Kann Bayern das Klima schützen? Jedenfalls gibt es sich ein extrem teures „Klimaschutzgesetz“

Wer behauptet, dass er den Klimawandel mit Emissionssenkungen auf Biegen und Brechen und zu irren Kosten senken kann, ist – ich will es mit meinen Äußerungen nicht übertreiben – irgendwie auf der falschen Linie.

Auszüge aus dem Protokoll der Anhörung zum Entwurf des bayerischen Klimaschutzgesetzes am 29.9.22

Von Michael Limburg

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit habe ich einige Sequenzen herausgehoben.

….Vorsitzende Rosi Steinberger (GRÜNE): Vielen Dank, Herr Klinger. – Jetzt kommen wir zu Michael Limburg. Er war schon einmal als Sachverständiger zu einer Anhörung zum Klimaschutzgesetz geladen. Herr Limburg ist Vizepräsident von EIKE e. V. Was das ist, können Sie uns bestimmt besser erklären, als ich es könnte. Bitte schön, Herr Limburg.

SV Michael Limburg (EIKE e. V.): Frau Vorsitzende, Herr stellvertretender Vorsitzender, meine Damen und Herren!

Ganz kurz: EIKE ist ein Zusammenschluss von Ingenieuren, Naturwissenschaftlern und auch einigen Geisteswissenschaftlern, die sich zum Ziel gesetzt haben, die Frage zu klären, wie weit wir überhaupt Klimaschutz betreiben können und welche Auswirkungen die Maßnahmen haben.

Meinen Ausführungen voranstellend möchte ich die Erfahrung zur Kenntnis geben, dass wir zwei Jahre nach der Verabschiedung des Bayerischen Klimaschutzgesetzes in einer völlig anderen Situation sind. Ich weiß nicht, ob Ihnen das aufgefallen ist: Seit etwa Mitte des vergangenen Jahres haben wir wahnsinnige Steigerungen bei den Energiepreisen, ausgelöst durch eine massive Verknappung, und seit drei bis vier Monaten findet das in einem Ausmaß statt, wie wir es noch nie hatten. Wer Zeitung gelesen hat, weiß auch, dass vor drei Tagen die Pipelines gesprengt wurden. Das sind neue Situationen, auf die ich, wenn ich noch etwas Zeit habe, am Ende meiner Ausführungen zurückkommen werde.

Zunächst gehe ich auf den Fragenkatalog ein. Dort finden sich drei Fragen, die mir besonders wichtig erscheinen. Im Block I „Grundsätzliches/Länderkompetenzen“ sind es die Fragen 9: und 10:

Wie bewerten Sie die Zielsetzungen im Klimaschutzgesetz hinsichtlich Sinnhaftigkeit und Realisierbarkeit? Wie bewerten Sie den Einfluss des Klimaschutzgesetzes auf das globale Klima?

Im Block V „Kosten/Sonstiges“ ist es Frage 1:

Wie bewerten Sie die rund 150 Maßnahmen des begleitenden Klimaschutzprogramms hinsichtlich deren Reduktionsmenge für das Erreichen des Klimaschutzzieles, ihrer generellen Verbindlichkeit und der Wahrscheinlichkeit der tatsächlichen Umsetzung? –

Diese Fragen will ich kurz beantworten.

Die Antwort auf Frage 9 heißt:

Bayern kann die genannten Ziele in Bezug auf einen imaginären Klimaschutz, ob er nun global oder lokal ist, niemals erreichen, und das weiß eigentlich auch jeder in diesem Saal – oder sollte es wissen. Wer es nicht mehr weiß, kann meine Ausführungen vom letzten Mal nachlesen.

Die Antwort auf Frage 10 heißt:

Weder Bayern noch Deutschland noch die Welt haben einen Einfluss auf das Weltklima – auch das weiß ein jeder hier oder müsste es wissen –; und das hat nicht nur damit etwas zu tun, dass es per Definition kein Weltklima gibt, sondern lediglich lokale Klimate. Zur Erinnerung: Wetter ist fühlba- re, erlebbare Physik, Klima ist dagegen ausschließlich Statistik, also Mathematik, eine von Menschen ersonnene theoretische Struktur, um Wetterprozesse eventuell besser zu verstehen und die Welt, in der wir leben, ein wenig zu ordnen. Es hat auch etwas damit zu tun, dass sämtliche Maßnahmen, die in dem Gesetzentwurf genannt werden und umgesetzt werden sollen, keinerlei Einfluss auf die Tempera- turen haben – nicht in der Welt, nicht in Deutschland und auch nicht in Bayern.

Damit beantwortet sich die Frage nach den 150 Maßnahmen von selbst:

Wenn die Maßnahmen umgesetzt würden – was Sie, meine Damen und Herren, noch verhüten können, vielleicht sogar müssen –, würden sie weder am Weltklima noch am lokalen Klima das Geringste ändern, von ein (paar) Moorlandschaften abgesehen. Aber dafür würden sie unermesslichen Schaden anrichten.

Darauf möchte ich im Folgenden etwas präziser eingehen. Die vom Gesetz erwarteten Verstärkungen und Beschleunigungen des EU-Programms „Fit for 55“ hätten allein für Bayern Kosten und damit Wohlstandsverluste in Höhe von bis zu 130 Milliarden Euro bis 2030 zur Folge.

Diese Summe von 130 Milliarden Euro entspricht fast dem Doppelten des bayerischen Staatshaushalts. Das wollen Sie eigentlich erreichen, und zwar für nichts oder buchstäblich nichts. Man kann das nämlich berechnen – dafür gibt es Klimamodelle, die die UN verwenden –: Die Absenkung der Emissionen um die 55 %, die die EU bis 2030 anvisiert – Bayern will sogar bis 2028 auf eine Absenkung um 60 % kommen; das wäre also noch viel teurer –, ergäbe, nach dem „middle of the road“-Szenario des IPCC gerechnet, bis zum Jahr 2100 sage und schreibe ganze 4 Tausendstel Grad Kelvin weniger. Das Programm, das verwendet wurde, ist das SSP2-Programm: „middle of the road“. Sie werden mir zustimmen, das ist weniger als nichts – und das auch nur, wenn Bayern und die gesamte EU ihre Ziele von 55 bis 60 % Absenkung erreichen würden und wenn man fälschlicherweise davon ausginge, dass das emittierte CO2 einen Einfluss auf die Temperatur hätte. Das funktioniert also nie und nimmer, und Sie müssen das wissen; denn es ist vom IPCC vorgerechnete Klimaphysik.

Aber es funktioniert auch aus einem anderen Grund nicht: Die Welt folgt dem Ganzen nicht. Gerade hören wir, dass China plant, Hunderte neue Kohlekraftwerke zu bauen, ebenso wie Indien, Russland und weitere asiatische Staaten. Die legen zwar Lippenbekenntnisse, steigern ihre Emissionen aber Jahr für Jahr beträchtlich und dürfen das auch.

Aber das ist noch nicht alles. Wir erleben zurzeit eine Katastrophe, wie es sie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gegeben hat, nämlich durch eine Verteuerung der Energie. Gesetze wie diese – und das ist der Hauptpunkt – sind die Ursache dafür. Ich weiß, Putin ist der Schurke, der ist schuld, der dreht uns den Gashahn zu. Das stimmt alles, doch es ist nur ein kleiner Teil der Wahrheit. Zur ganzen Wahrheit gehört vor allem, dass fast alle Energieförder- und Explorationsunternehmen, also Kohleförderunternehmen, Bergbauunternehmen, Öl- und Gasförderunternehmen – insgesamt 1.200 Unternehmen weltweit –, seit der Pariser Klimaübereinkunft ihre Investitionen in diesen Bereich massiv, nämlich um mehr als zwei Drittel, verringert haben.

Sie suchen, sie erschließen, und sie fördern nicht mehr. Warum?

– Die großen Kreditgeber, also die Weltbank, Blackrock und unsere Banken, schreiben ihnen das so vor und verweigern ihnen die Kredite – „Deinvestment“ nennt man das verschleiernd –, mit dem Ergebnis, dass die vorhandenen Quellen umso intensiver ausgebeutet, sozusagen immer mehr am Limit gefahren, wodurch die Energie knapper und deren Gewinnung teurer wird: künstlich verknappt und bewusst verteuert. Das geschieht zusätzlich zu den bekannten Abgaben und Steuern, z. B. der CO2-Steuer und dem Emissionshandel.

Das ist der Hauptgrund für die derzeitige Situation, und deswegen, meine Damen und Herren, geht der Gesetzentwurf durchgängig von sachlichen wie rechtlichen Unmöglichkeiten aus und versucht, diesen Mangel durch sprachliche Umschreibungen, die wissenschaftlich eindeutig definiert klingen, zu verschleiern. Man verstößt gegen die Grundprinzipien des demokratischen Umgangs miteinander, weil der Gesetzentwurf Begriffe enthält, die keine klare Bedeutung haben, wie beispielsweise „Klimaschutz“, oder deren Inhalte nicht in die Zuständigkeit dieses Landtags fallen. Es werden begriffliche Unmöglichkeiten beschrieben, wodurch auch das grundgesetzlich verankerte Verhältnismäßigkeitsgebot verletzt wird.

Mich wundert, dass die Juristen das nicht erkennen.

Das Verhältnismäßigkeitsgebot schreibt nicht nur einen legitimen Zweck vor, sondern ebenso die Geeignetheit, die Erforderlichkeit und die Angemessenheit. Allein deswegen verstößt der Gesetzent- wurf nach meiner Meinung gegen das Verfassungsgebot der Verhältnismäßigkeit.

Wir sollten – das ist mein dringender Appell – diese ganze Gesetzgebung zumindest für zehn Jahre stoppen, um zu sehen, wie wir durch diese Krise kommen. Mit diesem Appell möchte ich meine Ausführungen beenden. – Danke.

Vorsitzende Rosi Steinberger (GRÜNE): Vielen Dank, Herr Limburg. Ich denke, die Meinungen haben Sie hier exklusiv. – Ich möchte jetzt Frau Prof. Karin Pittel das Wort erteilen. Sie ist uns zugeschaltet. Frau Prof. Pittel ist Klimarätin und Leiterin des ifo-Zentrums für Energie, Klima und Ressourcen. Auch sie war schon bei uns zu Gast. – Frau Pittel, Sie haben jetzt das Wort. Bitte sehr.

SVe Prof. Dr. Karen Pittel (ifo Zentrum für Energie, Klima und Ressourcen): Guten Tag und vielen Dank für die Einladung! Ich werde mich in meinem Statement vor allen Dingen auf ein paar grundsätzliche Aspekte des Entwurfs für das Klimagesetz beziehen und weniger auf das Klimaschutzprogramm eingehen. Insgesamt sehe ich es sehr positiv, dass der Freistaat die strikteren Bundesklimaschutzziele im Einklang – das sollte man auch betonen – mit dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts anpasst.

Der Einfluss – das passt jetzt eigentlich ganz gut – der bayerischen Emissionen auf das Weltklima ist natürlich gering, aber das Bundesverfassungsgericht hat explizit betont, dass sich der Staat bzw. in diesem Fall der Freistaat seiner Verantwortung nicht durch den Hinweis auf die Treibhaus- gasemissionen in anderen Regionen entziehen könne. Das ist mehr oder minder wörtlich zitiert. …….

…….

…..Vorsitzende Rosi Steinberger (GRÜNE): Nun hat Herr Prof. Hahn das Wort.

Abg. Prof. Dr. Ingo Hahn (AfD): Frau Vorsitzende, meine Damen und Herren, liebe Expertinnen und Experten! Hahn ist mein Name ich bin Geoökologe und Mit- glied des Landtages.

Frau Vorsitzende, ich möchte zunächst eine ganz kurze Bemerkung hinsichtlich Ihrer Versammlungsleitung machen. Ich empfinde es nicht als glücklich, das Wort anhand einer Parteienreihung zu erteilen. Wir sind hier in einem demokratischen Gremium. Sonst im Ausschuss geht es auch nach der Reihenfolge der Wortmeldungen. Wir wollen uns hier neutral eine Meinung bilden. Insofern sollten wir auch Chancengleichheit haben.

Ich weiß auch nicht, warum Sie das von einzelnen Experten Gesagte durch einen eigenen Kommentar darüber, ob jemand eine gesonderte Meinung hat oder nicht, einordnen wollen. Wir haben hier heute eine Meinungsvielfalt gehört. Ich finde es irritierend, wenn Sie sozusagen als eigentlich neutrale Person einen Vortrag unmittelbar einordnen.

Nun zur Sache. Ich habe eine Frage mit zwei Aspekten an Herrn Limburg vom Europäischen Institut für Klima und Energie und möchte sie ganz kurz einleiten.

Zwischen dem, was die Medien transportieren, und dem, was die Wissenschaft erforscht, bestehen manchmal Divergenzen. Ich denke zum Beispiel an den Green Deal und daran, was die Medien dann aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen machen.

Herr Limburg, Sie haben den IPCC-Bericht und gerade auch das mittlere Szenario – Middle of the Road, SSP 2 – mit der möglichen Minderung der Temperatur um vier Tausendstel Kelvin bis zum Jahr 2100 zitiert. Wenn man sich die Medien anschaut, so werden dort ganz andere Möglichkeiten offeriert.

Ich bin, wie gesagt, selbst Geoökologe, habe auch Klimavorlesungen gehalten. Ich will jetzt auf diesen fachlichen Aspekt gar nicht so sehr eingehen, sondern eine eher politische Frage stellen; denn wir müssen ja hinterher irgendwann die Konsequenzen ziehen.

Die erste an die Experten gerichtete Frage ist meiner Meinung nach schon nicht ganz neutral, zumindest tendenziös. Es wurde nach einer Klimakrise gefragt. Zum Klima existieren schon verschiedene Katastrophenszenarien, vor allen Dingen, was die Klimakatastrophe, die Temperaturerwärmung, die Temperaturübererwärmung usw. angeht.

Haben wir eine Klimakrise? Das ist vielleicht auch eine politische Frage. Wir haben kürzlich eine Pandemie gehabt. Nimmt man das Wort „Krise“ vielleicht auch, um möglichst viele Mittel zu erhalten? – Man hat es bei Corona gesehen. In dieser Zeit sind sehr viele Mittel geflossen. – Haben wir möglicherweise irgendwann tatsächlich eine Energiekrise?

In den letzten 20 Jahren, seit der Energiewende, die von allen großen Parteien mitgetragen wurde, ist insgesamt die Tendenz zu verzeichnen, dass wir häufig weniger Energie haben, dass die Energie „flatterhafter“ und dass sie vor allem teurer ist.

Schon vor dem Ukraine-Krieg sind wir Rekordhalter bei den Stromkosten gewesen. Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Wir haben es gerade in der Außenpolitik mitbekommen. Zum Teil selbstverschuldet, aber auch durch die Terroranschläge vor ein paar Tagen, haben wir möglicherweise tatsächlich eine Energiekrise.

Können wir als Industrienation – dieses Wort ist, soweit ich mich erinnere, von Herrn Essers schon benutzt worden – künftig unsere Wirtschaft, unsere Industrie und vor allem unseren Wohlstand erhalten, der dann hauptsächlich durch „Windmühlen“ getragen werden soll? Oder gibt es vielleicht jetzt wichtigere Dinge als die Klimaziele, die uns vielleicht wichtig erschienen, als es noch keine anderen Krisen gab?

Insofern frage ich nach der Einordnung dieser Klimakrise im Vergleich zu einer möglichen Energiekrise, die jetzt tatsächlich auf uns zukommt.

Vorsitzende Rosi Steinberger (GRÜNE): Herr Prof. Hahn hat zu Recht darauf hingewiesen, dass er Herrn Limburg eine Frage gestellt hat. Herr Limburg, ich hoffe, Sie haben sie sich notiert. Ich war zu dem Zeitpunkt gerade nicht im Raum. Sie haben jetzt das Wort.

SV Michael Limburg (EIKE e. V.): Keine Sorge; ich habe mir das notiert. An sich könnte ich mich jetzt wohlig zurücklehnen; denn alles, was ich vorhin versucht habe zu sagen, wird von den anwesenden Experten mehr und mehr bestätigt. Die Kommunen jammern unisono über Aufgaben, die ihnen zugewiesen sind oder die sie gern zugewiesen hätten, und über die enormen Kosten, die damit verbunden sind. Sie sagen, dass jemand das bezahlen soll, und es folgt der Ruf nach dem Bund oder nach dem Land. Das ist immer mehr und mehr. Gleichzeitig fördern sie die entsprechenden gesetzlichen Vorgaben. Manche Bürger lechzen sogar danach, habe ich gehört – ich glaube, das ist ein Irrtum –, und beschweren sich anschließend, dass sie sich selbst ein Bein stellen, weil die Vorgaben widersprüchlich sind. Genau das, was ich vorhin in anderer Form gesagt habe, scheint also zu passieren. Das ist für mich eindeutig.

Was mir aber eigentlich noch viel mehr Sorgen macht, ist das fehlende Verständnis für Elektrotechnik. Sie brauchten eigentlich alle einmal einen Grundkurs in Elektrotechnik. Frau Pittel, entschuldigen Sie bitte, dass ich das sage; aber Strom ist nicht gleich Strom. Wenn Sie wirklich glauben, dass ein Ausbau der Erneuerbaren zur Versorgung beiträgt, dann muss ich Sie korrigieren. 1,5 % der Primärenergie stammen aus der Photovoltaik. Das ist so viel, wie die Kernkraftwerke, die noch laufen, insgesamt liefern. Aber im Unterschied zu den PV-Anlagen – etwa 2 Millionen sind installiert – liefern diese dann, wenn man den Strom braucht – Strom muss millisekundengenau verfügbar sein –, und deren Strom lässt sich auch sehr gut auf- und abregeln, um die unglaublichen Störungen die die Erneuerbaren einspielen – ich nenne es einmal Flatterstrom –, auszugleichen.

Wer also glaubt, dass das Energieproblem dieses Landes auch nur im Ansatz durch die Erneuerbaren gelöst werden könnte, muss noch einmal, um es nett zu sagen, einen Grundkurs in Elektrotechnik machen – abgesehen von den Wahnsinnskosten, der Verschandelung der Landschaft usw.

Herr Hahn fragte mich, ob wir eine Klimakrise oder eine Energiekrise haben. Ich kann eigentlich nur noch einmal wiederholen, dass wir eine dermaßen veritable Energiekrise haben, wie sie dieses Land seit seinem Bestehen noch nie erlebt hat. Der größte Teil davon ist durch die Klimagesetzgebung, die Begleitverordnungen und die entsprechenden internationalen wie nationalen Vorgaben entstanden.

Ich sage Ihnen voraus: Die Bürger werden alles Mögliche verlangen, nur nicht, dass der Klimaschutz verstärkt wird. Wer das nicht begreift, wird in vier, spätestens in acht Wochen merken, dass er vielleicht doch im falschen Film gesessen hat. Das ist eindeutig. Wir haben keine Möglichkeiten, diese Energiekrise zu lindern, es sei denn, wir erhöhen das Angebot. Das ist über „Erneuerbare“ nicht möglich. Ich habe es vorhin ausgeführt. Das ist nur möglich, indem wir unsere eigenen Vorräte nutzen, die wir reichlich haben. Wir haben reichlich Braunkohle, wir haben reichlich Schiefergas, wir haben reichlich Flözgas, und wir haben immer noch Kernkraftwerke. Isar 2 ist zum Beispiel noch da und kann in Betrieb gehalten werden. Die drei im letzten Jahr abgeschalteten Kernkraftwerke können ebenfalls wieder in Betrieb genommen werden. Für einen Ökonomen, wie Frau Pittel vielleicht einer ist, ist doch eindeutig sichtbar: Wir müssen alles tun, um das Angebot zu erhöhen, damit wir die Preise senken. Schon die Ankündigung, dass wir das tun werden, würde die Preise massiv senken bzw. beeinflussen.

Der letzte Punkt, den ich noch ansprechen möchte, ist der Green Deal, die Wirkung des Green Deals. Bayern hat sich verpflichtet, sogar noch über das hinauszugehen, was die EU verlangt. Wenn man es durchrechnet, stellt man fest, dass der gesamte Green Deal etwa 5 Billionen Euro kosten – umgelegt auf Bayern sind das die besagten 130 Milliarden Euro – und zu einer Minderung der Erwärmung bis zum Jahr 2100 von sage und schreiben vier Tausendstel Kelvin führen wird. Vier Tausendstel – das können weder Sie noch ich noch irgendjemand vom Potsdam Institut messen, fühlen, riechen, schmecken. Das ist nicht einmal nichts.

Ich frage Sie noch einmal im Ernst: Wollen Sie das wirklich vorantreiben? Das ist doch nichts, was uns irgendwie weiterbringt. Wir könnten uns an Klimaschwankungen anpassen, wenn wir eine Klimakrise hätten, die wir nicht haben. Die Extremwetter sind genauso wie vor hundert Jahren vor 20 Jahren, vor 70 Jahren. Das können Sie alles nachlesen.

Wer behauptet, dass er den Klimawandel mit Emissionssenkungen auf Biegen und Brechen und zu irren Kosten senken kann, ist – ich will es mit meinen Äußerungen nicht übertreiben – irgendwie auf der falschen Linie.

Prokoll Gesamt Sitzung vom 29.9.22




ARD diskreditiert Michael Limburg und EIKE – mal wieder

 01.11.22 | 00:30 Min.

Doku im Ersten:

„Rekordhitze, Waldbrände und Überschwemmungen – die Folgen des Klimawandels sind längst spürbar. Doch während Wissenschaftler:innen immer lauter Alarm schlagen, kommt die Energiewende in Deutschland praktisch nicht voran.“

Was hat Journalist Schader vom SWR aus dem Interview mit Michael Limburg gemacht? Werden die Argumente von EIKE wiedergegeben, oder wieder nur einseitig die Interessen der Klimalobby bedient? Sie ahnen es, die ARD brachte eine reine PR-Sendung für Windkraft, garniert mit – unserer Meinung nach – deftigen Verdrehungen über bekannte Klimaskeptiker – und Windkraftgegner.

Hier noch einmal die Spiegel-Standards, zu deren Einhaltung sich Interviewer Schader bei Beginn des Interviews verpflichtet hatte.

„Die Geschichte muß stimmen. Verantwortlich dafür ist die Redaktion. Stimmen heißt nicht nur, dass die Fakten richtig sind, dass es die Personen gibt, dass die Orte authentisch sind. Stimmen heißt, dass der Text in seiner Dramaturgie und seinem Ablauf die Wirklichkeit wiedergibt. Folgt die Recherche einer These, ist nicht nur nach Belegen für, sondern auch nach Belegen gegen diese These zu suchen. Jede Recherche erfolgt ergebnisoffen.“

Nichts davon haben Schader et al. gemacht. Sie taten das genaue Gegenteil- und das bedeutet unserer Meinung nach: Manipulieren, tricksen, verdrehen, täuschen.

Kollege FMD hat auf Youtube dazu sehr schön einige Beispiele (längst nicht alle) gezeigt, wie bspw. EIKE, um Kontaktschuld zu generieren, als „AfD“-Verein abgetan wird, obwohl EIKE schon aus Satzungsgründen überparteilich ist und seine Mitglieder und Unterstützer fast das gesamte Parteienspektrum abbilden.

Inhaltliche Argumente, wie sie Schader zahlreich genannt wurden, kommen bei ihm nicht vor. Interessieren ihn nicht. Stattdessen wird bei ihm getrickst und geklotzt und nicht gekleckert. Limburg wird darin als AfD-Politiker bezeichnet, obwohl er das nicht ist – er bekleidet kein öffentliches Amt. Er behauptet ferner, EIKE würde von der Öl- und Kohlelobby finanziert, auch das ist gelogen. EIKE hat noch nie Geld von der Öl- und Kohlelobby erhalten, wohl aber haben das diverse Umweltorganisationen . Das verschweigt er.

Er vergleicht Nicht-Vergleichbares, Beispiel:

Wenn Michael Limburg historisch absolut korrekt sagt, daß Warmzeiten immer besser als Kaltzeiten sind, was sich u.a. daran festmachen läßt, daß die Zahl der Kältetoten um ein Vielfaches höher ist als die der Wärmetoten. Und dem ARD-Journalisten fällt dazu nichts weiter ein, als die Waldbrände im trockenen Sommer 2022 in Süd- und Westeuropa zu zeigen und fälschlich zu behaupten, diese gingen auf die CO2Emissionen zurück, und das würden 99 % aller Wissenschafter bestätigen. Waldbrände, die wegen Hitze und Trockenheit entstehen – im Hochsommer!!- sind also für ihn ganz ungewöhnlich. Das muß, so raunt die Stimme aus dem Off, der Klimawandel gewesen sein. Doch kein Wort zur Mafia, die seit Jahrzehnten in Griechenland und Italien gerne Wälder abfackelt, um profitables Bauland, auch für Windräder, zu schaffen. Kein Wort zur vielfach praktizierten grünen Idee, die Wälder nicht mehr um das Totholz zu bereinigen, sie nennen es fein „naturbelassen“! Und das brennt dann, beim kleinsten Funken, wie Zunder. Das alles interessiert Schader nicht. Es wird bei ihm nicht erwähnt. Stattdessen der bekannt falsche Hinweis auf „99 %  der Wissenschaftler“ die das dem CO2 anlasten würden.

„Wer kennt die Völker, nennt die Namen, die gastlich hier zusammen kamen“,

heißt es bei Schiller. Übersetzt auf das Schaderwerk, könnte man schreiben: Wer kennt die Millionen von Wissenschaftlern auf der Welt, wer kennt deren Namen, wer kennt deren Arbeiten? Niemand, lautet die Antwort. Auch Schader und die ARD nicht. Und es kennt auch niemand die Zahl der Wissenschaftler, die sich mit dem Klima beschäftigen.

Doch Schader und Cie. können nicht mal diese simplen Begriffe sauber verwenden. Sie sagen „Wissenschaftler“ und meinen bestimmte „wissenschaftliche Arbeiten“ oder noch präziser, sie meinen Studien darüber, wie die des Hochstaplers Powell und dessen Studien, die sogar – ohne es zu merken –  die vorige Bundesregierung als Antwort auf eine kleine Anfrage der AfD zitierte.

Mark Twain sagte einmal:

Der Unterschied zwischen dem richtigen Wort und dem beinahe richtigen ist derselbe Unterschied wie zwischen dem Blitz und einem Glühwürmchen.

Das ist die Realität bei diesen Leuten. Sie wissen es besser, aber sie wollen nicht berichten, was ist, sondern mittels Verdrehungen, weglassen, Begriffstäuschungen PR betreiben. Deswegen, und weil das Ganze dann auch noch sehr langweilig gemacht war, schrieb Herr Limburg folgende Email an Nick Schader.

Betreff: Ihr „Kampf ums Klima“

Datum: 2022-11-01 17:04:38+0100

Von: „Michael Limburg“

An: „Schader, Nick“

Hallo Herr Schader,

Danke für diese Reklame, auch wenn Sie meine schlimmen Erwartungen noch deutlich übertroffen haben. Denn die Propaganda von Ihnen und die tlw. dreisten Lügen in ihrem Video wurden noch deutlich getoppt von der gähnenden Langeweile, die dieses Video bei den Zuschauern hervorruft. Das muß man bei diesem Thema erstmal schaffen.
Dabei haben Sie nicht nur die SPIEGEL-Standards dreist verletzt, obwohl Sie hier hoch und heilig deren Einhaltung zusicherten, sondern auch noch einen ehernen Grundsatz für jeden Journalisten, Juristen Naturwissenschaftler… etc. etc. verletzt. Nämlich, dass man nur Vergleichbares vergleichen darf, wenn man ehrlich bleiben will.  Bspw. die Szenen mit den Waldbränden mit meiner Aussage, dass die Leute in Scharen nach Süden ziehen, weil es dort so schön warm ist. Das sind zwei paar Schuhe – und das wissen Sie auch. Also war das in meinen Augen reine Agitation und/oder Propaganda.
Also, m.M.n. mehr Propaganda, mehr Eduard v. Schnitzler geht eigentlich kaum. Von den 68 Minuten, die Sie mich so schön scheinheilig löcherten, brachten Sie rd. zwei Minuten. Und das mit drei Mann hoch in meinem Büro für knapp 3 h. Kein Wunder, dass der ÖR so teuer ist. Gratuliere.
Ich danke nochmals und verbleibe mit freundlichen Grüßen
Ihr
Michael Limburg
Vizepräsident EIKE (Europäisches Institut für Klima und Energie)
Tel: +49-1703424716
http://www.eike-klima-energie.eu/

Video von FMD Channle mit einigen Ausschnitten aus der ARD Sendung „Kampf ums Klima“ mit Richtigstellungen seitens FMD mit Unterstützung von EIKE

 

Hier noch einmal das Video des gesamten Interviews, von dem, trotz über 60 min. Dauer, weniger als zwei Minuten tatsächlich verwendet wurden. Nick Schader hatte sehr genau über die Wirkung des CO2 diskutiert – im ARD-Film hingegen wurde die Narrative des Weltklimarates dann aber wieder völlig unhinterfragt als unumstößliche „wissenschaftliche Wahrheit“ dargestellt.

Urteilen Sie selbst.




ERCOT erneuerbare Energie: Realitäts-Check

Energy Meteorologist

Ein lokales Beispiel für das Problem der Marktdurchdringung erneuerbarer Energien in Texas

Der Electric Reliability Council of Texas (ERCOT) betreibt das texanische Stromnetz, welches 25 Millionen Kunden in Texas versorgt. Die Stromerzeugungsquellen von ERCOT sind Erdgas (51 %), Wind (24,8 %), Kohle (13,4 %), Kernkraft (4,9 %), Solarenergie (3,8 %) sowie Wasser- oder Biomassekraftwerke (1,9 %). Die Stromnachfrage in der ERCOT-Region ist in der Regel im Sommer am höchsten, was vor allem auf den Einsatz von Klimaanlagen in Haushalten und Unternehmen zurückzuführen ist. Der bisherige Spitzenwert in der ERCOT-Region wurde am 8. Juli 2022 erreicht, als die Verbrauchernachfrage 78.204 MW erreichte.

Dieser Artikel beschreibt eine längere Flaute bei der Wind- und Solarenergie im Zeitraum vom 1.8.22 bis zum 12.9.22. Anschließend beschreibe ich, was ein System mit 100 % erneuerbarer Stromerzeugung plus Speicher bräuchte, um während einer solchen Flaute ausreichend Strom für Texas zu produzieren.

Zum Hintergrund lesen Sie bitte diese früheren Artikel von Planning Engineer:

Assigning blame for blackouts in Texas

The Penetration Problem. Part I:  Wind and Solar – The More You Do, The Harder it Gets [in deutscher Übersetzung hier]

The Penetration Problem. Part II: Will the Inflation Reduction Act Cause a Blackout?

Die Temperaturen im August 2022 waren für Texas ziemlich typisch – heiß (die Tageshöchsttemperaturen überschritten häufig die 100°F-Marke [~38°C]), aber nicht außergewöhnlich. Die Temperaturen in Texas waren in den ersten beiden Septemberwochen etwas niedriger als normal, mit Tageshöchstwerten in den hohen 80ern [um 30°C], da im größten Teil dieses US-Staates während dieses Zeitraumes wolkenreiche Witterung vorherrschte. Das Besondere an diesem Zeitraum war eine längere Flaute bei der Wind- und Solarenergie in der ERCOT-Region.

Dieses Diagramm zeigt die tatsächliche Stromnachfrage (Last) für ERCOT im Zeitraum vom 1.8.22 bis 12.9.22 im Vergleich zur kombinierten Wind- und Solarstromproduktion. Während dieser Zeit der Flaute bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien stieg die Nachfrage in den mittleren und oberen 70-GW-Bereich an:

Wie müsste ein hypothetisches Stromsystem beschaffen sein, um eine solche Nachfrage allein mit Wind- und Sonnenenergie zu decken?

In Texas sank die Winderzeugung auf 600 MW oder weniger bei einer Last von 41-43 GW in den frühen Morgenstunden, als die Solarenergie gleich Null war, so dass entweder das 75-fache der Windkapazität oder eine Unmenge von Batterien erforderlich ist. So oder so werden in ERCOT riesige Mengen an Batteriespeichern für ein 100%iges Wind-/Solar-/Wassernetz benötigt. 400 bis 450 MWh an Batterien würden benötigt, um die ausgedehnten Windflauten um den 22. und 30. August herum zu überbrücken, und während beider Ereignisse würden die Batterien auf 5 bis 15 % ihrer Kapazität entleert werden. Am nächsten Tag wird überschüssige Energie benötigt, um die Batterien aufzuladen, damit sie in der folgenden Nacht wieder genutzt werden können. Die tiefste Entladungsperiode (30. August – 2. September) dauerte in diesem Zeitraum 63 Stunden und erforderte eine Entladung von ~940 MWh, während in diesem Zeitraum nur ~75 MWh geladen wurden.

Es liegt auf der Hand, dass ein massiver Ausbau von Wind- und Solarenergie erforderlich wäre, um diese Lücke zu schließen. Hier werden zwei Szenarien mit Hilfe von Rückrechnungen betrachtet. Szenario 1: Wenn man die Wind- und Solarkapazität um das 8-fache der derzeitigen Kapazität erhöht UND 900 GWh Batteriespeicher hinzufügt, könnte man diesen Monat mit 100 % erneuerbaren Energien abdecken; dies erweist sich als wesentlich kosteneffizienter als das zweite Szenario. Szenario Nr. 2: Windkraft mit dem 4,05-fachen der derzeitigen Kapazität und Solarenergie mit dem 8,45-fachen der derzeitigen Kapazität und 5000 GWh Batteriespeicher.

Ja, dieses ganze Szenario ist ziemlich skizzenhaft, aber wie viel würde es tatsächlich kosten? Für Szenario Nr. 1, d. h. den 8-fachen Ausbau der Windkraft und den 8-fachen Ausbau der Solarenergie (364.000 MW) plus 900.000 MWh Batteriespeicher, würden sich die Kosten auf 800 Mrd. USD + Übertragung belaufen. Bei dieser Berechnung wird davon ausgegangen, dass die Batterien zu 100 % geladen bzw. entladen werden. Berücksichtigt man die Verluste, benötigt man weitere 10-15 % Batteriespeicher. Zusätzliche Übertragungsleitungen kosten 2 bis 5 Millionen Dollar pro Meile. Szenario #2 ist wesentlich teurer als Szenario #1.

Die Kosten des Szenarios beruhen auf den folgenden Kostenannahmen (siehe Referenzen am Ende des Beitrags):

● Kosten für Windkraft 1,35 Mio. $/MW

● Kosten für Solarenergie 1,5 Mio. $/MW

● Batteriekosten 385.000 $/MWh

Man vergleiche dies mit den geschätzten Kosten der Kernkraft von 9 Mio. $/MWh, wobei mit demselben Geldbetrag für erneuerbare Energien (800 Mrd. $) mehr als 90 GW Kernkraft im Vergleich zu den 230.000 MW der erneuerbaren Energien gebaut werden könnten. Die nachstehende Abbildung zeigt den derzeitigen Bestand an erneuerbaren Energien und den Ausbau der Kernkraft (rote Linie). Würde man dieses Geld stattdessen für den Ausbau der Kernkraft verwenden, so würde man mehr Strom erzeugen, als ERCOT in den kommenden Jahren selbst bei gleichmäßigem Lastwachstum benötigen würde, und dabei weniger als 1 % der Landfläche der erneuerbaren Energien nutzen. Wenn man die Kernkraftwerke an den Standorten alter Kohlekraftwerke und veralteter Gaskraftwerke errichtet, sind die Übertragungsleitungen bereits vorhanden, und die Kosten würden mit dem Bau weiterer Kernkraftkapazitäten sinken.

Der letzte Monat war für Wind und Sonne ungewöhnlich schwach, ABER genau dafür müssen die Stromnetze ausgelegt sein! Geht man von 8 x Wind und 8 x Solar + 900.000 MWH Batterien aus, so hätte der Sommer aus Sicht der Versorgung bei voll aufgeladenen Batterien so ausgesehen. Ein wenig übertrieben, IMO. Hier wird davon ausgegangen, dass das Laden und Entladen der Batterien zu 100 % effizient ist. Wenn man eine realistischere Schätzung verwendet, muss man die Batteriespeicher um 10-15 % erhöhen.

Die Stromerzeugung aus Wind- und Solaranlagen nimmt in der Regel um 0,5 % pro Jahr ab. Anfangs ist das nicht viel, aber nach der Hälfte des Lebenszyklus‘ summiert sich das zu großen Zahlen. Auch das Lastwachstum muss berücksichtigt werden, wobei im kommenden Sommer 82 GW für die Spitzennachfrage möglich sind. ERCOT verzeichnet ein durchschnittliches Wachstum von 2 bis 3 % pro Jahr.

Da ERCOT mehr oder weniger ein isoliertes Netz ist, ist es ein gutes Beispiel für eine akademische/wirtschaftliche Untersuchung wie diese.  Bei einem derartigen Überangebot an Wind- und Solarenergie im ERCOT-Netz würde viel Strom gekürzt/verschwendet werden, sobald die Batterien vollständig geladen sind. Dieses Diagramm zeigt die hypothetische Energieverschwendung für den jüngsten Zeitraum August/September mit 8 x Wind, 8 x Solar und 900.000 MWh Batterien.  Das Netz hätte insgesamt 37,54 TWh verschwendet/verloren, um eine Gesamtlast von 63,17 TWh zu bedienen. Wenn man diesen Strom woanders hin transportieren will, bedenke man, dass neue Übertragungsleitungen zwischen 2 und 5 Millionen Dollar pro Meile kosten.

Wind- und Solarenergie sind in der Herstellung billiger, aber nicht, wenn man den Überbau und die Speicherung zur vollständigen Versorgung des Netzes berücksichtigt.  Wenn man die Gesamtkosten betrachtet, ist die Kernenergie die billigste Option, die gleichzeitig den kleinsten ökologischen Fußabdruck hat.

Hier ist ein Link zu einer Tabelle, mit der man selbst verschiedene Szenarien durchspielen kann.

References

https://www.eia.gov/todayinenergy/detail.php?id=45136

https://www.nrel.gov/docs/fy21osti/79236.pdfhttps://news.mit.edu/2020/reasons-nuclear-overruns-1118

https://constructionphysics.substack.com/p/why-are-nuclear-power-constructionhttps://www.bloomberg.com/graphics/2021-energy-land-use-economy/?leadSource=uverify%20wall

20190212%20PSC%20Item%2005a%20Transmission%20Cost%20Estimation%20Guide%20for%20MTEP%202019_for%20review317692.pdf

https://www.transmissionhub.com/articles/2012/10/wecc-report-building-transmission-in-the-west-costs-1m-to-3m-mile.html

https://www.caiso.com/Documents/PGE2018FinalPerUnitCostGuide.xlsxhttps://www.bakerinstitute.org/research/texas-crez-lines-how-stakeholders-shape-major-energy-infrastructure-projects

Link: https://judithcurry.com/2022/10/31/ercot-renewable-energy-reality-check/#more-29277

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Deindustrialisierung – Wer ist eher weg – Benziner, Diesel oder die EU?

Verbrennermotoren haben sich als Prinzip, Wärme in Kraft umzusetzen, bisher als am effektivsten bewährt. Ihre Energieversorgung ist mit Kohlenwasserstoffen deutlich effektiver als bei Batterien. Gerade deshalb sind sie schon über 130 Jahre alt – die EU nach Maastricht magere 30 Jahre. Die Frage ist, wer eher verschwindet. 

Von Holger Douglas

Autos mit Benzin- oder Dieselantrieb sollen ab 2035 in der EU verboten sein. Es sollen nur noch Neuwagen verkauft werden dürfen, die im Betrieb keine sogenannten Treibhausgase ausstoßen. Darauf haben sich in der vergangenen Woche Unterhändler der EU-Staaten und des EU-Parlaments in Brüssel geeinigt. Im Jahr 2026 soll die Entscheidung überprüft werden können, hieß es schwammig. Geprüft werden solle möglicherweise, ob der Einsatz von sogenannten E-Fuels für Autos künftig in Frage kommen könnte. Darauf hatte in der Bundesregierung vor allem die FDP gedrängt. Sie hat sich jedoch nicht durchgesetzt.

Damit will die EU-Spitze jenes unheilvolle »Fit for 55«-Programm im Rahmen des »Green Deal« durchsetzen, jenes Deindustrialisierungsprogramm vor allem Deutschlands, über das niemand abgestimmt hat. Timmermans große Worte: »Diese Übereinkunft sendet ein starkes Signal an die Industrie und Verbraucher: Europa vollzieht den Übergang zu emissionsfreier Mobilität.« Keiner lacht über die unsinnigen Worte von der »emissionsfreien Mobilität« – als ob es die gäbe.

Neue Technik hat alte immer dann abgelöst, wenn sie Vorteile versprach, also besser, schneller, ja und auch energiesparender war. Energieeffizienz war bisher immer schon ein wesentlicher Antrieb für neue Entwicklungen. James Watts Dampfmaschine setzte sich durch, weil sie den Brennstoff Kohle besser in Kraft verwandelte als alle anderen Maschinen, die es seinerzeit gab. Sie brauchte keine Zwangsverordnung, eine andere Technik musste nicht eigens verboten werden. Dieses jetzt angestrebte Verbot des Verbrennerantriebes zeigt, dass etwas Ausgereiftes zerstört werden soll.

Jetzt sollen Automobile verboten werden, ohne dass eine neue Technik verfügbar ist. Es gibt keine Infrastruktur. Elektrizitätsversorger lächeln milde, wenn sie erklären, was eigentlich getan werden müsste, um die Strommengen zu produzieren und zu verteilen: komplette Städte aufgraben, neue, dicke Leitungen verlegen – dann haben wir noch nicht über das weite Land geredet, in das auch die Energiemengen über Stromkabel transportiert werden müssten. Nicht verraten wurde bisher, wo die Fachkräfte sind, die dieses Jahrhundertwerk ausführen sollen.

Es ist auch nicht absehbar, woher die benötigten gewaltigen Strommengen kommen sollen. Geradezu lächerlich in einem Lande, in dem grüne Minister mit Begeisterung Kraftwerke abschalten und zum Stromsparen aufrufen, weil kein Strom vorhanden ist, und in dem Blackout-Planspiele mittlerweile gängig geworden sind.

E-Autos sind deutlich teurer als Benziner und Diesel, und sie werden auch teuer bleiben. Ohne Subventionen bleiben sie für den Massenmarkt unbezahlbar. Zur Erinnerung noch die lustige Ansage Merkels (war mal Bundeskanzlerin) aus dem Jahre 2013, im Jahre 2020 sollten eine Million E-Autos auf den Straßen fahren. Von diesem sozialistischen Planungsziel ist nichts übrig geblieben. Im Juli dieses Jahres fuhren nach Kraftfahrtbundesamtsdaten 618.000 Elektroautos auf den Straßen von insgesamt rund 60 Millionen Kfz.

Bei der Produktion des zentralen Bausteins, den Elektro-Batterien, handelt es sich letztlich um eine Materialschlacht, bei der es darum geht, so viele Rohstoffe wie möglich zu bekommen, zu vermischen und in Zellen abzupacken. 80 Prozent des Preises hängen von den notwendigen Rohstoffen ab, vor allem Lithium, Nickel, Kobalt. Die sind knapp, deren Preise steigen. China nimmt zudem eine entscheidende Position bei Rohstoffen und Produktion ein, und wird diese Industriemacht mit Sicherheit ausnutzen. Dagegen ist die Beteiligung an einem Hafenterminal unerheblich zu nennen.

Aus dem Fernen Osten werden auch die künftigen Benzin- und Dieselmotoren kommen. Bereits jetzt haben europäische Autohersteller in China große Autowerke errichtet, sie werden aus dem Mutterland der Autoentwicklung verschwinden. Denn nicht nur die Chemieindustrie verlagert ihre Produktion nach China.
Wohl nur selten wurde ein derartig irreales Unterfangen angeschoben, wie einem kompletten Kontinent die Mobilität drastisch einzuschränken und sie auf wenige zu beschränken, die sie sich leisten können.

Dies geschieht alles unter dem Narrativ »Klimakatastrophe«, einer Hypothese, mit der Menschen vor allem Angst gemacht werden soll, und die zur Rechtfertigung von nahezu allem dient. Dabei geht es um die Vernichtung der individuellen Mobilität. Freie Fahrt für Rennradfahrer wie Audi-Chef Duesmann jubelt. Der fordert mittlerweile auch autofreie Tage und ein Tempolimit in Deutschland. Duesmann führt ebenfalls eine sogenannte »Energie- und Klimakrise« an als Grund für ein sogenanntes Umdenken in der deutschen Verkehrspolitik.

Eigentlich wären verstopfte Straßen, marode und gesperrte Brücken, stillstehende und unpünktliche Züge in der Tat genügend Anlass schon seit langem gewesen für ein Umdenken in der Verkehrspolitik. Doch für den Audi-Chef fahren Leute sonntags aus purem Freizeitspaß herum. Bei einem Sonntagsfahrverbot würde er gerne mit seinem Rennrad über die gesperrte Autobahn fahren, hat er noch hinzugefügt. Intern hat er die Audi-Strategie an weltweite Trends angepasst. Dort ist keine Abkehr von Benzin- und Dieselantrieb zu sehen – im Gegenteil, den Menschen ist nicht klarzumachen, warum sie auf ihre wichtige Errungenschaft verzichten sollen, der individuellen Mobilität.

Audi steigt in die Formel 1 ein und wird ab 2026 mit dem Formel-1-Rennstall Sauber als Audi-Werksteam antreten. Der Rennwagen soll mit einem Hybridantrieb fahren, also einer Kombination aus Verbrenner und Elektroantrieb. Der ach so böse Verbrenner soll aber nur mit aufwendig hergestelltem synthetischen Sprit befeuert werden.
Außerdem hält er die Entscheidung, als erster Autohersteller auf Autos mit Verbrennungsmotoren verzichten zu wollen, für richtig. Wird der jüngste Beschluss der EU, »Autos weg!« wahr, muss er gleich auf sein Unternehmen in Deutschland ganz verzichten.
Er ist dann nicht mehr Audi-Chef – ebensowenig wie die Brüsseler Besatzung in ihren Ämtern sitzt. Sie müssen nichts ausbaden, was sie anrichten.
Das müssen die Menschen ausbaden – sowohl in der Autoindustrie, vor allem der deutschen, als auch diejenigen, die morgens noch zur Arbeit fahren müssen, ohne Bus oder Bahn, weil es sie nicht gibt.

Welchen Bestand der jetzige Beschluss haben wird, ist offen. Er muss noch Rat und Parlament passieren. Wenn sich der politische Wind in Europa dreht, ist ein solches Verbot schnell aufgehoben. Vor allem süd- und osteuropäische Länder müssten eine drastische Einschränkung der Mobilität ihren Bürgern klarmachen und sehen den Schritt entschieden kritischer. Die EU will Kritik dieser Länder offensichtlich mit altbewährten Mitteln stopfen: mit Milliarden bei Wohlverhalten. Immerhin hat Matteo Salvini in Italien wiederholt, was er im Wahlkampf schon sagte: Verbrennerverbot ist falsch.

Bleibt die Frage: Wer ist eher weg – Benziner oder Diesel oder die EU? Noch sind solche Beschlüsse vom EU-Bürger zu weit weg, um sie wahrzunehmen. Doch kaum auszumalen, was geschieht, wenn das Elend angesichts Hunderttausender entlassener Mitarbeiter aus der Autoindustrie sichtbar wird und die Gewerkschaftsbosse ihren »Kollegen« nicht mehr erklären können, warum sie keinen Arbeitsplatz mehr haben.

Verbrennermotoren haben sich als Prinzip, Wärme in Kraft umzusetzen, bisher als am effektivsten bewährt. Ihre Energieversorgung ist mit Kohlenwasserstoffen deutlich effektiver als bei Batterien. Gerade deshalb sind sie schon über 130 Jahre alt – die EU nach Maastricht magere 30 Jahre. Die Frage ist, wer eher verschwindet.

Der Beitrag erschien zuerst bei TE hier

 




Der eisige Kontinent Antarktis ist in Gefahr, und mit ihm die gesamte Erde. Nur die Arktis „weiß“ davon bisher nichts.

Helmut Kuntz

Die jährliche Lustveranstaltung von NGO-Spesenrittern, angeblich besonders Klimawandel-geschädigten Reparationszahlungs-Einforderern und schon fast manisch (unkontrolliert antriebsgesteigert) das Geld ihrer Bürger in die Welt hinauswerfenden Staatsvertretern beginnt bald.
Und wie jedes Jahr, geht unser Globus pünktlich vor dem Ereignis „unter“, um diesen teuren Massenauflauf an ideologiebedingter Inkompetenz zur Zwangs-Umverteilung unserer Sparstrümpfe zu rechtfertigen [2]. Natürlich nicht nur deshalb. Auch die vielen, vielen, alleine mit den schlimmen, simulierten, Klimawandelfolgen Beschäftigten wollen auch weiterhin gut „ernährt“ werden und für die sich ohne vorhersehbare Grenzen mehr und mehr aufblähenden Verwaltungsapparate sind nur steigende CO2-Einnahmen zumindest eine vorübergehende Rettung.

So schlimm steht es um die Antarktis

Erschütternd, was eine Fachperson bereits im April berichten musste:

Bild 1 Meldung des RND Redaktionsnetzwerk Deutschland (das dazugehörende Bild wurde entfernt)

Hintergrund der Meldung sind Temperaturen, welche selbst diesen kalten Kontinent zum Schmelzen bringen:

Bild 2 Pressemeldung

Jeder weiß: Wenn die Antarktis schmilzt, steigt der Meerespegel global um ca. 60 m.

Und das kann spontan und unglaublich schnell geschehen, wie es renommierte Forscher des PIK simuliert haben. Ein globaler Pegelanstieg von 6,9 m bis 10,8 m – in einem Interview „über 10 m“ – bis zum Jahr 2100 seien dann „locker“ drin.
Eine Fachfrau für feministisches Klima, unsere Annalena, hat wohl eine noch bessere Glaskugel und konnte den Anstieg bis zu diesem Zeitpunkt auf genau 7m präzisieren [1].

Es gibt quer-denkende Forscher, die behaupten, falls das wirklich geschähe, benötigte es viele Tausend Jahre und zudem käme eventuell noch die nächste Eiszeit dazwischen. Die leiten das aber vom bisherigen Klimaverlauf ab. Dabei zeigen moderne Computer, dass es falsch und nicht mehr wissenschaftlich ist, sich auf das wirkliche Klima zu verlassen.
Und diese müssen recht haben, wie es nun ganz aktuell eine Vereinigung von 40 hochkarätigen NGOs berichtet.

Weil die Antarktis in Gefahr ist, ist es die ganze Erde

Nordbayerische Nachrichten, Lokalausgabe vom 27.10.2022, dpa, Carola Frentzen: Eisiger Kontinent in Gefahr
… aber der eisige Kontinent ist in Gefahr, und mit ihm die gesamte Erde … Speziell die antarktische Halbinsel und die Westantarktis erwärmten sich während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt, so die Antarktis- und Polarmeervereinigung (ASOC), ein Zusammenschluss von 40 Umweltorganisatoren aus 40 Ländern. „Das Abschmelzen der antarktischen Eismassen hätte fatale Auswirkungen … sowie einen drastischen Anstieg des Meeresspiegels weltweit zur Folge“, sagt der WWF-Experte Tim Packeiser.

Wer nun auch noch an dieser Meldung zweifelt, betreibt eindeutig gleich doppelte, staatszerstörende Delegitimierung. Weil er zweifelt sowohl an der „dpa“ wie auch am Verstand unseres Bundespräsidenten(Versuchs). Denn berichtet hat es die dpa und die sagt laut unserem Bundespräsidenten immer die Wahrheit: Steinmeier: „Fakten sind Fakten, wenn sie von der dpa gemeldet werden“ …

Selbstverständlich müssen es ganz harte Fakten sein. Schließlich ist auch Greenpeace an „ASOC“ beteiligt. Und diese Institution ist so über alle Zweifel erhaben, dass unsere Annalena deren Chefin – mit Sicherheit alleine aufgrund deren herausragender Klimakompetenz – als deutsche Staatssekretärin verbeamtet hat …

Temperaturdaten zur Antarktis

Vorab: In der Antarktis wurde am 23. Juli 2004 mit minus 98,6 Grad (und auch Jahre später) die tiefste, jemals gemessene Temperatur erreicht.

Wenn sich die Antarktis so schlimm erwärmt, muss es dort ja wirklich „heiß“ und immer heißer hergehen. Deshalb eine Nachschau, wie sich die Antarktis derzeit „fühlt“.

die Stationsmessdaten des UK-Met-Office zeigen nichts von einer solchen Erwärmung:

Bild 3 Globaltemperatur Antarktic (ab dem 70. Breitengrad) seit 1957. Hilfslinien vom Autor zugefügt

Auch Satelliten „sehen“ die schnell ansteigende Erwärmung nicht:

Bild 4 RSS Satellitendaten Antarctic (60 – 70 °S)

Bild 5 Satellitendaten der unteren Troposphäre um die Antarktis. Quelle. remss

Eine andere Temperaturreihe welche über den Viewer von RIMFROST aufgerufen werden kann „sieht“ ebenfalls nichts davon:

Bild 6 Messwerte, globaler Temperaturverlauf Antarktis. Quelle RIMFROST

Nicht einmal „Die Deutschen“ können mit ihrer großen Messstation die schlimme Erwärmung in der Antarktis finden:

Bild 7 Temperaturverlauf an der deutschen Neumayer Station in der Antarktis

Ein europäisches Forscher-Konsortium fasste vor einigen Jahren (angeblich) hochwertige Temperaturproxis rund um die Welt zusammen. Daraus die Zusammenstellung der Antarktis. Nichts Auffälliges ist zu sehen.

Bild 8 PAGES2k-Proxis der Region Antarktik

Aber irgendwo muss doch etwas zu finden sein.

Wie lässt sich das „Temperaturrätsel“ lösen?

Wer sich nur ein bisschen mit dem Klimawandel und der Antarktis auskennt, weiß genau, wo und wie man fündig wird. Die Antarktis hat ein in Richtung Südamerika reichendes Anhängsel, die „Antarktische Halbinsel“. Klimatisch ist das nicht mehr die Antarktis, aber geografisch.
Und diese Halbinsel zeigt an ihrem Ende eine Erwärmung am nördlichsten Ende im Bereich „A“ des folgenden Bildes.

Bild 9 Antarktis. Quelle: RIMFROST-Viewer. Vom Autor ergänzt

Es wird dort zwar nicht wirklich wärmer, aber nicht mehr so kalt, was bei einer Regression unweigerlich zu einem starken Temperaturanstieg führt. Zwar ist es im Jahresmittel immer deutlich unter 0 Grad, aber ab und zu taut es dort.

Bild 10 Position „A“ am Ende der Antarktischen Halbinsel, Temperaturverlauf an einer Messstation

Wie irreführend Regressionen sein können, zeigen die Daten der nächsten Station zwischen dem nördlichen Ende der Halbinsel und Patagonien. Seit ca. 1955 wird es dort nicht wärmer und seit 1980 ändert sich überhaupt nichts. Trotzdem zeigt die Regressionsgerade eine erhebliche Erwärmung an. Wer nur diese abfragt, kommt zu einer vollkommen falschen Aussage bezüglich einer stetig ansteigenden Erwärmung.

Bild 11 Station zwischen der Antarktischen Halbinsel und Patagonien, Temperaturverlauf. Quelle RIMFROST-Viewer

Geht man nur ein bisschen auf dieser Halbinsel in Richtung antarktisches Festland, werden die Temperaturverläufe vollkommen anders:

Bild 12 Temperaturverlauf an der Stelle „B“, wo die Halbinsel seitens der Antarktis beginnt

Und weg von der Küste ins Antarktische Innlandeis wird es dann richtig kalt:

Bild 13 Temperaturverlauf an der Stelle „C“ (Innlandeis) der Antarktis

Bild 14 Temperaturverlauf an der Stelle „D“ (Küstenbereich) der Antarktis

Und dazu eine ganz aktuelle Meldung:
Kalte Sonne, Klimaschau 132, 30. Oktober 2022: Überraschung – Eisschelf der Antarktischen Halbinsel expandiert seit 20 Jahren.

Als Fazit lässt sich feststellen

Die Antarktis zeigt keine Anzeichen von „Auftauen“ oder einen ausgelösten Kipppunkt. Bei einer Durchschnittstemperatur von ca. -17 Grad, im Inland 50 Grad, kann das auch gar nicht sein. Die geradezu „läppische“ Temperaturerhöhung wie wir sie derzeit auf der Nordhalbkugel erleben, kann dort auch gar nicht zu solchen Effekten führen.

Wer sich mit den Kipppunkten etwas auskennt, weiß jedoch, warum die Arktis bald eisfrei sein simuliert wird:
Es gibt Computersimulationsprogramme, die „belegen“, dass es sein könnte, ja vielleicht schon begonnen hat, dass die riesigen, arktischen Festlandsgletscher „spontan“ ins Meer rutschen.
Seit Millionen von Jahren rutschen diese ins Meer, bisher aber natürlich und deshalb langsam.

Dass sich das nun spontan ändert, ist zwar sehr, sehr unwahrscheinlich, aber nicht mit vollkommener Sicherheit und absolut auszuschließen. Immer leistungsfähigere Computer rechnen inzwischen auch statistisch vor dem Komma schon recht unsichere Wahrscheinlichkeiten mit beliebig vielen Nachkommastellen und deshalb ganz genau aus. Verteilungen gehen bis unendlich und endlich lässt sich auch solches nie ganz verschwindende Restrisiko genauestens bestimmen und publizieren.
Beleg: Im Alten Testament und einmal sogar im Neuen, wurde die Sonne – teilweise zusammen mit dem Mond – in ihrem Erdumlauf mehrmals angehalten. Auch die Physik ist also nichts wirklich „Stabiles“ und kann sehr wohl auch aufgehoben werden, man muss Unwahrscheinliches nur wieder zulassen.

Arktis

Wenn man schon dabei ist, sich um einen Pol zu „kümmern“, kann man ergänzend auch zum anderen sehen. Denn um den steht es noch viel, viel schlimmer. Wie am Fließband verschwindet beispielsweise seine Eisbedeckung – ein Kipppunkt – , zumindest in „sicheren“ Vorhersagen.

kaltesonne 5. Januar 2016:
(1) M. Murphy, New Scientist, 1960: „Der arktische Ozean wird über das ganze Jahr offen sein noch vor dem Ende des 20.Jahrhunderts“ (d.h. dem Jahr 2000),
(2) „Arktis-Spezialist Bernt Balchen 1972:  „Der Erwärmungstrend kann einen eisfreien arktischen Ozean  bis zum Jahr 2000 erzeugen“.
(3) Jay Zwally (NASA) sagte im Dez.2007 : „Der arktische Ozean könnte im Sommer 2012 fast eisfrei sein“ (Natl.Geographic)
(4) Louis Fortier (Arctic Net, Kanada) 2007: „Die Arktis könnte im Sommer eisfrei sein bis 2010 oder 2015
(5) David Barber (Univ.of Manitoba), 2008: „Der Nordpol könnte dieses Jahr erstmals eisfrei sein“ : Juni 2008
(6) Prof. W. Maslowski (US Naval Postgraduate School), 2008: „Im Sommer 2013 haben wir eine eisfreie Arktis“.
(7) M. Serreze, NSIDC (National Snow and Ice Data Centre, Colorado, USA) in 2008: „die Arktis könnte 2012 eisfrei sein“
(8) Al Gore, ehem.US-Vizepräsident bei der Klimakonferenz 2009 in Kopenhagen: „Arktis ist eisfrei in 5 Jahren“ = 2014.

(9) US-Senator John Kerry 2009: „Die Arktis wird im Sommer 2013 eisfrei sein“
(10) Prof. P. Wadhams (Cambridge University), 2007: das arktische Eis ist in einer Todesspirale“, und 2011: „das Eis kann in vier Jahren alles verschwunden sein“ , d.h. 2015.

Der „Spiegel“ meldet, warum das so ist:

Bild 15 SPIEGEL online, Screenshot

Und damit weiß, dass alles bisher in die Zukunft projizierte schon wieder neu geschrieben werden muss:
SPIEGEL: „ … Bisherige Klimamodelle gingen von einem deutlich langsameren Temperaturanstieg aus.“ …

Greenpeace verbreitet wie die Kirche zu seinen schlimmen Nachrichten wenigstens auch gleich eine Hoffnung dazu. Durch Spenden lässt sich Schlimmstes noch abwenden …

Bild 16 Greenpeace Homepage. Screenshots zusammengestellt

Sieht man dazu den Temperaturverlauf an ist klar, das stimmt:

Bild 17 Messwerte, Globaltemperatur Arktis seit 1950

Nun ist die Arktis ein Gebiet, in dem Manipulationen Homogenisieren von Messreihen schon Tradition hat.

In einer Schrift von MeteoSchweiz steht, warum man so etwas macht. Immer, wenn die wahre Natur „ausbüxt“ und nicht der erwarteten entspricht, früher also „zu warme“ Temperaturen gemessen wurden. Anscheinend konnte man damals nur Kälte richtig messen:
Die originalen Messreihen zeigen ein uneinheitliches Bild der Temperaturentwicklung in der Schweiz, das physikalisch nicht möglich ist. Analysen und Aussagen zur Temperaturentwicklung und ihren langjährigen Trends sind deshalb nur auf Basis homogener Messreihen wissenschaftlich haltbar und inhaltlich richtig.

Im folgenden Bild sind die Auswirkungen auf eine Messreihe in der Schweiz gezeigt. Homogenisiert, also physikalisch „zulässig“ führt die Homogenisierung zu einem zusätzlichen Temperaturanstieg von +1,26 Grad/100 Jahren.

Bild 18 Standort Schweiz, gemessene Temperaturreihe vor und nach deren Homogenisierung. Quelle: MeteoSchweiz

Bei der NASA sah das früher wie im folgenden Bild aus. Da waren die Korrekturen noch erkennbar und deutlich zu sehen, wie einige recht kompromittierende Grad Temperatur plötzlich verschwinden. Heutzutage ist diese meist wärmere „Vergangenheit“ in den meisten Temperaturreihen gelöscht.

Bild 19 Eine Temperaturreihe aus den NASA-Viewer, in welcher man die ursprünglichen Messwerte (Unadjusted) noch erkennen kann. Vom Autor teils etwas grisselig nachgezeichnet

Alles, was nun kommt steht deshalb unter dem Vorbehalt, dass es falsch sein kann, weil der Datensatz noch nicht oder schon homogenisiert ist und alte Daten, an denen man es erkennen könnte, zunehmend und konsequent verschwinden.

Wie sich die Arktis erwärmt, sieht man am folgenden Bild. Es zeigt zwar nicht die Arktis, aber wen stört das. Zudem erinnert es irgendwie stark an das homogenisierte Teilbild von Bild 18:

Bild 20 Temperaturverlauf an der Grenze der Arktis. Quelle: WIKIPDIA

Was sagt man nun, wenn jemand behaupten würde: In der Arktis wird derzeit gerade einmal die Temperatur wie vor 100 Jahren erreicht, im Mittel, nicht in den Spitzenwerten?
Bei HadCRUT4 findet sich eine der seltenen, längeren Temperaturreihen zur Arktis. Vollkommen gegensätzlich zur vorhergehenden Reihe ist der Verlauf bis Mitte des vorhergehenden Jahrhunderts deutlich anders. Die Arktis ist danach heute nicht wärmer ist als bis zur ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Kein Zufall, warum sich diese selten findet, schon gar nicht erwähnt oder diskutiert wird.

Bild 21 Globaltemperatur Arktis (ab dem 70. Breitengrad N) seit 1920

Eine Studie zeigt es noch deutlicher und wagt sogar eine Vorschau, welche überhaupt nicht dem gängigen Narrativ entspricht:

Bild 22 Temperatur-Entwicklung in der Barents-See, 1900-2060 (Frolov, 2014)

Nun ein paar Stationstemperaturen der Arktis. Leider reichen solche Reihen nur selten bis zur aktuellen Zeit.

Bild 23 Rudolfinsel, eine Insel nordöstlich von Spitzbergen

Bild 24 Eine Insel südlich von Spitzbergen

Bild 25 Station in Nord-Norwegen

Bild 26 Station am nördlichsten Ende von Finnland

Bild 27 Station an der Westküste von Grönland

Bild 28 Station an der Westküste von Alaska

Nun eine Übersicht aus einer Studie. Das Anhängen von Messtemperaturen am Ende ist wohl dem unvermeidlichen Zeitgeist geschuldet. Vielleicht wäre eine Veröffentlichung sonst „gefährdet“ gewesen (rein persönliche Vermutung des Autors).

Bild 29 Temperaturrekonstruktion eines Eisbohrkerns von Grönland in verschiedenen Zeitebenen

Figure 1. (top) Reconstructed Greenland snow surface temperatures for the past 4000 years and air temperature over the past 170 years (1840 –2010) from three records. The thick blue line and blue band represents the reconstructed Greenland temperature and 1 s error, respectively (this study). Quelle: Studie T. Kobshi at al., 2011: High variability of Greenland surface temperature over the past 4000 years estimated from trapped air in an ice core

Aus dem Summary: … Therefore, we conclude that the current decadal mean temperature in Greenland has not exceeded the envelope of natural variability over the past 4000 years, a period that seems to include part of the Holocene Thermal Maximum

Als Fazit lässt sich feststellen

Die Arktis zeigt gar nicht so viele Anzeichen einer übernatürlichen Erwärmung, sofern man genügend weit, also bis an den Anfang des letzten Jahrhunderts zurückreichende Zeitreihen nimmt (die sich allerdings nur noch selten im NASA-Viewer finden).
Anstelle ausgelöster Kipppunkte lässt sich eher eine Zyklik vermuten. Und wie man inzwischen weiß, geht es den putzigen Eisbären, unter deren Kostümen eine Generation von Klimastatisten auf NABU- und Greenpeace-Veranstaltungen schwitzen mussten, mehr als prächtig.

Geht irgend jemand davon aus, dass die neue Greenpeace-Staatssekretärin, welche Deutschland diesmal beim Klimagipfel vertritt, solche Daten dort zur Diskussion bringen wird?

Frankfurter Rundschau, 10.10.2022: „Die Klimakonferenzen reichen nicht aus
… Frau Morgan, zu Ihrem Amtsantritt haben Sie gesagt, dass Sie als Staatssekretärin „im Herzen“ Aktivistin bleiben. Ein halbes Jahr später, sind Sie das immer noch, Aktivistin?
Ja, absolut. Für mich ist eine Aktivistin jemand, die mit dem Herzen voll dabei ist – und die den Klimaschutz auf allen Ebenen vorantreibt. Und das tue ich, im Auswärtigen Amt, als Teil der Regierung und weltweit.

… Als Bundesregierung treiben wir die Energiewende voran und haben das größte energiepolitische Paket seit Jahrzehnten beschlossen. Kurzfristig müssen wir zwar Maßnahmen ergreifen, um durch den Winter zu kommen, aber wir rücken keinen Zentimeter von unseren Klimazielen ab …

Während der Autor an diesem Artikel tippt, kommt im Radio, dass Herr März verkündete, wie besonders schlimm der Klimawandel ist und dass die Ampel nicht genug dagegen unternimmt …

Man erkennt mehr als deutlich, dass Herr Merz unbedingt wieder in der nächsten Regierung mit dabei sein will. Er war auch einer der ganz, ganz wenigen höherrangigen Politiker aus Berlin, welche sich die Rede von Herrn Steinmeier am 28. Oktober „antaten“, was zeigt, wie groß sein Leidensdruck sein muss.
Und sicher hat ihm diese Rede gefallen. Steinmeier weiß, was man (nicht das Volk, welches für ihn eher „Pöbel“ ist und seine Unschuld beim Spazierengehen verliert, sondern die, welche ihn in dieses Amt gehievt haben) von ihm hören will, das liefert er konsequent: Ohne den Kampf gegen den Klimawandel ist alles nichts … Ermöglichen wir unseren Kindern und Kindeskindern ein gutes Leben auf unserem Planeten!“ …
Erkennbar haben da zwei mit gleicher Gesinnung und intellektuellem Niveau zusammengefunden. Und beide zeigen, dass sie überflüssig sind – grüner als GRÜN können die GRÜNEN auch allein.

Quellen

[1] EIKE, 22. Sept. 2021: Annalena lässt den Meerespegel schnell mal um 7 m steigen – und zwei schauen nur wie bekloppt dabei zu
[2] NZZ am Sonntag, 14.11.2010, PIK, O. Edenhofer: … Der Klimagipfel in Cancún Ende des Monats ist keine Klimakonferenz, sondern eine der größten Wirtschaftskonferenzen seit dem Zweiten Weltkrieg …
Aber man muss klar sagen: Wir verteilen durch die Klimapolitik de facto das Weltvermögen um. Dass die Besitzer von Kohle und Öl davon nicht begeistert sind, liegt auf der Hand.
Man muss sich von der Illusion freimachen, dass internationale Klimapolitik Umweltpolitik ist
.