Münchener Rück jammert, Versicherungsnehmer in Florida zittern

Liza-Claire Ashley

Laut Reuters beklagt sich die Münchener Rück zusammen mit mehreren anderen führenden internationalen Rückversicherern bitterlich über ihre massiven wetterbedingten Verluste in den Kalenderjahren 2021 und 2022.

Die Rolle der Rückversicherer auf dem Versicherungsmarkt besteht einfach darin, die vielen normalen Unfallversicherungs-Gesellschaften zu unterstützen, die einen Teil der potenziellen Haftung für Katastrophenschäden (Mega-Claims) ihrer Versicherungsnehmer, die durch eine Vielzahl von Naturereignissen wirtschaftliche Schäden erleiden können, abdecken möchten.

Nach den schweren Schäden, die Florida im vergangenen Herbst durch die Hurrikane Ian und Nicole (im Abstand von nur einem Monat) erlitten hat, befasst sich der Gesetzgeber in Florida nun mit der heiklen Frage der Deckelung der Versicherungsprämien in einem Staat, der sehr anfällig für große Tropenstürme ist.

Florida stand schon oft im Fadenkreuz historischer Hurrikane, die im Atlantikbecken entstehen und dann in die Karibik und den Golf von Mexiko eindringen, bevor sie schließlich an der US-Küste landen.

Der schwerste Hurrikan, der jemals das Festland von Florida getroffen hat, war der Labor Day Keys Hurricane von 1935. Hätte sich dieser Sturm im Jahr 2022 ereignet und wäre über dem Großraum Miami oder der Tampa Bay/Orlando-Megapolis an Land gegangen, wäre die daraus resultierende Katastrophe weitaus schlimmer gewesen als die von Ian/Nicole.

Wenn Floridas Politiker in Tallahassee den Wünschen der lautstarken Wählerschaft nachgeben, könnte es sein, dass die Mehrheit der Versicherer, die derzeit in diesem Bundesstaat tätig sind beschließen, ihre Versicherungsnehmer im Stich zu lassen und ihnen einen finanziellen Alptraum zu bereiten. Viele der derzeit Versicherten könnten nicht in der Lage sein, eine Police nach ihrem Geschmack zu erhalten (oder zu erneuern), die einen ausreichend umfassenden und erschwinglichen Versicherungsschutz bietet, und sehen sich stattdessen gezwungen, sich selbst zu versichern.

Selbst wenn die vom Menschen verursachten Aktivitäten, d. h. die Verbrennung fossiler Brennstoffe, nachweislich eine signifikante negative Auswirkung auf die globale Temperatur und das künftige Klima hätten – was bisher nicht der Fall ist – gibt es nicht annähernd genug Gegenmaßnahmen, die in der neuesten Version des Pariser Klimaabkommens der Vereinten Nationen verankert sind, um mehr als eine minimale Auswirkung auf die Verringerung des für das Jahr 2100 prognostizierten Temperaturanstiegs zu haben – gemäß den Ergebnissen der gekoppelten Wirtschafts- und Klimamodelle der EPA, die von einigen Experten immer noch bestritten werden.

Nichtsdestotrotz würden Munich Re und die anderen großen Jungs unter den Rückversicherern und großen Unfallversicherern eine praktische Rechtfertigung für die Erhöhung von Versicherungstarifen und -prämien begrüßen.

Und was wäre ein besserer Vorwand, als die Schuld auf den Klimawandel zu schieben, der angeblich durch die vom Menschen verursachte Erwärmung mittels Treibhausgase verursacht wird?

Das Kernproblem ist jedoch die zunehmende Entwicklung von sturmexponierten Immobilien und Infrastrukturen (Privat-, Firmen- und Regierungseigentum) an hochgradig gefährdeten Standorten entlang der Küsten in weiten Teilen der entwickelten Welt. Die Situation schreit nach Abmilderungsmaßnahmen und intelligenten Formen der Anpassung.

Der Wert des Eigentums entlang bestimmter Küstenabschnitte in Florida, Kalifornien und den Carolinas kann sich auf insgesamt über eine Milliarde Dollar pro Meile belaufen.

Der Branchenbegriff „Exponierung“ bezieht sich auf den Gesamtwert des versicherten Eigentums (wie in den Policen definiert), das durch die Unbilden der Natur beschädigt werden kann: durch alle potenziellen Tropenstürme und Tornados, Erdbeben, Waldbrände und andere physikalische Gefahren, die während der Laufzeit der Policen auftreten können. Jede der genannten Gefahren ist natürlich in hohem Maße von den jeweiligen Standorten abhängig.

Es gibt jedoch keine nachweisbare Zunahme der Häufigkeit oder Schwere von Stürmen, Überschwemmungen und Erdbeben in den letzten Jahrzehnten, die mit hinreichender Sicherheit auf den Klimawandel zurückgeführt werden kann.

Detaillierte Studien von Dr. Roger Pielke, Jr. von der Colorado State University führen die Zunahme von Versicherungsansprüchen und nicht versicherten Sachschäden in erster Linie auf die wachsende Bevölkerungsdichte und den damit verbundenen Bau von Immobilien in den betroffenen Gebieten zurück, wodurch sich die Gesamtexponierung (versichert und nicht versichert) vervielfacht hat.

Dr. Ryan Maue ist ein weiterer Tropensturmexperte, der das Konzept der akkumulierten Zyklonenergie (Accumulated Cyclone Energy, ACE) entwickelt hat, bei dem alle Tropenstürme in den Weltmeeren berücksichtigt werden, unabhängig davon, ob sie Land erreichen oder nicht. In früheren Zeiten blieben viele Tropenstürme unentdeckt, da man nicht über die Vorteile der modernen Technologie verfügte. Wie auch Tornados werden Tropenstürme heute mit einem sehr hohen Maß an Genauigkeit erfasst, so dass die scheinbare Zunahme in den Köpfen einiger Menschen zu leichtfertigen Interpretationen führen kann, die eine falsche Vorstellung von der zunehmenden Häufigkeit fördern. In früheren Jahrzehnten wurden viele Stürme auf hoher See völlig übersehen.

Zeitreihengrafiken, die die ACE-Variable zeigen, können auf der Website von Maue eingesehen werden. ACE ist von 1970 bis heute und von 1980 bis heute aufgezeichnet. Die Diagramme zeigen keine allgemeine Zunahme von ACE, wenn man sowohl die Häufigkeit als auch die Intensität aller kartierten tropischen Stürme während der jeweiligen Zeiträume berücksichtigt.

Analysten und Planer, die das Denken innerhalb der großen Rückversicherer leiten, würden ihren leitenden Angestellten einen Gefallen tun, wenn sie einige der vorhandenen Arbeiten unabhängiger Experten wie Pielke und Maue untersuchen würden, bevor sie pauschale Ratenerhöhungen empfehlen, die sich auf lange Sicht als ungerechtfertigt erweisen könnten.

Es fällt auch auf, dass bestimmte Personen aus den wohlhabenden Bevölkerungsschichten weiterhin erstklassige Strandgrundstücke in vielen der Gebiete kaufen, die den Verwüstungen durch tropische Stürme und dem vermeintlich schnellen Anstieg des Meeresspiegels am meisten ausgesetzt sind.

Wissen sie etwas, was der Rest von uns nicht weiß?

This piece originally appeared at TownHall.com and has been republished here with permission.

Link: https://cornwallalliance.org/2023/01/munich-re-cries-foul-florida-policy-holders-quake/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Warum die CO2 Vermeidung ein religiöses Gebot der Klimasekte ist

Kaum eine Politikerrede mehr, kaum ein neuer Gesetzentwurf mehr, kaum eine Predigt in der Kirche – ohne dass nicht auf die Klimarettung verwiesen wird, ohne dass nicht der Satz fällt, CO2 muss weg. Was bedeutet das für ein Industrieland? Der Beitrag erschien auf der YT Seite von TE (hier)

Holger Douglas spricht mit EIKE VP Michael Limburg über diese Entwicklung und ihre Folgen.




Elektrofahrzeuge: gut oder schlecht?

Duggan Flanakin

[Original-Titel: „Electric Cars: Square peg, round hole“]

Das große Thema des Jahres 2023 könnte die Auseinandersetzung zwischen denjenigen sein, die Elektrofahrzeuge vorschreiben, und denjenigen, bei denen ein Elektrofahrzeug nicht auf der Einkaufsliste steht.

Die [US-]Bundesregierung, viele Landesregierungen und ein Großteil der Automobilindustrie – und ihre Pendants weltweit – haben verfügt, dass die Welt den Verbrennungsmotor zugunsten des (oft mit Kohle befeuerten) Elektrofahrzeugs aufgibt.

Verordnungen zum Verbot des Neuverkaufs konventioneller Fahrzeuge sind ebenso zahlreich wie Pläne, die weitere Produktion „böser“ fossiler Brennstoffe zu verbieten, die in wenig mehr als einem Jahrhundert zu einer völligen Umgestaltung der Weltwirtschaft geführt haben. Außerdem haben sich die meisten Autohersteller verpflichtet, die Produktion konventioneller Fahrzeuge innerhalb der nächsten Jahre einzustellen.

Obwohl die Verkäufe von Elektroautos im letzten Jahr boomten“, machen die 6 Millionen Elektroautos immer noch weniger als ein halbes Prozent des weltweiten Fahrzeugbestands von 1,4 Milliarden Fahrzeugen aus. Dennoch behauptet Bloomberg New Energy Finance, dass im Jahr 2040 ein Drittel aller Fahrzeuge auf der Straße E-Fahrzeuge sein werden und E-Fahrzeuge 58 Prozent des weltweiten Pkw-Absatzes ausmachen werden.

Von 6 Millionen auf 500 Millionen in 17 Jahren? Oder wird die Gesamtzahl der Fahrzeuge dramatisch schrumpfen, weil sich immer weniger Menschen ein eigenes Fahrzeug leisten können oder wollen?

Carlos Tavares, CEO von Stellantis, drückt es so aus: „Es ist klar, dass die Elektrifizierung eine Technologie ist, die von der Politik und nicht von der Industrie gewählt wurde.“ Die Politiker haben erkannt, dass die große Mehrheit der Bevölkerung noch nicht bereit ist, E-Fahrzeuge zu nutzen, und versuchen nun, die Menschen zum Ausstieg aus den Fahrzeugen zu zwingen, auf die sie sich seit über einem Jahrhundert verlassen haben. Einige freuen sich sogar darüber, dass die Folge davon weniger Fahrzeuge auf den Straßen sein werden.

Berichte aus UK geben einige Hinweise darauf, warum die Skepsis der Menschen gerechtfertigt ist. Zunächst einmal sind die Ladestationen für Elektrofahrzeuge oft unzuverlässig. Eine Analyse der öffentlichen Ladedaten durch LeaseLoco ergab, dass 43 Prozent der Ladestationen an großen Supermarktstandorten Verbindungsprobleme hatten oder völlig außer Betrieb waren – was bedeutet, dass man dort entweder gar nichts aufladen konnte oder man eine längere Wartezeit in Kauf nehmen musste.

Und was ist mit den Ladezeiten? Dauert es immer fünf Tage, bis der neue GMC Hummer EV vollständig aufgeladen ist? Das gesamte „Netz“ der US-Ladestationen für Elektroautos (insbesondere die „Schnell-Ladestationen“, die es Ihnen ermöglichen, im Supermarkt, der früher eine Tankstelle war, zu Mittag zu essen) kann heute nur einen sehr kleinen Prozentsatz der 280 Millionen Fahrzeuge in den USA versorgen.

Und das nur, wenn Strom verfügbar ist! Kalifornien und die EU haben bereits bewiesen, dass ein massiver Umstieg auf E-Fahrzeuge die Regelmäßigkeit von Stromausfällen gewährleisten wird. Bei kaltem Wetter lässt sich eine leere Batterie eines Elektroautos möglicherweise nicht einmal mehr aufladen. Dies ist nur ein weiteres Nebenprodukt einer zentralen Planung, die nicht alle Variablen in Betracht zieht.

Und vergessen Sie den Unsinn, dass Sie trotz der höheren Anschaffungskosten für ein Elektroauto auf lange Sicht Geld sparen werden. Das britische AA [vergleichbar mit dem ADAC hierzulande; A. d. Übers.] berichtet, dass neue Spitzenpreise an Ladestationen für E-Fahrzeuge die Verbraucher schlechter stellen können, als wenn sie ihr Benzinfahrzeug behalten hätten. Das ist kaum ein Anreiz, ein Elektroauto zu kaufen, das in Europa 27 Prozent teurer ist als ein mit Benzin betriebenes Fahrzeug.

In den USA wie auch in Europa gilt: Je unzuverlässiger das Stromnetz ist, desto höher ist der Preis für den Strom, den Regierungen und Milliardäre Ihnen aufzwingen wollen, wenn Sie irgendwo hinfahren wollen. Weltweit wachen die Menschen auf und werden sich der hohen Kosten bewusst, die der Staat mit seiner Überregulierung verursacht.

Und dann ist da noch die Materialfrage. Der CEO von Rivian RJ Scaringe erklärte im April letzten Jahres: „Ganz einfach ausgedrückt, die gesamte weltweite Batterieproduktion macht weit weniger als 10 Prozent dessen aus, was wir in 10 Jahren [zur Erfüllung der EV-Mandate] benötigen werden – das heißt, 90 bis 95 Prozent der Lieferkette existieren gar nicht“.

Und dann ist da noch die geopolitische Frage. Fast das gesamte Lithium, das für die heutigen Elektroauto-Batterien benötigt wird, wird in China verarbeitet, und China nutzt seine Vormachtstellung, um Elektroautos zu wesentlich niedrigeren Preisen auf den Markt zu bringen, als es amerikanische, europäische, japanische und koreanische Autohersteller tun können. Eine zunehmende Abhängigkeit von China könnte zu einer Unterwerfung führen, die weit über das hinausgeht, was heute existiert (wenn auch weitgehend vor den Augen der Öffentlichkeit verborgen).

Die düstere Aussicht, die chinesische Vorherrschaft zu umgehen, wurde vor kurzem durch den Zusammenbruch von Britishvolt noch verstärkt – noch bevor das stark subventionierte Start-up-Unternehmen überhaupt eine einzige Batterie für Elektrofahrzeuge hergestellt hatte. Investoren, die vor einem Jahr glaubten, das Unternehmen sei eine Milliarde Dollar wert, stehen nun vor einem Notverkauf (an ein indonesisches Unternehmen), der ihnen vielleicht 13 Cent pro investiertem Dollar einbringt.

Der Telegraph fasst diesen peinlichen Moment in der britischen Geschichte als das Ergebnis eines „Karren vor dem Pferd“-Ansatzes zusammen – der Versuch, die Nachfrage zu stimulieren, indem man das Angebot schafft. Eine andere Art zu sagen, dass man versucht, einen eckigen Pflock in ein rundes Loch zu pressen*.

[*Erst mit diesem Satz wird klar, was der Autor mit seiner auf den ersten Blick merkwürdigen {und daher nicht direkt übersetzten} Überschrift ausdrücken wollte. A. d. Übers.]

Was ist die Lösung für diese von oben verordnete „Lösung“ für die imaginäre Krise, die durch die fortgesetzte Verwendung von Benzin und Dieselkraftstoff entsteht? Die Gesetzgeber in Wyoming verfolgen einen rigorosen Ansatz und verbieten den Verkauf von E-Fahrzeugen im Bundesstaat bis 2035.

Die Gesetzgeber des Bundesstaates, die das Verbot vorgeschlagen haben, begründen ihren Widerstand gegen die landesweite Einführung von Elektroautos mit dem Mangel an wichtigen Mineralien, den hohen Kosten für die Entsorgung von Elektroauto-Batterien auf Mülldeponien im Bundesstaat, der Notwendigkeit, die profitable Öl- und Gasindustrie des Bundesstaates zu schützen, und der Unpraktikabilität von Elektroautos in Wyomings dünn besiedeltem Gebiet.

Vielleicht ist es die Bergluft. Vielleicht ist es der Selbsterhaltungstrieb. Was auch immer der Grund für diesen seltenen Anflug von Weisheit ist, es ist höchste Zeit, dass mehr Staaten das gleiche tun wie Wyoming und sich gegen die Eliten wehren, deren Pläne für die Zukunft nicht unseren weiteren Wohlstand beinhalten.

Werden wir auf die guten Menschen im kleinen Wyoming hören? Oder werden wir sie als Spinner auslachen, während das Weltwirtschaftsforum seinen Zeitplan vorantreibt, wann „wir nichts mehr besitzen werden“?

This article originally appeared at Real Clear Energy

Autor: Duggan Flanakin is the Director of Policy Research at the Committee For A Constructive Tomorrow. A former Senior Fellow with the Texas Public Policy Foundation, Mr. Flanakin authored definitive works on the creation of the Texas Commission on Environmental Quality and on environmental education in Texas. A brief history of his multifaceted career appears in his book, „Infinite Galaxies: Poems from the Dugout.“

Link: https://www.cfact.org/2023/01/25/electric-cars-square-peg-round-hole/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Die Milliardäre hinter den Gas-Verboten

Oder: Die Heuchelei der Milliardäre, die Kampagnen gegen Kohlenwasserstoffe finanzieren, darunter Verbote von Gasöfen. Bei Erdgasverboten geht es mehr um Klasse als um Klimawandel.

Robert Bryce

[Namentlich genannt werden Laurene Powell Jobs, Michael Bloomberg, John Doerr und Jeff Bezos. Das Konterfei dieser Herrschaften findet sich im Original, wird hier aber aus Copyright-Gründen nicht übernommen. A. d. Übers.]

Die Climate Imperative Foundation ist die neueste und reichste Anti-Kohlenwasserstoff- und Anti-Erdgas-Gruppe, von der Sie noch nie gehört haben.

Wie reich ist Climate Imperative? Nach dem jüngsten Bericht von Guidestar hat die Gruppe in ihrem ersten vollen Betriebsjahr 221 Millionen Dollar eingenommen. (Guidestar nennt die Einnahmen „Bruttoeinnahmen“.) Das bedeutet, dass Climate Imperative, das weniger als drei Jahre alt ist, bereits mehr Geld einnimmt als der Sierra Club, der sich selbst als die „größte und einflussreichste Basis-Umweltorganisation der Nation“ bezeichnet. Laut Guidestar nahm der Sierra Club in seinem letzten Berichtsjahr 180 Millionen Dollar ein. Climate Imperative nimmt auch mehr Geld ein als das Rocky Mountain Institute, das in seinem letzten Berichtsjahr etwa 130 Millionen Dollar einnahm. Ich ziehe diese Gruppen zum Vergleich heran, weil sie im ganzen Land Anti-Gas-Initiativen vorantreiben. Mehr über sie gleich.

Das Auftauchen von Climate Imperative – von den etablierten Medien kaum beachtet – ist aus mehreren Gründen wichtig.

Erstens zeigt es, dass das Bestreben, „alles zu elektrifizieren“ und die Verwendung von Erdgas in Haushalten und Unternehmen zu verbieten – und das schließt Gasöfen ein – Teil einer jahrelangen, üppig finanzierten Kampagne ist, die von einigen der reichsten Menschen der Welt finanziert wird.

Zweitens: Trotz zahlreicher Behauptungen darüber, wie ruchlose Akteure die vielgepriesene „Energiewende“ blockieren, liefert der Umfang des Budgets von Climate Imperative weitere Beweise dafür, dass der NGO-Unternehmens-Industrie-Klima-Komplex über weit mehr Geld verfügt als die Pro-Kohlenwasserstoff- und Pro-Kernkraft-Gruppen. In der Tat verfügen die Kohlenwasserstoff-feindlichen NGOs (von denen die meisten auch strikt gegen Kernkraft sind) über eine Menge Geld, Medienunterstützung und Dynamik. Wie aus der nachstehenden Grafik hervorgeht, sammeln die fünf größten Anti-Erdgas-NGOs derzeit etwa 1,5 Milliarden Dollar pro Jahr von ihren Spendern ein. (Alle Daten stammen von Guidestar.) Diese Summe ist etwa dreimal so hoch wie die Summe, die von den fünf größten gemeinnützigen Vereinigungen, die entweder für Kohlenwasserstoffe oder für die Kernenergie sind, gesammelt wird.

Drittens ist ein Verbot der direkten Verwendung von Erdgas in Haushalten und Unternehmen möglicherweise schlechter für das Klima. Sie haben richtig gelesen. Bei der direkten Verbrennung von Gas können die Verbraucher etwa 90 % der im Brennstoff enthaltenen Energie nutzen. Bei der indirekten Verwendung von Gas – durch Umwandlung in Elektrizität und anschließende Verwendung dieses Stromes zum Betrieb einer Wärmepumpe, eines Ofens oder eines Warmwasserbereiters – wird mehr als die Hälfte der im Brennstoff enthaltenen Energie verschwendet. Dieser Punkt wurde von Glenn Ducat in seinem ausgezeichneten neuen Buch mit dem Titel „Blue Oasis No More: Why We’re Not Going to ‚Beat‘ Global Warming and What We Need To Do About It.“ Ducat ist ein promovierter Nuklearingenieur, der am Argonne National Lab sowie bei zwei Stromversorgern gearbeitet hat. Er erklärt: „Die Verbrennung von Erdgas durch private, gewerbliche und industrielle Kunden ist mindestens doppelt so effizient und stößt nur etwa halb so viel CO₂ aus wie Prozesse, die aus fossilen Brennstoffen erzeugten Strom verwenden. Die Umstellung von Prozesswärme-Anwendungen auf Strom, bevor das Stromnetz vollständig kohlenstofffrei ist, wird die CO₂-Emissionen erhöhen.“ (Hervorhebung im Original.)

Ich begann, Climate Imperative Ende 2021 zu verfolgen, als Axios einen Artikel mit der Überschrift [übersetzt] „Veteranen der Klimabewegung gründen große neue Stiftung“ veröffentlichte. Axios berichtete, dass die neue Gruppe „ein geplantes Budget von 180 Millionen Dollar jährlich über fünf Jahre“ hat. Diese Zahl erregte meine Aufmerksamkeit. Hier war eine neue Gruppe mit einem geplanten Fünfjahresbudget von 1 Milliarde Dollar, und doch war Axios das einzige Medienorgan, das darüber berichtete.

Auf ihrer Website stellt die Gruppe klar, dass die Elektrifizierung von allem ein Hauptschwerpunkt ihrer Arbeit ist, und sagt, dass ihre „Imperative eine schnelle Skalierung von erneuerbaren Energien, eine weit verbreitete Elektrifizierung von Gebäuden und Transportmitteln, die Beendigung der Expansion der Infrastruktur für fossile Brennstoffe, die Reduzierung der Umweltverschmutzung durch große industrielle Quellen und wirtschaftsweite Wege zur Reduzierung von Emissionen aus den größten Quellen“ beinhalten. Die Website listet einige der Förderer von Climate Imperative auf, zu denen auch die Building Decarbonization Coalition und die American Lung Association gehören.

Axios schreibt weiter, dass die in San Francisco ansässige Stiftung „im Frühjahr 2020 mit der Vergabe von Zuschüssen begann“. Es wurde auch darauf hingewiesen, dass die Gruppe von zwei ehemaligen Sierra Club-Funktionären geleitet wird: Bruce Nilles und Mary Anne Hitt. Nilles leitete mehr als ein Jahrzehnt lang die Kampagne Beyond Coal der Gruppe. Zum Beirat von Climate Imperative gehören Margo Oge, eine ehemalige Spitzenbeamtin der EPA, und Bill Ritter, der ehemalige Gouverneur von Colorado.

Woher bekommt Climate Imperative sein Geld? Die Antwort findet sich wahrscheinlich im Vorstand. Die bekanntesten Namen im sechsköpfigen Vorstand sind der Risikokapitalgeber John Doerr aus dem Silicon Valley und Laurene Powell Jobs, die Witwe des verstorbenen Apple-Chefs Steve Jobs. Zu den anderen Vorstandsmitgliedern gehören Anita Bekenstein, Sanjeev Krishnan, Greg Nelson und George Pavlov. Eine Quelle, die mit der Finanzierung der Gruppe vertraut ist, sagte mir diese Woche, dass der Großteil des Geldes von Doerr und Jobs stammt. Das Magazin Forbes schätzt das Nettovermögen von Doerr auf 12,7 Milliarden Dollar. Forbes beziffert Jobs‘ Nettovermögen auf 17,7 Milliarden Dollar. Keines der anderen Vorstandsmitglieder ist in der Forbes-Liste der reichsten Menschen Amerikas aufgeführt.

Die Bemühungen, Gasöfen zu verteufeln, begannen Anfang 2020, etwa zur gleichen Zeit, als die Klimainitiative ins Leben gerufen wurde. In jenem Jahr behauptete der Sierra Club, dass Gasöfen „mit Atemwegserkrankungen in Verbindung stehen und dass Kinder, die in Häusern mit Gasöfen leben, zu 42% häufiger an Asthma erkranken“. Die Quelle für diese Behauptung war eine Studie des Rocky Mountain Institute, einer in Colorado ansässigen gemeinnützigen Organisation, die von Amory Lovins, einem Förderer erneuerbarer Energien, gegründet wurde.

Eines der ersten klassischen Medien, das einen Artikel veröffentlichte, in dem Behauptungen über die schlechte Luftqualität von Gasöfen aufgestellt wurden, war The Atlantic. Im Oktober 2020 veröffentlichte es einen Artikel mit der Überschrift „Kill Your Gas Stove“. Es mag ein Zufall sein, aber The Atlantic ist im Besitz von Laurene Powell Jobs. Interessant ist auch, dass The Atlantic im Jahr 2018 einen Artikel mit dem Titel „How the Gas Oven Changed Humans‘ Relationship With Fire“ (Wie der Gasofen die Beziehung des Menschen zum Feuer verändert hat) veröffentlichte und feststellte, dass die „Fähigkeit, Flammen nach Belieben ein- und auszuschalten, ‚einer der größten Beiträge zum menschlichen Glück in der Küche‘ ist.“

Seit 2020 hat das Rocky Mountain Institute seinen Anti-Gas-Kreuzzug fortgesetzt. Anfang dieses Monats wurde eine Reihe von Nachrichten veröffentlicht, nachdem die Gruppe eine Studie mit der Behauptung herausgegeben hatte, dass 12,7 Prozent der Asthmaerkrankungen bei Kindern auf Gasherde zurückzuführen seien. Einer der Autoren dieser Studie, Talor Gruenwald, arbeitet am RMI. Gruenwald ist auch wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Rewiring America, einer in San Francisco ansässigen Organisation, die sich selbst als „führende gemeinnützige Organisation für Elektrifizierung bezeichnet, die sich auf die Elektrifizierung unserer Häuser, Unternehmen und Gemeinden konzentriert“. (Rewiring American veröffentlicht keine Steuererklärung 990. Sie wird vom Windward Fund gesponsert, der im Jahr 2021 273 Millionen Dollar einnahm.)

Doch die Asthma-Behauptungen des RMI halten einer genaueren Prüfung nicht stand. Die vielleicht aussagekräftigste Analyse zu diesem Thema war eine 2013 im Lancet Respiratory Medicine veröffentlichte Studie, in der eine halbe Million Schulkinder in 47 Ländern über einen Zeitraum von mehreren Jahren untersucht worden waren. Sie stützte sich auf Fragebögen, die von den Müttern der Kinder ausgefüllt wurden. Was hat die Studie ergeben? „Wir konnten keinen Zusammenhang zwischen der Verwendung von Gas als Brennstoff zum Kochen und Asthmasymptomen oder der Diagnose von Asthma feststellen“.

Nur ein oder zwei Tage nach der Veröffentlichung der RMI-Studie nahm die Gruppe ihre Behauptung über Asthma zurück. Ein RMI-Beamter erklärte gegenüber dem Washington Examiner, dass die Studie „keinen kausalen Zusammenhang“ zwischen Asthma bei Kindern und Erdgasöfen vermuten oder schätzen würde.

Woher bekommt das RMI das Geld, um seine Elektrifizierungsagenda voranzutreiben? Ein Teil des Geldes kommt von Amazon-Milliardär Jeff Bezos. Im Jahr 2020 stellte der Bezos Earth Fund dem RMI 10 Millionen Dollar zur Verfügung, die nach Angaben der Gruppe für die „Reduzierung der Treibhausgasemissionen von Häusern, Gewerbebauten und anderen Gebäuden verwendet werden sollen, um das RMI in die Lage zu versetzen, seine derzeitige Arbeit mit einer Koalition von Partnern in wichtigen Bundesstaaten auszuweiten. Das Projekt wird sich darauf konzentrieren, alle US-Gebäude bis 2040 kohlenstofffrei zu machen, indem es sich für voll elektrische Neubauten einsetzt…“

Bezos ist auch ein großer Unterstützer des Natural Resources Defense Council NRCD, der Gruppe, die schamlos mit ihrer Rolle bei der vorzeitigen Schließung des Kernkraftwerks Indian Point in New York geprahlt hat. Im Jahr 2020 gab der NRDC eine Pressemitteilung heraus, in der er den Zuschuss von 100 Millionen Dollar anpries, den er vom Bezos Earth Fund erhalten hatte. Darin hieß es, dass das Geld „dem NRDC dabei helfen wird, Klimalösungen und Gesetzgebung auf staatlicher Ebene voranzutreiben, [und] die Nadel bei politischen Maßnahmen und Programmen zu bewegen, die sich auf die Reduzierung der Öl- und Gasförderung konzentrieren…“ (Hervorhebung hinzugefügt.)

Der Sierra Club ist ein Hauptnutznießer der Bloomberg Philanthropies des ehemaligen New Yorker Bürgermeisters Michael Bloomberg, die dem Projekt Beyond Carbon 500 Millionen Dollar zugesagt haben. Im Jahr 2019 galt die Zusage als die bisher größte „philanthropische Spende zur Bekämpfung des Klimawandels“. Der Sierra Club war einer der Hauptnutznießer von Bloombergs Spenden. Vor etwa zwei Jahren erzählte mir ein Mitarbeiter des Sierra Club, dass der Club jährlich etwa 30 Millionen Dollar von Bloomberg erhält. Auf ihrer Website wirbt die Gruppe für ihre Rolle in der Beyond Carbon-Initiative und nennt sie „die größte Klimakampagne in den USA, mit dem Ziel, alle heimischen Kohlekraftwerke bis 2030 zu schließen und die Verwendung von Gas als Übergangskraftstoff zu beenden.“ (Hervorhebung hinzugefügt.)

Im vergangenen August forderte der Sierra Club die Umweltschutzbehörde auf, alle Erdgasgeräte auf Bundesebene zu verbieten. In Kalifornien hat die Gruppe bereits erfolgreich Verbote durchgesetzt. Laut ihrer Website haben 69 Gemeinden in diesem Bundesstaat inzwischen „Verpflichtungen zu gasfreien Gebäuden oder Bauvorschriften zur Elektrifizierung verabschiedet“. Im September beschloss die kalifornische Luftreinhaltungskommission, den Verkauf aller erdgasbefeuerten Raumheizgeräte und Warmwasserbereiter im Bundesstaat bis 2030 zu verbieten. Darüber hinaus haben New York City und Seattle die Verwendung von Erdgas in Neubauten verboten. Massachusetts führt ebenfalls eine neue Maßnahme ein, die es bis zu 10 Gemeinden ermöglichen wird, Gas zu verbieten.

Das Geld von Bezos, Bloomberg, Doerr, Jobs und anderen reichen Spendern bedeutet, dass der NGO-Unternehmens-Industrie-Klima-Komplex die Organisationen, die sich für die Kernenergie einsetzen, leicht überflügeln kann. Das Nuclear Energy Institute zum Beispiel hatte nach den letzten Guidestar-Zahlen in seinem letzten Berichtszeitraum Bruttoeinnahmen von etwa 143 Millionen Dollar. Die wichtigsten Verbände, die Kohlenwasserstoff-Produzenten und -händler unterstützen – darunter die American Petroleum Association, die American Gas Association, die Western States Petroleum Association und die Society of Petroleum Engineers – hatten zusammen Bruttoeinnahmen von weniger als 400 Millionen Dollar.

Zwei letzte Punkte. Der erste ist die Scheinheiligkeit von Milliardären, die Bemühungen zur Verringerung des Kohlenwasserstoffverbrauchs finanzieren, während sie selbst unglaubliche Mengen an Kohlenwasserstoffen verbrauchen. Laut einem Artikel in der Vanity Fair aus dem Jahr 2020 besitzt Michael Bloomberg allein acht Häuser im Bundesstaat New York, und „er soll auch mehrere Immobilien in London, Florida, Colorado und auf den Bermudas besitzen“. Bloomberg könnte also ein Dutzend Häuser besitzen. Wie viele dieser Häuser haben Gasöfen? Ich wage eine wilde Vermutung und wette, dass es mehr als eines ist. Oh, und laut Vanity Fair war Bloomberg während seiner Zeit als Bürgermeister von New York dafür bekannt, Wochenenden in seinem Haus auf den Bermudas zu verbringen und mit Privatjets hin- und herzureisen“. Und was ist der Treibstoff für diese Privatjets? Ich stelle hier nur Vermutungen an, aber es ist wahrscheinlich kein Bio-Quinoa.

Apropos Jets: Forbes berichtete kürzlich, dass Jobs einen Gulfstream G650 (Listenpreis etwa 66 Millionen Dollar) besitzt, der etwa 500 Gallonen Kerosin pro Stunde verbraucht [über 2000 Liter!]. Wenn sie nicht gerade in ihrem Jet durch die Gegend düst, verbringt sie ihre Zeit auch auf einer 120 Millionen Dollar teuren Yacht namens Venus. Bezos besitzt Berichten zufolge zwei Gulfstream G-650ER. Nachdem Bezos zum Klimatreffen 2021 in Glasgow geflogen war, erklärte ein Vertreter des Bezos Earth Fund gegenüber Business Insider, dass alles in Ordnung sei, weil der Milliardär „nachhaltigen Flugtreibstoff verwendet und alle Kohlenstoff-Emissionen seiner Flüge kompensiert“.

Dieser Satz bringt die Heuchelei der Milliardäre, die Anti-Kohlenwasserstoff-Initiativen finanzieren, auf den Punkt: Bezos, Bloomberg, Jobs und andere superreiche, hypermobile Eliten können „Kompensationen“ für ihre Privatjets und Megayachten kaufen, aber die kleinen Leute im Viertel dürfen keinen Gasherd zum Kochen benutzen, weil, in den Worten von Talor Gruenwald vom RMI, „die Emissionen von Gasherden wesentlich zur Klimakrise beitragen.“ Wie Alex Trembath vom Breakthrough Institute kürzlich feststellte, machen Gasherde nur 0,4% des gesamten Gasverbrauchs in den USA aus.

Der letzte Punkt der Heuchelei, der hier zum Tragen kommt, ist der regressive Charakter der Gasverbote. Es ist in der Tat klar, dass das Verbot von Erdgas höhere Kosten für die Verbraucher bedeuten wird. Im vergangenen März hat das Energieministerium im Federal Register seine jährliche Schätzung der Energiekosten für Privathaushalte veröffentlicht. Darin wurde festgestellt, dass Strom pro BTU etwa 3,5 Mal teurer ist als Erdgas. Außerdem wurde festgestellt, dass Erdgas bei weitem die billigste Form der Haushaltsenergie ist und weniger als die Hälfte der Kosten von Brennstoffen wie Kerosin, Propan und Heizöl verursacht. Jennifer Hernandez, eine in Kalifornien ansässige Anwältin, die The 200 vertritt, eine Koalition von Latino-Gruppen, die den Bundesstaat wegen seiner Klimapolitik verklagt hat, sagte mir kürzlich in einem Interview: „Erdgas ist die letzte Quelle erschwinglicher Energie für den Hausgebrauch“. Im vergangenen Oktober hat das Energieministerium in seinem Winter Fuels Outlook weitere Beweise dafür vorgelegt, dass Erdgas die billigste Energieform für Hausbesitzer ist. Das DOE schätzte, dass das Heizen mit Strom in diesem Winter etwa 46 % mehr kosten wird als das Heizen mit Erdgas. Diese Zahlen zeigen, dass die forcierte Elektrifizierung höhere Energierechnungen für die Verbraucher bedeuten wird. Amerikaner mit niedrigem und mittlerem Einkommen werden die Hauptlast der forcierten Elektrifizierung tragen, da sie einen größeren Anteil ihres verfügbaren Einkommens für Energie ausgeben müssen als wohlhabende Verbraucher. Die Quintessenz liegt auf der Hand: Bei den Bestrebungen, Erdgas in Haushalten und Unternehmen zu verbieten, geht es im Grunde mehr um die Klasse als um den Klimawandel. In den vergangenen Monaten habe ich mehrere E-Mails an die Leiter von Climate Imperative, Mary Anne Hitt und Bruce Nilles, geschickt und sie nach den Geldgebern der Stiftung, ihren Zuschussempfängern, ihrer Haltung zur Kernenergie und den möglichen Kostenauswirkungen der „electrify everything“-Kampagnen auf Verbraucher mit niedrigem und mittlerem Einkommen gefragt. Ich habe diese Woche eine E-Mail an Hitt geschickt. Ich habe ähnliche Fragen an Panama Bartolomy, den Direktor der Building Decarbonization Coalition, gestellt. Seine Antwort: „Ich werde nicht auf Ihre Fragen antworten“.

Link: https://robertbryce.substack.com/p/the-billionaires-behind-the-gas-bans?r=8n6qf&utm_campaign=post&utm_medium=web

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Die Hunde von Tschernobyl

von Hans Hofmann-Reinecke

Als im April 1986 die Region um das Kraftwerk Tschernobyl evakuiert wurde, da durften die Haustiere nicht mitkommen. Was ist aus ihnen geworden? Wie ist es den Hunden ergangen, die dort seit 36 Jahren in verstrahlter Umgebung auf sich allein gestellt leben? Erstaunlich gut!

Wie dürfen nicht mitkommen

Nach dem Unfall wurden ca. 50.000 Bewohner aus der „Exclusion Zone“, einem Kreis vom 30 km Radius um den zerstörten Reaktor herum evakuiert, um sie vor den Auswirkungen der radioaktiver Strahlung in Sicherheit zu bringen. Das musste in höchster Eile geschehen und es gab nur Raum, um das Allerwichtigste mitzunehmen. Die lieben Vierbeiner konnten nicht mitkommen; sie blieben sich selbst überlassen, alleine zurück in der Sperrzone. Sie waren der Strahlung vom allerersten Tag an ungeschützt ausgesetzt, sie wurden dem absoluten Härtetest unterworfen.

Was ist aus den armen Kreaturen geworden? Ein Team von Tierliebhabern hat sie kürzlich besucht und kurzen Film gedreht.

Ohne Herrchen und Frauchen

Das erste was auffällt: sie sehen sich alle sehr ähnlich. Das sind keine Golden Retriever, keine Schäferhunde und keine Pudel mehr, man findet nur eine Mischung von alledem. Hat das die Radioaktivität aus ihnen gemacht? Hat die Strahlung die Gene gleichgeschaltet? Nein, es war der Ruf der Natur.

Immerhin sind die Tiere seit 36 Jahren auf sich allein gestellt, und es ist anzunehmen, dass Rüden und Hündinnen nach Erreichen der Pubertät, ohne die Aufsicht von Herrchen, gleich zur Sache kommen, wobei sie in Punkto Rasse wohl kaum Vorurteile haben. Also sehen wir jetzt die zehnte oder zwanzigste Generation vor uns, genetisch perfekt durchgemischt und ausgesiebt nach Darwins gnadenlosem Prinzip: Survival of the fittest. Dabei herausgekommen sind ganz hübsche Kerlchen, so wie auf dem Bild zu sehen. Sie bilden jetzt die neue Rasse „Canis Czarnobyl“.

Und die Strahlung?

Wie haben die Tiere überlebt? Die Umstellung von mundgerecht serviertem Hundefutter auf die Jagd nach Ratten war nicht jedermanns Sache, und auch die mörderische Kälte im Winter, ohne Decke und warmen Kamin in Frauchens Wohnzimmer, das war eine sehr harte Probe. Dazu waren im Sperrbezirk – etwa von der Größe des Saarlands – die Liquidators unterwegs, die den Tieren nicht immer freundlich gesinnt waren. Die sahen ja dem Wolf verdammt ähnlich und wurden in großer Zahl abgeschossen.

Die härtesten aber sind durchgekommen und man schätzt die heutige Population auf einige hundert Tiere, die sich in Rudeln ihres Daseins freuen.

Jetzt steht natürlich wie ein Elefant die Frage im Raum: Ist die radioaktive Strahlung also ungefährlich? Hätte man den Menschen die ganze Evakuierung ersparen können? Die Reporter berichten in ihrem Film ja, sie hätten keine Tiere mit zwei Köpfen gesehen oder solche, die im Dunkeln leuchten. Das ist schon mal eine erste gute Nachricht, aber schauen wir uns das genauer an.

Auf das „Wieviel“ kommt es an

Zunächst eine Vergleich.

Ist Elektrizität eigentlich gefährlich? Da hört man von Verbrechern, die in den USA auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet worden sind oder von Technikern, die bei der Arbeit an Überlandleitungen ums Leben kamen, und trotzdem legen wir Babys elektrische Plüschtiere mit eingebauten Batterien zum Spielen in ihre Bettchen.

Es kommt auf das „Wieviel“ an. Bei der Elektrizität ist es die Spannung, gemessen in Volt. Ein paar davon sind kaum wahrnehmbar, die 230 Volt aus der Steckdose sind unangenehm und darüber, bei Hochspannung, kann es echt gefährlich werden. Bei radioaktiver Strahlung kommt es auf die Dosis an, gemessen in „Sievert“. Wir Lebewesen dieser Erde sind einer durchschnittlichen Dosis von 2,4 Millisievert (mSv) pro Jahr ausgesetzt, die natürlichen Ursprungs ist. Die kann in bestimmten Gegenden um ein Vielfaches höher liegen, die Menschen dort sind aber deswegen nicht weniger gesund.

Hilft der Canis czarnobyl gegen Atomangst?

Man könnte nun also die Dosis in der Sperrzone messen und mit den natürlichen Werten vergleichen, um eine potentielle Gefährdung abzuschätzen.

Aber das würde wenig Sinn machen, denn die Strahlung dort ist zu unterschiedlich verteilt. An Stellen, wo radioaktives Fallout vom Reaktor gelandet ist, an diesen „hot spots“, hätte man extrem hohe Strahlung, und noch dazu die Gefahr, dass solche Substanzen in den Körper aufgenommen werden. Das kommt bei natürlicher Radioaktivität nicht vor. Man kann also gar nicht von einer durchschnittlichen Dosis in der Evakuation Zone reden.

Höchstwahrscheinlich haben Tiere radioaktiv kontaminierte Nahrung aufgenommen. Falls sie daran dann erkrankt sind hatten sie in dieser ohnehin sehr schwierigen Umgebung keine Chance. Falls ihre Gonaden von Strahlung geschädigt wurden und sie krankhafte Veränderungen an Nachkommen weitergeben haben, dann haben die nicht überlebt. Genauere biologische Untersuchungen würden sicherlich sehr interessante Erkenntnisse darüber bringen, wie überlebbar die Strahlenbelastung war.

Es soll an dieser Stelle aber keinesfalls bezweifelt werden, daß die Evakuierung der Bewohner notwendig war.

Das Kraftwerk in Fukushima übrigens war von anderer Bauart als das in Tschernobyl. Der Ablauf und die Folgen der Unfalls waren nicht vergleichbar. Die Evakuierung der Zone um das Kraftwerk war unnötig – und das wusste man bereits zum damaligen Zeitpunkt. Es wäre viel menschliches Leid erspart geblieben, hätte man damals logisch gehandelt.

Vielleicht hilft ja die Entdeckung des freundlichen Canis czarnobyl dabei, die allgemeine Hysterie in Sachen Kernenergie etwas zu heilen.

Dieser Artikel erschien zuerst im Blog des Autors Think-Again. Sein Bestseller „Grün und Dumm“ ist bei Amazon erhältlich.