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Weil kaum Wind wehte: Nur durch Kohle gingen die Lichter bei COP26 nicht aus

John Constable

Das Versagen der britischen Strategie für erneuerbare Energien ist eine nationale Blamage. Fast den ganzen gestrigen Tag über war die Windkraft extrem schwach, was zu extrem hohen Preisen führte. Die beiden verbleibenden Kohleblöcke von Drax boten an, den Tag mit 4.000 Pfund/MWh zu retten, was fast dem Hundertfachen des Großhandelspreises entspricht, der vor Beginn der derzeitigen Krise üblich war, und auch viele andere fossile Erzeuger sprangen zu schwindelerregenden Preisen ein.

Gestern, am 3. November, wurde sogar ein neuer Rekord für die täglichen Gesamtkosten des Ausgleichs des britischen Stromnetzes aufgestellt. Der bisherige Rekord von 38 Millionen Pfund, dem Zwanzigfachen des derzeitigen Tagesdurchschnitts, wurde um 6 Millionen Pfund übertroffen, so dass der neue Rekord bei 44,7 Millionen Pfund liegt.

Die Ursachen dafür lassen sich leicht anhand der vom Balancing Mechanism Reporting Service erstellten Grafik zum Brennstoffmix des Netzes in GB erkennen. Die Windenergie, die dunkelblauen Balken, war den größten Teil des Tages extrem niedrig, mit einem Minimum von nur 1 GW, weniger als 5 % der Kapazität:

Abbildung 1: Erzeugung nach Brennstoffart im GB-Übertragungsnetz vom 2. bis zum 3. November 2021, aufgeschlüsselt nach halbstündigen Abrechnungszeiträumen. Quelle: BM Reports.

Die minimale Winderzeugung fiel genau mit dem Spitzenwert der Nachfrage zusammen, was dazu führte, dass die Systempreise ein atemberaubendes Niveau erreichten, mit einem Höchstwert von knapp über 4.000 £ pro Megawattstunde. Das entspricht fast dem Hundertfachen des normalen Großhandelspreises vor Beginn der aktuellen Krise, wie in diesem BMRS-Diagramm zu sehen ist:

Abbildung 2: Systempreise im GB-Übertragungsnetz vom 2. bis zum 3. November 2021, aufgeschlüsselt nach halbstündigen Abrechnungszeiträumen. Quelle: BM Reports.

Diese Preise brachten Kohle und Gas zurück ins System, um den Tag zu retten, aber Notmaßnahmen sind teuer, und die Kosten für die Verbraucher und die Wirtschaft insgesamt waren geradezu erschreckend.

Wenn diese verbleibenden fossilen Erzeuger nicht mehr am Netz sind, werden die Kosten für die Versorgungssicherheit noch weiter steigen. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Batterien und Wasserstoffspeicher in der erforderlichen Größenordnung in der erforderlichen Zeit gebaut werden können, und sie haben schwerwiegende ökologische Nachteile, die bedeuten, dass sie vielleicht gar nicht gebaut werden. Und selbst wenn sie tatsächlich gebaut werden, werden die Kosten für den Netzausgleich mit diesen Technologien die gestrigen Rekorde wie ein Schnäppchen aussehen lassen. Die Ausgaben für den Netzausgleich sind im Vereinigten Königreich bereits jetzt zehnmal so hoch wie vor dem Bau von Wind- und Solaranlagen; in Zukunft werden sie noch weiter ansteigen und einen erheblichen Teil des nationalen Wohlstands verschlingen.

Die Klimastrategie des Vereinigten Königreichs ist fast ausschließlich auf erneuerbare Energien ausgerichtet, und das funktioniert nicht. Beim besten Willen und bei aller Sorge um den Klimawandel können weder die einzelnen Haushalte noch die Wirtschaft insgesamt diese Kosten verkraften. Es erübrigt sich zu erwähnen, dass diese Probleme in anderen Teilen der Welt sehr wohl bekannt sind, weshalb weder China noch Indien uns auf dem Weg der Wind- und Solarenergie folgen. Die Kosten sind wirtschaftlich destabilisierend.

Glücklicherweise gibt es eine Alternative: die Rückabwicklung des Versagens bei den erneuerbaren Energien und die Rückkehr des Vereinigten Königreichs zu einer technisch machbaren Gas-Kernkraft-Strategie, wie sie von Dr. Capell Aris und dem vorliegenden Autor in ihrer Studie Realism or Utopianism? A proposal for the reform of the Net Zero Policy [etwa: Realismus oder Utopie? Ein Vorschlag für die Reform der Netto-Nullenergie-Politik].

Link: https://www.netzerowatch.com/coal-keeps-lights-on-at-cop26-as-low-wind-strikes-again/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE