Woher kommt der Strom? Starkes Windaufkommen

47. Analysewoche von Rüdiger Stobbe

In der 47. KW des Jahres 2024 wurde insgesamt nur sehr wenig Strom aus dem benachbarten Ausland importiert. Lediglich am Donnerstag, den 21.11.2024 wurde eine größere Strommenge eingeführt. Die Windstromerzeugung brach an Land unvermittelt und erheblich, auf See komplett ein. Zwar „erholte“ sich der Wind schnell wieder. Die einzige nennenswerte Stromimportphase dieser Analysewoche führte dann doch zum Stromhöchstpreis der Woche. Dieser lag bei 182,30€/MWh und war damit um einiges geringer als die vorherigen Wochenhöchstpreise zu Zeiten, an denen erheblich mehr Strom importiert wurde. Das Prinzip „Angebot und Nachfrage“ wird als Preisbildungsfaktor nochmals deutlich erkennbar.

Zum bedarfsarmen Wochenende kam es schließlich zu einer sehr starken Windstromerzeugung. Ab Samstag 16:00 Uhr fiel der Preis Richtung Null €/MWh. Diese Linie wurde um 00:00 Uhr erreicht. In diesem Zusammenhang ein wichtiger technischer Hinweis. Rechts neben dem Button „Einheitenrechner“ befindet sich der Expanding-Button, mit dem die Chartfläche vergrößert wird. Damit wird der Chart insgesamt vergrößert und eine Wertebetrachtung aller berechneten Punkte insbesondere des Preises ist möglich. Sollte dennoch noch ein wesentlicher Punkt fehlen, so löschen Sie einfach einen im Moment nicht relevanten Energieträger, zum Beispiel „andere“. Dann müsste es funktionieren.  Dass der Preismechanismus „Angebot und Nachfrage“ auch ohne Stromimporte funktioniert, belegt der Sonntagswert um 18:00 Uhr. Die Stromnachfrage steigt, der Preis steigt ebenfalls. Allerdings auf wesentlich niedrigerem Niveau als mit einem Stromimport zur Vorabendzeit.

Beachten Sie bitte die Ausführungen von Peter Hager zum Hype um Batteriespeicher vor allem im Bereich Großspeicher nach den Tagesanalysen.

Wochenüberblick

Montag, 18.11.2024 bis Sonntag, 24.11.2024Anteil Wind- und PV-Strom 52,1 Prozent. Anteil regenerativer Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 61,6 Prozent, davon Windstrom 48,8 Prozent, PV-Strom 3,4 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,5 Prozent.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Wochenvergleich zur 47. Analysewoche ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zur 47. KW 2024: Factsheet KW 47/2024 – ChartProduktionHandelswocheImport/Export/Preise, CO2Agora-Chart 68 Prozent AusbaugradAgora-Chart 86 Prozent Ausbaugrad.

Jahresüberblick 2024 bis zum 24. November 2024Daten, Charts, Tabellen & Prognose zum bisherigen Jahr 2024Chart 1Chart 2ProduktionStromhandelImport/Export/Preise/CO2

Tagesanalysen

Was man wissen muss: Die Wind- und PV-Stromerzeugung wird in unseren Charts fast immer „oben“, oft auch über der Bedarfslinie angezeigt. Das suggeriert dem Betrachter, dass dieser Strom exportiert wird. Faktisch geht immer konventionell erzeugter Strom in den Export. Die Chartstruktur zum Beispiel mit dem bisherigen Jahresverlauf 2024 bildet den Sachverhalt korrekt ab. Die konventionelle Stromerzeugung folgt der regenerativen, sie ergänzt diese. Falls diese Ergänzung nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken, wird der fehlende Strom, der die elektrische Energie transportiert, aus dem benachbarten Ausland importiert.

Eine große Menge Strom wird im Sommer über Tag mit PV-Anlagen erzeugt. Das führt regelmäßig zu hohen Durchschnittswerten regenerativ erzeugten Stroms. Was allerdings irreführend ist, denn der erzeugte Strom ist ungleichmäßig verteilt.

Montag, 18.11.2024: Anteil Wind- und PV-Strom 24,9 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 36,6 Prozent, davon Windstrom 22,4 Prozent, PV-Strom 2,5 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,6 Prozent.

Minimale Stromimporte zeichnen den Montag aus. Die PV-Stromerzeugung ist herbstlich schwach. Die Windstromerzeugung nimmt über den Tagesverlauf ab. Die Strompreisbildung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 18. November ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 18.11.2024: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inklusive Importabhängigkeiten.

Dienstag, 19.11.2024: Anteil Wind- und PV-Strom 41,0 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 50,4 Prozent, davon Windstrom 39,3 Prozent, PV-Strom 1,7 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,4 Prozent.

Die Windstromerzeugung zieht wieder an. Die Strompreisbildung

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 19. November ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 19.11.2024: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inklusive Importabhängigkeiten.

Mittwoch, 20.11.2024: Anteil Wind- und PV-Strom 44,9 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 54,6 Prozent, davon Windstrom 41,2 Prozent, PV-Strom 3,7 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,7 Prozent.

Vor Sonnenaufgang leichter Stromimport. Die Strompreisbildung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 20. November 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 20.11.2024: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten

Donnerstag, 21.11.2024: Anteil Wind- und PV-Strom 40,2 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 49,9 Prozent, davon Windstrom 36,9 Prozent, PV-Strom 3,3 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,6 Prozent.

Die Windstromerzeugung nimmt  zum Abend (unerwartet?) massiv ab. Stromimporte werden nötig. Die Strompreisbildung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 21. November ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 21.11.2024: ChartProduktion, HandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten

Freitag, 22.11. 2024: Anteil Wind- und PV-Strom 51,4 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 60,4 Prozent, davon Windstrom 48,7 Prozent, PV-Strom 2,7 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,0 Prozent.

Die Windstromerzeugung nimmt bei kaum PV-Strom über Tag wieder zu, um zur Nacht abzusinken. Die Strompreisbildung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 22. November ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 22.11.2024: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten.

Samstag, 23.11.2024: Anteil Wind- und PV-Strom 61,8 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 71,9 Prozent, davon Windstrom 57,2 Prozent, PV-Strom 4,5 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,3 Prozent.

Nach Sonnenuntergang geht die Windstromerzeugung richtig los. Die Strompreisbildung. Um 24:00 Uhr erreicht die regenerative Stromerzeugung die Bedarfslinie. Das Preisniveau ist bereits niedrig. Die Strompreisbildung mit einem Vorgeschmack auf den Sonntag.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 23. November ab 2016.

Daten, Tabellen & Prognosen zum 23.11.2024: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten.

Sonntag, 24.11.2024: Anteil Wind- und PV-Strom 74,3 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 83,5 Prozent, davon Windstrom 70,4 Prozent, PV-Strom 3,9 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,2 Prozent.

Trotz herbstlich geringer PV-Stromerzeugung wird die Bedarfslinie erreicht und sogar überschritten. Ab 14:00 Uhr allerdings steigt der Bedarf und sogar die etwas stärkere Windstromerzeugung erreicht ab diesem Zeitpunkt die Bedarfslinie nicht mehr. Die Strompreisbildung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 24. November ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 24.11.2024: Chart, ProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten

Batteriespeicher-Hype  

von Peter Hager

Die großen Schwankungen der Stromerzeugung aus Wind und Solar nutzen etliche Nachbarländer schon lange für ein lukratives Geschäftsmodell:

Bei zu viel Strom über die Mittagszeit wird dieser günstig oder sogar mit Bonus in Deutschland erworben. Wenn dann am frühen Abend zu wenig Wind- und kein Solarstrom mehr verfügbar ist, wird Strom zu deutlich höheren Preisen wieder nach Deutschland zurück verkauft. Dieses lukrative Geschäftsmodell scheint nun auch in Deutschland zunehmend Nachahmer in Form von Betreibern großer Batteriespeicher zu finden. Bei den vier Übertragungsnetzbetreibern 50Hertz, Amprion, TransnetBW und Tennet gehen verstärkt Anfragen für den Netzanschluss eines Batteriespeichers ein, die sich mittlerweile auf insgesamt 161 GW belaufen. Erfahrungsgemäß wird etwa ein Viertel bis zur Hälfte der Anfragen tatsächlich realisiert.

Zum Vergleich: Laut der Webseite „Battery Charts“ der RWTH Aachen sind Stand Ende Oktober in Deutschland insgesamt Großspeicher mit 1,5 GW Leistung und 1,8 GWh Kapazität installiert. Ein Beispiel: Vor kurzem ging im Fichtelgebirge ein Großspeicher (100 MW Leistung, 200 MWh Kapazität, angeschlossen an das 110 kV-Verteilnetz) in Betrieb. Bei Betrachtung der Abbildung im Artikel und der Tatsache, dass für die oben erwähnten und bereits abgespeckten 40 GW Leistung so um die 400! dieser Anlagen gebaut werden müssen, wird der gesamte Planungsumfang für den Normalbetrachter erst so richtig anschaulich. Ob der Riesenaufwand der sogenannten Energiewende nutzt, die Energiewende vielleicht sogar „rettet“, sei dahingestellt. Dass für Investoren und Politik ein Nutzen vorhanden ist, belegen die freudigen Gesichter in diesem Artikel.

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? seit Beginn des Jahres 2019 mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Rüdiger Stobbe betreibt seit 2016 den Politikblog MEDIAGNOSE.




Autohersteller könnten es bereuen, Bürokraten den Kunden vorgezogen zu haben!

Duggan Flanakin

Was ist aus der alten Geschäftsweisheit geworden, wonach der Kunde immer Recht hat?

Die US-amerikanischen und europäischen Autohersteller haben dieses Mantra aufgegeben, um nicht gewählten Bürokraten in Brüssel, New York und Doha und den Kriechern zu gefallen, die durch das Verfechten ihrer Unkenrufe zu politischer Macht gelangt sind. Möglicherweise bereuen sie jetzt, dass sie sich dem Marschbefehl der Klimakommandos „übereifrig“ angeschlossen haben.

Heute sind die Zeichen des Untergangs in der Autoindustrie Töpfe voller unverkaufter batterie-elektrischer Fahrzeuge (BEVs), denen die Kunden seit Jahren ihr Leben und ihr Vermögen nicht anvertrauen.

Zugegeben, die Inflationsspirale nach der COVID-Initiative mit ihren steigenden Zinssätzen hat der Autoindustrie nicht geholfen, aber viel zu viele ihrer Probleme sind selbst verschuldet.

Währenddessen lächeln die Chinesen, weil sie wissen, dass sie vier Trümpfe in der Hand halten.

Paul Jacobson, Finanzvorstand von General Motors, kündigte im Juni eine Kürzung der BEV-Produktion um 50.000 Fahrzeuge an. Der Grund dafür? „Wir wollen nicht in eine Situation geraten, in der wir ein Produktionsziel vorgeben und dann einfach blindlings produzieren und am Ende Hunderttausende von Fahrzeugen auf Lager haben, weil der Markt einfach noch nicht da ist.“

Vielleicht hat Jacobson in den Teeblättern gelesen und einen Sieg von Trump vorausgesagt, der das Ende der Steuergutschrift von 7.500 Dollar im Rahmen von Bidens falsch benanntem Inflations-Reduktionsgesetz bedeuten könnte. Oder vielleicht hat er sich die Zahlen angesehen, die zeigen, dass mehr als die Hälfte der Öffentlichkeit kein Interesse daran hat, ein Fahrzeug zu kaufen, das nicht ihren tatsächlichen Bedürfnissen entspricht.

Oder vielleicht hatte Jacobson erkannt, dass die meisten der Milliarden an Steuergeldern, die für den Aufbau eines Ladenetzes bereitgestellt wurden, in einem Kaninchenbau verschwunden waren.

Wie auch immer. GM kündigte gerade an, 1.000 Arbeitsplätze zu streichen und versprach, Anreize in Höhe der wahrscheinlich gestrichenen Steuergutschrift von 7.500 Dollar zu bieten. Dies geschah zusätzlich zu den Entlassungen von 1.700 Fabrikarbeitern im September. Zuvor hatte GM einen Verlust von 1,7 Milliarden Dollar bei Verkauf und Produktion seiner BEVs im vierten Quartal 2023 gemeldet.

Ford, das ebenfalls verzweifelt versuchte, seine BEV-Bestände loszuwerden, kündigte im September an, dass BEV-Ladegeräte und Hausinstallationen im Kaufpreis des Model e BEV enthalten sein würden. Die Kehrseite dieses mutigen Schrittes ist, dass Ford mit jedem der 10.000 BEVs, die es im ersten Quartal 2024 verkauft hat, fast 130.000 Dollar verloren hat und für das Jahr 2024 einen Verlust von 5 Milliarden Dollar bei der Model-e-Reihe erwartet.

Ford hat außerdem 730 Mitarbeiter entlassen und die Produktion seines BEV-Pickups F-150 Lightning, dem „Truck des Jahres 2023“, bis zum nächsten Jahr gestoppt, „da die Nachfrage der Verbraucher nach Elektrofahrzeugen nachlässt“. Aber das eigentliche Problem könnte sein, dass BEV-Pickups, wie ein Kenner der Autoindustrie sagte, „das falsche Produkt“ sind?

Zuvor hatte Ford seine Pläne für einen vollelektrischen, dreireihigen SUV aufgegeben und sich auf Hybridmodelle konzentriert, die eine ganz andere Technologie verwenden und eine größere Reichweite und Erschwinglichkeit bieten. Und das, obwohl die Preise für BEVs landesweit innerhalb von zwei Jahren von 65.000 Dollar auf 56.648 Dollar gefallen sind.

Und erst diese Woche kündigte Ford an, 4.000 Stellen zu streichen, vor allem in Deutschland und in UK – ein Abbau von 14 % seiner europäischen Belegschaft. Ford begründete dies mit der schwachen BEV-Nachfrage, der mangelnden staatlichen Unterstützung für den BEV-Umstieg und der Konkurrenz durch subventionierte chinesische Autohersteller.

Der Autovermietungsriese Hertz hat seinen BEV-Verkauf gerade ausgeweitet und bietet jetzt gebrauchte Tesla Model 3 für unter 20.000 Dollar an. Hertz hofft, 30.000 BEVs zu verkaufen, während es sich aus dem BEV-Markt zurückzieht, aber der 89%ige Anstieg der BEV-Abschreibungskosten (etwa 537 $ pro Fahrzeug und Monat) hat sich auf das Endergebnis ausgewirkt. Die Preissenkungen von Tesla haben offenbar auch den Markt für gebrauchte BEV in Mitleidenschaft gezogen.

Unterdessen berichtete die Detroit Free Press im Oktober, dass „es ein lautes, turbulentes und beunruhigendes Jahr für [Stellantis] war, den Autohersteller, dem die Marken Jeep, Ram, Chrysler, Dodge und Fiat gehören, und die Zukunft ist nicht ganz klar“. Im Laufe des Jahres 2024, so die Zeitung, habe Stellantis nach „atemberaubenden Gewinnen“ im Jahr 2023 aufeinander folgende Quartalsberichte mit einem Rückgang der US-Verkäufe um 20 % oder mehr zu verzeichnen gehabt. Außerdem hat das Unternehmen die Produktion in seinen italienischen Werken in diesem Jahr mehrmals pausiert.

Anderswo in Europa sind die Autohersteller trotz ebenfalls drakonischer BEV-Vorschriften wegen der großen Kluft zwischen der Wahlfreiheit der Kunden und den staatlichen Vorgaben in Panik geraten.

Deutschlands größter Autoversicherer berichtete, dass einer von drei BEV-Besitzern in diesem Jahr wieder auf Benzin- oder Dieselfahrzeuge umgestiegen ist, im Jahr 2021 waren es noch 14 %. Der Rückgang könnte auf die Abschaffung der vom Steuerzahler finanzierten Rabatte von 4.900 bis 6.500 Dollar zurückzuführen sein. Oder, wie ein deutscher Reporter anmerkte: „Offensichtlich können Elektroautos viele Besitzer nicht überzeugen, langfristig bei dieser Antriebsform zu bleiben.“

Die Lage in Deutschland ist so schlecht, dass Volkswagen zum ersten Mal in seiner 87-jährigen Geschichte plant, „mindestens“ drei seiner Werke zu schließen, Zehntausende von Mitarbeitern zu entlassen und die verbleibenden deutschen Werke zu verkleinern.

Eine kürzlich durchgeführte Umfrage ergab, dass nur 29 % der Deutschen ein Gesetz befolgen würden, das sie zum Kauf von BEVs zwingt, und nur 18 % würden bei ihrem nächsten Kauf ein BEV in Betracht ziehen. Schlimmer noch, nur 3,6 % der ICE-Fahrer sind in diesem Jahr in Deutschland auf BEVs umgestiegen, und BEVs machten nur 2,9 % aller Fahrzeuge auf Deutschlands Autobahnen aus.

Das Scheitern der deutschen Regierungskoalition ist zum Teil auf ihr anhaltendes Engagement zurückzuführen, den Verkauf der meisten ICE-Fahrzeuge bis 2035 zu verbieten. Deutschland leidet auch unter den hohen Stromkosten, die größtenteils durch Steuern finanziert werden und die Kosten für eine rein elektrische Fahrzeugflotte noch weiter in die Höhe treiben. Der Zustrom billiger chinesischer BEVs verschlimmert Deutschlands Probleme in einem Land, das für 8 % seiner jährlichen Wirtschaftsleistung und 16 % seiner Exporte auf das Automobil angewiesen ist, nur noch weiter.

In UK hält der Absatz von BEVs laut BBC nicht mit dem breiten Markt Schritt. Während die Verkäufe von BEVs an Unternehmen zugenommen haben, sind die Verkäufe von BEVs an Privatpersonen um 7,7 % zurückgegangen, was laut der Society of Motor Manufacturers and Traders (SMMT) auf „geringes Wachstum, schwaches Verbrauchervertrauen und hohe Zinssätze“ zurückzuführen ist. Dies veranlasste die SMMT, die Regierung Starmer aufzufordern, Anreize zu schaffen, um private Käufer zum Kauf von BEVs zu bewegen.

Während Jaguar sich umbenennt, um eine gesellschaftliche Randgruppe zufrieden zu stellen, wurden die britischen Autohersteller von einem Urteil des Berufungsgerichts schockiert,wonach Autohändler eine „treuhänderische Pflicht“ haben, ihre Kunden über Boni, Provisionen und Gebühren zu informieren, die sie von Kreditgebern erhalten.

Die Kreditgeber reagierten darauf, indem sie den Autohändlern untersagten, für 90 % der über Autokredite gekauften Fahrzeuge Provisionen zu erhalten. Die Entscheidung könnte zur Schließung von Autohäusern führen und die Menschen dazu zwingen, direkt beim Hersteller zu kaufen, in der Regel unbesehen. Sie könnte aber auch zu einem erheblichen Rückgang der Autokäufe führen, da die Menschen an Händler und nicht an Bankiers gewöhnt sind.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die neue Trump-Regierung auf den BEV-Markt auswirken wird. Trump sagt immer wieder, dass BEVs eine Rolle spielen, während er die Autohersteller, die sich jetzt an Wasserstoff-basierte Betankungssysteme wagen, verunglimpft. Aber wenn, wie erwartet, die Subventionen wegfallen, wird die BEV-Revolution dann lediglich verlangsamt oder zum Stillstand gebracht?
Das könnte zu einem großen Teil davon abhängen, wie die Autohersteller auf den Wandel von Zeit und Geld reagieren.

This article originally appeared at Real Clear Energy

Link: https://www.cfact.org/2024/11/30/automakers-may-rue-choosing-bureaucrats-over-customers/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Ob heiß oder kalt – Klimawandel für alles verantwortlich? – Klimawissen – kurz & bündig

No. 57. Der CO2-getriebene Klimawandel soll für alle möglichen Wetterextreme verantwortlich sein – selbst wenn die Medien und Klimaforscher logische Widersprüche dafür in ihre Meldungen einbauen müssen.

„Zu heiß – Klimawandel
Zu kalt – Klimawandel
Zu trocken – Klimawandel
Zu naß – Klimawandel
Nichts davon – trotzdem Klimawandel“

Aber nicht nur sämtliche Wetterphänomene werden vom Klimawandel hervorgerufen, sondern auch Virus-Pandemien, Wachsen & Schrumpfen von Babys, die Inflation des Euros, und die Zeugungsfähigkeit mitteleuropäischer Männer.

Quellen:

Hodenprobleme durch Klimawandel: Urologen sorgen sich um Spermienqualität in heißer werdender Atmosphäre

Mehr Infektionskrankheiten durch Klimawandel? EIKE zeigte schon vor zehn Jahren: nein!

PIK springt auf den rollenden Corona-Panik-Zug




Hoffen auf die Zeitenwende

Edgar L. Gärtner

Es liegt etwas in der Luft. Ich halte es nicht für Zufall, dass der Erdrutsch-Sieg von Donald Trump in den USA in europäischen Regional- und Nationalwahlen von einem „Rechtsruck“ begleitet wird. Zuletzt lag im NATO-Land Rumänien der unabhängige und als stramm „rechts“ geltende Kandidat Călin Georgescu im ersten Wahlgang der rumänischen Präsidentschaftswahlen überraschend vorn. In Österreich siegte am gleichen Tag die konservativ-liberale FPÖ im Bundesland Steiermark. In Kanada bahnt sich die Ablösung des woken Ministerpräsidenten Justin Trudeau durch den konservativen „Populisten“ Pierre Poilievre an. Diese Entwicklungen und die Ergebnisse der Landtagswahlen in Ostdeutschland, aus denen die AfD als stärkste Partei hervorging, sowie der Erfolg des Rassemblement National (RN) Marine Le Pens in Frankreich zeigen, dass die Völker nach einer bezahlbaren Energiepolitik und nach internationalem Frieden strebt. Gleichzeitig wird sichtbar, dass die in den meisten westeuropäischen Ländern herrschende woke bzw. nihilistische „Elite“ alles tun wird, um mithilfe radikaler Einschränkung der Meinungsfreiheit ihre Macht zu verteidigen. Zumindest zeigen die beginnenden Kriegsvorbereitungen. Die Angst vor dem Frieden ist bei den Mächtigen zurzeit offenbar größer als die Hoffnung auf eine eventuelle „Friedensdividende“.

Ich gebe zu, dass ich Donald Trump bewundere, und zwar schon länger. Und es freut mich, dass ich mich (als römisch-katholischer Christ!) nun wieder ohne Vorbehalt als Amerikafreund outen kann. Einige halten mich dagegen für einen Putin-Versteher. In Wirklichkeit verfüge ich aber (leider!) über keinerlei Verbindung im heutigen Russland, lese aber gerne Analysen geistiger Führer der orthodoxen Kirche (z.B. die Nihilismus-Geschichte des Mönchs Eugene Seraphim Rose) , weil diese weitaus weniger stark vom woken Zeitgeist infiziert sind als viele Statements der römischen Kirche unter Papst Bergoglio (Franziskus). Davon abgesehen, geht es mir in erster Linie um die Re-Etablierung normaler Handels- und Kulturbeziehungen mit Russland, wie sie – von Ausnahmen abgesehen – selbst auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges zwischen den 50er und den 80er Jahren bestanden.

Donald Trump, der nicht gerade als Heiliger gilt, obwohl er keinen Alkohol trinkt, hat schon den Amtseid beim Antritt seiner ersten Legislatur im Januar 2016 mit der Hand auf einer alten Bibel geleistet. Damals wurde das allerdings als übliche Zeremonie wahrgenommen. Inzwischen wirbt Trump in eigenen Statements und in Zusammenarbeit mit dem bekannten Country-Musiker Lee Greenwood aktiv für die Lektüre der Heiligen Schrift in Form einer „God Bless the USA-Bible“. In der Tat sollte meines Erachtens die Bibel und insbesondere die Zehn Gebote der Genesis auch von weniger Frommen als Grundlage unserer westlichen Kultur anerkannt werden. Mehr als dieses Kulturchristentum kann man von den meisten Menschen ohnehin nicht erwarten, denn der Glaube gilt bei wirklich Gläubigen als besondere Gnade.

Allerdings ist unübersehbar, dass der Milliardär Elon Musk, der als reichster Unternehmer der Welt gilt und den Trump zum zentralen Architekten des Bürokratie-Abbaus mithilfe des geplanten „Department of Government Efficiency“ (kurz DOGE) ernannt hat, auch seine eigene Agenda verfolgt. Von der KI wird Musk (wohl nicht zufällig) für eine Verkörperung des Antichristen gehalten, obwohl oder weil er sich neuerdings eines christlichen Vokabulars bedient. Für Trump dient die Verbindung mit dem erfolgreichen Unternehmer Elon Musk wohl hauptsächlich dazu, Mut und Zuversicht hinsichtlich der technischen und sozialen Überwindung der Energiekrise und anderer menschengemachter Engpässe zu verbreiten. Es geht, kurz gesagt, um die Beendigung des vor allem von den Neocons verfochtenen moralischen Wohlfühl-Universalismus des Westens und die Wieder-Aufwertung des gesunden Menschenverstandes der arbeitenden Menschen. Deren Konsequenz wäre, die Selbstbehauptung des Westes weniger in militärischer Stärke, sondern in der Selbstbegrenzung zu suchen, rät der katholische Politikwissenschaftler Heinz Theisen.

Voraussetzung dafür wäre der von Donald Trump angerkündigte Austritt der USA aus dem Pariser Klima-Abkommen von 2015 und die damit verbundene Beendigung der Verteufelung so genannter fossiler Energiequellen. Das böte die Gelegenheit, rund um den Globus mit teuren woken Ideologien des Selbsthasses wie die totalitäre Fiktion der menschengemachten globalen Erwärmung, der Verarmung des Südens durch kolonialistische Ausbeutung oder des erfundenen Rechts auf die freie Geschlechtswahl non-binärer menschlicher Individuen per Sprechakt usw. Es geht dabei im Grunde gar nicht um den Kampf „Rechts“ gegen „Links“, zumal die beiden politischen Lager im Laufe der US-Geschichte ihr Vorzeichen gewechselt haben. (Die heute politisch dominierenden Republikaner galten einmal als „links“.) Ich frage mich ohnehin, ob es überhaupt eine genuin „rechte“ Kultur gibt, zumal sich die Kulturszene, nach der weitgehenden Entchristianisierung Westeuropas, heute fast zu 100 Prozent als „links“ definiert.

Es geht vielmehr nach dem belgischen Althistoriker David Engels längerfristig um die Auseinandersetzung zwischen faustischen und nicht-faustischen Kulturen. Ihren Namen erhielt die faustische Kultur nach dem seit dem späten Mittelalter in Europa verbreiteten Faust-Mythos, der Goethe zur Abfassung des bekannten Faust-Dramas anregte. David Engels verwendet für diese faustische Kultur auf der Basis eines vom Gnostizismus beeinfkussten Christentums, von der auch Amerika und Australien geprägt sind, den Begriff „Hesperalismus“, der die typisch europäische Sehnsucht nach dem Unbekannten, den Hesperiden, Avalon und Utopia kennzeichnet. Dieser Drang beinhaltet allerdings die Gefahr, das Augenmaß zu verlieren. „Stattdessen entsteht eine atomisierte Welt, die von Transzendenz, Tradition und Geschichte losgelöst wird, die im Nichts eines abstrakten und kalten Materialismus schwebt (…) Tatsächlich hat unser blinder Glaube an die Vernunft und an den Menschen als Maß aller Dinge ganz allmählich zum Relativismus, dann zum Nihilismus und schließlich zu den Absurditäten des Wokismus geführt“, sagt David Engels.

Der Realitätsverlust der woken Nihilisten, der hinter der „selbstmörderischen Energiewende“ und anderer Exzesse der Woke-Kultur steht, erwächst also mehr oder weniger direkt aus Verabsolutierungen der christlichen Ethik in Verbindung mit dem modernen Glauben an die (menschengemachte) Vernunft. Ich selbst sehe aktuell im Westen den Hauptkonflikt zwischen einem maßlosen und einem durch christliche Demut gemilderten Faustismus er im Faust-Drama am Ende siegt. Der von Wunschdenken genährte Machbarkeitswahn der Grünen und Woken kann m.E. nur durch die Wiedererweckung der Demut gemäßigt werden – eine Demut, die auch der liberale Wirtschaftsnobelpreisträger Friedrich August von Hayek forderte.

Donald Trump und seine Anhänger setzen gegen die Exzesse des Wokismus auf den gesunden Menschenverstand der kaufmännischen Logik. Dieser hat in den USA durchaus Chancen, sich gegen die verbreitete woke Unkultur durchzusetzen. Aber Trumps Team muss mit raffinierten Sabotageversuchen der noch immer einflussreichen Neocons rechnen. Noch größer werden wohl die Widerstände der westeuropäischen Elite sein. Es ist kaum vorstellbar, dass die neue EU-Kommission unter ihrer alten Chefin Ursula von der Leyen aus dem Wahlerfolg Donald Trumps etwas freiwillig lernt. Aber am Ende könnte die EU durch Trumps designierten Energieminister Chris Wright mit dem Slogan „Drill Baby Drill“ indirekt gezwungen werden, ihren Widerstand gegen die Nutzung der unter unseren Füßen reichlich verfügbaren Erdgasreserven aufzugeben. Gleichzeitig müssten „rechte“ Kritiker der EU-Kommission und der nationalen Regierungen, wie der bereits zitierte David Engels fordert, ihre eurasiatischen Träume aufgeben, um mit den unter Trump geläuterten US-Republikanern in Kontakt bleiben zu können.

 




Wie das Streben nach Net-Zero den industriellen Niedergang Großbritanniens beschleunigt

Sallust, THE DAILY SCEPTIC

Es ist ein Grundprinzip der Wirtschaft in Toytown, dass der Preis einer Ware oder Dienstleistung durch das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage bestimmt wird. Je weniger es von etwas gibt, desto höher ist der Preis, abhängig von der Höhe der Nachfrage. Je größer das Angebot ist, desto niedriger ist der Preis und desto größer ist die Nachfrage und Nutzung.

Nichts könnte dies besser verdeutlichen als Energie. Wenn man das Energieangebot einschränkt, sei es durch Absicht oder durch Umstände, oder wenn man den Preis durch Steuern und Abgaben künstlich in die Höhe treibt, hemmt man zwangsläufig die Nachfrage. Und das schwächt die Wirtschaft.

Der Telegraph hat einen Artikel von Jonathan Leake darüber veröffentlicht, wie Net Zero den nationalen Niedergang Großbritanniens beschleunigt hat:

Für Ed Miliband und Sir Keir Starmer ist Net Zero der Weg zu sauberer Energie, Wirtschaftswachstum und der Umwandlung Großbritanniens in eine globale grüne Supermacht.

Auf der anderen Seite des Atlantiks wird Großbritanniens Streben nach „Dekarbonisierung“ jedoch zunehmend als wirtschaftliches Experiment betrachtet – eines, das das Risiko birgt, dass UK von einem winzigen Wirtschaftswachstum in den völligen Niedergang abrutscht.

Chris Wright, Donald Trumps Kandidat für das Amt des US-Energieministers, hat davor gewarnt, dass Großbritanniens überstürzte Abkehr von fossilen Brennstoffen zugunsten von Wind- und Sonnenenergie zu höheren Preisen führt, energieintensive Unternehmen vertreibt und zum nationalen Niedergang Großbritanniens beiträgt.

„Obwohl Großbritannien nicht mehr Teil der EU ist, hat es seine aggressive Klimapolitik fortgesetzt, welche die Energiepreise für seine Bürger und die Industrie in die Höhe getrieben hat“, schrieb er in einem aktuellen Bericht. „Das einst weltweit führende Vereinigte Königreich hat heute ein Pro-Kopf-Einkommen, das sogar unter dem des ärmsten Bundesstaates der Vereinigten Staaten liegt.“

Leake bestreitet nicht die Auswirkungen des Klimawandels oder „andere Folgen der Treibhausgas-Emissionen“. Sein Hauptargument ist, dass ein wichtiger Teil der Net Zero-Politik darin besteht, den Energieverbrauch zu reduzieren, aber nur in Großbritannien. Wie viel weniger?

Um den beratenden Ausschuss für Klimawandel der Regierung zu zitieren: „Auf unserem ausgewogenen Netto-Null-Pfad wird die britische Wirtschaft wesentlich energieeffizienter, wobei die Gesamt-Energienachfrage in den Endverbrauchssektoren bis 2050 um etwa 33 % sinken wird.“

Eine verbesserte Effizienz – mehr Leistung für die gleiche Menge an Brennstoff oder weniger – könnte zu einer Verringerung des Energieverbrauchs beitragen. Allerdings wären enorme Fortschritte erforderlich, um den Verbrauch um ein Drittel zu senken. Viele Beobachter glauben, dass der Schwanz mit dem Hund wedeln wird, wenn es um dieses Ziel geht, was bedeutet, dass UK gezwungen sein könnte, den Energieverbrauch einzuschränken, um das Ziel zu erreichen.

Für Wright und andere ist es ketzerisch, den Energieverbrauch um ein Drittel zu senken und trotzdem Wachstum zu erwarten – ein wirtschaftliches Experiment, das kein anderes Land bisher geschafft oder auch nur versucht hat.

Ihre Ansicht nach – die von den meisten Wirtschaftswissenschaftlern geteilt wird – stand der Zugang zu Energie historisch gesehen immer in direktem Zusammenhang mit dem Wohlstand. Je mehr Energie wir haben, desto reicher werden wir. Und wenn wir weniger haben, werden wir ärmer.

Die industrielle Revolution Großbritanniens, die durch billige und reichlich vorhandene Kohle angetrieben wurde, ist laut Wright der Beweis für diese Theorie. Aber da der Rückgang des Energieverbrauchs inzwischen weit fortgeschritten ist, ist es klar, dass die Priorisierung der Klimaziele drastische Auswirkungen auf den Wohlstand und die Produktionskapazität Großbritanniens hat.

Im Jahr 1970 verbrauchte die britische Industrie das Äquivalent von 62 Millionen Tonnen Erdöl pro Jahr und produzierte den größten Teil dessen, was das Land benötigte, einschließlich energieintensiver Produkte wie Stahl, Zement und Petrochemikalien. Mit einem Anteil von 30,1 % an der Gesamtproduktion war das verarbeitende Gewerbe der bei weitem größte Wirtschaftszweig.

Im vergangenen Jahr hatte das verarbeitende Gewerbe nur einen Anteil von 9 % an der Wirtschaft von UK.

Der springende Punkt ist, dass ein wesentlicher Teil der Net Zero-Politik darin besteht, den Energieverbrauch zu senken, aber nur in Großbritannien. Andere Länder spielen keine Rolle, denn es geht nur um die Klimapolitik der britischen Regierung.

Eine der stolzesten Aussagen Großbritanniens ist zum Beispiel, dass es seine Emissionen von über 800 Millionen Tonnen im Jahr 1990 auf knapp 400 Millionen Tonnen im Jahr 2023 gesenkt hat. Diese Zahlen beziehen sich auf die Treibhausgase, die innerhalb der Grenzen Großbritanniens von Kraftwerken, Fahrzeugen, Haushalten, Büros und der Industrie ausgestoßen werden.

Nicht berücksichtigt sind jedoch alle Emissionen, die durch Dinge entstehen, die wir im Ausland kaufen, darunter Autos, Kleidung, Stahl und Zement. Diese „Verbrauchsemissionen“ haben zugenommen, von weniger als 200 Millionen Tonnen CO₂ im Jahr 1990 auf heute 400 Millionen Tonnen.

Rechnet man unsere Emissionen aus dem Ausland und aus dem Inland zusammen, so ergibt sich für Großbritannien ein Kohlenstoff-Fußabdruck von insgesamt etwa 800 Millionen Tonnen. Das ist nur ein leichter Rückgang gegenüber 1990, und das UK hat dafür einen ziemlich hohen Preis gezahlt, einschließlich anhaltend hoher Energiepreise und einer erhöhten Anfälligkeit für globale Preisschocks und Engpässe.

„In UK wird zu wenig produziert, zu viel verbraucht, zu wenig gespart und zu viel verschuldet“, schrieb Dieter Helm, Professor für Energiewirtschaft an der Universität Oxford, kürzlich. „Es überrascht vielleicht nicht, dass die neue Labour-Regierung dabei ist, alle vier Punkte zu verdoppeln, denn es dauert seine Zeit, bis die Politik die Wirtschaft einholt.

Die derzeitige (und vorgeschlagene) Wirtschaftspolitik hält eine nicht nachhaltige Wirtschaft aufrecht. Was nicht nachhaltig ist, kann nicht aufrechterhalten werden. Es wird enden müssen, wahrscheinlich in einer Reihe von Wirtschaftskrisen, die sich bis in die Zukunft hinziehen. Die nächste Generation wird den Preis dafür zahlen.“

Leake führt weiter aus, dass UK nicht die USA ist und nicht über reichliche Energievorräte vor der Haustür verfügt. Großbritannien ist auf Importe angewiesen.

Der Hauptkonflikt besteht also darin, alte Energiequellen durch neue zu ersetzen oder einfach den Energieverbrauch zu senken. Großbritannien baut seine Ölraffinerie- und Stahlproduktions-Kapazitäten immer weiter ab.

Für Miliband ist der sinkende Energieverbrauch eher ein Zeichen des Fortschritts als ein ominöses Vorzeichen. Ein Sprecher des Ministeriums für Energiesicherheit und Net Zero sagte: „Großbritannien zu einer Supermacht für saubere Energie zu machen ist unerlässlich, um die Abhängigkeit Großbritanniens von unsicheren Märkten für fossile Brennstoffe zu beenden.“

Wohin die Reise geht, ist also nicht klar. Es ist auch fraglich, ob eine Regierung überleben kann, wenn sie eine Zukunftsvision mit einer Politik durchsetzt, die die Menschen ärmer, unbeweglicher, kälter, hungriger und mit immer weniger Wahlmöglichkeiten macht.

Die Leser erinnern sich vielleicht an die Ironie dieser Aussage vor fünfeinhalb Jahren:

„Wir werden in der Lage sein, auf diese Zeit – diese außergewöhnliche Zeit – als den Beginn eines neuen goldenen Zeitalters für unser Vereinigtes Königreich zurückzublicken.“ – Boris Johnson, Erklärung vor dem Unterhaus am 25. Juli 2019

Er hatte Recht damit, dass es eine außergewöhnliche Zeit ist.

Der Artikel im Telegraph ist es wert, in voller Länge gelesen zu werden.

Link: https://wattsupwiththat.com/2024/12/01/how-the-rush-to-net-zero-is-accelerating-britains-industrial-decline/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE