Je mehr CO2 wir ausstoßen, desto weniger müssen wir für globale Wetterkatastrophen ausgeben

Von Jo Nova

Der Klimawandel verringert unsere weltweiten Schäden durch Wetterkatastrophen

Die Hälfte aller jemals vom Menschen verursachten CO2-Emissionen wurde seit 1990 ausgestoßen. Dieses Supermolekül sollte stärkere Wirbelstürme, schlimmere Stürme, mehr Dürren, Überschwemmungen, Meeresspiegelanstiege, Schneestürme und Brände verursachen. Uns wurde gesagt, dass ein Vermögen sparen, indem wir Sonnenkollektoren und Windmühlen installierten, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren und die Stürme zu verlangsamen. Stattdessen produzieren wir mehr CO2 als je zuvor. 34 Jahre alte Daten legen nahe, dass wir umso weniger für zerstörte oder überflutete Häuser ausgeben müssen, je mehr wir produzieren.

Laut Munich Re werden die weltweiten Naturkatastrophenschäden durch Wetterereignisse im Jahr 2024 298 Milliarden US-Dollar betragen. Das klingt im Hinblick auf diese unsinnigen „großen Zahlen“ schrecklich, aber Roger Pielke Jnr weist darauf hin, dass diese Schäden im Verhältnis zur Größe der Weltwirtschaft abnehmen.

Und sie sind nichts im Vergleich zu den Ausgaben, die in eine Sackgasse führen. Die Verluste durch katastrophale Wetterereignisse im Jahr 2024 „betrügen etwa 0,26 % des globalen BIP“. Wir bauen unser gesamtes Energiesystem um, angeblich um die Schäden zu reduzieren, die der Klimawandel verursacht, der ein Viertel von einem Prozent unserer Weltwirtschaft trifft.

Je mehr CO2 wir ausstoßen, desto weniger geben wir für globale Wetterkatastrophen aus.

Pielke weist darauf hin, dass die „weltweiten Katastrophenschäden“ größtenteils auf die Schäden durch Hurrikans in den USA zurückzuführen sind. Wir können uns endlos darüber streiten, wie man wetterbedingte Kosten besser messen kann, aber wir können nicht bestreiten, dass die Medien unermüdlich einseitige Lügen über die Kosten des „Klimawandels“ verbreiten.

Wenn es in ihr Narrativ passen würde, würden sie genauso gut sagen: „Verbrennt Öl, das schützt uns vor Fluten und Stürmen.“  Oder sogar noch einfacher, denn es ist wahr – die reiche Welt überlebt Brände, Fluten, Dürren und Stürme viel besser als die arme Welt und fossile Brennstoffe sind unbestreitbar unverzichtbar für die Herstellung von Beton, Dünger, Flugzeugen und dem Treibstoff für Satelliten und Mobiltelefone, Krankenwagen und Feuerwehrautos.

Fossile Brennstoffe haben uns reich gemacht und sorgen für unsere Sicherheit.

 REFERENZEN

Pielke, Jr. R. (2019). Verfolgung des Fortschritts bei den wirtschaftlichen Kosten von Katastrophen anhand der Indikatoren der nachhaltigen Entwicklungsziele . Umweltgefahren , 18 (1), 1-6.

https://joannenova.com.au/2025/01/climate-change-reduces-our-global-weather-catastrophe-losses




Folgt die Geschichte immer dem gleichen Muster?

Trumps „Zeitenwende“, entscheidender Schritt in Richtung Imperium?

Edgar L. Gärtner

Vorbemerkung: Als Christ stehe ich dem Begriff „Zeitenwende“ selbstverständlich vorsichtig gegenüber, denn ich bin überzeugt, dass es in den letzten 5.000 Jahren auf Erden nur eine tiefgreifende Veränderung des Weltenlaufs gegeben hat: die Geburt, die Lehren und der Leidenstod des Nazareners Jesus Christus. Selbst viele Nichtchristen akzeptieren dieses „Event“ als Beginn ihrer Zeitrechnung. (Eine Ausnahme macht da die Märtyrerkirche der Kopten in Ägypten, deren Zeitrechnung mit der Christenverfolgung unter dem römischen Kaiser Diokletian beginnt.)

Rückkehr zum gesunden Menschenverstand

Dennoch halte ich Donald Trumps und Elon Musks Ankündigung einer Wende vom moralisierenden Selbsthass des Westens zum gesunden Menschenverstand patriotischer Familienväter und seriöser Kaufleute für ansatzweise glaubwürdig, auch wenn absehbare Widerstände der Profiteure des politischen Stillstands keine lückenlose Umsetzung erwarten lassen. Das gilt wohl vor allem für die Friedensinitiativen Trumps Richtung Russland/Ukraine und Israel/Gaza. Die Verhandlungen zwischen Trump und Putin werden höchstwahrscheinlich viel langwieriger sein, als Trump sich selbst ausgerechnet hat, als er noch vor seinem Amtsantritt verkündigte, den Konflikt zwischen Selenskyj und Putin in einem Tag beilegen zu können.

Einfacher erscheint der von Trump beschlossene Austritt der USA aus der Weltgesundheitsorganisation WHO und aus dem Pariser Klima-Abkommen von 2015, was er in seiner ersten Amtszeit schon einmal getan hat. Die wirtschaftliche Umsetzung des US-Rückzug vom Pariser Klima-Abkommen durch den Stopp der Investitionen in so genannte erneuerbare und die breitere Erschließung „fossiler“ Energieträger nach dem Motto „Drill Baby Drill“ braucht aber Zeit und Geld. Wichtig ist dabei, dass in die Energiepolitik wieder die Arithmetik einzieht und Rechnen nicht für moralisch verwerflich gehalten wird. Das wird weit reichende Konsequenzen haben – auch in Europa. Der Hype um eine „Energiewende“ zugunsten angeblich „erneuerbarer“ Energiequellen findet ein jähes Ende.

Die EU braucht eine neue Energiepolitik

Auch die EU wird nicht umhinkönnen, Ihre Energiepolitik völlig neu auszuhandeln und zu formulieren – und könnte gerade aus diesem Grund auseinanderfallen. Nicht nur das Merit-Order-Tarifsystem für Elektrizitätslieferungen, sondern auch das Fracking-Verbot für die Erdgas- und Ölförderung stehen zur Disposition. Schon machen sich französische Neogaullisten Hoffnung auf die Führung, indem sie ihren hohen Kernenergie-Anteil an der Elektrizitätsversorgung als Trumpf ausspielen. Die Finanzierung des bereits beschlossenen Neubaus von sechs Kernreaktoren und der Planung weiterer Kernkraftwerke ist allerding, wie man hört, wegen der hohen Schuldenlast des französischen Staates und des Staatskonzerns EDF nach wie vor nicht in trockenen Tüchern.

Big Tech und Künstliche Intelligenz

Eng mit der Energiefrage verbunden ist das Thema „Künstliche Intelligenz“ (KI). Denn US-Projektionen gehen davon aus, dass der enorme Energiebedarf großer Rechenzentren schon am Ende des Jahrzehnts bis zu knapp 10 Prozent der gesamten Elektrizitätsproduktion verschlingen werden. Ohne die Erschließung preiswerter und verlässlicher Energiequellen ist die breite Anwendung von KI undenkbar. Bei Trumps KI-freundlichem Kurs geht es vordergründig darum, bekannte Big-Tech-Milliardäre aus dem Silicon Valley wie Marc Zuckerberg von Meta, Jeff Bezos von Amazon, Tim Cook von Apple, Sundar Pichai von Google, Reed Hastings von Netflix und Satya Nadella von Microsoft, die ihm früher feindlich gesonnen waren, ins Boot zu holen. Darüber hinaus geht es aber auch um die Erlangung beziehungsweise den Ausbau der US-Führung bei der Entwicklung „Künstlicher Intelligenz“. Dabei denken viele an den Einsatz der KI für die rasche Entwicklung neuer Impfstoffe. Was aus diesen Träumen unter dem impfskeptischen neuen Gesundheitsminister Robert Kennedy jr. werden wird, steht dahin.

Nur einen Tag nach der feierlichen Amtsübernahme Donald Trumps am 20. Januar lancierten die Tech-Unternehmer Sam Altman, der Gründer der Firma OpenAI, die die bekannte Software ChatGPT entwickelt hat und deren Aktien mehrheitlich von Microsoft gehalten werden sowie Massayoshi Son, der Chef der japanischen Softbank, und Larry Ellison, der Chef der Software-Firma Oracle, unter den Augen Trumps gemeinsam die Initiative „Stargate“, zu deren Technologiepartner die Chip-Schmieden Arm und Nvidia gehören. Das Konsortium soll Investitionsmittel in Höhe von nicht weniger als 500 Milliarden US-Dollar auftreiben. Starten soll das Projekt zunächst mit 100 Milliarden. Ob das realistisch ist, steht dahin. Die Finanzierung liegt überwiegend in der Hand der japanischen Softbank. Daneben spielt die Investmentfirma MGX aus den Vereinigten Arabischen Emiraten eine Rolle.

Auch in Amerika wachsen die Bäume nicht in den Himmel

Doch schon kurz nach der Verkündung der ehrgeizigen KI-Pläne Trumps und seiner Unterstützer sorgte eine Nachricht aus der Volksrepublik China für Ernüchterung an der New Yorker Wall Street und in Washington: Einer chinesischen Startup war es in nur zwei Monaten gelungen, für nur sechs Millionen Dollar das mindestens gleichwertige KI-System Deepseek zu entwickeln, nachdem die Konzeption des Systems ChatGPT in Kalifornien sechs Milliarden Dollar verschlungen hatte. Die chinesische Firma erhebt für die Nutzung ihres „Open Source“-Systems keine Lizenzgebühren. Obendrein bedarf deren Software keiner teuren Spezial-Chips. Kein Wunder, dass der Aktienkurs von Nvidia an einem Tag um 16 Prozent absackte. Denn die teure kalifornische KI-Technologie schien mit einem Schlag überholt. Einige sprachen von einem „Sputnik-Moment“. Das zeigt, dass man auch bei Donald Trump und seinen Freunden nicht jede Ankündigung auf die Goldwaage legen darf. Auch im „goldenen Zeitalter“, das Trump seinen Wählern verheißt, werden die Bäume wohl nicht in den Himmel wachsen. (Trumps Plan der Umwandlung des Gaza-Streifens in eine „Rivièra des Nahen Ostens“ und die damit verbundene großräumige Umsiedlung der Palästinenser erscheint selbst vielen US-Republikanern als „irre“. Aber es entspricht Trumps erfolgreicher Verhandlungstaktik, das Unmögliche zu fordern, um das Mögliche zu erlangen.)

Trumps Erklärung, dass es nur zwei biologische Geschlechter gibt, kostet demgegenüber unmittelbar nichts, muss aber als Kampfansage an die gesamte moralistisch-narzisstisch begründete, aber autoritär auftretende Woke-Ideologie verstanden werden und wird deshalb in Europa heftigen Widerstand woker Minderheiten hervorrufen. Der bekannte schottische Wirtschaftshistoriker Niall Ferguson sieht einen tiefgehenden Stimmungsumschwung („vibe shift)“ im Sinne einer Rückkehr zur Realität. Um international wirksam zu werden, bedarf dieser Umschwung und seiner Propagierung durch einen Mächtigen allerdings der Gedanken- und Redefreiheit. Dafür macht sich Trumps Partner Elon Musk durch politische Interventionen mithilfe der von ihm teuer erworbenen Social-Media-Plattform „X“ und durch das geplante globale Upgrade von Smartphones durch permanente Verbindungen mit Musks “Starlink“-Satelliten stark.

Trumps Verbindung mit dem Multimilliardär Elon Musk, dem zentralen Architekten des Bürokratie-Abbaus mithilfe des „Department of Government Efficiency“ (kurz DOGE), dient vordergründig der Absicht, gegen ungerechte und ineffiziente Woke-Quotierungen nach Geschlecht, Hautfarbe, Opfergruppe wieder dem farbenblinden individualistischen Leistungsprinzip zur Geltung zu verhelfen. Aus einem größeren Abstand besehen, erscheinen Donald Trump, Elon Musk und ihre Anhänger aber eher als die unbewussten Vollstrecker eines historischen Prozesses, der sich hinter ihrem Rücken vollzieht. Geht es diesen nicht schlicht darum, dass sie die Woke-Leitkultur ungeeignet für die Begründung ihrer Herrschaft halten? Dabei steht es außer Frage, dass das revolutionäre Vorgehen der beiden zugunsten einer kleinen Elite von Tech-Milliardären durch die Verbilligung der Energie und die Schaffung neuer Arbeitsplätze zunächst auch positive Auswirkungen auf die Lebensbedingungen einfacher Menschen hätte und wahrscheinlich die Demokratie fördern würde.

Irenische Formeln

Ich bin seit Jahren davon überzeugt, dass unsere Gesellschaft in der Regel nicht durch Vernunft, bewusste Liebe oder unbewusste Angst vor Einsamkeit, sondern durch Missverständnisse zusammengehalten wird. Die Frage ist nur, ob es sich dabei um produktive oder destruktive Missverständnisse handelt. In den beiden Auflagen meiner Abhandlung über den „Öko-Nihilismus“ (2007 und 2012) habe ich das Schlagwort „soziale Marktwirtschaft“ als typisches Beispiel für ein produktives Missverständnis angeführt, da diese kaum definierbare „irenische Formel“ zumindest im Nachkriegs-Deutschland über Jahrzehnte den sozialen Frieden fördern konnte. Als Beispiel für das Gegenteil könnte man das zur gleichen Zeit verbreitete Schlagwort „soziale Gerechtigkeit“ nennen, weil es im Grunde den schwer erreichbaren sozialen Frieden als „ungerecht“ ablehnt.

Wer sich heute noch auf die soziale Marktwirtschaft beruft, gilt schon als „rechts“. Das ist ein deutlicher Ausdruck des Vormarsches der Woke-Kultur und des Schrumpfens der bislang Ton angebenden Konsens-Kultur. Damit ist noch nichts über dahinterstehende politökonomische, soziologische und psychologische Verschiebungen gesagt. Da das Schlagwort „soziale Marktwirtschaft“ und die dahinterstehende irenische Idee in Deutschland in der unmittelbaren Nachkriegszeit von gläubigen Christdemokraten in die Welt gesetzt wurde, ist es naheliegend, den seither abgelaufenen Prozess der massiven Entchristlichung Europas als eine der Hauptursachen der woken Polarisierung der Gesellschaft in Betracht zu ziehen.

Damit ist freilich noch nichts über mögliche Ursachen der Entchristlichung gesagt. Als Ursachen für das breite Vordringen der Säkularisierung kommen Faktoren wie der vom „Wirtschaftswunder“ bewirkte hohe Beschäftigungsgrad und private Wohlstand sowie die damit zusammenhängende Schwächung des familiären Zusammenhalts über mehrere Generationen, die damit verbundene Unterbrechung der Tradierung von Glaubenssystemen und Werten, der ebenfalls damit zusammenhängende Rückgang der Geburtenrate, der gleichzeitige Abbau nationaler und konfessioneller Grenzen sowie die Rechtfertigung all dieser Prozesse durch linksliberale Ideologien in Frage.

Kann man die Geschichte der letzten Jahrtausende ohne die Bibel verstehen? Ich glaube nicht. Zumal auch Donald Trump und seine Freunde ihre Politik mit Hinweisen auf die Bibel begründen. Allerdings möchte ich hier niemanden zu meinem Glauben bekehren. Aber auch Ungläubigen kann die aufmerksame Lektüre des Alten und des Neuen Testaments meines Erachtens großen Nutzen bringen. Denn es gibt dort tiefe Einsichten in Menschliches, allzu Menschliches, das heißt in anthropologische Konstanten: Immer wenn es den Menschen zu gut geht, werden sie übermütig und begehen sexuelle Ausschweifungen und andere Dummheiten, die sie mehr oder weniger direkt ins Verderben führen.

So wurde die im Alten Testament geschilderte Geschichte des „auserwählten“ jüdischen Volkes zu einer Geschichte der Katastrophen. Nur wenige Propheten konnten sich dem Auf und Ab entziehen. Der durch Christi Menschwerdung möglich gewordene „Neue Bund“ zwischen dem Schöpfer und den Geschaffenen bedeutet auf globaler Ebene keine Abkehr vom zyklischen Wechsel zwischen Blüte und Niedergang von Kulturen. Denn die Nachfolge des Mittlers Jesus kann nur individuell erfolgen. Darauf weist auch der Althistoriker Markus Spieker in seiner dickleibigen Weltgeschichte des Christentums hin.

Der belgische Althistoriker David Engels bekennt sich zwar auch zum Christentum, beruft sich aber (gerade deshalb?) in der Forschung auf die „Kulturmorphologie“ des Vitalisten Oswald Spengler, Autor des Bestsellers „Der Untergang des Abendlandes“. Auf der Basis dieses geistigen Erbes kommt er zum Schluss, dass die gegenwärtigen Auseinandersetzungen zwischen wenigen Mächtigen den Beginn des abendländischen „Cäsarismus“ ankündigen. Ob daraus ein Auftakt zum „Endkampf“ wird, aus dem ein neuer „Augustus“ als Sieger hervorgeht, vermag freilich niemand vorauszusagen. Man kann aber David Engels zustimmen, wenn er erklärt, dass Trumps Devise „America First“ als Synonym für das Streben nach einer neuen imperialen Großraumordnung verstanden werden muss.

 




Trumps Ausstieg aus dem Pariser Abkommen wird dem Klima nicht schaden

Chris Johnson

Präsident Donald Trump ist aus dem Pariser Abkommen ausgestiegen. Das war das Stichwort für den Zusammenbruch der Linken.

Obwohl jeder wusste, dass der Ausstieg kommen würde, beklagen die Linke und die „internationale Gemeinschaft“ immer noch Amerikas angeblichen Verzicht auf eine Führungsrolle beim Klimaschutz.

Aber zahnlose Vereinbarungen, die mit internationalen Gipfeltreffen und Fototerminen verbrämt werden, sind nicht dasselbe wie Führungsstärke. Die Wahrheit ist, dass Amerika bei der Reduzierung der Emissionen seit Jahren weltweit führend ist, und zwar nicht wegen des Pariser Abkommens, sondern weil Innovation und der freie Markt den Einsatz billiger und sauberer Energie erleichtern.

Lassen Sie uns die Bilanz überprüfen.

In den letzten Jahrzehnten hat Amerika dank Fracking und Horizontalbohrungen eine noch nie dagewesene – und unerwartete – Energie-Erzeugung erreicht. Seit Anfang der 2000er Jahre, als diese beiden Technologien in wesentlich größerem Umfang eingesetzt wurden, hat sich die Erdgasförderung in den USA mehr als verdoppelt. Im Jahr 2016 entfielen fast 70% aller Erdöl- und Erdgasbohrungen auf hydraulisch gefrackte Gasbohrungen, die durch Horizontalbohrungen erschlossen worden waren.

Die Linke mag sich an der erhöhten Produktion eines fossilen Brennstoffs wie Erdgas die Zähne ausbeißen, aber diese saubere Energiequelle war eine der Haupttriebfedern für die Emissionsreduzierung in den USA.

In den letzten 15 Jahren, in denen Amerika die Erdgasproduktion massiv gesteigert hat, haben die USA ihre Kohlendioxid-Emissionen stärker reduziert als jedes andere Land. Das können wir Jahr für Jahr sehen.

Von 2022 bis 2023 beispielsweise kompensieren die USA die schmutzigere Kohleverstromung durch Erdgas. Während die Stromerzeugung aus Kohle in diesem Zeitraum um 121,9 Terawattstunden zurückging, nahm die Stromerzeugung aus Erdgas um 118,9 Terawattstunden zu. Gleichzeitig gingen die Treibhausgas-Emissionen in den USA um 1,9 % zurück. Bemerkenswert ist, dass 80% des Rückgangs der Kohlenstoff-Emissionen in den USA auf den Stromsektor zurückzuführen sind – also genau auf den Bereich, in dem Erdgas einen überragenden Einfluss hat.

Haben Sie bemerkt, was diese Emissionssenkungen nicht verursacht hat? Das Pariser Abkommen. Der amerikanische Energiesektor – angetrieben durch Innovation und die gute alte freie Marktwirtschaft – hat die Kohlendioxid-Emissionen schon billig und effektiv gesenkt, bevor das Pariser Abkommen ein Augenzwinkern der Klimaaktivisten war. Und er wird auch noch lange nach der Entscheidung von Präsident Trump, aus dem Abkommen auszusteigen, diese Emissionen reduzieren.

Das Pariser Abkommen ist bei weitem nicht das Allheilmittel, für das es manche Aktivisten halten. Es ist noch nicht einmal ein besonders wirksames Instrument, um die Nationen zu größerem Erfolg beim Klimaschutz zu bewegen. In der Mitte der angeblich klimabewussten Biden- Regierung hatte keiner der größten Emittenten der Welt – Amerika eingeschlossen – seine Emissionen gemäß den Pariser Zielen reduziert. Offensichtlich hat das 1 Billion Dollar schwere Regulierungs- und Subventionssystem, das Präsident Biden mit seinem Inflation Reduction Act geschaffen hat, wenig Wirkung gezeigt. Was die Befürworter des Abkommens vergessen ist, dass keine noch so Aufsehen erregende internationale Übereinkunft die Taktik der Befehlsgewalt zum Funktionieren bringen kann – oder anderen Nationen den Ehrgeiz einflößen kann, ihre leeren Versprechen zu erfüllen.

Das Pariser Abkommen ist der Inbegriff bürokratischen Versagens, da es Sitzungen, Geschäftigkeit und hochgesteckte Ziele mit Erfolg gleichsetzt. Seine einzige Errungenschaft besteht darin, dass sich Klima-Ideologen und grüne Jetsetter gut fühlen, wenn sie zu internationalen Konferenzen fliegen.

Es ist kein Wunder, dass Präsident Trump sich zurückgezogen hat. Reden ist billig. Was zählt, ist der Erfolg. Nach diesem Maßstab wird die Trump- Regierung tatsächlich erreichen, was die Unterzeichner des Pariser Abkommens nur auf dem Papier schreiben.

Trump hat bei seinem Amtsantritt versprochen, die fossile Brennstoffindustrie zu deregulieren, mehr Genehmigungen für die Erdgasförderung zu erteilen, den Bau von Energieanlagen wie Erdgas-Exportterminals zu genehmigen und die amerikanische Energiedominanz wiederherzustellen.

Indem er sich auf Amerikas Kohlenstoffvorteil stützt und saubere amerikanische Energie ins Ausland exportiert, wird er die US-Wirtschaft ankurbeln, schmutzige Energie aus Ländern wie Russland und Venezuela durch eine saubere amerikanische Alternative ersetzen und die Emissionen im In- und Ausland senken – und das alles ohne die horrenden Kosten der gescheiterten grünen Agenda der Biden-Ära. Wir sollten diese Schritte mit Bemühungen kombinieren, die größten Umweltverschmutzer tatsächlich zur Rechenschaft zu ziehen (was im Kabinett von Präsident Trump diskutiert wird). Dieser Ansatz wäre das Gegenteil der America-last-Strategie des Pariser Abkommens.

Einige drängen Präsident Trump natürlich dazu, noch weiter zu gehen und nicht nur aus dem Pariser Abkommen, sondern auch aus dem Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) auszutreten. Dies mag wie eine einfache Entscheidung erscheinen, da das UNFCCC, wie so viele UN-Gremien, gegen die amerikanischen Interessen handelt. Aber das ist genau der Grund, warum Amerika in der UNFCCC bleiben muss.

Klimaabkommen werden geschlossen, ob die USA daran beteiligt sind oder nicht, und die UNFCCC wird weiterhin als Forum für diese Verhandlungen dienen. Der Verbleib in der UNFCCC kostet Amerika nichts und ermöglicht es Trump und seinen Beauftragten, einen Sitz am Tisch zu behalten, die UNO zur Rechenschaft zu ziehen und sich gegen jede Vereinbarung zu wehren, die Amerika benachteiligen würde. Während das UNFCCC schädlich sein kann, ist nur das Pariser Abkommen machtlos.

Der atemlose Alarm über den Ausstieg aus dem Pariser Abkommen ist überzogen. Als Präsident Trump während seiner ersten Amtszeit aus dem Pariser Klimaabkommen ausstieg, hat Amerika die Kohlenstoffemissionen auf den niedrigsten Stand seit 25 Jahren gesenkt. Wenn er in seiner zweiten Amtszeit die Kraft des Erdgases wiederentdeckt, wird er es wieder tun.

Anstatt dass die UNO und internationale Klimaaktivisten über die USA urteilen, sollten wir alle daran erinnern, dass, wenn man das Klima an die erste Stelle setzen will, man Amerika an die erste Stelle setzen sollte.

Chris Johnson is a GOP strategist who organizes the next generation of conservative leaders. He also serves as a senior advisor to the National Federation of College Republicans, focusing on energy issues.

This article was originally published by RealClearEnergy and made available via RealClearWire.

Link: https://wattsupwiththat.com/2025/02/05/trumps-withdrawal-from-the-paris-agreement-wont-hurt-the-climate/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Glaube in Perspektive: Unsere Kinder, das Klima und die Zukunft

Vijay Jayaraj

Wir sitzen hier, privilegiert – geschützt durch Gottes Gnade vor dem Schatten der Gewalt. Doch jenseits unserer Sicherheit brodelt eine Welt voller Brutalität. Kürzlich nahm ich an einer von Beyond Barriers organisierten Veranstaltung teil, bei der ein Zufluchtsort für die am meisten verwundeten Seelen der Kindheit vorgestellt wurde. Als sich die Geschichten über fast verlorene Leben entfalteten, hielt der Raum kollektiv den Atem an – jede Geschichte ein Flüstern von Kindern, die an der zerbrechlichen Schwelle des Überlebens schweben und durch den dünnen Faden des Mitgefühls vor dem Vergessen gerettet werden.

Unser Herr Jesus legt großen Wert auf das Wohlergehen der Kinder, betont ihre Unschuld und die Wichtigkeit, ihren Glauben zu fördern. Er warnt davor, ihren Glauben zu verletzen, indem er in Matthäus 18,6 sagt: „Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Straucheln bringt, für den wäre es besser, wenn ihm ein großer Mühlstein um den Hals gehängt und er in den Tiefen des Meeres ertränkt würde.“

Als christliche Erwachsene müssen wir Kinder schützen, leiten und wertschätzen. Und ich glaube, es liegt in unserem Aufgabenbereich und in unserer Verantwortung, ihnen ein Leben und eine Welt zu bieten, in der sie sich optimal entwickeln können. Das einzige Problem dabei ist: Unsere Welt ist kein einfaches, binäres und leicht zu handhabendes System. Sie ist ein komplexes Geflecht von Rädern, in dem die Bewegungen jedes einzelnen Rads synchronisiert werden müssen, um eine wohlhabende und sichere Welt zu schaffen.

Der jüngste Angriff auf die Zukunft unserer Kinder ist nicht nur eine Frage des Glaubens. Die wirtschaftlichen Grundlagen werden derzeit durch eine noch nie dagewesene Volatilität erschüttert. Es handelt sich dabei nicht um bloße Wellen historischer Turbulenzen, sondern um seismische Verschiebungen, die eine Landschaft versprechen, die tückischer ist als alle früheren wirtschaftlichen Stürme.

Deshalb bin ich besorgt über die derzeitige Wirtschaftspolitik, die weltweit verfolgt wird, und zwar nicht nur von den wohlhabenden Nationen wie den Vereinigten Staaten, UK und den Mitgliedern der Europäischen Gemeinschaft, sondern auch von Dutzenden armer Länder in aller Welt. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich der Klimawandel zu einem alles verschlingenden Narrativ entwickelt – zu einer kosmischen Linse, durch die jeder gesellschaftliche Pulsschlag, jeder institutionelle Herzschlag und jede menschliche Interaktion reflexartig interpretiert und beurteilt wird. Kinder werden in Diskussionen über den Klimawandel oft erwähnt, ihre Zukunft wird als moralische Rechtfertigung für aggressive Maßnahmen angeführt.

Aber retten wir unseren Planeten wirklich vor einem sicheren Klimakollaps – oder setzen wir Strategien um, die letztlich wieder zu wirtschaftlichen Problemen zwischen den Generationen führen werden?

CO₂ in der Rolle des Schurken

Es besteht kein Zweifel, dass unsere Kinder eine unberührte Welt verdienen – reine Böden, einen klaren Himmel und unverschmutzte Gewässer. Eine entscheidende Nuance muss jedoch anerkannt werden: Kohlendioxid (CO₂), das geruchlose, farblose und ungiftige Gas, das für die Erhaltung des Pflanzenlebens und somit für alles andere Leben unverzichtbar ist, wurde als bloßes Gift verleumdet, obwohl es in Wirklichkeit für das Lebensgefüge unseres Planeten unerlässlich ist.

Sonnenlicht, Wasser und Kohlendioxid – das elementare Trio der Natur – erhalten das pflanzliche Leben. Geologische Archive offenbaren Epochen, in denen der CO₂-Gehalt so stark sank, dass die Pflanzenwelt fast ausgestorben ist. Dank der Verbrennung fossiler Brennstoffe in den letzten zwei Jahrhunderten haben sich die CO₂-Werte von einem dieser Punkte erholt, an denen die Pflanzen fast ausgestorben waren. Jetzt, wo der CO₂-Gehalt in der Atmosphäre mit dem gemäßigten Klima unserer Zeit harmoniert, erleben wir in den Landschaften der Welt ein beispielloses landwirtschaftliches Wunder. Dennoch liegen die CO₂-Werte immer noch weit unter dem Niveau, welches sie während der grünsten Zeiten für die Vegetation der Erde hatten.

In den letzten hundert Jahren hat die Menschheit beispiellose Fortschritte gemacht: Die Lebenserwartung ist gestiegen, reines Wasser fließt ungehindert, die Ernten sind reichlich, die medizinischen Wunder haben sich vervielfacht, und der Zugang zu Energie hat die Existenz vom bloßen Überleben in eine lebendige Möglichkeit verwandelt.

Einst waren diese Wahrheiten elementare Weisheiten – grundlegende wissenschaftliche und wirtschaftliche Erkenntnisse, die jeder gebildete Mensch ohne zu zögern begriffen hätte. Doch jetzt herrscht Paradoxie: Ein globales Narrativ hat den grundlegenden Kohlenstoffatem des Lebens in einen planetarischen Schurken verwandelt. Die Vernunft wird durch ein kollektives falsches Verständnis in den Hintergrund gedrängt.

Neue Weltordnung

Politische Architekten orchestrieren eine umfassende Symphonie der Dekarbonisierung – sie bauen rücksichtslos die Energieinfrastrukturen für fossile Brennstoffe ab, erzwingen den Umstieg auf Elektroautos, fordern Opfer im Flugverkehr und verordnen Ernährungsrevolutionen, die rotes Fleisch und Milchprodukte von der globalen Speisekarte verbannen.

Diese vorgeschlagenen Maßnahmen gefährden den wirtschaftlichen Fortschritt – den Motor für Innovation, Sicherheit und Wohlstand – und damit auch die Gesundheit und das Wohlergehen der Menschen.

Dies ist keine hypothetische Sorge; die Risse sind bereits sichtbar. Wenn die Energiepolitik das Wirtschaftswachstum stört, wirkt sich das auf alle Bereiche aus. Nehmen Sie zum Beispiel Europa, wo die Energiekosten als Reaktion auf aggressive Bemühungen zur Dekarbonisierung in die Höhe geschossen sind. Familien in Ländern wie Deutschland und Großbritannien haben Mühe, ihre Häuser zu heizen, und Energiearmut wird in einigen der reichsten Länder der Welt zu einer modernen Geißel.

Industriezweige, die einst das Rückgrat dieser Volkswirtschaften waren, werden nun entweder stillgelegt oder in Regionen mit einer stabileren Energiepolitik verlagert. Dies bedeutet weit weniger Arbeitsplätze, weniger Innovation und schrumpfende öffentliche Mittel zur Deckung gesellschaftlicher Bedürfnisse.

Jahrzehntelang waren fossile Brennstoffe das Rückgrat der globalen Entwicklung. Sie haben Fabriken angetrieben, Waren transportiert und Milliarden von Menschen aus der Armut geholt. Kritiker der Kohlenwasserstoffe argumentieren, dass erneuerbare Energien diese Systeme nahtlos ersetzen können, aber diese Behauptung vereinfacht die Komplexität der modernen Energieinfrastruktur zu sehr.

Erneuerbare Energien können nicht die Zuverlässigkeit (insbesondere Vorhersagbarkeit) und Skalierbarkeit bieten, die für die Aufrechterhaltung industrieller Volkswirtschaften erforderlich sind. Solar- und Windenergie sind wetterabhängig, und trotz Fortschritten in der Batterietechnologie ist die Speicherung von Energie in der benötigten Größenordnung nach wie vor unerschwinglich teuer. Dies ist nicht nur eine technologische Herausforderung, sondern auch eine wirtschaftliche. Länder, die auf eine verfrühte Energiewende setzen, riskieren Stromausfälle, Produktivitätseinbußen und ein langsameres Wirtschaftswachstum – all dies untergräbt die Zukunft, die wir für unsere Kinder schützen wollen.

Reale Auswirkungen der Klima-Theorien

Politische Maßnahmen zur Eindämmung von Emissionen machen sich häufig in höheren Energiepreisen bemerkbar, die wie eine regressive Steuer auf die Haushalte wirken. Für Familien mit niedrigem und mittlerem Einkommen – sowohl in den westlichen Industrieländern als auch im globalen Süden – bedeuten diese zusätzlichen Kosten, dass weniger Geld für lebenswichtige Dinge wie Gesundheitsversorgung, Bildung und Ersparnisse zur Verfügung steht.

Die langfristigen Auswirkungen sind gravierend. Kinder in wirtschaftlich unsicheren Haushalten haben ein höheres Risiko, schlecht ernährt zu werden, eingeschränkte Bildungschancen zu haben und unter chronischem Stress zu leiden – all das behindert ihre Entwicklung und ihre Zukunftsaussichten.

Unsere Kinder haben mehr verdient als leere Versprechungen über eine grünere Zukunft. Sie verdienen eine Welt, in der Innovation und Chancen gedeihen, in der ihre Schulen gut finanziert sind, ihre Gemeinden widerstandsfähig und ihre Aussichten grenzenlos. Dies sind die Gaben einer starken Wirtschaft, die nur Bestand haben kann, wenn wir den Verlockungen einer politisch aufgeladenen grünen Politik widerstehen.

Für die Gläubigen geht ein prinzipienfester Diskurs über bloße Abstraktion hinaus; er ist ein heiliger Weg, auf dem sich die Überzeugung wandelt und ein entschlossenes Auftreten zu einem Akt göttlicher Haushalterschaft wird, der eine mitfühlendere Welt für künftige Generationen gestaltet. Scheuen Sie sich also nicht, für die Zukunft Ihrer Kinder zu kämpfen.

This article first appeared in The Stream and is reprinted here by permission.

Link: https://cornwallalliance.org/faith-in-perspective-our-children-climate-and-the-future/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Die größten Fehler der Energiewende – von Fritz Vahrenholt

Wie die obenstehende Grafik zeigt, sind die globalen Mitteltemperaturen im Januar 2025 deutlich gefallen. Die Abweichung vom langjährigen Mittel der Satellittenmessungen beträgt nur noch 0,46 Grad Celsius. Über den (nicht durch CO2 verursachten) Erwärmungsschub in 2023/24 habe ich in meinem Oktober-Newsletter berichtet. Sie erinnern sich, die wesentlichen Ursachen waren die Verringerung der Wolkenbildung, der Vulkanausbruchs Hunga Tonga und die Reduktion des Schwefelgehalts im Schiffsdiesel – alles Faktoren die mit CO2 wenig zu tun haben.
In den letzten 45 Jahren betrug die durchschnittliche Erwärmung 0,15 Grad Celsius pro Jahrzehnt, das entspräche 1,5 Grad in 100 Jahren. Das erklärte Ziel der Klimapolitik der UNO, Europas und Deutschlands ist es, die Erwärmung nicht über 1,5-2 Grad Celsius ansteigen zu lassen. Die allein auf CO2 abzielenden Massnahmen stellen sich zunehmend als untauglich, aber eben auch als unangemessen heraus, wie ich auch in diesem newsletter zeigen werde.

 

Wir brauchen einen revidierten Beschluss des Bundesverfassungsgerichts
Nach dem Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen sind nur noch die EU, Australien, Kanada, Süd-Korea, Japan, UK als Industrieländer übriggeblieben, die nach dem Pariser Abkommen zu Emissionsminderungen verpflichtet sind. Diese Industrieländer sind nur noch für 12,5 % des globalen CO2-Ausstoßes verantwortlich (Deutschland 1,5 %).  Damit ist das Pariser Abkommen wirkungslos, weil durch eine Ländergruppe mit einem Anteil von 12,5 % des globalen CO2-Ausstoßes die Reduktionsziele nicht erreicht werden können. Das Bundesverfassungsgericht, das die CO2-Reduktionsziele in Deutschland an dieses Abkommen gekettet hat, und mit haarsträubenden Fehlern eine Nullemission für 2050 festgeschrieben hat (siehe unser Buch „Unanfechtbar“), kann daher an seiner Position nicht mehr festhalten, ohne Deutschland weiter massiv zu schaden. Die Gelegenheit für das Bundesverfassungsgericht, diesen Beschluss zu revidieren, ist jetzt gegeben: Denn das Gericht kann die veränderte Erkenntnislage bei den neu eingereichten Klagen von Luisa Neubauer, Greenpeace, BUND und DUH berücksichtigen, die eine Verschärfung (!) des deutschen Klimaschutzgesetzes verlangen. Die Chancen stehen besser, weil die damalige Berichterstatterin des Bundesverfassungsgerichts, die für den fehlerhaften Beschlusss federführend verantwortlich war, Gabriele Britz (seinerzeit vorgeschlagen von der SPD), aus dem Verfassungsgericht ausgeschieden ist.
Wenn das Bundesverfassungsgericht seinen damaligen Beschluss nicht revidiert, bleibt nichts anderes übrig, als dass die Bundesregierung und der Deutsche Bundestag den neuen Gegebenheiten Rechnung tragen und dem Beispiel der USA und Argentiniens folgen und ebenfalls aus dem Pariser Klimaabkommen austreten, solange China und arabische Ölstaaten sich unter dem Etikett der „Entwicklungsländer“ vor CO2-Reduktionen in ihren Ländern drücken können.
Das grüne Deindustrialisierungsprogramm bis 2045
Der parlamentarische Untersuchungsausschuss zum Kernenergieausstieg der Ampelregierung hat zutage gefördert, dass das von Bundeskanzler Olaf Scholz im Herbst 2022 verfügte „Machtwort“, demzufolge die letzten drei Kernkraftwerke bis zum 15.4.2023 weiterlaufen sollten, ein zwischen Grün und Rot abgekartetes Stück war (Youtube-Kissler kompakt Minute 1h:36). Als Preis für das Stillhalten der Grünen erzwangen diese vom Bundeskanzler, dass das umstrittene Energieeffizienzgesetz von Rot-Grün-Gelb durch den Bundestag gewunken werden sollte. Dieses Gesetz, das ohne Übertreibung als das deutsche Deindustrialisierungsgesetz bezeichnet werden kann, wurde dann tatsächlich am 19.4.2023 durch das Bundeskabinett verabschiedet und Ende September 2023 vom Bundestag beschlossen und trat am 1.1.2024 in Kraft. Es verfügt, dass der Energieverbrauch in Deutschland bis 2045 um 45% auf 1400 Terawattstunden nahezu halbiert werden soll. Schon bis 2030 sollen 26,5% weniger Endenergie, also nur noch 1876 Terawattstunden in Deutschland verbraucht  werden. Der Endenergieverbrauch in Deutschland ist in den letzten 20 Jahren bei etwa 2500 Terawattstunden nahezu konstant geblieben, obwohl das Bruttoinlandsprodukt von 2003 auf 2023 um 87% angewachsen ist. Erst in den letzten drei Jahren ging der Endenergieverbrauch in Deutschland durch die von der Ampelregierung ausgelöste Deindustrialisierung durch Verknappen von Strom- und Gasangeboten auf 2267,5 Terawattstunden in 2023 zurück.
Es ist völlig ausgeschlossen, dass der Endenergieverbrauch halbiert wird und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) weiter wachsen kann. Das BIP wird schrumpfen,wie ich weiter unten zeigen werde. Der Bundeskanzler, die SPD und die FDP sind von den Grünen durch das Energieeffizienzgesetz auf einen Schrumpfkurs für unser Land geführt worden.
Dieses  Gesetz ist ein wahres Monstergesetz planwirtschaftlicher Prägung und wird Deutschland, wie wir es kennen, zerstören. Daher ist es überraschend, dass über dieses grüne Deindustrialisierungsgesetz und seine zwingend notwendige Aufhebung in der nächsten Legislaturperiode nicht diskutiert wird. Auf 90 Seiten wird minutiös festgelegt, wieviel Prozent in jedem Bundesland Jahr für Jahr an Energie einzusparen ist und welche Einsparziele die Industrie und Haushalte zu erfüllen haben. Als ob in einem Land der Energiehöchstpreise nicht bislang jeder in Industrie und Haushalten versucht hat, Energie einzusparen. Aber es ist viel schlimmer: Wir wissen alle, dass der Energieverbrauch in den nächsten Jahren durch den Einsatz künstlicher Intelligenz, Aufbau von Rechenzentren und zunehmender Digitalisierung steigen wird. Daher wird in den USA alles mobilisiert, um den steigenden Energieverbrauch mit sicherer und preiswerter Energie zu befriedigen, seien es Kernkraftwerke oder fossile Kraftwerke. Der Bundesregierung  fällt mit ihrem Energieffizienzgesetz nur ein, wie man es den Betreibern von Rechenzentren in Deutschland schwerer machen kann: So sollen ab 1.1.2024 die Hälfte des Stromverbrauchs der Rechenzentren aus erneuerbaren Energien und ab 2027 (!) 100% aus erneuerbaren Energien stammen. Was machen die Betreiber von Rechenzentren bei Dunkelflaute in Deutschland? Sie werden einen Bogen um Deutschland machen. Der Gesetzgeber kümmert sich nicht darum, Rechenzentren mit möglichst preiswerter Energie zu versorgen, sondern regelt, dass Rechenzentren mit hohem Kostenaufwand die Abwärme nutzen sollen. Auf diese Weise wird der Boom, der durch Künstliche Intelligenz erzeugt werden wird, an Deutschland vorbeigehen. Deutschland spart sich zum wirtschaftspolitischen Zwerg – das will Rot und Grün – und die FDP hat hier kräftig mitgeholfen. Und die Welt wird weiter ihren Wohlstand mit neuer Technologien wachsen lassen und dies mit wachsendem Energieverbrauch bewerkstelligen, wie die Grafik von McKinsey zeigt:
Die Rot-Grün-Gelbe Parlamentsmehrheit setzt mit dem Energieeffizienzgesetz einmal wieder auf das falsche Pferd. Das Gesetz hat nämlich gar nichts mit Energieeffizienz zu tun, sondern ist ein brutales, planwirtschaftliches Einspargesetz – ein Weniger-Energieverbrauch-Gesetz und ein Weniger-Wohlstand-Gesetz. Denn ein Blick zurück zeigt: In allen Ländern der Erde gibt es eine parallele Entwicklung zwischen Wohlstand, Energie- und Stromverbrauch wie die nächste Grafik zeigt. Auf diesen Zusammenhang bezieht sich die lesenswerte Broschüre des neuen US-Energieministers Chris Wright (Bettering human lives).
Die schwerwiegendsten Fehler der Energiewende
1. Der bedeutendste Fehler war der Ausstieg aus dem regelbaren und preiswerten Kohle- und Kernkraftstrom. Deutschland benötigt 90 000 MW gesicherte Leistung. Von einst 70 000 MW Kohle- sowie Kernkraftwerken sind 40 000 MW unter schwarz-roten, schwarz-gelben und rot-grün-gelben Regierungen abgeschaltet worden. Die restlichen 30 000 MW Kohlekraftwerke sollen bis 2038 abgeschaltet werden, obwohl der Bedarf an Strom steigen wird. Die Folgen sind: Deutschland hat die höchsten Strompreise aller Industrienationen. Energieintensive Industrien ziehen sich aus Deutschland zurück. Die Deindustrialisierung zerstört den Wohlstand des Landes.
2. Der Ausbau von Windenergie und Solar hat die Stromversorgung teurer und unzuverlässiger gemacht. Den Betreibern ist eine feste Einspeisevergütung für 20 Jahre zugesagt worden. Wenn der Strompreis höher ist als die Einspeisevergütung, wird der höhere Preis bezahlt. Wenn auf Grund zu vielen Solarstroms im Sommer oder bei zu viel Wind die Strompreise gen Null gehen, ersetzt der Bundeshaushalt den Betreibern die Differenzbeträge. Für den Bundeshaushalt sind das mittlerweile 20 Milliarden € im Jahr, umgerechnet auf den erzeugten Wind- und Solarstrom sind das allein 10 €ct/kWh.
3. Um die Netzfrequenz stabil zu halten und einem Blackout vorzubeugen, müssen immer mehr kostenintensive Netzeingriffe (Abschaltungen von Solar- und Windkraftanlagen, Abschaltungen von Verbrauchern, Zuschalten von teureren Kraftwerken, Export von Strom zu negativen Strompreisen) stattfinden. Die Kosten dieser Redispatch-Maßnahmen betragen bislang 3,5 Milliarden € pro Jahr. Darüberhinaus kann zu wenig Strom in der Dunkelflaute im Winter und zuviel Strom in der Hellbrise im Sommer zum Zusammenbruch der Stromversorgung führen.
4. Solar- und Windenergie erfordern einen massiven Ausbau der Übertragungs- und Verteilnetze. Zu allem Überfluss haben die bisherigen Bundesregierungen festgelegt, die Hochspannungsgleichstromkabel unter die Erde zu verlegen, was zu 8-fachen Kosten führt. Nach Angaben des Bundesrechnungshofs kostet der Netzausbau auf Grund des Ausbaus der Solar- und Windenergie 460 Milliarden €. Die Netzkosten explodieren. Industrie und Gewerbe, die heute bereits 4 €ct/kWh Netzkosten zuzüglich zum Strompreis bezahlen müssen (zum Vergleich USA 3,5 €ct/kwh Stromkosten insgesamt), müssen mit 10 €ct/kWh Netzkosten im Jahre 2030 rechnen. Damit wird die Industrie und das Gewerbe ihre Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Die Lösung von Bundesregierung und CDU: Subvention der Netzgebühren durch den Steuerzahler. Die Grünen wollen die Netzkosten auf Null senken und dafür 150 Milliarden Schulden allein in 4 Jahren aufhäufen.
5. Die Bundesregierung setzt allein auf zwei Energieträger: Solar und Wind. Das macht kein anderes Land der Welt. Um Flauten des Windes (an ca. 120 Tagen weht in Deutschland praktisch kein verwertbarer Wind) und nichtexistierender Solarstrahlung des Nachts und im Winter entgegenzuwirken, sollen 40 -50 Gaskraftwerke gebaut werden, die auf grünen Wasserstoff umgerüstet werden sollen. Die Mehrkosten sollen auf den Strompreis umgelegt werden. Das Kernproblem hierbei ist: die Wasserstoffelektrolyse durch grünen Strom und die spätere Rückverstromung verschlingt dreiviertel der Energie. Dieser „Schildbürger – Strom“ wird viermal so teuer wie der Ausgangsstrom.
6. Die Grünen verfolgen die abenteuerliche Idee, die Netzgebühren so umzugestalten, dass die Güterproduktion in Zeiten verlagert wird, in denen die Sonne scheint und der Wind weht. Die Regelung wäre umgesetzt worden, wenn die Ampelregierung nicht geplatzt wäre.
7. Die Energiewende hat das Ziel, den CO2-Ausstoß aus Deutschland mit Wohlstandsverlusten und Arbeitsplatzverlusten bis 2045 auf Null zu bringen. Das ist zwar wissenschaftlicher Unfug, denn heute werden schon 57% der anthropogenen CO2-Emissionen von den Pflanzen und den Ozeanen aufgenommen. Will man also den CO2-Gehalt der Atmosphäre nicht weiter ansteigen lassen, reicht eine Halbierung der Emissionen. Dies müsste aber weltweit passieren und nicht nur in Deutschland und Europa. Die CO2-Emissionen pro Kopf in China (8,8 t) sind höher als in Deutschland (8,2 t). Bezogen auf das Bruttosozialprodukt, werden bei der Erzeugung von Gütern in China dreimal so viel CO2 emittiert wie in Deutschland. Auch aus diesem Grunde müssen wir für jeden Arbeitsplatz in Deutschland kämpfen. China hat im letzten Jahr einen Zuwachs von 640 Mio. t mehr CO2 gegenüber dem Vorjahr emittiert. Das entspricht der Gesamtemission Deutschlands. Aber China muss nichts reduzieren, denn es gilt nach den Regularien der UNO als Entwicklungsland.
8. Die EU hat mit Unterstützung Deutschlands ein Emissionshandelssystem für CO2 eingeführt, das wie eine CO2-Steuer (z.Zt 72 €/t CO2) wirkt. Der Strompreis eines Braunkohlekraftwerks wird auf diese Weise von 3 €ct/kWh auf 10 €ct/kWh um 200 % verteuert, der Strompreis eines Gaskraftwerk um 50 %. Zudem hat die Bundesregierung Erdgas, Heizöl, Benzin, Diesel für Bürger und Gewerbe mit einer Abgabe von 55 €/t CO2 belegt. Das verteuert den Diesel um 18 €ct/l und das Erdgas um 1,2 €ct/kWh; das führt zu einer Verteuerung unseres Erdgaspreises um etwa 20%.  Um ein weiteres Abstürzen der Wirtschaft zu verhindern, müssten die CO2-Abgaben befristet massiv reduziert werden oder gar ausgesetzt werden, so wie es für die CO2-Strafzahlungen für Verbrennerautos ebenso zu fordern ist. Dies müsste mindestens so lange gelten, bis ein vergleichbares Niveau der CO2-Besteuerung bei unserem Hauptwettbewerber China erreicht worden ist.
9. Einen der abenteuerlichsten Auswüchse der Energiewende hat die Ampelregierung mit der Verkürzung der Abschreibung von Gasnetzen durchgesetzt. Das deutsche Erdgasnetz, 550 000 km lang, etwa 270 Milliarden € wert, soll bis 2045 stillgelegt oder herausgerissen werden. Durch die Verkürzung der Abschreibungsdauer bis zum Jahre 2045 erhöhen sich die Gasnetzgebühren ab diesem Jahr um bis zu 20 %.
10. Es besteht ein Fracking-Verbot in Deutschland, dabei liegen unter der norddeutschen Tiefebene preiswertes Gas mindestens für die nächsten 30 Jahre. Dafür importieren wir teureres Fracking-Gas mit höheren CO2-Emissionen aus den USA ohne Bedenken.
11. Die CO2-Abscheidung bei Kohlekraftwerken, die günstiger ist als die Zahlung der CO2-Abgabe, ist nach wie vor in Deutschland verboten.
12. Die Kernenergieforschung in Deutschland ist eingestellt worden. Sie ist politisch nicht gewollt und erhält keine Förderung
13. Das deutsche Energieeffizienzgesetz schreibt die Halbierung des Energieverbrauchs fest mit einem jährlichen Rückgang um 50 Terawattstunden, und führt zu einem wirtschaftlichen Schrumpfen Deutschlands.

 

Erneuerbare-Energien-Gesetz und Energieeffizienzgesetz gehören abgeschafft

Wie sehr Deutschland auf dem rot-grünen Holzweg ist, zeigt eine weitere Grafik von McKinsey, die die Produktionsbedingungen für Solarenergie und Windenergie weltweit vergleicht. Oben sind gute Solareinstrahlung und rechts gute Windverhältnisse. Die schlechtesten Bedingungen findet man im unteren linken/roten Quadranten. Und dort finden wir Deutschland, das Land, das zu 100% seiner Energieversorgung durch erneuerbare Energien erzeugen will. Jetzt versteht man, dass 100% erneuerbare Energien in Deutschland nur zusammengehen kann mit einem „Energieverarmungsgesetz“ (Energieeffizienzgesetz). Beides gehört ersatzlos gestrichen, wenn es Deutschland wieder besser gehen soll.

Herzlichst
Ihr
Fritz Vahrenholt
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