„Ruinator“ Habeck – ein Jahr Atomausstieg

Gestern vor einem Jahr wurden die letzten drei gut funktionierenden Kernkraftwerke Deutschlands abgeschaltet. Zuletzt liefen noch drei Kernkraftwerke, die zu den sichersten und erfolgreichsten Anlagen der Welt gehörten. 

Von Holger Douglas

«Da kommen jetzt die Männer mit den Brennjägern, den Eisensägen und den Wasserstrahlschneidern und fangen an, die Rohre auseinander zu schneiden«, so beschreibt Kernkraftwerksspezialist Manfred Haferburg im TE-Wecker am vergangenen Sonntag die Arbeiten in den letzten drei Kraftwerken. »Sie nehmen die perfekt funktionierenden und gepflegten, extrem teuren Pumpen auseinander, um sie zu verschrotten. Sie bauen die schönen, dichtschließenden und wunderbar gepflegten Armaturen aus und das Ganze wird dann klein geschnitten, dekontaminiert und in Schrott verwandelt.«

Es werde alles in Schrott umgewandelt, der Rückbau sei eigentlich nichts weiter als ein intensives Verfahren der Mülltrennung. Neben der ungeheuren Vernichtung von Volksvermögen der milliardenteuren Anlagen wird zusammen mit dem Abschaltwahn der Kohlekraftwerke die Versorgung Deutschlands mit Energie abgewürgt.
Robert Habeck, derzeit Wirtschaft- und »Klima«-Minister, verteidigte wieder und wieder die Entscheidung zur Abschaltung der Kernkraftwerke. SPD, FDP und natürlich Grüne stehen fest hinter »dem Ausstieg«. Sie bejubeln das, was sonst ein richtiger Feind macht, wenn er ein anderes Land angreift: Die Energieversorgung zerstören.

Angezettelt haben – daran muss wieder erinnert werden – den »Atomausstieg« Gerhard »Gas-Gerd« Schröder und der grüne Joseph Fischer bereits ab 2000. Dazu gehörte auch der Grüne Jürgen Trittin, dessen einziges Lebenswerk im Vorantreiben des »Atomausstiegs« und einer »Energiewende« bestand.

Habeck verwies jetzt auf angeblich fallende Strompreise, verriet jedoch nicht, wo er die sieht. Die Preise allerdings kennen nur eine Richtung: nach oben. Die Bilanz für Verbraucher sieht grausam aus. Das Portal Verivox analysiert:
»Doch die steigenden Kosten für den Betrieb der Stromverteilnetze geben der Strompreisentwicklung neuen Auftrieb – zum Jahreswechsel 2023/2024 sind die Stromnetzgebühren im bundesweiten Durchschnitt um rund 25 Prozent angestiegen. Viele Stromversorger werden diese Kosten an ihre Kunden weiterreichen und das Strompreisniveau bleibt nach wie vor hoch.Im Januar 2024 liegt der durchschnittliche Preis für eine Kilowattstunde (kWh) Strom bei rund 37,37 Cent/kWh und gehört damit zu den höchsten weltweit (Quelle: Verivox-Verbraucherpreisindex Strom). Im Jahr 2014 lag der durchschnittliche Preis für eine Kilowattstunde Strom noch bei rund 28 Cent/kWh. Innerhalb von zehn Jahren ist der Preis damit um über 32 Prozent angestiegen.«

Nach wie vor muss die energieintensive Industrie hohe Strompreise bezahlen, mit denen sie nicht wettbewerbsfähig ist. Deswegen legt sie Produktionsanlagen still und verlagert ihre Produktion in andere Länder, in denen die Energie deutlich billiger ist. So fährt Thyssen Krupp seine Stahlproduktion herunter und hat in der vergangenen Woche bereits einen Stellenabbau angekündigt.
Dieser werde auch nachgelagerte Weiterverarbeitungsstufen sowie die Verwaltungs- und Dienstleistungsbereiche betreffen. In der Sparte arbeiten derzeit rund 27.000 Menschen, davon 13.000 in Duisburg.
Als einen Grund für die Schwierigkeiten im Stahlbereich nannte ThyssenKrupp die »hohen und durch klimapolitische Zielsetzungen weiter steigenden Energiekosten in Deutschland«.

Die grüne Wirtschaftsministerin NRWs, Neubaur, sagte zu den Plänen von ThyssenKrupp: „Die Ankündigung der unternehmerischen Entscheidung Thyssen-Krupps, in Duisburg Überkapazitäten und damit wohl Arbeitsplätze abzubauen, ist eine enttäuschende Nachricht – für den Stahlstandort Deutschland und Nordrhein-Westfalen, in erster Linie aber für die vielen Beschäftigten.“ Dennoch müsse – so Neubaur – ThyssenKrupp die sogenannte klimaneutrale Transformation konsequent vorantreiben, um sich auf dem Weltmarkt zukunftsfähig aufzustellen. Neubaur hat nichts dazu gesagt, wie wesentlich teurer produzierter Stahl von ThyssenKrupp auf dem Weltmarkt bestehen soll.
Wenn die Stahlkocher abwandern und dichtmachen, können auch die Verarbeitungsbetriebe zum Beispiel im Siegerland schließen. Denn die sind auf die Lieferungen von Stahl angewiesen.

Nichtsdestotrotz bejubelt der grüne Umweltminister von Niedersachsen, Meyer, wie schnell es im Kernkraftwerk Emsland gelungen ist, verbrannte Erde zu hinterlassen. Der Primärkreislauf sei bereits auseinandergenommen, das Atomkraftwerk kriege auch CDU-Connemann nicht mehr an, so Meyer auf Twitter.

Nervosität zeigen Äußerungen der Bundesumweltministerin Lemke, die wieder einmal betonte, »wir brauchen Atomkraft schlichtweg nicht«. Sie beauftragte grüne Gefolgsleute, in einer »Studie« des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE), auch neuen Reaktorkonzepten wie der »Generation IV« Unsicherheit zu bescheinigen. Zugleich eine gute Gelegenheit für Lemke, wieder 250.000 Euro Steuergelder an die »Ihrigen« zu überweisen.

»Ruinator« – so der neue Titel der Printausgabe von Tichys Einblick – Habeck fabuliert wild entschlossen in den Abgrund: »Wir sehen heute, dass die Stromversorgung weiter sicher ist, die Strompreise auch nach dem Atomausstieg gefallen sind und die CO2-Emissionen ebenfalls runtergehen.«
Die Wirklichkeit sieht deutlich anders aus: Lemke verantwortet mit Habeck eine der schlechtesten CO2-Bilanzen. Diese sogenannten CO2-Bilanzen Deutschlands sind auf fast 400 gCO2/kWh angestiegen. Zum Vergleich: Frankreich dagegen wird mit 43 g CO2/kWh angesetzt. Bedeutet: Lemke und Habeck, die das CO2-Argument ja beharrlich strapazieren, befeuern selbst nach Kräften den sogenannten »Klimawandel«, und Umwelt ist gleichgültig.

Alle Warnungen von Experten seien eingetreten, so Carsten Linnemann, Generalsekretär der CDU, Deutschland sei von Stromimporten abhängig geworden.
Deutschland steht mittlerweile auf dem Rang zwei in Sachen Import von Strom. Nur Italien importiert noch mehr. Frankreich ist mit seinen Kernkraftwerken Stromexportland Nummer 1.

Die Stromversorgung sei sicher, so Ruinator Habeck. Die Realität:
Lieferengpässe bei Strom hat jetzt die Stadt Oranienburg in Brandenburg erklärt. Ab sofort können dort keine neuen Stromanschlüsse mehr genehmigt werden. Dies betreffe sowohl neue Wärmepumpen als auch neue Ladesäulen für Elektroautos. Das vorhandene Umspannwerk könne die benötigte Leistung nicht mehr bereitstellen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Danach haben die Stadtwerke Oranienburg in der vergangenen Woche die Bundesnetzagentur darüber informiert, dass im vorgelagerten Hochspannungsnetz keine ausreichende Leistung zur Verfügung gestellt werden können. Damit seien die Versorgungsmöglichkeiten in der Stadt Oranienburg ausgeschöpft, so der Geschäftsführer der Stadtwerke, Peter Grabowsky.

Bürgermeister Alexander Laesicke betonte, der Strombedarf habe sich enorm entwickelt, schneller, als es in der Vergangenheit vorausgesehen wurde.
Zum erhöhten Strombedarf habe der Zuzug von sogenannten Neubürgern sowie der verstärkte Einbau von Wärmepumpen geführt.

Sie träumen davon, etwas »Unumkehrbares« geschaffen, also endgültig verbrannte Erde hinterlassen zu haben. Doch natürlich ist auch der »Atomausstieg« umkehrbar. Allerdings muss Deutschland dann die Kraftwerke aus anderen Ländern kaufen ebenso wie die Bedienmannschaften.

Mehrheit der Deutschen hält Atomausstieg für falsch

58 Prozent halten den Ausstieg aus der Kernkraft für falsch, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa für das „Trendbarometer“ der Sender RTL und ntv zeigt. Im Osten der Republik sind es sogar 78 Prozent.

Nur eine Minderheit der Bundesbürger (39 Prozent) meint, dass dies eine richtige Entscheidung gewesen sei. Mehrheitlich befürwortet wird die Abschaltung der letzten Atomkraftwerke lediglich von den unter 30-Jährigen (51 Prozent), denjenigen, die sich selbst im linken politischen Spektrum verorten (62 Prozent), den Anhängern der SPD (55 Prozent) und insbesondere den Anhängern der Grünen (83 Prozent).

Fast die Hälfte aller Bundesbürger (45 Prozent) ist der Meinung, dass man eines oder mehrere der abgeschalteten Atomkraftwerke in Deutschland wieder in Betrieb nehmen solle. Ein Viertel aller Bundesbürger (24 Prozent) und 42 Prozent derer, die den Ausstieg aus der Kernenergie für falsch halten, sind der Meinung, dass man in Deutschland auch neue Atomkraftwerke bauen solle. Unter den AfD-Anhängern sind 63 Prozent der Meinung, es braucht neue Atomkraftwerke. Bei den FDP-Anhängern sind es 38 Prozent.

37 Prozent der Bundesbürger glauben, dass durch die Abschaltung der letzten Atomkraftwerke die Stromversorgung in Deutschland gefährdet wird. 60 Prozent glauben das nicht.

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat für RTL/ntv am 11. und 12. April 2024 1.001 Personen befragt.

Der Beitrag erschien zuerst bei TE hier

 




Bertha Benz, das Batterie-Auto und die Ladeinfrastruktur – Ökoplanwirtschaftliche Sackgasse

Technologieentwicklung findet immer am freien Markt statt. Deswegen brauchte das Deutsche Kaiserreich keine Reichsleitstelle für Tankstellen. Die E-Auto-Strategie ist das genaue Gegenteil: Das E-Mobil ist kein besseres Produkt, wird aber als Zukunftstechnologie festgelegt. 

Von Frank Hennig

Bei Betrachtung heutiger Infrastrukturprojekte kann man sich nur darüber wundern, wie unsere Vorfahren in verhältnismäßig kurzer Zeit den Aufbau eines Industrielandes schaffen konnten. Innerhalb von Jahrzehnten entstanden ein Eisenbahnnetz, ein Telegraphen-, später Telefonnetz, ein Stromnetz, ein Leitungsnetz zur Wasser- und Gasversorgung, ein Straßennetz. Technologischer Fortschritt und privates Kapital brachten Fortschritt. Den will man heute mit staatsplanerischen Vorhaben erreichen.

Schon früher gab es starke Frauen. Sie wurden sichtbar durch Taten, weniger durch Quoten, Demos und „Zeichen setzen“. Bertha Benz war eine solche, auch wenn sie historisch gesehen im Schatten ihres Gatten Carl Benz bleibt. Als sich der Benz Patent-Motorwagen Nummer 3 nicht gut verkaufte, hatte sie die Courage, mit ihren 13 und 15 Jahre alten Söhnen im Jahr 1888 eine Fernfahrt mit einem solchen Gerät anzutreten. Sie wollte den Nachweis der Funktionsfähigkeit auch für lange Strecken erbringen. Ihr Mann wusste davon nichts.

Die drei bewältigten die 106 Kilometer lange Strecke von Mannheim nach Pforzheim mit dem wenig komfortablen Fahrwerk. Am Ende war die Reise ein Erfolg. Bertha registrierte mehrere technische Mängel, unter anderem an den Bremsen. Mit dem Vorschlag, Leder auf die Bremsbacken aufzubringen, gilt sie quasi als Erfinderin der Bremsbeläge.

Unterwegs ging, wie zu erwarten war, das Benzin aus. In Wiesloch kaufte Bertha in einer Apotheke ein Leichtbenzin namens Ligroin.

Die Apotheke, in deren Museum dieser Handel erwähnt wird, war 1858 gegründet worden. Sie musste Ende 2023 schließen, was sicher nicht am zu geringen Absatz von Ligroin lag. Vielleicht hätte die rechtzeitige Umwandlung in eine Tankstelle geholfen? Natürlich verträgt sich der Handel mit Medikamenten nicht mit der Kraftstoffversorgung für Automobile, aber mit der Motorisierung des Verkehrs eröffnete sich im ausgehenden 19. Jahrhundert eine Marktlücke. Mit zunehmender Zahl der Automobile gründeten sich spezialisierte Geschäfte, die Benzin, Petroleum, später Leichtöl (Diesel) für Automobile verkauften. Unternehmer hatten eine Marktlücke erkannt und handelten. Dabei gab es kein Henne-Ei-Problem, wie man es heute für die Ladeinfrastruktur der E-Mobilität zu erkennen glaubt.

Subventionierter „Hochlauf“

Der Energiemix auf der Straße wandelt sich. Batterieelektrische Fahrzeuge haben große technische Fortschritte gemacht. Ihr starker Zuwachs resultierte jedoch nicht aus einem umfassenden technischen, praktischen oder finanziellen Vorteil gegenüber den Verbrennern, sondern aus staatlichen Vorgaben und ihrer konkreten Ausgestaltung, der Subventionierung des Kaufpreises und der Steuerfreiheit. Da es keinen marktwirtschaftlich getriebenen „Hochlauf“ gibt und die Ladesäulen hohe Investitionskosten verursachen, die von steigenden Strompreisen begleitet werden, rechnen sich auch die meisten Stromtankstellen nicht. Dennoch werden sie in großer Zahl gebaut, meist mit Fördermitteln, manchmal aus PR-Gründen von den Versorgern. Wäre der Betrieb von Ladesäulen profitabel, würden sie marktgetrieben installiert und die Theorie vom Henne-Ei-Problem würde nicht strapaziert.

Damit die Elektrifizierung des Straßenverkehrs aus Gründen des vermeintlichen „Klimaschutzes“ schnell gehen möge, gründete man eine „Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur“ mit mehr als 200 Beschäftigten – es gibt noch offene Stellen. Die „nationale Leitstelle“ bedeutet zentralistisches Handeln im Sinne einer zunehmenden Öko-Staatsplanwirtschaft. Technische Fortschritte können auch hier nicht vorausgesehen werden und so kommt es, dass entgegen medialer Klagen die Anzahl der Ladesäulen zu hoch statt zu niedrig ist. Wie kann das sein?

Zum einen ist dies die Folge der eingebrochenen Absatzzahlen der E-Fahrzeuge, zum anderen eines geänderten Ladeverhaltens. Die aktuellen Fahrzeugmodelle haben größere Reichweiten, werden dadurch seltener und dann meist an den Schnellladesäulen geladen. Die Ladestationen der ersten Generation werden zunehmend nicht genutzt. Zudem vermeiden viele Fahrer wegen stark gestiegener Strompreise die öffentlichen Säulen. Auf Langstrecken müssen die Fahrer zwangsläufig an die Ladesäulen verschiedener Anbieter und sich mit verschiedenen Preisen pro Kilowattstunde, verschiedenen Grundgebühren, eventuellen Gebühren für die Ladezeit und Blockiergebühren herumschlagen. Dazu kommen verschiedene Bezahlsysteme über App, Bezahlkarte oder Kreditkarte. Die Strompreise beginnen bei 49 Cent pro Kilowattstunde und reichen bis etwa zum Doppelten des Haushaltsstrompreises. Schon das ist ein Grund, zu Hause den Strom zu ziehen, vor allem, wenn eine PV-Anlage auf dem Dach liegt und ein Stromkanister im Keller steht.

Diese Entwicklung hat die „Nationale Leitstelle“ offenbar nicht vorhersehen können. man verfolgt nach wie vor den „Masterplan Ladeinfrastruktur II“ und hält an der Zielzahl von einer Million öffentlicher Ladepunkte bis 2030 fest. Offensichtlich werden sich diese Ladepunkte nicht rechnen, weshalb die Verluste als Kosten den Kommunen übergeholfen werden sollen. Vor dem Hintergrund des staatlichen Unfehlbarkeits-Anspruchs von Minister Habeck („Der Staat macht keine Fehler“) sieht die ökonomische Perspektive Deutschlands sehr trübe aus. Wirtschaftlichkeit spielt keine Rolle mehr. Die postulierte Unfehlbarkeit des Staates basiert auf dem Allwissensanspruch der regierenden Parteien und erinnert fatal an „Die Partei hat immer Recht“aus SED-Zeiten. Im Link die Originalversion mit Ernst Busch, als Hörerlebnis dringend zu empfehlen.

Keine Reichsleitstelle

Warum gab es nach 1888 keine „Reichsleitstelle Tankstellen“, keinen „Reichsbeauftragten“ zur Versorgung von Automobilen mit Benzin? Warum mussten Kaiser Wilhelm II. und Reichskanzler Fürst von Bismarck nicht eingreifen? Die Antwort ist, dass Technologieentwicklung immer am freien Markt stattfindet. Sie wird teilweise durch staatliche Förderungen begünstigt, teils auch reguliert. Entscheidend ist aber das Wolfsgesetz, dass nur den Unternehmen eine Zukunft gibt, die innovativ am Markt sind und Kundenwünsche am besten bedienen können. Sie verschwinden, wenn sie ihre Produkte nicht weiterentwickeln und/oder bessere zu günstigen Preisen anbieten können. Das E-Mobil ist in der Gesamtbetrachtung kein besseres Produkt.

Es ist ein Markenzeichen rotgrüner Wirtschaftspolitik, politische Festlegungen zu treffen, welches die Technologien der Zukunft sein sollen. Dabei kann man natürlich nur auf heutiges Wissen zurückgreifen und Technologieentwicklungen der Zukunft nicht voraussehen. So kommt es, dass einige Technologien von heute zum Königsweg für die Zukunft festgeschrieben werden sollen. Auch Kinder, Enkel und Urenkel sollen künftig damit zufrieden sein. So gelten für die Stromversorgung Wind und Solar, für die Heizung die Wärmepumpe und für die Mobilität das batterieelektrische Auto als Endstadium der vorgesehenen Technologieentwicklung.

Die Festlegungen stammen von ökoplanwirtschaftlich veranlagten Politikern, zum Teil ohne jeden Berufs- oder Studienabschluss, zumeist energiewirtschaftlich fachfremd, von Juristen, Philosophen, Beamten, Psychologen, Soziologen, Funktionären. Viele von ihnen würden ohne den Politikbetrieb kaum ein wirtschaftliches Bein auf die Erde bekommen. Sie maßen sich aber an, zum Beispiel mit dem Kohleverstromungsbeendigungsgesetz (KVBG) einen 17-Jahresplan mit Tag genau festgelegten Abschaltterminen für Braunkohlekraftwerke zu beschließen. Selbst die (fachlich gebildeten) Kommunisten der realsozialistischen staatlichen Plankommission der DDR wagten nicht, über Fünfjahrespläne hinauszugehen. Sie wussten im Gegensatz zu den Selbstüberschätzern von heute, dass die Vorhersagbarkeit künftiger Entwicklungen schwierig ist. Heute hofft man auf die Segnungen künstlicher Intelligenz, von der man wenig weiß, die man zuerst aber regulieren will. Wir haben keinen Mangel an künstlicher, sondern an natürlicher Intelligenz.

Zu der unsäglichen Arroganz heutiger Entscheider gesellt sich der typisch deutsche Bauchnabelblick, der eine Sicht über den Tellerrand verhindert. Schon die Tatsache, dass Deutschland das einzige nennenswerte (Noch-) Industrieland ist, dass die Kernenergie nicht nutzt, sogar aus ihr ausgestiegen ist, sollte zum tiefen Nachdenken anregen. Lieber hört man auf NGOs und interessengeleitete Institute und deren Chor „wir brauchen mehr Erneuerbare“. Der Unwille, Fakten aufzunehmen, verbunden mit einer zu vermutenden eklatanten Rechenschwäche verhindert die Einsicht, dass auch ein maximierter Ausbau der „Erneuerbaren“ auf jedem Quadratmeter unseres Landes zur Energieversorgung nicht taugt. Dass es unbezahlbar wäre, wird standhaft ignoriert, schließlich ist es kein eigener durch die Diätenerhöhungsautomatik abgesicherter Geldbetrag.

Risiko Mensch

„Der Mensch steht im Mittelpunkt“, lautete eine These im Realsozialismus. „Und damit immer im Weg“, ergänzte der Volksmund. Der Klimaweltrettung von deutschem Boden aus steht der Mensch mit seinen Kaufentscheidungen wieder im Weg. Dagegen sollte das Verbrennerverbot helfen, das absehbar aber fallen wird. Ob der bereits eingetretene Schaden für die deutsche Automobilindustrie reparabel sein wird, ist eine offene Frage. Im Zerstören sind die Deutschen gründlich. Die Jamaikaner sind grundlos glücklich, sagt man. Die Deutschen sind glücklos gründlich.

Heute gibt es eine „Bertha Benz Memorial Route“, auf der man ihre abenteuerliche Reise nachvollziehen kann. Es ist eine Reise in die Vergangenheit, als die Ideen von pfiffigen Erfindern und Konstrukteuren noch nicht verhindernden Verboten unterworfen waren. Dieser erfolgreiche Teil der Geschichte wird in künftigen durchregulierten Verhältnissen nicht wiederholbar sein. Und der mündige Bürger wird, solange er kann, staatlichen Vorgaben im Weg stehen.
Es braucht wieder findige und starke Männer und Frauen, vor allem tatkräftige Berthas, von Mikroaggressionen geplagte Quotilden werden uns nicht helfen.

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Die ehrliche Geschichte des Klimawandels – Teil 2: Mit neuem Kurs in eine hoffnungsvolle Zukunft

Guus Berkhout und Kees de Lange

[Alle Hervorhebungen vom Übersetzer]

Einführung von Andy May: Im ersten Teil dieses Artikels [in deutscher Übersetzung hier] haben wir argumentiert, dass es keine Klimakrise gibt und dass Politiker, Klimaforscher und Journalisten dringend aufgefordert werden, damit aufzuhören, die Bevölkerung in Angst und Schrecken zu versetzen und die Ergebnisse zweifelhafter Klimamodelle zu zitieren. In diesem Teil plädieren die emeritierten Professoren Guus Berkhout und Kees de Lange dafür, den Kampf zwischen Alarmisten und Realisten zu beenden. Sie plädieren dafür, die großen Chancen, die der Klimawandel bietet, gemeinsam zu nutzen. Das bedeutet einen völlig anderen Ansatz in der Klimapolitik und bei der Energiewende.

Es ist an der Zeit, nicht länger hinzunehmen, dass immer mehr nicht gewählte internationale Organisationen – wie all die UN-Organisationen (WMO, UNEP usw.) und die Tausenden von NRO – uns zwingen, das Leben in unserem eigenen Land nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Vor allem ist es höchste Zeit, dass wir die Geschichten der Angst und die Zwangsmaßnahmen ausrotten, die uns von diesen Organisationen aufgezwungen werden. Dies ist nur mit einer starken nationalen Demokratie möglich! Die nationalen Regierungen müssen mit viel Mut und Sachverstand einen neuen Kurs einschlagen. Das Ergebnis wird Hoffnung auf eine blühende Zukunft machen. Ein solcher neuer Kurs beginnt mit einer vernünftigen Klimapolitik.

Weg mit der Klima-Angst!

Genug von all diesen angstmachenden Erzählungen und all den unsinnigen Netto-Null-CO₂-Milliarden! Wir werden jetzt über die positiven Klimaaussichten für die Zukunft sprechen. Die Grafik rechts in Abbildung 4 wurde im Jahr 2020 von dem bekannten dänischen Umweltökonomen Bjørn Lomborg veröffentlicht. Sie zeigt auf einen Blick – ohne komplizierte Modelle – warum die Klimaschrecken-Narrative fehl am Platze sind. Es zeigt sich, dass sich Investitionen in Anpassungsmaßnahmen extrem lohnen!

Wohlgemerkt: Die westliche Welt ist im vergangenen Jahrhundert dank zuverlässiger und erschwinglicher Energie erheblich wohlhabender geworden. Dieser Wohlstand könnte genutzt werden, um den technologischen Fortschritt zu finanzieren. Und diese Technologie könnte genutzt werden, um Klimakatastrophen zu verhindern. Die Technologie zur Eindämmung des Klimawandels hat noch nie ein Leben gerettet oder einen Unterschied gemacht, aber die Technologie zur Anpassung an den Klimawandel hat laut Lomborg Millionen von Menschen gerettet!

Abbildung 4: Während die CO₂-Konzentration in der Atmosphäre weiter steigt – trotz der vielen ausgegebenen Klimaschutzmilliarden (linke Seite) – sehen wir einen starken Rückgang der klimabedingten Sterblichkeitszahlen (rechte Seite) durch Anpassungsmaßnahmen. Der Rückgang ist spektakulär und beweist, dass die Angst machenden Erzählungen in den Medien über die katastrophale Sterblichkeit infolge des Klimawandels schlichtweg falsch sind.

Wir sagen heute die meisten extremen Wetterereignisse Tage, manchmal Wochen, im Voraus voraus, so dass geeignete Maßnahmen getroffen werden können. In den wohlhabenden Ländern werden die Deiche verstärkt, und die Häuser sind viel widerstandsfähiger gegen Wirbelstürme und zunehmend auch gegen Erdbeben. In den Wäldern werden breite Brandschneisen angelegt, um sicherzustellen, dass Waldbrände lokal begrenzt bleiben, neue Wasserbewirtschaftungstechniken werden entwickelt, um überschüssiges Regenwasser in Überlaufgebieten aufzufangen, um es später in Trockenzeiten zu nutzen, usw.

Eine Net-Zero-Politik bringt gar nichts!

Das Diagramm links in Abbildung 4 zeigt, dass all diese Tausende von Milliarden für Netto-Null-Politik seit Jahrzehnten nichts gebracht haben! Warum also damit weitermachen? Offensichtlich interessieren sich weder das Klima noch die CO₂-Emissionen für die menschliche Minderungspolitik. Das Diagramm rechts in Abbildung 4 zeigt hingegen, dass Investitionen in die Anpassung spektakuläre Ergebnisse zeigen und Millionen Menschen vor dem Tod durch Wetter- und Klimaereignisse bewahren. Daher ist es dumm, verschwenderisch und unmoralisch, eine Bevölkerung durch sinnlose Klimapolitik und unerschwingliche Energiepreise ärmer zu machen.

Warum sehen wir in den Medien nie die Gegenüberstellung in Abbildung 4? Auch der Weltklimarat schweigt dazu völlig! Die Bevölkerung braucht aber dringend genau diesen Vergleich, um Kosten und Nutzen beider Lösungsansätze aufzuzeigen. Für weitere Informationen zu diesem wichtigen Thema, siehe auch diese gründliche Analyse von Clintel, die gravierende Fehler im jüngsten IPCC-Bericht aufzeigt [in deutscher Übersetzung hier].

Törichte westliche Illusionen

In der westlichen Welt werden endlose Sitzungen abgehalten, um Verfahren zur Kontrolle des Erdklimas zu erörtern. Bei diesen Treffen werden von grünen Politikern politische Maßnahmen zum Erdklima erfunden, obwohl sie über wenig technisches oder wissenschaftliches Wissen verfügen. Unter anderem deshalb wollen die westlichen Länder bei moralischen Klimamaßnahmen ganz vorne mit dabei sein („Seht her, wir retten die Welt“). Darunter leidet jedoch die Bevölkerung. Länder wie China und Indien sehen mit großem Erstaunen zu, wie die EU mit unsinnigen Klimaregelungen ihre hochwertige Industrieproduktion und Arbeitsplätze aus Europa vertreibt.

Die nicht-westliche Welt, also die überwiegende Mehrheit der Weltbevölkerung, hat ganz andere Sorgen als eine angebliche Klimakrise. Sie haben kein Verständnis und keine Geduld für eine das Gemeinwohl zerstörende Netto-Null-Politik. Sie sind sich bewusst, dass ihre wachsende Bevölkerung nur mit der großflächigen Nutzung fossiler Brennstoffe und dem anschließenden schrittweisen Übergang zur großflächigen Nutzung moderner Kernenergie eine Zukunft haben kann. Länder wie China und Indien halten die Netto-Null-Politik für eine törichte westliche Illusion, die ihnen selbst gut tut. Die Folge ist, dass der Westen wirtschaftlich schwächelt. Die geopolitischen Beziehungen verändern sich zugunsten aufstrebender wirtschaftlicher Supermächte wie Indien und China. Europa arbeitet hart daran, sich selbst irrelevant zu machen.

CO₂-Emissionen in den Niederlanden

Abbildung 5: Das scheidende niederländische Kabinett wird 28 Milliarden für Klimaprojekte ausgeben, um die globale Erwärmung zu verringern. Auf Anfrage hat Klimaminister Rob Jetten zugestimmt, dass die Reduzierung nur 0,000360°C ausmachen wird. Das sind viele tausend Milliarden Euro pro Grad Celsius! Dummheit oder Bösartigkeit?

Ein konkretes Beispiel. Wie viel CO₂ stoßen die Niederlande tatsächlich aus? Die Fakten: Die Niederlande sind für 0,47 % des weltweiten CO₂-Ausstoßes verantwortlich. Folgt man dem IPCC und glaubt dessen Annahme, dass es eine einfache lineare Beziehung zwischen CO₂-Emissionen und globaler Erwärmung gibt, dann beträgt der Beitrag der Niederlande zur globalen Erwärmung 0,47 %. Wenn wir auch den alarmistischen Klimamodellen folgen – der menschliche CO₂-Ausstoß wird als Hauptursache der globalen Erwärmung angenommen – dann ist der niederländische CO₂-Beitrag für eine jährliche Erwärmung von etwa 0,0001°C verantwortlich! Selbst beim düstersten IPCC-Szenario ist unser Beitrag so gering, dass er nicht messbar ist!

Der niederländische Bürger ist also gezwungen, Hunderte von Milliarden Euro auszugeben, um sicherzustellen, dass die globale Temperatur jedes Jahr um einen unermesslich kleinen Betrag gesenkt wird. Ist diese Klimapolitik in Anbetracht der großen Engpässe u.a. im Gesundheits- und Bildungswesen nicht ein Skandal gegenüber den Bürgern unseres Landes?

Konsequenzen einer Net-Zero-Klimapolitik

Da die Hauptursache für die globale Erwärmung dem CO₂ zugeschrieben wird und der Anstieg des CO₂ in der Atmosphäre auf die Nutzung fossiler Brennstoffe (Kohle, Erdöl und Erdgas) zurückzuführen ist, zielen die Netto-Null-Maßnahmen auf die Beseitigung fossiler Brennstoffe ab. Wussten Sie, dass diese Maßnahmen ihren Ursprung im Pariser Abkommen haben? Es gab Politiker und Beamte, die keine Ahnung vom Klimasystem der Erde hatten (es war kein ernsthafter Wissenschaftler in Sicht). Die große Menge an Unsinn, die im Vorfeld dieses Abkommens geäußert wurde, ist ein klarer Beweis dafür, dass die Wissenschaft zwangsläufig verliert, wenn Wissenschaft und Politik aneinandergeraten.

Abbildung 6: Die linke Grafik zeigt die globale Erwärmung (etwa 1,2°C) auf der üblichen Mini-Skala. Die Erwärmung scheint also katastrophal zu sein. Wenn wir jedoch die gleiche Erwärmung mit den Temperaturen von Singapur und Oslo (etwa 28°C und 6°C) vergleichen, ist die Erwärmung kaum sichtbar.

Das hielt sie jedoch nicht davon ab, gemeinsam festzulegen, dass die durchschnittliche globale Erwärmung die „katastrophale“ Grenze von 1,5°C nicht überschreiten sollte! Seitdem ist das Pariser Abkommen unantastbar. Wenn wir über Klimapolitik sprechen, reden wir über die „Einhaltung des Pariser Abkommens“. Der wissenschaftliche Inhalt ist also völlig aus der Klimadebatte verschwunden und wird durch ein willkürliches politisches Ziel ersetzt! [In deutscher Übersetzung hier]. Abbildung 6 zeigt, dass der durchschnittliche jährliche Temperaturunterschied zwischen Singapur und Oslo etwa 22°C beträgt. Obwohl Singapur 22°C wärmer ist als Oslo, sind beide Städte sehr wohlhabend. Was bedeutet also die 1,5°C-Katastrophengrenze von Paris?

Energiekrise

Es gibt keine Klimakrise, und es ist auch eine Fiktion, dass diese Krise von der westlichen Welt verursacht wird. Aber es gibt tatsächlich eine Energiekrise, die wir selbst verursacht haben („anthropogen“)? Historisch gesehen ist praktisch der gesamte Fortschritt der Menschheit in den letzten paar hundert Jahren auf Fortschritte in Wissenschaft und Technik sowie die Verfügbarkeit ausreichender zuverlässiger, erschwinglicher und sicherer fossiler Energiequellen zurückzuführen. Diese Quellen können Energie jederzeit bereitstellen, wenn sie nachgefragt wird. Moderne Kraftwerke für fossile Brennstoffe liefern bedarfsgerechte Energie und stellen eine monumentale technologisch-wissenschaftliche Errungenschaft dar. Sie werden auch immer sauberer!

Es ist für die Zukunft aller von größter Bedeutung, dass der Energiebedarf der Weltbevölkerung angemessen gedeckt wird. Das ist kein leichtes Unterfangen, da die Weltbevölkerung weiter wächst und der Pro-Kopf-Energiebedarf ständig steigt. Betrachten wir in diesem Zusammenhang die schnell wachsenden Rechenzentren, die eine enorme Menge an Energie benötigen. Seriöse Hochrechnungen des weltweiten Energiebedarfs im Jahr 2050 zeigen, dass ein Anstieg von etwa 25 % zu erwarten ist. Wie wollen wir das schaffen? Sicherlich nicht, indem wir so schnell wie möglich aus den fossilen Brennstoffen aussteigen! Wussten Sie, dass seit Jahren 80 % der Energie aus fossilen Brennstoffen gewonnen wird und der Anteil alternativer Energiequellen bei etwa 20 % liegt?

Biomasse, Wind- und Solarenergie

Die seit Jahren vorgeschlagenen Alternativen zu den fossilen Brennstoffen sind Biomasse, Wind und Sonne. Sogar Klimaalarmisten beginnen zu erkennen, dass das massenhafte Abholzen unserer Wälder eine große Torheit ist, nur um sie dann in Biomassekraftwerken zu verbrennen. Wir wissen, dass Wind und Sonne nur dann Strom erzeugen, wenn der Wind nicht zu stark oder zu schwach weht und wenn die Sonne scheint. Da wir große Mengen an Strom praktisch nicht speichern können, sind Sonne und Wind bestenfalls Nischenlösungen. Trotz aller Warnzeichen holzen die Politiker weiterhin in großem Stil Wälder ab und leiten uns massenhaft an ein unzureichendes Stromnetz. Ohne einen Kurswechsel sind wir auf dem Weg zu einer anthropogenen Energiekrise, in der es regelmäßig zu Stromausfällen kommen wird.

Kernkraft

Gibt es denn überhaupt keine Lösung? Das Zynische an der Situation ist, dass es sehr wohl eine hervorragende Lösung gibt. Das Schlüsselwort ist Kernenergie. Kernenergie ist verfügbar, zuverlässig, sicher und erschwinglich und hat den Vorteil, dass sie so gut wie keine Treibhausgase ausstößt – für alle, die eine Kohlenstoffphobie haben. Außerdem ist ein erschwingliches Abfallrecycling in Sicht. Die Kernenergie scheint also eine mögliche Lösung zu sein, auf die sich Alarmisten und Realisten schnell einigen könnten.

Neuer Kurs in der Klimapolitik

Wir schließen mit einigen Leitlinien, wie eine Klimapolitik unter einer neuen Regierung aussehen sollte (in den Niederlanden wird gerade eine neue Regierung gebildet):

1. Die Politik sollte sich nicht auf unausgereifte Computermodelle stützen, sondern auf zuverlässige Fakten.

2. Fakten zeigen, dass es gar keine Klimakrise gibt und CO₂ kein Thermostat ist, mit dem die Menschen das Klima auf eine gewünschte Einstellung bringen können. Fakten zeigen, dass extrem teure Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels überhaupt nicht helfen, während Maßnahmen zur Anpassung erfolgreich sind.

3. CO₂ ist kein schädliches Gas und CO₂-Emissionen sind keine Umweltverschmutzung. Im Gegenteil: CO₂ ist das Molekül des Lebens auf dem Planeten Erde. Mehr CO₂ in der Atmosphäre kann eine mäßige Erwärmung verursachen, macht die Erde aber auch grüner und erhöht die landwirtschaftliche Produktivität erheblich. Wir sollten daher mit mehr CO₂ sehr zufrieden sein.

4. Klimawandel und Umweltverschmutzung sollten nicht in einen Topf geworfen werden. Abgesehen davon, dass dies sachlich falsch ist, macht es die Klimapolitik unnötig kompliziert. Der Klimawandel erfordert eine Anpassungstechnologie, die Umweltverschmutzung eine saubere Produktionstechnologie. Deshalb ist es naiv und unmoralisch, die Bevölkerung durch sinnlose Klimapolitik und unbezahlbare Energiepreise zu verarmen. Nur eine wohlhabende Nation kann in die Klimaanpassung investieren und fossile und andere Brennstoffe sauberer produzieren!

Neuer Kurs in der Klimapolitik!

Der oben beschriebene neue Kurs in der Klimapolitik wird automatisch zu einer völlig anderen Energiewende führen. Die Demonstranten, die einen abrupten Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energieträger wollen zeigen, dass sie keine Ahnung haben, was sie tun. Wenn die Nutzung fossiler Energieträger sehr kurzfristig eingestellt wird, bricht die moderne Gesellschaft zusammen. Ein Übergang ist, wie das Wort schon sagt, ein schrittweiser Prozess. Die Energie der Zukunft ist eindeutig die Kernenergie, die aus einem gut positionierten Mix aus großen und kleinen Kernkraftwerken besteht. Die Praxis zeigt unmissverständlich, dass die angebotsorientierte Wind- und Solarenergie in unserem künftigen Energiesystem nur eine Nischenrolle spielen kann. Die neue niederländische Regierung muss sich nach der Wahl schnell an die Arbeit machen.

Abschließend appellieren wir noch einmal an beide Klimawelten, Alarmisten und Realisten, sich nicht gegenseitig zu bekämpfen, sondern gemeinsam mehr Wissen über das Verhalten des Erdklimas und über die Wahl unserer zukünftigen Energiesysteme zu erarbeiten.

Link: https://andymaypetrophysicist.com/2024/04/12/the-honest-story-of-climate-change-part-2-with-a-new-course-towards-a-hopeful-future/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Politisch abhängige Wissenschaft: Leopoldina will noch mehr teuren Klimaschutz

von AR Göhring

Jedes größere Land in Europa hat eine Nationale Akademie der Wissenschaften. Dort kann man aber nicht studieren, weil die Mitglieder alles längst arrivierte Professoren sind – eine Berufung in den Kreis der Erlesenen gilt als Krönung der Karriere. Die deutsche Entsprechung ist die nach einem habsburgischen Kaiser benannte Leopoldina, die nach einigen Umzügen seit 1878 in Halle an der Saale residiert. Daß sie im mittelgroßen Halle und nicht in einer Metropole steht, liegt an der (heute so genannten) Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die zur Kaiserzeit prosperierte und einen Bibliotheksneubau verwirklichte.

Da die Leopoldina wie fast alle anderen großen Bildungs- und Wissenschaftsinstitutionen staatlicher Finanzierung und Aufsicht unterliegen, wird auch hier im Zweifel Regierungspolitik betrieben. Bestes Beispiel: Die Haltung der Leopoldina-Oberen während der Corona-Zwangsmaßnahmen.

Aber auch bei den anderen Themen, die an den Bürgern vorbei zum „Zeitgeist“ erklärt wurden, macht die Leopoldina Politik statt Wissenschaft.

Aktueller Beweis: Die ad-hoc-Stellungnahme „Schlüsselelemente des Kohlenstoffmanagementes“.

Für den Laien klingt dieser Titel langweilig-bürokratisch, aber darin geht es schlicht um das berüchtigte CO2 und neue Tricks des Ablaßhandels.

Gleich im ersten Satz lassen die Autoren keinen Zweifel an ihren Glaubensüberzeugungen:

Mit dem Pariser Klima-Abkommen hat sich die Weltgemeinschaft verpflichtet, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 °C zu beschränken. Deshalb verfolgen Deutschland und Europa das Ziel, bis zum Jahr 2045 bzw. 2050 klimaneutral zu sein.“

Der Satz ist dabei allerdings nicht ganz richtig, weil zum Beispiel CO2-Schleuder China zu rein gar nichts verpflichtet wurde und sich nach einer Meldung letzten Jahres auch ganz offiziell nicht mehr dran hält.

Da die sowieso schon recht sparsamen Europäer mit weiterer Einsparung nichts erreichen werden, setzen die Leopoldiner auf Sequestrierung:

Die gesetzten Klimaziele können jedoch nicht allein durch Emissionsreduktionen erreicht werden: der Atmosphäre muss das wichtigste Treibhausgas CO2 auch aktiv und dauerhaft entzogen werden (Carbon Dioxide Removal, CDR).

Das wollen die Autoren erreichen, indem sie CO2 zum Beispiel im Boden verpressen (in Schleswig-Holstein nach Habeck verboten) oder indem sie CO2 hydrieren und als Grundstoff für Plastik verwenden (man denke an Leunabenzin im Krieg – so etwas ist superteuer). Was die Autoren auch vergessen, zu erwähnen: Der gegenwärtige CO2-Anteil in der Atmosphäre von 0,042% ist erdhistorisch knapp über dem Allzeittief. Wenn das Verfahren des Entzugs also erfolgreich wäre, hätte das aufs Klima zunächst überhaupt keinen Einfluß.

Wohl aber würde die natürliche Flora des Planeten zusammenklappen, da Pflanzen neben Wasser eben das CO2 zum Wachsen brauchen:

Wasser + CO2 + Sonnenlicht = Traubenzucker und Sauerstoff

(tags, nachts andersherum)

Das Phänomen heißt „Photosynthese“, die Umkehrung „Atmung“, und sollte Wissenschaftlern bekannt sein, die CO2 aus der Atmosphäre entziehen wollen. Wenn die Pflanzendecke der Erde wegen CO2-Mangel anfangen würde, nicht nur nachts zu atmen, würde auch der Sauerstoff knapp werden. Es würde ein allgemeines Sterben einsetzen, das dann sehr wohl gewisse Effekte auf die Entwicklung des Klimas hätte.

CO2 aus der Luft zu ziehen ist ein sehr teures und meist ineffizientes Verfahren, das, gleich in welcher Ausführung, den CO2-Gehalt der Luft kaum oder gar nicht beeinflussen würde. Das liegt einerseits an der gigantischen Menge von Luft in der Atmosphäre, und andererseits am CO2 im Meerwasser, das durch Absenkung des Luft-CO2s sofort nachströmte und so die Konzentration wieder ausgliche.

Und selbst wenn Klimaingenieure eine äußerst schnelle, halbwegs effiziente und bezahlbare Methode fänden, könnte das Herumspielen an der Schöpfung zu einer Eiszeit führen, wenn die Grenze der CO2-Konzentration, die die Grundheizung des Planeten via „Treibhaus“effekt (besser: Extinktion/ Absorption) ausmacht, unterschritten würde. Das ist keine EIKE-Spinnerei, sondern die Grundidee des Hollywoodfilms „The Colony – Hell Freezes Over“ (Die Hölle friert zu) mit Laurence Fishburne von 2013. In dem Streifen kühlen sogenannte Klimatürme die angeblich überhitzte Atmosphäre herunter, und lassen sich aber nicht mehr abschalten: Supereiszeit, nur wenige Menschen überleben in Bunkern.

Das in relevanten Mengen praktisch kaum machbare Verfahren des aktiven Kohlenstoffentzugs soll trotzdem laut Leopoldina die „dritte Säule“ der Klimapolitik neben Einsparung und Erneuerbaren Energien werden.

Dies kann nur in einem internationalen Rahmen erfolgreich sein, da einzelne Komponenten des Kohlenstoffmanagements aus technischen Gründen wie auch aus Kosten- und Energieeffizienzgründen nicht ausschließlich in Deutschland realisiert werden können.“

Heißt, wie bei „Paris“ sollen es die anderen richten, die schon jetzt nicht wollen. Egal, dann müssen wir halt wieder mal ran, wie bei E-Auto und Heizhammer:

muss die Ausarbeitung einer nationalen Strategie für das Kohlenstoffmanagement mit hoher Dringlichkeit vorangetrieben und deren Umsetzung unverzüglich auf den Weg gebracht werden.

Wer schreibt da eigentlich bei der Leopoldina? Der geschaßte Staatssekretär von Robert Habeck, Patrick Graichen, dessen Abschlußarbeit und Doktorarbeit im Verdacht stehen, abgeschrieben zu sein? (Am Ende des Textes lösen wir auf.) Der „Heizhammer“ des Wirtschaftsministeriums ging ja dem Vernehmen nach auf sein Konto – und war selbst aus grüner Sicht unüberlegt, vom Zaun gebrochen und für die Bürger ruinös – schlicht irreal.

Weswegen der „Heizhammer“ mehrfach umgebogen und in seeehr abgespeckter Form ins Gesetzbuch kam. Wollen Klimaingenieure Irreales nun an einer Stelle durchdrücken, wo zwar auch die Physik streikt, aber der Bürger wenigstens nicht sofort merkt, daß sein Steuergeld sinnlos in den Äther geblasen wird? (Nicht ganz: Es wird wie bei der Windkraft etc. natürlich wieder einige Öko-Oligarchen geben, die den Reibach mit Unfug machen.)

Und die Regierung ist in der Tat schon auf dem Weg:

“ Die Bundesregierung hat im Februar 2024 in zwei Eckpunkte-Papieren4,5 und einem Entwurf zur Novellierung des Kohlendioxidspeichergesetzes6 Vorschläge für erste Schritte zu einem aktiven Kohlenstoffmanagement und zu Negativemissionen veröffentlicht.“

Das ist alles noch unkonkret, weswegen die Leopoldina Maßnahmen fordert:

Schlüsselelemente, die bei der Konkretisierung und Revision aus wissenschaftlicher Sicht berücksichtigt werden sollten, sind Inhalt dieser Ad-hoc-Stellungnahme.

  1. „Carbon capture“

CO2-Abscheidung in Fabrikschloten ist ein in Deutschland entwickeltes Verfahren, auf das auch Fritz Vahrenholt immer wieder verweist.

Deutsches CO2 abzuscheiden wäre allein natürlich sinnlos, wenn China, die USA und Indien nicht mitmachten – und das wird nach aller Erfahrung nicht geschehen, weil es ein teurer Wettbewerbsnachteil ist. Rein politisch wäre es vielleicht sinnvoll, damit die Alarmisten endlich Ruhe gäben – aber auch das wird nicht geschehen. Denn eins ist klar: Der seit über 50 Jahren bestehende Ökokatastrophismus ist rein politisch und finanziell motiviert, weil er Halb- und Pseudowissenschaftlern, NGOs, Aktivisten, Medien und Politiker ernährt. Waldsterben, Peak-oil, Waldsterben, Eiszeit, Ozonloch, Heißzeit – das sind alles erfundene oder übertriebene Panikmachen, die einen seit Jahrzehnten gewachsenen Komplex von wohlhabenden Kostgängern durchfüttern. Und dieser Komplex wird immer Katastrophen sehen, für die es laufend neue teure Maßnahmen geben muß – das reicht von der RNA-Impfung bis zur Carbon capture.

  1. Kohlenstoffspeicherung im Untergrund und Nutzung von CO2 (CCS und CCU)

CO2 im Boden verpressen machte früher selbst Umweltminiser Habeck nicht mit, und die chemische Umwandlung des Kohlendioxids wie vor dem Krieg in Leuna macht außerhalb Deutschlands niemand, weil teuer,teuer,teuer.

  1. Kohlenstoffspeicherung in Ökosystemen und Nutzung von CO2 in Biomasse (BECCS)

Um das zu erreichen, sollen ein paar trockengelegte Moore wieder vernäßt werden, was, wenn nur Deutschland es tut, nichts bringt. Eine andere Methode würde wohl in allen politischen Lagern und in fast allen Ländern auf Zustimmung treffen – das Aufforsten von Wäldern, da im Holz Jahrhunderte alter Bäume Unmengen CO2 gespeichert werden.

Nun ist die Welt aber seit 1980 je nach Quellangabe schon etwa 30% grüner geworden – was pikanterweise am leicht steigenden CO2-Anteil der Luft liegt, und an politischen Schutzmaßnahmen.

Ist da noch mehr drin? Eher nicht – ausgerechnet der grünrote neue brasilianische Präsident Lula da Silva holzt auch nicht weniger ab als sein kapitalistischer Vorgänger Bolsonaro.

Und die Ökologie selber kommt den CO2-Feinden ins Gehege: Nur wachsende Wälder, die eine „Sukzession“ durchmachen, speichern netto tatsächlich CO2. Ist der Wald aber in seinem natürlichen Endzustand angekommen, geht genauso viel heraus wie hinein.

Und Aufforstungsprojekte, die grünen Flugreisenden den CO2-Ausgleich ermöglichen sollen, stehen nicht erst seit 2023 unter Verdacht, alles Mogelpackungen zu sein.

  1. Ökonomische Anreize für die CO2-Entnahme

Im Klartext: Ein Bruder der CO2-Steuer, der die Verbraucherpreise weiter steigern wird. Denn eins ist klar: Die Industrie wird die Kosten an den Kunden weitergeben.

„Zur Steuerung und Anreizsetzung für die CO2-Entnahme könnten entweder Kohlenstoffspeicher direkt entgolten oder dedizierte Zertifikate entwickelt und ausgegeben werden.“

Und die berühmten „Zertifikate“ haben schon Milliardäre gemacht – Elon Musk nämlich verdient mit seinen Teslas gar nicht besonders viel Geld – dafür umso mehr mit CO2-Zertifikaten.

  1. Internationale Anstrengungen und Abstimmungen intensivieren

Im Klartext: Noch mehr Programme wie „Paris“ auflegen und Klimakonferenzen abhalten, auf denen Diktatoren und Autokraten irgendwelche unverbindlichen Papiere unterschreiben, die für deutsche oder westeuropäische Steuerzahler allerdings wieder sehr teuer werden.

Man merkt, der Leopoldina-Text behandelt Themen, die eigentlich, wie beim Klimaalarmismus üblich, längst in der Ablage „P“ verschwunden sein müßten. Die Liste der Autoren ist da noch das Interessanteste, und macht einiges im Text verständlich:

Autorinnen und Autoren

Edenhofer, Ottmar ML, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Potsdam, und Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change, Berlin

▪ Grimm, Veronika, Technische Universität Nürnberg

▪ Haug, Gerald ML, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina

Marotzke, Jochem ML, Max-Planck-Institut für Meteorologie, Hamburg

▪ Marquardt, Wolfgang ML, ehemals Forschungszentrum Jülich

▪ Schlögl, Robert ML, Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft, Berlin

▪ Schüth, Ferdi ML, Max-Planck-Institut für Kohlenforschung, Mülheim

▪ Wagner, Ulrich, TU München und Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V.

(ML – Mitglied der Leopoldina)

Redaktionsgruppe

▪ Anton, Christian, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Abteilung Wissenschaft-Politik-Gesellschaft

▪ Artmann, Stefan, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Präsidialbüro

▪ Wetterich, Sebastian, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Abteilung Wissenschaft-Politik-Gesellschaft




Die ehrliche Geschichte des Klimawandels: Teil I: Von Angst und Einschüchterung geplagt

Guus Berkhout und Kees de Lange

[Alle Hervorhebungen in diesem Beitrag vom Übersetzer!]

Es gibt keine Klimakrise, auch wenn Politiker, Klimainstitute und die Medien dies glauben machen wollen. Der Klimawandel ist eine Tatsache, aber er ist eine Veränderung, denn alles verändert sich, sowohl innerhalb als auch außerhalb unserer Atmosphäre. Keine Überraschung! Wir werden zeigen, dass wir den Klimawandel nicht zu einem Drama machen sollten. Im Gegenteil, wir sollten ihn zu unserem Vorteil nutzen. Dazu gibt es eine ermutigende Botschaft der emeritierten Professoren Guus Berkhout und Kees de Lange.

In Teil I fordern wir Politiker, Klimaforscher und Journalisten auf, mit der Panikmache aufzuhören und keine Ergebnisse fehlerhafter Klimamodelle zu zitieren. Unsere Politiker müssen den Bürgern endlich die Wahrheit sagen.

Mit Klima ist nicht das unbeständige Tageswetter gemeint, sondern das durchschnittliche Wetter über einige Jahrzehnte (die gängige Definition lautet mehr als dreißig Jahre). Das Klima stellt ein außerordentlich komplexes physikalisches System dar und reagiert auf alle möglichen äußeren Einflüsse von innerhalb und außerhalb unserer Atmosphäre. Dies geschieht schon seit 4,5 Milliarden Jahren. Wir nennen diese äußeren Einflüsse die Ursachen des Klimawandels. Die große wissenschaftliche Herausforderung besteht darin, die wichtigsten Ursachen des vergangenen und gegenwärtigen Klimawandels zu kennen und zu verstehen. Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse bilden die Grundlage für eine wirksame Klimapolitik.

Eindämmung und Anpassung

Wenn der Klimawandel nachweislich gefährlich ist und die Hauptursachen vom Menschen kontrolliert werden können, dann muss sich die Klimapolitik auf die Beseitigung dieser Ursachen konzentrieren. Dies wird als Minderungspolitik bezeichnet. Wenn aber der Mensch gegen die Hauptursachen machtlos ist, dann muss sich die Klimapolitik auf die Anpassung konzentrieren, die Anpassungspolitik.

Das Drama beginnt, wenn aus ideologischen Gründen und/oder aufgrund zweifelhafter wissenschaftlicher Forschung die Abmilderung gewählt wird, obwohl die Anpassung der richtige Weg wäre.

Ein kritischer Blick auf die Mainstream-Klimaforschung der letzten Jahrzehnte sowie ein Blick auf die geologische Geschichte der Erde über 4,5 Milliarden Jahre zeigt, dass wir mit unserer Klimapolitik auf dem falschen Weg sind. Im Ergebnis werden wir Hunderte von Milliarden für Maßnahmen ausgeben, die nichts bringen und viel Schaden anrichten. Das ist genau das, was die Erfahrung seit Jahrzehnten zeigt.

Ernsthafte Wissenschaft

Es ist gut, sich zunächst in Erinnerung zu rufen, wie seriöse Wissenschaftler arbeiten. Wissenschaft beginnt mit der Durchführung zuverlässiger Beobachtungen. Heute können Satelliten eine unvorstellbar große Zahl wertvoller Messungen über die Eigenschaften des Klimasystems wie Temperatur, Druck und Feuchtigkeit sammeln. Diese Beobachtungen erzählen die Geschichte des Klimawandels. Daher ist die Analyse dieser Messungen der erste große Schritt. Diese Analyse liefert wichtige empirische Beziehungen, wie die Temperatur als Funktion von Raum (x, y, z) und Zeit (t). Die Analyse zeigt auch Beziehungen zwischen Systemeigenschaften auf, z. B. zwischen Temperatur und Feuchtigkeit. Diese Beziehungen sind empirisch, da sie direkt aus Messungen abgeleitet werden und keine theoretische Grundlage haben.

Der an dieser Stelle stehende Cartoon kann wegen unklaren Copyrights nicht gezeigt werden. Er zeigt Galileo Galilei mit seinem heliozentrischen Weltbild vor der katholischen Inquisition, die ihn belehrt: „Die Wissenschaft ist settled, Galileo! Du hast unrecht!“

Abbildung 1: Im Laufe der Jahrhunderte haben wir erlebt, dass Menschen mit neuen Ideen, selbst wenn sie auf zuverlässigen Beobachtungen beruhten, zum Schweigen gebracht wurden. Es ist traurig, dass dieses Phänomen im 21. Jahrhundert immer noch blüht.

Erklärung der Beobachtungen

Dann beginnt die zweite wissenschaftliche Phase: eine wissenschaftliche Erklärung dafür zu liefern, warum die Beobachtungen so sind, wie sie sind. Dies geschieht durch die Entwicklung von Theorien, bei denen Computermodelle in der heutigen Zeit eine wichtige Rolle spielen. Wenn ein Computermodell alle relevanten Beobachtungen – und damit alle empirischen Zusammenhänge – reproduzieren kann, sind wir mit der Theorie auf dem richtigen Weg. Ist das nicht der Fall, bleibt für die Theorie nur noch der Papierkorb.

Das ist ein unerbittlicher Test. Genau dieses harte Vorgehen hat die Naturwissenschaft in nur wenigen hundert Jahren, seit der Arbeit prominenter Wissenschaftler wie Galileo Galilei, auf den heutigen Stand gebracht. Eine Theorie oder ein Modell zu verkaufen, indem man nur Beobachtungen auswählt, die einem passen, ist wissenschaftlich gesehen eine Todsünde. Das Ändern von Messungen, um sicherzustellen, dass diese Messungen mit den Modellergebnissen übereinstimmen, ist wissenschaftlicher Betrug. Die Universitäten sollten ihren Studenten diese Grundprinzipien der Wissenschaft beibringen.

Zuverlässige Beobachtungen

Alles beginnt also damit, zuverlässige Beobachtungen zu machen. Das ist keine leichte Aufgabe! Die Astronomie ist ein gutes Beispiel. Die Vorgänge im Universum sind so komplex, dass nur die allerbesten Teleskope den Menschen zuverlässige Beobachtungen liefern können, die uns helfen, all die wunderbaren Dinge zu verstehen, die im Weltraum geschehen. Das Nachfolgemodell des Hubble-Teleskops, das James-Webb-Teleskop, liefert Bilder, die uns jeden Tag in Erstaunen versetzen. Diese Bilder ermöglichen es dem Menschen, alte Annahmen zu verwerfen und bestehende Modelle über den Ursprung des Universums der Wahrheit näher zu bringen.

Messung der Temperatur

Zurück zum Klima der Erde. Temperaturmessungen sind in der Klimaforschung von großer Bedeutung. Ganz einfach, würden Sie sagen, man steckt Wetterstationen mit Thermometern in den Boden und archiviert die Ergebnisse jeden Tag in einer Tabelle. Das war in der Vergangenheit tatsächlich so, aber die Frage ist: „Sind diese Ergebnisse zuverlässig und repräsentativ?“ Wenn es doch nur der Fall wäre. Wissenschaftliche Professionalität ist auch bei der Messung gefragt.

Erstens besteht die Oberfläche unseres Planeten zu 70 % aus Wasser, so dass man in den Ozeanen keine Wetterstation im Boden platziert. Außerdem gab es in der Vergangenheit nur wenige Messstationen, und einige Teile der Erde waren viel besser abgedeckt als andere. Außerdem befinden sich Messstationen, die früher mitten im Nirgendwo standen, heute aufgrund der zunehmenden Verstädterung in den Vororten von Großstädten oder direkt neben einer Fabrik oder einem Flughafen. Aufgrund des so genannten Urban Island Effect sind diese Standorte alles andere als ideal. Erst vor etwas mehr als vierzig Jahren wurde es durch Satellitenmessungen möglich, die Temperatur weltweit auf eine viel konsistentere, zuverlässigere und repräsentativere Weise zu messen.

Klimamodelle und Satellitenmessungen

Die Klimamodelle sagen uns seit vielen Jahrzehnten, dass sich die Erde auf alarmierend hohe Temperaturen erwärmt und dass das CO₂-Gas der Hauptverursacher ist. UN-Chef António Guterres drückt es so aus: „Wir befinden uns auf einer Autobahn zur Klimahölle“, wenn wir nicht aufhören, das ‚böse‘ CO₂-Gas auszustoßen. Gerne wird dieser Aussage auch hinzugefügt, dass 97 % der Wissenschaftler dieser Meinung sind. Aber ist diese Geschichte wahr?

Abbildung 2: UN-Chef Antonio Guterres warnt die Weltgemeinschaft: „Wir befinden uns auf einem Highway in die Klimahölle“, wenn die Menschen nicht aufhören, das böse CO₂-Gas auszustoßen.

Unsinnige Szenarien

Schlimmer noch: Um die panische Botschaft von UN-Chef Guterres zu verstärken, werden unsinnige Szenarien verwendet, die in der Praxis unmöglich sind. So wurde beispielsweise das berüchtigte RCP 8.5-Szenario in die Klimamodelle eingegeben (ein extremes CO₂-Emissionsszenario), um die Menschen in großem Maßstab zu erschrecken. Dieses Szenario, das eine Erwärmung von mehr als 6°C bis 2100 vorhersagt, wird auch heute noch verwendet, obwohl bekannt ist, dass diese Vorhersagen auf unsinnigen Annahmen beruhen.

CO₂-Beitrag

Und viele Wissenschaftler sind sich auch einig, dass mehr CO₂ zur Erwärmung beiträgt [?], aber nur eine Minderheit glaubt wirklich, dass das menschliche CO₂ die Hauptursache für die aktuelle Erwärmung ist. Auch das wird durch harte Fakten bestätigt. Erstens haben wir in der Geschichte des Erdklimas (lange bevor es Menschen gab) gesehen, dass es Perioden mit hohen CO₂-Konzentrationen und niedrigen Temperaturen gab, sowie Perioden mit niedrigen CO₂-Konzentrationen und hohen Temperaturen. Es waren also andere Ursachen im Spiel, die einen großen Einfluss auf die Temperatur der Erde hatten.

Sättigungs-Effekt

Aber noch interessanter sind die modernen Satellitenmessungen, die zeigen, dass es bei mehr CO₂-Emissionen zu einem Sättigungseffekt kommt, wie wir ihn in der Natur so oft beobachten. Je mehr CO₂, desto geringer ist der Effekt auf die Temperatur. Das lineare Verhalten in den Klimamodellen entspricht nicht der Realität. Das erklärt zum Teil die panikartigen Vorhersagen dieser Modelle. Noch ein Wort für die Kenner der Materie. Das Gesetz von Le Chatelier besagt, dass die Natur immer bestrebt ist, Störungen entgegenzuwirken („negative Rückkopplung“). Dieses Gesetz erklärt zum Beispiel, dass in der Klimageschichte die Eiszeiten und Zwischeneiszeiten immer innerhalb bestimmter Temperaturgrenzen geblieben sind, unabhängig von der CO₂-Konzentration in der Atmosphäre.

Abbildung 3: Der Nobelpreisträger Dr. John Clauser, Unterzeichner der Weltklimaerklärung von Clintel, drückt es so aus: „Wahrheit hat die Eigenschaft, mit der Realität übereinzustimmen, und gute Wissenschaft bedeutet, die Realität in der Natur zu beobachten und sie genau wiederzugeben, ohne an die Folgen zu denken.“

Molekül des Lebens

In diesem Zusammenhang möchten wir noch ein paar Worte über CO₂ sagen. Labormessungen zeigen, dass mehr CO₂ eine erwärmende Wirkung hat, aber diese Messungen zeigen auch, dass diese Erwärmung bescheiden und nicht linear ist. Es gibt also keinen, wir wiederholen, keinen wissenschaftlichen Beweis für all diese AGW-Angstgeschichten. Darüber hinaus zeigen die Messungen auch, dass CO₂ das Lebensmolekül für die gesamte Natur auf der Erde ist. Je mehr CO₂, desto grüner wird die Erde und desto höher wird die Produktivität der Landwirtschaft. Wenn wir beide CO₂-Eigenschaften, die nichtlineare Erwärmung und die landwirtschaftliche Produktivität vergleichen, dann ist die extrem teure und störende „Netto-Null“-Klimapolitik, die verfolgt wird, wissenschaftlich, wirtschaftlich und gesellschaftlich unverantwortlich.

Ursache und Auswirkung

Schließlich ist die Frage nach Ursache und Wirkung in komplexen Systemen eines der schwierigsten Probleme in der Wissenschaft. So gibt es beispielsweise auch wissenschaftliche Hinweise darauf, dass die Erwärmung der Ozeane dazu führt, dass mehr CO₂ in die Atmosphäre freigesetzt wird (Henry’s Law). Also beeinflusst nicht nur der Mensch, sondern auch die Natur die Menge des CO₂ in der Atmosphäre. Die ganze Geschichte sollte in allen Schulen gelehrt werden. Nicht nur die bekannte Angstgeschichte, sondern die ganze Geschichte sollte erzählt werden. Warum werden unsere Kinder so einseitig über das Klima informiert?

Kooperation

Das IPCC erzählt uns eine allzu einfache und alarmistische Geschichte über den Klimawandel. In dieser Geschichte wird das anthropogene CO₂ als Hauptursache genannt („Science is settled“). Diese starre Aussage hat zur Folge, dass ein schneller Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoffe erforderlich ist. Die technischen und wirtschaftlichen Realitäten lassen dies jedoch nicht zu.

Abgesehen von der praktischen Unmöglichkeit gibt es auch wissenschaftliche Argumente. Wir haben oben gezeigt, dass vieles darauf hindeutet, dass es um weit mehr geht als um anthropogenes CO₂ („The science is not settled at all“). Wir wissen noch viel zu wenig über das Klima der Erde, um zu behaupten, dass der Mensch es kontrollieren kann.

Es ergeht ein Appell an beide Seiten der Klimawissenschaft, Alarmisten und Realisten, sich nicht länger gegenseitig zu bekämpfen, sondern gemeinsam mehr wissenschaftliche Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie sich das Klima verändert, und zwar schneller. Dabei sollten wir uns von zuverlässigen Messungen leiten lassen. Nur so können wir uns mit Klimamodellen der Wahrheit annähern.

[Dies kann man auch den „Putin-Effekt“ nennen. Die Alarmisten verweigern sich seit rund 40 Jahren allen Diskussionen mit Realisten! A. d. Übers.]

In Teil II werden wir dafür plädieren, dass wir gemeinsam die Chancen nutzen, die der Klimawandel wissenschaftlich, technologisch und wirtschaftlich bietet. Wohlgemerkt: Ein völlig anderer Ansatz in der Klimapolitik bedeutet auch einen völlig anderen Ansatz für die Energiewende. Die Vorteile werden für alle groß sein.

Link: https://andymaypetrophysicist.com/2024/04/11/the-honest-story-of-climate-change-part-i-weighed-down-by-fear-and-intimidation/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE