Das China-Problem der „erneuerbaren“ Energie

Hier sind die Fakten bzgl. „erneuerbarer“ Energie:

1. Fünf der Top-10-Windturbinenhersteller der Welt sind in chinesischem Besitz oder werden von China betrieben

2. Neun der Top-10-Solarmodulhersteller der Welt sind in chinesischem Besitz oder werden von China betrieben.

3. Mehr als zwei Drittel (2/3) der weltweiten Solarmodule und die Hälfte der Windturbinen werden in China produziert

4. 1954 waren die Vereinigten Staaten bei acht Mineralien, die im Strategic Minerals Act von 1939 aufgeführt sind, zu 100 % von Importen abhängig; heute sind die Vereinigten Staaten bei 17 strategischen Mineralien zu 100 % und bei über 50 % von 28 weit verbreiteten Mineralien von Importen abhängig. China ist eine bedeutende Quelle für die Hälfte dieser 28 Mineralien.

5. China ist verantwortlich für 37% der elektrischen Personenfahrzeuge und 99% der E-Busse, die seit 2011 weltweit verkauft wurden.

6. China kontrolliert 90% der Kobalt-Lieferkette der Batterieindustrie

7. Die Dinge, die China herstellt, werden mit zu zwei Dritteln aus Kohle-erzeugter Energie hergestellt

Jede nennenswerte Einführung von Wind- und Solarenergie macht Amerika also noch abhängiger von China – einem kommunistischen Land, das zunehmend aggressiv und imperialistisch ist, ohne Rücksicht auf die Umwelt oder die Menschenrechte. „Im Jahr 2020 hat China die Menschenrechte in Xinjian missachtet, Cyber-Krieg geführt und seine Nachbarn bedroht.“ Doch, wie der Economist schreibt, beschönigen globale Firmen diese Gräueltaten bereitwillig: Siemens bezeichnet China als „sehr glücklich“. „Phänomenal“ sagt Apple, „bemerkenswert“ sagt Starbucks.

Leider führt die Einführung erneuerbarer Energien dazu, dass die Welt immer stärker auf Dinge wie Konfliktmineralien angewiesen ist. Dies hat bereits zu Vorwürfen von Menschenrechtsverletzungen gegen große Technologieunternehmen wie Apple, Google und Tesla geführt. Eine Studie zeigt, dass 1.500 Tonnen Erde abgebaut werden müssen, um eine Tonne Kobalt zu gewinnen – und der Großteil des weltweiten Kobalts wird in der Demokratischen Republik Kongo abgebaut.

Eine andere Studie fand heraus, dass der Abbau der Materialien, die für die Herstellung einer einzigen EV-Batterie benötigt werden, den Abbau, den Transport und die Verarbeitung von mehr als 500.000 Pfund an Materialien erfordert. Das ist das Zwanzigfache (20x) der gesamten Erdölmenge, die ein Verbrennungsmotor über seine gesamte Lebensdauer verbraucht. Um es mit den Worten von Dr. Scott Tinker zu sagen: „Das ist so, als ob man der Natur den Schwarzen Peter zuschiebt, um das Klima zu bezahlen.“

Dann gibt es noch das Problem der Energiedichte, das Bill Gates in seinem neuen Buch dankenswerterweise anerkennt, und das zu einer Verschlechterung der Umwelt führt. Erdgas (CH4; meist Wasserstoff) erzeugt etwa 10.000 Watt pro Quadratmeter (W/m²) im Vergleich zu 20 W/m² bei Solar und 2 W/m² bei Wind (ja, nur zwei). Aufgrund der unterschiedlichen Energieerzeugung von Wind und Sonne sind 227.800 Quadratmeilen an Turbinen und Paneelen in den USA erforderlich, um Bidens Ziel für 2030 zu erreichen. Zum Vergleich: Das ist mehr Land als ganz Kalifornien und New York zusammen!

Tatsächlich gibt es gute wissenschaftliche Gründe für die Annahme, dass energiedichte Brennstoffe wie Erdgas (CH4; hauptsächlich Wasserstoff) und Kernkraft uns bis 2050 in die Nähe von Netto-Null bringen können. Darüber hinaus sind die Vereinigten Staaten das erste und einzige Land, das seine Pariser Klimaziele aufgrund unseres reichlich vorhandenen CH4, vor allem Wasserstoff, erreicht hat – und zwar ein Jahrzehnt früher.

Wenn es Grund zu der Annahme gibt, dass wir unsere reichhaltigen und energiereichen natürlichen Ressourcen nutzen können, um den Klimawandel zu bekämpfen, warum scheinen wir dann so begierig darauf zu sein, unsere nationale Souveränität in die Hände eines zunehmend imperialistischen kommunistischen Chinas zu legen?

