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Umwelt-Radikalismus von Greenpeace ebnete Putin den Weg zur Invasion in der Ukraine

Patrick Hynes

[Vorbemerkung: Ob dieser Artikel in der Rubrik „Propaganda“ einzuordnen ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber er enthält auch wieder einen Blick von außen auf unser Land, weshalb er hier übersetzt wird. – Ende Vorbemerkung]

Der fortschrittliche Umweltschutz gab Wladimir Putin den Schlüssel zum Einmarsch in die Ukraine.

Deutschland, das gerade die Chefin von Greenpeace zu seiner Klima-Zarin ernannt hat, ist weltweit der ehrgeizigste Verfechter dieses radikalen Ansatzes gewesen.

Trotz Amerikas Warnungen und Russlands erwiesener Aktivitäten, Energie als Waffe einzusetzen haben die meisten Europäer zu schnell auf erneuerbare Energien umgestellt und die Kernenergie aufgegeben, indem sie die großen Lücken durch den Import von russischem Gas füllten und darauf vertrauten, dass Putin es eben nicht als Waffe einsetzt. Sie sind so abhängig geworden, dass sie Sanktionen sorgfältig ausarbeiten müssen, um zu vermeiden, dass Russlands Öl- und Gasexporte, seine wichtigste Einnahmequelle, boykottiert werden. Dies ist beschämend und es ist an der Zeit, die radikale Klimapolitik aufzugeben, die von einflussreichen Gruppen wie dem Sierra Club, dem Natural Resources Defense Council (NRDC) und Greenpeace vorangetrieben wird.

Jahrzehntelang haben diese Gruppen mit Kampagnen von Falschinformationen und der Vereinnahmung durch die Regulierungsbehörden versucht, die Regierungen dazu zu bewegen, die Produktion von Grundlast-Energiequellen, einschließlich Erdgas und Kernkraft, aufzugeben und voll und ganz auf Solar- und Windenergie zu setzen, selbst wenn man dazu russische fossile Brennstoffe importieren muss. Der prominente Berater des Sierra Club Amory Lovins hat einmal gesagt: „Es wäre geradezu katastrophal, wenn wir eine Quelle sauberer, billiger und reichlich vorhandener Energie entdecken würden, weil wir nicht wüssten, was wir damit anfangen sollten.“ Ich möchte, dass er das einmal den europäischen Ländern sagt, die sich derzeit um fossile Brennstoffe streiten, die durch die von ihm befürwortete Politik knapp und teuer geworden sind.

Deutschland, das gerade die Chefin von Greenpeace zu seiner Klima-Zarin ernannt hat, ist weltweit der ehrgeizigste Verfechter dieses radikalen Ansatzes. Im Mittelpunkt der aggressiven Klimakampagne mit dem Namen Energiewende steht der vollständige Ausstieg aus der Kernenergie (der sichersten, saubersten und zuverlässigsten Energieform) und ein dogmatischer Vorstoß für Solar- und Windenergie.

Und wie hat sich die Energiewende entwickelt?

Im Jahr 2021, ein Jahrzehnt nach dem Start der Energiewende, trugen Wind- und Solarenergie zusammen gerade einmal 5,2 % zum deutschen Primär-Energieverbrauch bei. Auf Öl und Gas entfallen zusammen 58,5 % und auf die letzten drei Kernkraftwerke 6,2 %. Derzeit bezieht Deutschland mehr als die Hälfte seines Erdgases aus Russland, ohne Nord Stream 2. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Energiewende ein völliger Fehlschlag war, der zum teuersten und kohlenstoffintensivsten Stromnetz des Kontinents geführt hat und gleichzeitig die Abhängigkeit von den russischen fossilen Brennstoffen erhöht, die Putins Expansionsbestrebungen finanzieren.

Die Dinge ergeben mehr Sinn, wenn man bedenkt, dass der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder Vorstandsvorsitzender der Nord Stream 2 AG ist, die in den letzten Tagen so gut wie zusammengebrochen ist. Er wurde auch für den Vorstand von Gazprom nominiert, Russlands staatlichem Gasmonopolisten, dem vorgeworfen wird, grüne Gruppen zu finanzieren. Schröder stand an der Spitze derselben, auf die Umwelt konzentrierten Koalition, die immer noch München [Berlin?] kontrolliert, und er ist ein enger Freund von Wladimir Putin. Er trifft zwar keine politischen Entscheidungen mehr, aber sein Anti-Atomkraft- und Pro-Russland-Erbe lebt in der sozialdemokratischen Partei weiter. Es ist kein Geheimnis, dass der Kreml Schwarzgeld einsetzt, um die westliche Politik auf verschiedene Weise zu beeinflussen. Daher sollte es nicht überraschen, dass er eine destabilisierende „grüne“ Politik wie den Ausstieg aus der LNG- und Kernkraftproduktion beeinflussen möchte.

Russland versucht auch, die Umweltpolitik in den USA über Schwarzgeldgruppen zu steuern. So erhalten beispielsweise der Sierra Club, NRDC und Greenpeace Dutzende Millionen Dollar von Sea Change International, das vom Kongress unter die Lupe genommen wurde, weil es über Strohfirmen auf den Bermudas operiert, die vermutlich Verbindungen zum Kreml haben. Eine andere Gruppe, die Internet Research Agency, ist eine russische Troll-Farm, die Diskussionen auf Facebook, Instagram und Twitter infiltriert, um Unterstützung für eine progressive Klimapolitik zu gewinnen, die die Fähigkeit amerikanischer Öl- und Gasunternehmen schwächt, mit Russland zu konkurrieren.

Jetzt wurde die Energieunsicherheit durch den abscheulichen Krieg gegen die Ukraine auf die schlimmste Art und Weise aufgedeckt und zwingt zum längst überfälligen Handeln.

Am Sonntag erklärte der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz: „Wir müssen den Kurs ändern, um unsere Abhängigkeit von Importen einzelner Energielieferanten zu überwinden.“ Er kündigte an, die ersten beiden LNG-Hafenterminals des Landes zu bauen, um LNG aus den USA und anderen Verbündeten statt aus Russland importieren zu können. München [Berlin?] spielte sogar mit dem Gedanken, seine letzten drei Kernkraftwerke offen zu halten, anstatt sie wie geplant in diesem Jahr zu schließen. Diese Entscheidungen sind ein Eingeständnis des Scheiterns der Energiewende und eine krasse Umkehrung der früheren hartnäckigen Unterstützung für ihre fehlerhafte Politik.

Auch Amerika wird in seinem Klimakonzept der globalen Energiesicherheit Vorrang einräumen müssen. Wir können Europa dabei helfen, sich von russischem Gas zu lösen, indem wir die Produktion von Flüssigerdgas (LNG) hochfahren, aber dazu muss Biden die Politik umkehren, die Investitionen in Öl und Gas verhindert. Außerdem müssen wir alle Kernkraftwerke so lange wie möglich in Betrieb halten und gleichzeitig den Einsatz moderner Kernreaktoren durch Deregulierung beschleunigen. Vor allem aber müssen die Demokraten aufhören, auf radikale Klimaorganisationen zu hören. Ihre dogmatische Propaganda für erneuerbare Energien hat die Öffentlichkeit in die Irre geführt und die geopolitische Macht an Russland und China übertragen, doch sie lenken weiterhin Bidens Klimapolitik. Der Klimawandel wird nie richtig angegangen werden, wenn sich die Welt in einem ständigen Kriegszustand befindet.

Die Ukraine ist das erste Land, das Opfer des „Greenpeace-Umweltschutzes“ geworden ist, und es wird sicher nicht das letzte sein, wenn wir die rücksichtslose Energiepolitik, die uns hierher gebracht hat, nicht nachdrücklich verurteilen und ablehnen.

Autor: Patrick Hynes is the editorial associate with the American Conservation Coalition and a commentator with Young Voices. He also serves as the chair of the Libertarian Party of Washington, D.C.

This article originally appeared at Real Clear Energy

Link: https://www.cfact.org/2022/03/09/greenpeace-environmentalism-allowed-putin-to-invade-ukraine/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE