Woher kommt der Strom? zweite Rekordwoche ´Windstromerzeugung`

52. Analysewoche 2023 von Rüdiger Stobbe

Die letzte Analysewoche, die 52. Woche des Jahres 2023 reicht in Sachen Windstromerzeugung mit 5,893 TWh fast an die 51. Woche, die Weihnachtswoche mit 6,382 TWh Windstrom heran. Die letzten Wochen des Jahres 2023 sind die beiden Rekordwochen ´Windstromerzeugung` in Deutschland überhaupt. Damit einher ging sehr schlechtes Wetter mit Überschwemmungen vor allem im Norden Deutschlands. Das ist eine Schattenseite sehr hoher Windstromerzeugung. Allein die Windstromerzeugung dieser beiden Wochen machen nahezu zwei Drittel der Windstrom-Mehrerzeugung 2023 (etwa 18 TWh) aus. Ein Viertel bleibt, wenn die Windstromerzeugung der letzten beiden Wochen des Jahres 2022 abgezogen wird.

Bei einem regenerativen Ausbaugrad von 86% sähe die „erneuerbare Stromerzeugung“ der letzten beiden Wochen des Jahres 2023 so aus. Weil bereits der aktuelle Ausbaugrad von etwa 50% erneuerbare Stromerzeugung zu einem erheblichen Preisverfall geführt hat, ist davon auszugehen, dass das Zukunftsszenario oben zu ´hohen` Negativpreisen führen würde. Nur dann, wenn Strom importiert oder die restliche Strombedarf mit eigenen Backup-Kraftwerken abgedeckt werden kann, werden die Strompreise wahrscheinlich im positiven Bereich liegen. Die Import-Zeiträume bringen aktuell jedenfalls die Spitzenpreise. Das Dilemma der Wind- und PV-Stromerzeugung liegt darin, dass sie so gut wie nie bedarfsgerecht ausfallen. Entweder ist gibt es im Winter zu viel Windstrom oder eben auch viel zu wenig, wie die letzten beiden Wochen eindrucksvoll belegen. Denn trotz des gewaltigen Windaufkommens liegt die Residuallast gemäß der Agora-Zukunftsrechnung 86% teilweise über 50 GW. Im Sommer kommt es bei gutem, sprich wolkenarmen Wetter, über die Mittagsspitze regelmäßig zu PV-Strom-Übererzeugungen. Strom, der ebenfalls in aller Regel- mit Bonus – verschenkt werden muss. Oft kommt es, wie in diesem Beispiel gut zu erkennen, zu erheblichen Stromlücken in den Zeiten, wenn die Sonne nachts die Paneele nicht bestrahlt und der Wind kaum weht. Das zeigt sich bereits heute. Ist die regenerative Stromerzeugung stark, sinkt der Preis Richtung 0€/MWh. Am 2. Juli 2023 um 14:00 Uhr Sommerzeit wurde sogar der Jahrestiefstpreis erreicht. -500€/MWh kostete der Export des zu viel erzeugten Stroms, den deutsche Stromkunden in dieser Stunde bezahlen mussten.

Ein preisrelevanter Sachverhalt, den die Prognosen des Agora-Zukunftsmeters nicht berücksichtigen, sind die etwa 25% konventionellen Stroms inkl. Strom Laufwasser und Biomasse, die aus Netzstabilisierungsgründen mittels großer, gleichmäßig laufender Generatoren immer, und sei die Wind- und PV-Stromerzeugung noch so hoch, zusätzlich erzeugt werden müssen. Das Märchen, dass Strom importiert wird, wenn und weil er so günstig sei, ist – auch das belegen die aktuellen Charts – eine rot-grüne Story der Ahnungslosen, ein NARRativ. Lesen Sie hier mehr zu den rot-grünen Geschichten.

Wochenüberblick

Montag, 25.12.2023 bis Sonntag, 31.12.2023Anteil Wind- und PV-Strom 68,5 Prozent. Anteil regenerativer Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 80,3 Prozent, davon Windstrom 65,6 Prozent, PV-Strom 2,8 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,8 Prozent.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Wochenvergleich zur 52. Analysewoche ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zur 52. KW 2023: Factsheet KW 52/2023 – ChartProduktionHandelswocheImport/Export/Preise, CO2Agora-Chart 68 Prozent AusbaugradAgora-Chart 86 Prozent Ausbaugrad.

Jahresüberblick 2023 bis zum 31. Dezember 2023 

Daten, Charts, Tabellen & Prognose zum bisherigen Jahr 2023Chart 1Chart 2ProduktionStromhandelImport/Export/Preise/CO2

Tagesanalysen

Was man wissen muss: Die Wind- und PV-Stromerzeugung wird in unseren Charts fast immer „oben“, oft auch über der Bedarfslinie angezeigt. Das suggeriert dem Betrachter, dass dieser Strom exportiert wird. Faktisch geht immer konventionell erzeugter Strom in den Export. Die Chartstruktur zum Beispiel mit dem bisherigen Jahresverlauf 2023 bildet den Sachverhalt korrekt ab. Die konventionelle Stromerzeugung folgt der regenerativen, sie ergänzt diese. Falls diese Ergänzung nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken, wird der fehlende Strom, der die elektrische Energie transportiert, aus dem benachbarten Ausland importiert.

Eine große Menge Strom wird im Sommer über Tag mit PV-Anlagen erzeugt. Das führt regelmäßig zu hohen Durchschnittswerten regenerativ erzeugten Stroms. Was allerdings irreführend ist, denn der erzeugte Strom ist ungleichmäßig verteilt.