This article was originally published at Hefner.Energy.

Link: https://cornwallalliance.org/2021/04/renewable-energys-china-problem/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

 




Der sündhaft teure Unfug von Subventionen für Windparks

Hornsea und die Subventions-Flut für Offshorte-Windparks

Andrew Montford, GWPF

Diese Woche wurden die ersten Betriebsergebnisse eines der größten britischen Windparks für das gesamte Jahr veröffentlicht. Beatrice wurde im Moray Firth mit einem Kostenaufwand von fast 2 Milliarden Pfund gebaut und scheint mit einer Auslastung von rund 48 % recht gut zu laufen.

Die Details der Buchhaltung zeigen jedoch, was für eine finanzielle Katastrophe es wirklich ist. Es stellt sich heraus, dass satte 280 Millionen Pfund der Einnahmen – 75% der Gesamtsumme – in Form von Subventionen kamen, wie dieser Auszug zeigt:

Ohne dieses Geld von den Verbrauchern hätte das Unternehmen im vergangenen Jahr etwa 100 Millionen Pfund Verlust gemacht.

Die Subvention ist natürlich eine fortlaufende Zahlung, so dass die Zahler der Stromrechnung noch weit in die Zukunft hinein in gleichem Umfang blechen müssen. In nur sieben Jahren werden sie den Entwicklern genug gezahlt haben, um die Kosten für den Bau des Windparks zu decken.

Die Zahl von 281 Millionen Pfund – über eine Viertelmilliarde Pfund – brachte mich dazu, über einige der anderen Offshore-Windparks nachzudenken, die in den nächsten Jahren in Betrieb gehen werden. Nehmen Sie zum Beispiel Hornsea 1, das nächstes Jahr in Betrieb gehen soll. Er ist mehr als doppelt so groß wie Beatrice, und sein Subventionsvertrag ist nur ein paar Cent mehr pro Megawattstunde wert. Außerdem verwendet es die gleiche Größe von Turbinen, und obwohl es viel weiter südlich steht, ist es viel weiter vom Land entfernt, so dass man eine ähnliche Leistung erwarten kann.

Wenn das stimmt, dann können wir abschätzen, wie hoch seine jährliche Subvention ausfallen wird.

£628 Millionen Pfund pro Jahr. Das ist richtig – mehr als eine halbe Milliarde Pfund pro Jahr.
Gute Arbeit, wenn man sie bekommen kann.

Link: https://www.thegwpf.com/hornsea-windfarm-subsidies/

——————————–

Obszöne“ Subventionen für Windparks enthüllt

Presseerklärung, Global Warming Policy Forum

Das Global Warming Policy Forum hat die „Obszönität“ der Subventionen für Windparks verurteilt und ein komplettes Umdenken in der Energiepolitik gefordert.

GWPF-Recherchen haben gezeigt, dass allein sechs Offshore-Windparks jetzt jedes Jahr 1,6 Milliarden Pfund an Subventionen unter sich aufteilen. Drei erhalten jährliche Subventionen von über einer Viertelmilliarde Pfund pro Jahr. An einem einzigen Tag im April letzten Jahres erhielt Hornsea 1 eine Subventionszahlung von fast 1,5 Millionen Pfund.

Die Höhe der Subventionen reicht aus, um die Baukosten dieser Windparks in nur sechs oder sieben Jahren zu decken, was bedeutet, dass die zukünftigen Zahlungen für die Betreiber fast reinen Gewinn darstellen.

Die Kosten für das System der Contracts for Difference beschleunigen sich und stiegen allein im letzten Jahr um 0,7 Milliarden Pfund und werden 2020 2,3 Milliarden Pfund erreichen. Die Verbraucher zahlen bereits 6 Mrd. £ im Rahmen der Renewables Obligation und weitere 1 Mrd. £ im Rahmen des Kapazitätsmarktes.

Die direkten Subventionen belaufen sich also auf eine jährliche Zahlung von 350 £ pro Haushalt, eine Summe, die jährlich um mindestens 25 £ steigt.

Es gibt noch weitere Rechnungen, die zu zahlen sind, weil Windparks eine Destabilisierung des Stromnetzes verursachen. Die Kosten für den Ausgleichsmechanismus im Stromnetz steigen rapide und kosten jeden Haushalt £65 pro Jahr, eine Zahl, die um £20 pro Jahr steigt.

Und auch für die Aufrüstung des Stromnetzes muss der Verbraucher zahlen.

Lord Lawson, Direktor des GWPF, sagte:

Wir befinden uns mitten in einer Wirtschaftskrise und die Verbraucher werden mit astronomischen Kosten für unzuverlässige Windenergie belastet. Diese milliardenschweren Subventionen sind nicht nur ein massiver Vermögenstransfer von den Armen zu den Reichen, sondern schaden der britischen Wirtschaft als Ganzes. Dieser Wahnsinn muss aufhören.“

Dr. Benny Peiser sagte:

Die Höhe der Subventionen ist eine Schande. Jedes Mal, wenn ein neuer Windpark in Betrieb genommen wird, wird der Verbraucher mit einem doppelten Schlag getroffen – einem unerbittlichen Anstieg der jährlichen Subventionszahlungen an die Windparkbetreiber und einer jährlichen Rechnung für die Behebung der Schäden, die der Netzstabilität zugefügt werden. Das lässt sich nicht mehr lange verheimlichen. Die Lämmer werden schon sehr bald erkennen, wie sie zur Schlachtbank geführt werden, und es wird ein hoher politischer Preis zu zahlen sein!“

Link: https://www.thegwpf.com/high-wind-subsidies/

Zusammengestellt und übersetzt von Chris Frey EIKE

 




Leser-Reporter-Initiative von EIKE: Leser-Artikel und EIKEpedia

Die EIKE-Redaktion arbeitet zur Zeit an einer kleinen Serie über die zahlreichen Moral- und Umwelt-NGOs in den DACH-Ländern, die bekannterweise keineswegs irgend etwas schützen oder retten, sondern nur als Luxus-Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für ansonsten schwer vermittelbare Akademiker dienen. Bezahlen muß der Spaß der Netto-Steuerzahler aus der Wirtschaft oder Infrastruktur, der noch ordentlich ausgebildet ist und richtig arbeitet.

Wir starteten unsere Reihe mit der berüchtigten Deutschen Umwelthilfe von Vielflieger Jürgen Resch, die Luxusimmobilien besitzt, üppige Gehälter zahlt und für beim Bürger verhaßte Aktionen wie Dosenpfand oder Dieseljagd verantwortlich zeichnet.

Als nächstes soll Germanwatch beleuchtet werden, eine schon rund 30 Jahre alte Klima-Entwicklungshilfe-NGO in Bonn, die zwar beim Volk kaum bekannt ist, aber mit ihrem im Stile Michael Manns zusammengeschusterten Klima-Index jährlich in den Massenmedien ist und sogar von anderen Moral-NGOs Steuergelder kassiert. Danach steht die junge NGO Zentrum Liberale Moderne des ehemaligen Böll-Stiftungs-Chefs Ralf Fücks auf der Rechercheliste.

Schon bei der DUH zeigte sich, daß es nur wenige Dokumente oder bewiesene Aussagen dazu gibt, daß Resch und Kollegen halfen, Dosenpfand und surreale Grenzwerte in der Politik durchzusetzen. Es läuft also vieles hinter den Kulissen, wie das bei Finanz-Lobbyisten halt so ist.

Daher fordern wir unsere Leser auf, uns Artikel oder Aussagen aus dem In- oder Ausland zu schicken, die das Gebaren von Germanwatch und Zentrum Liberale Moderne beleuchten! Wer interessante „Schweinereien“ zu anderen Umwelt-NGOs hat, immer her damit! Wer möchte, kann gerne unter Klarnamen als Reporter genannt werden.

leserreporter@eike-klima-energie.eu




Noch einmal Michael Crichton: Ist Umwelt-Bewusstsein eine Religion?

Michael Crichton, bekannt für seine Bücher Jurassic Park, Andromeda Stain, die Verfilmungen dieser und anderer Bücher sowie die preisgekrönte Fernsehserie ER, erhielt seinen medizinischen Abschluss in Harvard, praktizierte aber nie. Stattdessen schrieb und inszenierte er hauptberuflich Filme und TV. Er starb 2008 an Krebs.

Er hatte eine Reihe von ernsthaften Umweltbedenken, die ihn dazu brachten, STATE OF FEAR zu schreiben, einen Roman, der die Realitäten der Bedenken über die globale Erwärmung anspricht. Im September 2003 hielt er vor dem Commonwealth Club in San Francisco einen Vortrag mit dem Titel ENVIRONMENTALISM AS RELIGION.

Da unsere neu gewählte Regierung in Washington DC alle Umweltvorschriften so schnell wie möglich verdoppelt, lohnt es sich, sich auf die Weisheit von Michael Crichton zu besinnen, um die Handlungen dieser Regierung in eine Gesamt-Perspektive zu stellen.

Er stellte eingangs fest, dass das größte Problem, vor dem die Welt steht, wahrscheinlich keines ist, an das Sie gedacht haben. Seiner Meinung nach ist es das Trennen von Wahrheit und Fiktion. Wir werden täglich, heute mehr als zu der Zeit seines Vortrags mit Informationen bombardiert, die nicht leicht von Fehlinformation oder Desinformation zu trennen sind. Ersteres ist nicht unbedingt beabsichtigt, um zu täuschen, letzteres dagegen beabsichtigt genau dies definitiv. In beiden Fällen müssen wir kritisch denken, um für uns selbst zu entscheiden.

Sie malen das Amerika der Ureinwohner, bevor die Europäer kamen, oft als eine traumhafte Welt mit unberührter Natur. Historiker sagen uns heute, dass das alles andere als wahr war, denn es wurde wenig auf die Natur geachtet. Tierherden wurden zerstört, Land wurde verbrannt und Stammeskriege waren üblich und unmenschlich . Liebevoll, friedlich und harmonisch waren keine Worte, die man anwenden konnte.

Kurz gesagt sagt uns Crichton: „…die romantische Sichtweise der natürlichen Welt als ein glückseliges Eden wird nur von Menschen vertreten, die keine wirkliche Erfahrung mit der Natur haben. Menschen, die in der Natur leben, sehen sie überhaupt nicht romantisch.“ Sie wissen, wie schwierig das Überleben sein kann. Die Fernsehproduzenten haben uns das seit Jahren sehr erfolgreich vorgeführt.

Die Wahrheit ist, dass fast niemand die echte Natur erleben will. Die Meisten wollen eine oder zwei Wochen in einer Hütte im Wald mit Bildschirmen und Fenstern verbringen oder ein paar Tage auf einem Fluss-Rafting-Trip, bei dem jemand anders das Kochen übernimmt.

Eine Möglichkeit, so Crichton, „die Verbreitung der Fantasie zu messen, ist, die Zahl der Menschen zu notieren, die sterben, weil sie nicht die geringste Ahnung davon haben, wie die Natur wirklich ist.“

Vor einem Jahrzehnt war ich fast einer von ihnen, als ich eine Wanderung im Grand Canyon innerhalb von 24 Stunden versuchte. Parkranger retteten mich nach 20 Stunden auf dem Weg nach draußen und informierten mich, dass es im Jahr zuvor ein Dutzend Todesfälle gegeben hatte. Ich sagte, ich sei ein Ironman-Triathlet und sie lachten.

Crichton war der erste, der 2003 erkannte, dass ein Schreckgespenst die Welt bereits im Griff hatte. Das war die Überbevölkerung. In den frühen 1990er Jahren sagten die Angstmacher voraus, dass wir auf dem Weg zu einer Bevölkerung von 12 bis 15 Milliarden seien, die wir nicht ernähren könnten. Die vorhergesagten Zahlen waren dann auf unter 10 Milliarden gesunken, während die landwirtschaftlichen Erträge dramatisch gestiegen waren und die Angst vor dem Verhungern beseitigt wurde. Heute sind wir mehr mit den wirtschaftlichen Problemen beschäftigt, die durch eine schrumpfende Bevölkerung entstehen.

Es war nicht nur diese eine Vorhersage, mit der die so genannten Umweltschützer falsch lagen, es gab eine ganze Reihe davon. Es hieß, dass uns das Öl und andere natürliche Ressourcen ausgehen würden und Hunger das Gebot der Stunde sein würde. Was er uns im Jahre 2003 über ihre absurd falschen Vorhersagen für das vergangene Jahr 2020 erzählt hatte, hat sich als lächerlich erwiesen. Sie beinhalten einen Temperaturanstieg von 3 Grad Celsius, eine Verdoppelung des CO2, die Beseitigung des Schnees auf dem Kilimandscharo, einen Anstieg des Meeresspiegels um 60 cm in Florida, das Ende des Eises im Arktischen Meer und das Ende der Gletscher im Glacier National Park.

Crichton fragte sein Publikum: „Bei so vielen Fehlschlägen in der Vergangenheit könnte man meinen, dass Umweltvorhersagen vorsichtiger werden würden. Aber nicht, wenn es eine Religion ist. Denken Sie daran, dass der Verrückte auf dem Bürgersteig, der das Plakat trägt, das das Ende der Welt vorhersagt, nicht aufgibt, wenn die Welt nicht an dem Tag endet, den er erwartet. Er ändert einfach sein Plakat, setzt ein neues Datum für den Weltuntergang fest und geht wieder auf der Straße spazieren. Eines der bestimmenden Merkmale der Religion ist, dass Ihre Überzeugungen nicht durch Fakten gestört werden, weil sie nichts mit Fakten zu tun haben.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Crichton war in dieser Rede einer der ersten wissenschaftlich gebildeten Menschen, der den kompletten Betrug der Eliminierung von DDT zur Bekämpfung von Malaria aufdeckte. Die gesamte Wissenschaft hinter DDT bewies vollständig, dass es Malaria ohne negative Auswirkungen auf Menschen oder Vögel eliminierte. Millionen starben wieder an Malaria, sobald DDT vom Markt genommen wurde.

Der Umweltschutz müsse unbedingt auf objektiver und überprüfbarer Wissenschaft beruhen, sagte er, er müsse rational und flexibel sein, unpolitisch und ohne hektische Phantasien. Er sagte, wir müssen den Umweltschutz aus der Sphäre der Religion herausholen und weg von Weltuntergangs-Prophezeiungen.

Am Ende seiner Rede sagte Crichton weise, dass, wenn wir zulassen, dass die Wissenschaft politisiert wird, „wir in die Internetversion des Dunklen Zeitalters eintreten werden, eine Ära der Ängste und wilden Vorurteile, übertragen auf Menschen, die es nicht besser wissen. … Es ist also an der Zeit, die Religion des Umweltschutzes aufzugeben und zur Wissenschaft des Umweltschutzes zurückzukehren und unsere öffentlichen politischen Entscheidungen fest darauf zu gründen.“

Autor: CFACT Senior Science Analyst Dr. Jay Lehr has authored more than 1,000 magazine and journal articles and 36 books. Jay’s new book A Hitchhikers Journey Through Climate Change written with Teri Ciccone is now available on Kindle and Amazon.

Link: https://www.cfact.org/2021/04/13/michael-crichton-is-environmentalism-a-religion/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Bis Greta Thunberg in ihr Leben trat

In ihrem neuen Roman „Über Menschen“ beschreibt Juli Zeh eine Frau, Dora, Mitte dreißig, Werbetexterin, die während der ersten Corona-Phase 2020 vor ihrem zum radikalen und fanatischen Klima- und Corona Schützer mutierten Lebenspartner, Robert, Biologe mit Hochschulabschluss, Online-Journalist, aus Berlin flieht.

Ziel der Flucht vor Roberts öko-grünen Klima- und Corona-Obsessionen aus ihrem bis dato deutlich zufriedenen Berliner Berufs- und Privatleben ist ein fiktives Dorf in der Prignitz. Dort in „Bracken“ versucht sie, sich neu zu finden und zu sortieren. Sie begründet ein auf sich gestelltes Leben, dessen werktätiger Schwerpunkt sich rasch von der kreativen Home-Office-Arbeit als Werbetexterin verlagert, ein jüngst erworbenes, nahezu baufälliges ehemaliges Gutsverwalterhaus samt großem Flurstück herzurichten und zu bewirtschaften.

Die Begegnungen und Erlebnisse am ländlich-dörflichen, radikal fremden und abgeschiedenen Fluchtziel bilden den größten Teil des Romans. Im Zentrum steht die Entwicklung einer überaus sublimen und eindringlich geschilderten Beziehung zum unmittelbaren Nachbarn. Er heißt Gote und stellt sich selber vor: „Ich bin der Dorf-Nazi“.

Statt einer weiteren Aussteigergeschichte erzählt Juli Zeh die höchst aktuelle Geschichte einer Vertreibung, einer von öko-grüner Klima-Hysterie, Katastrophenleidenschaft und Corona-Phobie erzwungenen Stadtflucht in tiefste ländliche Provinz. Doras Berliner

Hinterlassenschaft bleibt durchgängig präsent. Die Einschübe und Rückblicke zu Beruf, Familie, Stadtleben und natürlich zum verlassenen Partner Robert verleihen den ländlichen Ereignissen wie der aus dem neuen Leben geborenen Anschauung der Welt erstaunliche Tiefe, Maßstab und Schwingung. Statt mit den einleitenden Kapiteln zurück gelassen zu werden, tragen sie den gesamten Roman wie eine mal schwach, mal deutlich durchscheinende Grundierung die letzten Farben auf der Oberfläche eines Gemäldes trägt.

Das gilt an vorderster Stelle für Doras „Beziehungsgeschichten“. Indem sie Dora in der „ländlichen Provinz“ auf Männer mit politisch rechter, rechts-radikaler und nazistischer Gesinnung treffen lässt, scheint die Autorin zunächst ein verbreitetes Klischees zu bedienen. Und dass ausgerechnet der unbestrittene Dorf-Nazi als unmittelbarer Nachbar auftritt, macht das Arrangement – zunächst – nicht origineller.

Aber dies ist nur der allererste, zumal oberflächliche Eindruck. Denn tatsächlich verläuft die tiefgründig erzählte Geschichte dieser Nachbarschaft zwischen Dora und Gote äußerst spannungsreich und erhält besonderes Gewicht durch die Frage:

Wie kann es sein, dass eine hoch sensible, kreative, politisch korrekte Frau, die soeben vor krassester Klimaschutz- und Corona-Radikalität in die Einsamkeit geflohen ist, dort in wachsende menschliche Nähe, gar Partnerschaft zum Dorf-Nazi gerät?

Anfangs mag man Schadenfreude empfinden nach dem Motto: „Vereinsamte Städterin tauscht militant-radikalen Klima- und Corona Schützer gegen radikalen Dorf-Nazi“. Aber für solchen Kitsch lässt die Geschichte keinen Raum. Vielmehr führt sie den Leser, ob gewollt oder ungewollt sei dahingestellt, zu einer fundamentalen Frage:

Zur Überwindung der krassen Klima-, Öko- und Corona-Radikalität ihres Partners Robert fand Dora nur das Mittel des Bruchs samt ihrer Flucht in die Einsamkeit. Wie konnte es ihr dagegen gelingen, die Nazi-Radikalität ihres neuen Nachbarn Gote nicht nur zu ertragen, sondern sogar bis hin zu einer fürsorglichen Partnerschaft zu überwinden?

Juli Zeh schildert Doras Leiden an der Wandlung ihres Partners Robert zum so unverständlichen wie unerträglichen öko-grünen Klima- und Corona-Katastrophiker frei von sentimentalem Pathos in eindringlicher und überzeugender Sachlichkeit:

„Dora weiß nicht mehr, wann es angefangen hat. Sie weiß noch, dass sie schon während Roberts Klimaschützerphase manchmal dachte, dass er übertreibt. Wenn er die Politiker als Volltrottel und seine Mitmenschen als selbstsüchtige Ignoranten beschimpfte. Wenn er sich über Doras Fehler bei der Mülltrennung aufregte, als hätte sie ein Verbrechen begangen. Da schien er ihr manchmal übereifrig und unversöhnlich, und sie überlegte, ob er vielleicht an einer Neurose, an einer Art politischem Waschzwang litt, der aus dem nachdenklichen, sanften Menschen einen Besessenen gemacht hat.“ (Juli Zeh, Über Menschen, München 2021)

Bereits dieser kurze Auftakt benennt wesentliche Merkmale Katastrophen-orientierter Radikalisierung:

Die aktuellen Politiker sind Volltrottel, Versager und dem heraufziehenden Unheil nicht gewachsen. Die nicht dem Katastrophenwahn verfallenen Mitmenschen, besonders die nicht mitmarschierenden Lebenspartner sind selbstsüchtig und ignorant. Sie kapieren nicht die den übereifrigen und unversöhnlichen Sehern von Krise und Untergang offenbarten Gebote der Stunde. Indem sie sich den Untergangs-Besessenen entziehen und sich deren massiv übergriffigen Konzepten der Katastrophenabwehr trotzig widersetzen, handeln sie verbrecherisch.

Weiter heißt es in dieser fulminanten Skizze der Erweckungsgeschichte eines öko-grünen Katastrophikers und Untergangssehers:

„Robert wurde politisch aktiv. In der Online-Zeitung, für die er arbeitete, gründete er ein eigenes Ressort für Klimafragen. Außerdem fing er an, sein Leben zu ändern, ernährte sich vegan, kaufte klimafreundliche Klamotten und ging regelmäßig zu den Freitagsdemonstrationen. Dass Dora nicht mitkommen wollte, verstörte ihn. Glaubte sie nicht an den menschengemachten Klimawandel? Sah sie nicht, dass die Welt auf den Untergang zusteuerte? Die Statistiken hielten Einzug in ihre Gespräche. Robert verwies auf Zahlen, Experten und Wissenschaft.“

Dora reagierte als „Repräsentantin der dummen Masse“. Sie sträubte sich. Sie entdeckte und analysierte eine Fülle von Ungereimtheiten und Widersprüchen in den öko-grünen Argumenten zu den Gründen, den Ausmaßen wie den Therapien der drohenden Flut an Katastrophen. Sie versucht Roberts Gemütszustand zu erahnen, wie er hinter jeder Tüte einen Tornado, hinter jeder Glühbirne eine Überschwemmung und hinter jedem SUV einen Bürgerkrieg sehen mochte. Schließlich pflegt sie den Gedanken, dass der Katastrophenwahn die eigentliche Katastrophe sei. So konnte und wollte sie sich partout nicht überzeugen lassen, sie gab sich trotzig:

„Eher eine Art Trotz, ein inneres Ankämpfen gegen die Verhältnisse. Deshalb musste sie Robert irgendwann sagen, dass er aufpassen solle, ab wann es bei seinen Statistiken nicht mehr um ernsthafte Anliegen, sondern ums Rechthaben gehe.“

Aber Robert „saß vor ihr wie eine Instanz, strahlend und selbstsicher. Über jeden Irrtum, jeden Zweifel erhaben. Angehöriger einer Gruppe, die das Mängelwesen Mensch transzendiert hat,…Robert brauchte sich die Sinnfrage nicht mehr zu stellen. Er hatte sogar den Projekte-Kreislauf überwunden, indem er viele kleine zu erreichende Ziele gegen ein vermutlich unerreichbares Großziel eintauschte.“

Um zu retten, was vielleicht noch zu retten war, beschloss Dora, sich Mühe zu geben. Sie verzichtete auf Fleisch. Sie kaufte im Bioladen ein. Robert zuliebe wechselte sie sogar zu einer politisch-korrekten, extremer Nachhaltigkeit verpflichteten Agentur und akzeptierte dort ein geringeres Gehalt.

Doch das alles genügte dem von Katastrophenglauben und Weltrettungsauftrag Besessenen nicht. Dora musste begreifen, dass es in dieser Sphäre von Erweckung, Glauben und Besessenheit nicht um Rationalität geht. Robert folgt Greta Thunberg, wo und wann immer möglich. In ihrem Banne verliert er jegliches Interesse und die Fähigkeit, sich mit Dora zu unterhalten, gemeinsam die Fakten von allen Seiten zu betrachten und alles, was sich als absolute Wahrheit präsentiert, wieder und wieder auf den Prüfstand des tatsächlich und nachvollziehbar Erkannten zu stellen.

Aber es geht nicht um maßvolle und damit praktikable Veränderungen im Alltäglichen. Wer sich sicher ist, über die peinvolle Prüfung durch Attacken von Katastrophen- und Weltuntergangsangst in den Kreis der Berufenen, gar der Erleuchteten gelangt zu sein und in diesem Bewusstsein die heraufziehenden Katastrophen, den nahenden Weltuntergang als Festmahl genießt, lässt sich nicht abspeisen mit dem Linsengericht einer Alltagskorrektur. Er wird fanatisch, er will die Macht, ohne Wenn und Aber.

Das Opfer der Anderen, der Leugner, der Uneinsichtigen ist deren Freiheit. Sie werden missachtet und beiseitegeschoben. Sie haben ihr Recht auf Selbstbestimmung verwirkt. Andersartigkeit und Selbstbestimmung schrumpfen in der höheren Einsicht der Untergangsfanatiker zum unbedeutenden Relikt, bedeutungslos im Kampf um Alles oder Nichts, unbeachtlich im totalitären Kampf um die Rettung der Welt:

„Schließlich begriff Dora, was er wollte, und das konnte sie ihm nicht geben.Er wollte Gefolgschaft. Er wollte ihr Sträuben bezwingen. Er wollte, dass sie einen Treueschwur auf die Apokalypse leistete, und wurde immer wütender auf ihren heimlichen Trotz.“

Damit ist vorgezeichnet, dass die 2020 aufkommende Corona-Epidemie wie ein Brandbeschleuniger Roberts Katastrophenwahn und Weltrettungsfanatismus endgültig zum Lodern bringen musste. Die allgemeine Panik verschaffte Robert Genugtuung, sein Untergangswahn mutierte zur bereitwillig aufgenommenen Berufung:

„Endlich hat das Warten ein Ende, die Katastrophe ist da. Das Schiff ist leck geschlagen, endlich kann man etwas tun. Alles hört auf ein Kommando, jeder Zweifel wird zur Meuterei. Endlich denken alle dasselbe. Endlich reden alle über dasselbe. Endlich gibt es verbindliche Regeln für eine außer Kontrolle geratene Welt. Endlich geht die verdammte Globalisierung in die Knie…“ 

Robert stürzt sich fanatisch in das Endzeitspiel, „The Walking Dead in Berlin“, er unterwirft Dora einem über die staatlichen Regeln hinausreichenden völligen Lockdown. Damit erzwingt er den endgültigen Showdown:

„Sie fragte noch einmal nach, ob er tatsächlich gerade versuche, ihr das Verlassen der Wohnung zu verbieten. Robert dachte kurz nach, er lachte sogar verlegen. Dann nickte er… Das war der Augenblick, in dem sich in Doras Kopf ein Schalter umlegte. Sie schaute das schwarze Display an und dann Robert, der immer noch vor ihr stand. Sie glaubte, diesen Mann nicht mehr zu kennen. Es gab drei Möglichkeiten: Entweder war sie in einen absurden Film geraten, in dem sie eine Rolle spielen musste, ohne das Drehbuch gelesen zu haben. Oder Robert war verrückt geworden. Oder sie selbst. Dora wollte nichts davon. Sie wollte nur noch weg. Ihr Gehirn kam bei dem, was gerade passierte, nicht mehr mit. Sie spürte keinen Schmerz. Nur Verstörung und einen überwältigenden Fluchtreflex. Sie sagte Robert, dass sie eine Weile woanders leben werde, und packte ihre Sachen.“

In dieser Gemütsverfassung begegnet Dora am Fluchtziel, in Bracken dem mit Robert völlig unvergleichbaren Gote; unvergleichbar bis auf einen Wesenskern: Beiden Männern eignet enorme Radikalität.

Dora begegnet ihrem Nachbarn Gote erstmals an der Trennmauer auf der Grundstücksgrenze. Sie sieht nur seinen Kopf mit sauber rasiertem rundem Schädel, der „glänzt wie eine Bowlingkugel“, Tränensäcken, verwaschenem Blick und Bartstoppeln. Sie schätzt sein Alter auf Mitte vierzig, also etwa zehn Jahre älter als sie selber.

Die Begegnung verläuft außerhalb von Norm und Gepflogenheit. Gote ranzt die neue Nachbarin unvermittelt an, weil deren kleiner Hund in seinem Kartoffelbeet gebuddelt hat, klassifiziert den Hund als „total hässlich“ und wirft ihn bedenkenlos über die Mauer zurück auf Doras Grundstück. Anschließend kommt es noch zur eindrucksvollen Selbstvorstellung mit Handreichung und Bekanntgabe: „Gote, ich bin der Dorf-Nazi“.

Abgesehen von der Gote eigenen durchgängigen Unerzogenheit, Ruppigkeit und seinen oft allzu flotten, beleidigenden Sprüchen erfährt der Leser wenig über die praktische Bedeutung dieser nazistischen Grundhaltung. Einmal singt Gote mit drei weiteren Dorfnachbarn im Bierrausch das Horst-Wessel-Lied. Ein anderes Mal beschimpft er, ebenfalls betrunken, einen homosexuellen Dorfnachbarn als Arschficker und Schwanzlutscher.

Die damit nur grob umrissene Ausgangslage zur Nachbarschaft von Dora und Gote ist nicht dazu angetan, beim Leser die Entwicklung einer engeren Beziehung zwischen den so unterschiedlichen und einander wesensmäßig fremden Nachbar zu erwarten. Aber anders als gegenüber Robert behält Dora gegenüber Gote die Nerven, bekämpft wieder und wieder erfolgreich die aus Gotes Ruppigkeiten, Übergriffen und radikalen Parolen genährten Zweifel, gibt sich und ihrem Nachbarn Zeit und vertraut darauf, dass es ihr erspart, bleiben wird, nach Berlin nun auch in Bracken den Stecker zu ziehen, vor Radikalität zu fliehen. Und die Geduld, gepaart mit großzügiger Anpassungsbereitschaft bei Verteidigung der eigenen inneren Freiheit zahlen sich im Laufe der Geschichte mehr und mehr aus. Dora und Gote werden gewiss kein Liebespaar, aber sie werden ein Paar. Ein Paar das sich gegenseitig unterstützt, hilft und auf einer schwer zu fassenden Ebene „paarhaft“ derart miteinander kommuniziert, dass sich Vertrautheit und wechselseitiges Vermissen bei Abwesenheit des jeweils anderen einstellen. Fast überflüssig zu sagen, dass die besondere Beziehung zu Gote die verbindenden Erinnerungen an Robert mehr und mehr verdrängt.

Es mag dem geneigten Leser überlassen bleiben, mithilfe eigener Lektüre dieses eindrucksvollen Romans „Über Menschen“ von Juli Zeh zu entscheiden, ob er wie der Autor dieser Anmerkungen über die Hürde springen mag zu sagen:

Doras Beispiel ist plausibel. Mit einer gehörigen Portion an Kraft, Toleranz und Menschlichkeit mag es eher möglich sein, sich als Mitmensch an die Seite eines Menschen rechter Gesinnung als an die Seite eines totalitären Katastrophikers zu stellen.