Ukraine-Konflikt befeuert durch falsche „grüne“ Verheißungen

Vijay Jayaraj

So sicher, wie der Weg zur Hölle mit guten Absichten gepflastert ist, wurde der Weg zum Russland-Ukraine-Konflikt mit fadenscheinigen Versprechungen der grünen Lobby geölt.

„Vor einem Jahr wurde das Schicksal der Ukraine besiegelt, und zwar weil (Präsident Biden) unser Energieexportgeschäft aufgegeben und den Russen überlassen hat“, sagte der ehemalige stellvertretende nationale Sicherheitsberater der USA, K.T. McFarland. Bidens politischer Fehler hat Russland um Einnahmen aus Öl und Gas bereichert und sowohl Europa als auch die USA noch abhängiger von ausländischen Quellen gemacht.

Das Keystone XL-Pipeline-Projekt, das von Biden gestrichen wurde, um den Durst der Umweltextremisten nach einem Kohlenwasserstoff-Bann zu stillen, hätte allein mehr Öl in die USA geliefert, als derzeit von Russland geliefert wird. Hinzu kommt, dass die Regierung versucht, andere Projekte zur Förderung und zum Transport von Energie zu verhindern oder zu verbieten.

Die russische Aggression selbst hat die Energiemärkte verschärft, die bereits durch den unklugen, erzwungenen Ersatz von fossilen Brennstoffen und Kernkraftwerken durch teure und unzuverlässige Solar- und Windkraftanlagen verzerrt waren. Nachrichten über Sanktionen gegen russische Finanzstrukturen, Sorgen über Versorgungsunterbrechungen und Bidens Drohungen, die russische Infrastruktur ins Visier zu nehmen, haben zu einer Verunsicherung der Märkte geführt.

Der Rohölpreis hat nach acht ganzen Jahren die Marke von 105 Dollar pro Barrel überschritten und wird wahrscheinlich weiter steigen. Da Russland im Jahr 2021 21 Prozent der US-Benzinimporte liefern wird, steigt der Druck auf die bereits hohen Gaspreise.

Die grüne Agenda der europäischen Politiker – die schon länger in Kraft ist als die von Biden – hat zu Fracking-Verboten, der Schließung von Kern- und Kohlekraftwerken und einem übermäßigen Vertrauen in die Windkraft geführt. Hohe Energiepreise und Stromknappheit sind die Folge. Die Länder sehen sich mit möglichen Preiserhöhungen und Unterbrechungen der Gasversorgung konfrontiert.

Die negativen Auswirkungen des teureren Rohöls auf die Kraftstoff- und Rohstoffpreise werden in den Entwicklungsländern am stärksten sein.

In Indien, wo ich lebe, haben die hohen Kraftstoffpreise seit 2020 Millionen Haushalte geschädigt. Die Regierung hat in diesem Jahr eingegriffen, um die Öl- und Gaspreise zu senken, aber in den kommenden Monaten scheint es kaum noch etwas zu geben, das getan werden kann. Höhere Kosten für Düngemittel dürften für Indiens überwiegend agrarisch geprägte Wirtschaft besonders problematisch sein.

In Afrika ist die Lage noch prekärer. Da ein Großteil des Kontinents noch immer keinen Zugang zu Elektrizität hat, sind Öl und Gas für die Ärmsten der Welt entscheidende Energiequellen. Ein drastischer und plötzlicher Anstieg der Öl- und Gaspreise wird sich verheerend auf die Randgruppen auswirken, die kaum in der Lage sind, sich daran anzupassen.

Nigeria – eine der am schnellsten wachsenden und größten Volkswirtschaften Afrikas – importiert sein gesamtes Benzin und verkauft es zu einem stark subventionierten Preis an seine Bürger. In den letzten fünf Jahren sind die Kosten für die Subventionen um 890 Prozent gestiegen, was der Regierung allein im Jahr 2021 Einnahmeverluste in Höhe von 960 Milliarden Naira (2,3 Milliarden Dollar) beschert hat.

Dies sind nur einige Beispiele für die Instabilität der Energiemärkte. Vieles davon hätte minimiert – vielleicht sogar ganz vermieden – werden können, wenn die Länder nicht mit törichten Visionen von einer „Kohlenstoff-freien“ Utopie in die Klima-Agenda gelockt worden wären.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

„Energiesicherheit ist direkt mit nationaler, regionaler und globaler Sicherheit verbunden“, sagte kein Geringerer als US-Außenminister Antony Blinken bei einem Auftritt am 7. Februar mit einem Vertreter der Europäischen Union. „Als Russland 2009 wegen eines Streits mit der Ukraine die Gaslieferungen nach Europa einstellte, starben Menschen an der Kälte“.

Jetzt, nur wenige Wochen später, fragen wir uns, ob Außenminister Blinken seinem Chef rät, „wache“ Energie für realistische Vorhaben wie den Bau von Pipelines und die Entwicklung fossiler und nuklearer Ressourcen aufzugeben?

This piece originally appeared at HumanEvents.com and has been republished here with permission.

Link: https://cornwallalliance.org/2022/03/ukraine-conflict-fueled-by-false-green-promises/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Komplett sinnentleert: Christian Lindners „Freiheitsenergien“

Zitat Christian Lindner: „Erneuerbare Energien leisten nämlich nicht nur einen Beitrag zur Energiesicherheit und -versorgung. Erneuerbare Energien lösen uns von Abhängigkeiten. Erneuerbare Energien sind deshalb Freiheitsenergien.“

von Prof. Dr. Horst-Joachim Lüdecke

Diese Aussage machte Christian Lindner anlässlich der Sondersitzung des Bundestags zum Krieg in der Ukraine am 28.02.2022 (hier). Sachlich verrückter geht’s kaum noch, und unsere derzeitige Welt ist alles andere als arm an Verrücktheiten. Nun ist die deutsche Sprache aber manchmal heimtückisch, so dass man Lindner’s Aussage nicht als komplett falsch bezeichnen darf. Wind- und Sonnenenergien sind tatsächlich Freiheitsenergien, denn sie kommen und gehen frei, wann sie wollen. Leider belegt der Kontext der Aussage von Lindner, dass er es nicht in diesem Sinne gemeint hat. Schade für unseren Finanzminister, er hat aus kompletter Unkenntnis der realen Eigenschaften von Wind- und Sonnenenergie ein super Bonmot verpasst und stattdessen nur sachlichen Unsinn von sich gegeben.

Dass die Eigenschaft des „Kommens und Gehens“ von Wind- und Sonnenenergie nicht gerade UNSERE Freiheit fördert, haben bereits die ersten Politikwendehälse begriffen, die ungerührt kürzester Wendezeit und fragwürdiger Aussagen unseres Finanzministers plötzlich von grünen Energien nichts mehr wissen wollen und wieder „Kohle- und Kernenergie“ wünschen. So beispielsweise der bayerische Ministerpräsident Markus Söder, aber auch Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Sven Schulze gemäß BILD, 4. März 2022 und BR24 (hier). Rekordwendehals Söder möchte die letzten 3 verbliebenen AKW 3 bis 5 Jahre länger laufen lassen. Schulze möchte die Frage der 3 noch im Betrieb befindlichen AKW „diskutieren“.

Ähnlich kühne Forderungen ertönen gemäß BILD auch seitens Politikern der zweiten und dritten Reihe – ein Schelm, wer dabei an erträumte zukünftige Karrieren denkt. Vom Sachinhalt ihrer Wenden haben sie zwar kaum Ahnung, anderenfalls hätten wir es mit Zynikern ohne Verantwortungsbewusstsein zu tun. Jeder Einzelfall gibt daher ein kleines Rätsel auf. Nicht ungewiss ist freilich die technische Expertise von Chritian Lindner über „Erneuerbare“: keine Ahnung, Hauptsache regieren. Selbst der deutsche „Savonarola“ von „Klimaschutz“ und Energiewende, unser Wirtschaftsminister Robert Habeck, scheint allmählich zu begreifen, dass mit Erneuerbaren kein gesundes Industrieland zu betreiben ist (hier, hier). Vielleicht hat er sich ja den Vortrag von Prof. Hans-Werner Sinn „Energiewende ins Nichts“ angesehen (hier), oder gar, noch schlimmer, ein wenig auf der EIKE-Webseite herumgestöbert? Vor wenigen Tagen jedenfalls konnte sich noch niemand den Verständnis- und Sinneswandel von Habeck vorstellen.

Man kann Freiheit in Sachen Energieversorgung aber auch einmal realistisch mit den Augen der von Medien und Politik konsequent ignorierten Fachleute sehen. Echte Freiheitsenergien sind unsere heimische Braunkohle und waren es unsere heimischen Kernkraftwerke. Steinkohle gehört auch noch dazu, wenngleich etwas vom Weltmarkt abhängig.

Freiheitsenergie ist jedenfalls nicht das russische Gas, wie es die deutsche Politik jetzt bitter erfahren musste. Bereits schon aus Preisgründen gehört russisches Gas nicht zu den Freiheitsenergien, denn bekanntlich ist der Energiepreis der Brotpreis unserer Wirtschaft. Und schon gar keine Freiheitsenergie ist das LNG aus den USA. Die politische Anhängigkeit hat hier zwar nicht einmal annähernd russische Brisanz, aber sie ist vorhanden. Vielleicht „schwant“ es ja inzwischen auch unserem Politikpersonal, dass JEDE Abhängigkeit, sogar die von befreundeten Nationen, niemals den Interessen des Abhängigen dient.

USA-LNG ist zudem noch teurer als russisches Gas. Es darf nicht vergessen werden, dass der CO2-Fußabdruck von USA-LNG alle Grenzen sprengt und vermutlich sogar den der Kohleverbrennung übersteigt. Die CO2-Emissionen durch Fracking, Förderung und Transport des USA-LNG verhageln gnadenlos seine CO2-Bilanz. Und falls man sich überhaupt noch für CO2-Bilanzen interessiert (es sieht angesichts der weltpolitischen Entwicklung nicht gut für CO2-Fanatiker aus), wird man die CO2-Frage zugunsten weit wichtigerer Probleme zumindest ans letzte Ende des politischen „to do“ stellen.

Hinzu kommt, dass die Mehrheit des deutschen Politikpersonals in Sachen Qualität keinen Spielraum mehr nach unten aufweist. Heruntergewirtschaftete Bundeswehr, eine zerstörte ehemals sichere Energieversorgung, Verbrechen gegen Natur- und Landschaftsschutz durch unnütze Windräder und Photovoltaik, Genderunfug, wachsende Unfreiheit und zunehmende Bildungsferne an Schulen und Universitäten, Abschaffung des Verbrenungsmotors, sowie immer mehr platte Staats- und Medienzensur sind nur die wichtigsten Negativbeispiele. Was Zensur und Staatspropaganda angehen, sind viele Zeitgenossen inzwischen der aktuellen Meinung, dass ARD/ZDF auch nicht besser sind als RT. Mit dem heutigen Sperren von RT und Sputnik hat sich die EU (hier) als eine überstaatliche Zensurbehörde entpuppt, die es ihren Bevölkerungen nicht mehr zutraut, selber zu entscheiden, was Fakes oder was vernünftige Nachrichten sind. Eine derartige Organisation wird sich reformieren müssen, oder sie wird nicht überleben.

Also liebe Politiker, die ihr durch den Ukraine-Krieg an einem vom Fuchs aufgeschreckten Hühnerstall erinnert (Pardon für diesen leider zutreffenden Vergleich), lasst jetzt besser von „Klimaschutz“ und jedem CO2-Vermeidungsunsinn die Finger. Wendet Euch besser den beiden dringlichsten und überlebensnotwendigen Aufgaben zu, welche sind:

– Unserem Land wieder eine verlässliche Energieversorgung zu verschaffen, in dem Kohle und Kernkraft absolute Priorität haben und

– für unser Land eine funktionierende und ernst zu nehmende Bundeswehr aufzubauen, indem Ihr das Personal an der politischen Spitze der Bundeswehr postwendend in den verdienten Ruhestand schickt, durch Militärfachleute ersetzt und unser Nato-Soll von 2% des deutschen Bruttoinlandsprodukts erfüllt.

Wenn ihr dies ernsthaft anpackt, bleibt für Euren oben aufgezählten sachlichen Unsinn der Vergangenheit ohnehin weder Zeit noch Geld übrig.

 




Frachtschiff mit Elektroautos vor den Azoren ausgebrannt und gesunken

von AR Göhring

Würden Sie als Frachterkapitän E-Autos mit vollgeladenen Akkus transportieren?

Nach aktueller Nachrichtenlage wohl nicht: Im Atlantik fing ein 17 Jahre alter Frachter, der teure Edelautos, aber auch VW-Stromer geladen hatte, Feuer. Da Lithiumakkus ohne Zufuhr von Oxidationsmittel (Luftsauerstoff) brennen, sind sie praktisch unlöschbar – ganz im Gegenteil zu Verbrennungsmotoren.

So brannte die „Felicity Ace“ im Atlantik rund zwei Wochen und sank nun. Die 22 Mann Besatzung konnten gerettet. Werden. Das in Emden gestartete Schiff mit dem Ziel Rhode Island wurde noch abgeschleppt, ist durch das Dauerfeuer an Bord mit 4.000 deutschen Autos an Bord verloren.

Laut ZDF und anderer Qualitätsmedien sei der Grund für den Ausbruch des Feuers „unbekannt“. Aber nicht für den EIKE-Leser: Die Autos werden in der Regel von Hafenarbeitern einzeln aufs Schiff gefahren – wenn die Fracht selbstbeweglich ist, bietet es sich ja an. Nachteil: Die Verbrenner müssen Benzin im Tank haben, und die Stromer einen vollen Akku.

Letzteres ist äußerst riskant, da die Lithium-Batterien ab und zu spontan Feuer fangen. Das geschieht bei Verbrennern auch mal – sie lassen sich mit modernen Mitteln aber leicht löschen. Die Akkus nicht, und da die Wagen aus wirtschaftlichen Gründen eng auf dem Schiff geparkt sind, fackelt ein einzelner brennender ID.3 schnell das ganze Deck ab. Oder gleich das ganze Schiff.

Reedereien, die jetzt noch E-Autos mit geladenem Akku transportieren, wären als tollkühn zu bezeichnen. Die mutmaßlich nun gewaltig verteuerten Versicherungspolicen werden es wohl unmöglich machen. Man bräuchte wohl aufwendige Neubauten, zum Beispiel wasserbefüllbare Einzelcontainer für jedes E-Auto, die mit einer automatischen Pumpe sofort mit Meerwasser flutbar sind. Günstiger wäre wohl der Trick, die Stromer nur schwach ge- oder entladen mit einem Abschleppwagen ins Schiff zu ziehen.




Die Ukraine und Energie-Realismus

Francis Menton, MANHATTAN CONTRARIAN

Lange Zeit habe ich geglaubt, dass die Öffentlichkeit in den westlichen Ländern die Absurdität der Bekämpfung der fossilen Brennstoffe erkennen würde, wenn der Energiepreis für den Verbraucher hoch genug wäre. Und das ist nun in erheblichem Maße der Fall.

Aber die Kosten der Bekämpfung der fossilen Brennstoffe sind nicht nur eine bescheidene Verschlechterung unseres komfortablen Lebensstils und die Verarmung der Armen. Wie die Situation in der Ukraine jetzt zeigt, führt sie in den USA, Europa und anderen westlichen Ländern auch zu einer erheblichen Stärkung unserer wichtigsten geopolitischen Gegner und stellt ein großes Risiko für die weltweite und sogar für unsere [= der USA] nationale Sicherheit dar.

Mit dem Amtsantritt der Biden-Regierung vor einem Jahr begann ein regelrechter Regierungskrieg gegen die fossilen Energieträger: Stornierung von Pipelines; Beendigung der Verpachtung von Bodenschätzen auf staatlichem Land und vor der Küste; Anordnungen, dass alle Regierungsbehörden per Verordnung darauf hinarbeiten, fossile Brennstoffe bis 2035 aus der Stromerzeugung zu verbannen; Drohungen der Bankaufsichtsbehörden gegen Banken, die Kredite an die fossilen Brennstoffindustrien vergeben; Initiativen der US-Börsenaufsicht SEC, um die Nutzung fossiler Brennstoffe für die Industrie zu erschweren und zu verteuern; Dutzende von Initiativen im Energieministerium und im Innenministerium, um Projekte zu blockieren, bei denen fossile Brennstoffe zum Einsatz kommen, sie zu erschweren oder zu verteuern; und vieles, vieles mehr.

Es sollte niemanden überraschen, dass die Preise für fossile Brennstoffe mit einem drastischen Anstieg reagierten. Die Rohölpreise sind von einer Spanne von etwa 40-60 $ pro Barrel während der Trump-Jahre auf heute fast 100 $ pro Barrel gestiegen. Die US-Erdgaspreise, die während der Trump-Jahre im Durchschnitt bei etwa 3 $/MMBtu lagen, liegen heute bei etwa 4,50 $ (nachdem sie Ende 2021 auf über 6 $ angestiegen waren). In Europa, wo Fracking von den Regierungen aus angeblicher Sorge um die Umwelt fast vollständig unterbunden wurde, liegt der jüngste Preis für Erdgasimporte bei fast 30 $/MMBtu.

Eine unmittelbare Auswirkung dieser steigenden Preise sind natürlich höhere Kosten für den Verbraucher: höhere Stromrechnungen, höhere Heizkosten, höhere Kosten für Benzin für Autos. So ist beispielsweise der Durchschnittspreis für Normalbenzin an der US-Zapfsäule von etwa 2,25 $ im Januar 2021 auf heute etwa 3,60 $ gestiegen [jeweils pro Gallone ≅ ca. 4 Liter].

Ebenso wichtig ist jedoch, in welchem Maße diese dramatischen Energiepreiserhöhungen den schlimmsten Akteuren des Weltstaates zugute kommen, angefangen bei Russland. Russland ist für seinen Staatshaushalt weitgehend von der Energieproduktion und den Exporten in den Westen abhängig. Vor einem Jahr, als die Energiepreise im Keller waren, war Wladimir Putin praktisch pleite. Heute, da sich die Energiepreise fast verdoppelt haben, ist er relativ flüssig. Und plötzlich gibt es eine Invasion in der Ukraine, die im Wesentlichen von westlichen Ländern finanziert wird, die ihre eigene Öl- und Gasproduktion unterdrückt haben und daher das Zeug von Russland kaufen müssen.

Warum, so könnte man fragen, stellen die westlichen Länder nicht einfach die Importe aus Russland ein und lassen Putin im Regen stehen? Die einfache Antwort ist, dass die westlichen Länder Hunderte von Milliarden Dollar in Wind- und Solarenergie investiert haben, die nicht funktionieren und nicht die benötigte Energie liefern; wenn diese Länder also ihr Stromnetz am Laufen halten wollen, müssen sie Erdgas kaufen, das hauptsächlich aus Russland kommt.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Man betrachte das Beispiel Deutschland: Deutschland hat 2010 die Energiewende beschlossen und sieht sich selbst als Vorreiter auf dem Weg in die große Zukunft der sauberen erneuerbaren Energien. Der Spitzenstromverbrauch in Deutschland beträgt etwa 90 GW. Zur Deckung dieses Bedarfs wurden etwa 65 GW an Windkraftanlagen und fast 60 GW an Solarenergieanlagen errichtet. Das sind also insgesamt etwa 125 GW an Erzeugungskapazität bei einem Spitzenverbrauch von etwa 90 GW. Das klingt so, als könnten sie ihren gesamten Bedarf allein mit Wind- und Sonnenenergie decken.

Aber natürlich funktionieren Wind und Sonne nicht auf diese Weise. Hier im Winter haben wir Zeiten mit bewölkten Tagen, Windstille und langen Nächten. Hier ist eine Grafik von Agora Energiewende über die Stromerzeugung und den Stromverbrauch in Deutschland in den letzten Tagen:

Es sieht so aus, als hätten Wind und Sonne heute kurz nach Sonnenuntergang zusammen weniger als 5 GW der angeblichen „Kapazität“ von 125 GW erzeugt. Die Auslastung lag zu diesem Zeitpunkt bei etwa 50 GW. Oh, und Deutschland schaltet auch seine Atomreaktoren aus. Abgesehen von den winzigen Mengen an Wasserkraft und „Biomasse“ am unteren Ende des Diagramms bleiben also noch Kohle, Öl und Erdgas; oder alternativ ein Stromausfall. Aus Time, heute:

Die eklatante Auslassung in Bidens Sanktionspaket könnte die Konsequenz eines Versprechens an die Länder Europas sein, die sich vor Angst ducken, weil ihre Abhängigkeit von russischem Gas sie unfähig macht, sich gegen Russlands Invasion zu wehren. Dies ist nicht unvernünftig. Deutschland wird besonders darunter leiden, wenn die russischen Gasimporte blockiert werden; Europa importiert 40 % seines Erdgases aus Russland, aber für Deutschland sind es bis zu 50 %, zusätzlich zu einer Abhängigkeit von 45 % von russischer Kohle und 34 % von russischem Öl. In der Zwischenzeit fährt Deutschland mit dem Ausstieg aus der Kernenergie fort, was es noch abhängiger von russischen Energieimporten macht.

Und natürlich können die USA diesen europäischen Energiebedarf nicht decken, weil die Biden-Regierung die Erdgasproduktion hier absichtlich unterdrückt.

Ist es an der Zeit für ein wenig Energie-Realismus seitens der Biden-Leute? Hier sind die Äußerungen des Klimabeauftragten John Kerry vor ein paar Tagen, als Russlands Invasion in der Ukraine begann:

„Aber es könnte natürlich tiefgreifende negative Auswirkungen auf das Klima haben. Sie haben einen Krieg, und natürlich wird dieser Krieg massive Emissionsfolgen haben. Aber ebenso wichtig ist, dass man die Aufmerksamkeit der Menschen verliert, dass man die Aufmerksamkeit großer Länder verliert, weil sie abgelenkt werden, und ich denke, das könnte schädliche Auswirkungen haben. …“

Es ist fast unmöglich sich vorzustellen, wie idiotisch und ahnungslos dieser Typ ist. Und damit meine ich nicht unbedingt nur Kerry. Das gilt für alle, nicht zuletzt für Biden selbst.

Der ganze Beitrag steht hier.

Link: https://wattsupwiththat.com/2022/02/28/ukraine-and-energy-realism/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Woher kommt der Strom? Heftige Stürme

Heftige Stürme fegten in der siebten Analysewoche (Abbildung) über Deutschland hinweg. Obwohl Windkraftanlagen ab einer bestimmten Windgeschwindigkeit aus dem Wind gedreht werden müssen, kam es zu einer hohen Windstromerzeugung.

So trugen die regenerativen Energieträger im Durchschnitt insgesamt mit 73,3% zur Bedarfsdeckung Deutschlands an elektrischer Energie (umgangssprachlich ´Strom`) bei. Der Anteil der regenerativen Erzeugung an der Gesamtstromproduktion lag bei 64,3%. Es wurde aus Gründen der Netzstabilität jeden Tag auch über den Bedarf hinaus Strom produziert. Mittels konventioneller Energieträger (Abbildung 1). Welche auch die Differenz zum Strombedarf abdeckten. Der mittlere Strompreis lag bei 95€/MWh.

Das Preisniveau war bezogen auf die Preise der vergangenen Wochen und Monate niedrig. Das liegt, um Missverständnissen vorzubeugen, nicht an den angeblich günstigen Gestehungskosten regenerativer Stromerzeugung, sondern an der Tatsache, dass Deutschland so viel Strom erzeugen musste, dass der Bedarf gedeckt wurde und das Netz stabil blieb. Was dazu führte, daß – zu – viel Strom im Markt war, der zu geringen Preisen abgegeben und zum Teil sogar verschenkt werden musste.

Negativpreise gab es in sehr geringfügigem Umfang ebenfalls, sind deshalb keiner speziellen Analyse wert (Abbildung 2). Unter dem Strich nahm Deutschland knapp 122 Mio. € für seine 1,455 Terawattstunden (TWh) Exportstrom ein. Ein Blick auf Abbildung 3 verdeutlicht, dass vor allem Dänemark und Schweden in erheblichem Umfang Strom nach Deutschland exportieren. Norwegen hingegen kauft deutschen Strom zu günstigen Preisen ein, um ihn dann wieder hochpreisig nach Deutschland zu verkaufen. Alle genannten Werte und viel mehr ist mit der Zeitraumanalyse von stromdaten.info nachvollziehbar.

Energiewende neu denken

Die Energiewende in Deutschland muss neu gedacht werden. Mit dem Russland-Ukraine Konflikt ergeben sich sehr wahrscheinlich große Unsicherheiten in der konventionellen Stromerzeugung. Womöglich steht nicht genügend Erdgas zur Verfügung, um die Abschaltungen von diversen Kohle- und den verbliebenen Kernkraftwerken auszugleichen. Immerhin liefert Russland etwa 50% des von Deutschland benötigten Erdgas´. Auch etwa 50% der von Deutschland verfeuerten Steinkohle kommt aus Rußland. So wird neben der volatilen, stark schwankenden Stromerzeugung mittels Wind- und Solarkraft auch die konventionelle Stromerzeugung „volatil“. Wenn nicht genügend Brennstoff vorhanden ist, kann weder genügend Strom erzeugt noch hinreichend geheizt werden.

Das ist wie mit dem Wind und der Sonne. Kein Wind, keine Sonne: Kein Strom! Wer jetzt meint, irgendwo wehe der Wind ja immer, dem sei gesagt: Nicht in dem Umfang, um die Versorgung auch nur annähernd bedarfsgerecht sicher zu stellen. Deshalb ist es nur naiv und dümmlich, wenn die Ampel die Unabhängigkeit von russischen Brennstoffen mit dem verstärkten Ausbau von Windkraft- und PV-Anlagen erreichen will. Hinzu kommen die noch lange in ausreichendem Umfang fehlenden Massenspeicher für überschüssigen Strom. Die angenommene Verdreifachung der aktuellen Wind- und PV-Stromerzeugung deckt zwar den Bedarf (Abbildung 4).

Doch es fallen Unmengen überschüssiger Strom an, der, weil er nicht gespeichert werden kann, nicht nur verschenkt, sondern mit Bonusscheck abgegeben werden muss. Eine angenommene Verdoppelung, ebenfalls Abbildung 4, reicht auch bei den ungemütlichen Wetterverhältnissen der vergangenen Wochen nicht aus, um den Strombedarf Deutschlands nachhaltig auch nur im Durchschnitt zu decken. Der an manchen Tagen überschüssige Strom reicht bei weitem nicht aus, um mit, wenn es sie denn gäbe, Wasserstoffspeicherung die schwachen Stromtage auszugleichen.

Die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts und der daraus generierte Chart liegt unter Abbildung 5 ab. Es handelt sich um Werte der Nettostromerzeugung, den „Strom, der aus der Steckdose kommt“, wie auf der Website der Energy-Charts ganz unten ausführlich erläutert wird. Der höchst empfehlenswerte virtuelle Energiewende-Rechner (Wie viele Windkraft- und PV-Anlagen braucht es, um Kohle- und/oder Kernkraftstrom zu ersetzen? Zumindest im Jahresdurchschnitt.) ist unter Abbildung 6 zu finden. Ebenso wie der bewährte Energierechner.

Die Charts mit den Jahres- und Wochenexportzahlen liegen unter Abbildung 7 ab. Abbildung 8 zeigt einen Vortrag von Professor Brasseur von der TU Graz. Der Mann folgt nicht der Wissenschaft. Er betreibt Wissenschaft.

Beachten Sie bitte unbedingt die Stromdateninfo-Tagesvergleiche ab 2016 in den Tagesanalysen. Dort finden Sie die Belege für die im Analyse-Text angegebenen Durchschnittswerte und vieles mehr. Der Vergleich beinhaltet einen Schatz an Erkenntnismöglichkeiten. Überhaupt ist das Analysetool stromdaten.info ein sehr mächtiges Instrument, welches nochmals erweitert wurde:

  • Strom-Import/Export: Die Charts
  • Produktion als Anteil der installierten Leistung
  • Anteil der erneuerbaren und konventionellen Erzeugung am Bedarf
  • Niedrigster, höchster und mittlerer Strompreis im ausgewählten Zeitraum
  • NEU: Beitrag der regenerativen Stromerzeugung zum Bedarf

… sind Bestandteil der Tools „Stromerzeugung und Bedarf„, „Zeitraumanalyse“ sowie der Im- und ExportanalyseCharts Tabellen. Schauen Sie mal rein und analysieren Sie mit wenigen Klicks. Die Ergebnisse sind sehr erhellend.

Ist ein Land mit hohen Stromexporten, zum Beispiel Deutschland, auch für Flautenzeiten gewappnet?

Mit der Frage, ob Deutschland als Stromexporteur genügend Strom auch für die Zeit schwacher regenerativer Stromerzeugung zur Verfügung steht, befasst sich dieser Artikel ausführlich.

Tagesanalysen

Montag, 14.2.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 63,32 Prozent, davon Windstrom 48,39 Prozent, PV-Strom 5,8 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,12 Prozent. Quelle prozentualen Auswertung sind die Werte der Tabelle der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix

Im Verlauf des Tages steigt der Strompreis von 13€/MWh auf 197€/MWh. Die regenerative Erzeugung lässt über Tag nach und zu Vorabend. als der Bedarf ansteigt, wird der Tageshöchstpreis erzielt. Die Konventionellen führen gut nach. Der Handelstag.

Belege für Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 14.2. ab 2016.

Dienstag, 15.2.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 53,98 Prozentdavon Windstrom 40,66 Prozent, PV-Strom 3,76 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,56 Prozent. Quelle prozentualen Auswertung sind die Werte der Tabelle der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix

Der Dienstag bringt mit 250€/MWh den Wochenhöchstpreis. Dieser Höchstpreis fällt keinesfalls zufällig mit der geringsten regenerativen Stromerzeugung der siebten Analysewoche zusammen. Geringe regenerative Stromerzeugung ermöglicht umso passgenauere gleich marktgerechtere  konventionelle Erzeugung. Der Handelstag.

Belege für Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 15.2.2022 ab 2016.

Mittwoch, 16.2.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 69,09 Prozent, davon Windstrom 58,27 Prozent, PV-Strom 1,94 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 8,88 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung sind die Werte der Tabelle der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix

Am Mittwoch zieht die Windstromerzeugung an. Der Strompreis fällt unter die 100€/MWh-Marke. Die Konventionellen führen im Rahmen des Möglichen gut nach. Der Handelstag.

Belege für Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo Tagesvergleich zum 16.2. ab 2016.

Donnerstag, 17.2.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 76,56 Prozent, davon Windstrom 62,24 Prozent, PV-Strom 4,86 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,46 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung sind die Werte der Tabelle der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix

Heute ist nach dem gestrigen Tag bereits der zweite Tag dieser Woche mit einer Windstromerzeugung höher als eine TWh. Das war bisher selten der Fall. Knapp 80% tragen die Regenerativen im Tagesdurchschnitt zur Deckung des Strombedarfs Deutschlands bei. Die Konventionellen drosseln die Produktion so weit wie möglich. Für einen Werktag ein hohes Ergebnis. Dementsprechend sinkt der Strompreis im Schnitt (68,64€/MWh). Der Handelstag.

Belege für Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 17.2. ab 2016.

Freitag, 18.2.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 67,60 Prozent, davon Windstrom 54,46 Prozent, PV-Strom 2,39 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,74 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung sind die Werte der Tabelle der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix

Nachdem am Morgen des Freitags eine Winddelle die Stromerzeugung sinken ließ, stieg diese im Verlauf des Tages wieder massiv an. Die Konventionellen führten wieder – fast – gut nach. Entsprechend stieg das Preisniveau. Von 7:00 bis 8:00 Uhr entstand eine Mini-Versorgungslücke, die hochpreisig geschlossen werden musste. Der Handelstag.

Belege für Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 18.2 ab 2016.

Samstag, 19.2.2022: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 76,74 Prozent, davon Windstrom 58,45 Prozent, PV-Strom 7,53 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,76 Prozent. Quelle prozentualen Auswertung sind die Werte der Tabelle der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix

Der Einstieg ins bedarfsarme Wochenende mit starker regenerativer Stromerzeugung führte zu starkem Preisverfall. Die Konventionellen fuhren die Produktion so weit wie möglich herunter. Dennoch bewegten sich die Strompreise Richtung 0€/MWh und unterschritten diese Marke sogar für vier Stunden minimal. Der mittlere Strompreis lag bei knapp 40€/MWh. Der Handelstag.

Belege für die Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo Tagesvergleich zum 19.2. ab 2016.

Sonntag, 20.2.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 76,98 Prozent, davon Windstrom 62,75 Prozent, PV-Strom 3,12 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,10 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung sind die Werte der Tabelle der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix

Am Sonntag erreicht die regenerative Erzeugung im Schnitt fast 90% des Bedarfs. Ab 10:00 Uhr fallen die Preise stark. Von knapp 100€/MWh auf unter 15€/MWh um 23:00 Uhr. Die Konventionellen liefern den Strom, der zwecks Netzstabilität erzeugt werden muss. Der Handelstag.

Belege für die Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo Tagesvergleich zum 20.2. ab 2016.

Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr. Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einer kurzen Inhaltserläuterung finden Sie hier.

Rüdiger Stobbe betreibt seit sechs Jahren den Politikblog www.mediagnose.de