Benny Peiser – Net-zero-Dogmatismus und die britische Energiewende

„Netto null“-Dogma?

Benny Peiser von der Global Warming Policy Formation berichtete über das „Netto-null“-Ziel der britischen Regierung, also das Bestreben, unter dem Strich kein CO2 mehr zu emittieren – auch der „Brexit“-Premier Boris Johnson hatte in seiner Amtszeit stets Klima-Panikpolitik gemacht. Er betont, daß die letzten dreißig Jahre der versuchten CO2-Reduktion frappierend erfolglos waren – die Emissionen steigen zumindest weltweit durchgehend an, während die Wirtschaft West-Europas stagniert.




Neue Ideen für den Standort von Windkraftanlagen

stopthesethings

Es gibt keinen Platz auf der Erde für bedeutungslose Stromerzeugungsquellen, insbesondere für riesige industrielle Windräder. Wenn man darüber spricht, geeignete Orte für sie zu finden, läuft dies normalerweise auf die Art von Förderer hinaus, der sagt, dass er sehr für erneuerbare Energien ist, nur nicht in der Nähe seines Hauses.

STT war immer der Ansicht, dass für diese Dinge kein Platz ist, einfach weil sie nicht Strom liefern können, wann und wie wir ihn brauchen. Wir würden diese Diskussion überhaupt nicht führen, wenn es nicht die massiven Subventionen, Mandate und Ziele gäbe, das zum größten Wirtschafts- und Umweltbetrug aller Zeiten führte.

Aber wir sind immer offen für neue Ideen, wie die von Robert Zubrin.

Das mag neuartig sein, aber sein listiger Plan, sie „Lost In Space“ enden zu lassen, ist nicht weniger unvernünftig als der Versuch, sich bei unserer Energieversorgung auf die Launen von Mutter Natur zu verlassen.

 

Bringt die Windkraftanlagen in den Orbit

National Review, Robert Zubrin, 30. Oktober 2022

Inzwischen ist es eindeutig, dass von Windenergie dominierte Stromerzeugungssysteme die Leistungserwartungen bei weitem nicht erfüllen, was zur katastrophalen Stromknappheit beigeträgt und dadurch massive finanzielle Verluste verursacht.

Die großräumige Nutzung von Windkraftanlagen zur Stromerzeugung hat auch Milliarden von Vögeln getötet. Darüber hinaus hat es die Stromnetze gestört, indem es den Backup-Kraftwerken mit fossilen Brennstoffen oder Kernenergie massive Leistungsdrosselungs- und Umschaltanforderungen auferlegt hat, um die unvorhersehbaren Schwankungen in der Leistung der Windgeneratoren auszugleichen. Darüber hinaus sind die Horden von Windmühlen, die notwendig sind, um eine solche intermittierende Energie in großem Maßstab zu erzeugen, hässlich und entweihen jedes Gebiet, das sie befallen, an Land oder auf See.

Es gibt Pessimisten, die sagen, dass diese Probleme der Windenergie immanent sind und wir sie entweder akzeptieren oder alle Hoffnung auf gelegentliche Stromlieferung von Windkraftanlagen aufgeben müssen. Ich stimme dem nicht zu. Die Probleme, auf die wir stoßen, stammen nicht von Windkraftanlagen selbst, sondern von schlechten Entscheidungen bezüglich der Standorte für ihre Installation. Anstatt Windräder auf Türmen am Boden zu montieren, sollten Windräder in den Orbit geschossen werden.

Vögel fliegen selten auf Höhe einer stabilen Erdumlaufbahn, also würden unsere Windräder dort die Zahl der Vögel, die durch sie getötet werden, stark reduzieren. Dieses Verhalten ist unerlässlich, und zwar nicht nur, um Vogelliebhaber und andere weichherzige Artgenossen zu erfreuen. Vögel sind die Abwehrkräfte der Erde gegen Insekten. Durch das Schlachten von Vögeln tragen Bodenwindmühlen zur Schädigung von Insekten und zur Ausbreitung von durch Insekten übertragenen Krankheiten bei. Orbitale Windräder würden zu einer solchen Katastrophe nicht beitragen.

Das Verbringen von Windmühlen vom Boden in den Orbit würde ihre ästhetischen Schäden sowohl in der natürlichen als auch in der zivilen Umgebung beseitigen und dadurch den Immobilienwert in betroffenen Gegenden wiederherstellen. Am Nachthimmel könnten sie von der Erde aus sichtbar sein, aber nur als kleine sich bewegende Sterne, amüsant für Liebhaber, sehnsüchtige Kinder und Amateur-Astrofotografen, die ihre Virtuosität demonstrieren wollen.

Am wichtigsten wäre, dass die Verlagerung von Windkraftanlagen in den Orbit es ihnen ermöglichen würde, ihre Leistungsabgabe zu regulieren und dadurch die Störungen zu beseitigen, die sie dem Rest des Netzes auferlegt haben. Die Leistung von bodengestützten Windrädern variieren stark und unvorhersehbar von 0 bis 100 Prozent. Im Gegensatz dazu würde eine orbitale Windmühle immer genau die gleiche konstante Menge an Energie produzieren: nämlich überhaupt keine. Anstatt unvorhersehbare und manchmal fast augenblickliche Änderungen ihrer Leistungsanforderungen kompensieren zu müssen, könnten bodengestützte Backup-Systeme ihre Leistung daher lediglich langsam in Übereinstimmung mit bekannten und hochgradig vorhersehbaren täglichen und saisonalen lokalen Stromanforderungen ändern. Dies würde das Stromnetzmanagement erheblich vereinfachen und die Nutzung vieler Energiequellen wie Kernkraftwerke erleichtern.

Der Start von Windrädern in den Orbit wäre wie sonst auch mit erheblichen Kosten verbunden. Aber dies könnte leicht durch steigende Nebenkostensätze gedeckt werden. Gemäß dem etablierten Wirtschaftsgesetz von Angebot und Nachfrage werden solche höheren Tarife den Stromverbrauch senken und der Gesellschaft dabei helfen, das Ziel von Netto-Null-CO2-Emissionen so schnell wie möglich zu erreichen.

Einige Befürworter der grünen Energietechnologie täuschen oft vor, dass ihr Ziel darin bestehe, die Kosten für Strom zu senken. Das ist absurd. Grüne Energie kann und sollte nicht für einen solchen Zweck verwendet werden. Wenn wir den Verbrauch senken wollen, müssen wir Strom so teuer wie möglich machen. Die sauberste Energie ist keine Energie, am besten zu hohen Kosten. Orbitale Windräder sind die ideale Technologie, um diese Anforderung zu erfüllen.

Zur vollständigen Offenlegung erkläre ich fürs Protokoll, dass ich Präsident eines kleinen Luft- und Raumfahrtunternehmens bin. Ich gebe offen zu, dass ein Programm zur Verlagerung aller Windkraftanlagen der Erde in die Umlaufbahn zu einer erheblichen Finanzspritze für das Ökosystem der Luft- und Raumfahrt führen wird. (Wir bezeichnen uns gerne als „Ökosystem“, nicht als „Industrie“. Ökosysteme sind gut. Industrien sind schlecht.) Unabhängig von meiner Ehrlichkeit in diesem Punkt werden Gegner dieses Konzepts zweifellos an meinem potenziellen Eigeninteresse festhalten und Ad-hominem-Angriffe starten. Ich vertraue darauf, dass meine Leser verstehen werden, dass solch oberflächliche Kritik das Allgemeinwohl ignoriert.

National Review

https://stopthesethings.com/2022/12/09/time-for-launch-best-place-for-giant-industrial-wind-turbines-is-way-out-of-this-world/

Launig übersetzt durch Andreas Demmig




Friends of the Earth verklagt Shell – CLINTEL interveniert

Andy May

Friends of the Earth (Niederlande) verklagte Royal Dutch Shell unter Berufung auf ein niederländisches Gesetz, das es Nichtregierungsorganisationen erlaubt, in Umwelt- oder Sozialfragen, die alle Bürger betreffen, zu klagen. Sie gewannen ein Urteil, das Shell dazu verpflichtete, seine Emissionen bis 2030 um 45 % gegenüber 2019 zu senken. Diese Verringerung schließt die Emissionen der Kunden von Shell auf der ganzen Welt ein, also auch Ihre und meine.

Shell hat gegen das Urteil Berufung eingelegt, die nun beim Haager Berufungsgericht anhängig ist. Clintel hat sich als dritte Partei an dem Verfahren beteiligt, um geltend zu machen, dass das Gericht Beweise dafür, dass der Klimawandel keine Gefahr für die niederländischen Bürger darstellt, nicht berücksichtigt hat. Das Gericht entschied, dass die Emissionen von Shell einen „gefährlichen Klimawandel“ zu verursachen drohen, eine Formulierung und ein Konzept, das nicht einmal der IPCC verwendet.

Shell hat diesen Satz nicht bestritten, der nicht durch Beobachtungen belegt ist. Die einzigen Beweise stammen aus nicht validierten Klimamodellen, die eindeutig nicht mit den bisherigen Beobachtungen übereinstimmen.

Da dieser Fall die Kunden und Lieferanten von Shell weltweit betrifft, bittet Clintel Menschen aus der ganzen Welt, eine Petition zu unterzeichnen, in der sie das Gericht auffordern, die wissenschaftlichen Beweise zu berücksichtigen, dass die globalen Emissionen von Shell nicht gefährlich sind. Shell und andere Unternehmen haben oft Angst vor negativer Publicity, wenn sie die weit verbreitete, politisch korrekte und irrige Ansicht in Frage stellen, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel gefährlich ist. Und das, obwohl das Gegenteil bewiesen ist. Solange Shell und andere Unternehmen sich nicht zusammenreißen, liegt es an uns, diesen Unsinn zu bekämpfen.

Bitte unterzeichnen Sie die Petition hier und spenden Sie, wenn möglich, um die Gerichtskosten zu decken.

Link: https://andymaypetrophysicist.com/2022/12/17/clintels-intervention-in-the-friends-of-the-earth-shell-lawsuit/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Schwarzschild und die Lösung der Strahlungstransfergleichung – ein physikalischer Hütchentrick?

Vorbemerkung der EIKE Redaktion:

Wie immer bei Artikeln von U.Weber bitten wir evtl. Kommentatoren zunächst die durch Beobachtung gestützte Annahme des Autors zu widerlegen, dass die Sonne immer nur die Tagseite bescheint. Anders ausgedrückt, bitte weisen zunächst nach, dass die vereinfachende Betrachtung, dass die Sonne die ganze Erde Tag und Nacht bestrahlt innerhalb sehr enger Fehlergrenzen (± 0,34 Promille) zulässig ist.

Uli Weber

Die menschengemachte Klimareligion gründet sich auf das Mysterium eines „natürlichen atmosphärischen Treibhauseffektes“ (THE), der angeblich durch den CO2-Ausstoß aus der technischen Nutzung fossiler Energieträger durch den Menschen noch weiter angeheizt werden soll. Zur wissenschaftlichen Begründung dieses Treibhauseffektes hat man sich der „gemes­senen“ Realität (Near Surface Temperatur = NST) auf unserer Erde über einen globalen 24h-Faktor4-Vollkugel-Durchschnitt der hemisphärischen solaren Einstrahlung auf der Tagseite genähert. Als zwingende rechnerische Kompensation für die dadurch reduzierte theoretische Temperatur wird dann eine terrestrische „Abstrahlungshöhe“ in der Erdatmosphäre behauptet. Diese erfordert wiederum eine sogenannte „atmosphärische Gegenstrahlung“ als Quelle für einen „natürlichen“ Treibhauseffekt. Dieser THE erfüllt den Zweck, die Temperatur von der „Abstrahlungshöhe“, dem tatsächlichen barometrischen Gradienten folgend, am Ende wieder an die „beobachtete“ physikalische Realität an der Oberfläche (NST) anzubinden, wie das im folgenden Beitrag nachgewiesen werden wird. Der THE ist also lediglich die paraphysikalische Kompensation für eine physikalisch fehlerhaft hergeleitete theoretische Faktor4-Temperaturgenese auf unserer Erde.

Hinweis: Der Übersichtlichkeit halber wird hier mit Durchschnittswerten für die Bestrahlungsstärke in [W/m²] analog zur weiter unten verlinkten Vorlage argumentiert. Diese Vorlage ist im Vergleich zu anderen Darstellungen der Strahlungstransfergleichung sehr anschaulich und gut nachvollziehbar. Ich hatte allerdings bereits mehrfach nachgewiesen (beispielsweise hier), dass Durchschnittswerte, angewendet auf das Stefan-Boltzmann-Gesetz, zu physikalisch fehler­haften Ergebnissen führen. Die nachfolgend zitierten Ausschnitte, z.T. mit von mir eingefügten gelben Hervorhebun­gen, stammen aus dem Script „Physik der Atmosphäre“ von Niklaus Kämpfer vom Herbstsemester 2007 am Institute of Applied Physics (IAP) der Uni Bern (letzter Zugriff am 13.12.2022).

Fangen wir also mit der Schwarzschild-Gleichung an:

Ausschnitt 1 von Seite 47 aus der Vorlage „Physik der Atmosphäre“ von Niklaus Kämpfer (2007)

Aus der Schwarzschild-Gleichung leitet sich durch Umformung am Ende dann die sogenannte Strahlungstransfergleichung (STG) her. Diese ist nach dortiger Angabe für alle spektralen Anteile zusammen kaum lösbar:

Ausschnitt 2 von den Seiten 49/50 aus „Physik der Atmosphäre“ von Niklaus Kämpfer (2007)

Vielmehr findet unter der Annahme, dass auf der Erde ein globales thermodynamisches Gleichgewicht (GTE) zwischen Ein- und Abstrahlung (IN=OUT) besteht, eine approximative Abschätzung zur Lösung dieser STG statt. Spannend ist nun, dass als Grundlage für diese Abschätzung einer Lösung im Vakuum plötzlich der umstrittene „Faktor 4“ für die globale 24h-Mittelung der hemisphärischen solaren Einstrahlung auf der Erde auftaucht.

Die Abbildung 3.34 aus dem nachfolgenden Ausschnitt 3 stellt die Situation auf der Erde korrekt dar, die Tagseite der Erde wird von der Sonne bestrahlt und die Abstrahlung erfolgt über die gesamte Erdoberfläche.

Ausschnitt 3 von den Seiten 50/51 aus „Physik der Atmosphäre“ von Niklaus Kämpfer

Trotz dieser korrekten Abbildung 3.34 basiert die vereinfachte Lösung der Strahlungstransfer­gleichung also auf einer globalen Viertelung der spezifischen solaren Einstrahlung auf der Tagseite als Eingangsgröße für die globale Abstrah­lung der Erde. Die globale Faktor4-Mittelung der hemisphärischen solaren Einstrahlung stellt demnach nicht etwa das Ergebnis, sondern eine GRUNDANNAHME für die vereinfachte STG-Lösung dar, weil allein sie die verfügbare spezifische Strahlungsleistung für die Berechnung einer Abstrahlungstemperatur mit dem Stefan-Boltzmann-Gesetz vorgibt. Dieser globale Tag=Nacht-Faktor 4 ist in allen mir bekannten Lösungs­ansätzen für die STG als Anfangsbe­dingung enthalten und erfordert regelmäßig einen sogenannten „natürlichen“ THE. Denn die solchermaßen für jede individuelle Ortslage auf der Erdoberfläche mit dem 24h-Faktor4 über die Nachtseite mit (0W/m²) gemittelte Nettostrahlungsleistung beträgt dann eben nur noch durchschnittlich 235 W/m². Daraus ergibt sich dann ein S-B-Temperatur­äquivalent von lediglich Teq=Ts=255 Kelvin (=-18°C) für jeden Ort auf der Erd­oberfläche. Dabei wird aber die terrestrische Temperaturgenese auf der Tageseite unserer Erde übersprun­gen, durch die erst eine Richtungsumkehr des Poynting-Vektors zwischen Ein- und Abstrahlung möglich wird, wie in Abbildung 1 gezeigt wird. Denn ein Vektor ändert nun einmal nicht grundlos seine Richtung:

Abbildung 1: Terrestrische Temperaturgenese mit der solaren Einstrahlung (@1PIR²=Kreisfläche mit Erdradius), dem hemisphärischen Durchschnitt (@2PIR²=Halbkugel)* und der durchschnittlichen Abstrahlung* (@4PIR²=Kugelfläche), sowie den einander gegenläufigen Poynting-Vektoren

*) Es sei ausdrücklich auf meinen Hinweis zu Durchschnittswerten am Anfang dieses Textes verwiesen

In meinem hemisphärischen S-B-Modell wirkt dagegen die auf der Tagseite in Atmosphäre und Ozeanen gespeicherte Wärme durch die Erddrehung auf der Nachtseite weiter. Schon Wiener unterscheidet übrigens in seiner Arbeit „Ueber die Stärke der Bestrahlung der Erde durch die Sonne in den verschiedenen Breiten und Jahreszeiten“ (1879, Meteorologische Zeitschrift, 113-130) zwischen „Intensität“ und „Strahlenmenge“, Zitat von Seite 115:

Aus der Formal (2) ergibt sich dw:dt als die Intensität der Sonnenbestrahlung, d. i. als die in der (durch Bogen ausgedrückten) Zeiteinheit auftreffende Strahlenmenge; ebenso ist bei senkrecht auffallenden Strahlen W:2 die Intensität der Bestrahlung;…

Im „just-in-time“-Gesetz von Stefan und Boltzmann „kann es nur einen geben“, und das ist nun einmal die „Strahlstärke“. Denn man kann der Tagseite in einem Quotienten aus [Arbeit/Zeit] nicht einfach einen Teil der solaren Strahlstärke wegnehmen und willkürlich der Nachtseite zuschlagen. Die korrekte Lösung von Gerlich (1995) für ein solches Faktor4-Modell beträgt daher lediglich 144 Kelvin. Meine diesbezügliche Korrektur für die Taghalbkugel allein kommt damit auf 288 Kelvin, was der global gemittelten Tag&Nacht-Sommer&Winter-Land&Meer-NordHK&SüdHK-NST entspricht.

Bei der fehlerhaft vereinfachten Lösung der STG in Ausschnitt 3 erhält man nun eine „Faktor4-Gleichgewichts-Temperatur“ Teq=255 Kelvin für die gesamte Erdoberfläche im Vakuum. Dort heißt es dann, diese Temperatur habe angeblich „nicht viel mit der Oberflächen­temperatur [NST] zu tun“ (WIDERSPRUCH 1), sondern soll als Vakuum-Lösung jetzt plötzlich eine atmosphärische Abstrahlungs­tempera­tur in 5.000 Metern Höhe darstellen, was zu einem weiteren WIDERSPRUCH 2 führt. Diese „Abstrahlungs­temperatur“ ergibt sich nämlich auch „GANZ ZWANGLOS“, und zwar ohne irgendeinen THE, ganz allein aus der „gemessenen globalen Durchschnitts­tem­peratur“ (NST) von 15°C über den barometrischen Gradienten von [-6,5K/1.000 m] mit einer Temperatur von [-18°C] in 5.000 Metern Höhe (Siehe Abbildung 1). Um nun diesen Sprung vom Vakuum an der Oberfläche auf die sogenannte „Abstrahlungshöhe“ in der Atmosphäre zu verschleiern, wird eine sogenannte „atmosphärische Gegenstrahlung“ eingeführt. Dazu wird das besagte globale thermodynamische Gleichgewicht (GTE) für die nachstehenden ein- und ausgehenden Strahlungsflüsse eingefordert, weil es sonst begreiflicherweise zu einer ständigen Erwärmung oder Abkühlung der Erde kommen würde:

Ausschnitt 4 von Seite 52 aus der Vorlage „Physik der Atmosphäre“ von Niklaus Kämpfer (2007)

Es handelt sich bei den hier dargestellten Strahlungsflüssen um eine vorgegebene Modellvorstellung, die, wie bereits ausgeführt worden ist, von vorn herein eine sogenannte „Gegenstrahlung“ einschließt, aber nicht beweist. Daraus ergibt sich in der Vorlage nun ein Gleichungssys­tem, das nach der Oberflächentemperatur und der Temperatur der Atmosphäre aufgelöst wird:

Ausschnitt 5 von Seite 53 aus der Vorlage „Physik der Atmosphäre“ von Niklaus Kämpfer (2007)

Randnotiz: Im Text wird dann die Oberflächentemperatur Ts unter verschiedenen Eckwerten diskutiert. Wenn wir nun aber die Temperatur der Atmosphäre Ta aus Gleichung (3.99) berechnen, dann erhalten wir eine Temperatur von 2,8 Kelvin. Da stimmt also schon einmal irgend­etwas mit der Formel nicht. Wenn wir dort aber [S/4] tentativ aus Formel (3.100) durch [Sc/4SIGMA] ersetzen, werden es plötzlich 257 Kelvin, was dem Wert für Teq von 255 Kelvin sehr nahe kommt.

Mit der dort vorgegebenen langwelligen [al=0,8] und kurzwelligen [as=0,2] Absorption ergibt sich aus Formel (3.98) dann ein Wert von Ts=288 Kelvin (in der Vorlage sind es 286K) für die Erdoberfläche.

Worin könnte nun ein physikalischer Hütchentrick im Lösungsverlauf der STG bestehen?

Nun, in der oben verlinkten Vorlage hat man als Eingangsvoraussetzung für eine approximative Lösung der STG die hemisphärisch einfallende solare Strahlungsleistung in unzulässiger Weise auf ein globales 24h-Faktor4-Mittel beschränkt. Folglich beträgt dann die kurzwellige solare Nettoeinstrahlung auf der Erdoberfläche im Vakuum auch nur noch 235 W/m² und das entsprechende S-B-Temperaturäquivalent Teq=Ts=255 Kelvin. Die langwellige terrestrischen Abstrahlung aus der „gemessenen“ globalen Durchschnittstemperatur von [15°C=288 Kelvin] erfordert damit den tatsächlichen barometrischen Gradienten von [-6,5°C/1.000m], um nach Aus­schnitt 3 (Text unten) in 5.000 Metern „Abstrahlungshöhe“ schließlich ebenfalls diese sogenannte „Abstrahlungs­temperatur“ von 255 Kelvin oder [-18°C] zu erzeugen, wie das auch in Abbildung 1 dargestellt ist. Zwischen der Faktor4-Berech­nung und der physikalischen Realität klafft also der Widerspruch 1 von (255 Kelvin = 288 Kelvin). Dieser Widerspruch von 33 Kelvin wird nach dem Faktor4-THE-Modell aufgelöst, indem 80% der langwelligen terrestrischen Abstrahlung aus der „gemessenen“ NST von der Atmos­phäre absorbiert werden sollen, also 80% von 390 W/m² (= 310 W/m²), und als sogenannte „Gegenstrahlung“ jeweils zur Hälfte auf die Erdoberfläche und in den Weltraum gerichtet sind.

Geheilt wird der Widerspruch 1 also durch die paraphysikalische Zustrahlung von weiteren 155 W/m² als sogenannter THE aus der kälteren Atmosphäre auf die wärmere Erdoberfläche unter Umgehung des 2. HS der Thermodynamik. Auf der vorgeblichen Abstrahlungshöhe von 5.000 Metern sollen folglich [(390-310) W/m² + 155 W/m² = 235 W/m²] in den Weltraum abgestrahlt werden und damit das Kriterium [IN=OUT] für den Strahlungshaushalt unserer Erde erfüllen. Aber diese, in einem frag­würdigen (Huhn&Ei)-Kreisprozess konstruierte, tertiäre „Gegenstrahlung“ von 310 W/m² erfordert nun für ihre Existenz ganz genau diejenige sekundäre Oberflächenabstrahlung von 390 [W/m²], die sie mit einer atmosphärischen Zustrahlung von 155 [W/m²] ja erst selbst erzeugt haben soll.

Rein mathematisch ist dieses THE-Modell schlüssig: Wir haben zwei fest vorgegebene Eckwerte (Fs=390W/m²) aus der sogenannten „gemessenen globalen Durchschnittstemperatur“ (NST) von [15°C] und (Fa=235W/m²) aus einem fehlerhaft global berechneten Stefan-Boltzmann-Temperaturäquivalent von [-18°C]. Die abhängigen Unbekannten in diesem THE-Modell sind dann die „Gegenstrahlung“ (Fg) und die Abstrahlung der Oberfläche im atmosphärischen Fenster (Ff). Rein mathematisch lassen sich diese beiden Zahlenwerte daher durch zwei Gleichungen ([1] und [2]) mit den zwei Unbekannten (Fg und Ff) herleiten:

[1] Fs [W/m²] – Fg/2 [W/m²] = Ff [W/m²] + Fg/2 [W/m²]
In Worten:
Die langwellige Abstrahlung von der Erdoberfläche Fs minus dem halben Betrag der Gegenstrahlung Fg/2 ist gleich der langwelligen Abstrahlung im atmosphärischen Fenster Ff plus der halben Gegenstrahlung Fg/2.

[2] Ff [W/m²] + Fg/2 [W/m²] = Fa [W/m²]
In Worten:
Die langwellige Abstrahlung im atmosphärischen Fenster Ff plus dem halben Betrag der Gegenstrahlung Fg/2 ist gleich der langwelligen Abstrahlung der Atmosphäre Fa auf der sogenannten „Abstrahlungshöhe“ von 5.000 Metern.

mit Fs = 390 [W/m²] = IR-Abstrahlung der Erdoberfläche bei [15°C]

Fa = 235 [W/m²] = Abstrahlung der Atmosphäre in 5 [km] Höhe bei [-18°C]

Fg = „atmosphärische Gegenstrahlung“

Ff = Abstrahlung der Oberfläche im atmosphärischen Fenster

[2‘] Gleichung [2] wird als Gleichung [2‘] nach Ff aufgelöst:
(Ff [W/m²] = Fa [W/m²] – Fg/2 [W/m²]) und in Gleichung [1] eingesetzt:

[3] 390 [W/m²] – Fg/2 [W/m²] = 235 [W/m²] – Fg/2 [W/m²] + Fg/2 [W/m²]

[4] 390 [W/m²] – Fg/2 [W/m²] = 235 [W/m²]

[5] Fg/2 = 390 [W/m²] – 235 [W/m²] = 155 [W/m²]

[6] Fg = 310 [W/m²] als sogenannte „atmosphärische Gegenstrahlung”

[7] Aus Gleichung [2‘] ergibt sich somit Ff [W/m²] = 80 [W/m²] für die direkte IR-Abstrahlung von der Erdoberfläche im atmosphärischen Fenster.

[8] Und für al = Fg/Fs ergibt sich dann: al = 310/390 = 0,79487179

Damit ergeben sich für das Faktor4-Tag=Nacht-Modell in Blockdiagramm 3.35 aus Ausschnitt 4 am Ende folgende spezifischen Strahlungsleistungen:

Abbildung 2: Das Blockdiagramm 3.35 aus Ausschnitt 4 (Kämpfer 2007) mit den Richtungen der spezifischen Strahlungsleistungen (F1) bis (F8) nach dortiger Beschreibung und den Ergebnissen aus meinen Gleichungen [1] bis [8]

Mit den Berechnungen aus den Gleichungen [1] bis [8] kann man also die spezifischen Strahlungsleistungen im Blockdiagramm 3.35 aus Ausschnitt 4 mathematisch quantifizieren. Auffällig ist aber der physikalische Zirkelschluss rechts unten zwischen der Oberfläche und der Atmosphäre. Die Abstrahlung von 390 [W/m²] erfordert nämlich die Zustrahlung der sogenannten „atmosphärischen Gegenstrahlung“ von 155 [W/m²], um zusammen mit der solaren Faktor4-netto-Einstrahlung von 235 [W/m²] diese „Gegenstrahlung“ überhaupt erst zu erzeugen.

Abbildung 3: Fig. 1 aus K. E. Trenberth, J. T. Fasullo, J. Kiehl, “Earth’s global energy budget”, Bulletin of the American Meteorological Society, 90, 311–323, http://dx.doi.org/10.1175/2008BAMS2634.1

Weiterhin ist der Absorptionskoeffizient [al] aus Gleichung 3.99 für die langwellige terrestrische Abstrahlung ganz offensichtlich kein nachprüfbarer Meßwert, sondern ergibt sich rein mathematisch über die vorgegebene Modellvorstellung sowie die Eckwerte Fs und Fa und erfordert daher eine physikalische Validierung. Nehmen wir jetzt also einmal die vorstehend berechneten Werte für die Gegenstrahlung Fg (2*155 [W/m²]) und die terrestrische Abstrahlung im sogenannten atmosphärischen Fenster von Ff =80 [W/m²] und vergleichen sie mit dem Diagramm von Trenberth, Fasullo und Kiehl (2009):

 

In der Grafik von Trenberth et al. (2009) verläuft die atmosphärische Gegenstrahlung mit 333 [W/m²] vollständig in Richtung Erdoberfläche, während sich die 310 [W/m²] aus der Näherungslösung für die STG als vektorielles Nullsummenspiel jeweils zur Hälfte in einen aufsteigenden (155W/m²) und einen absteigenden (155W/m²) Energietransport aufteilen. Es differieren also nicht nur die absoluten Werte, vielmehr unterscheiden sich beide auch noch in ihrer vektoriellen Wirkung. Diese Diskrepanz in Betrag und Richtung der sogenannten atmosphärischen Gegenstrahlung stellt einen physikali­schen WIDERSPRUCH 3 in der Theorie für den sogenannten „natürlichen atmosphärischen Treib­hauseffekt“ dar. Weiterhin wird bei Trenberth et al. (2009), wie übrigens auch bei Kiehl und Trenberth (1997)=KT97, die terrestrische Abstrahlung im atmosphärischen Fenster mit 40 [W/m²] bezif­fert, während sich aus der vereinfachten STG-Lösung ein Wert von 80 [W/m²] ergibt. Die implizite Aussage (40 [W/m²] = 80 [W/m²]) für die langwellige Abstrahlung der Oberfläche im atmosphä­rischen Fenster führt damit zu einem physikalischen WIDERSPRUCH 4. Die vereinfachte STG-Lösung kann den sogenannten „natürlichen atmosphärischen Treibhauseffekt“ aus sich heraus also gar nicht beweisen. Die fehlerhaft vereinfachte STG-Lösung über eine widersinnige und unbewiesene Faktor4-Tag=Nacht-Berechnung zieht vielmehr zwangsläufig die beschriebenen Kompensationsmaß­nahmen einer „atmosphärischen Abstrahlungshöhe“, einer „Gegenstrahlung“ und damit eines vorgeblichen THE nach sich, um am Ende wieder an die „gemessene“ Realität einer NST anschließen zu können:

  • Der physikalisch widersinnige „Faktor 4“ ist eine unbewiesene GRUNDANNAHME für die vereinfachte Lösung der Strahlungstransfer­gleichung.
  • WIDERSPRUCH 1: (255 Kelvin = 288 Kelvin) für die Oberflächentemperatur der Erde
  • WIDERSPRUCH 2: Die Faktor4-Rechnung im Vakuum hat ihr Ergebnis in der Atmosphäre.
  • Die sogenannte „Abstrahlungstemperatur“ in einer Höhe von 5.000 Metern ergibt sich „GANZ ZWANGLOS“ über den barometrischen Gradienten aus der „gemessenen“ NST (Abbildung 1).
  • WIDERSPRUCH 3: (333 [W/m²] = 2 * 155 [W/m²]) für die atmosphärische Gegenstrahlung
  • WIDERSPRUCH 4: (40 [W/m²] = 80 [W/m²]) für die Abstrahlung im atmosphärischen Fenster

Fazit: Die vereinfachte STG-Lösung ist von Beginn an mit dem Tag=Nacht-Faktor4 kontaminiert. Ausgehend von dieser Faktor4-Mittelung über die „Abstrahlungshöhe“ und die „Gegenstrahlung“ bis hin zum sogenannten THE als Angleich an die „gemessene“ NST schließt sich ein paranormaler Kreis­prozess à la Chuck Norris, der bekanntermaßen in einem Blockhaus geboren wurde, das er selbst erbaut hat. Was liegt daher näher, als unserer Erde eine „natürliche“ Durchschnittstemperatur von 15°C zuzugestehen, die einem S-B-Strahlungsäquivalent von 390 [W/m²] entspricht. Auf der Tagseite wird diese Temperatur durch die hemisphärische Sonneneinstrah­lung erzeugt, während sie auf der Nachtseite von den globalen Wärmespeichern (Atmosphäre und Ozeane) gestützt wird. Die globale Abstrahlung folgt dann dem natürlichen barometrischen Gradienten auf eine Abstrahlungshöhe von 5.000 Meter mit einer spezifischen Abstrahlungsleistung von 235 [W/m²].

Die Anhänger der Faktor4-Mittelung haben somit aufs falsche Pferd gesetzt, nämlich auf einen globalen solaren 24h-Tag=Nacht-Strahlungsdurchschnitt für die terrestrische Temperaturgenese anstatt auf dessen maximale hemisphärische Intensität. Nur mein hemisphärisches Stefan-Boltzmann-Modell (Prinzip in Abbildung 1) kann die sogenannte „gemessene globale Durchschnittstemperatur“ widerspruchsfrei und ohne die paraphysikalische Hilfskonstruktion eines „natürlichen atmosphärischen Treibhauseffektes“ allein aus der hemisphärischen solaren Einstrahlung heraus erklären (Nachweis in diesem Beitrag auf EIKE sowie in diesem Buch).

 




Lutz Niemann – Kernkraft: Grenzwerte und Strahlenangst

15. Internationale EIKE Klima- und Energiekonferenz, IKEK-15, am 25. und 26. November 2022, Pfännerhall Braunsbedra bei Merseburg.

Zum Thema der Strahlenangst hielt unser Referent Dr. Lutz Niemann einen Vortrag, in dem er mit Hilfe nackter Zahlen, zum Beispiel zu den Toten nuklearer Unfälle, eine realistische Haltung jenseits der jahrzehntelangen Panikmache anmahnte. Seine klare Aussage: Die Verteufelung der Kernkraft ist krass unrealistisch, da konkurrierende Konzepte deutlich mehr Opfer fordern.