Der Kollaps von ‚Britishvolt‘ signalisiert ein ökonomisches Desaster für Net Zero-Pläne in UK

Net Zero Watch

[Ob bei uns nicht gleiches zu erwarten ist? {Giga-Fabrik in Grünheide}. A. d. Übers.]

Nachdem das viel gelobte Batterie-Start-up-Unternehmen Britishvolt in Konkurs gegangen ist, hat Net Zero Watch erneut davor gewarnt, dass die Regierungspolitik des grünen Interventionismus und des Net Zero-Dogmatismus ein Rezept für eine wirtschaftliche und politische Katastrophe ist.

Die als „Giga-Fabrik“ bezeichnete Fabrik für Elektroautos sollte ein Symbol für den Aufschwung sein und zeigen, wie eine grüne „Planwirtschaft“ eine industrielle Renaissance einläuten könnte.

Der damalige Premierminister Boris Johnson behauptete letztes Jahr, dass der Plan von Britishvolt, „eine neue Gigafactory in Northumberland zu bauen, ein starkes Zeugnis für den Platz Großbritanniens an der Spitze der globalen grünen industriellen Revolution sei“. Diese Pläne sind nun völlig über den Haufen geworfen.

Minister der britischen Regierung hatten 100 Millionen Pfund für das Batterieprojekt zugesagt, offenbar ohne einen soliden Geschäftsplan, weil es mit der offiziellen Rhetorik zu Net Zero übereinstimmte.

Das Unternehmen machte die „ausufernden Energiekosten“ in Großbritannien für seine missliche Lage und sein endgültiges Scheitern verantwortlich.

In den letzten Monaten hat BMW angekündigt, die Produktion des elektrischen Mini vom Vereinigten Königreich nach China zu verlagern, wo die Energie zur Herstellung aus billiger Kohle kommt. Andere Autohersteller planen, die Anzahl der von ihnen hergestellten Elektrofahrzeuge zu reduzieren, weil die steigenden Preise und die steigenden Stromkosten sie für Autofahrer zunehmend unerschwinglich machen.

Dr. Benny Peiser, der Direktor von Net Zero Watch, sagte:

„Dieses Fiasko war völlig vorhersehbar und wurde in der Tat von uns und anderen Analysten vorhergesehen – aber nicht von selbstgefälligen Ministern und inkompetenten Staatsbeamten. Der Exodus von BMW nach China und der Zusammenbruch von Britishvolt werden nicht die letzten Opfer der grünen Kommando- und Kontrollwirtschaft der Regierung sein.“

Link: https://www.netzerowatch.com/britishvolts-collapse-signals-economic-disaster-for-britains-net-zero-plans/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Dreifacher Durchbruch bei der Kernfusion – Klimaschau 72

Das Beste aus der Klimaschau – Highlights
Themen der 72. Ausgabe (ursprünglich vom 19. Oktober 2021):
0:00 Begrüßung
0:21 Chinesische Dächer als Thermometer der Vorzeit
2:06 Offshore Grundwasser vor Malta
3:56 Dreifacher Durchbruch bei der Kernfusion




Strompreise: Frankreich will aus dem Merit-order-System aussteigen

Edgar L. Gärtner

Das liberale französische Wochenmagazin „Le Point“ hat am 12. Januar eine (nicht unerwartete) Indiskretion aus dem Pariser Wirtschafts- und Finanzministerium weitergereicht. Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire will sich, wie verlautet, offenbar in der kommenden Woche auf der großen deutsch-französischen Ministerkonferenz anlässlich des 60. Jahrestages des am 22. Januar 1963 zwischen Charles de Gaulle und Konrad Adenauer abgeschlossenen Elysée-Vertrages über die deutsch-französische Freundschaft für die Entkoppelung der Strom- und Gaspreise in der EU stark machen. Zurzeit bestimmen im Rahmen des so genannten Merit-Order-Systems die am teuersten produzierenden Kraftwerke (das sind die Gasturbinen) den Strompreis. Den Franzosen wird es dadurch verwehrt, von preisgünstigem Strom aus abgeschriebenen Kernkraftwerken und den zahlreichen alpinen Stauseen zu profitieren. Obendrein ist das nationale Strom-Monopol EDF gesetzlich gezwungen, ein Viertel seines Stroms zum Spottpreis von 42 Euro je Megawattstunde an alternative Anbieter abzugeben, während es bei Strom-Knappheit teuren Gas- und Kohlestrom aus Deutschland importieren musste. EDF ging deshalb der Pleite entgegen und wurde so „reif“ für die inzwischen vollzogene Verstaatlichung.

Zwar schlägt die Verteuerung der Elektrizität infolge des von der Berliner Regierung durchgedrückten Preisbildungsmechanismus auf dem europäischen Elektrizitätsmarkt dank des vom französischen Staat mit hohen Milliardenbeträgen subventionierten „Bouclier tarifaire“ bislang noch kaum bis zu den Privathaushalten durch. Doch geraten immer mehr kleine und mittlere Unternehmen wie vor allem Tausende von Bäckereien, Metzgereien, Salons de Coiffure usw., deren Strombedarf oberhalb des für die staatliche Strompreis-Garantie geltenden Grenzwertes liegt, durch die Multiplikation ihrer Stromrechnungen um den Faktor 10 bis 20 in akute Existenznot. Das erzeugt beim einfachen Volk viel Unmut gegen das als „kafkaesk“ eingeschätzte Merit-order-System der EU. Staatspräsident Emmanuel Macron, der in der französischen Nationalversammlung keine Mehrheit mehr hat, muss dem Rechnung tragen, obwohl er sich nach außen zur „Energiewende“ nach deutschem Vorbild bekennt. Gerade erhielt im Parlament ein von der Macron-Partei „Renaissance“ eingebrachter Gesetzesvorschlag für die Erleichterung der Errichtung von Off- und On-shore-Windparks nach der ersten Lesung eine knappe Mehrheit. Was zeigt, dass nicht nur Macrons Leute der Illusion „Net Zero“ durch die planmäßige Verteuerung der Energie anhängen. Nun werden sie durch die Zuspitzung der Energiepreiskrise und des entsprechenden Drucks der öffentlichen Meinung gezwungen, sich wieder auf die Vorzüge der Kernkraft zu besinnen und das europäische System der Strompreisfindung in Frage zu stellen.

Bis noch vor wenigen Wochen waren die meisten französischen Energiepolitiker noch kleinlaut gegenüber ihren deutschen Kollegen, denn die winterliche Elektrizitätsversorgung Frankreichs hing wegen des reparaturbedingten Stillstands von etwa der Hälfte der französischen Kernkraftwerke an einem seidenen Faden. Hätte über die Weihnachtszeit und zu Beginn des neuen Jahres in Westeuropa nicht eine so milde Witterung geherrscht, hätte es in Frankreich leicht zu einem Blackout kommen können. In Frankreich sank der Stromverbrauch in den letzten vier Wochen um über 8 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2019. Inzwischen sind etwa drei Viertel der französischen KKW dank ausländischer Unterstützung bei den Revisions- und Reparaturarbeiten wieder am Netz. Deren Stromeinspeisung liegt nach Angabe des Netzbetreibers RTE zurzeit bei 67 Prozent der Gesamtkapazität. Das verschaffte EDF sogar den Spielraum, um einen der vier Reaktoren im südfranzösischen KKW Tricastin vorübergehend stillzulegen.

Image Ende Januar werden die wegen Korrosionsproblemen abgeschalteten großen Kernreaktoren Civaux 1 und Chooz 2 ihren Betrieb wieder aufnehmen. Doch damit wird sich die Versorgungssituation in Frankreich nur für kurze Zeit entspannen. Schon Ende Februar wird die verfügbare französische Nuklearkapazität wieder unter 40 GW sinken, weil das begonnene umfangreiche Wartungs- und Ertüchtigungsprogramm, das im vergangenen Jahr zu bedenklichen Versorgungsengpässen geführt hat, in diesem Jahr fortgesetzt wird. Dieses beginnt mit der Abschaltung von gleich 9 Kernreaktoren.

Während Frankreich über das ganze Jahr 2022 Elektrizität aus Deutschland importieren musste, wofür eigens ein neues Gesetz verabschiedet wurde, ist das Land Anfang 2023 wieder zum Stromexportland geworden. Stolz meldet Thomas Veyrenc, der für Strategie zuständige Direktor von RTE, seit Anfang Januar 2023 habe Frankreich etwa 2 TWh exportiert. Er „vergaß“ allerdings darauf hinzuweisen, dass dieser Export Frankreich kaum etwas einbrachte, weil er in einer Periode mit starkem Wind und dem entsprechend niedrigen Strompreisen nahe Null Euro erfolgte.

Ob Macrons Minister wirklich den Mut aufbringen werden, beim Merit-Order-System die offene Konfrontation mit Berlin zu riskieren, bleibt fraglich. Immerhin sind die spanische und die portugiesische Links-Regierung dieses Risiko eingegangen, ohne dass etwas passierte. Die beiden Länder hinter den Pyrenäen sind allerdings weniger stark mit Deutschland vernetzt als Frankreich. Dem steht in Frankreich nicht nur das seit längerem sehr aktive und direkt im Zentrum der politischen Macht angesiedelte „Office franco-allemand pour la transition énergétique (OFATE)“ (Deutsch-französisches Büro für die Energiewende), sondern auch die unverbesserliche „Germanolâtrie“ Emmanuel Macrons entgegen. Ohnehin wird es in Frankreich in den kommenden Wochen relativ still werden um das Thema Energiepreiskrise, weil sich alles um den mit Millionen-Demos begonnenen Kampf der linken Gewerkschaften gegen Macrons (moderate) Rentenreform drehen wird.

 




Auswirkungen der Urbanisierung auf die GHCN-Temperaturtrends, Teil I: Die Charakteristika der Urbanisierung in den GHCN-Stationen

Dr. Roy Spencer, Ph. D.

Ich habe bereits eine Reihe von Artikeln veröffentlicht (z. B. hier und hier), in denen ich mich mit den Beweisen dafür auseinandersetze, dass die Temperaturtrends aus bestehenden homogenisierten Datensätzen ein gewisses Maß an falscher Erwärmung aufgrund von städtischen Wärmeinseleffekten (UHI) aufweisen. Obwohl weithin angenommen wird, dass Homogenisierungsverfahren UHI-Effekte auf Trends beseitigen, ist dies unwahrscheinlich, da UHI-Effekte auf Trends weitgehend ununterscheidbar von der globalen Erwärmung sind. Die derzeitigen Homogenisierungsverfahren können zwar abrupte Änderungen in den Stationsdaten entfernen, aber sie können keine Quellen für eine langsam ansteigende Scheinerwärmung korrigieren.

Anthony Watts hat sich diesem Problem für die Temperaturüberwachungsstationen in den USA genähert, indem er die Standorte physisch aufsuchte und die Exposition der Thermometer gegenüber störenden Wärmequellen (aktiv und passiv) dokumentierte und Trends von gut platzierten Instrumenten mit Trends von schlecht platzierten Instrumenten verglich. Er fand heraus, dass Stationen mit guten Standortmerkmalen im Durchschnitt niedrigere Temperaturtrends aufwiesen als die schlecht platzierten Standorte und die offiziellen „bereinigten“ Temperaturdaten der NOAA.

Ich habe einen anderen Ansatz gewählt, indem ich globale Datensätze zur Bevölkerungsdichte und, in jüngerer Zeit, die Analyse hochauflösender satellitengestützter Landsat-Messungen globaler menschlicher Siedlungen „bebauter“ Gebiete verwendet habe. Ich habe auch begonnen, Daten von Wetterstationen (meist von Flughäfen) zu analysieren, die eine stündliche Zeitauflösung haben, anstatt der üblichen täglichen Höchst- und Tiefsttemperaturmessungen (Tmax, Tmin), aus denen die aktuellen globalen Landtemperaturdatensätze bestehen. Die Stationen mit stündlichen Daten sind leider weniger zahlreich, haben aber den Vorteil, dass sie besser gewartet werden können, da sie die Flugsicherheit unterstützen und es ermöglichen zu untersuchen, wie die UHI-Effekte über den Tag und die Nacht variieren.

In dieser zweiteiligen Serie werde ich den neuesten offiziellen globalen GHCN-Thermometer-Datensatz (Tmax, Tmin) (Version 4) untersuchen, um zu sehen, ob es Anzeichen für eine falsche Erwärmung aufgrund zunehmender Urbanisierungseffekte im Laufe der Zeit gibt. In der neuesten Version des GHCN-Datensatzes werden Tmax und Tmin nicht mehr separat angegeben, sondern es ist nur ihr Durchschnitt (Tavg) verfügbar.

Nach dem, was ich bisher gesehen habe, bin ich davon überzeugt, dass es in den GHCN-basierten Temperaturdaten noch eine falsche Erwärmung gibt. Die Frage ist nur, wie viel? Diese Frage wird in Teil II behandelt werden.

Das Thema ist (natürlich) wichtig, denn wenn die beobachteten Erwärmungstrends überbewertet wurden, dann sind auch alle Rückschlüsse auf die Empfindlichkeit des Klimasystems gegenüber anthropogenen Treibhausgas-Emissionen überbewertet. (Ich werde hier nicht auf die Möglichkeit eingehen, dass ein Teil der jüngsten Erwärmung auf natürliche Effekte zurückzuführen ist, das ist eine ganz andere Diskussion für einen anderen Tag).

Was ich zeigen werde, basiert auf den globalen Stationen im monatlichen GHCN-Datensatz (heruntergeladen im Januar 2023), die über genügend Daten verfügten, um mindestens 45 Jahre Juli-Daten während des 50-Jahres-Zeitraums (1973-2022) zu produzieren. Das Startjahr 1973 wurde aus zwei Gründen gewählt: (1) der separate Datensatz mit stündlicher Zeitauflösung, den ich analysiere, hatte zu diesem Zeitpunkt einen großen Zuwachs an digitalisierten Aufzeichnungen (denken Sie daran, dass Wetteraufzeichnungen früher ein manueller Prozess auf Papierformularen waren, die jemand digitalisieren musste), und (2) die globalen Landsat-basierten Urbanisierungsdaten beginnen 1975, was nahe genug an 1973 liegt.

Da die Landsat-Messungen der Verstädterung eine sehr hohe Auflösung haben, muss man entscheiden, welche räumliche Auflösung verwendet werden soll, um einen Bezug zu möglichen UHI-Effekten herzustellen. Ich habe (etwas willkürlich) Mittelungs-Gittergrößen von 3×3 km, 9×9 km, 21×21 km und 45 x 45 km gewählt. Im globalen Datensatz erhalte ich die besten Ergebnisse mit der 21 x 21 km-Mittelung der Urbanisierungsdaten, und alle Ergebnisse hier werden für diese Auflösung gezeigt.

Die sich daraus ergebende Verteilung von 4.232 Stationen (Abb. 1) zeigt, dass nur wenige Länder eine gute Abdeckung aufweisen, insbesondere die Vereinigten Staaten, Russland, Japan und viele europäische Länder. Afrika ist nur schwach vertreten, ebenso wie der größte Teil Südamerikas:

Ich habe die entsprechenden Landsat-gestützten Siedlungsdiagnosen für alle diese Stationen analysiert, die in Abb. 2 dargestellt sind. Dieser Datensatz deckt einen Zeitraum von 40 Jahren ab, von 1975 bis 2014. Hier habe ich den 40-Jahres-Durchschnitt der Urbanisierung gegen den 40-Jahres-Trend der Urbanisierung aufgetragen:

In Abb. 2 sind einige wichtige und interessante Dinge zu sehen:

1. Nur wenige GHCN-Stationsstandorte sind wirklich ländlich: 13,2 % sind zu weniger als 5 % verstädtert, während 68,4 % zu weniger als 10 % verstädtert sind.

2. An praktisch allen Stationsstandorten hat die Bebauung zugenommen, an keinem hat sie abgenommen (was eine Netto-Zerstörung von Gebäuden und die Rückführung des Landes in seinen natürlichen Zustand erfordern würde).

3. Das größte Wachstum ist in Gebieten zu verzeichnen, die nicht völlig ländlich und nicht bereits stark verstädtert sind (siehe die an die Daten angepasste Kurve). Das heißt, sehr ländliche Gebiete bleiben ländlich, und stark verstädterte Gebiete haben ohnehin wenig Raum für Wachstum.

[Alle Hervorhebungen im Original]

Man könnte meinen, dass die UHI-Effekte vernachlässigbar sein sollten, da die meisten Stationen weniger als 10 % der Bevölkerung aufweisen. Die bahnbrechende Studie von Oke (1973) hat jedoch gezeigt, dass die Erwärmung durch UHI nicht linear verläuft, wobei die schnellste Erwärmung bei den niedrigsten Bevölkerungsdichten auftritt und die Erwärmung bei hohen Bevölkerungsdichten schließlich gesättigt ist. Ich habe bereits früher auf der Grundlage aktualisierter Daten über die globale Bevölkerungsdichte gezeigt, dass die stärkste unerwünschte Erwärmung (beim Vergleich benachbarter Stationen mit unterschiedlichen Bevölkerungszahlen) bei den niedrigsten Bevölkerungsdichten auftritt. Es bleibt abzuwarten, ob dies auch für „bebaute“ Messungen menschlicher Siedlungen (Gebäude und nicht Bevölkerungsdichte) gilt.

Durchschnittliche Verstädterung oder Zunahme der Verstädterung?

Eine interessante Frage ist, ob der Trend der Verstädterung (wachsende Infrastruktur) oder nur die durchschnittliche Verstädterung den größten Einfluss auf die Temperaturentwicklung hat. Offensichtlich hat das Wachstum einen Einfluss. Aber was ist mit den Städten, in denen die Bebauung nicht zugenommen hat, aber der Energieverbrauch (der Abwärme erzeugt) gestiegen ist? Da die Menschen zunehmend aus ländlichen Gebieten in die Städte ziehen, kann die Bevölkerungsdichte viel schneller zunehmen als die Zahl der Gebäude, da die Menschen auf kleinerem Raum leben und Wohn- und Bürogebäude vertikal wachsen, ohne ihren Fußabdruck in der Landschaft zu vergrößern. Auch der Wohlstand, die Autonutzung, die wirtschaftliche Produktivität und der Verbrauch, Klimaanlagen usw. nehmen zu, was zu einer höheren Abwärmeproduktion führen kann, ohne dass die Bevölkerung oder die Urbanisierung zunimmt.

In Teil II werde ich untersuchen, wie die Temperaturtrends der GHCN-Stationen mit der Verstädterung der Stationen für eine Reihe von Ländern zusammenhängen, und zwar sowohl in den rohen (nicht bereinigten) Temperaturdaten als auch in den homogenisierten (bereinigten) Daten, und auch untersuchen, wie das Wachstum der Verstädterung mit der durchschnittlichen Verstädterung verglichen wird.

Link: https://wattsupwiththat.com/2023/01/17/urbanization-effects-on-ghcn-temperature-trends-part-i-the-urbanization-characteristics-of-the-ghcn-stations/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Beim Klimaaktivismus geht es nicht um den Planeten. Es geht um die Langeweile der Bourgeoisie

Ralph Schoellhammer

Der Untergang des Kapitalismus wird nicht durch den Aufstand einer verarmten Arbeiterklasse erfolgen, sondern durch die Sabotage einer gelangweilten Oberschicht.

[Hervorhebung im Original. Aber eigentlich könnte man diesen gesamten Beitrag hervorheben!! A. d. Übers.]

Diese Ansicht vertrat der österreichische Wirtschaftswissenschaftler Joseph Schumpeter im Jahr 1942. Schumpeter glaubte, dass eine gebildete Elite irgendwann nichts mehr hat, wofür sie kämpfen könnte, und stattdessen beginnt, gegen das System zu kämpfen, in dem sie selbst lebt.

Nichts gibt mir so sehr zu denken, dass Schumpeter Recht hatte wie die heutige Klimabewegung und ihre Anhänger. Die grüne Bewegung ist nicht Ausdruck einer planetarischen Krise, wie sie von vielen in den Medien und der Kultur gerne dargestellt wird, sondern vielmehr eine Sinnkrise für die Wohlhabenden.

Nehmen wir zum Beispiel ein Interview mit dem Stanford-Biologen Paul Ehrlich, das kürzlich in der CBS-Sendung 60 Minutes gesendet wurde. Ehrlich ist vor allem für seine Karriere als professioneller Weltuntergangsprophet bekannt. Sein erstes großes Buch, The Population Bomb (Die Bevölkerungsbombe), gab uns zeitlos falsche Vorhersagen, darunter die, dass in den 1980er Jahren Hunderte von Millionen Menschen verhungern würden und es von da an bergab ginge. Ehrlich versicherte uns, dass England im Jahr 2000 nicht mehr existieren würde, dass selbst moderne Düngemittel uns nicht in die Lage versetzen würden, die Welt zu ernähren, und dass die thermonukleare Energie gleich um die Ecke sei.

Ehrlich, der vor kurzem 90 Jahre alt wurde, ist in der glücklichen Lage, das völlige Scheitern all seiner Vorhersagen miterlebt zu haben – nur um sie in seinem 60-Minuten-Interview noch einmal zu wiederholen. Ehrlich hat sich in jeder politischen Frage geirrt, über die er fast 60 Jahre lang gepredigt hat, doch die Mainstream-Medien behandeln ihn immer noch wie ein modernes Orakel.

Warum eigentlich?

Die beste Antwort auf diese Frage kommt von der New Yorker Kongressabgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez, die 2019 bekanntlich sagte: „Ich glaube, dass viele Menschen mehr Wert darauf legen, präzise, faktisch und semantisch korrekt zu sein, als moralisch richtig.“ Mit anderen Worten: Egal, welchen Unsinn man von sich gibt, solange es „moralisch richtig“ ist, spielt es keine Rolle, was die Fakten zeigen.

Wie der Prophet jeder Religion ist Ehrlich nicht dazu da, die Welt zu erklären, sondern die von der Oberschicht bevorzugte Weltsicht vom bevorstehenden Weltuntergang zu untermauern, der nur verhindert werden kann, wenn wir unsere Lebensweise grundlegend ändern. Natürlich meinen sie mit „wir“ eigentlich „Sie“. Nicht die Tesla-fahrende AOC oder der jetsettende Stanford-Professor Ehrlich werden ihren Lebensstil anpassen, sondern die kleinen Leute aus der Arbeiter- und Mittelschicht, die angeblich zu viel Fleisch essen, zu viele Kilometer mit Benzin schluckenden Autos fahren oder sogar gelegentlich einen Flug buchen, um in den Urlaub zu fliegen.

Der Klimazar und Millionär John Kerry, der 2019 mit dem Privatjet seiner Familie an einer Klimakonferenz in Island teilnahm, hat dies perfekt verkörpert. Auf die Frage von Journalisten, wie er seinen Klimaaktivismus mit der Nutzung von Privatflugzeugen in Einklang bringen könne, wirkte er verwirrt; schließlich, so Kerry, sei dies „die einzige Möglichkeit für jemanden wie mich, der um die Welt reist, um den Kampf gegen den Klimawandel zu gewinnen“.

Selbst vermeintliche Graswurzelbewegungen wie „Just Stop Oil“ oder „Last Generation“ (berühmt für „Tomatensuppe auf Gemälden“) werden in Wirklichkeit von Millionären wie Aileen Getty, der Enkelin des legendären Öl-Tycoons Jean Paul Getty, und dem Climate Emergency Fund finanziert.

Genau wie Kerry, Ehrlich und diese anderen Gruppen sind sie nicht wirklich daran interessiert, das Problem des Klimawandels zu lösen – zum Beispiel, indem sie die Erforschung von Technologien wie Kernenergie, Technologien zur Kohlenstoffabscheidung und Anpassungsmaßnahmen fördern. Stattdessen wollen sie ihren Kampf zu einer Ersatzreligion erheben, die es ihnen erlaubt, gleichzeitig ihren Reichtum zu genießen und den Rest der Welt aus einer Position der moralischen Überlegenheit heraus zu belehren.

Wie der deutsche Journalist Axel Bojanowski feststellte, investieren sie in diese Bemühungen Geld in einem Umfang, der die Öllobby erröten lassen würde. Auf dem „Climate Action Summit“ im Jahr 2018 haben zwei Dutzend von Milliardären unterstützte Stiftungen 4 Milliarden Dollar für die Lobbyarbeit zum Klimawandel versprochen. Einige von ihnen, wie die Hewlett Foundation, finanzieren direkt Journalisten bei Associated Press für die „Klimaberichterstattung“, während Stiftungen, die mit den Familien Packard und Rockefeller verbunden sind, das journalistische Projekt „Covering Climate Now“ unterstützen, das „mit Journalisten und Redaktionen zusammenarbeitet, um informiertere und dringlichere Klimageschichten zu produzieren“ sowie Hunderte von Medien finanziert.

Man sollte annehmen, dass eine journalistische Klasse, die sich ständig rühmt, der Macht die Wahrheit zu sagen, sich dagegen wehren würde, von Milliardären Geld zu bekommen, um ihre besonderen Interessen zu fördern, aber das Gegenteil ist der Fall. Das Gegenteil ist der Fall. Und es macht durchaus Sinn, da die heutigen Medien ideologisch im gleichen Lager wie die Milliardärsklasse stehen; sie genießen es, den Rest der Gesellschaft genauso zu belehren wie Ehrlich und seine Gefolgsleute.

Im Gegensatz zu den Klimaextremisten und ihren Tugendsignalen wäre die Welt, die sie zu schaffen versuchen, für die ärmsten Menschen auf dem Planeten verheerend. Die Beseitigung der Armut und die Verbesserung der Lebensbedingungen sind nur möglich durch den Zugang zu Energie in allen Formen und zu den petrochemischen Prozessen, die durch fossile Brennstoffe ermöglicht werden – die Herstellung von Düngemitteln für Lebensmittel und von Kunststoffen, die für medizinische Geräte benötigt werden.

Ein „Stoppen des Öls“ würde den Klimawandel nicht so schnell stoppen wie das menschliche Leben beenden. Um die Sache noch schlimmer zu machen, scheint dieser Aktivismus kein Fünkchen Mitgefühl für all das menschliche Leid zu haben, das durch ihre Lieblingsprojekte verursacht wird, von Kinderarbeit in Kobaltminen (die für Batterien benötigt werden) im Kongo über Zwangsarbeit im PV-Produktionsprozess in China bis hin zu den Umweltschäden, die der Lithiumabbau in Chile verursacht.

Hier geht es nicht um den Planeten. Es geht um die Langeweile der Bourgeoisie. Und es ist ihnen egal, wer für die Linderung der Langeweile bezahlen muss.

Ralph Schoellhammer is an assistant professor in economics and political science at Webster University Vienna.

Link: https://www.newsweek.com/climate-activism-isnt-about-planet-its-about-boredom-bourgeoisie-opinion-1773846?mc_cid=639a93131b&mc_eid=08ba9a1dfb via Rundbrief der GWPF

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE