E pur si muove*

Willis Eschenbach

* Vorbemerkungen des Übersetzers: Schlagzeile absichtlich beibehalten. Übersetzen könnte man sie etwa mit „Und doch bewegt es sich“. – In diesem Beitrag geht es zwar nicht direkt um die Themen des EIKE (Klima und Energie), aber es wird beschrieben, wie mit Wissenschaft heute umgegangen wird. Vielleicht ist es ein Virus der Verfälschung von Wissenschaft, der allmählich auch andere Disziplinen erfasst. Um das zu belegen – und davor zu warmen! – wird dieser Beitrag hier übersetzt. Alle Hervorhebungen stammen aus dem Original. – Ende Vorbemerkungen.

Vor ein paar Jahren haben sich einige Wissenschaftler zusammengetan und etwas erfunden, das sie den Living Planet Index (LPI) nennen. Er soll messen, wie gut (oder schlecht) es den Arten geht, aus denen die lebende Welt besteht. Es heißt, er sei ein „Maß für den Zustand der biologischen Vielfalt der Welt auf der Grundlage der Populationstrends von Wirbeltierarten“. Es handelt sich also um einen Index, der auf dem Rückgang einiger ausgewählter Arten basiert, von denen behauptet wird, dass sie den Rückgang der Arten in der „lebenden Welt“ repräsentieren.

Hier ist die große Neuigkeit aus ihrem letzten Bericht.

Dem Living Planet Index zufolge sind die Populationen der Arten seit 1970 weltweit um durchschnittlich 70 % zurückgegangen.

70% Verlust seit 1970! ALLE IN PANIK!

Aber stimmt das auch?

Drüben auf Twitter, wo ich @weschenbach bin, habe ich gesagt, dass diese Behauptung allein aufgrund meiner Erfahrung Unsinn ist. Ich habe einen Großteil des letzten halben Jahrhunderts draußen in den Elementen verbracht, sowohl an Land als auch auf und unter dem Meer, rund um den Planeten. Ich schrieb dort, dass ich ggf. einen Rückgang der Artenpopulationen um 70 % festgestellt hätte.

Natürlich hielten mich die Leute, die ihr Leben hinter Schreibtischen in der Stadt verbringen, für lächerlich und lachten schallend. Wie konnte ich mir nur so sicher sein? Und dann gab es natürlich noch die Behauptungen: „Aber Willis, das sind doch echte Wissenschaftler! Wie kannst du an ihnen zweifeln?“

Also warf ich mal einen Blick auf ein paar echte Daten. Verschaffen wir uns erst einmal einen Überblick über die Zahl der betroffenen Arten.

Man schätzt, dass es auf der Erde etwa 8,7 Millionen Arten gibt. Davon sind etwa 65.000 Wirbeltiere.

Wie viele dieser 8,7 Millionen Arten werden im Rahmen des Living Planet Index untersucht? Nun, nicht alle von ihnen.

Erstens: keine Pflanzen, keine Pilze, keine Chromista. Dann gibt es nur Wirbeltiere, und auch davon nur einige, nämlich Fische, Säugetiere, Vögel, Reptilien und Amphibien.

Die gute Nachricht ist, dass die Rote Liste der bedrohten Arten der IUCN*, die offiziell festlegt, welche Arten bedroht sind und welche nicht, Daten für 62.493 Wirbeltiere enthält, also so ziemlich alle Wirbeltiere abdeckt. Sie ermöglicht uns auch die Suche nach verschiedenen Kriterien, einschließlich derer, die vom oben genannten LPI verwendet werden.

[Die Abkürzung IUCN steht für „International Union for the Conservation of Nature and Natural Resources“. A. d. Übers.]

Und wenn wir die Wirbeltierarten ausschließen, die der LPI nicht einbezieht, kommen wir auf 59.866 Arten, die die LPI-Kriterien erfüllen – Säugetiere, Vögel, Reptilien, Fische und Amphibien. Natürlich wurden nicht alle, sondern nur 5.230 Arten berücksichtigt. Aber ich wollte einen größeren Überblick über die Problematik.

Anhand der Roten Liste können wir auch sehen, ob die Populationen der einzelnen Arten zunehmen, stabil bleiben oder abnehmen.

Von den 30.763 vom LPI untersuchten Säugetier- und anderen Arten, für die die Rote Liste Populationsdaten enthält, sind 53 % der Populationen stabil oder nehmen zu. Es bleiben also 14.565 Arten mit abnehmenden Beständen übrig. Nennen wir es großzügig die Hälfte.

Hier ist das Problem. Wenn etwa die Hälfte der Arten, für die wir Daten haben, stabil sind oder zunehmen, dann würde der durchschnittliche Rückgang, selbst wenn der Rest völlig ausgestorben wäre, nur 50% betragen … weit entfernt von den 70%, die sie behaupten.

Oha!

Als nächstes, als Sensitivitätsanalyse, nehmen wir an, dass jede der 28.714 Arten rückläufig ist, für die wir keinen Populationstrend haben. Das ist natürlich nicht möglich – einige werden zunehmen oder stabil sein. Und da sich die Rote Liste auf bedrohte Arten konzentriert, werden die unbekannten Arten wahrscheinlich zu den stabilen Arten gezählt. Da es sich aber um eine Sensitivitätsanalyse handelt, gehen wir davon aus, dass alle nicht gemessenen Arten abnehmen.

Mit dieser unmöglichen Annahme für eine reine Sensitivitätsanalyse würde dies bedeuten, dass nur 27 % der Arten stabil sind oder zunehmen.

Und das Problem bleibt bestehen. Wenn 27 % nicht abnehmen, kann man nur dann zu einem Rückgang der Population um 70 % kommen, wenn fast alle der 33.861 theoretisch abnehmenden Arten bereits ausgestorben sind oder kurz vor dem Aussterben stehen. Nur in dieser unmöglichen Situation käme man auf einen durchschnittlichen Rückgang von 70 %.

