Warum ist die Ex-DDR so trocken?

Von Uta Böttcher. 

Es gibt vier Gründe, warum der Boden der ehemaligen DDR so trocken ist. Drei von vier sind menschengemacht. Einer ist klimabedingt, aber nicht menschengemacht. Drei sind menschengemacht, aber nicht klimabedingt. Und der CO2-Gehalt der Luft ist es nicht.

Deutschland erlebte von Juli 2023 bis Juni 2024 die nassesten zwölf Monate seit Messbeginn im Jahre 1881. Dennoch weisen die Böden in den neuen Bundesländern ein Niederschlagsdefizit auf. Dieses trockene Gebiet zeichnet beinahe exakt die Grenze zur ehemaligen DDR nach. Warum ist das so? Dafür gibt es vier Gründe. Einer ist klimabedingt, aber nicht menschengemacht. Drei sind menschengemacht, aber nicht klimabedingt. Und der CO2-Gehalt der Luft ist es nicht.

Deutschland bekam im vergangenen Jahr mehr Regen ab als üblich. Vergleicht man den langjährigen Mittelwert von 1991 bis 2020, war die Niederschlagsmenge im Westen Deutschlands um bis zu 800 Liter pro Quadratmeter höher als erwartet, und das Niederschlagsdefizit der trockenen Jahre 2018 und 2019 wurde verringert. In den neuen Bundesländern sieht das völlig anders aus: Je weiter man nach Osten schaut, umso weniger Regen ist gefallen – in der Uckermark und im Erzgebirge nur so viel, wie der Mittelwert erwarten lässt, also kein Überschuss. Dort gab es auch im Juni 2024 noch Gebiete mit extremer Bodendürre.

Ein Grund dafür ist klimabedingt und wird verursacht durch den Übergang von westeuropäischem Maritimklima zu osteuropäischem Kontinentalklima. Von Westdeutschland aus wird das Klima Richtung Osten zunehmend kontinental, weil Meeresoberflächen wie der Atlantik eine temperaturausgleichende Wirkung haben, denn sie sind im Winter deutlich wärmer und im Sommer kühler als die Festlandoberflächen. Und weil der Wind in Deutschland vorwiegend von West nach Ost weht (Westwindzirkulation, Luftzirkulation in der Rotationsrichtung der Erde), wird der atlantische Einfluss von West nach Ost immer schwächer. So kommt es also zu diesem allmählichen Übergang von einem maritimen zu einem kontinentalen Klima und einer von West nach Ost abnehmenden Luftfeuchtigkeit.

Drastisch durchgeführte Flurbereinigung

Im Kontinentalklima wird die Landmasse im Sommer schneller aufgeheizt und kühlt im Winter schneller ab, es kommt zu kalten Wintern und warmen Sommern mit einer insgesamt geringen Jahresniederschlagsmenge. Genau das ist in den neuen Bundesländern der Fall, gut dokumentiert in der Karte des mittleren Niederschlags in den Sommerhalbjahren 1961 bis 1990. Durch diese natürlichen Klimabedingungen in unseren Breiten sind die Böden im Osten, in den neuen Bundesländern, also anfällig für Trockenheit und Dürre.

Vom Menschen verursacht ist die in DDR-Zeiten drastisch durchgeführte Flurbereinigung. Diese ist in den neuen Bundesländern nach wie vor deutlich sichtbar: Es herrschen großflächige baum- und strauchlose Agrarsteppen vor. Auch die Zahl der Kleingewässer wurde durch die Zusammenlegung großer Ackerflächen erheblich reduziert. Dies führt zu einer verstärkten Austrocknung der Böden und begünstigt die Bodenerosion durch Wasser und Wind. Bestrebungen, diese landschaftlichen Eingriffe aus den Zeiten der sozialistischen Planwirtschaft nach und nach wieder rückgängig zu machen, sind freilich nicht sichtbar.

Im Gegenteil – gerade hier werden zunehmend großflächige Windparks ‚gepflanzt‘. Und schon sind wir beim zweiten vom Menschen verursachten Grund für die größere Bodentrockenheit im ehemaligen DDR-Gebiet.

Einigen Wind gemacht hat eine Studie zu den klimatischen Folgen von großflächigen Windkraftwerken in den USA aus dem Jahr 2018. Die Studie lässt zwar keinen Zweifel am insgesamt positiven Einfluss von Solarparks und Windparks auf das Weltklima – dieser darf offensichtlich von vorherein nicht in Zweifel gezogen werden. Aber es zeigte sich doch, dass große Windparks dort, wo sie stehen – also im lokalen Kleinklima – die Temperaturen erhöhen, besonders in den Nachtstunden. Dieser Effekt wurde in 28 Windfarmen in den USA beobachtet. Durch diesen windkraftgemachten Temperaturanstieg könnte es bis zu 100 Jahre lang dauern, bis sich ein großer Windpark positiv auf die menschengemachte Klimaerwärmung auswirken würde.

Mehr Bodentrockenheit

Es gibt also inzwischen wissenschaftliche Veröffentlichungen zum Einfluss von Windkraftanlagen auf das lokale Klima, die nachweisen: Je mehr dieser Anlagen an einem Ort installiert werden, umso größer wird die durch sie verursachte lokale Erwärmung der Luft. So könnte die Erzeugung des Strombedarfs der USA nur durch Windenergie die Oberflächentemperatur dort um 0,24 Grad Celsius erwärmen.

Und große Windkraftanlagen können auch zu mehr Bodentrockenheit führen. Durch die großen Windparks in Mecklenburg-Vorpommern wird die feuchte Luftströmung, die aus dem Nordatlantik über das Meer nach Deutschland kommt, gebremst. Das könnte die Böden dort noch trockener machen. An der Westküste Englands wurden bis zu elf Prozent weniger Niederschlag gemessen, nachdem große Offshore-Windparks ihre Arbeit aufgenommen hatten. Dennoch: Zu den lokalen Auswirkungen großer Windkraftanlagen auf die Niederschlagsmenge und Bodenbeschaffenheit finden sich kaum wissenschaftliche Untersuchungen – was die Regierung nicht daran hindert, immer mehr Windräder aufstellen zu lassen. Fachkundige Ansätze in dieser Richtung werden von der populärwissenschaftlichen Presse umgehend ausgebremst.

Manche Wissenschaftler möchten keinesfalls in den Verdacht geraten, dass sie Forschung betreiben, um Argumente zu finden, die gegen Windkraft und somit gegen die planwirtschaftliche Energiewende sprechen. Und so können sie dann gar nicht schnell genug Pressemitteilungen herausbringen, in denen sie ihre eigenen Forschungsergebnisse wieder relativieren. Es werden Unsummen an Forschungsgeldern investiert, um herauszufinden, wie sich das Klima abhängig von der CO2-Konzentration verändert. Aber wer auch nur vorsichtig anregt, ERST die Auswirkungen von großen Windparks auf das lokale Klima zu untersuchen, BEVOR weitere riesige Anlagen gebaut werden, riskiert seine berufliche Karriere. Dieses derzeit vorherrschende unwissenschaftliche Vorgehen, sobald es um Klimaforschung geht, werde ich zu einem späteren Zeitpunkt in einem ausführlichen Artikel näher betrachten.

„Gorbatschow-Effekt“

Die dritte menschengemachte Ursache für die Trockenheit der Böden in den neuen Bundesländern ist der sogenannte Gorbatschow-Effekt: Nach dem Ende des kalten Krieges im Jahr 1989 stiegen die Temperaturen in Mitteleuropa messbar an.

Die Ursache dafür war, dass ab 1990 wesentlich weniger Industrieabgase aus dem „Schwarzen Dreieck“, der Grenzregion zwischen Deutschland, Polen und der Tschechoslowakei, in den Himmel stiegen. Davor gelangten erhebliche Mengen an kohlenstoffhaltigen Ruß- oder Ascheteilchen sowie Schwefeldioxid und Stickoxide in die Atmosphäre. Aus diesen entstehen durch chemische Prozesse in der Luft Aerosole, feinste, in der Luft schwebende feste oder flüssige Teilchen, die als Kondensationskeime für Wasserdampf dienen. Sie fördern also die Bildung von Wassertröpfchen in den Wolken, die dadurch mehr Sonnenlicht zurück in den Weltraum streuen. Die Aerosole, die aus dunklen Ruß- oder Aschepartikeln bestehen, nehmen hingegen die Sonnenstrahlung in sich auf. Insgesamt kam also durch die Industrieabgase in der Luft weniger der durch Sonneneinstrahlung erzeugten Wärme am Boden an – am Erdboden blieb es durch die Industrieabgase also kühler.

Die Menge dieser Abgase fiel zwischen 1988 und 1998 fast auf die Hälfte. Dadurch ließen die Wolken mehr Strahlung zum Erdboden durch, und deshalb wurde es nach der Wende wärmer. Mithilfe von Langzeit-Messreihen mehrerer amerikanischer Satelliten, einerseits aus den Jahren 1985 bis 1989 und andererseits aus den Jahren 1996 bis 1999, konnte dieser „Gorbatschow-Effekt“ nachgewiesen werden: Durch die drastische Reduzierung der Abgase wird die Erdoberfläche von der Sonne stärker erwärmt.

Genau dieser Effekt könnte sich möglicherweise derzeit weltweit zeigen: Die Luftreinhaltung, wie beispielsweise die Begrenzung des Schwefelgehalts im Diesel der Ozeandampfer, verursacht einen Rückgang der wolkenbildenden Aerosole. Und dadurch könnte, wie oben beschrieben, mehr Sonnenstrahlung auf der Erdoberfläche ankommen, was dann einen globalen Temperaturanstieg verursachen würde.

 

Uta Böttcher ist Diplom-Geologin, mit dem Fachbereich angewandte Geologie, speziell Hydrogeologie

Der Beitrag erschien zuerst bei ACHGUT hier

 




Zum kommenden Winter: Vorhersagen vs. Raten

Dipl.-Met. Christian Freuer

Es ist wieder Orakel-Zeit. In jedem gängigen Internet-Portal finden sich derzeit wieder Sprüche bzgl. des kommenden Winters. Diese haben allesamt eines gemeinsam: es wird immer ein „Extremwinter“ prophezeit. Entweder wird er extrem mild oder extrem kalt. Mir begegnen immer wieder beide Vorzeichen – und immer sind sich die jeweiligen „Experten“ „sicher“! Noch nie jedoch ist mir eine Prognose eines normal verlaufenden Winters vor Augen gekommen, ein solcher also mit wechselnden milden und kalten Phasen, wobei unsicher ist, ob die milderen oder die kälteren Phasen überwiegen.

Bevor es weitergeht, sollen hier drei Begriffe getrennt werden, die nur allzu oft durcheinander geworfen werden, nämlich Wetter, Witterung und Klima.

Wetter: Dieser Begriff beschreibt den täglichen und stündlichen Verlauf. Wetter kann sich von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde oder sogar von Minute zu Minute ändern. Beispiel: Die Unwetterkatastrophe in Valencia, Spanien.

Witterung: Hiermit wird der Wetterverlauf einer bestimmten Zeitspanne beschrieben, sofern dieser immer den gleichen Charakter aufweist. Beispiel hierfür: Die seit Wochen andauernde Hochdrucklage in Mitteleuropa mit den entsprechenden Erscheinungen in der Grundschicht.

Was sind „Erscheinungen in der Grundschicht“? Nun, das ist die bei diesen Lagen übliche Verteilung von Nebel und Sonne. Vielerorts ist es an einem Tag neblig-trüb, während am nächsten Tag von einem tiefblauen Himmel die Sonne strahlt – nur um am nächsten Tag wieder dem Dauergrau Platz zu machen. Dieser Wechsel ist natürlich Wetter. Der Charakter ist jedoch seit Wochen immer der gleiche.

Nebenbemerkung: Für den Begriff Witterung gibt es im Englischen kein Pendant.

Klima: Beschreibt langfristige Erscheinungen über Jahrhunderte und Jahrtausende. Die WMO hat dafür zwar einen Zeitraum von 30 Jahren festgelegt, aber das ist natürlich blanker Unsinn. Die zehnfache Dauer kommt diesem Begriff schon etwas näher. Beispiele hierfür: Römische und Mittelalterliche Warmzeit (Klima-OPTIMUM), unterbrochen jeweils von Kaltzeiten.

Dieser Begriff spielt aber in diesem Beitrag keine Rolle, wenngleich er sich womöglich wie ein roter Faden durch den gesamten Beitrag zieht.

Alle drei Begriffe haben aber eines gemeinsam: Sie ändern sich ständigseit Jahrtausenden und Jahrmillionen, wenngleich auch in unterschiedlichen Zeitmaßstäben. Schon dieser Umstand allein wird von der Politik und den MSM seit Jahrzehnten beharrlich geleugnet.

Aber zurück zum eigentlichen Thema, nämlich dem Vorhersagen, Prognostizieren, Prophezeien oder Erraten kommenden Wetters oder kommender Witterung. Bleiben wir im Folgenden mal bei dem Begriff „vorhersagen“. Die beiden Verfahren sind: Numerische Simulation und statistische Auswertungen.

Die numerische Simulation: Zum Wesen dieses Verfahrens gibt es viele einschlägige Informationen im Internet. Hier sollen deren Grenzen aufgezeigt werden.

Dazu betrachte man zunächst die folgenden vier Graphiken:

Abbildung 1: Numerische Simulationen des GFS-Modells vom 4. November 2024, links oben für 24 Stunden (ein Tag; Quelle), rechts oben für 168 Stunden (eine Woche; Quelle), unten links für 240 Stunden (10 Tage; Quelle) und unten rechts für 384 Stunden (16 Tage; Quelle).

Nebenbemerkung: Als ich die Graphik rechts unten meiner 11-jährigen Enkelin zeigte, war ihr erster spontaner Kommentar: „Aber Opa, das kann ich doch auch!“)

Fazit: Für einen Tag im Voraus lässt sich Wetter in seinen Einzelheiten heutzutage recht gut vorhersagen oder besser simulieren. Diese numerischen Modellrechnungen werden ständig verbessert, aber ob sie jemals 100% auch nur für den nächsten Tag erreichen…?

Für eine Woche im Voraus sieht es schon nicht mehr so gut aus – aber immerhin, einen gewissen Charakter kann man noch erkennen. Oder in unserem Fall: Auch nach einer Woche soll sich an der bestehenden Hochdruck-Witterung (noch) nichts ändern.

Für zehn Tage im Voraus und auch für 16 Tage im Voraus dagegen kann man wirklich nur noch raten.

Jeder, der behauptet, dass man mit numerischen Simulationen ganze Jahreszeiten vorhersagen kann, ist damit automatisch als Ober-Scharlatan entlarvt!

Nun ja, Politik und MSM machen uns ja weis, immer mit Bestätigung durch selbst ernannte „Experten“, solche Vorhersagen für 80 oder 100 JAHRE im Voraus machen zu können…

Die Grenzen der Numerik sind also recht einfach aufzuzeigen. Wie sieht es nun mit dem anderen Verfahren aus?

Statistische Auswertungen: Bei diesen versucht man, aufgrund des Witterungsverlaufs über einige Wochen oder Monate (oder auch eine Jahreszeit) auf die mögliche Witterung der folgenden Wochen (meist aber der folgenden Jahreszeit) zu schließen. Als Beispiel veranschaulicht: Man schaut sich den Verlauf im Sommer und Herbst eines Jahres an, sucht dann nach ähnlichen Verläufen in anderen Jahren und ergründet dann, wie der Verlauf danach weiterging.

Da tun sich natürlich Unmengen an Möglichkeiten auf, will sagen, jeder kann sich selbst willkürlich zusammenstellen, welche Kombination an Verläufen er untersuchen will. Dennoch, ein paar dieser Zusammenstellungen können recht vielversprechend in dieser Hinsicht sein. Auch hier ein Beispiel (nach dem Pionier dieser Art der Vorhersage Prof. Dr. Franz Baur): Ein trockener und mehr als 2 K zu warmer Oktober in Mitteleuropa hat im vorigen Jahrhundert in 10 von 10 Fällen einen kalten Januar zur Folge.

Ob dieser Umstand eine kausale Ursache hat oder einfach nur eine Koinzidenz ist, lässt sich so ohne Weiteres jedoch nicht feststellen. So lange diese Frage nicht geklärt ist, kann man aus dem Eintreten dieser Abfolge zu 100% im vorigen Jahrhundert nicht darauf schließen, dass es in jedem Falle auch beim statistisch 11. mal so abläuft. Man kann höchstens von einer hohen statistischen Wahrscheinlichkeit sprechen, dass es wieder so kommt. Diese Wahrscheinlichkeit wird aber niemals 100% erreichen!

Aber dieses Verfahren ist zumindest eine Möglichkeit, über das bloße Raten hinaus Aussagen für eine Folgejahreszeit zu erhalten – mit einer gewissen statistischen Wahrscheinlichkeit.

Es gibt hier beim EIKE mehrere Autoren, die es mit genau diesem Verfahren versucht haben – mit gemischten Ergebnissen. Kämpfe (2023) sowie Kowatsch & Baritz (2024) sind hier zu nennen. Aber auch auswärts wird das versucht – immer wieder übersetze ich diesbezüglich Beiträge von Cap Allon, die er in seinen Bulletins immer wieder anspricht. Aber auch im Internet gibt es im deutschsprachigen Bereich mehrere Websites mit derartigen Prognosen.

Die große Besonderheit in diesem Jahr

Für eine solche statistische Bewertung ist es natürlich unabdingbar, dass immer die absolut gleichen Voraussetzungen vorliegen. Will sagen, man muss also immer die gleichen Parameter heranziehen. Sollte also ein Parameter, eine grundlegende Änderung hinzukommen, der über allem schwebt, kann man sämtliche statistischen Auswertungen vergessen.

Ein solcher Parameter ist jetzt aber offenbar tatsächlich hinzugekommen!

Gemeint ist der (so abgedroschen dieser Terminus ist, hat er hier wohl doch eine gewisse Berechtigung) beispiellose Eintrag von Wasserdampf in die Stratosphäre durch den Hunga-Tonga-Vulkanausbruch. Die eindrucksvollste Graphik hierzu habe ich auch auf dem Blog von Cap Allon gefunden:

Zwei Dinge: Erstens: Meines Wissens ist ein solcher Vorgang in der jüngeren Geschichte tatsächlich noch nie vorgekommen. Zweitens: Es ist statistisch recht unwahrscheinlich, dass dieses Phänomen völlig spurlos an den Abläufen von Wetter und Witterung vorbeigeht. Oder genauer: Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Zirkulation der (winterlichen) Stratosphäre dadurch völlig unberührt bleibt. Natürlich weiß bis dato niemand, welche Spuren das sein könnten, aber: Das Vorhandensein des Phänomens selbst macht sämtliche statistischen Auswertungen derzeit zu Makulatur!

Dies gilt auch für Bauernregeln, auf die manche so große Stücke halten. Ein so wesentlicher Punkt ist also in keiner wie auch immer gearteten Zusammenstellung von Parametern einer Statistik vorhanden.

Für den kommenden Winter gilt also: Nichts Genaues weiß man nicht!

(Manuskript-Eingang 5. November 2024)




Hmm? Das historische Archiv des Internets wird in diesen kritischen Wochen außer Gefecht gesetzt

Von Jo Nova

Vier Wochen vor der größten Wahl der Geschichte wurde die Wayback Machine bei einem großen DDOS-Angriff gehackt. Die Site wurde teilweise wiederhergestellt, funktioniert aber im Moment nur im Lesemodus. Es ist nicht möglich, das Archiv aufzufordern, eine Seite zu speichern. Durch einen seltsamen Zufall wurde das Caching von Google Anfang des Jahres eingestellt und im September offiziell beendet. Es gibt also im Moment plötzlich keine anerkannte Quelle allgemein geteilter Wahrheit über die Geschichte des Internets. Offiziell werden sie angeblich eines Tages wieder in Aktion treten und theoretisch kopieren sie dieselben Seiten wie normalerweise, sie können sie nur noch nicht aktualisieren oder neue Seiten archivieren …

Stellen Sie sich vor, wie praktisch das wäre, wenn jemand nach der Wahl lügen, betrügen oder seine Geschichte ändern wollte?

Also bitte, alle, „behalten Sie eine Kopie“ und sagen Sie Ihren Freunden, dass sie auch Kopien behalten sollen. Machen Sie Screenshots. Speichern Sie die Seite. Laden Sie die YouTube-Videos herunter und speichern Sie sie. Man weiß nie, wann ein Wahlversprechen, ein Auszählungsergebnis, eine Vorhersage oder ein Fauxpas in einem Gedächtnisloch verschwinden könnte.

Ist das bloß ein Zufall oder war hier der Deep State am Werk? Wie Jeffrey Tucker sagt, ist das Timing perfekt, aber wir wissen es einfach nicht.

Das Löschen des Verlaufs hilft Leuten, die betrügen wollen:

 

Sie durchforsten gerade das Internet

Von Jeffrey Tucker, Brownstone Institute

Es ist kaum zu glauben, aber der Dienst Archive.org, den es seit 1994 gibt, hat aufgehört, Bilder von Inhalten auf allen Plattformen aufzunehmen. Zum ersten Mal seit 30 Jahren ist eine lange Zeitspanne vergangen – nämlich seit dem 8. bis 10. Oktober –, seit dieser Dienst das Leben im Internet in Echtzeit aufgezeichnet hat.

Zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Artikels haben wir keine Möglichkeit, Inhalte zu überprüfen, die in den drei Oktoberwochen im Vorfeld der umstrittensten und folgenreichsten Wahl unserer Zeit gepostet wurden.

Entscheidend ist, dass es hier nicht um Parteilichkeit oder ideologische Diskriminierung geht. Keine Website im Internet wird so archiviert, dass sie den Benutzern zur Verfügung steht. Tatsächlich ist der gesamte Speicher unseres wichtigsten Informationssystems im Moment nur ein großes schwarzes Loch.

Das bedeutet Folgendes: Jede Website kann heute alles posten und es morgen wieder entfernen, ohne dass etwas davon protokolliert wird, es sei denn, ein Benutzer macht zufällig irgendwo einen Screenshot. Und selbst dann gibt es keine Möglichkeit, die Echtheit zu überprüfen. Der Standardansatz, um herauszufinden, wer was wann gesagt hat, ist damit hinfällig. Das heißt, das gesamte Internet wird bereits in Echtzeit zensiert, sodass in diesen entscheidenden Wochen, in denen große Teile der Öffentlichkeit mit Fälschungen rechnen, jeder in der Informationsbranche mit allem davonkommen kann, ohne erwischt zu werden.

Ohne die Wayback Machine hätte Chris Gillham nicht zeigen können, wie die zweite Runde der Anpassungen in unserer nationalen Klimadatenbank noch mehr historische Hitzetage auslöschte. (Siehe die Änderungen in der Grafik unten) [wechselnde GIF Datei].

Umfassende Veränderungen an rekordverdächtig heißen Tagen? Das Bureau of Meteorology hat die Rohdaten angepasst, um ACORN 1 zu erstellen, und diese weiter angepasst, um ACORN 2 zu erstellen!

Ohne die Wayback Machine hätten wir möglicherweise keine Kopie des Dokuments der Regierung von Victoria, in dem sie sich für die Offshore-Windenergie einsetzt und in dem versehentlich zugegeben wird, dass alle benötigten Wind- und Solaranlagen an Land bis zu 70 % der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche des Staates benötigen würden .

Ohne die Wayback Machine hätten wir keinen Link zum ursprünglichen Regierungsbericht, in dem die größten Vorhersagen der Klimamodelle und die Ergebnisse aufgelistet waren, die zeigten, dass sie ein kompletter Fehlschlag waren. Der fehlende Hotspot ist wahrscheinlich das wichtigste Feedback innerhalb der Klimamodelle. Alle Modelle sagten voraus, dass die schnellste Erwärmung 10 km über den Tropen stattfinden würde, aber 28 Millionen Wetterballons suchten nach diesem Signal und fanden heraus, dass es nie eintrat. Dies zeigt, dass Wasserdampf die Erwärmung nicht verstärkt und es keine Katastrophe gab. Nachdem Skeptiker auf den Fehlschlag hingewiesen hatten, verschwand der große 6-Kapitel-Bericht von 2005 still und leise. Alle meine Links zu Referenzen gingen kaputt, aber es gab eine vollständige Kopie auf der WaybackMachine, sodass ich diesen Beitrag aktualisieren konnte.

Jedes Mal, wenn Regierungsbehörden Mist bauen, wollen sie die Beweise verstecken. Deshalb brauchen wir die Wayback Machine, und deshalb müssen sie sie abschalten.

https://brownstone.org/articles/they-are-scrubbing-the-internet-right-now/

 

https://joannenova.com.au/2024/11/hmm-the-historic-archive-of-the-internet-is-hacked-out-of-action-in-these-critical-weeks/

Bearbeitet durch Andreas Demmig




Trump ist neuer US-Präsident! Net Zero, das UN-Klimavertrags-Theater, der Green New Deal und der Inflation Reduction Act – alles in Trümmern!

Marc Morano, CLIMATE DEPOT

„Glückwunsch an Präsident Trump und Senator J.D. Vance. Endlich ist die US-Führung zurückgekehrt, um die internationale Klima-Agenda zu bekämpfen. Die USA werden endlich wieder einen Präsidenten im Oval Office haben, der sich für die Wissenschaft und die Umwelt einsetzt und die verrückte Netto-Null-Klima-Agenda, den Green New Deal und den UN-Klimavertragsprozess bekämpft.

Präsident Trump wird auch in der Lage sein, den lächerlichen, unhaltbaren und unwissenschaftlichen Behauptungen entgegenzutreten, die von unseren angesehensten Institutionen ausgehen. Amerika wird wieder ein Leuchtturm des wissenschaftlichen Realismus‘ in Sachen Klimawandel und Energiepolitik sein. Bravo!“

AP: Donald Trump gewinnt US-Präsidentschaft

Axios: Trumps Wiederwahl hat weitreichende Folgen für den Klimawandel

– Trumps Klimaleugnung und grüne Rückschritte werden die Erwärmung anheizen

Reuters: Was würde Trump 2.0 für den Klimawandel bedeuten?

Weiterbohren

Trump hat versprochen, die Produktion fossiler Brennstoffe in den USA zu erhöhen, indem er die Genehmigungsverfahren für Bohrungen auf Bundesland erleichtert und neue Erdgaspipelines fördern will. Er hat erklärt, dass er Ölbohrungen im Arctic National Wildlife Refuge in Alaska wieder genehmigen würde.

Es bleibt abzuwarten, ob die Ölindustrie dem nachkommt und die Produktion in einer Zeit relativ niedriger Öl- und Gaspreise erhöht.

Er hat erklärt, dass er die Vereinigten Staaten erneut aus dem Pariser Klimaabkommen, einem Rahmenwerk für die Reduzierung der weltweiten Treibhausgasemissionen, herausnehmen und eine verstärkte Energieerzeugung durch Kernkraft unterstützen würde.

Außerdem würde er die von dem demokratischen Präsidenten Joe Biden eingeführten Vorschriften für Elektrofahrzeuge und andere Maßnahmen zur Verringerung der Autoabgase zurücknehmen.

Er hat argumentiert, dass die USA in der Lage sein müssen, die Energieproduktion zu steigern, um bei der Entwicklung von Systemen der künstlichen Intelligenz wettbewerbsfähig zu sein, verbrauchen diese doch große Mengen an Energie.

Video: Senator Bernie Sanders erklärt auf CNN: „Wenn Trump gewinnt, ist der Kampf – der globale Kampf – gegen den Klimawandel vorbei“.

Die Präsidentschaftswahlen in den USA haben massive Auswirkungen auf die Agenda zum Klimawandel. CFACT wird auch dieses Jahr wieder vor Ort sein, um die Bemühungen der UN zu verfolgen, Ihre Freiheit zu unterdrücken und den dunklen Weg der Netto-Null-Rationierung von Energie, Lebensmitteln, Bewegungs- und Meinungsfreiheit fortzusetzen. Das CFACT-Team, das nach Aserbaidschan reist, wird von dem erfahrenen UN-Experten Craig Rucker geleitet, der bereits an 26 UN-Gipfeln teilgenommen hat, und von mir selbst, habe ich doch an 20 von 29 internationalen UN-Gipfeln teilgenommen.

Aserbaidschan ist der dritte Petro-Staat in Folge, der den COP-Gipfel ausrichtet, nach Ägypten und Dubai in den beiden Vorjahren. Der diesjährige Gipfel wird als „Finanz-COP“ bezeichnet, weil Klima- und Ökoenergie-Lobbyisten auf der Veranstaltung versuchen, noch mehr Geld der US-Steuerzahler in ihre Taschen zu leiten.

Kommentar von Marc Morano von CFACT, Betreiber des Blogs Climate Depot:

„Mit dem Sieg von Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen wird sich die COP29 der Vereinten Nationen in eine riesige Totenwache verwandeln, bei der die Vereinten Nationen eine Niederlage ihrer menschenfeindlichen Klimaagenda erleben werden. Die gesamte Klima-Agenda steht aufgrund ihrer unrealistischen Vorschriften und Ziele vor dem völligen Scheitern. Sie scheitert auf der ganzen Linie, von den Emissionszielen über den schwachen Absatz von Elektrofahrzeugen bis hin zum Widerstand der Landwirte, die sich gegen die Klimabeschränkungen für die Landwirtschaft wehren. Ein Sieg Trumps wird dazu beitragen, dass die Vereinten Nationen und ihre Netto-Null-Agenda auf den Müllhaufen der Geschichte wandern. Ich werde zusammen mit anderen Teammitgliedern vor Ort sein und täglich darüber berichten, was nach der Wahl auf einem der wichtigsten UN-Klimagipfel passiert.“

Erklärung der American Energy Alliance zum Sieg von Präsident Trump:

WASHINGTON DC (11/06/2024) – Laut AP News wurde Präsident Donald J. Trump zum Sieger der Präsidentschaftswahlen 2024 erklärt. Ein Hauptthema von Präsident Trumps Wahlkampf war seine Absicht, eine Politik zu fördern, die Energie und Strom für jeden Amerikaner erschwinglicher macht. Die American Energy Alliance hat sich hinter den Kandidaten Trump gestellt.

Der Präsident der American Energy Alliance, Thomas Pyle, gab folgende Erklärung zum Sieg von Präsident Donald J. Trump bei den Präsidentschaftswahlen 2024 ab: „Herzlichen Glückwunsch an Präsident Donald J. Trump zu seinem Wahlsieg. Während seines gesamten Wahlkampfes hat Präsident Trump seine unerschrockene Unterstützung für amerikanische Energie zum Ausdruck gebracht. Er versprach, die heimische Öl- und Gasproduktion zu fördern, die Energie- und Strompreise zu senken und die inflationäre Politik des Green New Deal von Biden und Harris rückgängig zu machen, insbesondere die verschwenderischen, vom Steuerzahler finanzierten Subventionen im sogenannten Inflation Reduction Act. Denn Präsident Trump weiß, dass erschwingliche und zuverlässige Energie für unser wirtschaftliches Wohlergehen und unsere nationale Sicherheit entscheidend ist.

Wir freuen uns darauf, mit Präsident Trump zusammenzuarbeiten, um unser Energiepotenzial freizusetzen und den regulatorischen Ansturm der Harris-Regierung auf die amerikanischen Energieerzeuger zu verhindern.“

Link: https://wattsupwiththat.com/2024/11/06/trump-wins-u-s-presidency-net-zero-un-climate-pacts-green-new-deal-inflation-reduction-act-face-ruin/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Die dümmste Energiepolitik der Welt und der klügste Weg aus der Falle

Zunächst mag es verwundern, wenn ausgewiesene Spezialisten der Kernkraft ein Buch schreiben, in dessen Titel etwas unfachmännisch von „Atomenergie“ die Rede ist. Die umgangssprachliche Bezeichnung zeigt, dass es im Inhalt um mehr als die Kernkraft geht und dass ein breiterer Leserkreis angesprochen werden soll. 

Von Frank Hennig

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Gesamtbild der weltweit einmaligen deutschen Energiewende zu zeichnen. Manfred Haferburg malt ein großes Bild
vieler wirtschaftlicher und politischer Zusammenhänge, Klaus-Dieter Humpich gibt breite Informationen, die einen auf den neuesten Stand der Zukunftsenergie Kernkraft bringt.

Im ersten Teil gibt es Wissen zur Funktionsweise unseres Stromsystems bis hin zu Störungen und zum Blackout. Die große Antriebswelle aus der Anfangszeit der Industrialisierung ist das Sinnbild der Energie liefernden Kraftwerke, die abgehenden Transmissionsriemen spielen die Rolle der Verbraucher mit ihrem wechselnden Bedarf, wenn diese „den Riemen auf die Orgel werfen“ oder das Gegenteil tun.

Im Rückblick beschreibt Manfred Haferburg die ihn prägenden Ereignisse als Oberschichtleiter im Kernkraftwerk Greifswald zu Zeiten der Versorgungskrise zum Jahreswechsel 1978/79. Er beschreibt die dramatischen Ereignisse im Stromnetz der DDR nach dem Schneesturm und wie sein Kernkraftwerk zum letzten Stabilitätsanker im Netz wurde, weil die Energiestrategie aus Mangel an Devisen alles auf die feuchte und damit frostempfindliche heimische Braunkohle setzte.

Im Grunde war diese Winterkatastrophe ein befristeter, unabsichtlicher Kohleausstieg. Den wollen wir nun bald endgültig, ohne dass wie damals Kernkraftwerke dahinterstehen. Heute setzen wir alles auf Wind und Sonne und wundern uns über neue alte Abhängigkeiten von den Naturkräften und auch vom Ausland. Haferburg bleibt nicht beim Thema Energie, sondern zieht den Rahmen weiter. Das ist nötig, um die Ursachen des sich anbahnenden Desasters zu verstehen.

Er thematisiert die Zusammensetzung der Ethikkommission zur Legitimierung des Atomausstiegs und der Kohlekommission zur Legitimierung des Kohleausstiegs und das Fehlen von Naturwissenschaftlern, Netz- und Kraftwerksbetreibern in diesen Gremien. Fachlich ahnungslose SED-Funktionäre damals und bildungsschwache Politiker heute waren und sind ein Problem. Manche können als abgeschlossenes Studium nur jenes einer Speisekarte vorweisen.

Es geht auch um Mauern, die von damals und die heute errichtete Gesinnungsmauer, landläufig Brandmauer genannt. Der Energiewende-Jubeljournalismus wird thematisiert, der oft mit Potemkinschen Energiewende-Dörfern einhergeht. Die vermeintliche Klimaweltrettung von deutschem Boden aus wird entzaubert, krasse Fehlentwicklungen wie das Gebäudeenergiegesetz werden benannt. Mit Unsummen an Gebäudeinvestitionen soll eine Emissionsmenge eingespart werden, die durch den Weiterbetrieb der zuletzt abgeschalteten deutschen Kernkraftwerke deutlich übertroffen worden wäre.

Natürlich geht es um fehlende Speicher und horrende Kosten, um religiös interpretierte Klimapolitik. Die CO2-Bepreisung wird als wohlstandsvernichtender Faktor benannt, ohne jegliche Wirkung „aufs Klima“. Aber ein Kurswechsel ist unter den herrschenden politischen Verhältnissen kaum möglich, weil dann Fehler eingestanden werden müssten.

Letztendlich ist das Klimaargument vorgeschoben. Die spezifische CO2-Emission der Stromproduktion beträgt in Deutschland 396 Gramm pro Kilowattstunde, in Frankreich 41. Würde es tatsächlich um die Senkung der Emissionen gehen, wäre man bei der Kernkraft geblieben, hätte diese perspektivisch sogar ausgebaut und, wie vom IPCC empfohlen die CO2-Abscheidung weiterentwickelt. Stattdessen wurden topgepflegte Kernkraftwerke zerstört, um den Profiteuren der Energiewende die Einnahmen zu sichern.

Das Framing, wir bräuchten mehr „Erneuerbare“, ist die tägliche Gebetsmühle. Wo gibt es das meiste Geld pro Quadratmeter bei Kauf oder Pacht? Nicht in den Zentren der Großstädte, sondern im Norden auf dem platten Land. Mehrere hunderttausend Euro Pachteinnahmen pro Jahr winken Landwirten, wenn sie ihr Land mit Wind- oder PV-Anlagen zustellen lassen. Sie können die mühsame Arbeit auf dem Acker einstellen und in den neu angeschafften Pool steigen.

Natürlich schreibt Kernkraftwerksexperte Haferburg, der hunderte Anlagen von innen gesehen hat, ausführlich über die Geschichte des deutschen Atomausstiegs. Dieser ist international ohne Beispiel und erst recht ohne Nachahmer. Die Tragödie von Fukushima wird beschrieben, die vor allem in einem extrem starken Seebeben mit folgendem Tsunami bestand. Der GAU durch Kernschmelze in drei Blöcken des Kernkraftwerks war durch eine unzureichende Anlagenauslegung begünstigt und wäre so in Europa nicht möglich gewesen. Und schließlich – man kann es nicht oft genug sagen – war das wegfliegende Dach des Reaktorgebäudes nicht die Folge einer kernphysikalischen Explosion, sondern einer Verpuffung nach Ansammlung von Wasserstoff. Am Ende hat der Tsunami mehr deutsche als japanische Kernkraftwerke zerstört, weil politische Erwägungen zum Machterhalt den möglichst schnellen deutschen Atomausstieg opportun erscheinen ließen.

Um ein vernichtendes Urteil zur Energiewende zu fällen, braucht man kein Windkraftgegner, Kohlefreund oder „Rechter“ zu sein. Es reicht, den betreffenden Bericht des Bundesrechnungshofes zu lesen, der insbesondere ein trübes Bild der künftigen Versorgungssicherheit zeichnet. Haferburg liefert auch den Blick von außen und die Erklärung zu den Phasenschiebertransformatoren an den Grenzen, den elektrischen Stacheldraht, den unsere Nachbarn gegen die deutsche Strominvasion gezogen haben, die ihre Netze zum Schwanken bringt und auch negative Strompreise durch deutsche Dumpingenergie.

Mehr als 20.000 Mitarbeiter in Ministerien schaffen sich immer mehr existenzberechtigende Bürokratie, dennoch werden jährlich 800 Millionen Euro für Beratungsleistungen ausgegeben. Dass die Kosten der Energiewende aus dem Ruder laufen, bestreitet niemand mehr. Wir brauchen zwei Energiesysteme für eine Versorgungsaufgabe, weil das neue System auf Zufallsenergie basiert. Gerade dieses soll uns aber die Zukunft sichern über eine grüne Wasserstoffwirtschaft, die es noch nirgendwo auf der Welt gibt und die die Kosten weiter explodieren lässt. Haferburgs Ausflug in die neue Wasserstoffwelt schafft Ernüchterung.

Das alles führt zum Fazit, dass die deutsche Energiewende ein politischer GAU ist, ein Experiment, vor allem eines an Menschen. Haferburg entzaubert die Argumente der Energiewende-Jubler in den Redaktionsstuben, er beklagt fehlende Bildung und benennt Tölpel und Einfaltspinsel als solche.

Man kann es vielleicht zu pessimistisch finden, denn die verführte Jugend von heute klebt überwiegend nicht auf der Straße, sondern scheint sich traditioneller Werte zu besinnen, wie die Wahlergebnisse im Osten und die Shell-Jugendstudie zeigen. Dennoch wird die eine oder andere grimmige Formulierung fachlich kundigen Lesern gut gefallen und Zustimmung finden, die Energiewendebegeisterten werden das Buch ohnehin nicht zur Hand nehmen. In jedem Fall sind die Ausführungen nachvollziehbar, frei von allzu tiefen technischen Details und allgemein verständlich.

Der zweite Teil des Buches, verfasst von Klaus-Dieter Humpich, bringt zunächst Grundsätzliches zur Energienutzung. Er erläutert, warum bisher die Kohle der König war. Obwohl auch früher schon der Wind keine Rechnung schickte, verdrängten Dampfschiffe die Segler, obwohl die Kohle bezahlt werden musste. Er weist dem Wärmesektor als dem größten Energienachfrager die Bedeutung zu, die er verdient, er beleuchtet die Alternativen und befreit die Geothermie von unbegründeten Sympathien. Und natürlich gibt auch er ausführliche Informationen zur Kernkraftnutzung, auch für die Fernwärme, inklusive der Brennstoffgewinnung und Wiederaufbereitung.

Verschiedenen Strahlungsarten und deren Wirkungen werden erklärt, dies steht einer oft medial irrational verbreiteten Angst entgegen. Der neueste Stand der kernenergetischen Entwicklung (mit Ausnahme der Fusion) ist beschrieben, ebenso wie die Reaktorbauarten bis hin zu künftigen Mikroreaktoren.

Ein ausführliches Nachwort von Professor Elsfeld zieht den Rahmen weiter bis hin zu energiephilosophischen Betrachtungen und der Forderung nach freier Wissenschaft.

Fazit: Ein gelungenes Buch, viele Zusammenhänge sind stringent und nachvollziehbar dargestellt. Wer einen Überblick über das Stadium unserer Energiepolitik haben will und dazu aktuelle Informationen zum Stand der internationalen kerntechnischen Entwicklung, ist hier bestens bedient. Kernenergie ist Zukunfts- und damit Freiheitsenergie. Wer zudem schon heute wissen will, warum die deutschnationale „Energiewende“ scheitern wird, sollte es lesen.

Manfred Haferburg / Klaus-Dieter Humpich, Atomenergie – jetzt aber richtig. Mit einem Nachwort von Michael Esfeld. AchGut Edition, Neuausgabe, Paperback, 240 Seiten, 24,00 €

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