Woher kommt der Strom? Sturmtief Klaus rüttelt Deutschland durch

Zum anderen wird überschüssiger Strom an unsere europäischen Nachbarn nicht nur verschenkt. Zum Teil muss sogar Geld mitgegeben werden (Abbildung 1). Geld, welches auch der Stromkunde zahlt. Für den ist viel Wind in dieser Woche kein gutes Geschäft. Anders sehen das die Windmüller. Die machen nach gut zwei Monaten schwacher Windstromerzeugung endlich mal richtig Kasse.

Die zehnte Analysewoche ist auch ein feines Beispiel für die Notwendigkeit der konventionellen Stromerzeugung. Um die 20 GW müssen, werden durch Großkraftwerke mit ihren rotierenden Strom-Erzeugungsmassen, den gewaltigen Generatoren erzeugt. Dadurch wird die Netzfrequenz von 50 Hertz sichergestellt, die für die Stabilität des Stromnetzes unabdingbar ist (Abbildung 2). Sehr schön wird deutlich, dass zum Ausgleich von Bedarfsspitzen konventioneller Pumpspeicherstrom eingesetzt wird. Die konventionellen Stromproduzenten sind bemüht, ihre Erzeugung so gering wie möglich zu halten.

Ein kleines Gedankenexperiment: Sehen Sie sich Abbildung 2 noch mal an und stellen sich vor, die beiden unteren Balken, der Kernkraftstrom und der Kohlestrom fehlte. Wodurch würde er ersetzt? Auf jeden Fall durch Strom, der fossil, also mit CO2-Ausstoß erzeugt wird. Für das ´Klima` also ein schlechtes Geschäft. Auch wenn die wegfallende installierte Leistung durch Windkraftwerke ersetzt würden, es fehlten die rollierenden Massen, die die Netzstabilität sicherstellen. Machen wir uns nichts vor. Smarte Netzstabilität wird mittels gezielter Stromabschaltungen gesichert. Womit die Stromzuteilungswirtschaft, sprich Strommangelwirtschaft real würde. So weit ist es aber noch nicht. Weder ist die digitale Infrastruktur (Smartmeter) noch genügend installierte Leistung regenerativer Stromerzeugung vorhanden. Die Kernkraftwerke werden gleichwohl vom Netz genommen. Der Kohleausstieg findet ebenfalls bereits statt. Wie schrieb mir neulich ein Leser: Bevor man den alten Pullover wegwirft, sollte ein neuer vorhanden sein. Sonst friert man. Lesen Sie den Artikel „Das Dilemma zwischen dem Abschalten kontinuierlicher und dem Zubauen volatiler Stromerzeugung“ (Abbildung 3). Dort wird das Problem ausführlich beleuchtet.

Dass unsere europäischen Nachbarn sich bereits auf das Sturmtief Klaus gefreut haben, ist sehr wahrscheinlich. Bedeutet es doch, dass Strom sehr günstig eingekauft werden kann. So kam es denn auch (Abbildung 4). Es wurde eingekauft, was das Zeug hielt. Sogar Polen war mit dabei. Zum Beginn der Woche allerdings, da benötigte Deutschland viel Strom. Der wurde denn auch teuer bezahlt, wie die Abbildungen 1 & 4 belegen.

Die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts und der daraus generierte Chart liegen unter Abbildung 5 ab.

Abbildung 6 enthält den Chart mit der angenommenen Verdoppelung der Wind- und Photovoltaikstromerzeugung. An den letzten vier Tagen der Woche hätte die Verdoppelung ausgereicht, den Strombedarf Deutschlands im Tagesdurchschnitt zu decken. Was aber war der „Preis“ für die Bevölkerung? Ich meine nicht den oben bereits erwähnten ökonomischen Verlust. Ich meine das Wetter, das mit Sturmtief Klaus einherging. Es war gar garstig. Das ist ein Aspekt, dem meines Erachtens viel zu wenig Beachtung geschenkt wird. Starke Windstromerzeugung an Land geht in aller Regel mit schlechtem Wetter einher. Genau wie starke Photovoltaikstromerzeugung im Sommer oft mit Heißwetter verbunden ist. Fast könnte man meinen, die Energiewende frisst ihre Kinder. Sie funktioniert nur ´richtig` bei Extremwetter. Extremwetter, das man meint, mit der Energiewende nivellieren zu können. Fakt ist, dass es immer schon Stürme und heiße Sommer gab. Das ist normal für die gemäßigte Klimazone. Sehr abwechslungsreiches, an den Jahreszeiten orientiertes Wetter mit Ausschlägen nach oben und nach unten.

Den Jahres- und Wochenchart des Im- und Exports finden Sie unter Abbildung 7. Abbildung 8 enthält den Link zu Energierechner, mit dem Sie den Wegfall diverser Energieerzeugung und vieles mehr simulieren können. Er ist in das Analysetool www.stromdaten.info integriert, mit dem vielfältige Untersuchungen in Sachen Strom/Wasserstoff/Batteriespeicher u.v.m. durchgeführt werden können. Darüber hinaus sind etliche Informationen abrufbar. Zum Beispiel die jeweils aktuelle Netzfrequenz.

Abbildung 9 führt zu einem brandaktuellen Artikel, der auf FOCUSonline am 20.3.2021 erschienen ist. Geschrieben wurde er von Klaus H. Richardt. Er ist Diplom-Ingenieur und war 38 Jahre mit Entwicklung, Konzeption, Vertrieb, Realisierung, Inbetriebnahme, Betrieb und Modernisierung von Wasserkraft- und thermischen Kraftwerken (Nuklear-, Kohle-, Öl-, Müllheiz-, Gas-, Kombi- und Solarkraftwerke) beschäftigt. Der Artikel fasst viele Aspekte, die in dieser Kolumne detailliert analysiert und dargestellt werden, zusammen. Er ist sehr zu empfehlen.

Erinnern Sie sich noch an das Gedankenexperiment oben? Klicken Sie hier und spielen (An- und ausschalten der Buttons Kernkraft, Kohle, Braunkohle & weitere) Sie alle Möglichkeiten ganz konkret für die zehnte Analysewoche durch. Beachten Sie auch die Menge fehlenden Stroms zu Beginn der Woche und in welchem Umfang er konventionell hergestellt wird. Und wie es am Ende in zwei Zeiträumen doch nicht reicht. Und Strom importiert werden muss.

Tagesanalysen

Montag, 8.3.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 28,38 Prozent, davon Windstrom 5,41 Prozent, Solarstrom 12,16 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,81 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Wochenanfang. Die Flaute der vergangenen Woche setzt sich fort. Bis einschließlich Mittwoch. Die Solarstromerzeugung ist befriedigend. Das Wetter ist insgesamt ordentlich. Um 6:00 fehlt etwas Strom. Der erste von fünf Preishöhepunkten der Woche ist gesetzt. Den Konventionellen gelingt es trotz massivem Pumpspeichereinsatzes nicht, die Stromlücke am Vorabend zu schließen. Der zweite Strompreishöhepunkt wird erreicht. Der kostet schon richtig Geld. Vor allem Frankreich und die Schweiz profitieren dank Preisdifferenzgeschäften.

Dienstag, 9.3.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 25,17 Prozentdavon Windstrom 6,62 Prozent, Solarstrom 8,61 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,93 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Fast das gleiche Bild wie am Montag. Heute allerdings profitiert Deutschland. Das Land steuert selbsterzeugten Strom zum Strombedarf Europas bei und macht Kasse zum dritten Preishöhepunkt. Am Vorabend allerdings ist es wie so oft. Die konventionelle Stromerzeugung kann die Lücke nicht ökonomisch sinnvoll schließen. Es lohnt wahrscheinlich nicht, ein weiteres Kraftwerk hochzufahren. Da zahlt man lieber den hohen Importstrompreis.

Mittwoch, 10.3.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 41,18 Prozentdavon Windstrom 22,88 Prozent, Solarstrom 7,84 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,46 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Zwischen 6:00 und 8:00 liegt heute Morgen der fünfte und letzte Preishöhepunkt der Woche. Die Windstromerzeugung zieht ab Vormittag stark an. Es sind die Vorboten von bereits erwähntem Sturmtief Klaus, welches nur noch Strompreistiefpunkte mit sich bringt. Zunächst aber bezahlt Deutschland noch recht kräftig für die Deckung der Stromlücke am Morgen. Dank der verstärkten Windstromerzeugung gibt es keine Vorabendlücke. Trotz sinkender Erzeugung schaffen es die Konventionellen mit Pumpspeichereinsatz diese Lücke zu verhindern. Eine feine Leistung. Der Im- und Export erfolgt durch diese Nachbarn.

Donnerstag, 11.3.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 72,93 Prozent, davon Windstrom 59,54 Prozent, Solarstrom 4,05 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,25 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Rumms, Sturmtief Klaus ist da. Der Strompreis fliegt in den Keller. Der Strom wird drei Stunden lang verschenkt. Die Konventionellen führen dank der Pumpspeicherkraftwerke gut nach. Sie können nicht weniger Strom erzeugen. Sonst wird die Netzstabilität gefährdet. Der Strombedarf am Vorabend bringt einen guten Preis. Überhaupt, wenn man vom Morgen absieht, läuft der Tag für Deutschland befriedigend.

Freitag, 12.3.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 75,00 Prozent, davon Windstrom 58,14 Prozent, Solarstrom 8,14 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 8,72 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Heute kostet der Strom um 11:00 Uhr 0,01€/MWh, um 14:00 Uhr sind es 0,09€/MWh. Dazwischen wird der Strom mit Bonus verschenkt. Die Sonnenstromerzeugung zieht den Preis nach unten in den Negativpreiskeller. Die Konventionellen müssen ihre Produktion um die 20 GW halten. Regulativ ist der Pumpspeicherstrom, der wenigstens am Morgen und Vorabend guten Ertrag einfährt.

Samstag, 13.3.2021: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 78,13 Prozent, davon Windstrom 63,75 Prozent, Solarstrom 5,00 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,38 Prozent. Die Agora-ChartmatrixHier klicken.

Zum vielen Windstrom gesellt sich nun auch noch der geringe Bedarf zum Wochenende. Das Preisniveau sinkt massiv ab. Über Mittag fallen wieder negative Strompreise an. Die Konventionellen sind ´machtlos`.

Sonntag, 14.3.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 71,94 Prozent, davon Windstrom 53,96 Prozent, Solarstrom 7,19 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,79 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Sturmtief Klaus zieht weiter. Dennoch: Die Strompreise bleiben sehr niedrig. Wieder ist es konventioneller Pumpspeicherstrom, der zum Vorabend bei weiter nachlassender Wind- und Sonnenstromerzeugung zumindest keine Verluste zulässt. Der Handelstag im Einzelnen.

Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einer kurzen Inhaltserläuterung finden Sie hier.

 

 




Klimaschau 22 – die Tagesschau von Sebastian Lüning




Es braucht Big Energy zum Backup von Wind und Solar

Meines Wissens hat diese große Zahl keinen Namen, aber das sollte sie. Nennen wir sie die „Mindest-Reserve-Anforderung“ für Wind- und Solarenergie, oder MBR. Die Mindest-Backup-Anforderung gibt an, wie viel Erzeugungskapazität ein System haben muss, um zuverlässig Strom zu produzieren, wenn Wind und Sonne ausfallen.

Für die meisten Orte ist die Größenordnung der MBR sehr einfach. Es ist der gesamte Strom, der in der heißesten oder kältesten windschwachen Nacht benötigt wird. Es ist Nacht, also gibt es keine Sonnenenergie. Der anhaltende Wind beträgt weniger als acht Meilen pro Stunde, also gibt es keine Windenergie. Es ist sehr heiß oder kalt, so dass der Bedarf an Strom sehr hoch ist.

An vielen Orten wird der MBR nahe an der maximalen Leistung liegen, die das System jemals benötigt, da Hitzewellen und Kälteperioden oft windschwache Ereignisse sind. In Hitzewellen kann es tagsüber etwas heißer sein, aber nicht so sehr. Bei Kälteeinbrüchen ist es nachts oft am kältesten.

Der so genannte „Spitzenbedarf“ ist also ein guter Näherungswert für den maximalen Reservebedarf. Mit anderen Worten: Es muss genügend zuverlässige Erzeugungskapazität vorhanden sein, um die gesamte maximale Leistung bereitzustellen, die das System jemals benötigt. Für ein öffentliches Stromversorgungssystem ist das eine sehr große Zahl, so groß wie es eben geht.

Eigentlich ist sie sogar noch ein bisschen größer, denn es muss auch eine Sicherheitsmarge oder eine so genannte „Reservekapazität“ vorhanden sein. Damit soll verhindert werden, dass etwas nicht so funktioniert, wie es sollte. Fünfzehn Prozent ist eine typische Reserve in amerikanischen Systemen. Das macht die MBR zu etwa 115 % des Spitzenbedarfs.

Wir lesen oft, dass Wind- und Solarenergie billiger sind als Kohle-, Gas- und Atomstrom, aber das beinhaltet nicht den MBR für Wind- und Solarenergie. Was bei Wind- und Solarenergie relativ günstig ist, sind die Kosten für die Erzeugung einer Stromeinheit. Dies wird oft als LCOE oder „Levelized Cost of Energy“ bezeichnet. Aber wenn man die zuverlässige Unterstützung hinzufügt, die erforderlich ist, um den Menschen die benötigte Energie zu liefern, werden Wind und Solar sehr teuer.

Kurz gesagt, die wahren Kosten von Wind- und Solarenergie sind LCOE + MBR. Das sind die enormen Kosten, von denen man nie hört. Aber wenn jeder Staat auf Wind- und Solarenergie umsteigt, dann muss jeder Staat MBR für ungefähr seinen gesamten Spitzenbedarf haben. Das ist eine gewaltige Menge Erzeugungskapazität.

Natürlich hängen die Kosten für MBR von der Erzeugungstechnologie ab. Die Speicherung scheidet aus, weil die Kosten astronomisch sind. Gasbefeuerte Kraftwerke sind vielleicht am besten, aber sie werden mit fossilen Brennstoffen betrieben, ebenso wie Kohle. Wenn man auf einem Verzicht auf fossile Brennstoffe besteht, ist Kernkraft wahrscheinlich die einzige Option. Kernkraftwerke als intermittierendes Backup zu betreiben, ist dumm und teuer, aber keine fossile Energieerzeugung ist es auch.

Was eindeutig ausgeschlossen ist, sind 100 % erneuerbare Energien, denn dann gäbe es häufig überhaupt keinen Strom. Es sei denn, man könnte die Geothermie in großem Maßstab zum Laufen bringen, was viele Jahrzehnte dauern würde.

Es ist klar, dass das Ziel der Biden-Administration, bis 2035 keinen Strom aus fossilen Brennstoffen zu erzeugen (ohne Atomkraft), aufgrund der Mindestanforderungen an die Unterstützung von Wind- und Solarenergie wirtschaftlich unmöglich ist. Man kann von hier aus nicht dorthin gelangen.

Man fragt sich, warum wir nie von diesen offensichtlichen enormen Kosten bei Wind und Solar gehört haben. Nun, die Versorgungsunternehmen, die ich mir angesehen habe, vermeiden dies mit einem Trick.

Dominion Energy, das den größten Teil des Stromes von Virginia liefert, ist ein gutes Beispiel. Der Staat Virginia hat ein Gesetz verabschiedet, dem zufolge Dominions Stromerzeugung bis 2045 ohne fossile Brennstoffe auskommen muss. Dominion entwickelte einen Plan, wie sie dies erreichen wollten. Ganz beiläufig, auf Seite 119, heißt es, dass Dominion seine Kapazitäten für den Import von Strom, der von anderen Energieversorgern gekauft wird, ausbauen wird. Diese Erhöhung entspricht zufällig der Höhe ihres Spitzenbedarfs.

Der Plan ist, den ganzen MBR-Saft von den Nachbarn zu kaufen! Aber wenn alle auf Wind- und Solarenergie umsteigen, wird niemand Strom zum Verkaufen haben! Tatsächlich werden sie alle kaufen, was nicht funktioniert. Beachten Sie, dass die Hochdruckzonen mit ihrer Windschwäche riesig sein können und ein Dutzend oder mehr Staaten abdecken. Im Übrigen hat heute niemand diese Art von überschüssiger Erzeugungskapazität.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es für jedes Energieversorgungsunternehmen Zeiten geben wird, in denen es keine Wind- und Solarenergie in Kombination mit einer nahezu maximalen Nachfrage gibt. Die Deckung dieses enormen Bedarfs ist die minimale Backup-Anforderung. Die enormen Kosten für die Erfüllung dieser Anforderung sind Teil der Kosten für Wind- und Solarenergie. MBR macht Wind- und Solarenergie extrem teuer.

Die einfache Frage, die man der Biden-Administration, den Staaten und ihren Energieversorgern stellen sollte, ist folgende: Wie werden Sie Strom in heißen oder kalten windarmen Nächten bereitstellen?

Autor: David Wojick, Ph.D. is an independent analyst working at the intersection of science, technology and policy. For origins see http://www.stemed.info/engineer_tackles_confusion.html. For over 100 prior articles for CFACT see http://www.cfact.org/author/david-wojick-ph-d/. Available for confidential research and consulting

Link: https://www.cfact.org/2021/03/21/it-takes-big-energy-to-back-up-wind-and-solar/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

Anmerkung des Übersetzers hierzu: Die Frage am Ende des Beitrags an Präsident Biden kann man auch Radio Eriwan stellen: „Frage an Radio Eriwan: Ist ein Leben allein mit Wind und Solar möglich? Radio Eriwan antwortet: Im Prinzip ja, wenn man bereit ist, auch mal ein paar Wochen ohne Strom zu leben“.




Verlauf von CO2 und Temperatur über Jahrtausende

Abbildung 1: CO2-Gehalt laut Eisbohrkern und laut instrumentellen Messungen am Mauna Loa

Beachten Sie, dass es eine gute Übereinstimmung zwischen den dreizehn verschiedenen Eiskernen gibt, ebenso wie eine gute Übereinstimmung während der Periode der Überlappung zwischen den Eiskern- und den instrumentellen CO2-Daten.

Um zu sehen, wie das CO2 mit der Temperatur seit dem Jahrespunkt zusammenhängt, nahm ich diesen CO2-Datensatz und überlagerte ihn mit der Ljundqvist-Rekonstruktion der Temperatur-Variabilität der außertropischen nördlichen Hemisphäre von 30°N bis 90°N. Es ist ein dekadischer Durchschnittswert, der vom Jahr 1 bis zum Jahr 1999 reicht. Ich habe auch die aktuellen dekadischen Mittelwerte von Berkeley Earth für den Zeitraum seit dem Ende der Studie, für 2000-2009 und 2010-2019, hinzugefügt. (Da es sich bei dem einen Datensatz um einen Proxy-Datensatz und bei dem anderen um einen instrumentellen Datensatz handelt, habe ich die Varianz des Berkeley Earth-Datensatzes so angepasst, dass sie mit der Varianz des Proxy-Datensatzes über den Zeitraum ihrer Überlappung übereinstimmt, also von 1850 bis 1999. Dies ist das gleiche Verfahren, das Ljundqvist für die schwarze gestrichelte Linie in seiner Rekonstruktion verwendet hat).

Hier ist die Grafik:

Abbildung 2: dekadische Temperatur-Rekonstruktion nach Ljungqvist 90-30°N, zu der ich Eiskern- und instrumentelles CO2 hinzugefügt habe, sowie die beiden letzten Dekaden der Berkeley Earth Mitteltemperaturen 90-30°N (blaue Kreise). Die Eiskerndaten sind eine Lowess-Glättung der einzelnen Eiskerndatenpunkte, die in Abbildung 1 dargestellt sind.

In Abbildung 2 sehen wir die frühe „Römische Warmzeit“, die bis etwa zum Jahr 200 n. Chr. andauerte. Danach sanken die Temperaturen bis etwa zum Jahr 500 n. Chr.. Danach erwärmte sich die Welt wieder bis zur „Mittelalterlichen Warmzeit“, gefolgt von einer weiteren Abkühlung bis zur „Kleinen Eiszeit“ ab, die etwa um das Jahr 1700 n. Chr. Endete. Danach schließlich ist die Temperatur über die folgenden drei Jahrhunderte seit der Kleinen Eiszeit in Schüben wieder gestiegen.

Hier sind meine Fragen zu dieser historischen Temperaturaufzeichnung:

● Warum begann die Temperatur nach der Römischen Warmzeit zu sinken? Warum ist es nicht einfach warm geblieben?

● Warum begann die Abkühlung im Jahr 200 n. Chr. und nicht etwa im Jahr 600 n. Chr.?

● Warum begannen die Temperaturen um 550 n. Chr. zu steigen bis zum Höhepunkt der Mittelalterlichen Warmzeit um 1000 n. Chr.? Es hätte kalt bleiben können … blieb es aber nicht.

● Warum erfolgte die Erwärmung von 550 bis 1000 n. Chr., und nicht von, sagen wir, 800 bis 1300 n. Chr.?

● Was verursachte die stetige Abkühlung von etwa 1000 n. Chr. bis zum Tiefpunkt der Kleinen Eiszeit um 1700 n. Chr.?

● Warum fand diese Abkühlung von etwa 1000-1700 n. Chr. stzatt und nicht z. B. von 1250-1850 n. Chr.?

● Warum hat sich die Welt nicht weiter abgekühlt bis zu einer echten Vergletscherung, anstatt dass die Abkühlung um das Jahr 1700 n. Chr. aufhörte? Angesichts der Milankovich-Zyklen und der Länge der anderen warmen Zwischeneiszeiten ist eine weitere echte Eiszeit überfällig.

● Warum begann sich die Temperatur am Ende der Kleinen Eiszeit wieder zu steigen anstatt einfach bei der Temperatur von 1700 n. Chr. zu verharren?

● Warum ist es von der Kleinen Eiszeit bis zur Gegenwart in Schüben wieder wärmer geworden?

Der Grund, warum das alles so wichtig ist, ist Folgender:

NICHT EIN KLIMAWISSENSACHAFTLER KENNT DIE ANTWORT AUF DIESE FRAGEN.

Kein Einziger zu keiner einzigen Frage.

Und aus Abbildung 2 geht eindeutig hervor, dass die Antwort NICHT CO2 lautet.

[Hervorhebungen im Original]

Ohne ein ausreichendes Verständnis des Klimas zu haben, um die Antworten auf diese Fragen zu kennen, gibt es absolut keine Möglichkeit zu sagen, ob die jüngste Erwärmung nicht einfach nur eine weitere natürliche Schwankung der Erdtemperatur ist.

Apropos Schwankungen, ich stelle in Abbildung 2 fest, dass die Oberflächentemperatur der außertropischen Nordhemisphäre der Erde in den letzten 2000 Jahren in einem Bereich von etwa 1,5°C variiert hat. Die Oberflächentemperatur der Erde liegt in der Größenordnung von 288 Kelvin, so dass dies einschließlich der Varianzanpassung eine Temperaturschwankung in der Größenordnung von einem Prozent über einen Zeitraum von zweitausend Jahren darstellt … für mich ist dies das Interessanteste am Klima – nicht wie sehr es sich im Laufe der Zeit verändert, sondern wie wenig es sich verändert.

Diese thermische Stabilität ist nicht auf thermische Trägheit zurückzuführen – die Temperatur auf dem Festland jeder Hemisphäre schwankt im Laufe eines jeden Jahres um etwa 15°C, und der Ozean auf jeder Hemisphäre variiert jedes Jahr um etwa 5°C.

Ich behaupte, dass diese überraschende und außergewöhnliche Stabilität auf die thermoregulierende Wirkung von emergenten Klimaphänomenen zurückzuführen ist, darunter Staubteufel, tropische Kumulusfelder und Gewitter, der El Nino/La Nina-Prozess, der überschüssige Wärme zu den Polen pumpt, Tornados und Hurrikane. Ich beschreibe diese Theorie der emergenten Thermoregulation in einer Reihe von Beiträgen, die in meinem Index 2021 meiner Beiträge hier im Abschnitt „Emergenz“ aufgeführt sind. Diese wirken, um die Erde entweder vor übermäßiger Erwärmung oder Abkühlung zu bewahren.

Jedenfalls habe ich in letzter Zeit immer wieder daran gedacht – an 2000 Jahre des Temperaturverlaufs und dass dieser Verlauf in keiner Weise vom CO2-Gehalt bestimmt wird …

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Technische Anmerkung: Einige Leute haben gefragt, ob es in Ordnung ist, Proxy- und Instrumentaldaten oder allgemeiner zwei Datensätze, die angeblich dasselbe Phänomen messen, zu verbinden.

Meine Antwort ist absolut ja, FALLS zwei Bedingungen erfüllt sind:

Bedingung 1: Es gibt genügend zeitliche Überlappung zwischen den Datensätzen, um zu überprüfen, ob die beiden Datensätze die gleiche Antwort geben. In diesem Fall gibt es zum Beispiel eine Überlappung zwischen instrumentellen und Proxydaten sowohl für die Eiskern-/Instrumental-CO2-Aufzeichnungen als auch für die Proxy-/Instrumental-Temperaturaufzeichnungen. Abbildung 1 zeigt die Überlappung von Eiskern/Mauna Loa CO2. Hier ist eine Nahaufnahme der Überlappung zwischen der Ljungqvist-Temperatur und der varianzbereinigten Berkeley Earth-Temperatur:

Abbildung 3. Nahaufnahme, Überlappung von Ljungqvist-Temperatur und varianzbereinigter Berkeley-Earth-Temperatur

 

Wenn Sie die Abbildungen 1 und 3 betrachten, können Sie die Überlappung in jedem Fall sehen und überprüfen, dass die Proxy- und die instrumentellen Aufzeichnungen eindeutig in guter Übereinstimmung sind.

Bedingung 2: Die Tatsache der Überlappung wird klar und deutlich gemacht, ohne dass versucht wird, sie zu verbergen. In beiden Diagrammen ist der Überlappungszeitraum klar dargestellt, und die Existenz des Spleißes wird auch im Text bestätigt.

Hier ist ein Beitrag von mir, der das Spleißen diskutiert, passenderweise mit dem Titel „Splicing Clouds“ …

Link: https://wattsupwiththat.com/2021/03/22/millennial-co2-and-temperature/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

 




Wer schützt uns endlich vor der wild geworde­nen Politiker­meute?

Nun haben wir eine neue Pandemie

Am 22.03. wurden die neuen Coronamaßnahmen verkündet [2] und der Bayerische Lokalfürst Söder (Jurist) klärte seine Untertanen wieder auf, warum diese leider, aber unvermeidbar, immer härter erforderlich werden; dpa 23.03.2021 [3]: Söder: Die Lage ist ernst und wird sehr viel ernster werden «Die dritte Welle rollt durch Bayern», sagte er. Und diese sei deutlich gefährlicher, es handle sich quasi um eine komplett neue Pandemie. Sechs Wochen sei es bei den Corona-Zahlen abwärts gegangen, seit vier Wochen gehe es wieder nach oben …
Der selbsternannte Chef-Epidemiologe Söder korrigierte sich inzwischen und verschärfte seine Aussage (Zitierung aus einer Tageszeitung): „Es ist eine neue Pandemie“, sagte der CSU-Politiker. „Es ist nicht einfach der dritte Aufguss“.

Irgendwelche Hemmungen hat er dabei nicht. Denn seine Untertanen sind daran ja selbst schuld, weil sie sich nicht strengstens an seine Regeln halten.

Wenn unsere Staats-Orakel sprechen

Unsere unfehlbare Merkel soll am 22.03. in der Kanzlerrunde mit einem ihrer typischen Schwurbelsätze gesagt haben (Zitierung aus einer Tageszeitung): „Insgesamt verhehle ich nicht, dass wir eigentlich den Reisehinweis geben, dass man dieses Jahr eben nicht reisen sollte“.
Einst berichtete die gleiche Zeitung, dass Informationen mit Grammatikfehlern von guten Bürgern nicht gelesen werden sollen, da solche grundsätzlich räääääächts sind und damit nur Unwahrheiten enthalten können …

Doch Ironie beiseite. Wie schon damals bei der griechischen Variante, können ausschließlich „Eingeweihte“ (damals Priester) Orakelsätze richtig deuten. Regierungssprecher Seibert ist der Priester für unser Staatsorakel und deutete die Aussage wie folgt (Zitierung aus der Tageszeitung): Doch Regierungssprecher Seibert stellte später auf Twitter dar, dass es bei diesen Aussagen Angela Merkels vor allem um die Osterzeit und die kommenden Wochen danach gehen sollte.
Der damit neu geknüpfte, Gordische Knoten lässt sich wohl entwirren, indem man davon ausgeht, dass sich „die kommenden Wochen“ über das gesamte Jahr erstrecken. Ob zur „Vermeidung“ eines Dauer-Lockdown die eben erfundenen Corona-Ruhetage dazu bis zum Jahresende verlängert werden, wird wohl eine der nächsten Nachtsitzungen (inzwischen offiziell als „Geisterstunden“ in die Geschichte eingehend) in kleiner Runde entscheiden …

Es gibt aber noch weitere Orakel. Karin Maag, die gesundheitspolitische Sprecherin der Union im Bundestag (Juristin) sagte in „hart aber fair, Der verschobene Frühling: Dritter Lockdown statt weiter lockern? (ARD)“ am 22.03.2021 allen Ernstes: „Wir hatten nie einen Lockdown“
Berichtet wurde es in [9]. Der Autor hat sich angewöhnt, alles nachzuprüfen. Also hat er das Video auf YouTub angesehen (Link) und wirklich, bei 26:23 kommt diese Aussage von ihr als Einwurf in einer Diskussion.
Da steckt zwar kein Grammatikfehler drin. Doch ist der Unterschied zwischen „Corona leugnen“ und „Lockdown leugnen“ wirklich groß? Jedenfalls bestätigt es das Bild über unseren Politikzirkus in Berlin.

Bisher haben unsere Maßnahmen nichts bewirkt. Deshalb müssen alle verschärft so weiter machen ….

ist im Wesentlichen das Einzige, was denen in Berlin und leider auch den Landesfürsten nach über einem Jahr Corona einfällt:
[2] Tichys Einblick, 23.03.2021: Karwoche mit Merkel – Lockdown total: Lebensmittelgeschäfte zu, kein Urlaub, keine Gottesdienste, „Ansammlungsverbot“
Merkel erreicht bei diesem Corona-Gipfel eine nie dagewesene Radikalität. Sie wollte für fünf Tage alle Geschäfte schließen – wirklich alle. Das konnte noch abgeschwächt werden. Zu den Ergebnissen fehlen einem dennoch die Worte.
… Am Karsamstag soll der Lebensmitteleinzelhandel im engen Sinne geöffnet bleiben dürfen, am Gründonnerstag sollen aber sogar der Lebensmitteleinzelhandel und Supermärkte geschlossen werden. Dazu kommt für fünf Tage ein „Ansammlungsverbot“, bei dem grundsätzlich nur noch Personen aus zwei verschiedenen Haushalten zusammenkommen dürfen. Ostern mit der Familie fällt also genauso aus wie Demonstrationen und Gottesdienste. Man wolle auf die Religionsgemeinschaften zugehen mit einer „Bitte“ – wie freiwillig diese Bitte dann angenommen werden muss, bleibt offen.
… Mitfahrer im Auto, die nicht zum eigenen Haushalt gehören, sind zum Tragen einer medizinischen Maske verpflichtet

Wer den Originalbeschluss lesen will: [5] Videokonferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder am 22. März 2021 Beschluss
Warum unseren Politikern weiterhin nichts Sinnvolleres einfällt, brachte Söder vorher im Bayerischen Landtag auf den Punkt: Söder verteidigt seinen Kurswechsel, erklärt, dass der Inzidenzwert weiter die einzig belastbare Größe sei und dass ihm noch niemand eine tragfähige Alternative genannt hat …

Aber es vermittelt immerhin ein Erwartungs-Gefühl wie vor Weihnachten, nachdem nun auch das Osterfest angeordnet ausfällt.

Bild 1

Die Untertanen müssen endlich erkennen, dass das Grundgesetz nicht für sie, sondern für „die Partei“ zur freien Verfügung geschaffen wurde.

Großzügig lassen wir aber in ganz kleinem Rahmen zu, dass unter strengsten Auflagen „getestet“ wird, ob das, was sich woanders seit Langem bewährt hat, vielleicht bewähren könnte

Nachdem ein kleines Städtchen im Land belegt, dass man mit Überlegen und sinnvollen Maßnahmen wesentlich billiger und vor allem viel erfolgreicher zurechtkommt, was allerdings auch ein ganzes Land im Norden zeigt, dessen Erfolg trotzt aller negativen Stör-Propaganda unserer Medien doch zu bekannt wurde, war es politisch wohl nicht mehr möglich, dies weiterhin vollkommen zu ignorieren.

Und so wurde nun nach über einem Jahr Corona erstmals „erlaubt“ die seit langer Zeit funktionierenden Öffnungsmodelle von Tübingen und Schweden für ganz Wenige unter sturer Einhaltung regulatorischer und technisch noch gar nicht in funktionierende Form verfügbarer Maßnahmen „an-testen“ zu dürfen:
[5] 6. Im Rahmen von zeitlich befristeten Modellprojekten können die Länder in einigen ausgewählten Regionen, mit strengen Schutzmaßnahmen und einem Testkonzept einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens öffnen, um die Umsetzbarkeit von Öffnungsschritten unter Nutzung eines konsequenten Testregimes zu untersuchen.
Zentrale Bedingungen dabei sind lückenlose negative Testergebnisse als Zugangskriterium, IT-gestützte Prozesse zur Kontaktverfolgung und ggf. auch zum Testnachweis, räumliche Abgrenzbarkeit auf der kommunalen Ebene, eine enge Rückkopplung an den Öffentlichen Gesundheitsdienst und klare Abbruchkriterien im Misserfolgsfalle.

Nehme man einmal an, das immerwährende Problem nicht funktionierender „IT-gestützter Prozesse“ in öffentlicher Verantwortung würde von unserer zwischenzeitlich von der medialen Bildfläche gänzlich verschwundenen Ministerin für Digitalisierung gelöst werden, stellt sich die Frage, ob schon jemand bedacht hat, wie verblüffend (katastrophal) Schnelltest derzeit funktionieren. Dazu ein aktuelles Beispiel:
Im beschaulichen, fränkischen Städtchen Altdorf wurden 180 Schüler eines Gymnasiums von Fachpersonen (Leitung: BRK, Testpersonal: Mehrere Ärzte, Krankenschwestern und ein Rettungssanitäter) einem Corona-Schnelltest unterzogen [6]. Der Schnelltest meldete davon 29 Schüler als Corona-Positiv. Im Schnelltest positiv gemeldete müssen dann einem weiteren PCR-Test unterzogen werden. Danach blieb nur noch ein!!! positives Ergebnis übrig.
Wenn solche „Testqualitäten“ massenhaft eingesetzt werden, ist das völlige Chaos vorhersehbar.

Beschlossene Maßnahmen und vergleichende Datenbasis

Als Bürger versucht man manchmal, Entscheidungswege unserer „Intelligenz“ Politiker nachzuvollziehen. Obwohl das (nicht nur) bezüglich „Corona“ dem Autor seit Langem nicht mehr gelingt, anbei wieder recherchierte und teils aufbereitete Daten, anhand derer jeder Leser entscheiden mag ob er die Maßnahmen und Verlautbarungen unserer Politiker und deren Hofberaterschranzen für sinnvoll und notwendig hält.

Eine Übersicht lieferte Achgut: [1] Achgut 22.03.2021: Lockdown für die Panikmacher! Oder: Lest doch bitte die RKI-Zahlen
Darin wird der RKI-Coronabericht [7] 2021-03-18-de.pdf (rki.de) rezensiert.
Denn dieser Bericht widerlegt in vielen Details die alarmistischen Aussagen des gleichen Instituts. Das möge aber bitte jeder selbst nachlesen. Anbei nur ein paar „Auszugsplitter“:

Bild 2 RKI-Bericht Auszug [7]

Bild 3 RKI-Bericht Auszug [7]

Anbei wieder lokale Beispiele, weil solche die Diskrepanz zwischen behördlichen Maßnahmen und der (nicht erkennbaren) Gefährdung konkreter aufzeigen.

Nürnberg und Fürth

Die direkt nebeneinander liegenden Städte Nürnberg und Fürth haben eine 7-Tage-Inzidenz von deutlich über 100 und deshalb die vorgeschriebenen, vom Landesvater Söder verordneten Einschränkungen unerbittlich umgesetzt.

Nur wenn zum Beispiel durch (den Behörden bekannte) Meldeverzögerungen die Inzidenz doch mal kurzzeitig unter 100 rutscht, wagt es eine der Städte, wieder – teilweise nur für einen Tag – von den verordneten Restriktionen abzuweichen, da es „die Zahl“ erlaubt. Eine perfekte Demonstration, dass die Verantwortlichen in den Behörden jegliches „Wissen“ (so solches vorhanden sein sollte) vergessen und streng nach Zahlenwertvorgaben handeln.

Ansonsten wagen es beide „Städte“ selbst bei der kleinsten Inzidenz-Abweichung partout nicht, von den verordneten Vorgaben abzuweichen, denn eigenständiges Denken und Mut zu entscheiden ist den dafür Zuständigen und den Stadtspitzen vollkommen fremd. Weder die Bayerische SPD, noch die CSU erkennen, wie sinnvoll es sein könnte, für „spätere Zeiten“ einen Märtyrer – wie es die GRÜNEN (notgedrungen) mit (dem renitenten) B. Palmer „machen“ – walten zu lassen, zur Belegung, wie mutig und richtig (jemand von der Partei) schon gehandelt hat, als sich noch alle vehement dagegen stemmten …

Dabei ist weder in Nürnberg, noch im kleinen Städtchen Fürth auch nur entfernt eine Corona-Gefährdung der Bevölkerung erkennbar.
Um das zu „sehen“, muss man sich allerdings die Daten des RKI laden und die Werte mühsam „zusammenfieseln“, um sie grafisch darstellen zu können:

Nürnberg Datenabruf: 21.03.2021; Datenstand: 20.03.2021
Fürth Datenabruf: 22.03.2021; Datenstand: 21.03.2021
Zuerst der überall gemeldete, „exponentielle Anstieg“ der Fallzahlen. Beide Städte verweigern sich vehement, dabei „mitzumachen“. Man gewinnt den Eindruck, dass „exponentiell“ inzwischen als reines Modewort verwendet wird, um „mathematische Kompetenz“ auszuweisen:

Bild 4 Städte Fürth und Nürnberg, Tageswerte Corona-Meldefälle seit dem 01.01.2021. Grafik vom Autor erstellt. Datenquelle: RKI-Coronadaten

Ein Vergleich der Fallzahlen mit den Corona-Todesfällen zeigt immer neu, dass die Inzidenz keinerlei Aussage über eine Gefährlichkeit liefert (mögen es die unfehlbare Merkel und der heilige Söder auch immer neu behaupten) – und, dass eine solche in beiden Städten auch weiterhin nicht entfernt besteht:

Bild 5 Städte Fürth und Nürnberg, Tageswerte Corona-Todesfälle seit dem 01.01.2021. Grafik vom Autor erstellt. Datenquelle: RKI-Coronadaten

Zum Schluss zeigt ein Vergleich der altersbedingten Coronamortalität, dass alleine schon der Schutz der Hoch-Risikogruppe ab ca. 75+ zur Eindämmung der restlichen Gefährdung ausreicht, weil für die Altersgruppen darunter die Mortalitätsgefahr gering bis sehr gering ist.
Auszug aus [8]: Bisher sind in ganz Deutschland an oder mit Corona gestorben:
10 Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren
60 Menschen unter 30 Jahren
193 Menschen unter 40 Jahren
591 Menschen unter 50 Jahren
2.502 Menschen unter 60 sind bisher an oder mit Corona gestorben
8.181 Menschen unter 70 sind bisher an oder mit Corona gestorben
65.264 Menschen, die älter sind als siebzig Jahre, sind bisher an oder mit Corona gestorben

Insgesamt sind über grob ein „Coronajahr“ bisher 73.445 Menschen in Deutschland an oder die Meisten eher mit Corona verstorben. Im Jahr 2018 sind „ohne“ Corona 953.295 Personen verstorben. Der Anteil an- oder vor allem mit Corona-Verstorbenen beträgt also ungefähr 7,7 … 10 %.

Grafik Nürnberg-Fürth:

Bild 6 Städte Fürth und Nürnberg, Tageswerte Corona-Todesfälle unter und über dem Alter 80+ seit dem 01.01.2021. Grafik vom Autor erstellt. Datenquelle: RKI-Coronadaten

Herr Dr. Wagner vom Klinikum Fürth sagte dazu (Zitierung aus einer Lokalausgabe vom 24.03.): „ … ich könnte mir schon vorstellen, dass es weniger Tote gibt ...

Wird die Hysterie so weitergeführt (der Klimawandel ist ein Beispiel, dass es passiert, wenn der „Nutzen“ für Günstlinge eine Kippschwelle überschreitet), dann wird ab jetzt jede Grippewelle zum Problem „Jahrhundert + x“ und eine Goldgrube für Pharmakonzerne.

Wöchentlicher „Coronabericht“ des statistischen Instituts der Uni München

Danach hat es weder im Jahr 2020 eine Übersterblichkeit gegeben, noch besteht derzeit eine. Auch eine Überlastung der Intensivstationen ist nicht erkennbar.

Im aktuellen Bericht „CODAG Bericht Nr. 11 19.03.2021“ steht: … In allen drei Graphiken ist ein Rückgang der tödlichen COVID-19 Fälle bis einschließlich Kalenderwoche 9 zu erkennen. Für ganz Deutschland sind nach unseren Berechnungen weniger als 200 tödliche Todesfälle im Tagesschnitt zu erwarten. Dies ist ca. 75% weniger als noch um den Jahreswechsel. Für Kalenderwoche 10 setzt sich der abfallende Trend der tödlichen COVID-19 Fälle sowohl bei den unter 80-Jährigen als auch bei den über 80-Jährigen nicht fort. Allerdings ist zu beachten, dass die Schätzung mit statistischer Unsicherheit belegt ist, was durch den grauen Hintergrund in Form eines 95% Konfidenzintervall visualisiert ist …

Bild 7 Bundesländer, tägliche Neuaufnahmen ICU/100 Tsd. Einwohner. Bild aus CODAG Bericht Nr. 11 19.03.2021

Bild 8 Bayern Mortalitätsrate. Bild aus CODAG Bericht Nr. 11 19.03.2021

Bild 9 Deutschland, tägliche, tödliche COVID-19 Infektionen. Bild aus CODAG Bericht Nr. 11 19.03.2021

Trotzdem wurde ein noch schlimmererer Lockdown beschlossen.

Wie sehen es unsere Medien

Unsere Medien ereifern sich über die gerade beschlossenen Maßnahmen. Allerdings nicht, weil sie diese für übertrieben halten, sondern, weil sie diese „Härte“ schon längst gesehen haben wollten.

WELT, 23.03.2021: „Deutschlands Regierung kapituliert vor den Grundzügen der Vernunft“
„… Das eigentliche Versagen ist nicht, was gestern beschlossen wurde. Das eigentliche Versagen ist, dass die deutsche Politik gar keine Alternativen mehr zum Shutdown hatte. Weil in den vergangenen Monaten so viel versemmelt wurde, dass Lockerungen in der Tat nun keine Option mehr waren …
Dabei wären die anhaltenden Einschränkungen der Freiheitsrechte vermeidbar gewesen, hätte die Politik in der Vergangenheit konsequenter und entschlossener gehandelt. Das gilt für beide Disziplinen der Pandemiebekämpfung. Für das Shutdown-Management. Und für die Beschaffung von Hilfsmitteln und deren systematischen Einsatz …

So steht die Bundesregierung im März 2021 ähnlich hilflos da wie im März 2020. Damals war das verständlich, heute ist es unverzeihlich.“
Die „Welt“ zitiert hier den „Spiegel“. Nur fragt man sich: Haben die Redaktionen dieser Medien überhaupt schon einmal die wirklichen Zahlen angesehen? Wohl kaum.

Aber es ging wohl um etwas anderes. Die unfehlbare Merkel muss weiterhin gelobt und unfehlbar bleiben:
WELT, 23.03.2021: (Hier zitiert sie aus der taz) … „Dass sich die Länderchef:innen beim letzten Treffen Anfang März mit ihrer Linie gegen Merkel durchgesetzt haben, nicht mehr die Unterschreitung der Schwelle von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner:innen binnen sieben Tagen als Kriterium für mögliche Lockerungen zu definieren, rächt sich inzwischen.
Als ob das nicht reicht, werden schon die nächsten Horrorszenarien vermittelt. Wie beim Klimawandel nun als Simulation:
Tagesspiegel, 22.03.2021: „Notbremse wird daran nichts ändern“: Modellierung zeigt dramatische, dritte Corona-Welle in Deutschland
Berliner Forscher warnen in einer Studie für den Bund-Länder-Gipfel vor stark steigenden Inzidenzen. Sie empfehlen, auf jegliche Kontakte in Räumen zu verzichten.
Die dritte Welle der Covid-19-Pandemie könnte zu deutlich höheren Inzidenzen führen als die zweite. Das ist das Ergebnis einer neuen Modellierung vom Fachgebiet Verkehrssystemplanung und Verkehrstelematik von
Kai Nagel an der TU Berlin.

Daran wird auch eine potenzielle Notbremse, wie sie eventuell am 22. März 2021 in der Bund-Länder-Konferenz entschieden wird, nichts mehr ändern“, schreiben die Forschenden in einer Untersuchung, die am Montag auf dem Corona-Gipfel von Bund und Ländern vorgestellt werden sollte.

Berater“

„Verlassen“ wir einmal die sattsam bekannten Hofberaterschranzen, welche ausschließlich das liefern – inzwischen sogar auf Bestellung – was die Politikkasperriege in Berlin hören möchte. Auch lokale Fachpersonen scheuen sich nicht, wirklich Sonderbares zu publizieren.

Der Pandemiebeauftragte des Fürther Klinikums „geht“ nun auch ins Fernsehen, um seine Ansicht über erforderliche Coronamaßnahmen in die Breite zu bringen (und vielleicht, um irgendwo zu zeigen, dass man auf ihn zählen kann):

In der lokalen Zeitung führte es Herr Dr. M. Wagner aus und erklärte dazu in einem Artikel: „Wieder harsche Politik-Schelte aus dem Klinikum“, dass er von der Ministerpräsidentenkonferenz bezüglich der Coronaeinschränkungen für die Bevölkerung ein „agileres“ – also härteres Vorgehen – fordert.

Begründet wurde dies mit (Zitierungen aus dem Zeitungsartikel):
… das Aufschieben eines erneuten Lockdowns … dieser ist … aufgrund des exponentiellen Anstiegs der Neuinfektionen … aus medizinischer und epidemiologischer Sicht unausweichlich geworden
… Zum anderen steige die Zahl der Coronatoten … „dieses Mal werden es Jüngere sein“ …
… Bitte passen Sie ihre Entscheidungsprozesse und Strategien dem Virus und den damit verbundenen Herausforderungen an. wir können es uns einfach nicht mehr leisten zu warten …

Dabei hatte dieser Mediziner in der lokalen Tageszeitung am 05.03. noch stolz berichtet, wie erfolgreich man in seinem Klinikum Covid-Infizierte inzwischen behandeln kann:
Herr Dr. Wagner: „Inzwischen gebe es gute Therapiemöglichkeiten bei einer Covid-19-Erkrankung, zum Beispiel mit Antikörpern … sechs Patienten hatten sich mit dem Virus infiziert … kein Einziger ist danach an Covid erkrankt … “.

Wie in solch extremen Fällen von Diskrepanz zwischen Aussagen und Daten (hier den lokalen von Fürth und Nürnberg) „üblich“, fragte der Autor bei dieser Fachperson nach Belegen an:
Corona-Daten Fürth und Nürnberg
Die aktuellen Daten des RKI für Fürth und Nürnberg (sowie alle weiter gelisteten), von mir grafisch aufbereitet, zeigen weder:
einen „exponentiellen Anstieg“ der Fallzahlen,
noch eine erhöhte Sterblichkeit an Corona,
noch eine Erhöhung der Sterblichkeit jüngerer Jahrgänge an Corona
erkennbar ist dazu, dass die Inzidenz keinerlei Aussage zur wirklichen Gefährdung liefert
Daraus würde ich ableiten, dass mit gesichertem Schutz der einzig wirklich gefährdeten Personen über 75 eine „Freigabe“ des öffentlichen- und beruflichen Lebens problemlos durchführbar und damit dringend angebracht wäre …

Eine Antwort wird nicht erwartet. Sollte sie doch noch kommen, wird sie mindestens im Kommentarteil nachgetragen.

Die Intensivstationen füllen sich wieder“

Aktuell häufen sich Meldungen von Kliniken, dass ihre Intensivstationen durch die „Dritte Welle“ – oder laut Söder „neue Pandemie“ überlastet sind, beziehungsweise es werden könnten.

So meldete eine Lokalzeitung am 24.03., dass die Zahl der Corona-Intensivpatienten in Bayern zwar von 912 auf 428 reduzierte, nun aber wieder auf 519 erhöht hat.
Das Klinikum Fürth meldete, dass es zwar einst einen Höchststand von 68 Covid-Patienten hatte, heute aber schon wieder 25. Ein Problem sei, dass teils bei nur einem Intensivpatienten mehr, eine ganze Intensiveinheit mit 5 Betten für Coronapatienten „umgewidmet“ werden muss.
In den Krankenhäusern des Rettungsdienstbereiches Nürnberg liegt die Zahl der Covid-19-Patienten bei etwa einem Drittel der Behandlungszeiten während der zweiten Welle und bei den Intensivpatienten bei ca. der Hälfte.
Beim Intensivregister sieht man, dass in Bayern die Anzahl der belegten Notfallbetten seit dem 1. April letzten Jahres gleich geblieben ist (da Corona im Sommer eine längere Pause machte, ist es wohl die Belegung mit allen Fällen), und die Notfallreserve zwischenzeitlich (wohl aus Kostengründen?) erheblich abgebaut wurde.

Bild 11 Angaben des DIVI für Bayern

Vergleicht man mit den Angaben der Helios-Klinikgruppe, wird man den Verdacht nicht los, dass bei den Darstellungen auch Geldthemen eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen.

Die Helios-Klinikgruppe gibt wöchentlich Auslastungsdaten zu Corona heraus.
Helios Kliniken Information zu aktuellen COVID-19-Fallzahlen Übersicht Sonntag, 21. März 2021:

Bild 12 Helios Kliniken, Daten ab dem 27.10.2021. Datenstand: 21. März 2021, COVID-19-Daten

Bild 13 Helios Kliniken, Daten ab dem 27.10.2021. Datenstand: 21. März 2021, COVID-19-Daten

Wie beim Klimawandel: Sicher ist nur, dass nichts sicher ist

Nach dem Absenden dieses Artikels kam die Meldung: dpa – Mittwoch, 24. März 2021: Kreise: Osterruhe soll gekippt werden – Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach massiver Kritik entschieden, den Bund-Länder-Entscheid zur sogenannten Osterruhe zu stoppen.

Insofern interessant, weil genau solches Vorgehen bei „hart aber fair“ massivst angeprangert wurde. Aber nach über einem Jahr „Corona“ wundert einen wirklich nichts mehr …

Quellen

[1] Achgut 22.03.2021: Lockdown für die Panikmacher! Oder: Lest doch bitte die RKI-Zahlen

[2] Tichys Einblick, 23.03.2021: Karwoche mit Merkel – Lockdown total: Lebensmittelgeschäfte zu, kein Urlaub, keine Gottesdienste, „Ansammlungsverbot“

[3] dpa 23.03.2021: Söder: Die Lage ist ernst und wird sehr viel ernster werden

[4] EIKE 11. März 2021: Wartet Nürnberg nun auf Corona-Auferstehungen…

[5] Videokonferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder am 22. März 2021 Beschluss

[6] Lokalausgabe der Nordbayerischen Nachrichten vom 17.03.2021: „Schnelltests werfen Fragen auf“

[7] RKI-Coronabericht 2021-03-18-de.pdf (rki.de)

[8] Achgut, 16. März 2021: Ein Jahr Corona – Die aktuellen Zahlen

[9] Tichys Einblick 23. März 2021: Verzweifeltes Regierungs-Retten bei Hart aber Fair : „Wir hatten nie einen Lockdown“