Klimawandel: „Vom Idealismus zum Realismus“

Mike Hulme

Seit den frühen 1980er Jahren habe ich mein ganzes Berufsleben damit verbracht, mich mit dem Klimawandel zu befassen und darüber an Universitäten, auf Konferenzen und in öffentlichen Foren auf der ganzen Welt zu lehren, zu schreiben und zu sprechen – in 43 Ländern, wie ich zuletzt gezählt habe. Bei einer derartigen beruflichen und persönlichen Investition in die Idee des Klimawandels ist es nicht verwunderlich, dass ich lange Zeit unkritisch die Vorstellung übernommen habe, dass der Klimawandel die herausragende Herausforderung darstellt, der sich die Menschheit im einundzwanzigsten Jahrhundert stellen muss.

Seit ich mich in den 1980er Jahren zum ersten Mal mit dem Thema beschäftigt habe und in den 1990er und 2000er Jahren Teil der wissenschaftlichen und öffentlichen Geschichte des Klimawandels war [4], war ich schnell davon überzeugt, dass der wachsende Einfluss des Menschen auf das Weltklima eine Realität sein würde, mit der sich alle Nationen in zunehmendem Maße auseinandersetzen müssten, eine Realität, der ihre Interessen zwangsläufig untergeordnet wären und die für die Gestaltung ihrer Entwicklungswege entscheidend sein würde. Mehr als die Hälfte dieser rund 40 Jahre erschien es mir selbstverständlich, dass die Beziehungen zwischen den Nationen durch die Erfordernisse eines sich verändernden Klimas zwangsläufig neu gestaltet werden würden.

Aber jetzt, Mitte der 20er Jahre, kann ich sehen, dass ich das falsch verstanden habe. Und ich kann auch erkennen, warum das so war. Anstatt dass sich die Geopolitik den Realitäten des sich wandelnden Klimas beugen musste, ist das Gegenteil eingetreten. Die unnachgiebige Kraft des politischen Realismus‘ – die Verfolgung der sich wandelnden und unvorhersehbaren Interessen von Nationen und Großmächten – bedeutet, dass die Gestaltung, die Bedeutung und die Reaktionen auf den Klimawandel ständig an die sich verändernden geopolitischen Realitäten angepasst werden müssen. Nur haben sie das allzu oft nicht getan. Während sich das Weltklima in diesen 40 Jahren zweifellos verändert hat, haben sich die geopolitischen, demografischen und kulturellen Gegebenheiten der Welt noch stärker verändert [5]. Allzu oft bleiben Sprache, Rhetorik und Kampagnen zum Klimawandel einer Welt verhaftet, die nicht mehr existiert.

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Der entscheidende Zeitraum, der meine eigene (Fehl-)Einschätzung der voraussichtlichen Macht und Bedeutung des Klimawandels im einundzwanzigsten Jahrhundert geprägt hat – und die Fehldeutung vieler anderer Menschen; damit war ich nicht allein – waren die zehn Jahre zwischen 1985 und 1995, die nun mehr als ein Drittel des Jahrhunderts zurückliegen. Dieser Zeitraum markierte den Höhepunkt des optimistischen Denkens über „eine neue Weltordnung“ – in den Worten von George Bush senior – und über „das Ende der Geschichte“ – in den Worten von Francis Fukuyama. Er war gekennzeichnet durch den Aufstieg der Marktglobalisierung, den Triumph der liberalen Demokratie über den staatlich geförderten Kommunismus und das freudige Versprechen einer weltweiten Energiewende. Kurz gesagt, dieser Optimismus wurde durch den Aufstieg des Globalismus‘ genährt; strategisches Denken über den Klimawandel wurde von diesem Zeitgeist eingeholt.

In diesen zehn Jahren nahm die vorherrschende öffentliche Darstellung des Klimawandels Gestalt an, die Dan Sarewitz später als „den Plan“ bezeichnete [6]. Der „Plan“, so Sarewitz, hatte zwei Komponenten: erstens, dass wissenschaftliche Erkenntnisse über den Klimawandel zu Maßnahmen führen würden, indem sie eine Konvergenz der Weltanschauungen der Menschen über die Notwendigkeit von Maßnahmen erzwingen würden; und zweitens, dass diese Konvergenz des Verständnisses zu einer konsequenten Konvergenz darüber führen würde, was getan werden muss. „Der Plan“ fand Anklang und gewann unter denjenigen an Vorrang, die wie ich Fukuyamas unidirektionale, progressive Sicht der Geschichte akzeptierten. In seinem berühmten Artikel von 1989 schlug Fukuyama vor, dass in der Ära nach dem Kalten Krieg der „weltweite ideologische Kampf“ durch „die endlose Lösung technischer Probleme, Umweltprobleme und die Befriedigung anspruchsvoller Verbraucherwünsche“ [7] ersetzt werden würde. Ich tat es auch.

In diesen zehn Jahren und bis ins einundzwanzigste Jahrhundert hinein wurden die westlichen Werte als universell angesehen. Und es war (fast) möglich, sich vorzustellen, dass die neue Harmonie der Nationen sich hinter dem Primat der „gütigen“ Weltführung Amerikas vereinen könnte. Vierzig Jahre Kalter Krieg waren zu Ende, 80 Jahre ideologischer Kampf zwischen liberaler Demokratie und Kommunismus waren vorbei. Es war, so Fukuyama, „der Endpunkt der ideologischen Evolution der Menschheit und die Universalisierung der westlichen liberalen Demokratie als die endgültige Form der menschlichen Regierung“ [8] In ähnlicher Weise wurde 1998 Becks „kosmopolitisches Manifest“ veröffentlicht, das Ideen über Weltbürgertum und ethische Globalisierung fest im westlichen Bewusstsein verankerte [9].

Doch diese Stimmung des optimistischen Globalismus‘ war gefährlich. Der Politikhistoriker Timothy Garton-Ash schreibt im Jahr 2023 rückblickend über den Fall der Berliner Mauer im Jahr 1989 und erklärt die Gefahr: „…tief im Inneren dachten wir irgendwie – oder besser gesagt, fühlten wir – dass wir wüssten, in welche Richtung die Geschichte gehen würde. Das ist immer ein Fehler, und Historiker sollten die letzten Menschen auf der Welt sein, die diesen Fehler begehen.“ [10]

Etwa zu dieser Zeit spiegelte sich die Vorrangstellung der westlichen Wissenschaft in der Gründung des IPCC der UNO wider. Der IPCC wurde 1988 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen und legte 1990 seinen ersten Bericht vor. Damit gab er den universellen klimawissenschaftlichen Erkenntnissen als maßgebliche Richtschnur für die Klimapolitik die Rückendeckung der Regierungen. Das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen [UNFCCC] wurde 1992 ausgehandelt und 1995 ratifiziert. Auf den folgenden jährlichen Konferenzen der Vertragsparteien des Übereinkommens wurden die neuen Institutionen, die Politik und Maßnahmen ausgearbeitet, mit denen die Welt die Bedrohung durch den Klimawandel eindämmen wollte. Es war ein Echo auf die Entdeckung des Ozonlochs durch Wissenschaftler im Jahr 1985 und die Ausarbeitung des Montrealer Protokolls von 1987 und seiner späteren Änderungen, um den Schaden zu beheben. Die aufsteigende Macht der Klimawissenschaft sollte schließlich dazu führen, dass der IPCC einen Teil des Friedensnobelpreises 2007 erhielt. Die neue globale Wissenschaft des Klimawandels schien die Oberhand zu gewinnen.

Doch 2007 war die Illusion, in der ich gearbeitet hatte – dass sich die Geopolitik der Besorgnis über den Klimawandel beugen würde – bereits am Ende. Das Kyoto-Protokoll, das 1997 unterzeichnet und 2004 ratifiziert worden war, hatte so gut wie nichts zur Verringerung der Emissionen beigetragen. Auch Tony Blairs Kampagne der internationalen Klimadiplomatie in den Jahren 2003-2005, ein selbstbewusster Versuch, die moralische Überlegenheit nach dem geopolitischen Desaster der Unterstützung des Irak-Kriegs durch die britische Regierung im Jahr 2003 zu nutzen, war am Ende ihrer Kraft. Die globale Finanzkrise von 2008 war das Vorspiel zu dieser Desillusionierung, und das Scheitern des Waxman-Markey-Gesetzes über den Emissionshandel im US-Senat im Sommer 2009 der Hauptakt. Die Krönung kam im Dezember 2009 auf der COP15, die als „wichtigstes Treffen in der Geschichte der Menschheit“ bezeichnet wurde. Während einiger Tage im winterlichen Kopenhagen wurde Chinas wachsende politische und wirtschaftliche Macht mit Nachdruck ausgeübt, die Ohnmacht der EU-Klimadiplomatie offenbart und die Grenzen des Internationalismus‘ des späten zwanzigsten Jahrhunderts aufgezeigt.

Der Vorhang für Sarewitz‘ so genannten „Plan“ fiel schließlich während des (nördlichen) Winters 2009/10 der Klimaunzufriedenheit. Im November 2009 wurde die westliche Welt von der Climategate-Kontroverse über durchgesickerte E-Mails zwischen entsprechenden Wissenschaftlern überrascht, und in den ersten Monaten des Jahres 2010 wurde das Vertrauen in die Klimawissenschaft durch mehrere Anfechtungen des Vertrauens und der Glaubwürdigkeit des IPCC weiter untergraben.

In der Zwischenzeit spielten sich die wichtigen geopolitischen Ereignisse anderswo ab.

Während wir nicht hinsahen, war um die Wende dieses Jahrzehnts etwas anderes im Gange. Die Kräfte der Deglobalisierung nahmen zu und fielen mit der „kulturellen Wende“ des Klimas zusammen – der verspäteten Erkenntnis, dass die Wissenschaft nicht ausreicht, um den Wandel voranzutreiben, dass Wissenschaft nie genug ist [11] – und dem Beginn des kulturellen Solipsismus‘ und der Fragmentierung des Westens. Der (kurzlebige) Arabische Frühling von 2011 gipfelte in dem Jahrzehnte langen syrischen Bürgerkrieg, und zersplitterte ethnische Nationalismen nahmen an Fahrt auf, zunächst in Russland und dann in den USA, Brasilien und Teilen Osteuropas. Und währenddessen begann sich Chinas Klammergriff auf die Welt [belt-and-road initiative] zu verstärken.

Wie reagierten also der Rahmen und die Kampagnen rund um den Klimawandel Anfang/Mitte der 2010er Jahre auf diese sich verstärkenden geopolitischen Trends? Mit einer Verdoppelung dessen, was zuvor funktioniert hatte. Mit anderen Worten, man reagierte mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen, mit mehr Wissenschaft, mit noch mehr beängstigender Wissenschaft. Die Wissenschaft wurde genutzt, um die Anforderungen neu zu formulieren, die der Klimawandel an die Welt zu stellen schien. Kohlenstoffbudgets ersetzten Emissionsszenarien, und die Idee der „Netto-Null-Emissionen“ wurde geboren [12]; theoretische weltweite Dekarbonisierungspfade zur Erreichung der Netto-Null-Emissionen wurden modelliert, um die Illusion aufrechtzuerhalten, dass eine schnelle globale Energiewende möglich sei [13]; die Wissenschaft der Zuordnung zu Wetter wurde als neues Instrument geschaffen, um einer skeptischen Öffentlichkeit die Unmittelbarkeit des Klimawandels vor Augen zu führen; und die Sprache von „Verlust und Schaden“ tauchte auf, um die Bedenken der Entwicklungsländer zu beschwichtigen. Und schließlich wurde 2015 unter dem rhetorischen Gewicht dieser neuen Wissenschaft das alte politische Ziel, die Erwärmung auf 2°C zu begrenzen, in Paris als „1,5°C“ neu erfunden, ohne dass man sich der Unmöglichkeit dessen bewusst wurde, was eine solche Zahl impliziert.

Man glaubte – hoffte? – dass die Welt sich dieser Forderung beugen könnte und würde. Wenn der Klimawandel „die größte Herausforderung für die Menschheit im einundzwanzigsten Jahrhundert“ sei, dann müsse sie dieser Forderung gerecht werden. Es wurden Fristen gesetzt – „wir haben 12 Jahre Zeit, um die Klimakatastrophe zu begrenzen“ [14]; die Sprache wurde umgestellt – vom Klimawandel zur Klimakrise [15], von der globalen Erwärmung zur globalen Krise; Weltuntergangs-Phantastereien wurden in den Vordergrund gerückt [16], Notfälle erklärt, die Ausrottung in Aussicht gestellt und Straßenproteste entfesselt. Jede neue Erkenntnis darüber, wie weit die Welt davon entfernt war, das „Stoppen des Klimawandels“ in den Mittelpunkt der heutigen Politik zu stellen, rief eine Reaktion hervor: Die Wissenschaft wurde eingeschrieben – durch den IPCC 1. 5°C-Bericht im Jahr 2018; die Rhetorik der Kipp-Punkte wurde verstärkt; die Jungen (durch Greta Thunberg) und dann die Alten (durch Schweizer Rentnerinnen [17]) wurden als Katzentatzen benutzt, um schimärenhafte Wohlfühlsiege zu erringen; Umweltanwälte kooptierten indigene Völker, um das westliche Rechtssystem zu nutzen und zu versuchen, das zu erreichen, was die Nationen der Welt sich hartnäckig weigerten zu erreichen.

Und die ganze Zeit über lachte Putin, Chinas weiche Macht – und nicht so weiche Macht – wuchs, Indien widersprach, die Schwellenländer und Länder mit mittlerem Einkommen kamen hinzu, die afrikanischen Nationen fügten dem Planeten immer mehr Menschen hinzu. Und die weltweite Nachfrage nach Energie stieg weiter.

Auch in Europa begann das Klimaprojekt zu scheitern. Zwischen 2016 und 2020 trat UK aus dem EU-Kollektiv aus, russisches Gas überschwemmte den Kontinent, bevor der Krieg in der Ukraine 2022 die Anfälligkeit der EU für imperialistische Aggressionen offenbarte, überall schien der Nativismus neue politische Muskeln spielen zu lassen, und die Klimaskepsis fand neue Ausdrucksformen: bei Landwirten, Autofahrern und Frankreichs Gelbwesten. Selbst dann hielten einige noch an der alten Gewissheit fest, dass die fossile Brennstoffindustrie das böse „Auge Saurons“ darstellt, und riefen alle wohlmeinenden Menschen in der Welt dazu auf, ihre Kräfte in einer „letzten Schlacht“ zu vereinen, um den räuberischen Feind zu besiegen [18].

Ein kurzes Aufflackern der Hoffnung gab es 2020/21, als die COVID-19-Pandemie ausbrach. Aber Pielkes eisernes Gesetz der Klimapolitik – „wenn ökologische und ökonomische Ziele in öffentlichen oder politischen Foren gegeneinander gestellt werden, gewinnen die ökonomischen Ziele“ – konnte nicht gebrochen werden [19]: Selbst eine globale Pandemie konnte die Trägheit des weltweiten Energiepfads und das unnachgiebige Eigeninteresse der Weltmächte nicht umstoßen.

Klimaschützer und jugendliche Aktivisten scheiterten einmal mehr daran, die Natur des Problems zu begreifen. Eine Randgruppe von Wissenschaftlern – die „Rebellion der Wissenschaftler“ – schloss sich immer extremeren öffentlichen Protesten an, „Just Stop Oil“ wandte immer bizarrere Taktiken an, der UN-Generalsekretär gab immer hitzigere Rhetorik über die kochende Welt von sich [20], und die linken Medien, allen voran der Guardian und die New York Times, verstärkten Klima-Alarmismus, Öko-Angst, Brustklopfen und die Schande über Flucht, Fleisch und Geburt. In Anlehnung an das 2019 erschienene Buch von David Wallace-Wells, „The Uninhabitable Earth“, versuchte Netflix mit der Veröffentlichung des Films „Don’t Look Up“ im Dezember 2021 einen neuen Weg. Diese apokalyptische Satire mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle vergleicht den Klimawandel mit einem Asteroiden, der den Planeten Erde zerstören will.

Aber der Klimawandel ist kein Asteroid, der auf die Erde zufliegt. Wenn dem so wäre, dann wäre die größenwahnsinnige Technologie des solaren Geo-Engineerings, über die derzeit in Washington, Tokio und Singapur gesprochen wird [21], vielleicht, ja nur vielleicht, eine Wette wert. Auch ist der Klimawandel nicht das Ergebnis des Kapitalismus‘ [22]. So zu denken, schlägt Jean-Baptiste Fressoz vor, bietet nur „eine scheinbar radikale, aber letztlich beruhigende Geschichte, welche die Unermesslichkeit der klimatischen Herausforderung unterschätzt. Der Ausstieg aus dem Kohlenstoff wird weitaus schwieriger sein als der Ausstieg aus dem Kapitalismus“ [23]. Der Klimawandel ist mit der staatlich geförderten Ölförderung, der indischen Kohle, der Demografie Afrikas, dem unerschütterlichen Eigeninteresse Chinas, verpackt in warme, klimatisch klingende Worte, und dem legitimen Streben der Hälfte der Weltbevölkerung nach den Vorteilen der hochenergetischen Moderne verbunden. Schafft man den Kapitalismus ab, bleiben all diese Dinge bestehen.

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Dies war also meine 40-jährige Reise mit dem Klimawandel, zunächst vom Idealisten zum Pragmatiker und jetzt vom Pragmatiker zum Realisten. Es ist keine besonders hoffnungsvolle Geschichte, aber warum sollte ich oder irgendjemand sonst jemals glauben, dass der Klimawandel eine solche bieten würde? Es gibt keine verborgene Hand – und schon gar nicht die gütige Hand der Wissenschaft – welche die Welt zu einer sicheren Klima-Landung führt. Es gibt kein Happy End; wir stolpern von einer Sache zur nächsten. Noch einmal: Warum habe ich oder irgendjemand anders geglaubt, es gäbe ein Happy End? Francis Fukuyama hat sich 1989 gründlich geirrt: Die Geschichte ging in den 1990er Jahren nicht nur nicht zu Ende, sie hatte gerade erst begonnen.

Man muss dorthin gehen, wo man glaubt, dass die Wahrheit liegt. Für mich war das zunächst die wissenschaftliche Wahrheit einer sich erwärmenden Welt, zu der ein Großteil meiner frühen Forschung beigetragen hat, und der daraus abgeleitete Glaube, dass sich die Welt an die Wissenschaft des IPCC und die aufgeklärte Diplomatie der UNFCCC anpassen würde. Dieser Glaube beruhte auf einem naiven Rationalismus, wie er kürzlich in einem Nature-Leitartikel zum Ausdruck kam, als er behauptete, dass „wissenschaftlich fundierte Entscheidungen der Welt letztlich helfen werden, die Krisen zu lösen, mit denen sie konfrontiert ist“ [24].

Heute, 30 Jahre später, lautet die geopolitische Wahrheit, dass Macht und Interessen die Oberhand gewinnen. Das Klima ist nicht das Einzige, was sich zu unseren Lebzeiten verändert, und vielleicht auch nicht das Wichtigste. Technologie, kulturelle Werte, die Zentren politischer, wirtschaftlicher und militärischer Macht haben sich alle bemerkenswert verändert, seit ich vor 40 Jahren begann, mich mit dem Klimawandel zu befassen; und die Regeln, der Zusammenhalt und die Wirksamkeit der internationalen Ordnung, von denen ich annahm, sie seien ewig gültig, werden ernsthaft in Frage gestellt. Ich erkenne jetzt die Notwendigkeit einer tieferen Lesart des politischen Realismus‘ und der Macht, die darüber hinausgeht, die Wissenschaft als eine Zwangskraft zu sehen, die die Geopolitik übertrumpft, und die über Appelle an einen oberflächlichen Kosmopolitismus hinausgeht. Um es mit den Worten von Jason Maloy von der Universität Louisiana zu sagen: Der Klimawandel ist weder ein Notfall noch eine Krise; er ist ein politisches Epos, „ein Prozess kollektiver menschlicher Anstrengungen, der sich durch ein allmähliches Fortschreiten im Laufe der Zeit, obskure Problemursprünge und anti-klimaktische Ergebnisse auszeichnet“ [25]

Das Beste, was wir sagen können ist, dass die Welt weiterhin langsam ihr Energiesystem dekarbonisieren wird und sich gleichzeitig das Klima weiterhin langsam ändern wird. Und die Gesellschaften werden sich weiterhin auf neue Weise an die sich entwickelnden Klimagefahren anpassen, so wie sie es schon immer getan haben, mit Gewinnern und Verlierern auf dem Weg.

Via Roger Pielke Jr.’s Substack: https://rogerpielkejr.substack.com/p/from-idealism-to-realism, introduction reposted from Marc Morano and Climate Depot:

Mike Hulme, Professor of Human geography at Cambridge University. Mike is one of the world’s most accomplished climate scientists. Hulme participated in the IPCC second and third assessments, was part of the Climatic Research Unit at the University of East Anglia, where he subsequently founded the Tyndall Centre for Climate Change Research at UEA. He has been at Cambridge University since 2017. … Mike’s publication record is expansive and involves many collaborators around the world. He maintains an active website where you can find his research and commentary

Originally posted at The Honest Broker, reposted with permission. 

Link: https://climaterealism.com/2025/01/from-idealism-to-realism/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

Anmerkung des Übersetzers: Dieser findet sich durchaus in den Ausführungen des Autors wieder!




Skandal in Kopenhagen: Henrik Svensmark ohne Mittel wegen Politisierung der Wissenschaft

Henrik Svensmark ist gemeinsam mit Nir Shaviv aus Jerusalem der Entdecker des Svensmark-Effektes, auch Svensmark-Shaviv-Folge-Effekt genannt. Er erklärt schlüssig, warum die Sonne trotz nur geringer Aktivitäts-Schwankungen kurzfristig in der Lage ist, die Temperaturen auf der Erde hoch- oder herunterzufahren.

Das Prinzip des Effektes ist einfach: Die Strahlung der Sonne (Licht, Wärme, Röntgen, Alpha-, Beta-, Gamma-Teilchen) trifft oberhalb der Atmosphäre auf kosmische Strahlung, die von explodierten Sternen, den Supernovae, stammt. Dadurch wird ein großer Teil der kosmischen Strahlung neutralisiert und kann nicht mehr in die obere Atmosphäre eindringen.

Die kosmische Strahlung erzeugt bei Auftreffen auf die Erdatmosphäre wachsende Wolkenkeime

Da Wolken zum Gutteil durch Keime entstehen, die auf ebenjene kosmischen Teilchen zurückgehen, kann die Sonne so durch das Unterdrücken der Wolkenentstehung die Atmosphäre deutlich aufheizen. So lassen sich kurz- und mittelfristige Klimaschwankungen erklären. Das beste Beispiel: Das 20. Jahrhundert erlebte eine deutliche Erwärmung – angeblich wegen steigender CO2-Anteile der Luft. Allerdings heizte sich die Atmosphäre von 1900 bis 1940 auf – danach stagnierten die Temperaturen oder fielen sogar. Der Endpunkt dieser Entwicklung war der Jahrhundert-Winter 1978/79, als in Niedersachsen nur noch die Gleisketten-Panzer des Heeres als einzige Bodenfahrzeuge einsatzfähig waren, und Autobahnen mit Hunderten eingeschneiten Zivilfahrzeugen räumen mußten.

Ab 1980 heizte sich die Atmosphäre zum Glück wieder auf. Die 40 Jahre Abkühlung vorher zeigen deutlich, daß Treibhausgase wie Kohlendioxid NICHT der zentrale Klimafaktor sein können. Die extrem gesteigerte Industrieproduktion im Zweiten Weltkrieg plus die fast gleichzeitige Vernichtung ihrer Produkte durch Sprengung und Verbrennung hatte enorme CO2-Emissionen zur Folge – die Atmosphäre hätte sich merklich aufheizen müssen.

Die Erklärung mithilfe astronomischer Zyklen, vor allem denen der Erdsonne, sind deutlich überzeugender. Da der wissenschaftlich-politmediale Komplex aber nur mit der Treibhausgas-Geschichte große finanzielle Umverteilungen von unten nach oben rechtfertigen kann, werden Wissenschaftler, die den Märchen vom Giftgas CO2 widersprechen, nach Möglichkeit zum Schweigen gebracht oder gleich aus den staatlich finanzierten Forschungsstätten entfernt.

Unser Referent Henrik Svensmark wäre von seinem neuen Direktor in Kopenhagen beinahe entlassen worden, was durch Unterstützung von Ivy-League-Wissenschaftlern aus den USA noch abgewandt werden konnte. Dennoch hat der Grüne an der Spitze der Hochschule erreicht, daß die Finanzierung der Forschung von Svensmark gestrichen wurde.

Prof Svensmark berichtet an einem Brief an EIKE selbst und bittet um Unterstützung:

„Bitte um wirtschaftliche Unterstützung

Ich werde kurz meine derzeitige Situation beschreiben und erläutern, warum es notwendig ist, um wirtschaftliche Unterstützung für meine Forschung zu bitten.
Acht Jahre lang war ich Professor mit besonderer Aufgabe an der Technischen Universität Dänemarks DTU und wurde vom ehemaligen Rektor angestellt. Er hat mich bei meiner Arbeit sehr unterstützt. Er wies die Proteste von Klimawissenschaftlern zurück, die ihn aufforderten, mich nicht einzustellen (der Rektor sagte mir das).

Es wurde jedoch ein neuer Rektor ernannt, und 2016 stand meine Beförderung zum ordentlichen Professor an, und ich vermute, daß dieselben Klimawissenschaftler protestierten.
Normalerweise geschieht die Beförderung fast automatisch, aber der neue Rektor entschied, die Stelle zu streichen und mich zum ‚Senior Researcher‘ zu degradieren. Ohne Professorentitel war es noch schwieriger, Fördermittel zu erhalten.
Ein paar Jahre später, im Jahr 2021, hat die DTU aufgrund wirtschaftlicher Probleme Personal abgebaut. Die DTU wählte mich und meinen Kollegen für die Entlassung aus.
Ein Grund dafür könnte sein, daß es für mich im Laufe der Jahre immer schwieriger geworden ist, Mittel aus regulären
Forschungsfonds zu bekommen. Ein Problem, das ich mit der Politisierung der Klimaforschung in Verbindung bringe. Die fehlende Finanzierung macht mich weniger attraktiv für die Universität.

Glücklicherweise erhielt ich ein Unterstützungsschreiben aus Princeton, vom MIT und der Hebräischen Universität Jerusalem, das an den Rektor und den Leiter meines Fachbereichs gerichtet war.. Vielleicht hat dieser Brief geholfen, und die Universität wollte schlechte Publicity vermeiden, wie im Fall des australischen Riff-Experten Peter Ridd. Ich habe nie eine Erklärung erhalten. Die DTU zog die Kündigung zurück, aber nun mußte ich die Finanzierung meines Gehalts auftreiben. Mein Kollege verlor jedoch seinen Job.

Meine Abteilung an der DTU Space (Astrophysik und Atmosphärenforschung) hat gerade einen neuen Abteilungsleiter bekommen, mit dem ich ein Treffen hatte. Sie hatte meine Forschung seit ihrer Studienzeit verfolgt und mochte sie. Das Entscheidende war jedoch, dass ich die Finanzierung für meine Forschung selber organisieren muß. Das ist fast unmöglich, da ich mich nicht auf reguläre Fördermittel bewerben kann. Und wenn ich einen Zuschuß bekomme, muß die DTU mein Gehalt für die Dauer des Zuschusses finanzieren.
Meine Situation ist in jeder Hinsicht ungewöhnlich. Meine Gewerkschaft sagte mir, daß sie noch nie eine solche Situation erlebt hat, d. h. entlassen zu werden und dann nicht entlassen zu werden. Seitdem habe ich mich um eine private Finanzierung bemüht und rund 200.000 € erhalten, die ich auf mein Gehalt angerechnet habe. Ich habe noch etwa zwei Monatsgehälter übrig.
Die Forschung an der DTU funktioniert gut für mich, denn sie bietet die Infrastruktur, die ich brauche. Ich hoffe, daß ich noch drei bis vier Jahre weitermachen kann, um die Forschung zu konsolidieren, z. B. um zu klären, daß der Zusammenhang zwischen kosmischer Strahlung und Wolken real und folgerichtig ist.

In den letzten sechs Monaten habe ich bedeutende Fortschritte in meiner Forschung gemacht. Ich habe einen Weg gefunden zu zeigen, daß kosmische Strahlung die Wolken und den Strahlungshaushalt der Erde erheblich beeinflußt. Diese Ergebnisse stehen im Widerspruch zum Konsens des Weltklimarates IPCC, der behauptet, die Verbindung zwischen kosmischer Strahlung und Wolken sei zu schwach, um wichtig zu sein (basierend auf numerischen Computer-Modellen). Sie versprechen auch zu erklären, warum die Polarregionen zum Beispiel während des Eozäns vor 50 Millionen Jahren so warm waren.
Es sind mehrere Arbeiten geplant. Ich arbeite hauptsächlich allein und in Zusammenarbeit mit Nir Shaviv an der Hebräischen Universität von Jerusalem.

Ich hoffe, daß ich mit diesem Schreiben eine gewisse Unterstützung für mein Gehalt erhalte. Jeder Betrag wird mir helfen, denn er wird meine Situation an der Situation an der DTU entspannen und ich kann meine Arbeit fortsetzen. Auf jeden Fall bin ich Ihnen dankbar, wenn Sie meine Bitte um Hilfe beachten. Bei Bedarf bin ich gerne bereit, weitere Erklärungen abzugeben.

Mit freundlichen Grüßen,
Henrik Svensmark
Leitender Forscher, Nationales Raumfahrtinstitut der Technischen Universität von Dänemark DUT
2800 Lyngby (Löngbü) bei Kopenhagen, E-Mail: hsv@space.dtu.dk“

EIKE-Spendenkonto:

Stichwort „Henrik Svensmark“

Europäisches Institut für Klima und Energie
Volksbank Gera Jena Rudolstadt
IBAN: DE34 8309 4454 0042 4292 01
BIC: GENODEF1RUJ




Highway zur Klimahölle? Hamburger Klimaforscher widerspricht – Klimaschau 209

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, auf der COP27- Klimakonferenz in Scharm-el-Scheich:

„Wir sind auf dem Highway zur Klimahölle – mit dem Fuß auf dem Gaspedal!“

Die Süddeutsche Zeitung griff die apokalyptische Vision im November 2022 nur zu gerne auf und berichtete über die Reaktion der deutschen Bundesregierung:

„Hungersnöte wegen extremer Dürren, Tausende Tote nach Überschwemmungen und Unwettern: Auf der Weltklimakonferenz hat UN-Generalsekretär António Guterres in düsteren Worten vor den verheerenden Folgen der Erderhitzung gewarnt.“

Einige Klimawissenschaftler nervt die Panikmache zunehmend. Der Direktor des renommierten Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg, Jochem Marotzke, ließ sich im Mai 2024 von der Bild-Zeitung interviewen. Klare Botschaft schon in der Überschrift:

„Professor stellt klar: Klimawandel führt NICHT zur Hölle auf Erden“.




Kältereport Nr. 04 / 2025

Christian Freuer

Vorbemerkung: Schwerpunkt diese Woche sind natürlich die USA, obwohl es natürlich auch anderswo wieder zu Kalt-Ereignissen gekommen war. Es scheint eine Ironie zu sein, dass gerade zum Amtsantritt von Präsident Trump, der ja ein erklärter Gegner des AGW-Wahnsinns ist, zu einer solchen Kältewelle kommt. Die ist zwar „nur“ Wetter und nicht Klima, aber als Hervorhebung der neuen Windrichtung von dort trotzdem geeignet.

Meldungen vom 20. Januar 2025:

Rekord-Kälte in den USA

Ein allumfassender Ausbruch arktischer Festlandsluft aus Kanada bringt 300 Millionen Amerikanern bittere Kälte.

Diese extreme Kälte führt in weiten Teilen des Landes zu Temperaturen, die etwa 30 Grad unter dem Normalwert liegen und die ganze Woche über anhalten werden. Die beißende Kälte wird von Schnee und dickem Eis begleitet, so dass weite Teile des Mittleren Westens, des Südens und der Ostküste mit gefährlichen Bedingungen zu kämpfen haben.

Am Samstag, dem 18. Januar, lagen die Temperaturen im Norden der USA im einstelligen Bereich [Fahrenheit; 5F = -15°C], der Windchill-Faktor bei -23°C. Am Sonntag verschlechterten sich die Bedingungen, als die Kälte die Central Plains erreichte und die Temperaturen auf -29°C und die Tageshöchsttemperaturen nicht mehr über -12°C hinaus kamen. Am frühen Montag wird die arktische Luftmasse den tiefen Süden erreichen und Atlanta Tiefstwerte von 0 °C bescheren.

Diese historische Kälte wird von starkem Schnee und Eis begleitet, die sich von Neuengland bis zur Golfküste erstrecken.

Boston erwartet bis 20 cm Schnee, Philadelphia 18 cm und Washington, D.C., bis zu 8 cm. Auch der Süden bekommt die Auswirkungen zu spüren: Charleston, South Carolina, bereitet sich auf Schnee vor. New Orleans könnte am Dienstag der größte Schneesturm seit 130 Jahren bevorstehen, es werden bis zu 10 cm Schnee vorhergesagt.

Die Intensität dieses Kälteeinbruchs wird mit einigen der schlimmsten in der jüngeren Geschichte konkurrieren und auf breiter Front Rekorde aufstellen.

Der letzte Tag einer Amtseinführung, an dem es so kalt war, war 1985, als die Zeremonie von Präsident Reagan wegen eines Tiefstwerts von -14°C nach drinnen verlegt wurde.

In Kanada wurde in Baker Lake, NU, bereits ein Windchill von -59°C gemessen – der bisher niedrigste Wert der Saison im Land.

Da wird im weiteren Verlauf der Woche wohl noch Einiges dazu kommen. Tatsächlich werden in der 850-hPa-Fläche (ca. 1500 m Höhe) Temperaturwerte bis -40°C simuliert, was ich südlich der Grenze zu Kanada noch nie gesehen habe – und ich beobachte das dort drüben seit meiner Zeit in den USA Mitte der 1970er Jahre. A. d. Übers.

Link: https://electroverse.substack.com/p/record-breaking-cold-enters-the-us?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 21. Januar 2025:

Auch heute bringt Cap Allon nur Meldungen aus den USA. Dabei vermischen sich bereits eingetretene Ereignisse mit solchen, die noch kommen. In jedem Falle zeichnet sich eine Kälteperiode ab, wie sie vor allem im Süden der USA seit mindestens etwa 50 Jahren nicht mehr vorgekommen ist.

In späteren Meldungen wird man sicher hören und lesen, was daraus geworden ist. Noch spannender wird sein, ob, wie und in welchem Ausmaß hierzulande darüber berichtet wird..

Die Tiefkühlung im Süden der USA

Amerikas allumfassender Frost bricht wie erwartet eine ganze Reihe von Kälterekorden. Von Kalifornien bis New York, von Montana bis Florida fallen die Höchstwerte. Im Mittleren Westen ist der Windchill-Faktor auf -49°C gesunken.

Auch der tiefe Süden wird von einem seltenen polaren Kälteeinbruch heimgesucht. In der Region herrschen Temperaturen, die 20 bis 30 Grad unter dem Normalwert liegen. Die Gouverneure von Louisiana, Georgia, Alabama, Florida und Mississippi haben den Notstand ausgerufen, und Texas bereitet sich auf Schnee und Eis vor.

Auf den Autobahnen I-10 und I-20 werden Schneefälle erwartet, von Texas bis zu den Carolinas etwa 8 cm. In New Orleans, wo es seit 2009 nicht mehr geschneit hat, könnten bis zu 15 cm Schnee fallen, womit der bisherige Rekord von 7 cm aus dem Jahr 1963 übertroffen werden würde. In Houston, wo Schnee ähnlich selten ist, könnte es die größte Ansammlung seit Jahren geben. Selbst in Teilen Floridas könnten messbare Schneemengen fallen, was der erste Winter seit 2010 wäre, in dem in allen 50 Staaten Schnee gefallen ist.

Wintersturmwarnungen reichen von der Grenze zwischen den USA und Mexiko bis zum Duval County in Florida.

Wenn dieser Sturm das hält, was er verspricht, wird es der größte Schneesturm an der Golfküste seit 130 Jahren sein und den tiefen Süden zum Stillstand bringen.

[Chris Martz]

Im gesamten Süden haben Städte wie Houston, Atlanta und Jackson, Mississippi, mit Temperaturen um den Gefrierpunkt zu kämpfen, die Rohre und Stromversorgungssysteme bedrohen, die an eine solch anhaltende Kälte nicht gewöhnt sind. Vorhersagen zufolge werden in Städten wie Houston, Austin und Baton Rouge bis Mittwochmorgen Rekordtiefstwerte aus den 1930er Jahren erreicht.

Der Reiseverkehr ist lahmgelegt. Mehr als 1700 Flüge wurden in der Region gestrichen, und die Straßen von Texas bis Georgia sind vereist und gefährlich. Die Schulen sind geschlossen, und für die Bewohner, die auf tagelanges eisiges Wetter nicht vorbereitet sind, werden Aufwärmzentren eingerichtet.

Die Behörden raten den Menschen dringend, in ihren Häusern zu bleiben, Rohre zu schützen und nach gefährdeten Nachbarn zu sehen.

„Dies ist ein gefährlicher Sturm“, warnten die Meteorologen und sprachen von einem “Generationen-Ereignis“.

Link: https://electroverse.substack.com/p/the-deep-souths-deep-freeze-declining?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Inzwischen gibt es auch auf wetteronline.de Meldungen über die Kälte vor allem im Süden der USA.

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Meldungen vom 22. Januar 2025:

Historische Schneefälle an der Golfküste der USA

An der Golfküste ist ein bemerkenswertes Schneefallereignis im Gange, das in mehreren Regionen neue Rekorde aufstellt.

In Milton, Florida, haben sich 22 cm Schnee angesammelt, was einen neuen Landesrekord darstellt und die 10 cm vom März 1954 mehr als verdoppelt. Es wird auch angenommen, dass dies die höchste Schneesumme in über zwei Jahrhunderten ist, seit dem Schneesturm im Januar 1800 (mindestens).

In Pensacola wurden insgesamt 17 cm (und mehr) gemessen, womit der bisherige Rekord gebrochen worden ist.

Auch Houston und New Orleans haben sich dem Spaß im Norden Floridas angeschlossen und jeweils rekordverdächtige Summen registriert. Lokale Berichte besagen, dass in New Orleans vereinzelte Gebiete von einem Meter getroffen wurden. Es wird vermutet, dass dies das erste Mal seit dem großen Schneesturm im Februar 1895 ist, dass an allen drei Orten gleichzeitig Schnee gefallen ist.

In Mobile, Alabama, fielen 19 cm Schnee, womit der alte Rekord von 15 cm vom 14. bis 15. Februar 1895 übertroffen wurde. Im benachbarten Georgia laufen die Menschen in Atlanta Schlittschuh auf den Straßen.

Hunderte Kälterekorde in den USA gebrochen

Ganz Amerika, nicht nur der tiefe Süden, leidet unter den Auswirkungen dieses tödlichen arktischen Sturms.

Von Washington bis Alabama, von Massachusetts bis Arizona (und sogar bis Mexiko) werden Hunderte von Tiefsttemperaturrekorden gebrochen:

Herausragend waren wahrscheinlich Louisiana mit Acadia AP, wo die Temperatur auf -14,4°C sank und damit den Rekord vom 13. Februar 1899 übertraf, und Kansas, wo Topeka am Mittwochmorgen -24,4°C erreichte und damit den Tagesrekord von -23,9°C aus dem Jahr 1888 übertraf.

PJM Interconnection, der Betreiber des größten Stromnetzes in den USA, hat als Reaktion auf die steigende Stromnachfrage aufgrund des extrem kalten Wetters für Mittwoch eine Notfallwarnung der Stufe 1 ausgegeben. Das Netz erstreckt sich von Washington, D.C., bis nach Illinois und bereitet sich auf einen Energieverbrauch vor, der so hoch sein wird wie seit über zehn Jahren nicht mehr.

Im Osten der USA herrschen gefährlich niedrige Temperaturen, was PJM dazu veranlasst hat, eine Warnung zur maximalen Stromerzeugung herauszugeben. Dieser Schritt gibt dem Betreiber die Flexibilität, die Stromexporte in benachbarte Netze zu drosseln, falls dies zur Aufrechterhaltung der Zuverlässigkeit erforderlich ist.

Die Kälte schwappt bis nach Mexiko und sogar bis in die Karibik hinunter.

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Die Kälte in Nordamerika findet auch wieder Eingang bei wetteronline.de mit einem Bild aus New Orleans im Schneesturm; Bildunterschrift: „So viel Schnee in New Orleans wie seit 1964 nicht mehr“. Wer dort schon mal gewesen ist (wie der Übersetzer) kann noch besser nachvollziehen, wie extrem das mit Schnee im Vergleich zu sonst ist.

Dazu fügt Cap Allon das hier an; man wird verstehen, warum das hier eingefügt wird:

Klima-Absurditäten

Die Klima-Kabale ist NICHT glücklich über Trumps Durchführungsverordnungen.

Einige haben sich auf X Luft gemacht und geweint (und sich ungewollt als Besserwisser-Kultisten entlarvt), darunter Stefan Rahmstorf, Professor für Physik der Ozeane und Leiter der Erdsystemanalyse am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung:

DAS sind die so genannten „Akademiker“, auf die sich das Establishment seit langem verlässt, um das Wetter als Waffe einzusetzen – selbst ernannte „Experten“, die von der UNO und ihren giftigen Ablegern ausgebildet wurden, um die politischen Entscheidungsträger davon zu überzeugen, die Energieproduktion des Westens zu demontieren.

So etwas wie „mit fossilen Brennstoffen befeuerte Wirbelstürme“ gibt es nicht, Rahmstorf, Sie reden völligen Blödsinn. Wahrhaftig, das ist doch nur ein Hirngespinst. „Einfach surreal.“

Link: https://electroverse.substack.com/p/historic-snowfall-blankets-gulf-coast?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 23. Januar 2025, diesmal auch wieder aus anderen Gebieten:

Schwere Winterstürme in Sibirien

Ein heftiger Wintersturm fegt über Westsibirien und den Ural hinweg.

Ein gewaltiger Temperaturgradient von 60 Grad Celsius – der Unterschied zwischen den Luftmassen – heizt den Sturm an, da wärmere, feuchte Luft auf kältere, dichtere Luft trifft, was die Winde verstärkt und extreme Wettermuster hervorruft.

Der Sturm wird sich weiter nach Nordosten bewegen und in weiten Teilen Sibiriens eisige Temperaturen, heftige Schneefälle und starke Winde mit sich bringen. Die Behörden warnen die Bewohner, sich auf weitere Störungen einzustellen und bei der weiteren Entwicklung des Systems vorsichtig zu sein.

In einem Gebiet, in dem es in jedem Winter extrem kalt ist, will das schon etwas heißen. Der erwähnte Temperaturgegensatz kommt zustande, wenn die einbezogene milde Luft föhnig im Lee von Mittelgebirgen Temperaturwerte bis 10°C bringt, während auf der kalten Seite der Entwicklung die Temperatur um -50°C liegt. Dennoch kann man nicht ausschließen, dass Cap Allon vor lauter Begeisterung hier etwas übertreibt.

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Wachstum des Grönländischen Eisschildes

Nach einem langsamen Start in die Saison ist der grönländische Eisschild erwacht und hat allein gestern 7 Gigatonnen an Masse zugelegt:

Die meisten Zuwächse des SMB waren im Südosten der Insel aufgetreten. Sie sorgten für den bisher größten Tagesanstieg der Saison:

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Zunehmende Eisbildung auf den Großen Seen

Auch die Eisbedeckung auf den Großen Seen nimmt immer mehr zu. Der Erie-See ist jetzt zu 81 % zugefroren, was fast doppelt so hoch ist wie die multidekadische Norm für diesen Zeitpunkt.
Auch auf dem Ontario- und dem Michigansee ist ein Anstieg zu verzeichnen.

Trotz der jahrzehntelangen Ankündigung des Kipp-Punktes und der Propagierung einer katastrophalen Erwärmung liegt die Eisbedeckung der Großen Seen genau auf dem Durchschnittswert von 1973 bis 2024 von 25 %…

…und wächst dank der anhaltend günstigen Bedingungen weiter.

Link: https://electroverse.substack.com/p/greenland-ice-sheet-gains-uptick?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Am 24. Januar bringt Cap allon keine aktuellen Meldungen, sondern zwei ebenfalls sehr interessante Kurzbeiträge, die in der nächsten Ausgabe derselben separat übersetzt werden.

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Wird fortgesetzt mit Kältereport Nr. 05 / 2025

Redaktionsschluss für diesen Report: 24. Januar 2025

Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE




Vernunftkraft e.V. – Offener Brief an CDU/CSU Fraktion im Deutschen Bundestag- Warum wir so nicht weitermachen können und was getan werden muss.

Von Vernunftkraft e.V

CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag

Platz der Republik 1
11011 Berlin

– Offener Brief –

(nachrichtlich an Vertreter der Presse)

Berlin, im Januar 2025

Warum wir so nicht weitermachen können und was getan werden muss.

Sehr geehrte Damen und Herren,

sehr geehrter Herr Merz,

sehr geehrter Herr Spahn,

am 7. März 2024 stellte der Bundesrechnungshof in seinem Sonderbericht zur deutschen Energiewende fest:

„Die Versorgungssicherheit ist gefährdet, der Strom ist teuer und die Auswirkungen der Energiewende auf Landschaft, Natur und Umwelt kann die Bundesregierung nicht umfassend bewerten.“

Diese klare Feststellung, dass die deutsche Energiewende die im Energiewirtschafts-gesetz festgeschriebenen Ziele verfehlt, schlägt sich leider nicht deutlich im Programm der CDU nieder.

Angesichts der katastrophalen Bilanz ist eine komplette Neujustierung der Energiepolitik unumgänglich – je später diese erfolgt, desto schmerzhafter wird diese ausfallen und desto größer werden die bis dahin entstehenden Schäden sein.

Die Energiekosten sind zur existenziellen Belastung des Standorts geworden

Die jüngsten Wachstumsprojektionen von IWF und OECD verweisen Deutschland auf einen letzten Platz unter allen großen Industrienationen. Dies zeigt, dass unsere Probleme hausgemacht sind – neben Überbürokratisierung werden auch stets die hohen Strompreise in Deutschland genannt. Diese sind seit Einführung des EEG im Jahre 2000 überproportional gewachsen (+198% im Vergleich zu +58% Steigerung der allg. Teuerung), wir halten die Spitzenposition bei den Haushaltsstrompreisen der EU, unsere Industriestrompreise sind gegenüber internationalen Konkurrenten wie den USA und China nicht mehr konkurrenzfähig und die Produktion der energieintensiven Industrie ging um über 20% zurück.

Studien zeigen, dass die deutschen Strompreise weiter steigen werden, insbesondere durch die drastisch steigenden Netzentgelte, die unmittelbar auf den weiteren Ausbau der sogenannten erneuerbaren Stromerzeuger zurückzuführen sind.

Die Subventionen für die Energiewende sind außer Kontrolle geraten

In diesem Jahr steigen die Subventionen für die EE-Erzeuger auf 20 Mrd. €, eine aktuelle Projektion des energiewirtschaftlichen Instituts der Uni Köln (EWI) sieht diese bis 2030 auf 23 Mrd. € steigen. Insgesamt sind für die sog. Energiewende bisher ca. 500 Mrd. € an Förderungen geflossen, eine aktuelle Studie des Fraunhofer IES sieht den weiteren Finanzbedarf bis 2045 bei 8,6 Billionen €. Pläne wie die zusätzliche Subventionierung der Netzentgelte ohne eine nachvollziehbare Perspektive auf sinkende Strompreise verschärfen nur das Problem – zulasten kommender Generationen.

Die Versorgungssicherheit ist nicht mehr gewährleistet

Der Vorstandsvorsitzende der RWE, Markus Krebber, hat angesichts der Dunkelflaute Anfang November eindringlich davor gewarnt, dass in Zukunft Situationen eintreten können, in denen wir die Spitzenlast nicht mehr abdecken können. Dann drohen in Deutschland großflächige Stromabschaltungen. In den Sommermonaten hingegen drohen Netzabschaltungen ganzer Wohngebiete, weil Überschussstrom aus nicht-regelbaren PV-Anlagen die lokalen Netze überlastet. Die letzte Bundesregierung hielt dennoch strikt an der Abschaltung grundlastfähiger Kraftwerke sowie dem Zubau der diese Zustände verursachenden erneuerbaren Stromerzeuger fest – damit wird die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Ereignisse zunehmen. Die Solidarität unserer europäischen Nachbarn mit dieser destruktiven Energiepolitik wird zunehmend fragiler.

Die Klimapolitik bedroht den sozialen Frieden

Neben den hohen Systemkosten einer auf Wind und Solar basierenden Erzeugung sind vor allem die in den letzten sechs Jahren stark gestiegenen CO2-Zertifikatskosten für zunehmende Stromkosten und Industrieabwanderung verantwortlich. Diese Entwicklung wird 2025 durch die drastische Erhöhung der CO2-Steuer auf Treibstoffe und Erdgas immer weiter in den privaten Bereich ausgedehnt. Im Verbund mit klein-teiligen Eingriffen in die Wirtschaft wie dem Gebäudeenergiegesetz oder dem Verbrennerverbot gefährdet dies zunehmend den sozialen Frieden. Dabei steht diesen drastischen Folgen kein Vorteil bei der Entwicklung der globalen CO2-Emissionen gegenüber: Der deutsche Anteil von 1,6% an diesen entspricht mengenmäßig der jährlichen Erhöhung der CO2-Emissionen Chinas. Durch die zunehmende Erhöhung der CO2-Kosten findet global betrachtet keine Reduktion, sondern lediglich eine Verlagerung der Nutzung fossiler Brennstoffe aus Deutschland heraus statt, wobei davon auszu-gehen ist, dass die verlagerte Produktion regelmäßig unter geringeren technologischen bzw. ökologischen Standards erfolgt.

Natur-, Arten- und Landschaftsschutz werden systematisch in die Bedeutungslosigkeit verbannt.

Da Wind und Solar Stromerzeugungsformen mit geringer Energiedichte sind, erfordern sie einen hohen Flächenbedarf, der in einem dicht besiedelten Land wie Deutschland bei den hier verfolgten Ausbauzielen notwendigerweise mit dem Natur- und Artenschutz kollidiert. Dieser Konflikt wurde von der jetzigen Bundesregierung einseitig zugunsten der Wind- und Solarindustrie entschieden, insbesondere durch §35 und §249 BauGB, §6 WindBG, §45b NatSchG sowie §2 EEG. Die Grundgedanken des Natur-, Arten- und Landschaftsschutzes wurden dadurch systematisch ausgehöhlt. Aufgrund der Flächen-zielvorgaben werden schützenswerte Regionen, Landschaftsschutzgebiete, Naturparks, Erholungsorte und Wälder in Industriegebiete verwandelt. Teilweise werden Amtsgemeinden mit über 10% Windfläche ausgewiesen, wobei sich einzelne Windfelder über 10 km erstrecken. Der Bau von Windindustrieanlagen in Wäldern beraubt diese ihrer ökologischen Funktion und schädigt die Biodiversität dieser wichtigen Lebensräume in nicht absehbarer Weise. Der Artenschutz wurde durch die Reduktion bzw. Aufhebung der Schutzabstände kollisionsgefährdeter Arten unterlaufen. So wurde beispielsweise für den Seeadler der Schutzabstand zum Horst von 3.000 m auf 500 m reduziert, für den Schwarzstorch wurde das Erfordernis eines Schutzabstandes sogar komplett gestrichen. Diese Erleichterungen für die Windindustrie stehen im Widerspruch zu dem von der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten ausgearbeiteten „Helgoländer Papier“ – ohne dass eine belastbare Evaluation der Folgen für die heimische Avifauna existierte. §6 WindBG ermöglicht den Bau von Windkraftanlagen ohne Umweltverträglichkeitsprüfung. Eine einmalige Natur- und Landschaftszerstörung, die durch entsprechende Gesetze legitimiert wurde.

Die notwendige ökologische Gesamtbetrachtung fehlt

Neben den Umweltwirkungen am Ort ihrer Errichtung müsste eine ganzheitliche Betrachtung von Windkraft- und Solaranlagen auch die ökologischen Folgen des Abbaus der zu ihrer Herstellung notwendigen Rohstoffe, insbesondere die großflächige Kontaminierung und radioaktive Verseuchung von ganzen Landstrichen in China durch den Abbau der benötigten Seltenen Erden, umfassen. Eine korrekte Ökobilanz müsste zudem die Entsorgungsproblematik berücksichtigen. Nach Angaben des UBA steigt die Menge an nicht-recycelbarem Windkraftmüll in dieser Dekade auf 20.000 Tonnen pro Jahr, in den 2030er Jahren steigt diese Abfallmenge auf 50.000 Tonnen pro Jahr. Es ist zu befürchten, dass sich die Windkraftindustrie zunehmend dieser Altlasten durch den Export ausrangierter Anlagen zum Weiterbetrieb in Drittstaaten entledigen könnte, wodurch es unkontrolliert zur wilden Deponierung im Ausland kommen kann.

Mögliche gesundheitliche Folgen werden ausgeblendet

In Frankreich wurden durch das Berufungsgericht von Toulouse letztinstanzlich Windkraftanlagen als Verursacher der gesundheitlichen Beschwerden eines Ehepaares anerkannt und diesem Schadensersatz zuerkannt, dieses Urteil hat in Frankreich eine breitere Diskussion über gesundheitliche Beschwerden durch Windkraftanlagen nahe von Wohnsiedlungen ermöglicht. Dagegen werden in Deutschland durch die hohen Ausbauziele immer geringere Abstände zu Wohngebieten zugelassen, wodurch die Betroffenen mit ihren Problemen allein gelassen oder gar als Simulanten hingestellt werden. Ebenso problematisch ist die Kontamination der Böden und des Grundwassers in der Nähe von Windkraftanlagen durch den Abrieb toxischer Substanzen, insbesondere Bisphenol-A. Im Fall von Bränden von Windkraftanlagen ist die Bevölkerung üblicherweise unzureichend gegen die Exposition potenziell karzinogener CFK-Fasern geschützt. Zu allen diesen Sachverhalten ist festzustellen, dass der Ausbau von Windkraftanlagen ohne eine neutrale wissenschaftliche Begutachtung der damit verbundenen Gefahrenpotenziale erfolgt.

Was jetzt zu tun ist

Eine grundlegende Neujustierung der deutschen Energiepolitik ist unumgänglich. Wir haben diese in den nachfolgenden 11 Punkten zusammengefasst:

  1. Die Aushöhlung des Natur- und Artenschutzes, insbesondere die verpflichtenden Flächenziele durch das „Wind an Land“ Gesetz und die Windkraftprivilegierung im §35 BauGB und §2 EEG müssen rückgängig gemacht werden.
  2. Die Anpassungen im BNatSchG zu Gunsten der Windkraftanlagen müssen rückgängig gemacht und wieder in Einklang mit dem ornithologischen Kenntnisstand gebracht werden. Landschaftsschutzgebiete müssen für Windkraftanlagen wieder tabu werden. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung muss für jede Windkraftanlage wieder zur Pflicht werden.
  3. Die EEG-Förderungen müssen sofort beendet und die dadurch seit Jahrzehnten subventionierten Erzeugungsformen in den Markt entlassen werden.
  4. Die Abschaltung grundlastfähiger Kraftwerkskapazitäten und der weitere Ausbau der volatilen Erzeugung muss eingestellt werden, bis eine neue Energiestrategie erarbeitet worden ist, die die Aspekte Versorgungssicherheit, Preisstabilität und Umweltverträglichkeit in den Vordergrund stellt.
  5. Eine neutrale und ergebnisoffene Untersuchung muss klären, welche Kernkraft-werke an den Markt zurückgeholt werden können. Bis zu dieser Klärung muss der Rückbau der Kernkraftwerke eingestellt werden.
  6. Deutschland muss eine technologieoffene Politik verfolgen. Dies muss auch die Errichtung neuer Kernkraftwerke bzw. SMR sowie die CCS-Technologie ermöglichen.
  7. Die hohen Netzkosten dürfen nicht alleinig dem Verbraucher oder dem Steuerzahler auferlegt werden. Insbesondere müssen Redispatchkosten verursachungsgerecht den Betreibern von Solar- und Windkraftanlagen auferlegt werden. Diese dürfen zudem für netztechnisch notwendige Abschaltungen ihrer Anlagen nicht weiter auf Kosten des Stromkunden entschädigt werden.
  8. Im Sinne der Systemdienlichkeit muss jede EE-Anlage mit einer Nennleistung über 10 kW von den Netzbetreibern entschädigungsfrei abgeschaltet werden können.
  9. Die CO2-Preisbelastungen der deutschen Industrie und Privatverbraucher müssen auf EU-Ebene auf ein internationales Durchschnittsniveau gesenkt werden, sodass die europäische Industrie nicht dauerhaft im Nachteil zur chinesischen oder amerikanischen Konkurrenz steht. Die Einführung des ETS-2-Systems auf Treib-stoffe und Erdgas muss verschoben werden.
  10. Zum präventiven Schutz der Anwohner müssen Mindestabstände von Windkraft-anlagen zu Wohnsiedlungen von mindestens der zehnfachen Anlagenhöhe eingeführt werden.
  11. Der Einsatz von CFK, Bisphenol A und PFAS in Windkraftanlagen ist einheitlich zu untersagen, Betreiber von Bestandsanlagen müssen verpflichtet werden, diese Substanzen aus ihren Anlagen zu entfernen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Nikolai Ziegler Dr. Detlef Ahlborn

1. Vorsitzender 2. Vorsitzender

Vernunftkraft e.V.