Schlussfolgerungen?

Von den 59.866 Arten, die die LPI-Kriterien erfüllen und für die uns Populationsdaten vorliegen, ist etwas mehr als die Hälfte stabil oder nimmt zu.

Von den 59.866 Arten sind nur 8.509 sowohl rückläufig als auch in Schwierigkeiten (gefährdet oder nahezu gefährdet oder vom Aussterben bedroht oder stark gefährdet). Hier ist der Bericht der Roten Liste:

Die gefährdeten und rückläufigen Arten bei Fischen, Vögeln, Reptilien, Amphibien und Säugetieren machen 0,001 % aller Arten aus, und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass ihr Zustand die weltweite Situation reflektiert.

Die 70%-Behauptung des LPI wird durch die Daten der Roten Liste falsifiziert.

Wie gesagt, ich habe das untersucht, weil ich allein aufgrund meiner Erfahrung gesagt habe, dass ich den LPI-Zahlen keinen Glauben schenke, und die Leute haben darüber gelacht. Und jetzt, nachdem ich die Daten über die Arten untersucht habe, stelle ich fest, dass meine Erfahrung richtig ist – ihre Behauptungen sind nicht haltbar.

Wie konnten sich die Wissenschaftler, die hinter dem LPI stehen, also so sehr irren? Offensichtlich sind ihre ausgewählten Arten nicht repräsentativ für die Gesamtheit.

Ich würde behaupten, dass Upton Sinclair die Antwort darauf hatte. Er sagte:

„Es ist schwierig, einen Menschen dazu zu bringen, etwas zu verstehen, wenn sein Gehalt davon abhängt, dass er es nicht versteht.“

Das Problem ist, dass die hinter dem LPI stehenden Wissenschaftler arbeitslos wären, wenn der LPI steigen oder auch nur leicht sinken würde. Um es mit George Orwells Worten auszudrücken, das ist doppeltes Unglück [doubleplusungood] …

Und das führt fast zwangsläufig zu einer unbewussten Voreingenommenheit bei der Auswahl der Arten, Standorte und Studien, die in den LPI aufgenommen werden. Für den LPI wurden 31.821 Populationen von 5.230 Arten untersucht. Es ist also keine offensichtliche Voreingenommenheit erforderlich – es genügt, aus bestimmten Gründen Studie A der Studie B vorzuziehen, Population 1 der Population 2 vorzuziehen, Spezies Alpha der Spezies Beta vorzuziehen, schäumen, spülen, wiederholen – und schon hat man einen Rückgang von 70% seit 1970.

Abschließend möchte ich klarstellen, dass ich nicht sage, dass wir Bevölkerungsrückgänge ignorieren sollten. Ich habe einen Großteil meines Lebens als Berufsfischer verbracht, und ich möchte, dass mein Enkel dasselbe tun kann. Der einzige Weg dazu ist, dass wir uns um die anderen Lebensformen kümmern, mit denen wir diesen magischen Planeten teilen. Ich will damit nur sagen, dass das LPI nur ein weiterer unbegründeter Alarmismus ist.

Link: https://wattsupwiththat.com/2024/01/06/e-pur-si-muove/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Verschiedene Facetten zum Klimawandel

Vorbemerkung des Übersetzers: Hier befasst sich die Bloggerin Virginia Allen mit drei Aspekten zum Klimawandel in Podcasts. All das ist nichts Neues, aber angesichts der Fakten-Resistenz auch einiger Kommentatoren hier kann man es nicht oft genug wiederholen – auch wenn die Podcasts selbst natürlich in Englisch sind. Bei den jeweils verlinkten Podcasts ist eine „Playlist“ mit anderen Podcasts beigefügt. – Ende Vorbemerkung

Was man über die Historie des Klimawandels wissen muss

Virginia Allen

Der Klimawandel hat sich von einem wissenschaftlichen Thema zu einer brisanten politischen Debatte entwickelt. Doch was sind die Fakten zum Klimawandel? Ist der Klimawandel real? Und wenn ja, was ist die Ursache für den Klimawandel? Müssen wir in Angst vor dem Klimawandel leben?

In einer dreiteiligen „Daily Signal Podcast“-Serie kommen Experten aus den Bereichen Klima und Meteorologie zu Wort, um die Geschichte des Klimawandels, seine Ursachen und die angemessene Reaktion darauf zu erklären.

In Folge 1 erläutert David Legates – Gastwissenschaftler im wissenschaftlichen Beratungsausschuss des Zentrums für Energie, Klima und Umwelt der Heritage Foundation und ehemaliger Direktor des Zentrums für Klimaforschung an der Universität von Delaware – die Historie des Klimawandels. (The Daily Signal ist das Nachrichtenorgan der Heritage Foundation).

Legates zufolge verändert sich das Klima, weil es sich immer verändert hat und sich immer verändern wird“.

„Wir haben zum Beispiel Zeiten mit vielen Tornados erlebt und dann eine Zeit, in der es fast keine gab“, sagt Legates. „Wir haben Zeiten erlebt, in denen es viele Wirbelstürme gab. Wir haben Überschwemmungen, wir haben Dürreperioden. Wir durchlaufen periodische Zyklen. Das Klima ist also so etwas wie die Kulisse, vor der das Wetter seine Zufälligkeit ausspielt. Das Klima ändert sich also, hat sich immer geändert und wird sich meiner Meinung nach auch immer ändern.“

Legates erklärt weiter, was über den Klimawandel im Laufe der Jahrhunderte bekannt ist und welche Ähnlichkeiten zwischen den heutigen und den früheren Klimamustern bestehen.


Link: https://www.dailysignal.com/2024/01/03/history-climate-change/
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Ursachen des Klimawandels? Experte: Es ist nicht Kohlendioxid!

Virginia Allen

Die wissenschaftliche Gemeinschaft ist sich nicht einig über die Hauptursachen des Klimawandels, und nach Ansicht des Klimaexperten Willie Soon sollte die Menschheit über die Erde hinausschauen, um die Ursache zu finden.

Die Rotation der Erde um die Sonne beeinflusst die Temperatur des Planeten, sagt Soon, ein Gastwissenschaftler im wissenschaftlichen Beratungsausschuss des Zentrums für Energie, Klima und Umwelt der Heritage Foundation.

Gletscher zum Beispiel „schmolzen weg, weil die Sonne anfing, heller zu werden und dem Klimasystem mehr Sonnenenergie zur Verfügung stellte“, so Soon.

Während seiner gesamten Laufbahn hat Soon, ein ehemaliger Forscher am Center for Astrophysics-Harvard & Smithsonian, versucht, den Fakten rund um die Klimaveränderungen nachzugehen, denn – so sagt er – „in der Wissenschaft geht es nicht um Glauben. In der Wissenschaft geht es um Daten“.

„Viele Menschen denken, dass der Anstieg des Kohlendioxids der Hauptfaktor ist, der den Klimawandel beeinflusst, und das ist völlig falsch“, sagt Soon. „Das ist eine so verzerrte Sichtweise, dass ich denke, dass sie korrigiert werden muss“.

Soon ist für den zweiten Teil einer dreiteiligen Serie über den Klimawandel bei „The Daily Signal Podcast“ zu Gast. Im ersten Teil erklärte der Experte David Legates die Geschichte des Klimawandels.

In der heutigen Sendung erklärt Soon, warum er glaubt, dass die Sonne die Ursache für den Klimawandel ist und wie die Sonne die Erwärmungs- und Abkühlungszyklen der Erde beeinflusst.


Link: https://www.dailysignal.com/2024/01/04/causes-climate-change/
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Sollten wir uns ob des Klimawandels Sorgen machen?

Virginia Allen

Das Klima wandelt sich, aber gibt der Wandel Anlass zur Sorge?

„Es gibt natürliche Klimazyklen, die normal sind“, sagt der Forscher Roy Spencer und fügt hinzu: „Wenn man über die Temperatur hinausgeht und Dinge wie Stürme und Hurrikane betrachtet, gibt es keine nachweisbaren langfristigen Veränderungen, die über einen bescheidenen, relativ harmlosen Temperaturanstieg hinausgehen“.

Was den Klimawandel betrifft, so sagt Spencer, Meteorologe und Forscher an der Universität von Alabama in Huntsville, dass er „die Rhetorik und die Panikmache seit den 1970er Jahren mitbekommen hat“.

Auf die Frage, ob er sich persönlich Sorgen um den Klimawandel mache, antwortet Spencer: „Nein, wenn ich mir ernsthaft Sorgen machen würde, dann würde ich mir Sorgen um die Zukunft meiner Kinder und Enkelkinder machen. Und das tue ich nicht.“

„Ich mache mir mehr Sorgen über das, was unsere Regierung an verschiedenen Fronten tut, einschließlich regulatorischer Vorgaben, die das Leben für sie viel teurer machen und damit ihren Lebensstandard senken werden“, fügt Spencer hinzu, der sich seit 40 Jahren mit dem Klimawandel beschäftigt.

Die „natürlichen Schwankungen des Wetters sind normal“, argumentiert Spencer, derzeit Gastwissenschaftler im Zentrum für Energie, Klima und Umwelt der Heritage Foundation.

Spencer ist für die letzte Folge einer dreiteiligen Serie über den Klimawandel zu Gast bei „The Daily Signal Podcast“. Darin erklärt er, was wir über die Ursachen des Klimawandels wissen und was nicht, und wie wir auf den Klimawandel reagieren sollten. Spencer gibt auch einen Einblick, wie sich das Klima in den kommenden Jahren verändern könnte.


Link: https://www.dailysignal.com/2024/01/05/should-concerned-over-climate-change/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Investoren verabschieden sich von einem wichtigen Baustein in Präsident Bidens Klima Agenda

Nick Pope, Mitwirkender 26. Dezember 2023

Wie das Wall Street Journal am Dienstag berichtete, verabschieden sich Investoren von Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge (EV). Leistungsstarke Ladesäulen sind ein wichtiges Accessoire in der umfassenderen Klimaagenda der Biden-Regierung.

Große Unternehmen der Branche – darunter ChargePoint, EVgo und Blink Charging – erlebten im vergangenen Jahr einen Einbruch der Aktienkurse, da sich die Anleger Sorgen um ihre Rentabilität bezüglich längerfristiger EV-Ziele mach. Die Regierung hat Milliarden von Dollar bereitgestellt, um die Branche anzukurbeln, die sie zum Gedeihen benötigt, um ein landesweites Netz von Ladestationen aufzubauen.

Der Aktienkurs von ChargePoint ist im Jahr 2023 um 74 % gesunken, während die Aktien von EVgo und Blink Charging laut WSJ 21 % bzw. 67 % ihres Wertes verloren haben.

(RELATED: EXCLUSIVE: Sen. Ernst Is Pulling The Plug On Biden’s Electric Vehicle Charging Initiative) Zum Thema: Senatorin Joni Ernst zieht Bidens Initiative zum Laden von Elektrofahrzeugen den Stecker:
„… Leute, nur in Washington würde die Ausgabe von Milliarden Dollar für die Eröffnung von nur zwei Ladestationen als landesweite Erfolgsgeschichte angepriesen werden. Dieses Geld sollte besser in den Taschen oder Strümpfen der Steuerzahler bleiben, um die Kosten für Grundbedürfnisse zu decken, die aufgrund von Bidenomics immer teurer werden“.

Gegen ChargePoint läuft derzeit auch eine Sammelklage. Die Führungskräfte des Unternehmens werden beschuldigt, Wertpapierbetrug begangen zu haben, indem sie irreführende Aussagen gemacht haben, die den Aktienkurs des Unternehmens übermäßig in die Höhe getrieben haben. ChargePoint war in jüngster Vergangenheit noch ein Aushängeschild der Regierung.

„Ich denke, die Anleger sind der mangelnden Rentabilität der Branche überdrüssig geworden“, sagte Brendan Jones, CEO von Blink Charging, gegenüber dem Wall Street Journal. Unternehmen, die Elektrofahrzeuge aufladen, erhielten einst hohe Bewertungen von Investoren.

Die Biden-Regierung gab 7,5 Milliarden US-Dollar für das Infrastrukturgesetz aus, um den Aufbau eines landesweiten Netzwerks von 500.000 Ladestationen zu unterstützen und so ihr Ziel zu erreichen, das bis 2030 50 % aller Neuwagenverkäufe auf Elektrofahrzeuge entfallen. McKinsey, ein führendes Beratungsunternehmen, schätzt, dass bis 2030 etwa 1,5 Millionen öffentliche Ladegeräte installiert sein müssten, um dieses Ziel zu unterstützen. Derzeit stehen bundesweit knapp 160.000 öffentliche Ladegeräte an rund 60.000 Standorten zur Verfügung.

Unternehmen die [Hochleistungs-] Ladestationen für Elektrofahrzeuge anbieten, haben derzeit Schwierigkeiten, Gewinne zu erwirtschaften. Offiziell gehen sie gehen jedoch davon aus, innerhalb der nächsten ein oder zwei Jahre profitabel zu sein. Trotz der Unterstützungsbemühungen der Biden-Regierung hinkt die gesamte Elektrofahrzeugbranche hinterher, und die Unternehmen für Ladestationen befinden sich in einer schwierigen Lage:  Es müssten mehr Verbraucher auf Batteriefahrzeuge umsteigen, aber die Verbraucher zögern möglicherweise auch deswegen, wenn die Ladeinfrastruktur des Landes weiterhin inkonsistent ist.

Nach Angaben des Energieministeriums (DOE) konzentriert sich der Großteil der Ladeinfrastruktur derzeit auf dichter besiedelte Küstengebiete und nicht auf ländlichere Gebiete.

ChargePoint, EVgo, Blink Charging und das Weiße Haus reagierten nicht sofort auf Anfragen nach Kommentaren.

Alle von der Daily Caller News Foundation, einem unabhängigen und unparteiischen Nachrichtendienst, erstellten Inhalte stehen jedem seriösen Nachrichtenverleger, der ein großes Publikum erreichen kann, kostenlos zur Verfügung. Alle erneut veröffentlichten Artikel müssen unser Logo, den Namen unseres Reporters und dessen DCNF-Zugehörigkeit enthalten. Bei Fragen zu unseren Richtlinien oder zur Zusammenarbeit mit uns wenden Sie sich bitte an  licensing@dailycallernewsfoundation.org .

https://dailycaller.com/2023/12/26/investors-electric-vehicle-charging-stocks/

Übersetzt durch Andreas Demmig

 




Neue wissenschaftliche Erkenntnisse ergeben eine hohe Evidenz für eine erhebliche Benachteiligung des Naturschutzes und Bedrohung der Biodiversität auf der Makro- und Mikroebene durch Windindustrieanlagen der heutigen Generation

von Dr. med. Ursula Bellut-Staeck

Der bisherige Konsens zur Aufrechterhaltung der Lebensgrundlagen für eine unbelastete Natur und friedliche Koexistenz der Arten (nach Artikel 20 a GG) steht zur Disposition.

Der gesamte Naturschutz der letzten 60 Jahre in Deutschland ist in Gefahr!

Im Sinne der Nachhaltigkeit und damit Bewahrung von Landschaften, Wildnissen und Artenvielfalt, droht ein Verlust dieser nicht nur für diese Generation, sondern auch für alle nachfolgenden. Um nur einige der sichtbaren Folgen des massiven Windkraftausbaus aus einem ganzen Strauß zu nennen, zählen wir auf:

  1. Massiver Landverbrauch der für die Gesundheit von Mensch und Tier und für eine Klimastabilisierung ökologisch wertvollen Gebiete mit hochgradigen Belastungen für das

Grundwasser, den Feuchtigkeitshaushalt, Frischluftgebiete und Wildnisse;

  1. Drohender Zusammenbruch wertvoller Ökosysteme insbesondere in Wäldern;
  2. Störung, Vergrämung und direkte Schlagwirkung bedrohter Tiere auch in internationalen

Flugrouten der Zugvögel;

  1. Verschmutzung der Umwelt mit verschiedenen Umweltbelastungen, dabei ist insbesondere zu nennen:

a)Infraschallwirkungen mit einer drohenden flächenhaften Verschallung.

b)Rotorblattabrieb mit Feinpartikel- , PFAS- und Bisphenol-A- Belastung

(Teratogenität) (1, 2, 3)

  1. Überregionale klimatische Veränderungen mit Verlust von Taubildung, Trockenheit und Austrocknung im Lee großer Windparks mit Gefährdung wertvoller Ökosysteme wie Seen,

Teiche, Moore und Grundwasserspiegel (4);

  1. Mögliche Interferenzen zwischen luftgetragenem Infraschall und bodengeleitetem Körperschall, die in Innenräumen von Häusern aber auch Ställen zu erheblichen Additionen der Infraschallbelastung führen können (5);
  2. Massiver Ressourcenverbrauch(6);

 

Dies bedeutet in der Konsequenz eine zunehmende Zerstörung von Lebensgrundlagen für Mensch und Tier auf der Makroebene (7).

Die internationale Studienlage der neueren Zeit wies bereits in drei verschiedenen Studien (8,9,10) bei einer chronischen Exposition mit Tieffrequenzen auf das Schädigungspotential für die zelluläre Ebene von lebenden Organismen hin.

Im Rahmen des wissenschaftlichen Erkenntnisstandes, gewinnen diese Umweltbelastungen eine neue Bedeutung, die klare Hinweise ergibt, dass die chronische Exposition mit tieffrequentem Schall und Vibration nicht mit zahlreichen vitalen Funktionen von Organismen kompatibel ist.

Aus Anlass einer Studie zur Wirkung der anerkannten Emission Infraschall, ausgehend von großen industriellen Windkraftanlagen und anderen geeigneten technischen Emittern, liegt nun erstmals eine stringente Hypothese zum lange gesuchten pathophysiologischen Weg zellulärer Schädigung von Organismen durch chronische Einwirkung von tieffrequentem Schall vor. Sie beschreibt, unter welchen Voraussetzungen Infraschall als Stressor mit den Zellen von lebenden Organismen in Auseinandersetzung treten kann und dabei das Potential zunächst reversibler Störung, später irreversibler Schädigung, hat. Die Studie kann die Gesundheitsstörungen der betroffenen Menschen und Tiere sowie eine umfassende Studienlage in sich schlüssig einordnen (11).

 

Grundlage der Studie ist die nachweisbare Aufnahme von Schall und Vibration über innere Organe bei allen mehrzelligen Organismen (z.B. Insekten, Fische, Wale) und damit auch außerhalb des Ohres. Damit entfällt die bisher angenommene Wirkschwelle, die sich allein an der Hörschwelle des Ohres orientiert hat sowie die Zuordnung bestimmter Schallpegelwerte zur Erreichung einer Hörschwelle (Wahrnehmungsschwelle) zur Festlegung einer Wirkschwelle.

Die Aussage des UBA, die notwendigen Schallpegel würden nicht erreicht um schädlich zu sein, kann somit keine Gültigkeit mehr haben.

Der Beweis hierfür sind die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Übertragung von Schall und Vibration über besondere Rezeptoren von Gefäßinnenwandzellen

(Endothelzellen) und der Haut und damit den gesamten Körper (2021 MedizinNobelpreis für PIEZO-Kanäle) als Aufnehmer für Schall und Vibration des Körperinneren (12).

  1. Grundlage der Studie ist außerdem die Abhängigkeit lebenswichtiger Funktionen von der Integrität des Endotheliums und damit ungestörten Funktionen der Endothelzellen wie die zeit-, bedarfs und situationsgerechte Energiezufuhr zur Zelle, die Regulierung des Wachstums, die Regulierung von Entzündungen, der Embryonalentwicklung, Regulierung des Blutdrucks, der Zellteilung, der Gerinnung und mehr. Dabei spielen mechanische Kräfte eine herausragende Rolle.
  2. Die internationale Studienlage beinhaltet teratogene und mutagene Effekte bei Tieren, sowie Verhaltensänderungen, verlängerte Tragezeit bei Kühen, verminderte Milchproduktion und ein Vergrämungsverhalten aller Tiere in und über der Erde in der Nähe von großen Windenergieanlagen (alle Tiere verschwinden aus der Nähe des Emitters).

Aktuelles Beispiel ist das Gerichtsurteil für das Volk der Samen, das sowohl ein Vergrämungsverhalten, als auch teratogene und mutagene Effekte bei den Kälbern ihrer Rentiere feststellen musste.

Das Grundproblem technischen Infraschalls: Tief und Tiefstfrequenzen stören offenbar die normalerweise autochthone Regulation der Feindurchblutung, sie nähern sich bei einer großen WKA durch Größenzunahme der Rotorblattlänge einem Schwellenwert für eine 1:1 Übertragung der Information des Schalls auf sensible Membranstrukturen an, dabei wird die Impulsivität deutlicher beantwortet als ein dauerhafter Reiz. Die Chronizität lässt überdies keine Erholung zu. Individuelle Kompensationsmechanismen müssen bei allen Organismen bei einer Dauerbelastung versagen. Da das Problem alle Organismen betrifft, ist hier möglicherweise von einer bisher unerkannten Gefahr für die gesamte Biodiversität ausgehen, inklusive der Bedrohung von Insekten und andere Pollinatoren.

Besonders betroffen erscheinen aufgrund der Schallleitungsbedingungen im Wasser, der sog. Hydroakustik, auch alle Lebewesen im Wasser. Im Ozean ist der Schall mit etwa 1480 m/s wesentlich schneller als in der Luft, wo er sich unter normalen Bedingungen mit ungefähr 340 m/s ausbreitet. Die Schallausbreitung endet erst an einer Landmasse und nimmt mit der Tiefe, Temperatur, dem Druck und dem Salzgehalt zu. Es gibt Befürchtungen insbesondere um unsere Meeressäuger, aber auch alle anderen marinen Lebewesen.

Inzwischen wird in Fachkreisen spekuliert, ob das teilweise aggressive Verhalten großer

Meeressäuger gegenüber bemannten Booten auf eine Art Verzweiflungsreaktion gegenüber Tieffrequenzen und Vibration zurückzuführen ist, denen die Tiere auch in der Tiefe des Meeres nicht entkommen können. Ohne ein Überleben der marinen Ökosysteme kein Überleben der gesamten Populationen.

 

Fazit:

Auf der „Makroebene“ wie auch der zellulären Ebene ist ein Grad der Schädlichkeit der rein technischen Maßnahmen zum sog. Klimaschutz erreicht, von der im Verfassungsgerichtsurteil zur Verantwortung des Staates die Rede ist und die deshalb zu einem Überdenken aller Maßnahmen hinsichtlich einer vollumfänglichen Folgeabschätzung führen muss.

Ohne Umwelt- und Naturschutz sowie Bewahrung der Biodiversität im ureigensten Sinne sind die Lebensgrundlagen aller Bewohner dieser Erde in akuter Gefahr.

Wir fordern die Behörden auf, entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen, alle Maßnahmen zum Erhalt der Gesundheit von Menschen und Tieren sowie der Biodiversität ernsthaft anzugehen bzw. Maßnahmen zu unterlassen, die diese gefährden. Wir fordern sie außerdem auf, die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht zu ignorieren und ihrer Verantwortung gegenüber Menschen, Tieren und Landschaften nach unserem GG nachzukommen.

Es ist darüber hinaus höchste Zeit, die natürlich vorkommenden Kompensationsmechanismen der Natur weltweit zu stützen (C02 -Anstieg und Pflanzenwachstum) und nicht die Grundlagen dafür zu schwächen.

Im Oktober 23 Im Namen zahlreicher Naturschützer und der von tieffrequentem Schall und Vibration betroffenen Menschen und Tiere.

 

Dr. med. Ursula Bellut-Staeck

Fachärztin, Wissenschaftsautorin, Spezialgebiet Mikrozirkulation, kardiovaskuläre Physiologie, vaskuläre Biologie

Mitglied in der NI e.V. Naturschutzinitiative e.V.

Mitglied in der DSGS e.V. Deutsche Schutzgemeinschaft vor Schallerkrankungen für Mensch und Tier e.V.

Mitglied AKEN e.V. Aktionskreis Energie und Naturschutz

 

 

 

 

 

 

1. Quellenangaben

 

 

 

  1. Erosion an der Blattvorderkante: Wieviel Geld kosten Erosionsschäden – Windenergietage Potsdam – 11. November 2021

image2.pdf

  1. Friesen, Alexandra: Untersuchung der Toxizität von Carbonfaser- und Quarzstäuben durch Exposition über ein „air-liquid interface“, Dissertation KIT, 22.Juli 2022.
  2. Solberg et al. (2021) „Leading edge erosion and pollution from wind turbine blades“, The turbine group 2021, 5th edition, July 8th, 2021)
  3. https://www.welt.de/wissenschaft/article158110222/Wetter-aendert-sich-in-Deutschlandbesonders-krass.html
  4. Krahe, D., Schreckenberg, D., Ebner, F., Eulitz, C. and Mohler, U. (2014) Machbarkeitsstudie zu Wirkungen von Infraschall. Entwicklung von Untersuchungsdesigns für die Ermittlung der Auswirkungen von Infraschall auf den Menschen durch unterschiedliche Quellen. Verlag Umweltbundesamt.https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/machbarkeitsstudiezu-wirkungenvon-infraschall
  5. Quelle:https://www.zdf.de/dokumentation/planet-e/planet-e-streitfall-windenergie100.html (Video 28:55)
  6. Bellut-Staeck, U., 2022, Die Mikrozirkulation und ihre Bedeutung für alles Leben, , ISSN 21976708 ISSN 2197-6716 (electronic) essentials, 1. Aufl., ISBN 978-3-662-66515-2 ISBN 978-3-662-

66516-9 (eBook), Springer Heidelberg, https://doi.org/10.1007/978-3-662-66516-9

  1. Roos und Vahl (2021) Infraschall aus technischen Anlagen. Wissenschaftliche Grundlagen für eine Bewertung gesundheitlicher Risiken“, ASU Arbeitsmed. Sozialmed. Umweltmed. 2021:

56:420-430.7/21.https://www.asu-arbeitsmedizin.com/

  1. Dumbrille A, McMurtry RY, Krogh CM (2021) Wind turbines and adverse health effects: Applying Bradford Hill’s criteria for causation. Environ Dis 2021;6: 65-87. Downloaded free from http://www.environmentmed.org on Saturday, February 5, 2022, IP: 109.42.177.196
  2. Weichenberger, M., Bauer, M., Kühler, R., et al. (2017) Altered Cortical and Subcortical

Connectivity due to Infrasound Administered near the Hearing Threshold—Evidence from fM PLOS ONE, 12, e0174420. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0174420

  1. Ursula Bellut-Staeck (2023) – Impairment of the Endothelium and Disorder of Microcirculation in Humans and Animals Exposed to Infrasound due to Irregular Mechano-Transduction, Journal of Biosciences and Medicines in Vol.11 No.6, June 2023, DOI: 10.4236/jbm.2023.116003; Link: https://www.scirp.org/journal/paperinformation.aspx?paperid=125553

Anmerkung: Im Disclaimer der Studie stellt der Autor klar, dass es ihm nicht darum geht, mögliche wichtige zusätzliche Energielieferanten wie industrielle Windkraftanlagen oder Luftwärmepumpen als solche zu verhindern , sondern rein um den medizinischen Aspekt, nämlich zu klären, ob technische Anlagen mit der Emission tiefer Frequenzen im

Infraschallbereich mit möglicherweise zusätzlichem impulsiven und chronischen Charakter bei lebenden Organismen zu einer Unverträglichkeit empfindlicher Membranstrukturen wie der Mikrozirkulationsebene führen bzw. unter welchen Voraussetzungen sie dies tun. Die Studie soll helfen, sichere Abstände zu definieren.

 

  1. Rode B, Shi J, Endesh N, Drinkhill P, Webster PJ, Lotteau S et al. Piezo1 channels sense whole body physical activity to reset cardiovascular homeostasis and enhance performance.

NATURE COMMUNICATIONS 2017 Aug 24;8(1):350. PMID: 28839146 PMCID: PMC5571199 . DOI: 10.1038/s41467-017-00429-3

 

 




2024: Die Rückkehr der Nationen – nicht nur in der Energiepolitik

Edgar L. Gärtner

Auch wenn gerade eine Kältewelle im Anrollen ist, haben die Franzosen in diesem Winter zum ersten Mal seit Jahren keinen Grund, sich Sorgen um einen möglichen Blackout infolge von Strom- und Wassermangel zu machen. Die Talsperren für die Wasserkraftwerke sind trotz der langen Trockenperiode im vergangenen Jahr durch die ergiebigen Regenfälle gegen Jahresende bis zum Rand voll. Auch die Gasspeicher sind trotz der Unterbrechung der Versorgung aus Russland zu 100 Prozent gefüllt – und zwar überwiegend mithilfe von teurem Flüssiggas aus den USA. Nicht zuletzt ist der französische Nuklearpark nach dem reparatur- und wartungsbedingten monatelangen Ausfall von fast der Hälfte der Kernreaktoren jetzt wieder überwiegend im Betrieb. Aktuell gilt eine gesicherte Energiemenge von 300 bis 330 TWh abrufbar. „Das französische Energiesystem ist zur Normalität zurückgekehrt,“ meldet der Top-Ingenieur Philippe Charlez auf der regierungskritischen Plattform „Boulevard Voltaire“.

Im letzten Winter blieben die französischen Stromkunden allerdings nicht nur durch Importe aus Deutschland, Italien, Spanien, der Schweiz und Belgien vor dem Blackout bewahrt, sondern auch durch das außerordentlich milde Wetter. Der elektrische Leistungsbedarf überschritt höchstens für Augenblicke die Marke von 70 GW, während er bei der letzten großen Kältewelle im Februar 2012 wegen der weiten Verbreitung von Elektroheizungen 100 GW und mehr erreichte. Außerdem ist der Strombedarf Frankreichs im letzten Jahr um fast 10 Prozent gesunken. Verantwortlich dafür waren aber weniger bewusste Energiesparmaßnahmen, für die die Regierung Macron/Borne mithilfe ermüdend oft ausgestrahlter TV-Spots über „sobriété énergétique“ (am besten zu übersetzen mit Energie-Knausrigkeit) warb, sondern eher eine Welle von Konkursen vor allem kleiner und mittlerer Unternehmen. Nicht weniger als 55.000 Unternehmen sollen nach ersten Schätzungen im vergangenen Jahr ihren Betrieb eingestellt haben. Das bedeutet eine Verdoppelung im Vergleich zum Jahr 2021, in dem bereits die wirtschaftlichen Auswirkungen des Covid-Lockdowns spürbar waren.

Inzwischen hat Frankreich wieder in seine Rolle als klassisches Elektrizitäts-Exportland zurückgefunden. Es exportiert jeden Tag zwischen 5 und 10, an manchen Tagen sogar 15 Gigawattstunden. So sorgen die Franzosen dafür, dass die deutschen Stromkunden nach der Abschaltung des letzten Kernkraftwerkes immerhin etwas „klimaneutral“ erzeugten Strom bekommen. Glück hatten die Franzosen auch mit der Entwicklung des Gaspreises, der in der EU bis zum Ende dieses Jahres aufgrund des in der EU geltenden Merit order Systems der Strompreisbildung noch immer indirekt die Strompreise beeinflusst. Der Gaspreis ist seit November 2022 von 150 € je Megawattstunde auf 32 €/MWh gefallen. Der Gestehungspreis für Strom bewegte sich in Frankreich im vergangenen Jahr zwischen 50 und 100 €/MWh. Um die Jahreswende 2021/22 war der Strompreis schon vor dem Stopp der Gasimporte aus Russland wegen des Ukraine-Krieges über 400 €/MWh geschossen und hatte viele Unternehmen in Schwierigkeiten gebracht. Allerdings kommen die Endverbraucher kaum in den Genuss dieser beeindruckenden Verbilligung, denn die französische Regierung setzt seit Anfang 2023 streng nach Plan die schrittweise Aufhebung des Tarif-Schutzschildes (bouclier tarifaire) um. So werden die Strompreise in Frankreich noch bis Anfang 2025 kräftig ansteigen. Aber Dank der Renaissance der Kernenergie haben die Franzosen zumindest keinen Blackout zu fürchten.

Die EU war nicht hilfreich

Die Franzosen können sich glücklich schätzen, dass sie ihren überaus EU-freundlichen Staatschef Emmanuel Macron dazu gebracht haben, in der Energiepolitik nicht auf Brüssel zu hören. Macron musste sich (wahrscheinlich à contre-coeur) dafür einsetzen, dass die Kernenergie in der EU-Taxonomie zur Umsetzung des „Green Deal“ als „klimaneutral“ anerkannt wird. Er musste sich dabei gegen eine mächtige, von Berlin gesteuerte Lobby für 100 Prozent „Erneuerbare“ durchsetzen. Wie es seine Art ist, versuchte Macron den Konflikt zu entschärfen, indem er beides versprach: Kernkraftwerke und „Erneuerbare“. Dabei liegt es auf der Hand, dass Kernkraftwerke Anlagen zur Gewinnung von „Zappelstrom“ wie Windräder, Photovoltaik-Anlagen u. ä. völlig überflüssig machen und deren Ausbau durch Kapitalverschwendung obendrein beeinträchtigen.

Sicher wäre es weit verfrüht, davon auszugehen, dass Frankreich die Energiekrise dauerhaft überwunden hat, zumal sich auch dort die grüne Unvernunft ausbreitet. Aber es ist klar, dass Frankreich sich nun in der Energiepolitik auf seine nationalen Stärken besinnt. Dem trug Macron in seiner Neujahrsansprache Rechnung, in der er zwar, wie gewohnt, mit schönen Worten so gut wie nichts sagte, sich aber auch auf den Nationalstolz und das „Interesse der Nation“ berief. Gleichzeitig sprach er aber von „europäischer Souveränität“. Er weiß sehr wohl, dass bei den bevorstehenden Debatten vor den Wahlen zum Europa-Parlament am 9. Juni die Frage der Umwandlung der EU in einen Föderalstaat großen Raum einnehmen wird. Denn die Präsidentin der EU-Kommission Ursula von der Leyen und ihre Getreuen werben nun schon seit Monaten für die Ablösung des heute im EU-Rat noch geltenden Prinzips der Einstimmigkeit durch qualifizierte Mehrheitsentscheidungen.

Die Rückkehr der Nation

Für die meisten Franzosen ist ein europäischer Bundesstaat hingegen ein rotes Tuch, denn sie gehen davon aus, dass die Nation das größte politische Gebilde ist, mit dem ein normaler Mensch sich noch identifizieren kann. So sieht denn auch der französische Politologe Christophe Boutin im neuen Jahr die „Rückkehr der Nation“ auf der Tagesordnung. In Asien, Afrika und Amerika bekennen sich immer mehr Völker, die in den globalen Wettbewerb eintreten, zum Konzept der Nation als Solidargemeinschaft zum Schutz der eigenen Bevölkerung gegenüber Angriffen von außen. Nur in der EU versucht man, die Vertretung nationaler Interessen durch eine mächtige Bürokratie zu hemmen und einzuhegen. Staatspräsident Macron weiß, dass die herrschende Kaste der EU und er selbst mit diesem Ansinnen bei den Franzosen auf heftigen Widerstand stößt. Er hatte nie die Mehrheit des französischen Volkes hinter sich und konnte im Jahre 2017 die Wahl gegen den favorisierten letzten seriösen bürgerlichen Präsidentschaftsanwärter François Fillon nur mithilfe schäbiger Manipulationen gewinnen. Heute hat er auch im Parlament keine Mehrheit mehr. Macron ist heute also oft gezwungen, gegen seine eigene globalistische Überzeugung das Richtige zu tun.

Der Begriff der Nation hat nichts mit Blut-und-Boden-Ideologie zu tun. Es handelt sich dabei vielmehr (wie auch beim Begriff der Heimat) um einen transzendentalen Bezug. So verstehe ich die in Frankreich immer noch gültige klassische Definition der Nation durch den französischen Philologen Ernest Renan (1882). Ob Emmanuel Macron sich dieser Definition anschließt, wage ich zu bezweifeln. Denn er verdankt seinen Aufstieg der Wahl zum „Young Global Leader“ durch das World Economic Forum (WEF) von Klaus Schwab. Renan, der mit dem Habitus des Aufklärers auftrat, bekannte sich übrigens als Linker. Sein oft zitiertes Diktum „La nation, c’est un plébiscite de tous les jours“ (Die Nation ist eine tägliche Volksabstimmung) drückt aus, dass sich Menschen aufgrund ihrer gemeinsamen Herkunft und/oder gemeinsam erlebter bzw. erlittener historischer Ereignisse spontan zusammengehörig fühlen. Es geht dabei nicht nur um verklärte Erinnerungen an Siege und Feste, sondern ebenso sehr um die mentale Bewältigung, wenn nicht schlicht das Vergessen von Niederlagen und Enttäuschungen. „Eine Nation ist eine Seele, ein geistiges Prinzip“, sagt Renan. Sie hat nichts mit der biologischen Konstitution, d.h. der Rasse zu tun. (Allerdings wissen wir heute, dass verschiedene Mentalitäten sich durchaus in der Genstruktur einer Bevölkerung niederschlagen können.) Fazit: „Eine Nation ist eine große Solidargemeinschaft, getragen vom Gefühl der Opfer, die man gebracht hat, und der Opfer, die man noch zu bringen bereit ist.“ Eine gemeinsame Sprache, Religion oder Hautfarbe hielt der polyglotte Bretone, der lange im Nahen Osten tätig war und die Erfahrungen der Schweiz und der USA vor Augen hatte, dagegen für die Konstitution einer Nation für nicht so wichtig.

Die Globalisten des WEF stören sich an der Transzendenz

Der vom technokratischen WEF angeregte bzw. geforderte „Great Reset“ richtet sich vor allem gegen die Fähigkeit zur Transzendenz, die die Menschen vor anderen Kreaturen auszeichnet. Der israelische Bestseller-Autor Yuval Harari lieferte dafür als „Chefideologe“ des WEF eine evolutionstheoretische Begründung für die Ablösung der Transzendenz durch den Transhumanismus. Mit Begriffen wie „Nation“ oder „Heimat“ können die im WEF versammelten Sozialingenieure deshalb wenig anfangen. Sie sehen in den Menschen lediglich besonders intelligente Tiere. Die Menschen sind aber keine eindimensionalen, seelenlose Körper oder reine Vernunftwesen, sondern im Abendland definiert als dreifaltige Wesen, das heißt als Einheit von Geist, unsterblicher Seele und Körper. Hinter der vom WEF verfochtenen Ideologie des Transhumanismus steht also in Wirklichkeit der Wunsch nach Verwandlung der in verschiedenen Religionen und Kulturen verwurzelten Menschen in gesichts- und geschichtslose Strichmännchen. Ihrer Fähigkeit zur Transzendenz entkleidet, wären die Menschen beinahe grenzenlos manipulierbar, denn die unterdrückten Dimensionen ihres dreifaltigen Wesens wären nicht einfach weg, sondern gehörten dann denen, die Herrschaft über sie ausüben. Es fragt sich allerdings, wie weit es den „Erleuchteten“ des WEF gelingen wird, von den Seelen der Menschen Besitz zu ergreifen.

Die Entwicklung in Frankreich zeigt, dass es nicht ratsam ist, den aktuellen energiepolitischen Herausforderungen mit dem in Deutschland verbreiteten und vom WEF geförderten Tabula-Rasa-Denken zu begegnen. Es ist besser, an nationalen Traditionen anzuknüpfen. Das sind in der französischen Nuklearwirtschaft die Traditionen der Résistance gegen den Nazismus und des eigensinnigen Gaullismus. Wird es möglich sein, in Deutschland etwas Gleichwertiges zu finden, woran eine vernünftige Politik anknüpfen könnte? (7. Januar 2024)