Montag, 25. Dezember 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 70,2 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 82,3 Prozent, davon Windstrom 67,8 Prozent, PV-Strom 2,4 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,1 Prozent.

Die regenerative Erzeugung bildet am Nachmittag eine Delle. Die Strompreisbildung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 25. Dezember ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 25.12.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten

Dienstag, 26. Dezember 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 71,1 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 82,6 Prozent, davon Windstrom 68,8 Prozent, PV-Strom 2,3 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,4 Prozent.

Heute lässt die regenerative Erzeugung ab 15:00 Uhr nach. Die Strompreisbildung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 26. Dezember ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 26.12.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/COinkl. Importabhängigkeiten

Mittwoch, 27. Dezember 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 53,6 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 68,3 Prozent, davon Windstrom 48,4 Prozent, PV-Strom 5,2 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,6 Prozent.

Ein regeneratives Tief macht sich für ein paar Stunden breit. Stromimporte werden notwendig. Die Strompreisbildung. Sehr schön zu erkennen: Sobald sie Stromeigenerzeugung ausreicht, fällt der Preis Richtung 0€/MWh.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 27. Dezember ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 27.12.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten

Donnerstag, 28. Dezember 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 72,1 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 82,5 Prozent, davon Windstrom 69,8 Prozent, PV-Strom 2,3 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,4 Prozent.

Starke regenerative Erzeugung. Die Strompreisbildung.

Das Prinzip „Angebot & Nachfrage“ in der Praxis: Am Vormittag und am Vor-Abend ist die Nachfrage hoch. Der Preis steigt. Doch niemals so stark als wenn Deutschland Strom nachfragen würde und importieren müsste.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 28. Dezember ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 28.12.2023: ChartProduktion, HandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten

Freitag, 29. Dezember 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 72,4 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 82,4 Prozent, davon Windstrom 71,3 Prozent, PV-Strom 1,2 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,0 Prozent.

Starke regenerative Stromerzeugung. Die Strompreisbildung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 29. Dezember ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 29.12.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten

Samstag, 30. Dezember 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 66,3 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 78,6 Prozent, davon Windstrom 62,4 Prozent, PV-Strom 4,0 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,3 Prozent.

Wenig Bedarf, viel Windstrom am Vormittag. Nachmittags sind Stromimporte nötig. Die Strompreisbildung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 30. Dezember ab 2016.

Daten, Tabellen & Prognosen zum 30.12.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten

Sonntag, 31. Dezember 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 67,7 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 80,7 Prozent, davon Windstrom 65,4 Prozent, PV-Strom 2,3 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,0 Prozent.

Die Bedarfsline wird wiederholt regenerativ erreicht. Die Strompreisbildung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 31. Dezember ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 31.12.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten

Peter Hager zum Thema PV-Anlagen

Eine kleine Anmerkung zum Thema Nachhaltigkeit

Die Aussage „Mit dem Wegfall der 20-jährigen Förderung, sind diese Anlagen wirtschaftlich nicht mehr attraktiv und technisch überholt.“ betrifft PV-Anlagen nur zum Teil.

Dachanlagen

PV-Module haben eine Lebensdauer von bis zu 30 Jahren, d.h. auch ausgeförderte Anlagen können noch sehr gut betrieben werden (dann als Eigenverbrauch + Überschusseinspeisung). Ein ehemaliger Kollege hat seine über 30 Jahre alten Module (waren damals von Siemens) noch im Einsatz.

Freiflächenanlagen

Ein „Repowering“ mit neuen und leistungsstärkeren Modulen (nach oder vor Ablauf der festen Einspeisevergütung) wird aktuell recht selten gemacht. Die „alten“ Module werden dann getestet und so weit möglich weiter genutzt (z.B. bei Mini-PV-Anlagen).

Lt. BNetzA ist der PV-Anlagenrückbau aktuell noch sehr gering: 01-10/23: 16 MW

Quelle

Bei PV-Anlagen und anderen Solaranlagen in Wüstengebieten sieht es wahrscheinlich anders aus. Die gewaltigen Temperaturunterschiede Tag/Nacht und die Sandbelastungen verkürzen die Lebensdauer der Module erheblich.

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Rüdiger Stobbe betreibt den Politikblog Mediagnose.




Die heutige moderne Welt kann ohne Erdöl nicht überleben!

Ronald Stein

Der Elefant im Raum, über den niemand reden will ist, dass Erdöl die Grundlage unserer materialistischen Gesellschaft ist, bildet es doch die Basis für alle Produkte und Kraftstoffe, die von den 8 Milliarden Menschen auf diesem Planeten nachgefragt werden.

Um denjenigen die Realität vor Augen zu führen, die Netto-Null-Emissionen anstreben, sei gesagt, dass Wind und Sonne etwas anderes bewirken als Erdöl. Unzuverlässige erneuerbare Energien wie Windturbinen und Solarzellen erzeugen nur gelegentlich Strom, stellen aber keine Produkte für die Gesellschaft her.

Erdöl wird so gut wie nie zur Stromerzeugung verwendet, bildet aber, wenn es zu Petrochemikalien verarbeitet wird, die Grundlage für praktisch alle Produkte, die es vor dem 19. Jahrhundert noch nicht gab und die in Infrastrukturen wie Verkehr, Flughäfen, Krankenhäusern, medizinischer Ausrüstung, Haushaltsgeräten, Elektronik, Telekommunikation, Kommunikationssystemen, Raumfahrtprogrammen, Heizungs- und Lüftungsanlagen und im Militär verwendet werden.

Vor allem aber geht heute die Erkenntnis verloren, dass Rohöl in erster Linie NICHT zur Stromerzeugung, sondern zur Herstellung von Derivaten und Kraftstoffen verwendet wird, welche die Grundlage für alles sind, was die Wirtschaft und der Lebensstil zum Bestehen und Gedeihen benötigen.

Energie-Realismus erfordert, dass die Gesetzgeber, politischen Entscheidungsträger und Medien, die eine weit verbreitete Ignoranz gegenüber dem Erdölverbrauch an den Tag legen, das erschütternde Ausmaß der Dekarbonisierungs-Bemühungen verstehen. Tatsächlich werden alle Teile und Komponenten für Wind-, Solar- und Kernenergie mit Erdölderivaten hergestellt, die aus Rohöl gewonnen werden! Wenn wir die Welt also vom Öl befreien, werden Wind-, Solar-, Atom- und Wasserkraftwerke eliminiert!

Wir haben uns in den letzten 200 Jahren zu einer sehr materialistischen Gesellschaft entwickelt, und die Weltbevölkerung hat sich von einer auf acht Milliarden Menschen erhöht, weil es all die Produkte und unterschiedlichen Brennstoffe für Jets, Schiffe, Lastwagen, Autos, das Militär und das Raumfahrtprogramm gibt, die es vor 1800 noch nicht gab.

> Wenn die Regierungen der Welt die Erde von der Erdölnutzung befreien wollen, was ist dann die Ersatzquelle, die Kühlschränke, Reifen, Asphalt, Röntgengeräte, iPhones, Klimaanlagen und die anderen 6.000 Produkte herstellen kann, die Wind und Sonne NICHT herstellen können?

> Die Nutzung von Erdöl ist auf absehbare Zeit für das menschliche Wohlergehen unerlässlich. Das Streben nach „Netto-Null bis 2050“, ohne zuerst den Ersatz für Erdöl zu finden, wäre eine der zerstörerischsten Entwicklungen in der Geschichte der Menschheit.

> Alles, was Strom braucht, um zu funktionieren, wird mit Petrochemikalien hergestellt, die aus Erdöl gewonnen werden, wie iPhones, Defibrillatoren, Fernseher, Röntgengeräte usw.!

> Ohne Erdöl gäbe es nichts, was Strom braucht!

> Netto-Null-Zusagen können die Ungleichheiten beim Klimaschutz potenziell verschärfen. So können beispielsweise reiche Länder, zu denen einige der größten historischen Umweltverschmutzer gehören, Ausgleichsprojekte außerhalb ihrer Grenzen finanzieren, während sie im eigenen Land weiterhin die Umwelt verschmutzen.

> Im Gegenzug wird von den Entwicklungsländern erwartet, dass sie viele kostspielige Klimaschutzmaßnahmen ergreifen, wie die Umstellung auf erneuerbare Energien und die Elektrifizierung des Verkehrs.

> Solange kein Ersatz für Erdöl gefunden wird, kann die Welt nicht auf Erdöl verzichten, welches die Grundlage unserer materialistischen Gesellschaft ist.

Die führenden Politiker der Welt leben weiterhin in der „gefährlichen Illusion“ eines globalen Übergangs zu „reiner Elektrizität“, von der sie glauben, dass sie die Verwendung von Erdöl überflüssig machen wird, das die Gesellschaft in wenigen Jahrhunderten so weit gebracht hat. Ohne die Produkte, die aus den aus Erdöl hergestellten Petrochemikalien hergestellt werden, können sich die politischen Entscheidungsträger keine Jets, Schiffe, Verteidigungs- oder Raumfahrtprogramme ausdenken!

In den letzten 200 Jahren, nach der Entdeckung des Erdöls, stieg die Weltbevölkerung von 1 auf 8 Milliarden Menschen. Heute sind alle verfügbaren Stromerzeugungsoptionen wie Windturbinen, Sonnenkollektoren, Kernkraft, Wasserkraft, Kohle und Erdgas auf Produkte und Komponenten angewiesen, die aus Erdöl hergestellt werden, um Strom zu erzeugen.

Ein Rückblick auf die Geschichte der Erdölindustrie zeigt, dass das schwarze, schlammig aussehende Rohöl praktisch nutzlos war, wenn es nicht in Raffinerien zu Erdölderivaten verarbeitet werden konnte, die heute die Grundlage für chemische Produkte wie Kunststoffe, Lösungsmittel und Medikamente bilden – unerlässlich für den modernen Lebensstil. Die mehr als 6000 auf Erdöl basierenden Produkte werden für die Gesundheit und das Wohlergehen der Menschheit verwendet, und die Erzeugung von Elektrizität gab es vor ein paar Jahrhunderten noch nicht.

Heute gibt es mehr als 50.000 Handelsschiffe, mehr als 20.000 Verkehrsflugzeuge und mehr als 50.000 Militärflugzeuge, die mit aus Erdöl hergestellten Kraftstoffen betrieben werden. Auch die Kraftstoffe für die schweren und langstreckentauglichen Flugzeuge, die Menschen und Waren transportieren, die Handelsschiffe für die globalen Handelsströme und die Militär- und Raumfahrtprogramme sind von den aus Erdöl hergestellten Kraftstoffen abhängig.

Bei Flugzeugen und Schiffen, genauso wie bei den verschiedenen Möglichkeiten der Stromerzeugung, werden Teile und Komponenten aus Erdölderivaten verwendet, die aus Rohöl hergestellt werden.

Ohne Erdöl kann es keinen Strom geben. Alle Teile zur Erzeugung von Elektrizität und alle Komponenten, die zur Nutzung von Elektrizität benötigt werden, werden alle aus Erdölderivaten hergestellt, die aus Rohöl gewonnen werden. In der Zeit vor 1800, vor dem Erdöl, hatte die Menschheit keinen Strom.

Nach dieser kurzen Auffrischung des Wissens über Energie sind weitere Gespräche erforderlich, um den Unterschied zwischen der reinen Elektrizität aus erneuerbaren Energien und den PRODUKTEN zu erörtern, welche die Grundlage der materialistischen Welt der Gesellschaft bilden.

Link: https://www.cfact.org/2024/01/03/todays-constructive-world-cannot-survive-without-crude-oil/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Klimaziele unterminieren die Reduktion der globalen Armut

H. Sterling Burnett

Der Industriekonzern Energy Transfer ist mit einer Reihe von Anzeigen in die Offensive gegangen, in denen die entscheidende Bedeutung fossiler Brennstoffe für das tägliche Leben hervorgehoben wird. Es ist an der Zeit, dass die Industrie aufhört, Verteidigung zu spielen. Die Anzeigen konzentrieren sich jedoch darauf, wie fossile Brennstoffe die modernen Industriegesellschaften geschaffen haben. Nicht jeder hat Energie im Überfluss. Ein großer Teil der Welt leidet unter Energiearmut, und das ist einer der Hauptgründe, warum diese Regionen unter bitterer Armut, Hunger und vermeidbaren vorzeitigen Todesfällen leiden.

In den Jahrzehnten, in denen ich mich mit Fragen des Klimawandels beschäftige, habe ich Dutzende Male erörtert, wie die Bemühungen, den Klimawandel durch ein vorzeitiges Ende der Nutzung fossiler Brennstoffe zu bekämpfen, den Armen schaden und insbesondere die lang ersehnte wirtschaftliche Entwicklung in den ärmsten Ländern der Erde hemmen, vor allem in Afrika, Asien sowie Süd- und Mittelamerika. Fossile Brennstoffe sind zum Beispiel für die moderne medizinische Versorgung rund um die Uhr, für Notdienste und für die moderne Landwirtschaft unerlässlich.

Ich bin nicht der Einzige, der das bemerkt hat.

In einer aufschlussreichen und sachkundigen Analyse zeigt die Klimatologin Judith Curry, Autorin des kürzlich erschienenen BuchesClimate Uncertainty and Risk: Rethinking Our Response“ [etwa: Klima-Unsicherheit und Risiko: Neubewertung unserer Verantwortung], dass die Bemühungen um eine Begrenzung der Kohlendioxid-Emissionen und das Ziel „Netto-Null“ die erklärten Ziele der Vereinten Nationen zur Armutsbekämpfung und zur Beschleunigung der wirtschaftlichen Entwicklung untergraben, welche für die ärmsten Bevölkerungsgruppen der Welt die größte Hoffnung auf Fortschritt bieten.

Curry weist zunächst auf die offensichtlichen, aber oft ignorierten guten Nachrichten hin: Armut, Hunger und vorzeitige Sterblichkeit sind geringer als je zuvor, und die Lebenserwartung ist länger, was vor allem auf die Fortschritte zurückzuführen ist, die durch fossile Brennstoffe möglich wurden:

Vor 100 Jahren lag die Weltbevölkerung bei 2 Milliarden Menschen. Im letzten Jahrhundert ist die Bevölkerung auf 8 Milliarden gestiegen, die Lebenserwartung hat sich mehr als verdoppelt, ein viel kleinerer Prozentsatz der Weltbevölkerung lebt in Armut, der globale Wohlstand hat sich um den Faktor 20 erhöht, die landwirtschaftliche Produktivität und die Erträge sind erheblich gestiegen, und ein viel kleinerer Teil der Bevölkerung stirbt infolge extremer Wetter- und Klimaereignisse. …

Und all dies geschah in einem Zeitraum, in dem die globalen Temperaturen um etwa 1°C gestiegen sind.

Gleichzeitig haben sich die Regierungen der Welt im Rahmen der „Nachhaltigen Entwicklungsziele“ der Vereinten Nationen das Ziel gesetzt, Armut und Hunger zu beseitigen und bezahlbare Energie bereitzustellen. Diese Ziele stehen ganz oben auf der Liste der Vereinten Nationen, werden aber, wie Curry betont, durch die weiter unten auf der Liste stehenden Klimaziele untergraben.

Das Streben der westlichen Eliten nach einem Netto-Null-Wachstum als oberstes Entwicklungsziel bestimmt die Entscheidungen der internationalen Entwicklungsbanken, die zur Armutsbekämpfung gegründet wurden, und behindert die Bemühungen zur Linderung von Hunger und Armut, stellt Curry fest:

In einem kürzlich erschienenen UN-Bericht über die Fortschritte bei der Verwirklichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung heißt es:

„Schockierenderweise ist der Hunger in der Welt auf ein Niveau zurückgekehrt, das seit 2005 nicht mehr erreicht wurde, und die Lebensmittelpreise sind in mehr Ländern weiterhin höher als im Zeitraum 2015-2019.

Beim derzeitigen Fortschritt werden erneuerbare Energiequellen auch im Jahr 2030 nur einen Bruchteil unserer Energieversorgung ausmachen, etwa 660 Millionen Menschen werden weiterhin ohne Strom sein, und fast 2 Milliarden Menschen werden weiterhin auf umweltschädliche Brennstoffe und Technologien zum Kochen angewiesen sein.“

Die Vernachlässigung dieser Nachhaltigkeitsziele zugunsten einer raschen Reduzierung der CO₂-Emissionen verlangsamt oder konterkariert sogar den Fortschritt bei den wichtigsten Zielen für nachhaltige Entwicklung.

