„Frau Merkel hat diesem Land meiner Meinung nach unermeßlichen Schaden zugefügt und sollte dafür zur Verantwortung gezogen werden.“

Ein Interview des Krautzone Herausgebers Florian Müller mit Michael Limburg VP EIKE. (erschienen im Dezemberheft 2022)

  1. Herr Limburg, was war für Sie in den 2000er Jahren der ausschlaggebende Grund, sich mit CO2, Weltklima und Energiepolitik zu befassen? Die Erzählungen von Waldsterben, saurem Regen und Ozonlöchern gibt es doch schon länger?

Antwort: Zunächst mal hatte ich nach meinem Früh-Renteneintritt sehr viel mehr freie Zeit als während meiner beruflichen Zeit. Und immer schon ein gewisses Misstrauen gegen „wissenschaftlich“ untermauerte Hypothesen, deren Zweck nicht unbedingt darin bestand, wissenschaftliche offene Fragen zu klären, sondern sie zu benutzen, um die Menschen zu anderem, den Verkündern genehmen, Verhalten zu veranlassen.

CO2 Zuwachs seit 1880 1 Molekül CO2 auf 10.000 Moleküle Luft

Ähnlichkeiten mit dem „wissenschaftlich“ begründeten Marxismus-Leninismus waren schon damals, zumindest in Ansätzen, für mich erkennbar. Ausgelöst vor allem durch mein Wissen aus dem Studium, das CO2 ein Spurengas ist, also nur in Spuren – damals ca. 0.035 Vol% – in der Atmosphäre vorkommt, dazu noch chemisch sehr träge reagiert, aber gleichzeitig die Pflanzennahrung per se ist, (die gesamte Biomasse unseres Planeten besteht aus dem C des CO2) misstraute ich, allein durch das schiere Missverhältnis der Massen des CO2 zu der im Vergleich riesigen Masse Atmosphäre, diesen Behauptungen.

Dieses Misstrauen führte zu intensiver Recherche über die behaupteten Phänomene wie Treibhauseffekt und daraus abgeleitet einer gefährliche Erderwärmung, die sich aber – und das war der Aha Effekt – bezogen auf die Mitteltemperaturen der Klimazonen nur im unteren einstelligen Prozentbereich hielt. Was an einer Rückerwärmung um wenige 1 bis 2 Kelvin, und das nach dem Ende der kleinen Eiszeit, gefährlich sein sollte erschließt sich mir bis heute nicht. Schließlich komme ich gerade von Teneriffa zurück, wo die vielen Touristen das schöne warme Wetter von bis zu 33 ° C genießen, in ein Land bei dem es nicht wärmer wurde als max + 2°C. Und alle fühlen sich wohl!

  1. Glaubt man dem IPCC und den Mainstreammedien, sind sich nahezu 100 Prozent der Wissenschaftler darüber einig, dass CO2 einen Effekt auf das Weltklima – oder die Weltdurchschnittstemperatur hat. Für einen Laien sind weder die physikalischen Argumente dafür noch die Argumente dagegen, wirklich nachvollziehbar. Wie kommen Sie zu dem Schluss, dass alle diese Wissenschaftler falsch liegen und CO2 keinen Einfluss auf das Weltklima hat?

Antwort: Zunächst mal ist das keine wissenschaftliche Frage, sondern eine politische. Und außerdem weiß niemand, was „nahezu 100 Prozent der Wissenschaftler“ denken oder meinen. Denn niemand hat sie gezählt und niemand hat sie befragt. Das geht auch gar nicht. Was Sie meinen sind sog. Meta-Studien, die sich anheischig machen, eine große Anzahl von Studien, die sich mit Klimathemen beschäftigen, daraufhin untersucht zu haben, welche Meinung die Autoren in diesen Studien vertreten haben. Bspw. hätten sie prüfen müssen ob sie den Klimawandel für gar nicht, ein wenig, mittel oder vollständig anthropogen induziert hielten. Das hat aber keine dieser Metastudien getan, sondern nach sehr undurchsichtigen Suchkriterien die einbezogenen papers aussortiert oder einbezogen. Dies Meta-Studien sind dann allesamt widerlegt worden, doch es würde hier zu weit führen die Einzelnachweise zu führen. Rufen Sie mal den Suchbegriff „Cook-Studie“ bei EIKE auf, da finden Sie alle Details. Den Vogel schoss aber eine gewisser James Powell ab, der angab rd. 50.000 (!) Studien untersucht zu haben, und 99,84 % dieser Studien würden der These zustimmen, dass der Mensch den Klimawandel verursacht hätte. Das hat sogar die vorige Bundesregierung geglaubt und in einer kleinen Anfrage zum Thema so behauptet. Schaut man sich diese Powell-Studie jedoch an, dann hat der die Abstracts (Zusammenfassungen) der papers nur darauf durchsucht, ob darin das Wort „reject“ also „zurückweisen“ vorkommt. Das kam aber nur bei 0,16 % der von ihm nach ähnlichen Kriterien ausgesuchten Studien vor. Daraus schloss er messerscharf, dass die Autoren der 99,94 % Studien mit ihm der Meinung seien der Mensch sei am Klimawandel schuld, obwohl er kein Wort davon gelesen hatte. Diese Art von Argumentation zeigt deutlich, dass wir es nur mit Ideologie zu tun haben und nicht mit Wissenchaft.

Ein weiterer Aspekt ist, dass ein einziger Gegenbeweis, eine noch so schöne Theorie zu Fall bringen kann, was bspw. Alfred Wegner mit seiner Kontinentalverschiebungstheorie gelang, aber auch erst, nachdem er verspottet und verbittert verstorben war. Oder denken sie an die „Wissenschaft“ von der Eugenik, die alle im 19. und bis weit ins 20. Jhh. Für echte Wissenschaft hielten. Also, kurz gesagt, das Mehrheitsprinzip gilt bei echter Wissenschaft nicht. Wer es verwendet, will betrügen.

