COP-27 Finanziers und Händler des Todes

Paul Driessen

Afrika wehrt sich gegen eine Politik, die primitive Landwirtschaft und Energie fördert, und gegen die Herstellung von Muffins aus Fliegen

Wenn die Amerikaner in dieser Woche für unsere vielen Segnungen danken, [Thanksgiving] sollten wir uns daran erinnern, dass die Pilger und die amerikanischen Ureinwohner über primitive landwirtschaftliche Kenntnisse und Technologien verfügten, dass Hunger und Krankheiten zu den Konstanten ihres Lebens gehörten – und dass es so vielen Menschen auf der Welt heute nicht viel besser geht.

Weite Teile Afrikas leben immer noch am Rande der Gesellschaft, und weit über 600 Millionen Menschen haben nicht einmal Strom. In vielen Teilen Indiens, Asiens und Lateinamerikas herrscht ebenfalls gravierende Energie- und Nahrungsmittelknappheit.

Unglaublicherweise gilt das auch für Europa. „Die deutsche Industrie starrt in den Net-Zero-Abgrund“, „Europas Energiekrise könnte sich im nächsten Jahr noch verschlimmern“, selbst „Deutschlands Windkraftindustrie schlittert in die Krise“, „Millionen stehen vor Armut und Not im grünen Großbritannien, da die Briten die höchsten Stromrechnungen der Welt zahlen“, warnen Schlagzeilen.

Das Verbot russischer Gasimporte inmitten von Putins Krieg gegen die Ukraine spielt eine Rolle und wird häufig zum Sündenbock gemacht. Aber die Hauptursache ist Europas Leidenschaft für intermittierende Wind- und Solarenergie und die Abneigung gegen fossile Brennstoffe und Kernenergie, die dazu geführt hat, dass in Deutschland alte Dörfer und alte Windparks zerstört wurden, um Braunkohle abzubauen.

Näher an der Heimat [= USA] stehen Neuengland und New York ebenfalls vor einem kalten, dunklen Winter, denn auch sie haben gegen Bohrungen, Fracking, Pipelines, Kohle und Kernkraft gestimmt – und fordern nun mehr Öl und Gas von den gleichen Unternehmen, die sie und Präsident Biden in die Vergessenheit treiben wollen.

Die größte Heuchelei von allen war jedoch auf dem COP-27-Klimazirkus in Ägypten vom 6. bis 18. November zu sehen, wo die Teilnehmer immer wieder fragten, ob es Afrika erlaubt sein sollte, seine Öl-, Erdgas- und Kohlereserven auszubeuten, um den Lebensstandard zu verbessern, Familien zu ernähren und Leben zu retten!

Al Gore predigte, dass die Investitionen in fossile Brennstoffe weltweit beendet werden sollten, auch in Afrika. UN-Generalsekretär António Guterres behauptete absurderweise, dass „neue Finanzmittel für die Exploration und Förderung fossiler Brennstoffe wahnhaft sind“ und nur „die Geißel des Krieges, der Umweltverschmutzung und der Klimakatastrophe nähren“ (die von Menschen verursachten Katastrophen, die in Computermodellen und COP-27-Reden vorkommen, aber nicht in der realen Welt).

Auf dem COP-27-Klimagipfel in Sham-El-Sheikhdown, Ägypten, sagte John Kerry, afrikanische Nationen sollten sich nicht auf Erdgas verlassen, um Strom zu erzeugen und zu modernisieren. (Kerry hat fünf Häuser, eine Yacht und einen Privatjet – aber das ist in Ordnung, weil sie auf den Namen seiner Frau lauten und er sie lediglich nutzt“).

Schlimmer noch, es ist nicht nur die Energie, die diese arroganten Öko-Totalitaristen in Afrika und anderen Entwicklungsregionen blockieren wollen. Es sind auch moderne Düngemittel – ja, alle Aspekte der modernen Landwirtschaft – alles, was den Bauern tatsächlich helfen kann, hungrige Menschen zu ernähren und genug Geld zu verdienen, um ein Haus oder eine Scheune zu bauen, ihre Kinder zur Schule zu schicken und Traktoren und andere Geräte zu kaufen.

Sie wollen nicht einmal, dass Afrika Erdgas produziert und es zur Herstellung von Stickstoffdünger verwendet, der die Ernteerträge drastisch steigert und absolut notwendig ist, wenn die Welt acht Milliarden Menschen ernähren soll – vor allem, ohne weitere Millionen Hektar Lebensraum für Wildtiere in marginales Ackerland zu verwandeln.

Die armen Länder werden diesen ungeheuerlichen, unerträglichen, rassistischen Neokolonialismus nicht länger hinnehmen. Das sollten sie auch nicht, vor allem nicht, wenn sie erkennen, dass reiche Länder am Rande der Deindustrialisierung und des Bankrotts stehen – und weder die Absicht noch die Fähigkeit haben, Milliarden, geschweige denn Billionen von Dollar an jährlichen „Wiedergutmachungs-, Verlust- und Schadensersatz“-Zahlungen für angebliche Auswirkungen des angeblich vom Menschen verursachten Klimawandels zu leisten.

Wenn also die UNO, die inzwischen reichen Länder und die Öko-Druckgruppen ihnen sagen, dass es keine Finanzierung für fossile Brennstoffe und moderne Landwirtschaft geben wird – nur für Wind- und Solarenergie, ökologischen Landbau und „Agrarökologie“ – dann sollten die armen Länder diesen Verursachern von Armut, Hunger, Krankheit und Tod einfach sagen, dass sie abhauen sollen. Damit wären die armen Länder weitgehend auf sich allein gestellt.

Aber sie haben zahlreiche Vorteile, die ihren Vorgängern fehlten: Zugang zu den unglaublichen Fortschritten der letzten Jahrhunderte in den Bereichen Energie, Landwirtschaft, Industrie, Wirtschaft, Medizin, Kommunikation und anderen Bereichen, insbesondere während des mit fossilen Brennstoffen betriebenen Industriezeitalters.

Sie müssen nur ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und diese Fortschritte nutzen. Jedes Projekt, das sie in Angriff nehmen, wird neuen Wohlstand, Innovation und Selbstvertrauen für nachfolgende Projekte schaffen.

Ich habe schon oft über diese gefühllosen Öko-Imperialisten – diese Finanziers und Händler des Todes – geschrieben, und zwar hier, hier, hier und hier zum Beispiel.

Leider bereuen sie nie und revidieren nie ihre tödliche Einstellung und Politik. Die weltweite Gefolgschaft, die sie genießen, unterstreicht, wie die schlecht informierten, aber wohlmeinenden Menschen in Wirklichkeit von den gut informierten, aber es schlecht meinenden Menschen an der Nase herumgeführt werden – in Sachen Klima, Energie, Landwirtschaft und Menschenrechte.

Ihre Agrarökologie lehnt praktisch die gesamte Grundlage der modernen Landwirtschaft ab, die Milliarden von Menschen mit weniger Anbaufläche und Wasser ernährt, indem sie Monokulturen, sorgfältig entwickelte und getestete chemische Düngemittel und Insektizide, Biotechnologie, Hybridsaatgut und mechanisierte Geräte einsetzt.

[Kursiv im Original]

Stattdessen fordern sie „Ernährungs-Souveränität“ – das „Recht“ auf „kulturell angepasste“ Lebensmittel, die mit „ökologisch vertretbaren und nachhaltigen Methoden im Einklang mit der Agrarökologie“ hergestellt werden – also von der Art, die in Sri Lanka Hunger und Chaos verursacht hat.

Sie verunglimpfen sogar den Goldenen Reis, der Vitamin-A-Mangel, Blindheit und Tod bei unterernährten Kindern beenden könnte.

Könnte der Irrsinn und die Heuchelei noch schlimmer werden? Traurigerweise – ja.

Die europäischen Staats- und Regierungschefs haben die afrikanischen Länder angefleht, Öl-, Gas- und Kohleprojekte zu starten, um sie nach Europa zu liefern. Im nächsten Atemzug sagt die EU-Kommission, dass die Förderung der Stickstoffdüngerproduktion in Afrika „mit den EU-Klimazielen kollidieren“ würde.

Die Internationale Energieagentur ist besorgt darüber, dass die Hälfte der Bevölkerung in Subsahara-Afrika keinen Zugang zu Elektrizität hat. Im nächsten Atemzug sagt die IEA, dass die Verhinderung der Überhitzung des Planeten keine weitere afrikanische Erdölproduktion zulässt.

Noch kolonialistischer wirbt das Time Magazine für die Vorstellung, dass „Menschen, die Insekten essen, helfen könnten, den Planeten zu retten“. Die New York Times preist eine neue Julia Child „Joy of Cooking (Insects)“ an. Und eine Gruppe „renommierter“ afrikanischer und europäischer „Ökologie- und Ernährungsexperten“ sagt, dass der Klimawandel und andere Überlegungen Afrika zum „perfekten Labor“ machen, um neue Wege zur Ernährung der Menschheit zu testen – wie z. B. die Umwandlung von Seemücken aus der Region des Viktoriasees in „Cracker, Muffins, Fleischbrote und Würstchen“.

Die COP-27 (oder FLOP-27) behauptet, einen weiteren „historischen Meilenstein“ zur Rettung des Planeten Erde erreicht zu haben! Aber das alles wird von einer unbegründeten Hysterie über vom Menschen verursachte Klimakatastrophen angetrieben. Lasst uns alle tief durchatmen.

Sicherlich sind wir mit Klimaschwankungen und extremen Wetterereignissen konfrontiert – aber nicht schlimmer als in der Vergangenheit, und es gibt keine nachvollziehbaren, überzeugenden Beweise dafür, dass vom Menschen verursachte Emissionen die natürlichen Kräfte ersetzt haben. Noch wichtiger ist, dass wir über einen weitaus größeren Wohlstand, weitaus mehr Wissen, weitaus bessere Technologien und Ressourcen als in der Vergangenheit verfügen, die uns helfen, uns an Klimaveränderungen anzupassen, extreme Wetterereignisse zu überleben und uns danach wieder aufzubauen.

Das ist unendlich viel besser, als die Erde mit Windturbinen, Sonnenkollektoren, Batteriemodulen, Überlandleitungen, Minen und Fabriken zu überziehen, um diese Dinge zu bauen – und mit Verarbeitungsanlagen, um Käferburger und andere Köstlichkeiten herzustellen, rechtzeitig, damit die Klimaprominenz sie auf der COP28 genießen kann.

Können wir nicht dieses eine Mal ruhig und vernünftig (und damit kolonialistisch?) sein? Ich frage nur.

Paul Driessen is senior policy advisor for the Committee For A Constructive Tomorrow (www.CFACT.org) and author of books and articles on energy, climate change, environmental policy and human rights.

Link: https://wattsupwiththat.com/2022/11/21/cop-27-financiers-and-merchants-of-death/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Keine Atempause: Von Wind und Solar getriebene Energiepreisprobleme können nur noch schlimmer werden

stopthesethings

Angesichts des Debakels, das sich in Europa und Großbritannien abspielt, bedarf es einer besonderen Art von Täuschung, wenn man behauptet, dass die zunehmende Abhängigkeit von Wind und Sonne unweigerlich zu fallenden Strompreisen führen wird.

Diesbezüglich gehört Täuschung durch Australiens Green/Labor Koalition zur Tagesordnung.

Wenn es um so etwas wie vernünftige Energiepolitik geht, sind Anthony Albanese, der Premierminister (von Australien) und sein geistloser Energieminister Chris Bowen (Minister für Klima Wandel und Energie) so weit von der Realität entfernt, dass es erschreckend ist. Besonders beängstigend für alle energiebedürftigen Unternehmen oder Branchen und beängstigend für Haushalte, die bereits mit zweistelliger Inflation und steigenden Zinssätzen zu kämpfen haben.

Die Australian Labor Party prognostiziert [nach einem Berechnungsmodell] einen Anstieg der Strompreise um 56 % in den nächsten zwei Jahren, abgetan wird das als „Lebenshaltungskostendruck“. Damit werden Hunderttausende von Arbeitsplätzen in der Fertigung und Mineralverarbeitung vernichtet (Aluminiumhütten, wie in Deutschland als Erste) und Tausende kleiner Unternehmen werden zerstört, die bestenfalls am Rande der Wirtschaftlichkeit operieren.

 

Bleiben Sie gefasst, denn die Energiekrise wird sich wahrscheinlich verschlimmern
The Australian, Judith Sloan, Economics Editor, 31. Oktober 2022

Hat noch jemand die bemerkenswerte Diskrepanz zwischen der Budgetrede von Jim Chalmers von letzter Woche und dem tatsächlichen Inhalt des Budgets bemerkt? In der Rede erklärte der Schatzmeister, dass Labor sein Engagement für „billigere und sauberere Energie“ erfülle. Aber im Haushaltspapier Nr. 1 wurde uns mitgeteilt, dass die Strompreise in den nächsten zwei Jahren um 56 Prozent steigen würden.

Es besteht kein Zweifel, dass Labor in Bezug auf die Energiepolitik im Allgemeinen und die Strompreise im Besonderen anfällig ist. Nachdem die Regierung wiederholt versprochen hat, dass die Strompreise für Haushalte bis 2025 um 275 US-Dollar pro Jahr niedriger sein werden, wird die Regierung letztendlich keine andere Wahl haben, als von diesem Versprechen Abstand zu nehmen.

Natürlich war es ein Versprechen, das niemals hätte gemacht werden dürfen, ungeachtet der weiteren Behauptung von Anthony Albanese, dass er „zu den Modellen stehe“. (Niemand, der bei klarem Verstand ist, würde an Annahmen dafür programmierten Modellen festhalten.) Er ist jetzt scharf darauf, die russische Invasion in der Ukraine als Grund für die steigenden Strompreise verantwortlich zu machen.

Nur: Die Energiekrise in Europa ging der Ukraine voraus. Und erwartet irgendjemand, dass die Energiemärkte zu früheren Bedingungen zurückkehren werden, falls die Situation in der Ukraine bald gelöst werden sollte? Die meisten westlichen Volkswirtschaften werden weiterhin russisches Öl und Kohle boykottieren, und das von Russland [vielleicht doch wieder] nach Europa geleitete Gas wird wahrscheinlich nicht auf das frühere Niveau zurückkehren.

Viele der Probleme im australischen Energiesystem sind hausgemacht; Es war nur eine Frage der Zeit, bis die volle Wirkung sichtbar wurde. In Bezug auf die Elektrizität an der Ostküste besteht das Hauptproblem darin, dass das Ausmaß und der Zeitpunkt des Exodus von 24/7-Kraftwerken – hauptsächlich Kohlekraftwerken – so groß waren, dass selbst die erheblichen Investitionen in erneuerbare Energien unzureichend waren um den Mangel zu bewältigen, insbesondere angesichts seiner launenhaften Stromlieferungen..

Hinzu kommt die zunehmende Unzuverlässigkeit vieler verbleibender Kohlekraftwerke – es gibt kaum Anreize für die Eigentümer, in eine angemessene Wartung zu investieren – und die Voraussetzungen für steigende Preise und den Verlust einer zuverlässigen Versorgung sind geschaffen.

Die Tatsache, dass der australische Energiemarktbetreiber ständig in den Markt eingreift – letzterer wurde bereits einmal ausgesetzt – unterstreicht die zunehmende Fragilität des Netzes.

Das Problem bei der Verbreitung von Klischees wie „Erneuerbare Energien sind billigere Energie“ besteht darin, dass sie die zugrunde liegende Physik, Technik und Ökonomie ignorieren, die Stromnetze für Haushalte und Unternehmen antreiben.

Gas wird zunehmend zum Schlüsselfaktor für die Strompreise, weil es die planbare Strommenge liefern kann, die es dem Netz ermöglicht, das ganze Jahr über rund um die Uhr zu funktionieren.

Als Brennstoff für Spitzenlast ist insbesondere Gas damit preisbestimmend. Bei allem Gerede bieten Batterien, selbst große, nicht annähernd die gleiche Versorgungskapazität, auch wenn sie inzwischen einige Zusatzdienste wie Frequenz-/Spannungssteuerung bieten können. Aus diesem Grund sind die Verzerrungen auf dem Gasmarkt entscheidend für das Verständnis der Vorgänge auf dem Strommarkt.

Das Finanzministerium erwartet, dass die Gaspreise in den nächsten zwei Jahren um 40 Prozent steigen werden. Es gibt nur einen Weg, wie der Gaspreis nachhaltig auf niedrigere Niveaus zurückkehren kann, und das ist mehr Angebot. All das Gerede von Preisobergrenzen, Regulierung, Reservierungssystemen und höheren Steuern ignoriert die Tatsache, dass diese Interventionen alle mittelfristig und die meisten kurzfristig scheitern werden.

Hinter dem, was auf dem Gasmarkt passiert, steckt die Überzeugung der Produzenten und Investoren, dass die Labor-Regierung feindlich gegen Gas [als ebenfalls fossilen Brennstoff] eingestellt ist. Klima- und Energieminister Chris Bowen hat nicht die Absicht, neue Versorgungsquellen zu ermöglichen, einschließlich der Übernahme des Baus von Pipelines. Er hat den Bau des neuen gasbefeuerten Kurri-Kurri-Kraftwerks in NSW, das sich im Besitz der Regierung befindet, ins Wanken gebracht, indem er darauf bestand, dass es von Anfang an mit 50 Prozent Wasserstoff betrieben wird, obwohl es in der Gegend keine Energie für die Wasserstoffherstellung gibt. Er hat auch sein Veto gegen die Erweiterung eines anderen gasbefeuerten Kraftwerks von Snowy Hydro eingelegt.

Wir wissen, dass es im Bowen-Becken von Queensland sehr große Gasreserven gibt, auf die mit Zustimmung der Regierung von Queensland zugegriffen werden könnte. Ebenso gibt es an Land im Osten von Victoria Reserven an konventionellem Gas, aber trotz des hohen Anteils an Gasheizungen der viktorianischen Häuser besteht kein politischer Wille, die Gas Ausbeutung zu erleichtern. (Es ist ironisch, dass viktorianische Haushalte in vergangenen Tagen ermutigt wurden, Gasgeräte und Warmwasserversorgungen zu installieren, und große Teile des Staates für den häuslichen Gasverbrauch vernetzt sind.)

Die kurze Antwort lautet also, dass wir uns ohne eine Politik zur Erhöhung des Angebots auf absehbare Zeit an hohe inländische Gaspreise im Einklang mit hohen globalen Preisen gewöhnen sollten. Auf dem Papier mag es möglich erscheinen, Exporte zu beschränken, aber bedenken Sie, dass insbesondere die Gasfelder in Queensland nur aufgrund dieser Exportverträge erschlossen wurden.

Darauf zu bestehen, dass Verträge mit internationalen Kunden gebrochen werden, wäre eine sehr große Herausforderung, mit potenziell schädlichen Folgen im weiteren Verlauf. Die Erhebung einer übermäßigen Gewinnsteuer auf die Hersteller würde Einnahmen generieren, aber bedenken Sie, dass die massiven Kosten der Investition in die LNG-Züge von Curtis Island und die damit verbundenen Ausgaben zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal amortisiert sind.

Hohe Gaspreise treffen auch jene Hersteller, die Gas direkt als Wärmequelle in ihren Produktionsprozessen einsetzen. Es gibt zwar einige Spekulationen darüber, Prozesse zu ändern, um die Abhängigkeit von Gas zu verringern, aber an diesem Punkt werden diese Hersteller schwer getroffen werden. Etliche von ihnen haben damals nicht daran gedacht, längerfristige Gasverträge zu günstigen Konditionen abzuschließen, als sie verfügbar waren.

Das Märchen unserer Bundesregierung lautet: „erneuerbare Energien sind billiger“ – was aber nicht funktioniert. Es kommt nicht nur zu erheblichen Verzögerungen und Kostenexplosionen bei den neuen Übertragungsleitungen, die erforderlich sind, um die erneuerbare Energie ins Netz zu bringen, sondern auch zu erheblichen Preissteigerungen bei Windanlagen und Solarmodulen. China, der dominierende Lieferant, hat seine Chance auf dem Markt gesehen und zugeschlagen.

Was Daniel Andrews (Premierminister von Victoria) angeht, der vorschlägt, die State Electricity Commission of Victoria wiederzubeleben, so ist das einfach Politik, aber schlechte Politik. Nur 1 Milliarde US-Dollar soll die Landesregierung über einen Zeitraum von 10 Jahren für das neue Unternehmen bereitstellen, und die anderen 49 Prozent werden privaten Interessenten angeboten, um die Strompreise für Verbraucher in Viktoria zu senken. Es kann dem viktorianischen Premier helfen, die Landtagswahlen zu gewinnen, und es reicht aus, um den Markt trotz seines geringen Umfangs weiter zu verzerren. Aber jede kurzfristige Auswirkung auf die Strompreise ist phantasievoll.

Mein Rat ist, bleiben Sie wachsam, denn die Energiesituation wird sich wahrscheinlich verschlechtern. Nur wenn der gesunde Menschenverstand mal wieder überwiegt, kann es besser werden.

The Australian [Bezahlschranke]

https://stopthesethings.com/2022/11/07/no-respite-wind-solar-driven-power-pricing-calamity-can-only-get-worse/

Übersetzt durch Andreas Demmig

 




„Keynes ist der Gewinner des Tages, nicht Milton Friedman“: Ein Interview von Claudio Grass mit dem ehemaligen tschechischen Staatspräsidenten Prof. Dr. Vaclav Klaus

Der Interviewer, Claudio Grass, ist Mises-Botschafter (hier), Gründer von www.claudiograss.ch und ein anerkannter Experte für Geldgeschichte, Wirtschaft und Edelmetalle. Er ist Referent und Publizist für Finanz- und Wirtschaftsfragen und schreibt über globale Märkte, internationale Finanzen, Geopolitik, Geschichte und Wirtschaft. Claudio ist ein leidenschaftlicher Verfechter der freien Marktwirtschaft und der libertären Philosophie. Er folgt den Lehren der Österreichischen Schule der Nationalökonomie und ist davon überzeugt, dass solides Geld und menschliche Freiheit untrennbar miteinander verbunden sind.

Hier sein Interview mit dem ehemaligen tschechischen Staatspräsidenten Prof. Dr. Vaclav Klaus.

Vielen von uns, egal wie gut sie sich in der Geschichte, in politischen Angelegenheiten oder in sozioökonomischen Fragen auskennen, können die gegenwärtigen Bedingungen im Westen und insbesondere in Europa manchmal wie die Handlung eines schlechten Films erscheinen. Es wird oft gesagt, dass sich die Geschichte nicht wiederholt, aber sie reimt sich, und das, was wir heute erleben, ist ein gutes Beispiel dafür. Dennoch hätte man erwartet, dass zumindest einige derjenigen, die für die „großen Entscheidungen“ verantwortlich sind, etwas aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hätten – wenn nicht aus den Fehlern ihrer Vorgänger, dann zumindest aus ihren eigenen.

Die derzeitige politische Entwicklung, die lediglich eine Beschleunigung des Trends der letzten Jahrzehnte hin zu einer weiteren Zentralisierung und Konzentration der Macht in den Händen einiger weniger „Gesalbter“ darstellt, ist nun offensichtlich in eine besonders gefährliche Phase eingetreten. Die gezielte Entmachtung des Einzelnen, die Infantilisierung der Politik, die Unterdrückung freier Debatten und die Dämonisierung Andersdenkender haben unsere Gesellschaften und unsere Volkswirtschaften an den Rand ihrer Belastbarkeit gebracht.

In der Ukraine tobt ein echter Krieg mit zahllosen direkten und indirekten Opfern, eine Wirtschaftskrise, wie es sie seit langem nicht mehr gegeben hat, macht den arbeitenden Haushalten zu schaffen. Der „unsichtbare Dieb“, die Inflation, vernichtet alles, was von der Mittelschicht übriggeblieben ist, und zwingt die einstigen Nutznießer der „Foodbaks“, zu deren Nutznießern zu werden. Dabei scheint niemand die Schuld dort zu suchen, wo sie hingehört.

Über solche Überlegungen und Fragen sprachen wir kürzlich mit dem ehemaligen Präsidenten der Tschechischen Republik, Prof. Ing. Václav Klaus. In dem folgenden Interview gibt er viele Denkanstöße und schöpft dabei aus seiner eigenen umfangreichen Erfahrung in der Politik in den schwierigsten Zeiten der jüngeren Erinnerung und aus seinem tiefen Verständnis von Geopolitik, Wirtschaft und der menschlichen Natur.

CG: Obwohl man argumentieren kann, dass sich Europa seit mindestens einem Jahrzehnt in einer Krise befindet, kann man sagen, dass es dieses Mal anders ist. Es herrscht ein echter Krieg vor der Haustür, und jeder zahlt in der einen oder anderen Form den Preis dafür, nicht nur die direkten Kontrahenten. Russlands Vormarsch ist im Wesentlichen zum Stillstand gekommen, während die Risse in der europäischen Wirtschaft und im sozialen Gefüge von Tag zu Tag größer werden. Wie lange kann das Ihrer Meinung nach noch so weitergehen, und was sind Ihre größten Befürchtungen hinsichtlich der Fortsetzung dieses Konflikts?

VK: Ich stimme zu, dass es jetzt anders ist. Die derzeitige Krise ist viel tiefer als die Situationen, die wir (oder die Politiker) in der Vergangenheit unverantwortlicherweise als „Krisen“ bezeichnet haben. Sie ist das Ergebnis einer einzigartigen Kombination von Faktoren und Ursachen. Einige von ihnen sind direkt sichtbar und sorgen für Schlagzeilen, andere sind unsichtbar und werden daher nicht ausreichend offengelegt oder diskutiert. Die erste Gruppe von Faktoren besteht aus Einzelereignissen, während die zweite Gruppe aus langsamen, schrittweisen Veränderungen des politischen, sozialen und wirtschaftlichen Systems besteht. Sie sind statistisch nicht messbar. Niemand kann sie sehen, weil sie in kleinen Schritten ablaufen. Dennoch ist gerade diese zweite Gruppe von Entwicklungen besorgniserregender. Kriege, die Energiekrise und die Massenmigration machen Schlagzeilen, aber systemische Veränderungen nicht. Ich befürchte, dass wir nicht darauf achten, wie weit wir uns bereits von freien Märkten und politischer Demokratie entfernt haben.

CG: Wie wir es bei jedem Konflikt erleben, laufen die Propagandamaschinen auf Hochtouren, und Angstkampagnen verbreiten Panik und Spaltung in der Bevölkerung. Wenige Wochen nach Beginn dieses Krieges und seitdem in zunehmendem Maße wird ein pauschaler Hass auf „den gesamten Westen“ oder „alle Russen“ propagiert. Wie beurteilen Sie solche kollektivistischen Sichtweisen?

VK: Manchmal unterschätze ich fälschlicherweise die Rolle der Propaganda, weil ich glaube, dass ich gegen sie immun bin, weil ich kein Fernsehen schaue oder von den sozialen Netzwerken abgeschottet bin. Ich gebe zu, dass das eine falsche Perspektive ist. Direkte Propaganda ist eine Sache, aber die allgemeine Einseitigkeit und Voreingenommenheit der Medien ist viel schlimmer. Was wir jetzt erleben, ähnelt dem, was wir das letzte Mal in den 1950er und 1960er Jahren erlebt haben. Ich bewundere George Orwell, ich halte ihn für ein Genie und sein Buch „1984″ für eine historische Leistung. Aber ich war immer gegen die hyperbolische und überdramatische Verwendung von Orwellschen Aphorismen zur Beschreibung der realen Welt. Ich hatte Angst, die Situation oder meine Feinde und Gegner zu trivialisieren. Das ist jetzt anders. Orwell ist unmittelbar konkret geworden.

CG: In Europa wird der Ruf nach einem „Marshallplan“ für die Ukraine immer lauter, am lautesten von Bundeskanzler Olaf Scholz und der Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen. Der Wiederaufbau der Ukraine wird nach Schätzungen der Weltbank rund 350 Milliarden Dollar kosten. Glauben Sie angesichts der Ergebnisse des ursprünglichen Marshallplans, dass es eine gute Idee wäre, ihn jetzt zu wiederholen?

VK: Als Wirtschaftswissenschaftler glaube ich weder an Marshall-Pläne im Allgemeinen noch an den Marshall-Plan nach dem Zweiten Weltkrieg im Besonderen. Die Bedeutung des ursprünglichen Plans wurde propagandistisch überbewertet. Ich kenne Studien, die seine marginale Rolle belegen. Der Wiederaufbau Europas nach dem Krieg war das Werk von Ludwig Erhard, nicht von George Marshall. Die Rolle der Auslandshilfe ist von Peter Bauer, Deepak Lal und anderen kanonisch dargelegt worden. Ausländische Hilfe gefällt den Gebern mehr als den Empfängern. Ich sehe es jetzt in den Augen der tschechischen Politiker. Es ist nicht ihr eigenes Geld, das sie verschenken.

CG: Während der Krieg die Aufmerksamkeit der Medien und die politischen Reden monopolisiert hat, gibt es noch viele andere Probleme und Bedrohungen, mit denen die Europäer konfrontiert sind, und die meisten davon gab es schon vorher, aber niemand hat sie wirklich beachtet. Die Inflation ist das gravierendste dieser Probleme und zwingt unzählige Haushalte zu unmöglichen Entscheidungen. Westliche Politiker schieben alles auf „Putins Krieg“, aber sind Sie der Meinung, dass insbesondere die Geld- und Finanzpolitiker in der Eurozone selbst Verantwortung übernehmen müssen?

VK: Ich halte die Inflation für das wichtigste Problem dieser Tage. Es geht nicht nur um Putin, sondern auch um den Green Deal und vor allem um die inflationäre Geld- und Steuerpolitik, die nach der Rezession 2008-2009 „normal“ geworden ist. Quantitative Lockerung und Null- (oder Negativ-) Zinssätze in der Geldpolitik der Zentralbanken und Defizitfinanzierung in der Finanzpolitik der Regierungen haben ein makroökonomisches Ungleichgewicht geschaffen. Wir leben in einer inflationären Atmosphäre und können diese ohne grundlegende Änderungen in der Geld- und Finanzpolitik nicht loswerden. Zu meinem großen Bedauern ist Keynes der Gewinner des Tages, nicht Milton Friedman. Das habe ich nicht erwartet, aber das ist die neue Realität. Friedman, nicht Keynes, war mein Held in den dunklen Tagen des Kommunismus, und es ist frustrierend, dass in den hellen Tagen der „schönen neuen Welt“ der EU und der „liberalen Demokratien“ Keynes wieder auf dem Podest steht.

CG: In der EU wurden viele fehlgeleitete politische Maßnahmen ergriffen, die die Öffentlichkeit spalteten und schließlich der Wirtschaft und der Gesellschaft insgesamt großen Schaden zufügten, von der Einwanderung bis zur „grünen Agenda“. Im Laufe der Jahre gab es zahlreiche Proteste, aber es hat sich, wenn überhaupt, nur wenig geändert. Erwarten Sie jedoch, dass der öffentliche Zorn dieses Mal heftiger und effektiver sein wird, da immer mehr Menschen darum kämpfen, Essen auf den Tisch zu bringen?

VK: Die EU-Politik ist absolut falsch und daher schädlich. Sie erwähnen mögliche Proteste – ich sehe keine. Europa und der gesamte Westen marschieren nach links, in Richtung Kollektivismus, in Richtung Staatsinterventionismus. Wenn es Proteste gibt, dann richten sie sich gegen den Markt.  Es gibt praktisch keine nennenswerten Proteste gegen das europäische System des massiven Staatsinterventionismus, und die bestehenden Proteste können nichts ändern. Es gibt zwar eine Unzufriedenheit, aber keine wirklichen Proteste. Die Menschen glauben immer noch an die Möglichkeit, das Funktionieren des bestehenden Systems zu verbessern, sie nennen es immer noch Marktwirtschaft und parlamentarische Demokratie. Dies ist jedoch keine korrekte Interpretation der aktuellen Situation.

CG: Ich habe im Kommunismus gelebt und direkt erlebt, wie der Staat Angst einsetzt, um die Bevölkerung zu manipulieren und zu kontrollieren, um abweichende Meinungen und offene Debatten mundtot zu machen und um eine Politik durchzusetzen, die kein frei denkender, rationaler Mensch akzeptieren würde. Auch wenn unsere Politiker heute darauf bestehen, dass es in unseren westlichen Demokratien um Freiheit geht, wurden zentrale Werte wie die Redefreiheit oder die finanzielle Souveränität des Einzelnen im Laufe der Jahre zunehmend eingeschränkt. Glauben Sie, dass dies rückgängig gemacht werden kann, oder sind wir dazu bestimmt, die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen, die Sie miterleben mussten?

VK: Es ist zweifellos umkehrbar, aber ich sehe niemanden, der bereit und in der Lage ist, dies zu tun. Was wir brauchen, sind nicht nur marginale Reformen. Das System muss grundlegend umgestaltet werden, und ich bin mir nicht sicher, ob die Wähler daran interessiert sind. Veränderungen werden kommen, aber nicht in absehbarer Zeit. Ich weiß, es klingt pessimistisch, aber ich denke, dass eine Veränderung nicht für mich oder meine Kinder, sondern erst für meine Enkelkinder zur Aufgabe wird.

Anmerkungen der EIKE-Redaktion

Wir danken dem ehemaligen Tschechischen Staatspräsidenten Dr. Vaclav Klaus ganz herzlich für die freundliche Genehmigung, sein Interview mit Claudio Grass in den EIKE-News abzudrucken (Übersetzung des Englischen Originals (hier) von Prof. Dr. H.-J. Lüdecke).




Woher kommt der Strom? Der Windstromeinbruch

45. Analysewoche

Was Schwankung, was punktuell eine sehr starke Schwankung im Windstrombereich bedeutet, kann in der 45. KW 2022 beobachtet werden. Auch die Auswirkungen eines solchen Windeinbruchs für die Agora- Zukunftsprognosen der Jahre 2030 und 2040 sind enorm. Es können noch so viele regenerative Stromerzeuger Wind & Solar vorhanden sein: Bei wenig Wind, bei wenig Sonne bleibt die Stromausbeute gering. Das belegt das Jahr 2040 eindrucksvoll. Immerhin wird dort rechnerisch eine 86 Prozent Ausbaurate zugrunde gelegt. Dennoch entsteht eine gewaltige Stromlücke von 50 GW am 12.11.2040 um 17:00 Uhr. Bedenkt man, dass aktuell 31 GW installierte Leistung Gas zur Verfügung stehen, dass bereits Lücken von 65 GW im Jahr 2040 gesehen wurden und dass eine Reserve eingeplant werden muss, sind etwa 50 GW installierte Leistung notwendiger Gaskraftwerkszubau sicher nicht übertrieben. Das entspricht nicht dreier Kraftwerke, wie sie RWE bis 2030 als Ausgleich für den Kohleausstieg bauen will. Es sind mindestens 50 (fünfzig!) Gaskraftwerke à 1 GW in Blocksumme, deren Bau jetzt zügig in Angriff genommen werden müsste.  Wobei immer noch die Frage bleibt, woher das Gas zum Betrieb dieser Kraftwerke genommen werden soll?  Aber: Lieber Leser, seien Sie beruhigt. Das ist von unserem Klimaschutzminister Robert Habeck bestimmt schon alles wissenschaftlich kalkuliert und noch mal von Annalena Baerbock akribisch gegen- und durchgerechnet. So, wie Deutschland gemäß unserer Energieexpertin Claudia Kemfert (´Gaudi-Claudi`) Stromspeicher noch und nöcher hat.

Die Zeitraumanalyse seit 2016 [Daten-PDF] wurde um eine weitere, aussagekräftige Dimension ergänzt. Ab sofort wird die Zusammensetzung des Stromimports Deutschlands bezogen auf den betrachteten Zeitraum ausgeworfen. Beachten Sie bitte, dass die Zahlen umso genauer werden, desto größer der Zeitraum ist. Die Werte vom 1.1.2022 bis zum 13.11.2022.

 

Detailanalysen

Bei der Tabelle mit den Werten der Energy-Charts und dem daraus generierten Chart handelt es sich um Werte der Nettostromerzeugung, den „Strom, der aus der Steckdose kommt“, wie auf der Website der Energy-Charts ganz unten ausführlich erläutert wird. Nutzen Sie den höchst empfehlenswerten virtuellen Energiewende-Rechner. (Wie viele Windkraft- und PV-Anlagen braucht es, um Kohle- und/oder Kernkraftstrom zu ersetzen? Zumindest im Jahresdurchschnitt.) Ebenso den bewährten Energierechner.

Schauen Sie sich an, wie sich eine angenommene Verdopplung (Original-Excel-Tabelle) beziehungsweise Verdreifachung (Original-Excel-Tabelle) des Wind- und Photovoltaik (PV)-Stroms auswirken würde. Beachten Sie bitte, dass der Strom bei entsprechender Kennzeichnung im Chart (= 1) oft eben nur im Tagesdurchschnitt ausreicht.

Man erkennt, dass zum Beispiel gut 40 Prozent regenerative Stromerzeugung im Jahr 2021 nur ein Durchschnittswert sind und dass die knapp 50 Prozent im Jahr 2020 trotz Zubaus weiterer regenerativer Stromerzeugungsanlagen durchaus nicht sicher erreicht werden (1. Januar bis 13. November 2022 = 47,4 Prozent). Der Wind, der Wind, das himmlische Kind, der Wind macht halt, was er will. Wobei noch das oben bereits belegte physikalisch-technische Problem hinzukommt: Weht der Wind schwach, wird wenig Strom produziert. Weht er richtig stark, wird sehr viel Strom produziert. Dann müssen die Windkraftanlagen unter Umständen aus dem Wind genommen, abgeregelt werden.

Der Chart mit den Import- und Exportzahlen bis zum 13. November 2022 sowie der Vortrag von Professor Georg Brasseur von der TU Graz sind sehr erhellend. Professor Brasseur folgt nicht der Wissenschaft. Er betreibt Wissenschaft.

Die WiSo-Dokumentation zum Blackout ist dank Professor Harald Schwarz von der BTU Cottbus und diversen Energiewendeprotagonisten (Mindset-GraichenKemfertPaech) in jeder Hinsicht – realistische Einschätzungen/spinnerte Träumereien – informativ. Dass die Energiewende faktisch gescheitert ist, veranschaulicht Professor Fritz Vahrenholt in seinem Vortrag beim „Berliner Kreis in der Union“.

Am 24. Oktober 2022 erschien

Energiekrise & Lösungen der Bundesregierung

Ich möchte wieder und besonders auf einen Artikel hinweisen, der auf der Achse erschienen ist und mögliche Folgen einer intensiven Stromerzeugung per Windkraft thematisiert: Wenig Wind durch Windkraft heißt Dürre und Starkregen!

Sehr zu empfehlen, aber leider hinter der Bezahlschranke ist der FAZ-Artikel vom 8. Oktober 2022: ZU BESUCH BEI TRANSNETBW – Stromversorger kämpft gegen Blackout-Gefahr.

Beachten Sie bitte unbedingt die Stromdateninfo-Tagesvergleiche, möglich bis 2016, in der jeweiligen Tagesanalyse unten. Dort finden Sie die Belege für die im Analyse-Text angegebenen Durchschnittswerte und vor allem auch die Im- und Exportwerte. Der Vergleich beinhaltet einen Schatz an Erkenntnismöglichkeiten. Das Analysewerkzeug stromdaten.info ist ein sehr mächtiges Instrument, welches mit dem Tool Fakten zur Energiewende nochmals erweitert wurde. Falls Sie die Agora-Handelstage vermissen: bitte die in den Tagesanalysen verlinkte Agora-Chartmatrix aufrufen.

Wichtige Info zu den Charts: In den Charts von Stromdateninfo ist Solarstrom gelb markiert und immer oben, oft auch über der Bedarfslinie. Das bedeutet aber nicht, dass dies der Strom ist, der exportiert wird. Im Gegenteil. Wegen des Einspeisevorrangs wird dieser Strom, genau wie anderer regenerativ erzeugter Strom, bevorzugt in das Netz eingespeist. Zum Export bleibt praktisch nur konventionell erzeugter Strom übrig, der immer allein aus Netzstabilisierungsgründen benötigt wird. Gleiches gilt für zusätzliche Stromsenken, umgangssprachlich Stromverbraucher genannt.

Wärmepumpen und Elektrofahrzeuge zum Beispiel erhöhen den Bedarf erheblich, so sie denn im geplanten Umfang realisiert werden sollten. Der hierfür zusätzlich benötigte Strom wird aber durchaus nicht regenerativ gedeckt. Die Sonne scheint nicht mehr und länger, der Wind weht nicht stärker, nur weil zusätzlicher Strom benötigt wird. Deshalb wird der zusätzlich benötigte Strom aktuell immer zusätzlich konventionell erzeugt. Jedenfalls so lange, bis der „massive Ausbau“ der „Erneuerbaren“ plus Speicher realisiert wurde und 100 Prozent grüner Strom nicht nur im Durchschnitt, sondern auch tatsächlich zur Verfügung steht, wenn er benötigt wird.

 

Tagesanalysen

Montag, 7.11.2022 : Anteil Wind- und PV-Strom 51,13 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 62,14 Prozent, davon Windstrom 46,26 Prozent, PV-Strom 4,87 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,01 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix [20302040] mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Der Montag [20302040] bringt viel Windstrom. Der Strompreis bewegt sich auf dem Vorwochenniveau. Am Morgen kratzt er sogar an 0€/MWh-Marke. Importstrom ist – außer am Freitag – die ganze Woche nicht nötig. Der Freitag allerdings hat es in sich. Die Im- und Exportwerte Deutschlands, die von Deutschlands Nachbarn und die Strompreise des Tages plus die Zusammensetzung der deutschen Stromimporte können hier analysiert werden.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 7. November ab 2016.

Dienstag, 8.11.2022Anteil Wind- und PV-Strom 49,97 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 60,84 Prozent, davon Windstrom 43,00 Prozent, PV-Strom 6,97 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,87 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix [20302040] mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Der Dienstag ist ein Abbild des Vortages [20302040] . Viel Wind, kaum Sonne. Fast keine Stromimporte. Der Preis bleibt moderat. Die Im- und Exportwerte Deutschlands, die von Deutschlands Nachbarn und die Strompreise des Tages plus die Zusammensetzung der deutschen Stromimporte können hier analysiert werden.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 8. November ab 2016.

Mittwoch, 9.11.2022: Anteil Wind- und PV-Strom 58,78 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 47,91 Prozent, davon Windstrom 43,97 Prozent, PV-Strom 3,94 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,78 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix [20302040] mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Auch heute [20302040] bewegt sich nicht viel. Die regenerative Erzeugung bewegt sich innerhalb einer geringen Schwankungsbreite. Stromimporte sind unnötig. Die Konventionellen tarieren ihre Erzeugung gut aus. Die Im- und Exportwerte Deutschlands, die von Deutschlands Nachbarn und die Strompreise des Tages plus die Zusammensetzung der deutschen Stromimporte können hier analysiert werden.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 9. November ab 2016.

Donnerstag, 10.11.2022Anteil Wind- und PV-Strom 45,94 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 57,02 Prozent, davon Windstrom 39,58 Prozent, PV-Strom 6,36 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,08 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix [20302040] mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Der Donnerstag [20302040] ist der vorletzte ´ruhige` Tag der Woche. Fast kein Stromimport ist notwendig. Der Strompreis zieht – wie bereits gestern – etwas an. Die Im- und Exportwerte Deutschlands, die von Deutschlands Nachbarn und die Strompreise des Tages plus die Zusammensetzung der deutschen Stromimporte können hier analysiert werden.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 10. November ab 2016.

Freitag, 11.11.2022Anteil Wind- und PV-Strom 40,19 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 51,93 Prozent, davon Windstrom 34,87 Prozent, PV-Strom 5,32 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,74 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix [20302040] mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Heute lässt die Windstromerzeugung ab 9:00 Uhr [20302040] bereits etwas nach. Dass es mit einem Windstromeinbruch zum nächsten Tag enden würde, wer wusste es? Der Strompreis liegt im Mittel bei 125€/MWh. Die Im- und Exportwerte Deutschlands, die von Deutschlands Nachbarn und die Strompreise des Tages plus die Zusammensetzung der deutschen Stromimporte können hier analysiert werden.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 11. November ab 2016.

Samstag, 12. November 2022Anteil Wind- und PV-Strom 17,82 Prozent. Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 33,12 Prozent, davon Windstrom 11,17 Prozent, PV-Strom 6,65 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 15,29 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix [20302040] mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

´Glück im Unglück`: Der Windstromeinbruch kommt am bedarfsarmen Samstag. Erst ab 17:00 Uhr frischt der Wind wieder auf. Der Stromimport steigt enorm. Der Preis auch. 165€/MWh müssen gezahlt werden. Was im Vergleich zu den Werten vor dem 17.10.2022 immer noch moderat ist. Beachten Sie bitte auch die Zukunftszahlen [20302040]. Die Im- und Exportwerte Deutschlands, die von Deutschlands Nachbarn und die Strompreise des Tages plus die Zusammensetzung der deutschen Stromimporte können hier analysiert werden.

Belege für die Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 12. November ab 2016.

Sonntag, 13.11.2022Anteil Wind- und PV-Strom 30,68 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 43,86 Prozent, davon Windstrom 29,09 Prozent, PV-Strom 7,59 Prozent Strom Biomasse/Wasserkraft 13,18 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix [20302040] mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Der Sonntag [20302040] ist noch bedarfsärmer als der Vortag. Die Windstromerzeugung zieht bereits in der Nacht wieder an. Der Spuk ist vorbei. Kein Stromimport wird notwendig.  Der Strompreis fällt auf 144€/MWh. Die Im- und Exportwerte Deutschlands, die von Deutschlands Nachbarn und die Strompreise des Tages plus die Zusammensetzung der deutschen Stromimporte können hier analysiert werden.

Belege für die Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 13. November ab 2016.

Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier.

Seit über sechs Jahren betreibt Rüdiger Stobbe den werbefreien Politikblog www.mediagnose.de.




Extremwetterschäden in Europa sind nicht angestiegen – trotz Meeresspiegelanstieg Ausdehung der Küste – Klimaschau 134

Die Klimaschau informiert über Neuigkeiten aus den Klimawissenschaften und von der Energiewende.

Themen der 134. Ausgabe: 0:00 Begrüßung 0:20 Keine Zunahme der Extremwetterschäden in Europa 4:25 Immer weniger Feuchtgebiete 5:47 Größere Strände trotz Meeresspiegelanstieg 10:10 Konferenzhinweis