Die Bemühungen, die Nutzung fossiler Brennstoffe rasch einzuschränken, behindern das Ziel Nr. 1, die Armut in Afrika zu verringern, und schränken Afrikas Bemühungen ein, seine eigenen Öl- und Gasressourcen zu entwickeln und zu nutzen (Ziel Nr. 7), da Gelder, die zuvor für die Entwicklung verwendet wurden, in die CO₂-Minderung umgeleitet werden (Ziel Nr. 13).

Das Ziel Nr. 2, keinen Hunger zu haben, wird dadurch erschwert, dass sich die Lebensmittelpreise und die Verfügbarkeit von Lebensmitteln durch die Klimaschutzbemühungen (Ziel Nr. 13) verschlechtern, z. B. durch negative Anreize für die Erschließung fossiler Brennstoffe, die zu einem geringeren Angebot und höheren Preisen für die in der Landwirtschaft benötigten Brennstoffe führen, sowie durch Biokraftstoffe (z. B. Mais und Pflanzenöle), Beschränkungen für die Viehzucht und Beschränkungen für Düngemittel.

Vor diesem Hintergrund stellt Curry die berechtigte Frage:

Sollte ein Element des Ziels 13, das sich auf Netto-Null-Emissionen bezieht, die höherrangigen Ziele Armut und Hunger und die Verfügbarkeit von Energie übertrumpfen? Nicht, wenn menschliches Wohlergehen, Blüte und Gedeihen die Ziele sind. Eine Klimapolitik, die von der vermeintlichen Dringlichkeit des Ausstiegs aus fossilen Brennstoffen angetrieben wird und andere Bedürfnisse und Kompromisse außer Acht lässt, ist selbst gefährlich.

Es gibt keine reichen, entwickelten Industrieländer, die nicht auch große Mengen an Energie, vor allem fossile Brennstoffe, erzeugen, produzieren und/oder verbrauchen. Das ist eine leicht nachprüfbare Tatsache.

Doch auf Geheiß der Vereinten Nationen und der sie beherrschenden westlichen Regierungen tun die Entwicklungsbanken – geschaffen, um die Armut zu bekämpfen und die wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben – genau das Gegenteil: Sie streben Netto-Null an. Wohlhabendere Gesellschaften sind weniger anfällig für und widerstandsfähiger gegenüber Naturkatastrophen, einschließlich derer durch Klima und Wetter. Infolgedessen bleiben die ärmsten Bevölkerungsschichten durch Netto-Null-Anstrengungen, die den Einsatz von für die Entwicklung wichtigen fossilen Brennstoffen verhindern, anfällig für solche Katastrophen. Die Menschen sind einem größeren Risiko ausgesetzt, als sie es wären, wenn sie fossile Brennstoffe nutzen würden, selbst wenn diese Nutzung für den Klimawandel verantwortlich wäre, schreibt Curry:

Die internationalen Entwicklungsgelder werden von der Armutsbekämpfung und der Stärkung der Widerstandsfähigkeit auf die Reduzierung der Kohlenstoffemissionen umgelenkt. Durch die Einschränkung der Entwicklung von elektrischer Energie verschlimmert diese Umlenkung die Folgen von Wetterrisiken und Klimawandel für die Armen der Welt. Entwicklung und Armutsbekämpfung erfordern reichlich und billige Energie, und Erdgas gilt für die meisten Länder als die beste kurzfristige Lösung. Um diesem Bedarf in den Entwicklungsländern entgegenzuwirken, hat UN-Generalsekretär António Guterres die Länder aufgefordert, die Erkundung und Förderung neuer fossiler Brennstoffe einzustellen. UK, die Vereinigten Staaten und die Europäische Union schränken Investitionen in fossile Brennstoffe aggressiv ein; die Weltbank, der Internationale Währungsfonds und andere Entwicklungsbanken werden unter Druck gesetzt, das Gleiche zu tun. Die Afrikanische Entwicklungsbank ist angesichts des Drucks der europäischen Anteilseigner immer weniger in der Lage, große Erdgasprojekte zu unterstützen.

Die Begrenzung der Entwicklung von Projekten für fossile Brennstoffe behindert die Entwicklung in Afrika erheblich. Afrika hungert nach Energie; die eine Milliarde Menschen in Subsahara-Afrika verfügen über eine Stromerzeugungskapazität, die geringer ist als die von UK mit 67 Millionen Menschen. …

Jeder Dollar, der für die Reduzierung der Kohlenstoffemissionen ausgegeben wird, könnte eine wesentlich größere Wirkung haben, wenn er in Bildung, medizinische Versorgung, Ernährungssicherheit und kritische Infrastrukturen fließen würde.

Und nein, es sind nicht nur die freiheitsliebenden westlichen Klima-„Leugner“, die diese Argumente vorbringen. Wie Curry anmerkt, erheben afrikanische Führer und Aktivisten Einwände dagegen, dass die Klimabesessenheit der westlichen Welt die weltweiten Bemühungen zur Armutsbekämpfung untergräbt:

Führende Politiker aus Entwicklungsländern haben diese Änderungen in der internationalen Finanzierungspraxis scharf kritisiert. Der ugandische Präsident Yoweri Museveni warnt, dass der Westen, indem er den afrikanischen Ländern den Klimaschutz aufzwingt, „Afrikas Versuche, sich aus der Armut zu befreien, zunichte machen wird“.

In einem vielbeachteten TED-Vortrag (Technology, Entertainment, Design) der kenianischen Energieexpertin (und Aktivistin) Rose Mutiso wird die Erzwingung von Emissionsminderung für die Armen der Welt, die die wirtschaftliche Ungleichheit vergrößert, als „Energie-Apartheid“ bezeichnet:

„Bei meiner Arbeit im Bereich globale Energie und Entwicklung höre ich oft die Aussage: ‚Wegen des Klimas können wir es uns nicht leisten, dass alle Menschen unseren Lebensstil leben‘. Diese Sichtweise ist schlimmer als herablassend. Sie ist eine Form von Rassismus und schafft ein globales Energiesystem mit zwei Klassen, mit Energieüberfluss für die Reichen und winzigen Solarlampen für Afrikaner.“

Es ist an der Zeit, den westlichen Klima-Kolonialismus zu beenden und es den armen Nationen zu ermöglichen, sich so zu entwickeln, wie wir es mit der Nutzung fossiler Brennstoffe getan haben. Die Welt kann sich an etwaige negative Klimafolgen einer solchen Politik anpassen, falls sie eintreten sollten, so wie es die Menschen im Laufe der Geschichte immer geschafft haben.

Quelle: Climate Etc.

Link: https://heartlanddailynews.com/2024/01/climate-change-weekly-492-climate-goals-undermining-global-poverty-reduction/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Nachhaltige Halluzinationen beim Chef der Bundesnetzagentur

Ja, Herr Müller, die Energieversorger brennen darauf, 60 Milliarden Euro in Gaskraftwerke zu investieren, die sich nicht rechnen können, da sie nur bei Flaute und Dunkelheit produzieren dürfen. Was erzeugt so nachhaltige Halluzinationen? 

von Manfred Haferburg

Klaus Müller ist von Beruf Diplom-Volkswirt. Im Unterschied zu vielen seiner Politikerkollegen hat er eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung und schon mal in seinem Leben gearbeitet. 1990, also im zarten Alter von 19 Jahren, trat er in die Grüne Partei ein. Im Februar 2022 wurde er von Robert Habeck in die Funktion des Chefs der Bundesnetzagentur gehievt. Seither treibt er dort sein Unwesen.

In einem Interview mit der Zeitungen der Funke Mediengruppe zeigte sich Müller mehr als optimistisch und außergewöhnlich gönnerhaft: „Im vergangenen Jahr haben wir erstmals über 50 Prozent Strom aus Erneuerbaren produziert. Das ist ein guter Ansporn, die Anstrengungen fortzusetzen… Auch 100 Prozent halte ich für möglich… Wir brauchen mehr Tempo in den Genehmigungsbehörden der Länder. Es geht um mehr Personal und weniger Bürokratie – auch bei Windparks in Wäldern und anderen geschützten Gebieten.“

Einschränkend fügte Müller hinzu, dass es in Deutschland immer Dunkelflauten ohne Wind und Sonne geben werde. Das mache neue Gaskraftwerke erforderlich. Offenbar fiel ihm der Widerspruch zu seiner obigen Aussage der 100 Prozent möglichen Vollversorgung gar nicht auf. Ist das schon Orwellsches „Doppeldenk“ oder schlicht Unbedarftheit?

Müller rief die Bundesregierung dazu auf, zeitnah die geplante Kraftwerksstrategie vorzulegen. „Die Energieversorger warten dringend darauf, um die Gaskraftwerke, die langfristig dann auf Wasserstoff umgestellt werden sollen, bis 2030 fertigstellen zu können“. Ja, Herr Müller, die Energieversorger brennen darauf, 60 Milliarden Euro in Gaskraftwerke zu investieren, die sich nicht rechnen können, da sie nur bei Flaute und Dunkelheit produzieren dürfen. Was gab es denn bei der Silvesterfeier der Bundesnetzagentur Feines, das so nachhaltige Halluzinationen erzeugt?

Halluzinierte 50 neue Groß-Gaskraftwerke bis 2030

In weniger als sechs (6) Jahren sollen also 50 neue große Gaskraftwerke gebaut werden? Wasserstoff-Ready-Gasturbinen der 300 bis 500 MW-Klasse. Bisher gibt es eine (in Zahl 1) Wasserstoff-Ready-Gasturbine mit einer Leistung von 123 MW in Leipzig, die aber in Ermangelung von Wasserstoff mit schnödem Erdgas betrieben werden muss. Bis zur Umsetzung der Halluzinationen des Chefs der Bundesnetzagentur, die ja dem Habeckschen Halluzinations-Ministerium untersteht, fehlen allerdings noch ein paar winzige Kleinigkeiten.

Erst mal fehlen 60 Milliarden Euro für die Investition, denn kein Energieversorger wird Geld in ein Kraftwerk stecken, dass sich unmöglich rechnen kann, da es nur weniger als die Hälfte seiner Zeit produzieren darf, aber volle Invest- und Unterhaltskosten verursacht. Also muss sich Herr Habeck einen neuen Notstand ausdenken, der ihm erlaubt, sich die 60 Milliarden irgendwo als Schulden, genannt Sondervermögen, zu pumpen.

Dann fehlen die Ausschreibungen für die 50 Gaskraftwerke, es fehlen die Standorte mit wasserstofffähigen Gasleitungsanschlüssen und Stromnetzanbindungen, es fehlen die Planfeststellungsverfahren, es fehlen die Anfragen und Angebote der Hersteller für die 50 Großturbinen, von denen es weltweit nur wenige gibt und deren Auftragsbücher ja nicht leer sind, es fehlt an Personal für die gleichzeitige Errichtung der Kraftwerke und es fehlt vor allem an Gas oder Wasserstoff.

Die Rechenkünste des Chefs der Bundesnetzagentur

Nur der Vollständigkeit halber. Herr Müller hat in seinem Überschwang ganz vergessen, dass ja nicht nur der Stromsektor dekarbonisiert werden soll, sondern der ganze Primärenergieverbrauch durch die Erneuerbaren gestemmt werden muss. Der Stromsektor macht ganze 25 Prozent des Primärenergieverbrauchs aus. Und die Müllerschen „schon erreichten 50 Prozent“ beziehen sich ausschließlich darauf. Schon deshalb ist seine Aussage grober Unfug.

Die derzeitige Kapazität der drei Gasterminals reicht etwa für 5 Gigawatt, ungefähr so viel, wie die letzten drei Kernkraftwerke hatten. Die Bundesregierung plant aber 21 Gigawatt Gaskraftwerksleistung bis 2030. Ist es erlaubt zu fragen, von wo das fehlende Gas für die verbleibende Leistung von 16 Gigawatt kommen soll? Ich frage für einen Freund. Von grünem Wasserstoff kann bis 2030 noch nicht einmal ein Gedanke sein. Mit viel Glück könnte dann vielleicht die Leipziger Gasturbine mit Wasserstoff laufen, der aber aus Gas produziert wird.

Warmduschen ausdrücklich erlaubt

Welt-Online berichtet dann über die für die Bürger gönnerhaften Sprüche des Herrn Müller: „Verbraucher in Deutschland müssen aus Sicht der Bundesnetzagentur keine besonderen Anstrengungen mehr zum Einsparen von Gas unternehmen. Wir haben die Hälfte des Winters hinter uns, und wir sind sehr optimistisch … Die Gasspeicher sind mit über 90 Prozent sehr gut gefüllt.“

Zwar seien sechs Prozent mehr Gas verbraucht worden als im vergangenen Winter – bei den Privathaushalten fast drei und bei der Industrie knapp neun Prozent. Wir verbrauchen in diesem Winter aber immer noch gut 16 Prozent weniger Gas als vor der Krise“. Daher rufe die Bundesnetzagentur nicht dazu auf, „kälter zu duschen oder die Heizung runterzudrehen“, betonte Müller. Das könne jede Person für sich selbst entscheiden“.

Danke für die huldvolle Erlaubnis, möchte doch da der überglückliche Bürger rufen und im Gegenzug gnädig darüber hinwegsehen, das bei Müllers drei plus neun gleich sechs ist.

Doch ein Grüner Müller wäre kein Grüner, wenn er nicht gleich mit einer Drohung um die Ecke käme. Welt-Online: „Der Behördenleiter verwies allerdings darauf, dass es teurer werde, eine Gasheizung zu nutzen. Deshalb schone ein achtsamer Umgang mit Gas auch das eigene Portemonnaie. Müllers Resümee: „Man muss nicht jeden Raum im Haus genauso heizen wie das Wohnzimmer. Aber man gefährdet nicht die Gasversorgung, wenn man es tut.“

Wenn man die ganze Inkonsistenz und Größenwahnsinnigkeit der Interviewfakten rekapituliert, fragt man sich unwillkürlich: Weiß der Chef der Bundesnetzagentur es nicht besser oder erzählt er einfach propagandistische Unwahrheit? Im ersten Fall ist er ein Scharlatan und im zweiten Fall ein Lügner. Auf jeden Fall ist er auf dem Posten des Leiters der Bundesnetzagentur hochgefährlich, da ja seine Behörde für die Sicherheit und Stabilität des Rückgrats des ganzen Landes zuständig ist.

 

 




Warum Energie in Deutschland teuer und nicht sicher verfügbar ist

Prof. Dr. Ing. Hans-Günter Appel

Die Ampelregierung hat die Energieversorgung immer unsicherer und teurer gemacht. Die Energiewende im Namen der Weltklimarettung ist eine unsoziale gigantische Umverteilung von unten nach oben ohne jeden Einfluss auf das Klima. Kurzfristige Gewinner sind nur die Profiteure. Wir alle sind die Verlierer dieser unsinnigen Politik. 

Deutschland hat fast die höchsten Energiekosten in der Welt. Nur wenige kleinere Länder können die Kosten noch toppen. Die Ampelregierung führt die hohen Kosten auf die Folgen des Ukraine-Krieges zurück. Preiswerte Erdgas-, Erdöl- und Kohlelieferungen aus Russland seien wegen des Embargos ausgeblieben und hätten durch teure Importe aus anderen Ländern ersetzt werden müssen. Doch Russland hat niemals einen Lieferstopp verhängt. Die deutsche Regierung hat ihn mit ihrem Embargo selbst verhängt und damit langfristige Lieferverträge gebrochen.

Mit dem Verzicht auf preiswerte Energie aus Russland wurden die Industrie und die Wehrfähigkeit von Deutschland entscheidend geschwächt. Es gilt nach wie vor: Energie ist die Grundlage für Macht und Wohlstand. Denn ein Liter Erdöl oder ein Kubikmeter Erdgas liefert die Leistung eines Menschen für 100 Stunden. Mit Energie vervielfachen wir unsere Leistung. Es war ein schwerer Fehler, auf die Energie aus Russland zu verzichten.

Die Energiewende geht weiter

Zusätzlich hat die Ampelregierung noch die Förderung von teurer und zweitklassiger Fakepower intensiviert. Gemeint ist der Wind-, Solar- und Biogasstrom, der ohne Subventionen und Einspeiseprivilegien keine Abnehmer finden würde. Für die Stützung der Energiewende sollen nach Angaben von Bundeskanzler Scholz jährlich über 100 Milliarden Euro eingesetzt werden, die zur Hälfte aus dem Klima- und Transformationsfonds kommen sollten. Nach Schließung des Fonds durch das Bundesverfassungsgericht soll das Geld nun durch höhere CO2-Abgaben fließen.

Die vom Wetter abhängige, ständig schwankende Fakepower ist weder plan- noch regelbar. Sie kann kein Stromnetz stabil halten. Dazu wird Strom aus konventionellen Kraftwerken gebraucht. Nur er hält die Netzfrequenz stabil und regelt das Netz auf die verlangte Leistung. Wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint, müssen diese Kraftwerke die gesamte Stromversorgung übernehmen, denn ausreichend große Stromspeicher gibt es nicht. Pumpspeicherwerke und Batterien bieten nur einen lächerlichen Bruchteil der benötigten Speicherkapazität.

Fakepower für Wasserstoff fehlt 

Abhilfe soll die Speicherung der überschüssigen Fakepower als Wasserstoff schaffen. Wasserstoff soll elektrolytisch mit Fakepower aus Wasser gewonnen werden, um bei Bedarf mittels Verbrennen in Gaskraftwerken wieder verstromt zu werden. Die zweifache Energieumwandlung (Fakepower zu Wasserstoff und dann zu Strom) sowie die Zwischenspeicherung unter hohem Druck schlucken viel Energie. Am Ende der Kette sind 90 Prozent der eingesetzten Fakepower verloren. Dieser Weg ist eine riesige Energievernichtung. Von den konventionellen Energieträgern Kohle, Erdöl und Erdgas landet dagegen etwa ein Drittel als Nutzenergie beim Verbraucher, also mehr als das Dreifache im Vergleich zur teuren Fakepower.  

Hohe Energieverluste durch die Energiewende

Energievergeudung ist ein Zeichen der Energiewende. Zum Bau und zur späteren Demontage von Windkraftanlagen werden etwa 10 Prozent der gesamten von der Anlage erzeugten Energie benötigt. In den langen Stromtrassen für den Windstrom von Nord nach Süd geht viel elektrische Energie verloren.  Das gilt auch für die Trasse nach Norwegen und die geplante Trasse nach England. Bei Starkwind und zuviel Sonnenschein gibt es mit jeder neuen Fakepower-Anlage mehr Überschussstrom, der unter Zuzahlung entsorgt werden muss (negative Börsenpreise). Mit viel fossiler Energie muss das gesamte Stromnetz verstärkt werden, um Fakepower einzusammeln und zu verteilen.

Die Verstärkung des Netzes kostet viel Geld. Die Netzkosten wurden bisher zu einem großen Teil aus dem Steueraufkommen bestritten und so vor dem Verbraucher versteckt. Dieser staatliche Zuschuss ist mit Jahresbeginn weggefallen. Nun werden dem Verbraucher die Netzkosten direkt in Rechnung gestellt. Die Netzkosten steigen um mehr als 3 Cent je Kilowattstunde. Dies ist eine indirekte Steuererhöhung.

Jeder weitere Ausbau der Energiewende macht die Energie noch teurer. Es müssen Doppelinvestitionen bezahlt werden: Fakepower-Anlagen und Regelkraftwerke. Preiswerte und sichere Braunkohlekraftwerke sollen durch mit grünem Wasserstoff betriebene Gaskraftwerke ersetzt werden. Woher der grüne Wasserstoff kommen soll, bleibt offen. Immerhin ist erkannt, dass in Deutschland nicht genügend Fakepower gewonnen werden kann zur Erzeugung des benötigten Wasserstoffs. Die Energiepolitik der Ampel beruht auf einem Wunschdenken ohne Faktenbezug. Es sind märchenhafte Visionen von Ideologen. 

Was ist zu tun?

Dabei könnte die Regierung kurzfristig und nachhaltig eine sichere und bezahlbare Energieversorgung erreichen, wenn sie faktenbezogen handeln würde. Der Stromverbraucherschutz NAEB hat die dafür notwendigen Maßnahmen zusammengestellt.

1. Energiewende stoppen, EEG beenden, keine Wasserstoffwirtschaft.

2. Heimische Braunkohleverstromung nicht stilllegen, sondern ausbauen.

Steinkohlekraftwerke reaktivieren. Keine CO2-Abscheidung.

3. Energiebezug aus Russland wieder ermöglichen.

4. CO2-Steuer in allen Segmenten beenden. Klimaschutzgesetz aussetzen.

5. Keine Heizungs- und Dämmvorschriften. Gebäude-Energien-Gesetz aussetzen.

6. Keine Subventionen für Batterie-Mobilität und Treibstoffe.

Im geringeren Umfang hilfreich ist auch die Wiederinbetriebnahme der Kernkraftwerke, die noch nicht demontiert sind.  

Die Folgen

Mit diesen Maßnahmen würde Deutschland kurzfristig wieder konkurrenzfähige Energiekosten haben. Die Abwanderung der Industrie würde gestoppt. Investitionen würden wieder getätigt, die wirtschaftliche Arbeitsplätze und wieder mehr Steuereinnahmen bringen. Die sozialen Belastungen könnten wieder aus dem Steueraufkommen gezahlt werden statt mit Krediten. Die Verwaltung ließe sich deutlich verkleinern, da viele Genehmigungen überflüssig würden. Steuern könnten wegfallen oder reduziert werden. Die Kaufkraft der Einwohner würde zunehmen, Bauen sich wieder lohnen. Ohne die übersteigerten Dämm- und Heizvorschriften könnten Wohnungen gebaut werden, deren Mieten bezahlbar wären.

Doch nicht nur die Ampel-Regierung, sondern auch die CDU will die Energiewende im Namen des Weltklimaschutzes weiterführen. Das neue CDU-Programm beweist dies. Wir stehen an einer Kreuzung. Schafft die Politik die Abkehr von der teuren Energiewende oder  lassen wir es weiterhin zu, in eine Zeit mit Stromausfällen und Stromsperren geführt zu werden?