Wenn jemand also behauptet, dass das CO2 einen Einfluss auf das „Weltklima“ – ein Begriff, den es physikalisch meteorologisch nicht mal gibt- der muss handfeste Beweise dafür vorlegen. Und dazu entsprechend seiner Hypothese die Klimazukunft auch hinreichend präzise vorhersagen können. Beides ist diesen Leuten trotz über 30 jähriger Forschung, unterstützt mit vielen Milliarden an Kosten, bisher nicht mal im Ansatz gelungen.

  1. Auch wenn es keinen „Klimakonsens“ gibt; wie erklären Sie sich, dass doch die überwiegende Meinung der Wissenschaftler der Meinung sind, dass (menschengemachtes) CO2 einen Einfluss auf das Weltklima hat?

Antwort: Das müssen Sie die beteiligten Wissenschaftler fragen. Ich kann nur feststellen, dass bspw. bei Vorträgen die ein Herr Prof. Rahmstorf vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) hielt, dieser immer – meiner Erinnerung nach- nur wenige positive Korrelationen – und das auch nur über vglw. kurze Zeiten- zwischen den Zeitreihen der CO2 Konzentration und der globalen Mitteltemperatur zeigte, ansonsten aber jedes Extremwetter mit seinen z.T. schrecklichen Folgen, dem nun von ihm „nachgewiesenen“ menschgemachten Klimawandel in die Schuhe schob. Das schien seine ganze Beweisführung zu sein, neben der Darstellung der Tatsache, dass das Spurengas CO2 in sehr engen Grenzen und Mengen in der Lage ist Infrarotstrahlung bestimmter enger Wellenlänge zu absorbieren und zu reemitieren. Das war alles.

Seit der Kindererzählung mit den Störchen, welche die Babys bringen, und weil leicht nachzuprüfen ist, dass sowohl die Zahl der Störche über der Zeit wie auch die Zahl der Babys eng korreliert sind, wissen wir aber, dass Korrelationen und seien sie noch so eng, keine Ursache- Wirkungsbeziehung belegen, sondern bestenfalls ein Hinweis auf eine solche sind. Und auch die Infraroteigenschaft des CO2 belegt in keiner Weise seine Fähigkeit – sozusagen aus dem Nichts – die Erde zu erwärmen. Allein mit dem Hinweis auf Korrelationen und diese Infraroteigenschaft, würde also ein Wissenschaftler seine unwissenden Mitbürger betrügen, denn er weiß es besser. Wasserdampf hat übrigens ähnliche Eigenschaften wie CO2 und ist 100 x mehr in der Atmosphäre vorhanden, der steht aber nicht im Fokus unserer Bemühungen.

  1. Die heißesten Jahre in der Geschichte der Wetteraufzeichnung liegen alle in der jüngeren Vergangenheit. Zudem läuft die momentane Erderwärmung deutlich schneller ab, als bei früheren (mittelalterliches Klimaoptimum, Römische Warmzeit) Wärmeperioden. Sind das für Sie keine validen Argumente für den menschengemachten Klimawandel?

Antwort: Schon die Wortwahl ihrer Frage impliziert Tatsachenbehauptungen, die nicht stimmen. Den Begriff „heiß“ bspw. gibt es in der Physik nicht, es gibt bloß mehr oder weniger warm. Heiß ist nur gewollte, bestimmte Gefühle erzeugen sollende, Semantik. Wenn Sie aber meinen, dies seien die wärmsten Jahre gewesen, dann muss ich Ihnen sagen, dass wir das nicht wissen.

Zumindest bei den ältesten Aufzeichnungen bspw. für Berlin, die geht 300 Jahre zurück, stimmt das nicht. Davon haben wir aber nur eine Handvoll und auch nur für Mitteleuropa. Für die ganze Welt haben wir schlicht keine genaue Kenntnis darüber, wie früher dort die Temperaturen waren. Was wir haben, sind sogenannte Proxies, also indirekte Bestimmung der jeweiligen lokalen Temperaturen. Und die zeigen bspw. von Grönland, dass dort in den letzten 12.000 Jahren, die Temperaturen um mehrere Grad in wenigen Jahrzehnten schwankten, und das ganz ohne Menschen. Ein Zustand, von dem wir meilenweit entfernt sind, wie Sie sicher auch wissen.

  1. Kommen wir zum eigentlichen Thema der Ausgabe: Energie. Wenn man nicht von einem Effekt von CO2 auf das Weltklima ausgeht: Welche Energieträger und -erzeugung favorisieren Sie? Wie sollte aus Ihrer Sicht – als Energieberater einer Bundesregierung – der Gesamtenergiemix und der Strommix in Deutschland aussehen?

Antwort: Wir sollten, nein wir müssen, zum Energiemix ante zurückgehen, d.h. wie er war bevor das extrem teure Abenteuer mit den völlig unbrauchbaren sog. Erneuerbaren gestartet wurde. Jede Nation, besonders aber erfolgreiche Industrienationen leben von der jederzeitigen Verfügbarkeit von billiger Energie. Die kann nur aus fossilen und Kernenergieträgern bereitgestellt werden, in geringem Umfang auch durch die Nutzung der Wasserkraft. Aber die ist in unserem Land aus topologisch- geographischen Gründen sehr begrenzt.

  1. Lehnen Sie Erneuerbare Energien per se ab? Oder können Sie sich vorstellen, dass beispielsweise Photovoltaik, Geothermie, Biomasse oder Windkraftanlagen irgendwann technologisch so effizient werden, dass man ohne wirtschaftlichen Schaden aus den fossilen Energieträgern aussteigen kann?

Antwort: Ich lehne nichts ab, was besser ist, als das zu Ersetzende. Das Bessere ist der Feind des Guten, sagt zu Recht der Volksmund. Die von Ihnen genannten Energieträger haben allesamt den großen Nachteil der extrem geringen Leistungsdichte, was riesengroße Sammler bedingt, und – bis auf die Biomasse und in sehr geringem Umfang die Geothermie- auch ihr unstetes Dargebot.

Fächenbedarf WKA Grafik: BASF

Beides lässt sich nicht ändern, sondern muss durch sehr aufwendige und daher dauerhaft teure technische Einrichtungen – und das mehr schlecht als recht – nachträglich erzeugt werden. Das kann für Halligen, Boote oder andere Insellösungen vorübergehend akzeptabel sein, ist es aber nicht für die dauerhafte Versorgung eines Industrielandes. Das wissen übrigens auch die Grün-Linken ganz genau, schauen Sie sich nur das neue Buch von Ulrike Hermann von der taz dazu an.

Daher muss jeder ehrliche Fachmann diese Energieträger ablehnen, sie schaden aber nützen nicht. Der Schaden des Ausstiegs aus den fossilen Energieträgern ist enorm hoch, vermutlich auch irreparabel, aber dem steht keinerlei Nutzen gegenüber. Nicht mal für den imaginären „Klimawandel“.

  1. Deutschland ist – neben der Schweiz und Belgien – das einzige größere Land in Europa, dass der Kernkraft den Rücken kehren will. Was glauben Sie, waren die wahren Beweggründe von Frau Merkel, die Gunst der Stunde (Fukushima) zu nutzen und aus der Kernkraft auszusteigen? Oder glaubte sie wirklich an ein Seebeben-Risiko in Deutschland?

Antwort: Es ist nicht nur meine Meinung, dass es Frau Merkel vor allem darauf ankam die Landtagswahl in BW nicht zu verlieren. Dafür hat sie völlig skrupellos die sichersten Kernkraftwerke der Welt geopfert. Die Sache mit dem Seebeben hat sie frei erfunden, ebenso wie sie verschwieg, dass beim Unglück in Fukushima, kein einziger Mensch durch Strahlung zu Schaden kam, aber knapp 1000 die überstürzte und unnötige Evakuierung nicht überlebten. Frau Merkel hat diesem Land m.M.n. unermesslichen Schaden zugefügt und sollte dafür zur Verantwortung gezogen werden. Je früher desto besser.

  1. Thema „Blackout“: Man hört mittlerweile Aussagen in den Medien, die von „Blackouts kann man ausschließen“ bis zu „Wir werden längere Zeit keinen Strom haben“ reichen. Wie schätzen Sie das Blackout-Risiko in Deutschland ein? Und stehen wir wirklich schlechter als unsere Nachbarn da? Frankreich baut auf Kernkraft – könnte aber ebenfalls enorme Probleme bekommen.

Antwort: Das Risiko ist sehr hoch und steigt mit jedem Tag, jeder neuen Windkraftanlage, jeder PV Anlage weiter an. Es steigt auch an, weil wir sichere, gut regelbare konventionelle Kraftwerke abschalten. Das zeigt sich insbesondere an der dramatischen Zunahme der sog. Redispatch Maßnahmen, also Maßnahmen der Netzbetreiber durch Zu- oder Abschalten konventioneller Kraftwerke, die von den überwiegend von den „Erneuerbaren“ ausgelösten Schwankungen des Angebotes der Nachfrage anzupassen. Das muss innerhalb weniger Sekunden passieren. Lag deren Zahl noch im ersten Jahrzehnt d. Jhh bei 3 bis 10 pro Jahr, so sind wir in diesem Jahr schon bei knapp 40, aber pro Tag. Das ist eine Steigerung um das 1350 fache. Das kann und wird nicht gut gehen, das weiß jeder Fachmann.

  1. Das wohl größte Reizthema bei der „Energiewende“ – neben der Atomkraft – sind Windräder. Warum handelt es sich dabei aus Ihrer Sicht um die vermutlich schlechteste Form der Energieerzeugung?

Antwort: Sie ist aus physikalischen nicht änderbaren Gründen, (geringe Leistungsdichte) teuer, liefert nicht dann Strom, wann man ihn braucht, sondern wenn der Wind weht, und verschandelt in Riesenmaßstab die Umwelt. Falls diese Gründe Ihnen noch nicht reichen, kann ich gerne noch mehr nennen.

  1. Auch wenn die Erneuerbaren Energien teuer und ineffizient sind, haben Sie den Vorteil, dass sie Deutschland ein hohes Maß an Energieautarkie sichern, da wir durch sie nicht mehr oder zumindest weniger auf Importe angewiesen sind. Wie stehen Sie zu diesem „Krisenargument“?

Antwort: Tut mir leid, aber dieser Glaube an Verbesserung der Energieautarkie ist durch nichts gerechtfertigt. Das fängt schon bei der Herstellung an, wo wir bei den Grund- und immer mehr auch bei den Fertigstoffen, bis auf evtl. das Beton, nur wenig aus eigener Produktion beitragen können.

Fundament der 3.5 MW Vestas Anlage, Hintergrund KKW Grohnde, Bild Stephan Stallmann

Außerdem brauchen alle diese Anlagen ein Backup-Kraftwerk, welches mit Gas betrieben wird. Gas was wir nicht haben, wohl aber haben könnten, wenn wir die Riesenmengen Schiefer- und Flözgas fördern würden, die in unserem Boden liegen. Wenn wir das täten, könnten wir aber viel besser diesen Schatz direkt verstromen und oder verheizen, dass würde wirklich unsere Energieautarkie verbessern.

  1. Die meisten Länder der Welt bauen mehr und mehr auf Kernkraft, einige Staaten forschen längst an neuen Reaktortypen. Wie wird sich die Kernkraft Ihrer Meinung nach entwickeln? Wird der Strom tatsächlich irgendwann spottbillig sein und kaum mehr „Atommüll“ übrigbleiben? Oder sind das bislang Hirngespinste von Utopisten?

Antwort. Zumindest die Aussichten dafür sind exzellent. Sowohl was die Verfügbarkeit von Strom, zu günstigen Preisen, aber auch billige Prozesswärme angeht. Hirngespinste sind es nicht, ebensowenig was die Weiterentwicklung der bisherigen Druckwasserreaktoren anbelangt. Ich bin da sehr zuversichtlich, allerdings nicht mehr für dieses Land.

  1. Wir fragen alle unsere Gesprächspartner abschließend nach einem Ausblick in die Zukunft: Wie sehen Sie Deutschlands energetische Zukunft in den nächsten zehn oder 20 Jahren?

Antwort: Mit der geringen Hoffnung, dass ich mich irre, sehe ich die nähere Zukunft für Deutschland in sehr trüben Licht. Und das nicht nur in energetischer Hinsicht. Wir haben auf allen Gebieten unsere Konkurrenzfähigkeit eingebüßt, Arbeitsethik und Arbeitsmoral sowie Bildung in weiten Kreisen verloren, bzw. abgebaut. Der Abbau der Kernkraft-, Halbleiter- und jüngst auch das Verbrennertechnik, um nur einige zu nennen, hat seine schlimmen Auswirkungen noch gar nicht richtig gezeigt. Das kommt erst noch. Bei Reisen durch Europa, aber insbesondere Deutschland kommt mir ich mir immer mehr vor wie in einem Museum. Dazu belastet mit sehr, sehr hohen Schulden, die auf die Schultern der kommenden Generationen aufgeladen wurden. Und es werden immer mehr. Die müssen sie aber zurückzahlen.

Was wir aber können, ist aber uns überall als Moralweltmeister aufzuspielen. Eine Position, die wir aber nicht ausfüllen und die auch niemand leiden kann. Und schon gar nicht als Vorbild anerkennt.

Ich kann also nur hoffen, dass die jetzt 0– 15 jährigen wieder lernen werden in die Hände zu spucken, soviel gute Bildung zu erwerben wie möglich, und hart zu arbeiten, um besser zu sein als ihre Konkurrenten. Vor allem aber, dass sie den Moralisten und Ideologen die uns in dieses Lage gelockt haben, den verdienten Laufpass geben. Und die Verantwortlichen dafür vor Gericht stellen. Lieber heute als morgen.

 




Das nicht passende Klimapanikpuzzle – von Markus Fiedler

Teil 1: „Datenmassagen, Weglassungen, sportliche Interpretationen und andere Manipulationen.. Wer sich über längere Zeit mit dem Thema „menschgemachter Klimawandel“ beschäftigt, wird früher oder später festgestellt haben, daß viele Veröffentlichungen von sogenannten „Klimaforschern“ gerne als Grundlage für Hiobsbotschaften aller Art genutzt werden.“

Ein Kommentar von Markus Fiedler auf apolut.net.




Bislang trister, sehr milder Hochwinter in Deutschland – was hat das mit der NAO zu tun?

Zeitvertreib für öde, schneelose Wintertage: Eine NAO [= Nordatlantische Oszillation] selbst basteln!

Die NAO stiehlt dem Kohlendioxid (CO) die Schau!

Stefan Kämpfe

Seit uns das unbeliebte Weihnachtstauwetter 2022 den Advents-Schnee raubte, fehlt vom Winter jegliche Spur. Selbst in den höchsten Lagen der Mittelgebirge ist zeitweise kein Wintersport möglich; schon blühen überall die Haselsträucher und erste Gänseblümchen. Doch der Winter ist gar nicht so fern. Was uns an Kälte und Schnee fehlte, das hatten Skandinavien und Osteuropa zeitweise im Überfluss. Im Folgenden soll eine der wichtigsten Einflussgrößen auf unsere Winterwitterung, die so genannte NAO, einmal näher betrachtet werden.

Unter der Nordatlantischen Oszillation (NAO) versteht man in der Meteorologie und Klimatologie die Schwankung des Luftdruckverhältnisses zwischen dem Islandtief im Norden und dem Azorenhoch im Süden des Nordatlantiks. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die NAO zu ermitteln und zahlenmäßig auszudrücken. Der bekannteste NAO-Index basiert auf der Differenz der standardisierten Luftdruck-Anomalien zwischen Lissabon, Gibraltar oder Ponta Delgada (Azoren) und Reykjavík (Island); außerdem können NAO-Indices für verschiedene Luftdruck-Niveaus (etwa den Luftdruck auf Meeresspiegelhöhe, englisch Sea-Level Pressure SLP, oder die 500 hPa-Druckfläche), berechnet werden. Letzteres ist heute üblich; dabei wird das langjährige Monatsmittel der 500-hPa-Höhenanomalie im Atlantikraum ab 20° nördlicher Breite bis zum Nordpol gebildet, eine statistische Hauptkomponentenanalyse für die mittlere Lage der Luftmassen durchgeführt (Emperical Orthogonal Function, EOF und Rotated Principal Component Analysis, RPCA), und darüber die Varianz ermittelt. Der NAO-Index ist die interpolierte mittlere tägliche Abweichung von diesem monatlichen Basiswert. Diese Methodik berücksichtigt auch die Einflüsse aller anderen bekannten Telekonnektionsmuster. Leider wurde die bekannte NAO-Reihe nach HURRELL eingestellt; sie liegt nur bis zum Winter 2019/20 vor. Auf die teilweise recht verwirrenden, komplizierten Berechnungsverfahre der NAO soll hier nicht noch näher eingegangen werden; wichtig ist folgender Merksatz: Je höher positiv die NAO-Werte, welche selbstverständlich tage- monats- und jahreszeitenweise vorliegen, sind, desto größer ist tendenziell das Luftdruckgefälle zwischen dem südlichen und dem nördlichen Teil des Nordatlantiks, was sich dann mehr oder weniger stark auch auf West- und Mitteleuropa auswirkt; aber ostwärts in den Kontinent nimmt der NAO-Einfluss ab; Osteuropa unterliegt ihrem Einfluss nur noch bei bestimmten Konstellationen (wenn sich das Azorenhoch bis nach Südosteuropa oder Kleinasien erstreckt und das Skandinavien-Tief bis zum russischen Eismeer reicht). Natürlich beeinflusst die NAO die Witterungs- und damit die Temperaturverhältnisse aller Jahreszeiten; aber nur im Winter und im März ist dieser Einfluss signifikant positiv (hohe NAO-Werte gehen fast stets mit höheren Wintertemperaturen in West- und Mitteleuropa einher). Es lassen sich drei NAO-Zustände unterscheiden:

Positiv. Bei einem positiven NAO-Index sind die Aktionszentren, sowohl Azorenhoch als auch Islandtief, gut ausgebildet. Dies führt in den meisten Fällen zu einer starken Westwinddrift (im Winter sehr mild, oft stürmisch!) und zu schnell wechselnden Abfolgen ostwärts ziehender Tiefausläufer und Zwischenhochkeile (Sehr wechselhafte Witterung mit Niederschlags- und kurzen Aufheiterungsphasen).

Neutral – hierbei sind zwei Fälle zu unterscheiden: Entweder mäßige Entwicklung beider Aktionszentren mit Durchschnittswettergeschehen. Oder aber ein starkes Azorenhoch und ein schwaches Islandtief oder umgekehrt. Dadurch kommt es zu abnormen Verlagerungen der klimatischen Einflüsse nach Norden respektive Süden.

Negativ. Bei einem negativen NAO-Index sind sowohl Azorenhoch wie Islandtief nur schwach ausgeprägt. Die Westwinddrift ist weitgehend zum Erliegen gekommen, es entstehen oft Blockierungen mit stabilen Wetterlagen (Schön- wie Schlechtwetter); im Winter kann es zu Kältewellen kommen; aber keinesfalls gibt es diese immer (es treten mitunter auch mildere Südlagen oder solche mit mildem Nordsee-Einfluss auf). Stark negativ (reversal). Hat das Azorenhoch den Platz des Islandtiefs eingenommen, und umgekehrt, so ist der NAO-Index stark negativ. Dies wird als High-over-Low-Lage bezeichnet. Nach HESS/BREZOWKY sind das die berüchtigten Hoch Nordmeer- und Hoch Nordmeer-Fennoskandien-Lagen, welche besonders in Norddeutschland meist Winterkälte bringen; auch der extrem kalte Jahreswechsel 1978/79 begann mit einer solchen Wetterlage. Zwei Beispiele, eines aus dem Kaltwinter 1995/96 und eines aus dem Mildwinter 2006/07, illustrieren sehr anschaulich, wie sich die NAO schon in den täglichen Wetterkarten erkennen lässt.

Abbildungen 1a und 1b: 1a (oben) ein Tag mit stark negativer NAO am 29. Januar 1996. Einer Hochdruckzone vom westlichen Nordatlantik über Skandinavien bis nach Nordrussland steht tiefer Luftdruck über SW-Europa gegenüber; kalte Festlandsluft (cP) strömt nach Mittel- und Westeuropa. Unten (1b) ein Tag im stürmischen, extrem milden Januar 2007 (18.01.) mit stark positiver NAO. Tiefem Luftdruck über dem Westatlantik/Skandinavien/Nordrussland steht sehr hoher über SW-Europa gegenüber; da dieser bis weit nach Westasien reichte, konnte die extrem milde Atlantikluft bis weit nach Russland hinein vorstoßen. Bildquellen: wetterzentrale.de

Wie stark die NAO die Häufigkeitsverhältnisse der Großwetterlagen und die Wintertemperaturen in Deutschland beeinflusst, zeigen zwei Grafiken mit verschiedenen NAO-Indices.

Abbildungen 2a und 2b: Oben (2a) Verlauf des leider eingestellten NAO-Index nach HURRELL bis zum Winter 2019/20; unten (2b der NAO-Index des britischen Wetterdienstes (Metoffice) bis zum Winter 2021/22. Die berechneten Gleitmittel (fette Kurven) sind stets 15-jährig und endbetont; blau ist das Flächenmittel der Wintertemperaturen in Deutschland, rotviolett die Häufigkeit der im Winter besonders milden West-, Südwest- und Nordwestlagen. Trotz einiger Unterschiede der beiden NAO-Reihen erkennt man die Dominanz hoher (positiver) NAO-Werte am Beginn des 20. Jahrhunderts und gegenwärtig. Man erkennt auch, dass seit dem Klimasprung von 1988 die Häufigkeit der westlichen Großwetterlagen stark zunahm, was die momentan extrem milden Winter sehr gut erklärt.

Do it yourself: Eine NAO selbst ermitteln

Mit den erworbenen Kenntnissen wollen wir nun eine einfache NAO „basteln“. Wir suchen dazu nicht den Baumarkt auf, sondern besorgen uns einfach hier die erforderlichen aerologischen Daten, welche beim Amerikanischen Wetterdienst seit 1948 vorliegen. Da uns ja der Winter in Deutschland interessiert, wählen wir eine Gefällestrecke entlang des zehnten östlichen Längengrades, welcher etwa durch die Landesmitte verläuft. Nun reichen zwei Punkte: Ein „Südpunkt“, wir nehmen 40°N und 10°E (etwa die Position Sardiniens) und ein „Nordpunkt“ auf 65°N und 10°E, das entspricht in etwa der Küste Mittelnorwegens. Der Einfachheit halber wählen wir für beide Punkte den Luftdruck auf Meeresspielhöhe (Sea Level Pressure) und erhalten folgendes Ergebnis:

Abbildung 3: Verlauf der Luftdruckmittelwerte (Winter) am Punkt 40°N, 10°E (orange) und 65°N, 10°E (blau)

Nun müssen wir nur noch die Luftdruck-Differenzen winterweise Südpunkt minus Nordpunkt bilden und bekommen so den zeitlichen Verlauf des Luftdruckgefälles der beiden Punkte seit dem Winter 1948/49.

Abbildung 4: Zeitliche Entwicklung des winterlichen Luftdruckgefälles zwischen Sardinien und Mittelnorwegen zwischen 1948/49 und 2021/22.

Überraschung: Man erkennt eine merklich steigende Trendlinie bei enormen Schwankungen. Sollte sich die Zirkulation wegen der angeblich so katastrophalen CO-Klimaerwärmung nicht abschwächen? Offenbar trat das Gegenteil ein, was auch die momentan so extrem milden Winter erklärt, weil die milden Westwinde nun beschleunigt in das Festland wehen (und in den heißeren Sommern „wärmt“ auch nicht das CO, sondern die stark zunehmende Sonnenscheindauer). Neben Wintern mit mehr als 25 hPa Differenz gab es vereinzelt auch welche mit negativer Differenz. So richtig spannend wird das Ganze aber, wenn man die Luftdruckmitteldifferenzen mit den zugehörigen Wintermitteln in Relation setzt.

Abbildung 5: Zeitlicher Verlauf der winterlichen Luftdruckmitteldifferenz auf Meeresspiegelhöhe zwischen Sardinien und Mittelnorwegen (rot) und der Wintertemperaturen (DWD-Flächenmittel als Index) mit je 9-jährigen Gleitmittelkurven. Man erkennt die enge Verzahnung; fast zwei Drittel der Gesamtvariabilität der Wintertemperaturen in Deutschland wird von dieser Luftdruckmitteldifferenz bestimmt (siehe auch die Wetterkarten-Beispiele der Abb. 1a und 1b).

Fazit: An der NAO führt kein Weg vorbei, wenn man die Entwicklung der deutschen Wintertemperaturen untersuchen möchte – freilich kann sie nicht alles erklären. Aber ein Blick auf die aktuellen Wetterkarten zeigt: Bis weit in den Januar 2023 sorgten positive NAO-Werte für das erneut sehr milde Hochwinterwetter.

Abbildung 6: Wetterkarte für den 12. Januar 2023. Diese ähnelt stark der Abb. 1b – positive NAO mit hohem Luftdruck im Südwesten und tiefem über dem nördlichen Nordatlantik gegenüber; aber ein Hoch östlich der Wolga versperrte diesmal der Warmluft den Weg nach Zentralrussland. Bildquelle: wetterzentrale.de

Restwinter 2023 – hat Kälte noch eine Chance?

Die recht gut zutreffende Bauern-Regel „War bis Dreikönigstag (06.01.) kein Winter, so folgt auch keiner mehr dahinter“ kann wegen der gewesenen Dezemberkälte diesmal nicht angewendet werden. Allerdings lässt auch die Witterungstendenz zwischen Ende Dezember und Anfang Januar, welche diesmal durchgängig sehr mild war, grobe Rückschlüsse zu; sie dauert meist noch einige Wochen, oft sogar den gesamten Winter, mehr oder weniger intensiv fort. Aber was sagt unsere NAO, für welche es auch Mittelfrist-Prognosen gibt? Zunächst wäre es hilfreich, zu wissen, was die NAO beeinflusst. Leider gibt es da nur Vermutungen – sowohl auf langfristiger wie auf kurzfristiger Zeitskala kommen dafür die Sonnenaktivität, die QBO, der Polarwirbel und die Meeresoberflächentemperaturen sowie die Meeresströmungen in Betracht. Konzentrieren wir uns einmal auf das kurzfristige Verhalten der NAO in den letzten Monaten – mit einem vorsichtigen Ausblick bis etwa Ende Januar.

Abbildung 7: Verlauf der NAO seit Mitte September 2022 mit Vorhersage (rot: Einzelmodelle, gestrichelt schwarz Mittelwert der Einzelmodelle) bis Ende Januar 2023. Man achte auf die „Delle“ mit negativen NAO-Werten in der ersten Dezemberhälfte, welche uns den kalten Frühwinter bescherte, seit Weihnachten ist die NAO stark positiv (warmes Westwetter); doch soll sie sich ab etwa der Monatsmitte abschwächen – ohne freilich dramatisch einzubrechen. Hinweis: Hier ist eine standardisierte NAO für die 500-hPa-Fläche des Luftdrucks gezeigt. Leider hat es sich immer noch nicht bis zu unseren amerikanischen Freunden herumgesprochen, dass es die Einheit „Millibar“ (mb) schon seit 1984 nicht mehr gibt – die offizielle SI-Einheit des Luftdrucks ist Hektopascal (hPa). Bildquelle: Amerikanischer Wetterdienst (NOAA).

Man kann also ab etwa Mitte Januar eine Abschwächung der Westwind-Zirkulation über dem Ostatlantik erwarten; zumindest im Bergland wird es winterlicher; im Tiefland werden die Nächte kühler mit Nachtfrösten, vielleicht wird es auch kurz mal weiß, und Flauten nehmen wieder zu – dass es aber demnächst für „richtigen“ Winter reicht, ist nicht sehr wahrscheinlich. Vermutlich verläuft also die zweite Januarhälfte merklich kühler und ruhiger als die erste. Das CFSv2-Modell geht nach wie vor von einem sehr milden Februar aus; auch der Polarwirbel bleibt, trotz einiger Störungen, vorerst noch zu kräftig für richtigen Winter in Deutschland – aber Irrtum ist bei solchen Prognosen immer möglich. Wie lange wir uns angesichts der horrenden, der Energiewende geschuldeten Energiepreise noch über Mildwinter mit hohen NAO-Werten freuen können, ist ungewiss – in naher Zukunft ist eine Abschwächung der winterlichen Westwind-Zirkulation, wie es sie in vergangenen Epochen auch gab, nicht unwahrscheinlich.

Stefan Kämpfe, Diplomagraringenieur, unabhängiger Natur- und Klimaforscher




Die letzten 8 Jahre waren die wärmsten jemals

Kip Hansen

Eine weitere Lektion darin, wie man eine gute Nachricht als Klimakrisen-Geschichte schreibt. Man muss es den Klima-Spinnern lassen – besonders im Journalismus.  In meiner Lieblingszeitung, die einmal Weltklasse war, der New York Times, steht folgende Geschichte:

Von Henry Fountain und Mira Rojanasakul, 10. Januar 2023

Die Welt blieb im vergangenen Jahr fest im Griff der Erwärmung, mit extremen Sommertemperaturen in Europa, China und anderswo, die dazu beitrugen, dass 2022 das fünftheißeste Jahr in der Geschichte war, sagten europäische Klimaforscher am Dienstag.

Die acht wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen sind nun seit 2014 zu verzeichnen, berichteten die Wissenschaftler vom Copernicus Climate Change Service der Europäischen Union, und 2016 bleibt das wärmste Jahr aller Zeiten.“

Das ist die ganze Geschichte in drei Bildern:

Das linke Bild stammt aus dem Artikel der New York Times. Das rechte Bild stammt von der NOAA-Site Climate at a Glance Global Time Series. Wenn Sie auf den Link klicken, wird die Grafik angezeigt (Anmerkung: Ich habe die horizontale Größe verkleinert, um sie an das Bild in der Times anzupassen).

Vergleichen Sie die beiden Bilder, und abgesehen von einigen geringfügigen Unterschieden bei den Zahlenwerten für 2015, 2016 und 2017 sind sie recht ähnlich.

Aber (es gibt immer ein Aber), die NOAA-Grafik kann in der oberen rechten Ecke eine Trendlinie für 2015-2022 zeigen, die „mindestens 8 Jahre“, die in dem NY Times-Artikel hervorgehoben werden.

Das ist die Vergrößerung dieser Ecke, wobei der Text aus Gründen der Klarheit neu getippt wurde).

Das Hinzufügen dieser Trendlinie ist eine Option auf der ursprünglichen offiziellen NOAA-Seite – sehen Sie selbst. (Ich wiederhole den Link zu Ihrer Bequemlichkeit).

Die Autoren der New York Times, Henry Fountain und Mira Rojanasakul, erwähnen einfach nicht die positive Geschichte, dass die letzten acht Jahre einen Trend von minus 0,87°C/Jahrhundert aufweisen.
Die gute Nachricht, die auf der Grundlage derselben Fakten – derselben Daten – hätte geschrieben werden können, ist also, dass die von der NOAA berechneten globalen Land- und Ozean-Temperaturanomalien für Januar-Dezember seit 2015 einen starken Abwärtstrend aufweisen.

Und das ist die Kurzfassung.

Kommentar des Autors dazu:

Mein langfristiger Rat lautet: „Zeichnen Sie keine Trendlinien in Diagramme ein.“ Die Steigung einer Trendlinie hängt immer von Anfangs- und Endpunkten ab. Es ist [fast] immer informativer, sich die Daten selbst anzusehen, in vielen verschiedenen grafischen Formen, als Linien über die Daten zu zeichnen. Die Trendlinie ist nicht die Daten – sie ist eine „Meinung“ desjenigen, der den Trend zeichnet (oder des Programmierers der Grafiksoftware), bezüglich der Anfangs- und Enddaten.

Dies gilt selbst für Daten, die ein offensichtliches Anfangsdatum zu haben scheinen, oder für einen zeitlich sehr langen Datensatz wie die modernen globalen Temperaturmessreihen. Die globale Temperatur hat nicht in dem Moment begonnen, als sie gemessen wurde.
Es sei darauf hingewiesen, dass in dem fraglichen Zeitraum zwei El Niños auftraten: 2014-16 und 2018-19.

Der Journalismus ist nach seinen eigenen Maßstäben dazu da, eine unvoreingenommene, abgerundete und ausgewogene Sicht auf das Thema einer Nachricht zu vermitteln.  Der achtjährige Abwärtstrend rechtfertigt sicherlich zumindest eine Erwähnung in dieser Geschichte über die letzten acht Jahre der „globalen“ Temperaturen.

Link: https://wattsupwiththat.com/2023/01/10/last-8-years-were-the-hottest-on-record/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Globale Erwärmung – anthropogenen oder natürlichen Ursprungs?

Daniel Nebert, MDCFACT Ed

Als Arzt-Wissenschaftler (und Kinderarzt) möchte ich einige wissenschaftliche Fakten in das politisch brisante Thema „globale Erwärmung/Klimawandel“ einbringen.

Erstens hat IPCC vor kurzem die Gemeinschaft der Erderwärmungs-Alarmisten schockiert, indem er sehr diskret einen Rückzug ankündigte (27. Oktober 2022), dass „ihre Computer-Modellschätzungen falsch waren“. Sie sehen „keinen ‚Klimanotstand‘ zwischen jetzt und dem Ende des Jahrhunderts“. Auf der Grundlage neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse hat die UNO ihre Vorhersage des globalen Temperaturanstiegs bis zum Jahr 2100 [1] auf nur noch etwa 2,5°C halbiert!

Sie berichten, dass die globalen Temperaturen in den nächsten 80 Jahren voraussichtlich mit demselben vernachlässigbaren Durchschnittstempo steigen werden wie in den letzten 80 Jahren – etwa „0,017 °C pro Jahr“. Diese Schätzung unterscheidet sich im Wesentlichen nicht von den „0,13 °C pro Jahrzehnt“, die von Roy W. Spencer (Meteorologe an der Universität von Alabama in Huntsville) seit 1979 [2] monatlich per Satellit gemessen wurden. Daher sollte es keinen Konflikt mehr zwischen den „Global Warming“-Alarmisten und den Nicht-Alarmisten geben! Es gibt keinen Klimanotstand!

Zweitens kann der lächerliche Mythos, dass atmosphärisches Kohlendioxid (CO₂) für die globale Erwärmung verantwortlich ist, nicht stimmen. Jeder Grundschüler wird Ihnen sagen, dass „Pflanzen CO₂ benötigen und Sauerstoff (O₂) ausstoßen. Tiere und Pilze nehmen O₂ auf und geben CO₂ ab. CO₂ ist für den Kreislauf des Lebens auf der Erde notwendig!“ CO₂ ist ein farbloses, geruchloses Gas, das 0,041 Volumenprozent in unserer Atmosphäre ausmacht; CO₂ ist kein Schadstoff. In den letzten 800.000 Jahren der Eiskerndaten gibt es keine konsistente Korrelation zwischen den globalen Erwärmungs- und Abkühlungszyklen einerseits und den globalen atmosphärischen CO₂-Werten andererseits.

Der globale atmosphärische CO₂-Gehalt betrug vor der industriellen Revolution schätzungsweise ~280 parts per million (ppm) und ist heute auf ~420 ppm gestiegen. Die Erde hat sich seit dem Ende der Kleinen Eiszeit (1300-1850 n. Chr.) um ~0,13 °C pro Jahrzehnt erwärmt. Nach jeder Abkühlungsphase der Erde gab es immer eine Erwärmungsphase – so wie heute.

Nur wenige Menschen scheinen sich darüber im Klaren zu sein, dass der CO₂-Gehalt in unserer Lunge 40.000-50.000 ppm erreicht, was uns dazu veranlasst, den nächsten Atemzug zu tun. Jeder Mensch atmet an einem durchschnittlichen Tag etwa 2,3 Pfund CO₂ aus. (Eine Person, die sich intensiv bewegt, kann bis zu achtmal mehr CO₂ ausatmen). Bei ~16 Atemzügen pro Minute für jeden der 8 Milliarden Menschen auf der Erde bedeutet dies ~16 Milliarden Pfund CO₂ pro Tag, die von allen Menschen produziert werden. Multipliziert man dies mit 40, erhält man ~640 Milliarden Pfund CO₂ pro Tag – was in etwa dem gesamten CO₂ entspricht, das von der gesamten tierischen und pilzlichen Biomasse auf dem Planeten ausgeschieden wird.

Die Gesamtemissionen der weltweiten Industrie pro Tag wurden für das Jahr 2020 auf ~16 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent geschätzt. Wenn eine metrische Tonne = 2200 Pfund ist, dann sind die „gesamten industriellen Emissionen“ = 35,2 x 109 = 35.200.000.000 (~35,2 Milliarden Pfund CO₂ pro Tag). Das bedeutet, dass die gesamte tierische und pilzliche Biomasse pro Tag mehr als 18 Mal so viel ausstößt wie alle derzeitigen industriellen Emissionen!

Wenn der weltweite atmosphärische CO₂-Gehalt 1750 bei ~280 ppm lag und heute bei ~420 ppm, woher kommt dann dieser Anstieg um ~140 ppm? Verschiedene Wissenschaftler haben geschätzt, dass die vom Menschen verursachten industriellen Emissionen vielleicht 100 ppm beigetragen haben, während die restlichen ~40 ppm des Gesamtanstiegs von ~140 ppm zwischen 1750 und heute auf „natürliche Ursachen“ zurückzuführen sind. Der Anstieg des atmosphärischen CO₂-Gehalts hat dazu beigetragen, die Erde zu „begrünen“ und die Pflanzenproduktion erheblich zu steigern.

Abschließend noch eine Bemerkung zur „Öko-Angststörung“, die in der Pädiatrie häufiger vorkommt als bei erwachsenen Patienten. Diese Störung wird durch soziale Medien und Mainstream-Medien verursacht, die aufgrund der steigenden globalen Temperaturen wahrheitswidrig das „Ende der Welt, wie wir sie kennen“ vorhersagen. Diese Panik kann zu verstärkten Ängsten, Depressionen, posttraumatischen Belastungsstörungen, niedrigeren Geburtenraten, höheren Selbstmordraten, Drogenmissbrauch, sozialen Störungen einschließlich zunehmender Gewalt und einem erschütternden Gefühl des Verlusts führen.

Meiner Meinung nach handelt es sich dabei um eine schwere Form des Kindesmissbrauchs. In Anbetracht des jüngsten Eingeständnisses des UN-Klimarats IPCC, dass kein Klimanotstand absehbar ist, und der Tatsache, dass CO₂ eindeutig für nichts von alledem verantwortlich ist, sollten die Alarmisten verantwortungsbewusst ihre falschen Behauptungen zugeben – und zwar gegenüber allen. Und lassen Sie uns gemeinsam fröhlich weitermachen, weil wir jetzt alle auf der gleichen Seite stehen!

REFERENCES

[1] https://breakingviewsnz.blogspot.com/2022/11/barry-brill-overdue-retraction-of-giant.html

[2] https://www.drroyspencer.com/uah-global-temperature-update-for-september-2022-0-24-deg-c/

Dr. Nebert is professor emeritus in the Department of Environmental & Public Health Sciences at University of Cincinnati College of Medicine, and in the Department of Pediatrics & Molecular Developmental Biology (Division of Human Genetics), at Cincinnati Children’s Hospital.

Link: https://www.cfact.org/2023/01/05/man-made-or-natural-global-warming/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE