Reiten auf der sechsten Welle [des Aussterbens]

Willis Eschenbach

[In diesem Beitrag geht es zwar nicht um Klima oder Energie, doch wird in einem anderen Fachbereich aufgezeigt, wie heutzutage Angst erzeugt wird. A. d. Übers.]

Ich lese immer wieder, dass wir uns bereits mitten in der „Sechsten Welle des Artensterbens“ befinden. Ich habe mich ausgiebig mit dieser Frage beschäftigt. Den Anfang machte 2010 ein Beitrag mit dem Titel „Where Are The Corpses“ (Wo sind die Leichen), in dem ich die Rote Liste der bedrohten Arten der IUCN untersuchte und feststellte, dass entgegen dem Hype um die „Sechste Welle“ 95 % der ausgestorbenen Säugetier- und Vogelarten auf Inseln und in Australien vorkommen, wo sie der Einführung neuer „fremder“ Arten durch den Menschen nach Jahrtausenden der Isolation ausgesetzt waren.

Craig Loehle setzte sich mit mir in Verbindung und schlug vor, dass wir daraus einen Artikel für die Fachpresse machen sollten. Er übernahm das Schreiben und ich die Zahlen, denn ich habe das Gefühl, dass ich mich einer Lobotomie unterziehen muss, um in dem dichten, langweiligen Stil zu schreiben, der von den Fachzeitschriften bevorzugt wird. Er hat hervorragende Arbeit geleistet und die Arbeit durch den Veröffentlichungsprozess geleitet, wofür ihm meine ewige Dankbarkeit gebührt. Der Artikel wurde in Diversity and Distributions unter dem Titel „Historical bird and terrestrial mammal extinction rates and causes“ [Historische Raten und Ursachen des Aussterbens von Vögeln und Landsäugetieren] veröffentlicht und in Fachzeitschriften über 150 Mal zitiert.

Aber natürlich ging der Alarmismus weiter. Die Leute sagten Dinge wie „Aber Willis, du hast doch nur Säugetiere und Vögel untersucht. Dem Living Planet Index zufolge ist die Zahl der Wirbeltierarten seit 1970 um 70 % zurückgegangen“.

Ich habe einen großen Teil meines Lebens in der freien Natur verbracht, ich lebe im Wald und beobachte die dortige Tierwelt. Diese Behauptung ließ meinen Detektor für schlechte Zahlen klingeln wie die Schulglocke zum Mittagessen. Ich habe nachgeforscht und vor ein paar Wochen eine weitere Analyse mit dem Titel „E Pur Si Muove“ geschrieben, in der ich gezeigt habe, dass die Behauptungen des LPI durch die Daten der Roten Liste stark widerlegt werden [in deutscher Übersetzung hier].

Aber die Behauptungen gingen weiter. Diesmal heißt es: „Aber Willis, das LPI zeigt nur Fische, Säugetiere, Vögel, Reptilien und Amphibien. Was ist mit dem ganzen Rest des Lebens?“

Michael Corleone sagte: „Gerade, als ich dachte, ich wäre draußen, ziehen sie mich wieder rein“. Also, noch einmal in die Bresche, liebe Freunde …

Lassen Sie mich mit einigen Zahlen aus der Roten Liste der IUCN beginnen. Das ist die offizielle Liste der bedrohten, nicht bedrohten und ausgestorbenen Mitglieder der vier großen Reiche des Lebens – Tiere, Pflanzen, Pilze und Chromista. Und was sind Chromista, wenn sie zugegen sind? Das habe ich mich auch gefragt. Es stellte sich heraus, dass es sich um eine Gruppe meist einzelliger und auch einiger größerer Lebensformen handelt, zu denen Kieselalgen, Mehltau und Seetang gehören.

Die Rote Liste enthält Daten zu etwa 157.190 Arten aller Art in allen Lebensräumen der Erde. Ich finde es super, dass die ersten beiden Arten auf der Liste der „Black Emo Skink“ und die „Viper Moray“ sind … tolle Bandnamen für 2024. Man muss unseren geheimnisvollen Planeten einfach lieben. Hier sind die Ergebnisse der Roten Liste:

Abbildung 1. Die Ergebnisse der Roten Liste zeigen die Anzahl der untersuchten Arten.

Von diesen 157.190 Arten sind 909 Arten als ausgestorben aufgeführt, wobei das früheste Aussterben in den 1400er Jahren stattfand. Das nachstehende Diagramm zeigt die Anzahl der ausgestorbenen und noch existierenden Arten:

Abbildung 2. Alle ausgestorbenen und noch existierenden Arten mit Daten auf der Roten Liste

Also, ich muss sagen, dass ich die „Sechste Welle des Aussterbens“ nicht sehe.

Weiter geht es mit Behauptungen wie diesen:

„Drastisch erhöhte Raten des Artensterbens … sind gut dokumentiert.“

und

„Die Natur geht weltweit in einem Ausmaß zurück, wie es in der Geschichte der Menschheit noch nie vorgekommen ist – und das Aussterben von Arten beschleunigt sich.“

Also schaute ich mir die Aussterberaten im Laufe der Zeit an, um zu sehen, ob „sich die Rate des Artensterbens wirklich beschleunigt“.

Wie meine Studien gezeigt haben, kam es auf den Inseln und in Australien zu einer unverhältnismäßig großen Zahl von Aussterbefällen, als Menschen mit Melaninmangel auf die Inseln kamen und neue, fremde Arten einführten.

Diese Inselarten machen jedoch nur einen kleinen Prozentsatz der Gesamtzahl der Arten aus – wie zu erwarten, gibt es auf den riesigen Kontinenten und im Ozean viel, viel mehr Arten als auf den kleinen Inseln. Und es gibt keine unentdeckten Inseln mehr, die dem Ansturm der eingeschleppten Arten ausgesetzt wären. Auf den Inseln findet sich jedoch ein großer Prozentsatz aller ausgestorbenen Arten.

Lassen wir diese Aussterbefälle einmal beiseite und betrachten wir den Verlauf aller kontinentalen und maritimen Aussterbefälle der Roten Liste, für welche diese ein Datum für das Aussterben enthält. Die frühen Daten sind spärlich und enthalten daher nur wenige Aussterbeereignisse pro Jahr. Ich habe daher den Zeitraum ab 1850 dargestellt, in dem weitaus mehr Aussterbeereignisse pro Jahr auftraten und für den wir viel bessere Daten haben:

Abbildung 3. Alle Aussterbefälle kontinentaler und maritimer Arten, 1850 bis Januar 2024. Diese sind in 5-Jahres-Schritten gruppiert. Die rote Linie ist der Trend von 1850 bis 2000 und nicht bis zur Gegenwart, um eine Verzerrung des Trends zu vermeiden, da es einige Jahrzehnte dauern kann, bis ein Aussterben verifiziert ist.

Und um den Kreis zu schließen, hier die gleiche Analyse mit allen bekannten Aussterbeereignissen, die ein Datum für das Aussterben haben:

Abbildung 4. Alle bekannten Aussterbefälle aller Arten, 1850 bis Januar 2024. Einzelheiten wie in Abbildung 3. Beachten Sie, dass die durchschnittliche Aussterberate unter Einbeziehung des Inselsterbens doppelt so hoch ist wie in Abbildung 3.

Wie man sieht, gab es in den letzten 150 Jahren keinen signifikanten Trend bei der Aussterberate, weder bei den kontinentalen und maritimen noch bei allen anderen Arten.
Ist die Aussterberate nach 1850 nun höher als die geologische Aussterberate? Auf jeden Fall. Sie ist um eine Größenordnung höher.

Aber ist es eine „Sechste Welle des Aussterbens“?

Betrachten wir es einmal so: Der Durchschnitt der Jahre 1850-2000 liegt bei 3,6 ausgestorbenen kontinentalen und marinen Arten pro Jahr, mit einem Spitzenwert von etwa 8 ausgestorbenen Arten pro Jahr. Die Rote Liste enthält 157.190 kontinentale und maritime Arten, von denen 909 ausgestorben sind.

Wenn also die Aussterberate auf dem derzeitigen Niveau bleibt, werden wir bis zum Jahr 2100 weitere 3,6 Aussterbefälle/Jahr * 76 Jahre = 274 Aussterbefälle erleben.

Aber lassen Sie uns radikal werden – nehmen wir das Zehnfache der derzeitigen Aussterberate, also 36 Aussterbefälle pro Jahr. Das ist zwar extrem unwahrscheinlich, da es in den Aufzeichnungen der Roten Liste noch nie vorgekommen ist, aber für diese Analyse nehmen wir diese Aussterberate, um auf der sicheren Seite zu sein.

[Hervorhebung im Original]

Damit kämen wir bis zum Jahr 2100 auf insgesamt 3.645 Aussterbefälle. Die folgende Abbildung zeigt dies im gleichen Maßstab wie Abbildung 2:

Außerdem denke ich, selbst wenn das Aussterben auf das Zehnfache der derzeitigen Aussterberate ansteigen würde, sehe ich immer noch nicht die sagenumwobene „Sechste Welle des Aussterbens“.

Heißt das nun, dass wir uns nicht um das Aussterben kümmern sollten?

Ganz und gar nicht. Wir müssen uns aller Folgen unseres menschlichen Handelns bewusst sein und, wo immer möglich und sinnvoll, Rücksicht auf die Lebewesen nehmen, mit denen wir den Planeten teilen. Ich habe einen großen Teil meines Lebens als Berufsfischer gearbeitet. Ich würde mich freuen, wenn mein zweijähriger Enkel das Gleiche tun könnte … und das geht nur, wenn wir uns der Auswirkungen unseres Handelns auf den Ozean bewusst sind.

Wir müssen aber auch das Augenmaß bewahren. Das Aussterben von Arten ist ein Teil des Naturgeschehens. Tatsache ist, dass 99,9 % aller Arten, die jemals existiert haben, ausgestorben sind.

Und wenn eine bestimmte Art nach Millionen von Jahren der Evolution nur in einem winzigen Teil des Planeten vorkommt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie ausstirbt, sehr hoch, egal was wir tun. Sie kann sich offensichtlich nicht einmal an die kleinsten Veränderungen in ihrer Umgebung anpassen – wenn sie das könnte, würde sie in einem viel größeren Gebiet vorkommen. Hier ist eine Beschreibung einer solchen ausgestorbenen Art auf der Roten Liste:

„Stypodon signifer [Stummelzahn-Elritze]: Diese Art ist nur von 6 Exemplaren bekannt, die in den Jahren 1880 und 1903 gesammelt wurden, so dass ihre Biologie weitgehend unbekannt ist. Sie kam in Quellen auf dem Boden des Parras-Tals [in Guanajuato, Mexiko] vor.“

Der Kampf gegen seine Ausrottung wäre also reine Zeitverschwendung gewesen.
Wenn Ihnen also jemand von der „Sechsten Welle des Artensterbens“ erzählt, lachen Sie ruhig und verweisen Sie auf diese Analyse.

Link: https://wattsupwiththat.com/2024/01/23/surfing-the-sixth-wave/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Das „Energie-Trilemma“ und die Stromkosten

Warum „Erneuerbare“ nicht sparen, sondern Milliarden kosten

Dr. Lars Schernikau

In den letzten 150 Jahren hat die reichlich vorhandene Elektrizität aus Kohle und Gas zu einer beispiellosen Verringerung der Armut sowie zu einem Anstieg der Lebenserwartung und Gesundheit geführt. Gegenwärtig werden mit diesen kostengünstigen und zuverlässigen Energiequellen etwa 60 % der Elektrizität und 50 % der Primärenergie weltweit erzeugt. Vor allem wegen der Sorge um den „Klimawandel“ sollen Kohle und Gas durch „erneuerbare“ Energien wie Wind- und Solarenergie ersetzt werden. Doch das hat seinen Preis.

Bloomberg veröffentlichte seine jüngste globale Analyse der Stromgestehungskosten (1) (Levelized Cost of Electricity, LCOE) für das Jahr 2023, in der die historischen LCOE verschiedener „erneuerbarer Energien“ mit den Kosten von Kohle, Gas und Kernkraft verglichen wurden (Abbildung 1). Auf den LCOE basierende Berichte und Analysen auch anderer Organisationen wie IEA, IRENA, IEEFA, IMF und Agora bilden die Grundlage für viele Regierungen, die fälschlicherweise zu dem Schluss kommen, dass der Übergang von einem kohle- und gasbasierten Stromsystem zu Wind- und Solarenergie auf globaler Ebene Milliarden, wenn nicht Billionen einsparen wird.

Politische Entscheidungsträger kennen die drei Säulen einer erfolgreichen Energiepolitik: (a) Zuverlässigkeit, (b) Bezahlbarkeit und (c) ökologische Nachhaltigkeit. Bei genauerem Hinsehen wird jedoch deutlich, dass die Energieministerien um ein Gleichgewicht innerhalb dieses „Energie-Trilemmas“ ringen und dass die drei Säulen zudem einer bestimmten Priorität folgen:

In erster Linie muss der Zugang zu zuverlässiger Energie gewährleistet sein, bevor die Erschwinglichkeit der Energie in Betracht gezogen wird. Erst wenn das Gleichgewicht zwischen zuverlässiger und erschwinglicher Energie erreicht ist, kann die ökologische Nachhaltigkeit sinnvoll angegangen werden.

Die Behauptung, „erneuerbare“ Energie aus Wind und Sonne sei billig und habe keine Auswirkungen auf die Umwelt, ist ein entscheidendes und schädliches energiewirtschaftliches Missverständnis.

Die unbequeme Wahrheit, die selbst von führenden energiewirtschaftlichen Institutionen wie der OECD und der IEA nicht bestritten wird ist, dass (a) Wind- und Solarenergie im Netzmaßstab immer teurer sind als Kohle und Gas, sogar als Kernenergie, und dass (b) die Gesamtkosten für eine Volkswirtschaft exponentiell ansteigen, je höher der Anteil von Wind- und Solarenergie im Stromsystem ist. Das Ergebnis ist, dass die vorgeschlagene „Energiewende“ mehr als 7 – 10 % des globalen BIP kosten würde, was Billionen von Dollar entspricht und laut IPCC-Daten die Kosten einer Klimaerwärmung übersteigen würde.

Abbildung 1: Bloomberg LCOE-Analyse (Quelle: Bloomberg New Energy Finance BNEF)

Anmerkung: CCS = Carbon Capture & Storage (Kohlenstoff-Speicherung, PV = Photovoltaik

Warum ist es falsch, die LCOE bei der Bewertung der Stromkosten eines Landes zu verwenden?

LCOE (Levelized Cost of Electricity) ist eine „mikroökonomische“ statt einer Gesamtsystembetrachtung, die sieben Kostenkategorien (siehe unten) ausschließt und daher niemals ein genauer Indikator sein kann, auf den Regierungen ihre energiepolitischen Entscheidungen stützen können.

Die LCOE sind irreführend, weil sie die Unterbrechungen, die geringen natürlichen Kapazitätsfaktoren, die korrelierende „Verfügbarkeit“ von Wind- und Solarenergie über die Kontinente hinweg und die standortbedingte Ungleichheit von Angebot und Nachfrage nicht berücksichtigen.

Offensichtliche Kosten werden von den LCOE nicht berücksichtigt:

1. Backup oder Langzeit-Energiespeicherung (LDES): Wind- und Solarenergie erfordern mindestens 100 % Backup oder Speicherung für jedes installierte MW. (2)

2. Netzintegration, einschließlich der Kosten für Übertragung, Verteilung, Ausgleich und Konditionierung.

Zu den nicht so offensichtlichen Kosten, die bei den LCOE im Netzmaßstab nicht berücksichtigt werden, gehören:

3. Effizienzverluste – mehr Wind- und Solarenergie bedeutet weniger Auslastung (3) von Backup- oder Netzsystemen.

4. Landverbrauch Der Raumbedarf wird durch die geringe Energiedichte (pro m²) von Wind- und Solaranlagen bestimmt. Die „Nutzung“ von Tausenden von km², um die diffuse Energie von Sonne und Wind einzufangen, ist mit wirtschaftlichen und ökologischen Kosten verbunden.

5. Recyclingkosten, bedingt durch die geringe Energiedichte (pro kg) und die kurze Lebensdauer von Wind- und Sonnenenergie.

6. Umweltkosten – d. h. Schädigung der Pflanzen- und Tierwelt, negative Auswirkungen auf das Klimasystem, u. a. durch Erwärmung, Windentzug und atmosphärische Veränderungen.

7. Rohstoff- und Nettoenergieineffizienz (EROI) – der Produktion, der Verarbeitung, des Transports, der Veredelung, der Herstellung und des Recyclings des gesamten Systems, einschließlich seiner Umweltauswirkungen.

Nur eine Schätzung der Strom-Vollkosten (Full Cost of Electricity FCOE) umfasst alle Kosten und sollte zur Bewertung der Gesamtkosten eines Landes oder Systems herangezogen werden (Abbildung 2).

Abbildung 2: Definition der Vollkosten der Elektrizität (FCOE) und Vergleich mit den LCOE

Welche Auswirkungen hat es auf die Menschheit, wenn Wind- und Solartechnologien im Netzmaßstab die Energiekosten erhöhen und die Zuverlässigkeit der Energieversorgung verringern? The Economist schätzt, dass hohe Energiepreise allein im Winter 2022/23 in Großbritannien zu mehr als 65.000 zusätzlichen Todesfällen geführt haben, mehr als durch Covid19 verursacht wurden. Hohe Energiekosten erhöhen das Leid der Armen und bremsen die industrielle Entwicklung nicht nur in den Entwicklungsländern.

Nicht jedes Solarpanel oder Windrad ist unerwünscht, es gibt ausgewählte Anwendungen und Standorte, an denen sie sinnvoll sind. Wenn Wind- und Solarenergie jedoch eine minderwertige Lösung für das Gesamt-Stromnetz sind, dann gilt dies logischerweise auch für Wasserstoff, der aus Wind- und Sonnenenergie hergestellt wird. Man bedenke, dass H₂ für die Speicherung 65-80 % der eingesetzten Energie für Produktion, Speicherung, Transport und Repowering „verliert“. Wasserstoff ist bei der Lagerung und beim Transport gefährlich, hochexplosiv und so „dünn“, dass er Stahl durchdringt und dieser dadurch versprödet. Wenn er entweicht, wäre seine „wärmende Wirkung“ 12-mal so groß wie die von CO₂.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir uns bemühen müssen, die externen Umweltauswirkungen aller unserer Energiesysteme zu verringern. Der „Übergang“ zu Wind, Sonne und Wasserstoff führt jedoch zu einem Anstieg der Energiekosten und einer Verringerung der Zuverlässigkeit sowie zu schwerwiegenden Auswirkungen auf die Ökosysteme, was kontraproduktiv ist und unerwünschte Folgen für die Menschheit hat.

Armut, Frieden, Gesundheit, Bildung und Umwelt sollten unsere höchste Aufmerksamkeit haben, und dafür fehlen uns die Mittel. Wir sollten Investitionen aus den Bereichen Wind, Solar und Wasserstoff und/oder Batterien dorthin umleiten, wo das Geld eine wirklich positive Auswirkung auf unsere Umwelt und unsere Wirtschaft haben wird. Für eine wirklich langfristig nachhaltige, energiedichte Zukunft sollten wir zusätzlich zu mehr Forschung und Entwicklung und Kernspaltung/Fusion in den Bau bzw. die Aufrüstung neuester hocheffizienter Wärmekraftwerke und die Installation moderner Filtersysteme investieren, und zwar weltweit.

Wir brauchen dringend Investitionen in Kraftwerke, Brennstoffe und Raffinerien, um eine lang anhaltende globale Energiekrise mit all ihren Folgen für Leben, Gesundheit und Wohlstand, insbesondere für die Armen, zu vermeiden.

Die ersten Vorboten dieser Energiekrise zeigten sich bereits 2021 vor dem Ukraine-Krieg.

Eine ausführlichere Erklärung zu den in diesem Artikel angesprochenen Themen findet man in unserem kürzlich erschienenen Buch. „Unbequeme Wahrheiten… über Strom und die Energe der Zukunft“, erhältlich auf Amazon über www.unpopular-truth.com.

Eine Liste ausgewählter Referenzen, die belegen, dass die Stromgestehungskosten (LCOE) nicht zum Vergleich von Wind- und Solarenergie mit einsatzfähiger thermischer Stromerzeugung im Netzmaßstab herangezogen werden können, findet man hier.

Anmerkungen:

  1. Die LCOE messen nur die Kosten für Bau, Betrieb und Bereitstellung von Brennstoff (in der Regel inkl. CO₂-Besteuerung) für die Stromerzeugung. Andere Kosten, wie z. B. Netzintegration, Backup/Speicherung, Recycling usw., werden nicht berücksichtigt. Siehe Abbildung 2

  2. Ich sage „mindestens“, weil die Energieverluste der Backup-/Speichersysteme und der kurz- und langfristigen Energiespeicherung möglicherweise zwei Systeme sind.

  3. Die Nutzung von Vermögenswerten kann mit einem Auto erklärt werden. Vergleichen Sie die Gesamtkosten eines Autos wie Kauf, Wartung, Versicherung und Kraftstoff pro Kilometer, wenn Sie es (a) einmal pro Woche für 5 Minuten fahren und (b) wenn Sie es jeden Tag 2 Stunden lang ohne Unterbrechung fahren.

Link: https://www.eurasiareview.com/17012024-the-energy-trilemma-and-the-cost-of-electricity-oped/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE, Übersetzung überarbeitet vom Autor

 




Dunkeldeutschland versus Volksabstimmungen in Schweiz und Liechtenstein

von Prof. Dr. Horst-Joachim Lüdecke

Dresden galt in DDR-Zeiten sarkastisch als „Tal der Ahnungslosen“ (hier). Seine Bewohner konnten das westliche TV und den westlichen UKW-Rundfunk wegen der geographischen Lage Dresdens im Elbtal nur unter extremen technischen Aufwand empfangen, der zudem strafbewehrt war. In der heutigen Bundesrepublik ist ungünstige Geographie gar nicht mehr nötig, um den gleichen Informationsmangel zu erreichen. Das bringt inzwischen unsere „vierte Gewalt“, bestehend aus Staatsmedien und diesen wie Dackel hinterher hechelnden „freien“ Medien, von ganz alleine fertig, angefangen von ZEIT, FAZ, Süddeutscher Zeitung, … bis herab zur Regierungspropaganda der politischen Info-Webseite der deutschen Telekom. Zu diesem Desinformationsgebirge in Deutschland nachfolgend zwei stellvertretende Beispiele: Zuerst ein dicker Brocken, danach eine scheinbare Randnotiz, deren Bedeutung aber kaum geringer sein dürfte.

Eine bereits im November erfolgte private Zusammenkunft von Politikern, Geschäftsleuten und weiteren Prominenten im Beisein des Taktgebers der identitären Bewegung Martin Sellner, welche gemäß bisheriger Information nicht einmal ansatzweise gegen deutsches Grundgesetz, Informations- und Meinungsfreiheit verstieß (hier), wurde von den deutschen Medien und einem fragwürdigen, staatlich finanzierten Verein namens Correctiv (hier) mit der Wannseekonferenz des ehemaligen Nazi-Regims assoziiert. Erkennbares Ziel dabei war, von den Bauernprotesten abzulenken, die der Regierung zu gefährlich wurden. Es gelang, die Bauernproteste sind vorerst aus den Medien verschwunden. Zu diesem strategischen Schachzug gehörte dann die Initiierung von Demonstrationen gegen „rechts“, in denen teilweise sogar zur Tötung von AfD-Politikern aufgerufen wurde (hier ). Millionen Wähler einer Volkspartei wurden damit quasi „zum Abschuss“ freigegeben.

Correctiv und deutsche Medien sind infolgedessen auf dem besten Wege, einem Bürgerkrieg journalistisch den Weg zu ebnen. Sie haben das demokratische Grundrecht auf freie Rede und Meinung längst im Mülleimer entsorgt. Ferner sind die beruflichen Folgen für die Teilnehmer an diesem Treffen noch gar nicht abzusehen. Ein Taubenschlag war ein Hort der Ruhe gegenüber der öffentlichen Erregung gegenüber einem realen Nicht-Ereignis, welches sich lediglich als bestens geeignet für eine sorgfältig konzertierte linke Propaganda erwies. Überflüssig zu erwähnen, dass die aktuelle deutsche Regierung und der sogenannte Verfassungsschutz die Demonstrationen „gegen Rechts“ begrüßten. Vielleicht waren sie sogar vorher eingeweiht. Nur spätere Historiker werden die Antwort wissen. Den Beteiligten an den Demonstrationen mangelte es erkennbar an Demokratiekunde und historischem Wissen, was Nazis wirklich waren und welche ungeheuerlichen Verbrechen sie anrichteten. Und nicht nur dies, es kam ihnen nicht in den Sinn, dass eine Demokratie ohne eine rechte Fraktion im Spektrum grundsätzlich keine Demokratie mehr ist, sondern nur noch ein mehr oder weniger kommunistisch-soziales Bündnis. Früher lernte man so etwas im Gemeinschaftskunde-Unterricht. Ebenfalls scheint es nicht bekannt zu sein, dass kein demokratischer Staat dieser Erde einen Verfassungsschutz kennt. Nur Regime wie die Türkei, der Iran, Syrien etc. halten sich ähnliche „Überwachungsorgane“.

Nun zur Randnotiz als zwei weiteren, wesentlich friedlicheren Ereignissen mit Ursprung in Liechtenstein und der Schweiz: Es handelt sich um Volksabstimmungen, die dort aus guten Gründen in deren Verfassungen verankert sind und dringend auch in Deutschland angebracht wären. Das Besondere daran ist, dass alle diese Volksabstimmungen von den deutschen Staats- und sogenannten freien Medien immer dann mit dröhnendem Schweigen bedacht werden, wenn sie nicht in ihr politisches Konzept passen. Entsprechend hatte der Autor von diesen beiden Ereignissen auch nur deswegen Kenntnis bekommen, weil er gute Freunde in beiden südlichen Nachbarländern hat.

Liechtenstein hat letzten Sonntag, den 21. Januar 2024, per Volksabstimmung der Regierung die vorgesehene Photovoltaik-Pflicht, die Anpassung der Gebäudevorschriften und das Elektronische Gesundheitsdossier untersagt! Die beiden ersten Punkte mit etwa 65%, den dritten mit 53% Mehrheit (hier). In der Schweiz läuft gerade eine Volksabstimmungs-Initiative gegen Windräder (hier), die aber noch nicht so weit gediehen ist, um hier näher auf sie einzugehen.

Ob angesichts der hier geschilderten Umstände ein direkter Vergleich der aktuellen bundesdeutschen Informationslage für den Bürger mit der Informationslage in der ehemaligen DDR angebracht ist, sei jedem selber nachdenkenden Leser überlassen.




„Alles oder nichts“ für den grünen Wandel. Jetzt bricht Deutschlands  Wirtschaft zusammen

Nick Pope Mitwirkender, 21. Januar 2024, Daily Caller News Foundation

Hier mal ein Blick aus USA, auf die weiter im Sinkflug befindliche Konjunktur in Deutschland. – Einleitung des Übersetzers

Deutschlands Politiker [und Mittelstrahlmedien] haben sich der Umstellung auf grüne Energie voll und ganz verschrieben. Jetzt zeigt die Wirtschaft ernsthafte Anzeichen von Schwäche, da eine vergesagte Energiekrise ihren Lauf nimmt.

Das Land strebt danach , dass sein Energieangebot und seine Energienachfrage bis 2050 „Netto-Null“-Emissionen erreichen und stützt sich dabei auf Quellen wie Wind-, Solar- und [in der Zukunft auf] Wasserstoff. Die frühere Ministerpräsidentin Angela Merkel hatte 2011 beschlossen, die Kernkraftwerke des Landes endgültig abzuschalten. Trotz der Regulierungs- und Ausgabenoffensive der deutschen Regierung zur Einleitung des grünen Übergangs, ist das Land nicht auf der richtigen Spur , seine Klimaziele zu erreichen. Die Entscheidung, auf intermittierende grüne Energieerzeugung zu setzen, hat zu einer anhaltenden Energiekrise beigetragen, die die Wirtschaft lähmt.

„Eine Aushöhlung der Wirtschaft kommt weder dem deutschen Volk zugute, noch hilft sie dem Klimawande“, sagte Diana Furtchtgott-Roth, Direktorin des Zentrums für Energie, Klima und Umwelt der Heritage Foundation. „Die Emissionen werden nicht reduziert, weil die Produktion in andere Länder wie China und Indien verlagert wird. Die deutsche Wirtschaft schwächelt, und ihre Bevölkerung hat nicht mehr die Arbeitsplätze und wirtschaftlichen Möglichkeiten, die sie früher hatte.“

Im April 2023 schaltete Deutschland endgültig seine letzten Kernkraftwerke ab. Einige Monate später kündigte die Bundesregierung an, dass sie Kohlekraftwerke in Betrieb nehmen werde, um eine ausreichende Versorgung bis zum Winter sicherzustellen.

Euronews sieht zahlreiche Anzeichen dafür, dass die Wirtschaft in Deutschland schrumpft. Am deutlichsten vielleicht daran, dass die deutsche Wirtschaft im Jahr 2023 sogar schrumpfte, nachdem im Jahr 2022 weniger als 2 % Wachstum beobachtet wurde. Das Land ist mit hohen Kreditkosten und Inflation konfrontiert, was viele westliche Volkswirtschaften belastet. Reuters sieht die anhaltende Energieinflation als Schlüsselfaktor für die wirtschaftliche Misere des Landes, sowohl für Verbraucher als auch für Unternehmen.

Im dritten Quartal 2023 erzeugte der deutsche Stromsektor gemäß GMK Center [Ukrainisches Beratungsunternehmen] 20 % weniger Strom als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Auf der Nachfrageseite lag der Energieverbrauch Deutschlands im Jahr 2023 nach Clean Energy Wire 7,9 % unter dem Niveau von 2022 und etwa 25 % unter dem Energieverbrauch von 1990.

Nach Daten von Eurostat ist der Verbraucherpreisindex [Inflation und Kosten] des Landes für Strom, im Dezember 2023 fast 50 % höher als im Januar 2021. Führungskräfte von Industrieunternehmen warnen davor, dass die hohen Energiekosten ihre weitere Präsenz in Deutschland möglicherweise unhaltbar machen. Viele andere Unternehmen beginnen damit, ihre Geschäftstätigkeit aus Deutschland zu verlagern, berichtet Politico.

Der deutsche Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes vom November 2023, der „die allgemeine Geschäftslage anhand von Kennzahlen zu Auftragseingängen, Produktion, Beschäftigung, Lieferzeiten der Zulieferer und Lagerbeständen“ misst, zeigt, dass die Führungskräfte des gesamten Sektors ihre Zukunftsaussichten und die Vitalität des Sektors ausgesprochen pessimistisch einschätzen. Es ist schwierig, die potenziellen Auswirkungen des Rückgangs des deutschen verarbeitenden Gewerbes zu unterschätzen, wenn man bedenkt, dass das Land seinen Ruf als wirtschaftliches Kraftzentrum Europas in erster Linie der Stärke seines verarbeitenden Gewerbes verdankt. Nach den von Macrotrends analysierten Daten der Weltbank, erwirtschaftet das Gewerbe seit 1991 in der Regel etwa 20 % des jährlichen Bruttoinlandsprodukts des Landes.

Nicht nur die deutschen Hersteller spüren die Krise. Deutsche Landwirte haben kürzlich im ganzen Land eine einwöchige Protestwelle gestartet und ihre Wut über den Vorschlag der Regierung zum Ausdruck gebracht, eine riesige Haushaltslücke durch die Abschaffung von Subventionen zu schließen, die es ihnen ermöglichen, im Geschäft zu bleiben.

New York Times berichtet, dass die Haushaltslücke insbesondere klimabezogene Initiativen gefährdet, von denen fast alle immer noch staatliche Subventionen benötigen, selbst nachdem die Regierung bereits Hunderte Milliarden Euro [Steuergelder] für die grüne Agenda ausgegeben hat.

Die Preise für Wohnimmobilien sanken im III Quartal im Jahresvergleich um 10 %, eine Entwicklung, die Reuters als „düsteres Zeichen“ für die deutsche Wirtschaft bezeichnet.

Während die Energiekrise in Deutschland sich bereits seit Jahren abzeichnete, wurde sie durch den andauernden Krieg zwischen Russland und der Ukraine auf Hochtouren gebracht. Vor Kriegsbeginn bekam Deutschland billiges russisches Erdgas, obwohl – unter anderem vom ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump – gewarnt wurde, dass die Abhängigkeit von russischen Exporten dem russischen Präsidenten Wladimir Putin einen erheblichen geopolitischen Einfluss auf Europa verschaffen würde.

Der Konflikt tobt immer noch und es ist unklar, wann er enden wird und wie die Bedingungen für die Beendigung des Krieges aussehen werden. Ein Knackpunkt ist laut Bloomberg News, ob Russland und die Ukraine in der Lage sein werden, ein Erdgastransitabkommen neu auszuhandeln, um das aktuelle Abkommen zu ersetzen, das 2024 ausläuft .

Das aktuelle Transitabkommen zwischen Russland und der Ukraine ermöglicht laut Bloomberg den Fluss von russischem Gas durch die Ukraine und in andere europäische Länder im Austausch gegen russische Gebührenzahlungen an die Ukraine. Ohne ein neues Abkommen besteht für Deutschland und Westeuropa möglicherweise die Gefahr einer erneuten Versorgungsknappheit, was den deutschen Wirtschafts- und Energieminister Robert Habeck dazu veranlasste, im Juni zu warnen, dass es für Deutschland „kein sicheres Szenario dafür gibt, wie sich die Dinge entwickeln werden“., wenn die Wirtschaft nicht auf eine weitere Runde von Versorgungsunterbrechungen vorbereitet ist.

Die mageren Wirtschaftsaussichten und die Energiekrise erschüttern auch die deutsche Politik. Die Alternative für Deutschland (AfD), die führende rechtspopulistische Partei des Landes, hat ihre Popularität seit dem Beginn der russischen Invasion mehr als verdoppelt, so die von Politico zusammengestellten Umfragedaten. Etwa 80 % der deutschen Bevölkerung sind mit der Leistung der derzeitigen Koalition unzufrieden, und mehr als die Hälfte des Landes wünscht sich Neuwahlen vor dem Jahr 2025, dem derzeit geplanten Termin,

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz reagierte nicht umgehend auf eine Bitte um Stellungnahme.

 

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https://dailycaller.com/2024/01/21/germany-green-transition-economy-crumbling/

Übersetzt durch Andreas Demmig




Windentwicklung in Deutschland Teil 2

von Dr. Konrad Voge

Vorbemerkung

Im ersten Teil des Artikels wurde Deutschland für die Untersuchung in Hälften und Viertel aufgeteilt. Für diese Gebiete ist der Einfluss der installierten Leistung von Windparks auf die Entwicklung der Windgeschwindigkeit in dem jeweiligen Gebiet bestimmt worden. Es konnte gezeigt werden, dass eine Korrelation zwischen installierter Leistung und Windgeschwindigkeit besteht. Im zweiten Teil des Artikels wird Deutschland in Streifen eingeteilt, um eine weitere Variante zu prüfen.

Einteilung in Streifen

Wie beschrieben, wird jetzt eine Unterteilung des Untersuchungsgebietes in Streifen vorgenommen. Diese verlaufen, entsprechend der vorherrschenden Windrichtung, in Ost-West-Richtung. Es wurde eine Streifenbreite von 0,2° gewählt, was einer Breite von 22,2 km entspricht. Somit ist Deutschland, einschließlich der Länder Belgien und Niederlande, zwischen Flensburg und Oberstdorf in 39 Streifen unterteilt (es können jedoch nur 38 Streifen ausgewertet werden, da sich im Streifen 39 zwar Meßstationen, aber keine Windparks mehr befinden). Die Zählung der Streifen beginnt in Flensburg mit der Nummer 1. In jedem Streifen befindet sich eine gewisse Anzahl Meßstationen und eine gewisse Anzahl Windparks. Es wird hier untersucht, ob ein statistischer Zusammenhang zwischen der Anzahl der im Streifen liegenden Windparks und der im Streifen liegenden Meßstationen zu erkennen ist.

Ein Bild, das Text, Reihe, Screenshot, Diagramm enthält. Automatisch generierte Beschreibung

Bild 6 Mögliche Formen der Verläufe der Windentwicklung

Dazu sind die Zeitreihen der Windgeschwindigkeit aller im Streifen liegenden Meßstationen zusammenzufassen. Da hier nur das Anstiegsverhalten und nicht die Absolutwerte der Windgeschwindigkeit von Interesse sind, wird eine Normierung der Zeitreihen vorgenommen. Referenzwert ist die Windgeschwindigkeit des Jahres 2000 in jeder Zeitreihe.

Es wird also jeder Meßwert (mittlerer Jahreswert) auf den jeweiligen Referenzwert bezogen.

Somit ist 1,0 der Wert für das Jahr 2000 aller Zeitreihen. Aufgrund der Normierung besteht die Möglichkeit der Zusammenfassung der Zeitreihen aller Meßstationen eines Streifens zur Vornahme einer Regressionsanalyse.

Es sind somit 38 Regressionsfunktionen für die Zeit vor 2000 und 38 Regressionsfunktionen für die Zeit nach 2000 berechnet worden. Für jeden Streifen kann nunmehr eine Aussage über die Entwicklung der Windgeschwindigkeit getroffen werden.

Prinzipiell können die in Bild 6 dargestellten Verläufe vorliegen. Die ermittelte Anzahl der jeweiligen Form der Verläufe der Streifen ist in Tabelle 7 zusammengefasst. Wie aus Tabelle 7 ersichtlich, folgen sechzehn Zeitreihen dem Verlauf der Form A, drei der Form B, fünfzehn der Form C und vier der Form D.

Bild 2 zeigt als Beispiel die Regression der Zeitreihe der Werte der Station Angermünde. Allerdings ist dort die Regression mit den Absolutwerten der Windgeschwindigkeit durchgeführt.

Verlauf A Verlauf B Verlauf C Verlauf D
Streifen

Nummer

1,2,5,6,

8,9,16,17,

18,21,22,27,

28,30,35,37

3,4,24 7,10,11,12,

15,13,14,19,

20,23,25,29,

31,32,36

26,33,34,38
Summe 16 3 15 4

Tabelle 7 Anzahl der Formen des Verlaufs der Windentwicklung in den Streifen

In Tabelle 8 ist die Anzahl der Streifen zusammengefasst, bei denen entweder eine Zunahme der Windgeschwindigkeit bzw. eine Abnahme der Windgeschwindigkeit vor oder nach 2000 vorliegt. War vor 2000 die Anzahl der Streifen mit Zunahme und Abnahme gleich (19 zu 19), hat sich das Verhältnis nach 2000 mit 7 zu 31 deutlich hin zur Abnahme der Windgeschwindigkeit verschoben. Bild 7 verdeutlicht die Entwicklung.

Streifen mit Zunahme Streifen mit Abnahme
Windgeschwindigkeit vor 2000 19 19
Windgeschwindigkeit nach 2000 7 19

Tabelle 8 Entwicklung der Windgeschwindigkeit vor und nach 2000

Ein Bild, das Text, Screenshot, Diagramm, Design enthält. Automatisch generierte Beschreibung

Bild 7 Entwicklung der Windgeschwindigkeit vor und nach 2000

Beispiel

Als Beispiel ist das Verhalten der Windstärke im Streifen 17 gezeigt. In diesem Streifen liegen die acht Meßstationen nach Tabelle 9. Wie oben beschrieben werden die Zeitreihen der acht Meßstationen normiert

Meßstation Bundesland nördliche

Breite

östliche

Länge

Anzahl Werte vor 2000 Anzahl Werte nach 2000
Brocken Sachsen-Anhalt 51,7990 10,6180 44 18
Bad Lippspringe Nordrhein-Westfalen 51,7854 8,8388 28 23
Cottbus Brandenburg 51,7759 14,3168 17 23
Holzdorf (Flugplatz) Sachsen-Anhalt 51,7657 13,1666 0 14
Kalkar Nordrhein-Westfalen 51,7329 6,2688 7 14
Braunlage Niedersachsen 51,7234 10,6021 28 23
Harzgerode Sachsen-Anhalt 51,6520 11,1366 19 23
Doberlug-Kirchhain Brandenburg 51,6451 13,5747 19 25
Summe 162 163

Tabelle 9 Meßstationen im Streifen 17 mit Anzahl der Messwerte in den Zeitreihen vor und nach 2000

Mit den normierten Werten werden die beiden Regressionsfunktionen (Zeit vor 2000 und Zeit nach 2000) berechnet. Die Darstellung dieser Funktionen zeigt Bild 8. Tabelle 9 enthält die den beiden Regressionsfunktionen zugrunde liegenden Werte. Für die Zeit vor 2000 stehen demnach 162 Werte und für die Zeit nach 2000 163 Meßwerte für die Berechnung der Regressionsfunktionen zur Verfügung.

Ein Bild, das Text, Reihe, Diagramm, parallel enthält. Automatisch generierte BeschreibungRegressionskoeffizienten: a1vor = 0,0009, a1nach = -0,0037

Bild 8 Regressionsfunktionen der normierten Zeitreihen für die Windgeschwindigkeiten vor und nach 2000 im Streifen 17

Installierte Leistung

Analog der Einteilung in Quadranten wird hier ebenfalls ein statistischer Zusammenhang zwischen der installierten Leistung der Windparks und der gemessenen Windgeschwindigkeiten in den 38 Streifen untersucht. In den Tabellen 4 und 10 sind installierte Leistungen der Gebiete und Streifen angegeben. Die Tabelle 10 enthält hier aus Platzgründen nur die Streifen mit den größten und kleinsten installierten Leistungen. Bild 10 gibt einen Überblick über die installierte Leistung in allen Streifen. Im Streifen 6, dem Streifen mit der größten installierten Leistung, liegen die Meßstationen Itzehoe, Lübeck, Heidmoor, Cuxhaven und der Leuchtturm Alte Weser. Die installierten Leistungen in Bayern und Baden-Württemberg sind vergleichsweise gering (Streifen 31 … 38).

Ein Bild, das Text, Screenshot, Reihe, Diagramm enthält. Automatisch generierte Beschreibung

Bild 10 Installierte Leistung von WKA in den Streifen 1…38

Streifen Nr. Installierte

Leistung [MW]

Anzahl

Windparks

Anzahl Anlagen Größter Windpark im Streifen

Installierte Leistung [MW]/

Anzahl Anlagen

6 10016 136 2286 2604 / 309
17 9043 267 2685 630 / 175
10 6727 164 1587 1800 / 120
12 6716 181 1769 1397 / 95
9 6220 175 1898 824 / 50
32 371 28 151 32 / 19
33 214 43 117 28 / 14
34 191 29 94 19 / 7
36 161 31 80 38 / 10
35 152 31 78 22 / 10
Summe 108690 4529 37361

Tabelle 10 Streifen mit der größten und kleinsten installierten Leistung

Zusammenhang Windentwicklung und installierte Leistung

Wie oben bereits erwähnt, werden für jeden Streifen die Regressionsfunktionen der im Jahr 2000 geteilten Zeitreihen durchgeführt. Es folgen somit 38 Funktionen für die Zeit vor 2000 und ebenso viele für die Zeit nach 2000. Gemäß Gleichung [1] sind nur die Anstiegskoeffizienten a1 von Interesse. Es gibt demnach je 38 Anstiegskoeffizienten a1v und a1n der Regressionsfunktionen für die Windentwicklung der Zeit vor und nach 2000. Bildet man die Differenz der beiden Koeffizienten

a1D = a1n a1v [2]

liegt bei negativem Ergebnis eine Abnahme der Windgeschwindigkeit vor. Das bedeutet, daß die Windgeschwindigkeit nach 2000 im Vergleich zur Windgeschwindigkeit vor 2000 geringer geworden ist. Bei positivem Ergebnis hat sie sich vergrößert. In Tabelle 11 sind einige Regressionskoeffizienten angegeben.

Streifen

Nummer

Anstiegskoeffizient a1v Anstiegskoeffizient a1n Differenz

a1D = a1na1v

16 0,0090 -0,0005 -0,0096
6 0,0021 -0,0055 -0,0076
18 0,0052 -0,0023 -0,0075
37 0,0035 -0,0018 -0,0053
28 0,0044 -0,0007 -0,0051
31 -0,0020 0,0000 0,0019
3 -0,0019 0,0014 0,0033
27 -0,0043 -0,0009 0,0034
4 -0,0034 0,0035 0,0069
12 -0,0172 -0,0082 0,0090

Tabelle 11 Auswahl der kleinsten und größten Anstiegskoeffizienten

Ähnlich wie in Bild 5 dargestellt, wird ein Zusammenhang zwischen der Windentwicklung in den Streifen und der dort installierten Leistung der WKA hergestellt. Bild 11 zeigt die berechnete Regressionsfunktion. Wie bereits bei der Untersuchung der Quadranten, wird auch hier der Zusammenhang von installierter Leistung und Abnahme der Windgeschwindigkeit deutlich. Allerdings liegt ein sehr breites Konfidenzintervall vor.

Ein Bild, das Text, Reihe, Diagramm, parallel enthält. Automatisch generierte Beschreibung

Bild 11 Zusammenhang Windentwicklung und installierte Leistung

Zusammenfassung

Im vorstehenden Artikel wird der Frage nachgegangen, ob eine Beeinflussung der Windstärke durch die Installation von Windturbinen statistisch nachweisbar ist. Es wurden dazu alle Wettermeßstationen des Deutschen Wetterdienstes auf vorhandene Meßreihen zur Windstärke betrachtet. Letztlich wurden 230 Wetterstationen gefunden, die die Windgeschwindigkeit über mehrere Jahre aufgezeichnet haben. Von Interesse waren besonders die Zeitreihen, die Werte vor und nach 2000 enthielten. Das Jahr 2000 wurde gewählt, da zu dieser Zeit die verstärkte Errichtung von WKA zur Stromerzeugung begann.

Es wurden zwei Varianten der möglichen Beeinflussung der Windgeschwindigkeit durch Windparks untersucht. Zum einen wurde Deutschland in größere Flächen aufgeteilt (Einteilung in Quadranten) und zum anderen in 38 Streifen (Streifeneinteilung), die in Ost West-Richtung verlaufen. Der Einfluss der installierten Leistung von WKA in den betroffenen Gebieten auf die Windentwicklung wurde dann mittels Regressionsanalysen untersucht.

In beiden Modellen wird ein statistischer Zusammenhang nachgewiesen, allerdings von schwacher Korrelation.

Wünschenswert wäre, umfangreiche Meßreihen der Windgeschwindigkeit vor und hinter Windparks vorzunehmen. Damit könnte die Auswirkung der WKA auf physikalischem Weg untersucht werden.

Dank familiärer Unterstützung wurde der Artikel ermöglicht, insbesondere durch die Aufbereitung der Daten des Deutschen Wetterdienstes, die nicht gerade in anwendungsfreundlicher Form vorliegen.

Quellen

[1] Deutscher Wetterdienst

https://opendata.dwd.de/climate_environment/CDC/observations_germany/climate/daily/kl/historical/

[2] Liste der Windkraftanlagen in Deutschland

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Windkraftanlagen_in_Deutschland

[3] Liste der Offshore Windparks

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Offshore-Windparks

[4] Liste der Windkraftanlagen in Belgien

https://resdm.com/wind-farms-in-bel

[5] Liste der Windkraftanlagen der Niederlande

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Windkraftanlagen_in_den_Niederlanden

Über den Autor

Lehre und Arbeit als Stahlbauschlosser. Abitur in der Abendschule; Studium der Fördertechnik an der TU Dresden; Assistent am Lehrstuhl Fördertechnik der TU; Promotion auf dem Gebiet der Schüttgutmechanik – Fließverhalten kohäsiver Schüttgüter in Bunkern; dann angestellt bei Fördertechnik Freital und Zusammenarbeit mit der TU Dresden auf dem Gebiet der pneumatischen Dichtstromförderung; Prüfstelle für Lastaufnahmemittel und Hebezeuge Berlin – da Statik und Stahlbau; Sachverständiger für Aufzüge beim TÜV Berlin-Brandenburg, später dann TÜV Rheinland.

Mit der Statistik kam er während der Bearbeitung der Dissertation in Berührung. Er hatte einen Haufen Versuche gemacht und hatte keine Ahnung wie man vernünftige Planung und Auswertung macht. Da ergab es ich, daß ich von der Existenz einer „Arbeitsgemeinschaft Mathematische Statistik“, zugehörig zur Mathematischen Gesellschaft der DDR, erfuhr und dort dann bis zur Auflösung nach der Wende Mitglied war. Die Leitung hatte Prof. Rasch aus Rostock.