oft räumlich konzentriert sind. Die IEA [3] hat kürzlich richtig festgestellt, dass wir die Dinge ins rechte Licht rücken müssen. Im Jahr 2024 entfällt auf Rechenzentren nur etwa 1 % oder über 300 TWh des weltweiten Stromverbrauchs (Deutschland verbraucht etwa 2 %), und der jährliche Stromverbrauch von Rechenzentren weltweit macht bisher etwa die Hälfte des Stromverbrauchs von IT-Haushaltsgeräten wie Computern, Telefonen und Fernsehern aus. Aber es gibt kein Land, das in den kommenden Jahren schneller wächst als das „Rechenzentrumsland“… wir werden also einige große Veränderungen erleben (Abbildung 1).

Die IEA fährt fort, dass in großen Volkswirtschaften wie den Vereinigten Staaten, China und der Europäischen Union Rechenzentren bereits 2-4 % des gesamten Stromverbrauchs ausmachen, und da sie in der Regel räumlich konzentriert sind, können ihre lokalen Auswirkungen erheblich sein. In mindestens fünf US-Bundesstaaten macht dieser Sektor bereits mehr als 10 % des Stromverbrauchs aus, während es in Irland 20 % des gesamten Stromverbrauchs sind.

– Die IEA teilt auch mit, dass große Rechenzentren einen Strombedarf haben können, der dem eines Elektrolichtbogenofen-Stahlwerks entspricht. Allerdings ist es weniger wahrscheinlich, dass Stahlwerke konzentriert in einem geografischen Gebiet angesiedelt sind, wie es bei Rechenzentren der Fall ist.

Bloomberg 2024 [4] kommentierte den jüngsten Boom: „KI braucht so viel Strom, dass alte Kohlekraftwerke weiterbetrieben werden [müssen]“… und das ist keine Übertreibung. Es wird erwartet, dass die Stromnachfrage in den USA auf 1,5 % pro Jahr oder mehr steigt und damit die schnellste Wachstumsrate seit den 1990er Jahren erreicht. Elektrofahrzeuge, Batteriefabriken, Computerchipfabriken und andere von der Regierung subventionierte „Clean Tech“-Produktionsanlagen werden nur einen Teil dieser steigenden Nachfrage ausmachen. Dies birgt die Gefahr eines Zusammenbruchs der Energienetze. Natürlich müssen die alten Kohlekraftwerke einspringen, denn es gibt kein einziges Rechenzentrum, das mit einer intermittierenden Energiequelle wie Wind oder Sonne oder sogar mit schwankenden Flussläufen betrieben werden kann (siehe meinen Blog über Wasserkraft hier).

Unter Berücksichtigung der neuen KI-Technologie hat Brian Gitt einmal richtig gesagt, dass ein einziger KI-GPU-Chip von Nvidia heute etwa so viel Strom verbraucht wie ein typischer US-Haushalt ohne KI.

Noch interessanter ist die Aussage, dass der Spitzenstrombedarf (in GW) für Rechenzentren schneller wachsen könnte als der Stromverbrauch (TWh), was wir weltweit bereits beobachten können. McKinsey schätzt, dass sich der Spitzenstrombedarf für Rechenzentren allein in den USA auf 80 GW [5] verdreifachen wird, was dem gesamten derzeitigen Spitzenstrombedarf in Deutschland entspricht. Eine solche ununterbrochene Spitzenstromnachfrage zur Versorgung kann natürlich niemals aus einer Kombination von Wind, Sonne und Batterien kommen, da Batterien nur kurzzeitige Energiespeicher sind.

Im World Energy Outlook 2024 der IEA [6] wurde der Spitzenstrombedarf zum ersten Mal ausführlicher diskutiert. Unabhängig von KI und Rechenzentren wird die Primärenergienachfrage weiter wachsen, wobei die Stromnachfrage voraussichtlich 6-mal schneller steigen wird und die Spitzenstromnachfrage den Stromverbrauch übersteigt… über diese entscheidende Situation wurde in den nationalen energiepolitischen Gremien nur sehr wenig gesprochen!

Energie ist ein dreistufiges System (siehe meinen LinkedIn-Beitrag):

1. Spitzenleistung,

2. Elektrizität,

3. Primärenergie

◦ 40 % der Primärenergie bilden die Grundlage für die Stromerzeugung

◦ Elektrizität ist die Grundlage für die Deckung des Spitzenstrombedarfs

Auch wenn die Entwicklung von Rechenzentren durch Engpässe in der Versorgungskette und sogar im Stromnetz selbst behindert werden kann, schätzt die IEA [3] in ihrem Basisfall, dass Rechenzentren im nächsten Jahrzehnt 10 % des Wachstums der Stromnachfrage ausmachen werden, was ich als zu niedrig ansehe.

„Rechenzentren weisen eine außergewöhnlich hohe räumliche Konzentration auf, was angesichts ihres beträchtlichen Strombedarfs erhebliche Auswirkungen auf die lokalen Stromnetze hat“. Ich möchte auch argumentieren, dass die Entwicklung von Rechenzentren zu mehr Ausfällen im Stromnetz führen wird… siehe Abschnitt 5 Rechenzentren, KI, Krypto und die Umwelt weiter unten.

Abbildung 1: Investitionen in Rechenzentren in den USA, IEA [6]

 

Abbildung 2: Strombedarf von US-Rechenzentren, McKinsey [7]

3. Was sagen Google, Meta, Microsoft, Apple und Co.?

Um es gleich vorweg zu nehmen, ich bin ein begeisterter Techniknutzer und finde die Produkte und Dienstleistungen der genannten Unternehmen nicht nur hilfreich, sondern auch sehr wichtig für die Zukunft der Menschheit, auch wenn ich die Moral in Frage stelle. Ich kritisiere hier nur einen Aspekt aller 4 großen Unternehmen, und zwar die Energiepolitik, die nicht falsch interpretiert oder missverstanden werden soll.

Google, Meta, Microsoft, Apple und viele andere behaupten, ihre Rechenzentren zu 100 % mit erneuerbarer Energie zu versorgen, und unterstellen damit eine 100 %ige „Dekarbonisierung“, die nicht nur möglich, sondern offenbar auch schon erreicht ist [7].

Solche Behauptungen werden sogar in Bezug auf ihre in China ansässigen Rechenzentren aufgestellt. Dabei handelt es sich eindeutig um das, was wir als „Green Washing“ kennen, denn die meisten von uns „kaufen“ Gutschriften und wenden sie auf ihren Stromverbrauch an.

Am meisten beunruhigt vielleicht, dass diese großen Unternehmen schon seit langem gegen Kohle/Gas und für Wind- und Solarenergie sind. Erst in jüngster Zeit, als die Bedenken und Gesamtkosten von Wind- und Solarsystemen immer offensichtlicher wurden begannen sie, die Kernenergie zu befürworten. Um es klar zu sagen: Es gibt kein einziges Rechenzentrum auf der Welt, das mit intermittierendem Wind- und Solarstrom betrieben werden kann, das ist physikalisch unmöglich, und je mehr Marktanteile Wind- und Solaranlagen erobern, desto mehr steigen die Gesamtkosten. Bei diesem Tempo wird nicht einmal die Kernkraft in der Lage sein, unseren künftigen Energiebedarf unabhängig zu decken.

Ein weiterer interessanter Punkt sind die Betreiber von Rechenzentren, die behaupten, dass ihre Wasserkraftwerke zu 100 % „erneuerbar“ sind, und ich bitte, Folgendes zu bedenken (1): Wasserkraft ist eine begrenzte Ressource, und wenn die wachsende Nachfrage die Wasserkraft erschöpft, fällt jemand anderes, wie z.B. ein Krankenhaus, in einen Engpass bei der Energieversorgung und ist gezwungen, auf andere Energieträger auszuweichen, in der Regel auf Kohle oder Gas. Eine weitere unbestrittene Tatsache unter denjenigen, die sich mit Wasserkraft beschäftigen ist (2), dass Wasserkraft weit davon entfernt ist, „CO₂- oder kohlenstofffrei“ zu sein, wie es oft angepriesen wird. Mehr dazu in meinem Blogbeitrag „Die unpopuläre Wahrheit über Wasserkraft“.

Google ist ein besonders interessanter Fall. Nicht nur der Strombedarf von Google hat sich innerhalb von 5 Jahren verdoppelt, sondern auch die „CO₂-Intensität“ des Unternehmens hat sich pro MWh verdoppelt. Somit hat sich der „CO₂-Fußabdruck“ von Google vervierfacht (Abbildung 2). Dies scheint in völligem Widerspruch zu den „24/7 Carbon-Free“-Behauptungen des Unternehmens zu stehen… alles natürlich nur Selbstaussagen.

Wenn ich also sage, dass eine KI-Anfrage das 10-fache der Energie verbraucht, die eine Standard-Google-Suche verbraucht… dann bekommen Sie einen Eindruck davon, was auf uns zukommt… dabei sind die „Nicht-Such“-Anwendungen von KI, die in dieser Hinsicht viel wichtiger sind, noch gar nicht berücksichtigt.

Kritische Ausrüstung: Alle Betreiber von Rechenzentren und Investoren sehen sich mit Problemen bei der Verfügbarkeit kritischer Ausrüstung konfrontiert. In den letzten 5 Jahren haben sich die Lieferzeiten für Generatoren, unterbrechungsfreie Stromversorgungen, Transformatoren, Schaltanlagen und Stromverteilungseinheiten verdoppelt und sogar vervierfacht. Ausgebildete Techniker sind Mangelware, werden aber aufgrund der begrenzten Dienste stark nachgefragt.

Über die an der Bereitstellung dieser Rechenzentren beteiligten Rohstoffe und die Lieferketten wird selten diskutiert. Die Entsorgung … wohin all dies nach 3-7 Jahren (so lange halten die Computer) geht … wird ebenfalls nicht diskutiert. Die „Umweltfreundlichkeit“ von „Netto-Null“-Rechenzentren ist lächerlich. Es handelt sich um Industrieanlagen, die einen industriellen Fußabdruck haben, selbst wenn sie keinen Schornstein haben… dieser Schornstein kann einfach woanders stehen. Genauso wie ein „sauberes“ Elektroauto, das in China mit Strom aus einem Hunderte Kilometer entfernten Kohlekraftwerk geladen wird.

Abbildung 3: Stromverbrauch von Google und „CO₂-Intensität“

4. KI-Bots: Ein DDoS-Angriff auf das gesamte Internet?

Künstliche Intelligenz erfordert nicht nur teure und energiehungrige Rechenzentren, sondern hat auch Auswirkungen auf „besuchte Standorte“ und erhöht den Netzwerkverkehr an anderen Stellen, was sich auf die Computerinfrastruktur und natürlich auch auf den Energieverbrauch auswirkt. Dies wird in den Zahlen der IEA oder von McKinsey NICHT berücksichtigt.

Da wir jetzt etwas technischer werden, möchte ich das Szenario wie folgt erklären… etwas, das sich „KI-Kriecher“ nennt, durchkämmt ständig das Internet, wechselt die Strategien, „lernt“, passt sich an und erntet jede Information, die sie in die Finger bekommt. Ein deutscher Netzwerkadministrator bezeichnete die KI-Kriecher als einen „DDoS-Angriff auf das gesamte Internet“.

Der Netzwerkadministrator aus Deutschland (Diaspora [8]) erklärte, dass 70 % des Datenverkehrs auf bestimmten Websites durch KI-„Crawler“-Bots verursacht wird. Diese Anfragen verbrauchen Serverzeit und verstopfen das System, das sie „kriechen“, was dazu führt, dass eine größere und energieintensivere Infrastruktur benötigt wird, um diese zusätzlichen Anfragen zu bewältigen.

Dieses Beispiel zeigt, dass nur 0,5 % des Datenverkehrs von klassischen Google- und BING-Bots stammen und 70 % von GPTBot, ClaudeBot und anderen „KI-Crawlern“. Hier ein Zitat des Webadministrators der betroffenen Website:

„Oh, und natürlich crawlen sie eine Seite nicht nur einmal und ziehen dann weiter. Oh, nein, sie kommen alle 6 Stunden wieder, weil lol, warum nicht. Sie scheren sich auch keinen Deut um robots.txt, denn warum sollten sie auch. Und das Beste von allem: Sie crawlen die dümmstmöglichen Seiten. Kürzlich haben sowohl ChatGPT als auch Amazon – zur gleichen Zeit – die gesamte Bearbeitungshistorie des Wikis gecrawlt.

Falls man versucht, die Rate zu begrenzen, wechseln sie einfach ständig zu anderen IPs. Falls man versucht, sie über den User-Agent-String zu blockieren, wechseln sie einfach zu einem Nicht-Bot-UA-String (nein, wirklich). Dies ist buchstäblich ein DDoS im gesamten Internet.“ [8]

Abbildung 4: DDoS-Angriffe im Internet? [9]

5. Zusammenfassung und Implikationen

Es braucht nicht viel mehr als den gesunden Menschenverstand, um zu verstehen, dass der technologische Fortschritt, auch wenn er für unsere weitere Entwicklung von entscheidender Bedeutung ist, enorme Auswirkungen auf die Energienachfrage hat, ob es sich nun um künstliche Intelligenz, die „Cloud“, Raumfahrt, Blockchain oder Robotik handelt.

Mark Mills [9] stellte fest, dass die Investitionsausgaben für die globale Cloud-Infrastruktur inzwischen die globalen Investitionsausgaben aller Stromversorger zusammen übersteigen, obwohl wir alles elektrifizieren.

Die Cloud ist nicht das Internet. Die Cloud nutzt das Internet in Kombination mit Rechenzentren und Datenübertragungsleitungen als Fabriken und Autobahnen.

Die Auswirkungen des technologischen Fortschritts auf die Umwelt sind vielfältig, sei es „nur“ die benötigte Energie, die Rohstoffe und das Wasser oder die von großen Serverfarmen ausgehende Wärme. „Angesichts der sich weltweit ausbreitenden Dürre kommt es zu Kriegen um Wasser zwischen KI-Unternehmen, die nach mehr Rechenleistung streben, und den Gemeinden, in denen sich ihre Anlagen befinden.“ (Bloomberg [2]).

Der weltweite Primärenergieverbrauch hat sich in den letzten 40 Jahren mehr als verdoppelt, während sich die Energieintensität des BIP um etwas weniger als 1 % verbessert/verringert hat. Dies bestätigt das Jevon-Paradoxon, wonach Verbesserungen der Energieeffizienz im Prinzip immer durch eine höhere Energienachfrage ausgeglichen werden, in diesem Fall durch technologischen Fortschritt wie Rechenzentren für die Cloud und KI (Polimeni et al. 2015).

Ich sage voraus, dass Rechenzentren oder allgemeiner das die KI-Revolution umfassende „Cloud Computing“ in den nächsten 10-15 Jahren 10 % des weltweiten Stroms verbrauchen könnten, was einen viel größeren Einfluss auf die Stromspitzen haben wird. Dieser Spitzenstrombedarf muss gedeckt werden, und das kann niemals durch Wind- und Solarenergie ohne teure und umfangreiche Kurz- und Langzeitspeicher, Wärmespeicher und eine umfangreiche Netz- und Übertragungsinfrastruktur geschehen.

Auch die Kernenergie wird nicht die Lösung sein. Bedenken Sie, dass das Krankenhaus nebenan seinen Strom woanders beziehen muss, wenn ein neues Rechenzentrum die knappe Ressource Kernkraft nutzt.

Entweder gehen (1) die Lichter aus, (2) die Energiekosten schießen in die Höhe, oder (3) wir krempeln die Ärmel hoch und bauen eine technologisch fortschrittliche und saubere Mischung aus Kohle, Gas, Wasserkraft und Kernkraft, die uns das gibt, was wir für den menschlichen Fortschritt brauchen!

Links und Quellen

[1] The Cost of Cloud, a Trillion Dollar Paradox, Andreessen Horowitz, May 2022. link

[2] Bloomberg; Thirsty Data Centers Are Making Hot Summers Even Scarier. July 2023. link

[4] Bloomberg: AI Needs So Much Power That Old Coal Plants Are Sticking Around (1).” January 2024. link

[7] More details with links at Alex Epstein post, May 2024, link

[2] Econnex, link

[3] IEA: What the Data Centre and AI Boom Could Mean for the Energy Sector – Analysis,” October 2024. link

[5] McKinsey: Data Centers and AI: How the Energy Sector Can Meet Power, September 2024. link.

[6] IEA World Energy Outlook 2024, October 2024, page 45, link

[8] Dispora AI bots crawl the internet, German language summary, English language primary source

[9] Mark Mills on the Cloud, the Robot Revolution, and Machines That Think, 2023, link

Link: https://unpopular-truth.com/2025/01/24/electricity-for-data-centers/?

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




In der Woche nach Trump 2.0 erkennt die EU plötzlich, dass sie zu viele grüne Regeln hat

Einleitung: Amerika hat einen neuen Präsidenten und seine Auswirkung auf die EU wird auch in Australien erkannt.

Von Jo Nova

Der Damm ist gebrochen

Trump ist erst seit gut einer Woche Präsident, und schon ändert sich die Politik am anderen Ende der Welt. Und gerade erst hat die Europäische Union erkannt, dass sie vielleicht zu viele Umweltvorschriften hat.

Es handelt sich lediglich um den „durchgesickerten Entwurf“ eines Fünfjahresplans für die Wirtschaft – doch der beliebte, übertriebene Ausdruck „beispiellos“ trifft mittlerweile auf die Deregulierung zu, nicht auf den Klimawandel: „Diese Kommission wird eine beispiellose Vereinfachungsmaßnahme durchführen …“. Und anscheinend ist die beispiellose Maßnahme des nächsten Monats nur die erste Runde der Vereinfachungen.

Im Dokumententwurf heißt es, man müsse sich an „neue Realitäten“ anpassen – etwa daran, dass die US-Wirtschaft möglicherweise dabei sei, sich von ihrer Netto-Null-Fantasie zu lösen und die EU in den Schatten zu stellen.

 

Die neue Wirtschaftsvision der EU spricht Kritiker des Green Deal an

Aus einem Dokumententwurf geht hervor, dass Brüssel der Deregulierung den Vorzug vor der Dekarbonisierung gibt.

Zia Weise, Politico

BRÜSSEL — Der neue wirtschaftliche „Kompass“ der Europäischen Union hat einen Nordstern, der der aufkeimenden Bewegung zur Aufhebung strenger Öko-Regeln gefallen wird.

Ein  durchgesickerter Entwurf des Wettbewerbskompasses der Europäischen Kommission – einer wirtschaftspolitischen Doktrin, die der Arbeit der EU-Exekutive in den kommenden fünf Jahren als Richtschnur dienen soll – deutet auf eine umfassende Deregulierung hin, die insbesondere auf den europäischen Green Deal abzielt.

Natürlich wird die EU ihren „Kurs“ bei ihren Klimazielen beibehalten (das sagen alle, während sie davon abrücken). Doch der polnische Ministerpräsident Donald Tusk forderte letzte Woche eine „vollständige und kritische“ Überprüfung des Green Deals der EU und legte die Karten so unverblümt auf den Tisch, wie es nur möglich ist:

„Wenn wir pleitegehen, wird sich niemand mehr um die Umwelt der Welt kümmern“, sagte Tusk und forderte eine ehrliche, vollständige und „sehr kritische Überprüfung aller Vorschriften, einschließlich derjenigen, die sich aus dem Green Deal ergeben“.

Tusk möchte, dass bei jeder Überprüfung EU-Gesetze identifiziert und geändert werden, die zu höheren Energiepreisen führen könnten. „Vor uns liegt zum Beispiel das Thema ETS 2“, sagte er und nannte dabei das separate Handelssystem für Emissionen aus dem Straßenverkehr und Heizbrennstoffen, das 2027 eingeführt werden soll. — EU muss beim Green Deal ehrlich sein  The Argus

Unvorstellbarer weise schien Tusk sogar anzudeuten, dass der Green Deal die hohen Energiepreise verursacht habe:

Er forderte eine „Überprüfung aller Rechtsakte, einschließlich derjenigen im Rahmen des Green Deal“ und „Mut, jene Regeln zu ändern, die zu prohibitiv hohen Energiepreisen führen könnten“. Er griff insbesondere eine CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe an, die zum Heizen von Häusern und zum Antrieb von Autos verwendet werden und 2027 in Kraft treten soll. — Politico

Frankreich fordert die EU außerdem auf, die Nachhaltigkeitsregeln für Unternehmen zu verschieben. Der französische „rechtsextreme“ (vernünftige) Jordan Bardella will den „europäischen Green Deal“ „zerreißen“. Er fordert konservative Parteien auf, zusammenzuarbeiten, um den Green Deal ganz zu vernichten.

Am Ende könnte Trump die grünen Bewegungen auf der ganzen Welt vernichten, nicht durch eine Invasion, sondern durch freie Meinungsäußerung ohne Zensur, Kapitalismus und Wettbewerb. Deshalb hassen sie ihn so sehr. Die ganze schwebende Fantasie der globalen Wetterkontrolle kann nur aufrechterhalten werden, wenn jede andere westliche Nation das Cosplay-Spiel fortsetzte.

[cosplay – Kombination aus Kostüm und Spiel, eine Person kostümiert sich als etwas, als eine andere Comicfigur]

Hut ab vor Tallbloke. https://tallbloke.wordpress.com/2025/01/27/eus-new-economic-vision-climate-efforts-taking-a-backseat-to-cutting-red-tape/

https://joannenova.com.au/2025/01/the-trump-effect-eu-suddenly-realizes-they-have-too-many-green-rules/

 




Trump wirft eine Bombe der Wahrheit auf grüne Energie

Steve Goreham

Präsident Trump ist seit langem ein Befürworter der traditionellen Energie. Während seines Wahlkampfs äußerte er sich negativ über Elektrofahrzeuge, Windkraft und andere erneuerbare Energiequellen. Doch gleich an seinem ersten Tag im Amt leitete der neue Präsident einen historischen Wandel in der US-Energiepolitik ein, weg von grüner Energie und zurück zu Kohlenwasserstoffenergie.

Am 20. Januar 2025 unterzeichnete Präsident Trump fünf weit reichende Durchführungsverordnungen, welche die Energie- und Klimapolitik der Vereinigten Staaten radikal verändern. Mit diesen Maßnahmen werden Kohle, Erdgas, Erdöl, Wasserkraft, Kernkraft und Biokraftstoffe wieder gefördert, während die Unterstützung für Windkraft und Elektrofahrzeuge eingeschränkt wird. Die Trump’schen Durchführungsverordnungen hoben auch Anordnungen von Präsident Biden auf und schlossen Bundesabteilungen, die zur Förderung von Klimaschutzmaßnahmen und grüner Energie eingerichtet worden.

Die Durchführungsverordnung zu „Offshore-Wind“ und „Windprojekten“ hatte unmittelbare Auswirkungen auf die weltweite Windindustrie. Die US-Regierung ist Eigentümerin aller Gebiete zwischen drei und 200 Meilen vor der Küste, so dass Windkraftunternehmen für den Bau von Offshore-Anlagen eine Bundespacht benötigen. Mit der Anordnung wurden „alle Gebiete innerhalb des Offshore-Kontinentalschelfs“ von der Verpachtung von Windkraftanlagen ausgeschlossen. Die Anordnung verlangt auch, dass der neue Innenminister Doug Burgum „eine umfassende Überprüfung“ durchführt, um festzustellen, ob es notwendig ist, „bestehende Windenergiepachtverträge zu beenden oder zu ändern“ und dem Präsidenten einen Bericht vorzulegen. Mit der Anordnung wurde auch das Lava Ridge Wind Project in Idaho bis zur Überprüfung durch den Innenminister gestoppt, ein Projekt, das von der Regierung Biden im Dezember genehmigt worden war.

Die Windenergiemärkte waren von Trumps Anordnung schockiert. Der Aktienkurs von Orsted, einem dänischen Anbieter von Windkraftanlagen, fiel um 17 % auf den niedrigsten Stand seit sieben Jahren. Orsted hatte den Bau von Sunrise Wind, der größten geplanten US-Offshore-Windkraftanlage, südöstlich von New York City geplant. Das Unternehmen nahm sofort eine Wertberichtigung in Höhe von 1,69 Mrd. USD für US-Windprojekte vor.

Die Aktienkurse der Windkraftanbieter RWE (Deutschland), Equinor (Norwegen), Renovaveis (Portugal) und Vestas (Dänemark) gaben ebenfalls nach. Das italienische Unternehmen Prysmian gab bekannt, dass es seinen Plan aufgeben werde, in den USA ein Werk zur Herstellung von Kabeln für Offshore-Windanlagen zu errichten.

Die Windenergiepläne mehrerer US-Bundesstaaten sind gescheitert. Kalifornien wollte bis 2045 Offshore-Windenergieanlagen mit einer Leistung von 25 Gigawatt installieren, wobei erste Projekte in Morro Bay und Humbolt Bay geplant waren, aber diese Pläne liegen mindestens für die nächsten vier Jahre auf Eis. Maryland, Massachusetts, New Jersey, New York, North Carolina, South Carolina, Rhode Island und Virginia bauen oder planen Offshore-Anlagen an der Ostküste, aber diese Programme werden überprüft, eingeschränkt oder gestoppt, wenn sie noch nicht begonnen haben.

Der Erlass „Unleashing American Energy (UAE)“ fordert die Abschaffung der Vorschriften für Elektrofahrzeuge (EV), um die Wahlfreiheit der Verbraucher und den Zugang zu mit Benzin betriebenen Fahrzeugen zu fördern. Es stimmt, dass wir kein formelles EV-Mandat haben, aber 22 US-Staaten haben Gesetze für emissionsfreie Fahrzeuge oder Durchführungsverordnungen, die den Verkauf von Benzinautos bis zu einem zukünftigen Datum, normalerweise 2035, verbieten. Am 20. März letzten Jahres hat die Environmental Protection Agency (EPA) aktualisierte Emissionsstandards herausgegeben, welche die Autohersteller dazu zwingen, immer mehr E-Fahrzeuge zu verkaufen, und zwar von etwa 8 % im letzten Jahr auf etwa 56 % der Neukäufe von Leichtfahrzeugen bis 2032.

Die Trump- Anordnungen fordern auch die Beendigung der staatlichen Emissionsausnahmen, die „den Verkauf von Benzinfahrzeugen beschränken“. Im Clean Air Act von 1970 wurde festgelegt, dass die US-Bundesregierung für die Regulierung der Umweltverschmutzung zuständig ist, es sei denn, die EPA gewährt einem Bundesstaat eine Ausnahmegenehmigung. Kalifornien hat jahrelang Emissionsnormen festgelegt und dafür von der EPA Ausnahmeregelungen erhalten, und andere Staaten sind dem Beispiel Kaliforniens gefolgt. Die Anordnungen zielen darauf ab, diese Ausnahmeregelungen für Kalifornien zu beenden und die Emissionskontrolle wieder der EPA zu übertragen. Anfang dieses Monats zog Kalifornien seinen Antrag auf eine Ausnahmeregelung für die Elektrifizierung schwerer Lkw und Lokomotiven zurück, zeichnete sich doch ab, dass Trumps EPA diesem Antrag nicht stattgeben würde.

Die Anordnung fordert auch die „Abschaffung unfairer Subventionen und anderer schlecht durchdachter, staatlich auferlegter Marktverzerrungen, die E-Fahrzeuge begünstigen“. Dies bezieht sich wahrscheinlich auf die bevorstehenden Bestrebungen, die Steuergutschrift von 7500 Dollar für den Verkauf neuer E-Fahrzeuge abzuschaffen, sowie auf Bestrebungen, die vom Verkehrsministerium erlassenen Standards für den durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch abzuschaffen, die die Autohersteller zwingen, einen größeren Anteil von E-Fahrzeugen zu verkaufen.

Die US-Wirtschaft umfasst heute mehrere grüne Energiebranchen, die ohne die zahlreichen bundes- und einzelstaatlichen Subventionen und Steuervergünstigungen wahrscheinlich nicht existieren würden. Windkraft, Solarenergie, die Aufladung von Elektrofahrzeugen, die Abscheidung von Kohlendioxid und grüner Wasserstoff erhalten einen unbegrenzten Strom von Subventionen und Steuergutschriften aus dem Inflation Reduction Act (IRA) und dem Infrastructure Investment and Jobs Act (IIJA), die beide während der Präsidentschaft von Biden verabschiedet worden sind. Das CATO-Institut schätzt, dass erneuerbare Energien im Haushaltsjahr 2025 etwa 80 Milliarden Dollar an Bundesmitteln erhalten werden.

Während seines Wahlkampfes hat Trump versprochen, den Geldfluss aus diesen beiden Gesetzen zu unterbinden, und seine Anordnungen vom ersten Tag reflektieren dies. Die UAE-Verfügung fordert die „Beendigung des Green New Deal“ und einen Stopp der Auszahlung von Mitteln aus dem IRA und dem IIJA. Präsident Trump wird wahrscheinlich ein Gesetz im Kongress verabschieden müssen, um den Fluss der IRA- und IIJA-Mittel dauerhaft zu reduzieren.

Wind- und Solarsysteme sind unstetig, verbrauchen die 100-fache Fläche und erfordern mindestens die doppelte Übertragungs-Infrastruktur im Vergleich zu herkömmlichen Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerken. Nur wenige Versorgungsunternehmen würden Wind- und Solarsysteme bauen, wenn sie nicht Angst vor der vom Menschen verursachten globalen Erwärmung hätten. Die neuen Durchführungsverordnungen machen jedoch deutlich, dass die USA keine Anstrengungen mehr unternehmen werden, um den Klimawandel zu „mildern“.

In der Durchführungsverordnung mit dem Titel „Putting America First in International Environmental Agreements“ weist der Präsident die nominierte US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen Elise Stefanik an, den Vereinten Nationen schriftlich mitzuteilen, dass die USA mit sofortiger Wirkung aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigen. Die Anordnung besagt auch, dass die USA die finanziellen Zahlungen im Rahmen der Klimarahmenkonvention sofort einstellen werden.

Die Anordnungen weisen Beamte der Exekutive an, mindestens fünf Durchführungsverordnungen von Biden zum Klimawandel zu stornieren und das Climate Change Support Office, das American Climate Corps und die Arbeitsgruppe zu den sozialen Kosten von Treibhausgasen aufzulösen. Die Anordnungen fordern die EPA außerdem auf, das Endangerment Finding von 2009 auf seine weitere Anwendbarkeit zu überprüfen. Diese Feststellung besagt, dass Kohlendioxid eine Gefahr für die US-Bürger darstellt und ist die Grundlage für die Regulierung der CO₂-Emissionen in den USA.

Die Maßnahmen von Trump zielen auch darauf ab, die Entwicklung von Kohlenwasserstoff-Energie im Geiste von „Drill, Baby, Drill“ zu fördern. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören die Wiedererteilung von Lizenzen für Flüssiggas-Terminals, die Öffnung von Bundesland für die Onshore- und Offshore-Öl- und -Gasförderung, die Wiedereröffnung von Alaska für die Energieerzeugung sowie die Senkung der Effizienzvorschriften für Geschirrspüler, Herde und Öfen. Der Präsident rief außerdem einen nationalen Energienotstand aus, um den Bau von Pipelines und anderer Energieinfrastruktur zu beschleunigen. Das Trump-EPA und das Energieministerium werden die Vorschriften für Öl und Gas abbauen, um die US-Förderung auszuweiten.

Trumps Durchführungsverordnung, gefolgt von den Maßnahmen des Kongresses zur Begrenzung der Mittel aus dem IRA und dem IIJA verspricht, die US-Bewegung für grüne Energie zu entkräften bzw. tiefgreifend umzugestalten. Im Januar 2025 könnte ein langer Niedergang der grünen Energie und eine Rückkehr zu einer vernünftigen Energiepolitik beginnen.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

This article originally appeared at Master Resource

Link: https://www.cfact.org/2025/01/28/trump-drops-a-bomb-on-green-energy/#

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE