Erwacht Europa aus seinem Net Zero-Alptraum?

Duggan Flanakin

Anfang letzten Monats schockierte der französische Präsident Emmanuel Macron Europa, indem er die Europäische Union dazu aufforderte, keine weiteren Vorschriften für angeschlagene Industrien zu erlassen. Die EU habe bereits „mehr als ihre Nachbarn“ getan, um den Planeten vor dem ökologischen Untergang zu bewahren, so Macron. Jeder weitere Schritt würde die europäische Produktion und damit den Wohlstand gefährden.

Vielleicht um sich als den wahren Führer eines vereinten Europas zu präsentieren hat sich Macron während der letzten Wochen zu einer Vielzahl von Themen geäußert – er entschuldigte sich bei den osteuropäischen Ländern dafür, dass er nicht auf ihre Warnungen vor der russischen Aggression gehört hätte, und schlug vor, nach Verhandlungen mit der russischen Führung Wladimir Putin und andere wegen Kriegsverbrechen zu verfolgen.

Ein wichtiger Grund für Macrons Forderung nach einem Stopp der weiteren Selbstgeißelung wegen der „Klimakrise“ ist seine Ansicht, dass „wir in Bezug auf die Regulierung den Amerikanern, den Chinesen und jeder anderen Macht in der Welt voraus sind.“ In einer anderen Rede sagte Macron: „Ich ziehe Fabriken vor, die unsere europäischen Standards, die die besten sind, respektieren, und nicht solche, die noch mehr Standards und immer mehr wollen – aber keine weiteren Fabriken haben.“

Auf Macrons Kommentare folgte eine Woche später die Nachricht, dass die Europäische Volkspartei (zu der auch die deutschen Christdemokraten gehören) erwägt, ihre Unterstützung für den Green Deal der Europäischen Kommission zurückzuziehen. Dabei handelt es sich um eine Reihe von Vorschlägen, die EU-weite Ziele für die Beseitigung von Kohlendioxid-Emissionen bis 2050 beinhalten – und die 11 EU-Länder bereits angenommen haben.

Im März gewann die niederländische Bauern-Bürger-Bewegung (BoerburgerBeweging, BBB) mit fast 20 Prozent der Stimmen 15 Sitze im Senat des Landes. Die Partei wurde gegründet, um sich gegen den Plan der Regierung zu wehren, 3000 Familienbetriebe aufzukaufen, um die Stickstoffemissionen (und damit den Düngemitteleinsatz) zu senken und den Viehbestand zu reduzieren. Die Bewegung hat sich ausgeweitet und spricht nun sowohl Land- als auch Stadtbewohner an, welche die traditionellen, konservativen niederländischen sozialen und moralischen Werte vertreten.

Im Mai hat die neu gegründete Partei „Bürger in Wut“ bei den Landtagswahlen in Bremen bei ihrem ersten politischen Versuch fast 10 Prozent der Stimmen erhalten. Der Stimmenanteil der Partei könnte durch das Verbot der klimaskeptischen Partei Alternative für Deutschland (AfD) bei den Bremer Wahlen gestiegen sein. Die AfD liegt jetzt in Deutschland in den Umfragen höher als die Grünen und nähert sich den Sozialdemokraten von Bundeskanzler Olaf Scholz (deutlich hinter den Christdemokraten).

Waren es Nachrichten wie diese, die Macron, der letztes Jahr mit 58 Prozent der Stimmen gegen Marine Le Pen seine Wiederwahl gewann, dazu brachten, seine Haltung zu ändern? Während des Wahlkampfs 2022 hatte Le Pen die grüne Agenda nicht verleugnet, aber darauf bestanden, dass der Übergang „viel langsamer erfolgen sollte als das, was den Franzosen auferlegt wird“. Nun scheint es, dass Macron Le Pens Standpunkt zur Ökologisierung Frankreichs übernommen hat.

Die europäischen Klimakatastrophisten waren im vergangenen September entsetzt über die Wahl von Giorgia Meloni zur ersten weiblichen Ministerpräsidentin Italiens, aber es ist ihre Führungsrolle, welche die Opposition gegen solche grünen Idole wie (nur) Elektroauto-Mandate antreibt. Während ihres erfolgreichen Wahlkampfs bezeichnete Meloni den Green Deal der Europäischen Union als „Klima-Fundamentalismus“ und stellte den Umfang der Finanzmittel für den grünen Wandel in Frage.

Ihre Botschaft lautete, dass die Kohlendioxid-Emissionen gesenkt werden könnten, ohne dass Wirtschaftswachstum und Entwicklung geopfert werden müssten. „Greta Thunbergs Ideologie (die von den EU-Bonzen geteilt wird) wird dazu führen, dass wir Tausende von Unternehmen und Millionen von Arbeitsplätzen in Europa verlieren“, argumentierte sie. Stattdessen versprach sie, sich auf das Fachwissen und die Kreativität von Unternehmen und Unternehmern zu verlassen, um langfristige Klimaziele zu erreichen.

Zuvor hatte Meloni vor einem spanischen Publikum erklärt: „Man hat uns jahrelang gesagt, dass es keine Alternative zur ökologischen Ideologie gibt…. Aber sie haben sich geirrt oder uns belogen. Denn wir wissen jetzt, dass unsere Energieabhängigkeit dramatisch ist und dass der Übergang zur Elektrizität ohne Kontrolle über die Rohstoffe uns noch abhängiger von China machen wird als wir es von Russland sind.“

Die Norweger sind im vergangenen Monat den Gegnern fossiler Brennstoffe entgegen getreten, indem sie Pläne für weitere Bohrungen in den arktischen Gebieten der Barentssee ankündigten. Die norwegische Regierung hat zu weiteren Öl- und Gasfunden aufgerufen, um die Energiesicherheit zu erhöhen und die europäischen Partner bei der Energieversorgung zu unterstützen.

Erdöl- und Energieminister Terje Aasland forderte die Öl- und Gasunternehmen auf, ihrer „sozialen Verantwortung“ nachzukommen und „nichts unversucht zu lassen“, um weitere Erdgasvorkommen in der Barentssee zu finden. „Das Erdölabenteuer im Norden hat gerade erst begonnen“, rühmte Aasland und wies darauf hin, dass Norwegen seine Erdölindustrie ausbauen – und nicht abwickeln – müsse.

Politiker neigen dazu, den Umfragen zu folgen, und eine kürzlich durchgeführte Umfrage ergab, dass viele Europäer zwar durch Berichte über eine „Klimakrise“ alarmiert, aber nicht bereit sind, ihren Lebensstil grundlegend zu ändern, um diejenigen zu besänftigen, die extreme Maßnahmen zur „Rettung des Planeten“ fordern. Während 81 Prozent der Italiener (der höchste Wert aller Länder) angaben, sie seien sehr oder ziemlich besorgt über den Klimawandel, sagten weit weniger, sie würden nie wieder Produkte aus Einwegplastik kaufen.

Beträchtliche Minderheiten waren sogar bereit, ihren Fleisch- und Milchkonsum einzuschränken, aber nur einer von zehn Deutschen würde freiwillig ganz auf Fleisch und Milchprodukte verzichten oder weniger Kinder bekommen.

Nur ein Drittel der Befragten in den sieben befragten Ländern würde freiwillig auf ein Elektrofahrzeug umsteigen – obwohl die EU und die einzelnen Länder diese Fahrzeuge ihren Bürgern bald aufzwingen würden. Große Mehrheiten von weit über 60 Prozent lehnten Verbote für Fahrzeuge mit fossilen Brennstoffen ab. Und die meisten wollten nicht auf Privatfahrzeuge verzichten, sondern nur auf öffentliche Verkehrsmittel.

Das American Inflation Reduction Act IRA hat die europäischen Regierungen und Unternehmen in eine Zwickmühle gebracht. Entweder erhöhen die Regierungen ihre eigenen Subventionen für die Ökologisierung ihrer Wirtschaft, oder sie riskieren eine Deindustrialisierung. Das IRA zwingt Unternehmen, Europa in Richtung Nordamerika zu verlassen, um in den Genuss von Bidens massiven klimabezogenen Subventionen zu kommen. Natürlich reagierte die EU-Regierung mit ihrem eigenen 250-Milliarden-Euro-Green-Deal-Industrieplan.

Der britische Schatzkanzler Jeremy Hunt sagte, seine Regierung werde sich eher auf regulatorische Reformen als auf Subventionen konzentrieren, um grüne Investitionen anzulocken. [Kein Wunder, dass es bei der Verabschiedung der Schuldenobergrenze im Kongress neue Unterstützung für eine Reform der Genehmigungsverfahren gab.]

Aber, wie Joseph Sternberg im Wall Street Journal schrieb, können sich die USA ebenso wenig wie Europa grüne Subventionen leisten.

Trotz des „Tauwetters“ in Europa setzt sich kaum ein europäischer Politiker mit den Unstimmigkeiten bei den globalen Temperaturdaten oder den Beweisen für ein wachsendes (und nicht schrumpfendes) antarktisches Schelfeis auseinander. „Die Wissenschaft“ in Frage zu stellen – selbst wenn diese „Wissenschaft“ teilweise reine Spekulation ist – ist ein Grund, sich im europäischen (und amerikanischen) Metaversum zu entlarven.

Die Wirtschaft in Frage zu stellen ist daher die einzige Möglichkeit, die Klima-Lemminge zu bremsen. Die Fragen kommen jetzt schnell – aber die Absolutisten weigern sich, sich zu bewegen.

Wird Europa der Weisheit von Giorgia Meloni und den Norwegern – und, mit Verspätung, Emmanuel Macron – folgen? Oder werden die Barone von Brüssel Europa weiter in den Abgrund treiben?

This article originally appeared at Town Hall

Autor: Duggan Flanakin is a Senior Policy Analyst with the Committee For A Constructive Tomorrow. A former Senior Fellow with the Texas Public Policy Foundation, Mr. Flanakin authored definitive works on the creation of the Texas Commission on Environmental Quality and on environmental education in Texas. A brief history of his multifaceted career appears in his book, „Infinite Galaxies: Poems from the Dugout.“

Link: https://www.cfact.org/2023/06/13/is-europe-awakening-from-its-net-zero-nightmare/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Aufforstung ist illusorisch – Klimaschau 152

Die Klimaschau informiert über Neuigkeiten aus den Klimawissenschaften und von der Energiewende. Themen der 152. Ausgabe:
0:00 Begrüßung
0:17 Aufforstungsprogramme sind illusorisch
1:09 Grundwasser füllt sich schneller auf als gedacht




Mythos der Finanzierung des Klima-Skeptizismus‘ durch Big Oil vs. Realität der milliardenschweren Förderung des Klima-Alarmismus‘ durch Big Green

Chris Morrison, DAILY SCEPTIC

Im Jahr 2019 schrieb der Klimaaktivist und UCL-Geografieprofessor Mark Maslin, dass die Ölfirmen 200 Millionen Dollar pro Jahr für die Förderung von etwas ausgeben, das er als „Klimawandel-Leugnung“ bezeichnete. Die Behauptung der „dunklen Mächte“ wird seither regelmäßig verwendet. Der Guardian berichtete kürzlich, dass Big Oil „die Menschheit auswringt und verwies erneut auf die 200 Millionen Dollar, die jährlich für die Lobbyarbeit zum Klimawandel ausgegeben werden. Tolle Geschichte. Schade nur, dass es keine wirklichen Beweise gibt, um sie zu untermauern.

Das geht aus einem neuen Werk des Enthüllungsjournalisten Ben Pile hervor. Er führt die Maslin-Behauptung auf einen Forbes-Artikel zurück, der sich wiederum auf die Arbeit von InfluenceMap stützt, einer internationalen Denkfabrik, die sich „mit Klima- und Nachhaltigkeitsfragen befasst“. InfluenceMap behauptet, eine Finanzierungsmethodik zu verwenden, die auf den „besten verfügbaren Daten“ beruht, aber Pile stellt fest, dass es einen „Turm von Schätzungen“ gibt. Dabei handelt es sich größtenteils um Vermutungen, „nicht um die Entdeckung von Belegen“, wie er anmerkt.

Im Einzelnen stellt Pile fest, dass dieser Stapel von Annahmen die Definition von Bereichen der Unternehmenstätigkeit, die für die Klimalobbyarbeit genutzt werden könnten, und die Schätzung der mit diesen Aktivitäten verbundenen Ausgaben beinhaltet. Anschließend wird der Anteil der Ausgaben geschätzt, der auf Themen im Zusammenhang mit dem Klimawandel ausgerichtet ist, bevor schließlich eine Einstufung als „Lobbyarbeit“ oder „Marke“ vorgenommen wird, je nachdem, ob die Aktivität mit einer politischen Agenda zusammenhängt. Alles in allem, so Pile, „sind es nur Vermutungen“. Die Arbeit ist „performativ“ und erweckt den Eindruck einer Untersuchung, um einen der wichtigsten Glaubensartikel der grünen Ideologie in die Tat umzusetzen.

Er fährt fort: „Und so ist der Gedanke einer ganzen Industrie der Klimaleugnung, die den Interessen der großen Ölkonzerne dient, zur respektabelsten Verschwörungstheorie auf allen Ebenen der Gesellschaft geworden – der Online-Troll fühlt sich bei der Wiedergabe der Verleumdung genauso wohl wie der Vorsitzende der international anerkannten wissenschaftlichen Organisation.“

Natürlich gibt es keinen Grund, warum Big Oil, zu dem Exxon Mobil, Shell, BP, Chevron und Total gehören, kein Geld ausgeben kann, um einen Beitrag zur Energiedebatte zu leisten. Fossile Brennstoffe decken über 80 % des weltweiten Energiebedarfs und leisten einen enormen Beitrag für die Gesellschaft, indem sie unter anderem Milliarden von Pfund in staatliche Fonds und individuelle Rentensysteme pumpen. Das Ölgeschäft ist ein rechtmäßiges Unternehmen, das dazu beigetragen hat, der Menschheit einen Lebensstandard zu verschaffen, der für die große Mehrheit der Menschen früher fast unvorstellbar war. Aber es gibt Anzeichen dafür, dass sie sich in der aktuellen Debatte eher bedeckt gehalten haben, möglicherweise in der Annahme, dass sie auch dann noch 80 % der weltweiten Energieversorgung sicherstellen müssen, wenn der Wahnsinn der Netto-Null-Subventionen vorbei ist.

Der emeritierte Professor Richard Lindzen vom MIT stellt fest, dass das aktuelle Klimanarrativ – von der „settled“ Wissenschaft bis zu Net Zero – „absurd“ ist, aber Billionen von Dollar sagen derzeit, dass es nicht absurd ist. Piles neuestes Werk – eine ausgezeichnete Untersuchung vieler Quellen, die den Klima- und Net-Zero-Extremismus finanzieren – geht sehr detailliert auf viele der grünen Milliardärsstiftungen ein, die alles finanzieren, von aktivistischen Wissenschaftlern über politische Kampagnen bis hin zu Teilen der Mainstream-Medien, darunter natürlich auch der Guardian. The Daily Sceptic hat über viele dieser Aktivitäten berichtet und zum Beispiel die Finanzierung von grüner Propaganda in Schulen und die Bereitstellung von Armageddon-freundlichen Texten für Nachrichtenredaktionen und TV-Meteorologen erwähnt.

Um einen Einblick in die enormen Geldmengen zu geben, die für die Finanzierung der grünen Agenda zur Verfügung stehen, hat Pile die nachstehenden Informationen tabellarisch zusammengestellt und dabei alle jährlichen Zuschüsse von InfluenceMap’s eigenen Wohltätern geschätzt:

Insgesamt gewähren allein die Geldgeber von InfluenceMap jedes Jahr Zuschüsse in Höhe von etwa 1,2 Milliarden Dollar zur Finanzierung der Lobbyarbeit für den Klimawandel. Und das sind nur die Fonds, zu denen InfluenceMap eine direkte Beziehung hat. Es gibt noch viele andere, darunter die Rockefeller-Familie, Bezos, Bloomberg, Gates sowie die Hewletts, Packards und Gettys.

Im Gegensatz dazu stellt Pile fest, dass sich in einem kleinen Bürogebäude in Westminster in der Tufton Street 55, dem Schauplatz der Farbwürfe und Proteste der Extinction Rebellion, eine Reihe kleiner Denkfabriken befindet, darunter die Global Warming Policy Foundation, die, wie er es vorsichtig ausdrückt, „nicht so recht zu den vorherrschenden Ideologien der wachen westlichen Politik und Medien passen“. Insgesamt schätzt Pile das Einkommen aller neun Kampagnen-Organisationen auf nur 6,7 Millionen Dollar.

Pile kann nachweisen, dass Milliarden von Dollar in „offenkundig falsche“ philanthropische Stiftungen geflossen sind, wobei das Geld angeblich dazu verwendet wurde, Narrative zu konstruieren, falsche zivilgesellschaftliche Organisationen zu gründen, die Öffentlichkeit, politische Entscheidungsträger, Regierungen und zwischenstaatliche Behörden aktiv zu fehlinformieren und Gefälligkeiten von oder in Forschungsorganisationen, Medienunternehmen und öffentlichen Einrichtungen zu kaufen. Jeder gegenteilige Einfluss von Big Oil ist einfach nicht vergleichbar, fügt er hinzu.

Die enormen Summen, die der Green Blob ausgibt, werden zur Kenntnis genommen, aber Pile stellt fest, dass die Mitglieder verwirrt sind, warum sie nicht in einer grünen Utopie leben. Sie halten es seit langem für unnötig, sich zu erklären, und ziehen es vor, zu verleumden, Ängste zu schüren, Straßen zu blockieren, moralische Erpressung anstelle von Vernunft einzusetzen – und Verschwörungstheorien rund um Ölfirmen zu erfinden. Darüber hinaus ist selbst nach fast zwei Jahrzehnten Lobbyarbeit eine ausreichend effektive grüne Technologie noch immer ein ferner Traum. Die Windkraft hat versagt, Elektroautos sind ein teurer Luxus und Wärmepumpen kosten ein Vielfaches von Gasheizungen. Die Aktivisten fordern, dass sich die Gesellschaft angesichts der Unzulänglichkeiten der grünen Technologie und des „Klimanotstands“ neu organisieren muss. Dies erfordert den Aufbau supranationaler politischer Agenturen in Form von technokratischen Bürokratien mit beispielloser Macht, die sich der demokratischen Kontrolle entziehen und von nicht rechenschaftspflichtigen Fachleuten bevölkert werden.

„Der Umweltschutz ist eine Elitenideologie, und die Angst vor dem Klimawandel beschäftigt nur die obersten Schichten der Gesellschaft. Der Rest von uns findet sie unglaubwürdig, irgendwie lächerlich und offensichtlich eigennützig“, so Pile abschließend.

Chris Morrison is the Daily Sceptic’s Environment Editor.

Link: https://wattsupwiththat.com/2023/06/15/myth-of-big-oils-funding-of-climate-scepticism-vs-reality-of-big-greens-billions-driving-climate-alarmism/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Was haben die Brüder Grimm und die Grünen gemein?

… Beide erzählen Märchen, nur jene der Grünen kosten enorm viel Geld und nützen sehr wenig!

von Ing. Klaus H. Richardt

Es war einmal eine Gruppe von Wichteln mit vermeintlichen Zauberkräften, die wollten die bösen, stinkenden Fabrikschlote abschaffen und beschlossen, überall Windmühlen aufzustellen, die zuverlässig die Stinker ersetzen und die Menschen weiter mit preiswerter Energie versorgen.

Leider hatte die Wetterfee, Frau Holle etwas dagegen, und sagte dem Wind: Stopp! Das pfeift zu sehr, blase nur, wenn ich es Dir erlaube. So kam es, dass der Wind im Jahre 2022 an Land nur auf 72 und auf See auf 127 Volllasttage kam und niemals eine dauerhafte Leistung bringen kann. Weil z.B. (s. Nettostromerzeugung Mai 2023 von energy-charts) nachts keine Sonne scheint und der Wind nicht immer weht, müssen wir bei Dunkelflaute Strom importieren oder speichern (s. weiße Flecken unter der schwarzen Lastlinie).

von energy-charts

Da der Wind aber auf See stärker weht als an Land, kam man auf die Idee, das Stromnetz so auszubauen, dass jeder kleine Windstoß auf See auch in Berchtesgaden ankommen soll. Deshalb baut man das Netz für jetzt (s. Artikel aus dem Wochenmagazin für Durlach) 410 Mrd. € weiter aus, um geringe Strommengen, genannt Ausfallarbeit, die zurzeit nicht ins Netz eingespeist werden können, weiterleiten zu können.

2019 betrug die maximale Ausfallarbeit des Windes in ganz Deutschland 6272,5 GWh (s. Statista), das ist die Hälfte der Jahreserzeugung (11500 GWh) eines 3 Mrd. € teuren 1650 MW Kohlekraftwerkes wie Moorburg.

Quelle: Statista 2022

Und wie sieht es 2022 und 2030 mit der Jahreserzeugung JE [TWh] und installierten Leistung Pi [GW], bei Wind und Solar aus? (Windzahlen Deutsche Windguard, Solar von Energy Charts + Statista, JE 2030 mit Erzeugung 2022 multipliziert mit Pi2030/2022 geschätzt):

eigenes Werk

Wir hatten 2022 laut energy-charts einen Netzbedarf von 517,2 TWh, haben aber 545,3 TWh erzeugt, d.h. wir haben noch 28,1 TWh exportiert, wegen des Energiemixes mit thermischen Kraftwerken. Wären Kernenergie und Kohle schon weggefallen, hätten wir nur noch 345,3 TWh erzeugt und hätten 171,9 TWh (33,24% des Gesamtbedarfes) importieren müssen.

Sofern es mit den Ausbauplänen bis 2030 klappt, hätten wir zwar eine installierte Wind- und Solarleistung von insgesamt 355 000 MW (2022: 133 606 MW),  könnten aber wegen der schwankenden Verfügbarkeit insgesamt nur 484,2 TWh erzeugen, die wir zum Teil zwischenspeichern müssten, um sie bei Dunkelflaute nutzen zu können. Da sieht es beim Speichern mau aus, da laut Fraunhofer (s.u.) im Jahre 2030 erst 297,63 GWh oder 0,29763 TWh an Speicherkapazität zur Verfügung stehen, das sind 0,06 % (!!) der erzeugbaren Leistung und das schon unter Einbeziehung der E-Autos als Netzreservebatterien, d.h. man kann entweder fahren oder das Netz puffern!

Quelle: Fraunhofer-Institut

Und es wird noch schlimmer: Wir haben keine Überschüsse , mit denen wir per Elektrolyse Wasserstoff erzeugen könnten, da wir über 500 TWh als Jahreserzeugung brauchen, aber ohne thermische Anlagen nur 484 TWh erzeugen könnten. Hinzu kommt, dass wir bisher nur den Stromverbrauch betrachtet haben, insgesamt aber den Endenergieverbrauch der Wärmeerzeugung, des Stromes und des Verkehrs betrachten müssen, der z.B. 2019 laut UBA/AGEB insgesamt 2514 TWh betrug (eigene Grafik):

Wir werden nicht in der Lage sein, mit Wind und Solar ausreichend Stromüberschüsse zu erzeugen, um Speicher zu füllen oder Wasserstoff herzustellen. Wir brauchen weiter thermische Energie.

Aber trotzdem bauen wir das Netz für 410 Mrd. € aus, was die Netzentgelte und somit den Strompreis weiter erhöht, der jetzt schon (Stand: 1.5.23) bei den Stadtwerken Karlsruhe bei 50 €-cent/kWh liegt.  In u.g. Grafik von 2021 betrug der höchste Strompreis in Europa (Deutschland) noch 30,3 €-cent/kWh, das entsprechende Netzentgelt 11 €-cent/kWh:

Quelle: Eurostat

Strompreissteigerung 54%(!) nur wegen Netzausbau für Windkraft

Mit der von 2023 bis 2030 linear ansteigenden Windstromerzeugung von insgesamt 1.730,7 TWh müssten wir mit einem Zusatznetzentgelt inklusive 3,85 Prozent Bauzinsen von 465,25 Milliarden Euro / 1.730.700.000.000 kWh = 0,27 Euro pro kWh rechnen. Das würde den derzeitigen Strompreis in Karlsruhe von 50 Cent pro kWh auf 77 Cent pro kWh (oder 54%) anheben, jedoch ohne Versorgungsgarantie (fehlender Wind und Dunkelheit).

Der Solaranteil wurde bei dieser Betrachtung nicht einbezogen, weil Solarstrom meist ortsnah verwendet wird und die Sonne nachts nie scheint. Würde man ihn aber einbeziehen, käme man auf eine Gesamterzeugung von 2.675,6 TWh und ein Netzentgelt von 0,17 Euro pro kWh. Das wären immer noch 34 Prozent höhere Stromkosten. Zudem reichen die deutschen Speicher mit im Jahr 2030 297,63 GWh Speicherkapazität (E-Autos inklusive) bei einem Stundenbedarf von 70 GW gerade 4,25 Stunden und bei 40 GW reinem Nachtstrombedarf 7,44 Stunden, sogar zu wenig, um nur die Nacht zu überbrücken.

Kein Wind und keine Sonne: Bleibt nur Leuchten mit Petroleum

Fazit aus Grimms Märchen, Hans im Glück:

Hans tauschte einen Klumpen Gold erst gegen ein Pferd, das Pferd gegen eine Kuh, die Kuh gegen ein Schwein, das Schwein gegen eine Gans und die Gans gegen einen Schleifstein.  Der fiel ihm in den Brunnen. Da hatte er nichts mehr!

Man lernte daraus erst zu überlegen, bevor man etwas Unvernünftiges macht.

Die Grün*innen sind da weiter: Sie vernichten das Geld sofort!

– – –

Der Autor Klaus Hellmuth Richardt wurde am 30.3.1951 in Offenbach am Main geboren. Er interessierte sich schon früh für Technik und absolvierte ein Maschinenbaustudium an der Universität Fridericiana zu Karlsruhe, das er 1978 mit einem Diplom abschloss. Durch seine 38-jährige Tätigkeit in Entwicklung, Konzeption, Vertrieb, Realisierung, Inbetriebnahme, Betrieb und Modernisierung von Wasserkraft- und thermischen Kraftwerken (Nuklear-, Kohle-, Öl-, Müllheiz-, Gas-, Kombi- und Solarkraftwerke) auf der ganzen Welt erwarb er einen einzigartigen Überblick über die Möglichkeiten der Dinge nicht nur ‚durch die deutsche Brille‘ zu betrachten, sondern auch andere Ansichten zu respektieren, kritisch zu hinterfragen und danach im Dialog die für alle Seiten beste Lösung zu realisieren.

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Sonne, Temperatur und Modelle

Willis Eschenbach

ERSTER TEIL – REALE WELT

Ich fing an, über die Beziehung zwischen der Absorption der Sonnenstrahlen an der Oberfläche und der Temperatur nachzudenken. Hier sind die CERES-Satellitendaten, die diese Beziehung zeigen:

Abbildung 1. Temperatur und Absorptionsgrad der Sonnenstrahlung an der Oberfläche. Die Strahlung wird in Watt pro Quadratmeter (W/m²) angegeben.

Wie wir aufgrund unserer täglichen Erfahrung erwarten würden, steigt die Temperatur bei mehr Sonnenschein und sinkt sie bei weniger Sonnenschein.

Es stellt sich natürlich die Frage, um wie viel die Oberflächentemperatur für jedes zusätzliche W/m² an absorbierter Strahlung an der Oberfläche steigt.

Wir können uns dieser Frage auf drei verschiedene Arten nähern. Erstens, ein Streudiagramm der in Abbildung 1 gezeigten monatlichen Werte, zusammen mit der Trendlinie:

Abbildung 2. Streudiagramm, monatliche Temperatur im Vergleich zum Anteil der Sonnenstrahlung, der an der Oberfläche absorbiert wird. Da die monatlichen Durchschnittswerte mit Unsicherheit behaftet sind, habe ich die Deming-Regression und nicht die lineare Standardregression verwendet.

Die zweite Möglichkeit, die Beziehung zwischen der Oberflächentemperatur und der absorbierten Sonneneinstrahlung zu berechnen, ist eine lineare Regression auf der Basis von Gitterzellen, gewichtet nach der Fläche der Gitterzellen. Dies ergibt die gleiche Antwort, nämlich 0,22 °C pro zusätzlichem W/m² absorbierter Sonnenstrahlung.

Die dritte Möglichkeit, die Beziehung zu untersuchen, besteht darin, die langfristigen Durchschnittswerte von Temperatur und absorbierter Sonnenstrahlung als Streudiagramm für jede einzelne Gitterzelle zu betrachten. So können wir sehen, was bei unterschiedlichen Temperaturen passiert:

Abbildung 3. Streudiagramm, Mittelwerte der Gitterzellen, Temperatur gegenüber der durchschnittlichen absorbierten Sonnenstrahlung. Die Steigung der roten Linie zeigt den Trend der Temperatur im Verhältnis zur absorbierten Sonnenstrahlung bei verschiedenen Temperaturen.

An diesem Diagramm sind mehrere Dinge interessant. Erstens ist die Beziehung zwischen der absorbierten Sonnenstrahlung und der Temperatur über den größten Teil der Erde (zentrale Region oben) ziemlich linear, mit einem durchschnittlichen Trend (Steigung der roten Linie) von 0,21 °C pro W/m².

Um dies besser zu verstehen, ist hier eine Grafik, die zeigt, wie viel Sonnenstrahlung an der Oberfläche absorbiert wird:

Abbildung 4. Von der Oberfläche absorbierte Sonnenstrahlung (abwärts gerichtete Strahlung minus reflektierte Strahlung)

Die Auswirkung der fast durchgängigen Bewölkung an der intertropischen Konvergenzzone (ITCZ) ist als gelber Streifen knapp über dem Äquator zu erkennen.

Um auf Abbildung 3 zurückzukommen: In den Gebieten mit geringer Sonneneinstrahlung steigt die Temperatur mit zunehmender Sonneneinstrahlung sehr schnell an. Die folgende Karte zeigt, wo sich diese Gebiete befinden:

Abbildung 5. Teile der Welt, in denen die absorbierte Sonnenstrahlung im Jahresdurchschnitt weniger als fünfzig Watt pro Quadratmeter beträgt.

Und am rechten Ende der Skala in Abbildung 3 erwärmt sich die Oberfläche in Gebieten, in denen die durchschnittliche absorbierte Sonnenstrahlung über 210 W/m² liegt, überraschenderweise gar nicht so sehr. Die durchschnittliche Reaktion in den unten dargestellten farbigen Gebieten beträgt 0,03 °C pro W/m². Hier sind diese Gebiete:

Abbildung 6. Teile der Welt, in denen die absorbierte Sonnenstrahlung im Jahresdurchschnitt mehr als zweihundertzehn Watt pro Quadratmeter beträgt.

Die horizontalen gepunkteten Linien über und unter dem Äquator auf der Karte in Abbildung 6 zeigen die Grenzen der Tropen. Man beachte, dass sich die meisten tropischen Ozeane nicht weiter erwärmen, wenn die absorbierte Sonnenstrahlung über 210 W/m² ansteigt.

Und am Ende haben wir drei verschiedene Schätzungen, wie stark die Temperaturen steigen, wenn die Sonneneinstrahlung zunimmt, und wie stark sie sinken, wenn die Sonneneinstrahlung abnimmt. Alle drei Schätzungen liegen in der Größenordnung einer Temperaturänderung von 0,2 °C je 1 W/m² Änderung der absorbierten Sonnenstrahlung. Und alle drei zeigen, dass die Temperatur mit der absorbierten Sonneneinstrahlung variiert, d. h. mit mehr Sonnenschein steigt sie an und mit weniger Sonnenschein sinkt sie, so wie wir es jeden Tag beobachten.

ZWEITER TEIL – MODELLWELT

Nachdem ich mir angesehen habe, was tatsächlich passiert, warf ich einen Blick darauf, was die Modelle sagen. Die Modelldaten sind auf der wunderbaren KNMI-Website verfügbar, indem man „Monthly CMIP5 scenario runs“ auswählt. Diese stammen aus dem Fifth Computer Model Intercomparison Project (CMIP5). Die Lufttemperatur an der Oberfläche wird als „TAS“ (Temperature Air Surface) bezeichnet. Die abwärts gerichtete Sonneneinstrahlung an der Oberfläche wird als „RSDS“ (radiation shortwave downwelling surface) bezeichnet, die reflektierte Sonneneinstrahlung an der Oberfläche als RSUS (radiation shortwave upwelling surface). Die absorbierte Strahlung ist die absteigende Sonnenstrahlung minus die reflektierte Sonnenstrahlung.

Ich habe mit den Temperaturdaten begonnen. Ich interessierte mich für die historischen Daten, die für die vier „Szenarien“, yclept RCP26, RCP45, RCP60 und RCP85, im Wesentlichen identisch sind. Ich verwendete die RCP26-Daten. Die historischen Daten enden im Jahr 2012. Hier die CMIP5-Rekonstruktion der mittleren globalen historischen Temperatur im Vergleich zur globalen Temperatur von Berkeley Earth:

Abbildung 7. Berkeley Earth und CMIP5-Modelltemperaturen im Vergleich.

Nun, das ist ziemlich respektabel. Die Modelle haben die wichtigsten Veränderungen der historischen Temperaturen gut nachgebildet. (Das wirft die Frage auf, wie verschiedene Modelle mit sehr unterschiedlichen Klimaempfindlichkeiten die Temperatur so gut nachbilden können, eine Frage, die ich in „Dr. Kiehl’s Paradox erörtert habe … aber ich schweife ab.)

Nachdem ich all das getan hatte, schaute ich mir die modellierte absorbierte Sonnenstrahlung an … und mir fielen die Augen aus dem Kopf. Hier ist das modellierte Ergebnis. Wie bei der Temperatur sind die Ergebnisse für die Sonneneinstrahlung in den vier Szenarien im Wesentlichen identisch, daher zeige ich RCP26:

Abbildung 8. CMIP5 RCP26 historische Anomalie der absorbierten Oberflächen-Sonnenstrahlung.

Huch? Die Temperaturen steigen und die absorbierte Sonneneinstrahlung sinkt? Wie bitte? Wie unglaublich ist das denn?

Aber moment da ist noch mehr! Hier sind die gleichen RCP26-Solardaten, diesmal einschließlich der Projektion der absorbierten Sonnenstrahlung an der Oberfläche bis zum Jahr 2100:

Abbildung 9. CMIP5 RCP26 historische und projizierte Anomalie der absorbierten Oberflächen-Sonnenstrahlung.

Das ist … merkwürdig. Die modellierte absorbierte Sonnenstrahlung an der Oberfläche nimmt über den gesamten historischen Zeitraum bis 2012 ab, um dann sofort wieder zu steigen.

Wahrscheinlich ist das nur ein Zufall.

Aber bedenken Sie … wenn sie irgendwie steigende historische Temperaturen bei sinkender historischer absorbierter Sonnenstrahlung erhalten, stellen Sie sich vor, wie hoch ihre zukünftigen Prognosen bei steigender absorbierter Sonnenstrahlung sein werden. Das ist eine Win-Win-Situation für die Alarmisten!

Und wie kommt es, dass ich derjenige bin, dem diese Dinge auffallen, und nicht die guten Leute, die die Modelle betreiben, oder die Leute von CMIP5?

Immer wieder neue Fragen.

Link: https://wattsupwiththat.com/2023/06/19/sun-temperatures-and-models/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE