Exorbitante Kosten für „grüne“ Energie sind verantwortlich für den wirtschaftlichen Zusammenbruch der deutschen Industrie

Stopthesethings

Die rasant steigenden Strompreise, die durch den rasanten Wind- und Solarboom in Deutschland verursacht werden, erdrücken die einst florierenden Industrien, darunter Unternehmen wie Mercedes-Benz.

Deutsche Haushalte und Unternehmen leiden bereits unter den höchsten Strompreisen in Europa; nach Putins Putins Angriff auf die Ukraine sind die deutschen Strompreise noch weiter in die Höhe geschossen und haben einen Rekordwert von rd.  40 €-Cent pro kWh erreicht. Stromrationierungen sind bereits Routine, und es wird noch schlimmer kommen.


Die Stadt Oranienburg, nördlich von Berlin, kann Neukunden nicht mit Strom versorgen.

Stromversorgung in Deutschland sehr sicher

Ob anderen Kommunen das gleiche Schicksal droht, wie Oranienburg, lässt sich pauschal nicht sagen. Ursächlich für die Probleme scheinen nämlich Versäumnisse zu sein, die die Bundesnetzagentur nun aufklären will. „Netzbetreiber haben ihr Netz vorausschauend zu ertüchtigen, um grundsätzlich Problemen mit mangelnder Kapazität vorzubeugen“ schreibt die Behörde nach Angaben der Welt.

Zitat Merkur online


Kein Land hat sich schneller und härter für erneuerbare Energien entschieden als Deutschland. Und kein globaler Industriegigant ist so schnell und so tief gefallen. Zahlreiche, oft große, industrielle Nutzer – wie BASF, Wacker und Siltronic – haben das Land bereits verlassen, in Länder mit niedrigen Energiekosten wie Singapur und die USA abgewandert, ein Prozess, der bereits vor über zehn Jahren begann.

Die Vorstellung, dass die Kosten für einen wichtigen Produktionsfaktor verdreifacht werden können, ohne dass sich dies auf die Rentabilität und die Beschäftigung auswirkt, ist, wie jeder Student der Wirtschaftswissenschaften bestätigen wird, Unsinn.

In dem folgenden Beitrag berichtet Pierre Gosselin über den unvermeidlichen industriellen Niedergang, der mit dem Versuch einhergeht, auf Sonnenschein und Brise zu setzen.

 

Aufstieg und Fall der deutschen Wirtschaft – das Energiedebakel führt zum wirtschaftlichen Zusammenbruch

No Tricks Zone, Pierre Gosselin, 16 April 2024

Blackout News bezeichnet die Entwicklung als „alarmierend“ und als „klares Zeichen für die Verschärfung der Wirtschaftskrise“. Die Nachricht stützt sich auf Daten des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH).

Anzahl der Unternehmensinsolvenzen im März auf höchstem Stand seit der Aufzeichnung

April 15, 2024

„Seit 2016, dem Jahr, in dem die Daten erstmals erhoben wurden, hat es nichts Vergleichbares mehr gegeben. Diese Entwicklung weist nicht nur auf unternehmensinterne Probleme hin, sondern verdeutlicht auch die umfassenden wirtschaftlichen Herausforderungen, vor denen das Land steht.“

Die Insolvenzen sind sogar noch schlimmer als in den Jahren der Covid-Lockdowns.

„Exorbitant hohe Energiekosten“

Analysten sagen, dass die Hauptursache für den düsteren Trend die exorbitant hohen Energiekosten in Deutschland sind, die vor allem auf den fehlgeleiteten Vorstoß des Landes in grüne Energien – wie Wind- und Solarenergie – und die Abkehr von erschwinglichen und stabilen konventionellen Energiequellen wie Erdgas, Kohle und Kernkraft zurückzuführen sind.

„Die Welle der Unternehmensinsolvenzen ist nicht allein mit schlechten unternehmerischen Entscheidungen zu erklären. Vielmehr sind es die hohen Energiekosten, die in Zeiten globaler Unsicherheit die Betriebskosten in die Höhe treiben, und eine Steuerpolitik, die wenig Spielraum für Investitionen lässt“, so Blackout News weiter.

Beide, Linke und Mitte-Rechts, sind schuld daran

Die Hinwendung zu grünen Energien und weg von konventionellen Energiequellen begann unter der Regierung von Angela Merkel und ihrer Mitte-Rechts-Partei CDU. Die jüngste sozialistisch-grüne Koalitionsregierung unter Olaf Scholz und Robert Habeck hat seitdem eine drakonische Politik betrieben, die Deutschlands wirtschaftliche und energiepolitische Probleme noch wesentlich verschlimmert hat.

Die meisten Experten sind der Meinung, dass diese Regierung die Probleme nicht löst, sondern sich einfach weigert, die Realität anzuerkennen.

Exodus der Industrie … das Land braucht mehr als nur Hoffnung

„Die aktuelle Krise verlangt von den politischen Entscheidungsträgern weit mehr als nur die Hoffnung auf eine Beruhigung des Marktes“, so Blackout News. „Umfassende Maßnahmen sind notwendig…dazu gehört auch eine Senkung der Energiekosten.“

No Tricks Zone

https://stopthesethings.com/2024/05/10/exorbitant-green-energy-costs-responsible-for-german-industrys-economic-meltdown/

 




Woher kommt der Strom? Durchgängig Strom aus dem benachbarten Ausland importiert

17. Analysewoche 2024 von Rüdi Stobbe

In der 17. Analysewoche des Jahres 2024 wurde bis zum Samstag, den 27. April 2024 um 9:00 Uhr durchgängig Strom aus dem benachbarten Ausland importiert.  Genau zum bedarfsarmen Wochenende kam es dann teilweise zu einer Stromübererzeugung, die zum massiven Preisverfall über Tag führte. Während am Samstag von 11:00 bis 16:00 Uhr der Strom an unsere Nachbarn ´nur` verschenkt wurde, kam es am Sonntag von 9:00 bis 16:00 Uhr zu negativen Preisen. Der Strom wurde nicht nur verschenkt. Es musste Geld mitgegeben werden, damit er überhaupt abgenommen wurde. Immerhin: Die regenerativen Stromproduzenten erhielten keine Vergütung für diesen Zeitraum.

Hermine Mut, Sam Lowry und sicher viele weitere Leser beschäftigt das Geschäftsmodell, welches unsere europäischen Nachbarn mit dem passgenauen An- und Verkauf von Strom betreiben, ganz besonders. Zumal es sich andeutet, dass es in diesem Jahr wegen des starken, ohne Sinn und Verstand erfolgten Zubaus von PV-Anlagen, immer öfter zur Anwendung kommen wird. Zu Lasten des deutschen Stromkunden.

Am Sonntag dieser Analysewoche kam es wieder zu Stromerzeugungs- und Preisverhältnissen, die das Geschäftsmodell besonders lukrativ machten. Dementsprechend clever wurde von unseren Nachbarn gehandelt.   Dieser Chart zeigt, dass ab 7:00 Uhr die 0€/MWh-Linie erreicht wurde, ab 9:00 Uhr exportiert Deutschland mehr Strom als es importiert: Der Strompreis wird negativ. Erst um 17:00 Uhr wird die 0€/MWh-Linie wieder erreicht. In diesem Zeitraum „kaufen“ unsere Nachbarn viel Strom und nehmen noch eine Menge Geld als Bonus mit. Entweder speichern sie den Strom mit Pumpspeicherkraftwerken, oder sie fahren die eigene Stromproduktion entsprechend herunter und nutzen den importierten Strom direkt. Ab 18:00 Uhr benötigt Deutschland wieder Strom aus dem Ausland. Da liegt der Preis bereits bei 25€/MWh. Deutschland fragt weiter den Strom unserer Nachbarn ab. Das Hochfahren der eigenen konventionellen Stromproduktion plus dem Windstromanstieg reichen nicht aus, um die ausklingende PV-Stromproduktion zu ersetzen. Deshalb steigt der Preis auf fast 80€/MWh um 21:00 Uhr. Um die Nachfrage Deutschlands zu decken, fahren unsere ausländischen Nachbarn ihr Stromproduktion entsprechend hoch. Dass sie das alles können, liegt an dem in der Stromindustrie tätigen hochqualifizierten, erfahrenen und cleveren Personal, den Technikern und Ingenieuren, die jede Chance zum Geldverdienen mit der eigenen Stromerzeugung in Einklang bringen. Das Werkzeug: Top-Kommunikation, steuerbare Kraftwerke und gute Wetterberichte für die nächsten ein bis zwei Tage. So kann der deutsche Stromkunde, dessen Stromversorgung von der Natur, von Wind und Wetter abhängig ist, nach Strich und Faden ausgenommen werden. Auch das führt mit zu den höchsten Strompreisen weltweit. Neben den horrenden Abgaben, die zusätzlich zum Börsenstrompreis getragen werden müssen. 

Die Strompreise vom Montag bis Samstag schwankten um die 90€/MWh-Linie. Selten fielen Sie unter 80€/MWh. Sie bewegten sich entsprechend der Nachfrage. Morgens und am frühen Abend wurden jeweils Höchstpreise erzielt. Über die Mittagsspitze fiel der Preis jeweils auf das Tagestief, war aber wegen des Importes immer noch mehr als auskömmlich. Auch für die deutschen Stromproduzenten. 

Wochenüberblick

Montag, 22.4.2024 bis Sonntag, 28.4.2024Anteil Wind- und PV-Strom 44,4 Prozent. Anteil regenerativer Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 58,9 Prozent, davon Windstrom 22,4 Prozent, PV-Strom 22,0 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,5 Prozent.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Wochenvergleich zur 17. Analysewoche ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zur 17. KW 2024: Factsheet KW 16/2024 – ChartProduktionHandelswocheImport/Export/Preise, CO2Agora-Chart 68 Prozent AusbaugradAgora-Chart 86 Prozent Ausbaugrad.

  • Klima-History 2: Video-Schatz des ÖRR aus dem Jahr 2010 zum Klimawandel
  • Klima-History 1: Video-Schatz aus dem Jahr 2007 zum Klimawandel.
  • Interview mit Rüdiger Stobbe zum Thema Wasserstoff plus Zusatzinformationen
  • Weitere Interviews mit Rüdiger Stobbe zu Energiethemen
  • Viele weitere Zusatzinformationen
  • Achtung: Es gibt aktuell praktisch keinen überschüssigen PV-Strom (Photovoltaik). Ebenso wenig gibt es überschüssigen Windstrom. Auch in der Summe der Stromerzeugung mittels beider Energieträger plus Biomassestrom plus Laufwasserstrom gibt es fast keine Überschüsse. Der Beleg 2022, der Beleg 2023/24. Strom-Überschüsse werden bis auf wenige Stunden immer konventionell erzeugt. Aber es werden, insbesondere über die Mittagszeit immer mehr!

Jahresüberblick 2024 bis zum 28. April 2024

Daten, Charts, Tabellen & Prognose zum bisherigen Jahr 2024Chart 1Chart 2ProduktionStromhandelImport/Export/Preise/CO2

Tagesanalysen

Was man wissen muss: Die Wind- und PV-Stromerzeugung wird in unseren Charts fast immer „oben“, oft auch über der Bedarfslinie angezeigt. Das suggeriert dem Betrachter, dass dieser Strom exportiert wird. Faktisch geht immer konventionell erzeugter Strom in den Export. Die Chartstruktur zum Beispiel mit dem bisherigen Jahresverlauf 2024 bildet den Sachverhalt korrekt ab. Die konventionelle Stromerzeugung folgt der regenerativen, sie ergänzt diese. Falls diese Ergänzung nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken, wird der fehlende Strom, der die elektrische Energie transportiert, aus dem benachbarten Ausland importiert.

Eine große Menge Strom wird im Sommer über Tag mit PV-Anlagen erzeugt. Das führt regelmäßig zu hohen Durchschnittswerten regenerativ erzeugten Stroms. Was allerdings irreführend ist, denn der erzeugte Strom ist ungleichmäßig verteilt.

Montag, 22.4.2024: Anteil Wind- und PV-Strom 35,3 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 50,3 Prozent, davon Windstrom 13,6 Prozent, PV-Strom 21,7 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,9 Prozent.

Kaum Windstrom. Tages-Spitzenpreis – 171€/MWh. Die Strompreisbildung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 22. April ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 22.4.2024: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten.

Dienstag, 23.4.2024: Anteil Wind- und PV-Strom 36,8 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 51,1 Prozent, davon Windstrom 15,6 Prozent, PV-Strom 21,2 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,2 Prozent.

Die Windstromerzeugung zieht auf schwachem Niveau über Tag an. Tages- Spitzenpreis – 181€/MWh. Die Strompreisbildung

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 23. April ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 23.4. 2024: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten

Mittwoch, 24.4.2024: Anteil Wind- und PV-Strom 41,1 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 54,8 Prozent, davon Windstrom 24,2 Prozent, PV-Strom 16,9 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,7 Prozent.

Weiterhin schwache Windstromerzeugung. Weiter sind ganztägige Stromimporte notwendig. Die Strompreisbildung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 24. April 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 24.4.2024: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten

Donnerstag, 25.4.2024: Anteil Wind- und PV-Strom 36,6 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 51,1 Prozent, davon Windstrom 17,7 Prozent, PV-Strom 18,9 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,4 Prozent.

Die Windstromerzeugung sinkt. Die Strompreisbildung

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 25. April ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 25.4.2024: ChartProduktion, HandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten

Freitag, 26.4 2024: Anteil Wind- und PV-Strom 40,5 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 54,7 Prozent, davon Windstrom 19,2 Prozent, PV-Strom 21,2 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,2 Prozent.

Nach einem kleinen Windbuckel in der Nacht von Donnerstag auf Freitag sinkt die Windstromerzeugung erneut. Die Strompreisbildung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 26. April ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 26.4.2024: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten.

Samstag, 27.4. 2024: Anteil Wind- und PV-Strom 53,2 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 69,3 Prozent, davon Windstrom 20,6 Prozent, PV-Strom 32,6 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 16,1 Prozent. 

Weniger Bedarf, weil Wochenende plus fast ein Drittel PV-Stromerzeugung (des gesamten Tages) plus steigende Windstromerzeugung = Vier Stunden verschenkter Strom (0€/MWh) // ab 16:00 Uhr Stromimport = steigende Preise mit dem Tages-Spitzenpreis – 119€/MWh. 

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 27. April ab 2016.

Daten, Tabellen & Prognosen zum 27.4.2024: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten

Sonntag, 28.4.2024: Anteil Wind- und PV-Strom 68,1 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 82,2 Prozent, davon Windstrom 45,2 Prozent, PV-Strom 22,9 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,2 Prozent.

Bis etwa 18:30 reicht die eigene, die bundesdeutsche Stromerzeugung. Der Bedarf ist noch geringer als gestern. Die im Verhältnis zu den Tagen vorher starke Windstromerzeugung plus die fast ein Viertel des benötigten Gesamtstroms erreichende PV-Stromerzeugung plus die zwecks Netzstabilisierung notwendig konventionelle Erzeugung für zu einem massiven Preisverfallmit negativen Strompreisen. Ab 18:00 Uhr wird Importstrom benötigt, was zu steigenden Preisen führt.  

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 28. April ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 28.4.2024: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

 Rüdiger Stobbe betreibt seit 2016 den Politikblog MEDIAGNOSE.




Propaganda-Flip: Der Kult um erneuerbare Energien behauptet, sie hätten nie gesagt, dass Wind- und Solarenergie billig wären

Stopthesethings

Die Wind- und Solarindustrie kämpft darum, die Herzen und Köpfe von Haushalten und Unternehmen zu gewinnen, die unter den explodierenden Strompreisen leiden. Aufbauend auf Lügen und auf Subventionen basierend, ist es keine Überraschung, dass die Wahrheit über stark subventionierte und chaotisch intermittierende Wind- und Solarenergie irgendwann an die Oberfläche dringen würde.

Wann immer Winston Smith und seine Brüder im Ministerium für Wahrheit in Orwells Werk 1984 auf eine Reportage stießen, die eine unbequeme (vergangene) Tatsache für Big Brother und die Partei enthielt, wurde diese chirurgisch aus dem Buch oder Artikel entfernt und der Verbrennung im „Gedächtnisloch“ zugeführt. So erleben wir es nun auch mit dem Wind- und Sonnenkult, der versucht, die Geschichte neu zu schreiben, indem behauptet wird, dass niemals jemand gesagt hat, dass Wind- und Solarenergie billig wären.

Es ist noch gar nicht so lange her, dass die Medienschreiberlinge und -verdreher unisono verkündeten, wie billig Wind- und Sonnenenergie seien und dass (in nicht allzu ferner Zukunft) die Stromverbraucher Strom zu Preisen haben würden, die um ein Vielfaches unter denen liegen, die sie für Kohle und Gas zahlen müssen. Sie nutzten jede Gelegenheit, um uns daran zu erinnern, dass „Wind und Sonne kostenlos sind“.

Jetzt, da wir auf dem besten Weg in eine Zukunft sind, die ausschließlich aus Wind- und Sonnenenergie besteht, ist es für die Propagandisten unmöglich geworden, die Tatsache zu verbergen, dass die Endkundenstrompreise nicht, wie versprochen, gesunken sind. Im Gegenteil, sie sind jedes Jahr zweistellig gestiegen, und das seit mehr als einem Jahrzehnt.

Das Team von Jo Nova hebt einen von ihnen, Peter Lewis, besonders hervor. Lewis wurde kürzlich bei dem Versuch ertappt, seine früheren (und äußerst optimistischen) Prognosen in die Tonne zu treten, wie im Folgenden beschrieben.

Die Menschen glauben nicht mehr, dass erneuerbare Energien billig sind, also tun die Aktivisten so, als hätten sie das nie behauptet

Jo Nova Blog, Jo Nova, 26 April 2024

Wir stehen am Anfang des großen Umschwungs. Die aktivistischen Experten stellen plötzlich fest, dass erneuerbare Energien nicht billig sind, und schlimmer noch, dass die Öffentlichkeit das inzwischen weiß. Ohne mit der Wimper zu zucken, gehen sie von der Behauptung, erneuerbare Energien seien billig, dazu über, zu sagen, dass es natürlich schwierig sein wird, jeder wüsste das und dass sie sich nicht zwanzig Jahre lang völlig geirrt und Billionen von Dollar verschwendet hätten.

Sie hoffen natürlich, die Vergangenheit auszulöschen, die Entschuldigung zu überspringen und die Öffentlichkeit direkt in die Akzeptanz zu treiben -und der Übergang natürlich mehr kosten wird.

Nehmen wir Peter Lewis von Essential Polling. Er schreibt abfällig in The Guardian: Hier ist die Wahrheit: Die Energiewende ist schwierig. Nicht jeder bekommt ein Pony

Die Klimakrise ist seit langem durch ihre Lügen gekennzeichnet: Von der Erbsünde der Wissenschaftsleugnung über Tony Abbotts erfundene Kohlenstoffsteuer-Panik bis hin zum neuesten Yellowcake-Strohmann. Aber die schädlichste Lüge von allen könnte sein, dass der Übergang zu erneuerbaren Energien einfach sein wird.

Haben Sie gesehen, was er da getan hat? Er beschuldigt und benennt die Konservativen und tut dann so, als wären sie diejenigen, die die Lüge verkaufen, dass der Übergang einfach sein würde. Es sind solche Artikel, die den Guardian zum Boulevard-Mülleimer der Geschichte machen. Die schädlichste Lüge ist wohl die, dass Wind- und Solarenergie billig wären, aber das war eine fortschrittliche Fantasie, und Herr Lewis war praktisch selbst im Verkaufsteam. Schade, dass er nicht die Ehrlichkeit hat, das zuzugeben.

Hier ist derselbe Peter Lewis, noch im Jahr 2017 – selbstgefällig, falsch und herablassend bis zum Schluss

Die Kosten für saubere Energie sinken rapide, und die intelligenten technologischen Lösungen, die dafür sorgen werden, dass sie funktionieren, bewähren sich. Der Kohleclub kann noch so sehr jammern, aber es ist zu spät, um das Haus der erneuerbaren Energien abzureißen.

Jetzt sagt der neu reformierte Peter Lewis, der Übergang sei „enorm störend“:

Beide Male beschönigt er die harte Wahrheit, dass ein grundlegender Wandel in der Art und Weise, wie Australien Energie produziert, verteilt und nutzt, enorme Umwälzungen mit sich bringt. Insbesondere in den Regionen, in denen neue Infrastrukturen zu Land und zu Wasser geplant sind.

Angesichts der kindisch herablassenden Haltung und der Unehrlichkeit von Peter Lewis müssen wir uns fragen, wie voreingenommen diese „Essential Polls“ sind.

Der Grund für seine Kehrtwende ist, dass die neuesten Umfragen zeigen, dass die meisten Menschen nicht mehr glauben, dass erneuerbare Energien billig sind – sein können:

Und wie der diese Woche erschienene Guardian Essential Report zeigt, ist einer der grundlegenden Bausteine, die dieses Narrativ stützen, instabil: Die Menschen glauben nicht, dass erneuerbare Energien billiger sind.

Wenn man sie bittet, die Energiequellen nach ihren Kosten zu ordnen, werden erneuerbare Energien als die teuersten eingestuft. Fossile Brennstoffe werden als billigere Lösung angesehen, während die Kernkraft von denjenigen bevorzugt wird, die den Übergang ohnehin nicht unterstützen.

Im Jahr 2015 waren 47 % der Wähler, also fast die Hälfte, der Meinung, dass erneuerbare Energien die billigste Stromquelle sind, aber dieser Anteil ist auf 34 % gesunken. Im Jahr 2015 hielten nur 20 % der Menschen fossile Brennstoffe für billiger. Jetzt sind es 33 %. Und 40 % sagen, dass erneuerbare Energien die teuersten von allen sind.

Joa Nova, renewables-more-expensive

Die Dinge ändern sich schnell – im Oktober letzten Jahres hielten 28 % der Australier fossile Brennstoffe für die teuerste Energiequelle, sechs Monate später sind es nur noch 24 %.

Machen Sie sich also darauf gefasst, dass sie zu hören bekommen: „Wir wussten schon immer, dass es teuer werden würde“. Das kommt schon noch. Sie werden den Satz „Erneuerbare Energien sind billig“ zum vergessen bringen wollen.

Jedoch, vergessen Sie das nie. Wir brauchen diese kriecherischen Entschuldigungen  und zwar mit Rücktrittsschreiben.

Jo Nova Blog

 

https://stopthesethings.com/2024/05/07/propaganda-flip-renewables-cult-claim-they-never-said-wind-solar-would-be-cheap/

Übersetzt durch Andreas Demmig




Was Ihnen die Medien über die Energiewende verschweigen – 10 einfache Graphiken

Robert Bryce

In den letzten Tagen habe ich das NewsBank-Archiv nach Verwendungen des Begriffs „Energiewende“ durchsucht. Eine der frühesten Verwendungen dieses heute allgegenwärtigen Begriffs fand 1981 im Christian Science Monitor statt. In einer Meldung aus Nairobi erklärte ein Reporter namens Richard Critchfield, dass sich in der kenianischen Hauptstadt „4000 Delegierte aus 154 Ländern“ zu einer zweiwöchigen Konferenz der Vereinten Nationen über neue und erneuerbare Energiequellen versammelten. „Ziel der Konferenz war es“, so Critchfield, „ein besseres Verständnis für die globale Energiewende zu fördern, weg vom Öl, hin zu neuen Energiequellen wie Erdwärme, Sonne, Wind, Meer und Wasserkraft oder Energie aus Biomasse, Brennholz, Holzkohle, Torf, Zugtieren, Ölschiefer und Teersand.“

Der Artikel erwähnt den Klimawandel mit keinem Wort. Stattdessen konzentriert er sich auf Kenias Abhängigkeit von Energieimporten, das geothermische Potenzial des Landes und die „klassische Armutsfalle der Dritten Welt, die aus steigenden Ölkosten und stagnierenden Exporterlösen besteht“.

Heute, 43 Jahre später, werden wir mit Nachrichten über den Klimawandel und der Behauptung überschwemmt, wir befänden uns mitten in einer Energiewende, die unseren Bedarf an Kohlenwasserstoffen überflüssig machen wird. Es gibt unzählige Beispiele, die dies belegen, aber betrachten Sie einmal die Pressemitteilung des Weißen Hauses zum Earth Day. In der Pressemitteilung vom 22. April kommt der Terminus „Klima“ 52 Mal vor, und dreimal wird die Energiewende erwähnt. So hieß es beispielsweise, Präsident Joe Biden habe eine neue „Clean Energy Supply Chain Collaborative“ ins Leben gerufen, um mit internationalen Partnern an der Vielfalt der Lieferketten zu arbeiten, die für eine saubere und sichere Energiewende entscheidend sind. Weiter heißt es, der Präsident mobilisiere „andere Regierungen, dem Beispiel der USA zu folgen und sich zu verpflichten, bis 2040 Netto-Null-Emissionen der Regierung zu erreichen“.

Bevor ich fortfahre, möchte ich mich zu meiner politischen Einstellung äußern. Ich bin kein Demokrat. Ich bin kein Republikaner. Ich bin angewidert. Ich habe mit keiner der beiden Parteien etwas zu tun. Als Journalist, der sich mit Energie und Energiesystemen beschäftigt, bin ich der Mathematik und der Physik verpflichtet. Meine Aufgabe ist es, die Trends und Zahlen zu beleuchten und den Hype von der Realität zu trennen. Leider ist ein Großteil der Medienberichterstattung über die Energiewende genau das: ein Hype. Wie ich in den folgenden Graphiken zeige, hat der Hype während der Regierung Biden stark zugenommen.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Letzten Monat verkündete die EPA Vorschriften zur „Verringerung der Verschmutzung durch mit fossilen Brennstoffen betriebene Kraftwerke“. In der entsprechenden Pressemitteilung der Behörde vom 25. April taucht das Wort „Übergang“ [transition] drei mal auf. Die EPA erklärte, sie wolle „Rechtssicherheit schaffen, da der Energiesektor langfristige Investitionen in den Übergang zu einer sauberen Energiewirtschaft tätigt“. Außerdem wird Jason Walsh von der BlueGreen Alliance mit den Worten zitiert, das EPA-Mandat biete einen „Werkzeugkasten kritischer Investitionen, die auf die Arbeitnehmer und Gemeinden ausgerichtet sind, welche die wirtschaftlichen Auswirkungen der Energiewende zu spüren bekommen.“

Bei diesen 10 Grafiken halte ich mich an das Gebot von W. Edwards Deming: „Auf Gott vertrauen wir, alle anderen müssen Daten bringen.“ Die Zahlen, die ich präsentiere, sind nicht meine Zahlen, sie sind die Zahlen. Hier folgt, was die Medien Ihnen nicht über die Energiewende erzählen wollen:

Graphik 1

Ich habe es schon einmal gesagt, aber ich werde es wiederholen: Das Konzept der Energiewende ist im Wesentlichen eine westliche Einbildung. Die USA und die westeuropäischen Länder geben Hunderte Milliarden Dollar für Programme wie den Inflation Reduction Act und die Energiewende aus, um den Ausbau von Solar- und Windenergie, von Batterien und tutti-fruity-farbenem Wasserstoff zu finanzieren, aber das bedeutet nicht, dass der Rest der Welt das Gleiche tun wird. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass China und Indien eine Energiewende vollziehen. Stattdessen zeigen die Zahlen, dass diese beiden Länder eine schwindelerregende Menge neuer Kohlekraftwerken bauen. Diese Kapazitäten sind weitaus größer als die der Kernkraftwerke, die sie bauen. Diese Graphik, die ich erstmals im Dezember letzten Jahres veröffentlicht habe, basiert auf aktualisierten Zahlen der International Energy Agency und des Global Energy Monitor.

Graphik 2

Am 30. April berichtete Reuters: „Indiens Kohleproduktion und -erzeugung brach im März Rekorde, da Bergleute und Stromerzeuger eine herkulische Anstrengung unternahmen, um eine Wiederholung der Brennstoffknappheit und Stromausfälle zu vermeiden, die das Land vor zwei Jahren heimsuchten. Nach Angaben des Kohleministeriums stieg die inländische Kohleproduktion im März 2024 auf eine noch nie dagewesene Menge von 117 Millionen Tonnen gegenüber 108 Millionen im März 2023 und 96 Millionen im März 2022“.

Die folgenden beiden Grafiken zeigen, dass die in den USA und anderen großen Volkswirtschaften erzielten Emissionssenkungen durch die Entwicklungen in Indien und China zunichte gemacht werden:

Graphik 3

Diese Graphik verwendet die gleichen Zahlen wie die vorhergehende Graphik, aber durch die horizontale Anordnung sind sie leichter zu verstehen. Sie unterstreicht auch die Herausforderung der Dekarbonisierung der indischen und chinesischen Volkswirtschaften.

Graphik 4

Ich habe diese Graphik schon einmal veröffentlicht. Aber ich verwende sie hier erneut, weil sie das schwindelerregende Wachstum der Kohlenwasserstoffe im Vergleich zum Wachstum der beiden politisch bevorzugten Energiequellen Wind und Sonne verdeutlicht.

Graphik 5

Wie bereits erwähnt könnten die neuen Vorschriften der EPA die Schließung aller verbleibenden Kohlekraftwerke in den USA bis Mitte der 2030er Jahre erzwingen. Die Vorschrift, der ein jahrelanger Rechtsstreit bevorsteht, bevor sie Gesetz werden könnte, behauptet, dass die USA gegen den Klimawandel vorgehen müssen. Die Vorschrift wird sich jedoch nicht auf China und Indien auswirken, die achtmal mehr Strom aus Kohle erzeugen als die USA.

Graphik 6

In den Entwicklungsländern werden mehr Kohlekraftwerke gebaut. Und diese neuen Anlagen werden zu mehr Emissionen führen. Am 1. März meldete die Internationale Energieagentur, dass die energiebedingten CO₂-Emissionen „im Jahre 2023 um 1,1 % steigen und mit 410 Millionen Tonnen einen neuen Rekordwert von 37,4 Milliarden Tonnen erreichen. Dem steht ein Anstieg von 490 Mio. t im Jahr 2022 (1,3 %) gegenüber. Mehr als 65 % des Anstiegs im Jahr 2023 entfielen auf Emissionen aus Kohle.“

Diese letzte Zeile ist entscheidend. Laut Global Energy Monitor bauen Bangladesch, China, Indonesien, Indien und Vietnam allesamt neue Kohlekraftwerke. Diese neue Kapazität von insgesamt fast 188 Gigawatt entspricht in etwa der Kapazität aller bestehenden Kohlekraftwerke in den USA (200 GW).

Darüber hinaus haben China und Indien laut Global Energy Monitor seit 2019 etwa 216 GW an Kohlekapazität hinzugefügt. Eine weitere Zahl ist hier von Bedeutung: Diese fünf Länder haben zusammen eine Bevölkerung von 3,4 Milliarden Menschen, was etwa 42 % aller Menschen auf der Erde entspricht. Ihr Stromverbrauch ist ein Bruchteil der 12.000 Kilowattstunden pro Kopf und Jahr, die wir hier in den USA verbrauchen. In Bangladesch und Indonesien beispielsweise ist der Stromverbrauch mickrig: weniger als 500 bzw. 1.200 kWh pro Kopf und Jahr.

Graphik 7

Diese Graphik habe ich letzten Monat in „Natty Nation“ veröffentlicht. Ich verwende sie hier noch einmal, weil sie das Thema veranschaulicht, um das es geht. Ja, China, Indien und andere Länder verbrennen mehr Kohle. Die Vereinigten Staaten reduzieren ihren Kohleverbrauch. Doch trotz massiver staatlicher Subventionen und zahlreicher Vorschriften auf lokaler und bundesstaatlicher Ebene halten Wind- und Solarenergie nicht mit dem Wachstum von Erdgas Schritt.

Graphik 8

Die zunehmende Verwendung des Begriffs „Energiewende“ lässt sich leicht durch eine Suche in den Archiven der New York Times feststellen. Zwischen 2019 und 2023 hat sich die Verwendung dieses Begriffs verzehnfacht.

Graphik 9

Die gleiche 10-fache Steigerung ist in der Zeitungsdatenbank von NewsBank zu verzeichnen, die den gesamten Text von über 10.000 Zeitungen enthält:

Graphik 10

Der vielleicht einfachste Weg, den Anstieg der Vermarktung der „Energiewende“ zu beobachten, ist ein Blick auf die Häufigkeit, mit der der Begriff während der Amtszeiten von Barack Obama und Joe Biden verwendet wurde. Beide sind natürlich Demokraten, und beide haben sich auf das Thema Klima konzentriert. Nach Angaben des Nationalarchivs ist Obama „der Ansicht, dass keine andere Herausforderung eine größere Bedrohung für unsere Kinder, unseren Planeten und künftige Generationen darstellt als der Klimawandel – und dass kein anderes Land auf der Erde besser geeignet ist, die Welt zu einer Lösung zu führen.“ Wie in der folgenden Grafik zu sehen ist, wurde die Energiewende in der Obama-Ära jedoch weit weniger erwähnt als unter Biden. Während Bidens Präsidentschaft wurde der Begriff sogar mehr als 75.000 Mal erwähnt. Somit haben die Medien den Begriff „Energiewende“ in Bidens dreieinhalb Jahren im Weißen Haus 36 Mal häufiger verwendet als in den acht Jahren der Präsidentschaft Obamas.

Wir können uns dies als den „Woozle-Effekt“ vorstellen, benannt nach einer Geschichte von A.A. Milne aus Winnie The Pooh. Der Woozle-Effekt ist auch bekannt als „Beweis durch Zitierung“, der auftritt, wenn eine Quelle „für eine Behauptung, die sie nicht angemessen unterstützt, häufig zitiert wird, was der Behauptung unverdiente Glaubwürdigkeit verleiht“.

Schlussfolgerung

Die Pointe liegt auf der Hand: Wir befinden uns nicht inmitten einer großen Energiewende. Was wir stattdessen erleben, ist die Echokammer der Medien. Die Medien verleihen der Idee der Energiewende unverdientermaßen Glaubwürdigkeit, obwohl es tonnenweise Beweise dafür gibt, dass eine solche Wende nicht stattfindet, insbesondere in Entwicklungsländern wie Bangladesch, China, Indien, Indonesien und Vietnam. Die zunehmende Verwendung des Begriffs durch die Regierung Biden – und ihre zahlreichen Verbündeten in den großen Medien – zeigt, dass wir mit einer PR-Kampagne bombardiert werden, welche die Öffentlichkeit und die politischen Entscheidungsträger davon überzeugen soll, dass es eine Energiewende gibt und dass wir dafür Unsummen ausgeben sollten.

Vor einem Jahrzehnt schrieb der Energieanalytiker und Universalgelehrte Vaclav Smil: „Die Hoffnung auf einen schnellen und umfassenden Übergang zu erneuerbaren Energien beruht größtenteils auf Wunschdenken und einem Missverständnis der jüngsten Geschichte“. Er erklärte, dass „jede neue Energiequelle zwei bis drei Generationen benötigt, um einen großen Marktanteil zu erobern: 50 bis 75 Jahre“. Er schloss mit den Worten: „Energieumstellungen auf nationaler oder globaler Ebene sind von Natur aus langwierig.“ Diese Aussage war 2014 wahr. Und sie wird auch in den kommenden Jahrzehnten wahr sein. Erwarten Sie nur nicht, dass Sie darüber in den großen Medien lesen werden.

Link: https://wattsupwiththat.com/2024/05/08/what-the-media-wont-tell-you-about-the-energy-transition/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Elektrofahrzeuge: Die Abrechnung beginnt

Roger Caiazza

Irina Slav wird bei Energie Substack beschrieben als „Alles Energie. Wir stellen die vorherrschende Meinung in Frage, denn Fakten sind wichtig“. Ihr neuester Artikel „Post Ridiculous“ beschreibt den möglichen letzten Strohhalm für die Einführung von Elektrofahrzeugen.

Slav leitet ihren Beitrag mit einem außergewöhnlichen Zitat ein, in dem sie zugibt, dass nicht alles stimmig ist bzgl. EVs:

„Wir können EVs nicht gegen die Nachfrage auf den Markt bringen“. So äußerte sich der Europa-Chef von Ford diese Woche zu den Plänen des Unternehmens, die Auslieferungen von ICE-Fahrzeugen von UK auf den Kontinent zu verlagern. Und warum? Weil UK Verkaufsziele für Elektroautos hat, und wenn die Autohersteller ihr Geschäft nicht an diesen Zielen ausrichten, drohen ihnen erhebliche Strafen.

‚Wir werden keine E-Fahrzeuge mit großen Verlusten verkaufen, nur um die Auflagen zu erfüllen. Die einzige Alternative besteht darin, unsere Lieferungen von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor nach UK zu reduzieren und diese Fahrzeuge woanders zu verkaufen‘, sagte der tapfere Martin Sander auf der FT-Konferenz Future of the Car in London. – Link

Die Klimabranche erzählt natürlich etwas anderes. Trotz dieses kleinen Teils der Realität wurde in Großbritannien berichtet, dass „die Verkäufe von Elektrofahrzeugen in diesem Jahr einen Rekordstart hingelegt haben, das jüngste Zeichen dafür, dass die britischen Verbraucher ihre Präferenzen auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel verlagern.“

Zurück in der realen Welt schreibt Slav, dass „Javier Blas von Bloomberg im Januar eine Kolumne veröffentlicht hat, in der er bei Regierungen Alarm schlägt, die bereit sind, auf ihn zu hören.“ Slav hat einen früheren Artikel veröffentlicht, der sich mit demselben Problem befasst: „Was werden die Regierungen tun, um die Einnahmen aus der Kraftstoffsteuer zu ersetzen, wenn ihre EV-Pläne aufgehen?“

Sie beschreibt die Kolumne von Blas so:

Blas erläuterte ausführlich, warum die Regierungen über eine Steuer nachdenken müssen, die ihre entgangenen Einnahmen aus der Erhebung der Kraftstoffsteuer ersetzt, denn es gibt keine Zeit zu verlieren – die E-Fahrzeuge kommen, und sie zahlen keine Steuern, während sie eine wachsende Zahl von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren verdrängen, die Steuern verursachen.

Im Gegensatz zu mir war Blas auch gewohnt hilfsbereit. Er bot realistische Optionen an, wie z.B. Straßenbenutzungsgebühren auf der Grundlage der jährlich zurückgelegten Kilometer oder GPS-Tracking, was aus offensichtlichen Gründen die schlechtere Option war. Beide Optionen haben zwar gewisse Mängel, insbesondere einen regressiven Charakter, sind aber besser als andere Alternativen wie Gebühren für den Autobesitz oder zusätzliche Einkommenssteuern. Link

Das sind zwar realistische Optionen, aber meiner Meinung nach ist das ein weiterer Grund, ein Elektroauto zu vermeiden. Slav erklärt weiter, dass die Regierungen das Problem erkannt haben und damit begonnen haben, E-Fahrer zu besteuern. Sie schreibt:

„Es ist eher eine Strafe“, sagte Jeff Shoffner, ein EV-Besitzer aus Tennessee, gegenüber der FT in einem Artikel von dieser Woche. „Ich bin nicht abgeneigt, die zusätzliche Gebühr zu zahlen, aber ich denke, sie ist zu hoch“.

Anlass für die Kommentare war die Entscheidung Tennessees, die staatliche Zulassungsgebühr für E-Auto-Besitzer von 100 Dollar auf 200 Dollar zu verdoppeln. Eine ziemliche Erhöhung, könnte man sagen. Sie werden sich fragen, was eine solch radikale Erhöhung notwendig gemacht hat. Nun, es ist die gleiche Erkenntnis, dass E-Fahrzeuge zu Geldfressern geworden sind und nichts zurückgeben – außer der Abwesenheit von Auspuffgasen. Und das ist nicht gut genug für eine sparsame Regierung. Link

Es hat sich herausgestellt, dass die meisten Staaten die Zulassungsgebühren erhöhen, um dieses Problem anzugehen. Slav dokumentiert ähnliche Maßnahmen in UK, Neuseeland und Deutschland. Sie weist darauf hin, dass der Verkauf von E-Fahrzeugen einbricht, wenn die unvermeidliche Umstellung von Anreizen auf Steuern erfolgt:

Falls Ihnen das bekannt vorkommt, liegt das daran, dass Deutschland ebenfalls ein Förderprogramm für Elektroautos gestrichen hat, weil ihm das Geld ausgegangen ist. Nach dieser Entscheidung brach der Absatz von Elektroautos in Deutschland ein, und das ist keine Übertreibung. Die Verkäufe von Elektroautos fielen im Januar 2024 um 55%, Tendenz weiter sinkend.Link

Es gibt ein Positivum. Die Tugendhaftigkeit signalisierenden ersten Nutzer von Elektroautos werden aufgefordert werden, den Rückstand aufzuholen. Slav schreibt:

Ich überlasse Ihnen die herzlichen Worte eines Opfers der Offensive der Regierungen gegen die EV- Nutzer. Ich hätte es gerne umschrieben, aber mir kamen die Tränen und meine Hände zitterten, daher hier ein Zitat aus der FT [Financial Times]:

„’Es ist entmutigend. Wir waren froh, bei den Anreizen und den Adoptionsraten an der Spitze zu stehen. . . Diese spezielle Sache mit den Zulassungsgebühren scheint dem zu widersprechen‘, sagte Patrick McDevitt, ein Tesla-Fahrer in New Jersey.“

Ich gebe zu, dass der obige Ausbruch von Sarkasmus zu grob ist, selbst für mich. Aber sehen Sie, wir haben ihnen gesagt, dass das passieren würde. Wir haben es ihnen wiederholt gesagt. Sie haben nicht zugehört. Also werden sie jetzt dem Club der steuerzahlenden Autofahrer beitreten. Das Leben ist grausam. – Link

Schlussfolgerung

Dies ist ein grundlegendes Problem für Elektrofahrzeuge. Die einzige Möglichkeit, die Menschen zum Kauf von Elektrofahrzeugen zu bewegen, besteht darin, sie zu subventionieren, aber diese Subventionierung führt zu Steuerausfällen an anderer Stelle. Slaw folgert:

Zum x-ten Mal also versuchen unsere lieben westlichen Regierungen, ihre Übergangs-Suppe auszulöffeln, ohne auch nur ein einziges Gramm an Gewicht zuzulegen. Sie wollten Autos mit Verbrennungsmotor abschaffen, vergaßen aber, dass diese Autos Milliarden an Steuereinnahmen einbringen. Sie wollten ein vollständig elektrifiziertes Verkehrssystem, vergaßen aber, dass dies nur dann Geld einbringen würde, wenn man es teurer macht. Sie wollten eine Revolution, vergaßen aber die Regel Nr. 1 für Revolutionen: Die erfolgreichen Revolutionen beginnen nie von oben. Sie beginnen von unten. – Link

Meiner Meinung nach trifft das auf so gut wie alle Initiativen für eine Netto-Null-Energiewende zu.

Roger Caiazza blogs on New York energy and environmental issues at Pragmatic Environmentalist of New York. This represents his opinion and not the opinion of any of his previous employers or any other company with which he has been associated.

Link: https://wattsupwiththat.com/2024/05/08/post-ridiculous-evs/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE