Die Temperaturen im Dezember 2020 und das deutsche Stromabschaltungsgesetz

Aber zunächst zur Temperaturentwicklung.Die globale Mitteltemperatur der satellitengestützten Messungen ging im Dezember stark zurück. Die Abweichung vom 30-jährigen Mittel (1981 bis 2010) betrug nur noch 0,27 Grad Celsius (November 0,53 Grad Celsius). 2020 blieb allerdings das zweitwärmste Jahr seit 1979 (hinter 2016). La Nina wird sich in den nächsten Monaten noch stärker bemerkbar machen, so dass im neuen Jahr 2021 mit einem weiteren Temperaturrückgang zu rechnen ist.

Trotz Rückgang der CO2– Emissionen steigt die Konzentration in der Atmosphäre

Die weltweiten CO2-Emissionen gingen in 2020 um 6,7 % zurück, und zwar von 36,4 Milliarden Tonnen CO2 auf 34,1 Milliarden Tonnen. Die Emissionen gingen Coronamaßnahmen-bedingt in den USA um 12,1 %, in Europa um 11,2 % zurück. In China blieben die Emissionen aus Kohlekraftwerken unverändert ; die Gesamtemissionen gingen nur um 1,7 % zurück. Der Anteil Chinas an der Gesamtemission der Welt stieg demzufolge auf 29,3 %. Fast jede dritte Tonne CO2 stammt nunmehr aus China. Der Anteil wird weiter steigen, da China nach dem Pariser Abkommen für sich den Status eines Entwicklungslandes beansprucht und demzufolge bis 2030 die Emissionen an CO2 weiter ansteigen lassen darf. Allein der Anstieg in diesem Jahrzehnt bis 2030 entspricht der Gesamtemission von Europa.

Die Verteilung des Rückgangs der CO2-Emissionen zeigt die Grafik des Global carbon projekts. Sie zeigt eindrucksvoll, dass es seit Mai keinen Rückgang der CO2-Emissionen in China mehr gegeben hat.


Und warum gehen die CO2 Konzentrationen nicht zurück ?

Trotz des Rückgangs der Emissionen gehen die Konzentrationen in der Luft nicht etwa zurück, sondern steigen weiter. Im Jahre 2019 hatten wir eine CO2– Konzentration von 409,5 ppm im Jahresmittel und 2020 von 412 ppm.

In 2020 wurden nur noch 34 Milliarden Tonnen CO2 emittiert. Zusammen mit den Landnutzungsänderungen ergeben sich rund 40 Milliarden Tonnen CO2. Mehr als die Hälfte wurden durch die Pflanzen und die Meere aufgenommen, so dass 19 Milliarden Tonnen in der Luft verblieben. Das entspricht einem Anstieg von 2,5 ppm in 2020 gegenüber 2019. In 2018 war der Anstieg 1,9 ppm, in 2019 betrug er 2,8 ppm. Die Messungen von Mauna Loa zeigen die Entwicklung sehr anschaulich. Die rote Kurve zeigt die jahreszeitlichen Schwankungen. Bei der schwarzen Linie sind die jahreszeitlichen Schwankungen herausgemittelt.

Die Schwankungen entstehen durch die Vegationsunterschiede von Sommer zu Winter in der Nordhemisphäre und der unterschiedlichen Aufnahme des CO2 von Sommer zu Winter durch die größeren Ozeanflächen der Südhemisphäre. Die CO2-Zunahme würde langfristig erst gestoppt, wenn die Emissionen um die obengenannten 19 Milliarden Tonnen vermindert würden. Eine Emissionsminderung um 40 Milliarden Tonnen auf Null ist nicht erforderlich,denn die Aufnahme von etwa 21 Milliarden Tonnen CO2 durch Pflanzen und Meere richtet sich allein nach der Gesamtkonzentration von 412 ppm und wird sich daher nach einer Emissionssenkung nicht wesentlich ändern.

Das deutsche „steuerbare-Verbrauchseinrichtungen-Gesetz“ oder Stromabschaltungsgesetz

Wenn man sich die oben beschriebenen globalen CO2-Emissionsentwicklungen vergegenwärtigt und betrachtet die völlig aus den Fugen geratenen europäischen und deutschen Massnahmen zur Energiewende, so wird man sprachlos.

Das neueste Produkt der Energiewende ist das Steuerbare-Verbrauchseinrichtungen Gesetz. Die Politik hat sich einreden lassen, dass der Umstieg auf die Elektromobilität aus Klimaschutzgründen dringend geboten sei (wer sich vom Gegenteil überzeugen will, sollte dies in unserem Buch „Unerwünschte Wahrheiten“ nachlesen). Das Niederspannungsnetz, das unsere Häuser und Wohnungen versorgt, kommt aber mit steigender Zahl an Ladestationen für E-Autos an seine Kapazitätsgrenze. Das gleiche Problem einer Überlastung der Netze ensteht auch beim Umstieg von Gas-und Ölheizungen auf elektrisch betriebene Wärmepumpen. Beides zusammen kann den Strombedarf und den Anschlusswert einer Wohnung oder eines Hauses schnell verdoppeln bis verdreifachen und die Niederspannungnetze zum Zusammenbruch führen, wenn die E-Auto -Besitzer nach Hause kommen und ihr E-Auto aufladen wollen oder wenn alle Wärmepumpenbesitzer gleichzeitig ihre Wohnung mit Strom heizen wollen.

Der Gesetzentwurf des Bundesministers für Wirtschaft schreibt nun vor, dass bei einem Anschluss einer Ladestation oder einer Wärmepumpe der Netzbetreiber das Recht hat, den Strom für zwei Stunden abzuschalten. Wir kennen das aus Entwicklungsländern, in denen reihum der Strom abgeschaltet wird. Dort nennt man es „load shedding“ ( Lastabwurf oder Stromabschaltung). Im deutschen Gesetzentwurf nennt man dies schönfärberisch Spitzenglättung:

„Die Einführung der Spitzenglättung ist ein erster Schritt, um die Flexibilität in den Verteilernetzen zu stärken.“ In der Begründung heisst es, „das Gesetz ist erforderlich, um Flexibilität in den Verteilernetzen zu stärken und den bevorstehenden Hochlauf der Elektromobilität zu unterstützen“.

Wir können uns schon vorstellen, wie das Gesetz als Vorkehrung bei tagelangen Dunkelflauten weiterentwickelt wird. Denn selbstverständlich wird der Stromkunde auch verpflichtet, über smart meter seine Stromverbrauchsdaten durch den Netzbetreiber rund um die Uhr per internet überwachen zu lassen. Eine beeindruckende Kritik dieses Gesetzentwurfes gibt es hier durch Dr. Humpich.
Nachdenklich stimmt, dass kaum eine deutsche Zeitung über diesen geplanten Eingriff in die autonomen Entscheidungen der Bürger über ihre Energieversorgung berichtet hat. Wird nicht berichtet, weil es vielleicht eher ein Zeichen für die bevorstehende Strom-Mangel-Wirtschaft ist ? Oder ist es gar eine zu abschreckende Nachricht für alle, die beabsichtigen, sich ein E-Auto anzuschaffen ?
Es ist ein Offenbarungseid der Energiewende und der Einstieg in die planwirtschaftliche Zuteilung von Strom und Energie. Und darüber berichtet man ungern, wenn man die bejubelte Energiewende für alternativlos hält.




Wind und Sonne verlieren an Anteilen zum Energiemix

Amüsant ist, dass die gasbefeuerte Stromerzeugung, ein fossiler Brennstoff ohne Subvention, immer noch schneller wächst als Wind und Sonne. Wind und Sonne sind weit davon entfernt, im amerikanischen Stromkapazitätsmix an fossilen Brennstoffen zu verlieren.

Das letzte Jahr, für das wir umfassende Übersichtsdaten von der US Energy Information Administration haben, ist 2018. Dies war ein gutes Jahr, denn es gab einen kleinen Ansturm für den Ausbau erneuerbarer Energien, bevor die Subventionen wie geplant eingestellt wurden. [Aufgrund der politischen Änderungen, wird von den Demokraten wieder verstärkt auf EE gedrängt]

Schauen wir uns zunächst die Basiszahlen der sogenannten Stromerzeugungskapazität an, die in Megawatt oder kurz MW gemessen wird. Ein großes [fossiles] Kraftwerk hat typischerweise eine Nennkapazität von rund 600 MW.

In 2018 wurden Gaskraftwerke mit rund 19.000 MW neu gebaut, bei Windkraft 9.000 MW t und bei Solarstrom 7.000 gebaut. (Kleinere private PV Anlagen – „hinter dem Zähler“, sind nicht enthalten.)

Es wurde also mehr Kapazität an zuverlässigen  Gaskraftwerken, als die zusammengezählten Wind- und Solarkraftwerke ergeben. Der Anteil von Wind und Sonne an der amerikanischen Erzeugungskapazität ging tatsächlich zurück, die erneuerbaren Energien verloren an Boden.

Dies ist jedoch nur die [von Befürwortern der Erneuerbaren gerne genannte] Spitze des Unterschieds. Bei Wind- und Sonne werden die Nennleistungen nur selten und unbestimmbar geliefert,  das kann nur unter idealen Bedingungen aus Wind und Sonne in Strom umgewandelt werden.

Für Sonnenenergie stellen sich diese idealen Bedingungen nur bei klarem Himmel mit der Sonne im Zenit und ohne Schnee oder Schmutz usw. auf dem Kollektor ein. Bei Wind benötigt es einen anhaltenden Luftstrom von mehr als 48 km/h. Beachten Sie, dass diese Bedingungen nicht allzu oft auftreten.

Aus diesem Grund werden Wind und Sonne als „intermittierend“ bezeichnet, da sie häufig weit weniger Strom produzieren als auf dem Typenschild angegeben,  oft wird überhaupt kein Strom produziert, wenn der „Brennstoff“ fehlt. Im Gegensatz dazu läuft das Gaskraftwerk, bis auf geringe,  planbare Wartungszeiten rund um die Uhr – wenn es gewünscht wird.

Der Unterschied zwischen der tatsächlichen Stromerzeugung und dem Typenschild wird als „Kapazitätsfaktor“ [CF] bezeichnet. Die typischen Kapazitätsfaktoren für verschiedene Erzeugungstechnologien sind ziemlich bekannt, obwohl sie von Standort zu Standort variieren können.

Um gegenüber erneuerbaren Energien großzügig zu sein, nehmen wir an, dass Solar einen CF von 15% und Wind einen CF von 40% hat. (In der Realität meist niedriger) Gaskraftwerke erreichen leicht 80% und mehr. Die Anwendung dieser Faktoren auf unsere Ernergieerzeuger gibt den folgenden Vergleich:

  • Gas: 19.000 x 0,8 = 15.200 MW
  • Wind: 9.000 x 0,4 = 3.600 MW
  • Solar: 7.000 x 0,15 = 1.050 MW

Die neu gebauten Gaskraftwerke liefern also rund dreimal so viel Strom wie die Erneuerbaren – und das auch zuverlässig planbar.

Anders ausgedrückt, Amerika hat damit seine Kapazität der Stromerzeugung aus fossilem Gasbrennstoff um das Dreifache gegenüber erneuerbaren Energien erhöht. Offensichtlich fallen erneuerbare Energien in dem was sie liefern,  weit hinter fossile Brennstoffe zurück.

Aber 2018 fällt nicht aus dem Rahmen. In den sechs Jahren 2013 bis 2018 hat die nutzbare Erzeugungskapazität, die mit gasbefeuerten Kraftwerken hinzugefügt wurde, in jedem Fall die von Wind plus Sonne überhaupt gelieferten Strommengen überschritten. Geht es um die tatsächlich gelieferten Strommengen, verlieren Erneuerbare Energien immer den Vergleich.

Die Befürworter von Strom aus Erneuerbaren fordern nun riesige Batteriesysteme im Netzmaßstab, die eines Tages unseren Saft liefern sollen, wenn die intermittierenden erneuerbaren Energien dies nicht tun. Die im Jahr 2018 hinzugefügte Gesamtkapazität betrug rund 200 MW, was im Grunde genommen fast nichts zum Bedarf beiträgt. Gleiches gilt für die Vorjahre.

Zum jetzigen Zeitpunkt sind Batterien nur ein aus der Not heraus geborenes, kostenintensives Zusatzteil, das zur Aufrechterhaltung der Netzstabilität verwendet wird. Ironischerweise ist dieses Bedürfnis aufgrund der [von den Befürwortern unvorhergesehenen] Unregelmäßigkeit der Wind- und Sonnenstrom-Erzeugung entstanden. Batterien sind keine Stromerzeuger, sondern müssen aus Strom-Überschüssen erstmal  aufgeladen werden, bevor sie für eine begrenzte Zeit diesen zurück liefern können – natürlich abzüglich der Lade- Entladeverluste.

Amerika hat damit keine Chance auf eine gesicherte Stromerzeugung aus Wind und Sonne zur Stromerzeugung; Erneuerbaren Energien sind damit nur ein Alibi für mehr und mehr Subventionen, ohne fossile Stromerzeugung keine Industrie und kein Wohlstand. Das würde man nie erfahren, wenn man der Presse und den Politikern zuhört.

https://wattsupwiththat.com/2020/12/28/wind-and-solar-are-losing-ground-to-gas/

Übersetzung (mit technischer Korrektur) durch Andreas Demmig

***

Zum Thema – hier ein Klage von Befürwortern der Erneuerbaren [vor den letzten Wahlen in USA]

Die Trump-Administration unterdrückt erneuerbare Energien auf öffentlichen Grundstücken und Gewässern

Von Nicole Gentile und Kate Kelly 25. Juni 2020, 00:01 Uhr

Während der Coronavirus-Pandemie rückt die mangelnde Unterstützung und Behinderung der Trump-Regierung für die Branche der erneuerbaren Energien in den Fokus.

… Präsident Trump hat jedoch unbegründete Behauptungen aufgestellt, dass Windkraftanlagen Krebs verursachen und die Immobilienwerte drücken. 2…   Trumps Abneigung gegen die Entwicklung erneuerbarer Energien spiegelt sich in der Politik seiner Regierung wider – von der Einführung von Zöllen bis zur Ablehnung von Steuergutschriften -, die den Sektor Arbeitsplätze gekostet, das Wachstum gebremst und die Fähigkeit des Landes behindert hat, den Klimawandel durch reduzierte Energie- Emissionen zu bekämpfen.

Inmitten der globalen Pandemie, in der die Branche für erneuerbare Energien erhebliche Arbeitsplatzverluste verzeichnet, zeigt die Trump-Regierung weiterhin zu gleichen Teilen Vernachlässigung und Feindseligkeit gegenüber Wind- und Solarunternehmen und ihren Arbeitnehmern. Nirgendwo ist diese Dynamik so offensichtlich wie im US-Innenministerium, das versucht hat, einer bereits in Schwierigkeiten geratenen Öl- und Gasindustrie während der Krise rasche Hilfe zu gewähren, aber keine ähnlichen Aussagen für die Industrie erneuerbarer Energien gemacht hat, die in derselben Öffentlichkeit tätig . Im Gegenteil, die Behörde hat Solar- und Windentwicklern große, rückwirkende Nachzahlungen [für nicht erfüllte Lieferverpflichtungen] in Rechnungen gestellt, zu einer Zeit, in der sich die Branche diese am wenigsten leisten kann.

Diese Analyse des Center for American Progress bietet neue Informationen darüber, wie die Regierung vor und während der Pandemie die Weiterentwicklung verantwortungsbewusster Wind- und Solarenergieprojekte auf öffentlichen Grundstücken und Gewässern behindert und die von der Obama-Regierung erzeugte Dynamik verschleudert hat. …. die für die Förderung erneuerbarer Energien auf öffentlichen Flächen und Gewässern von entscheidender Bedeutung sind. Dabei stellte sie fest, dass die Trump-Regierung weniger Projekte für erneuerbare Energien genehmigt hat als die Obama-Regierung zum gleichen Zeitpunkt während ihrer ersten Amtszeit….

https://www.americanprogress.org/issues/green/reports/2020/06/25/486852/trump-administration-stifling-renewable-energy-public-lands-waters/

 

EWE und Enercon: Wind-Joint-Venture nimmt Form an

Von Dr. Stefan Preiß -23. Dezember 2020

Die Aloys Wobben Stiftung, Alleingesellschafterin des Auricher Windenergieanlagenherstellers Enercon, und der Oldenburger Energiedienstleister EWE sind der Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens zum Ausbau der Windenergie an Land einen wichtigen Schritt näher gekommen. …

… Das neue Unternehmen wird den Angaben zufolge über mehr als 2.300 MW installierte Leistung im Bestand und eine Projektpipeline von über 9.400 MW verfügen. Damit sei man Marktführer im Bereich Onshore Wind in Deutschland. Ziel ist es, mehr als 200 MW Zubau jährlich zu realisieren und den Bestand auf bis zu 5 GW im Jahr 2030 zu steigern.

https://www.euwid-energie.de/ewe-und-enercon-wind-joint-venture-nimmt-form-an/




Europa ist vorgestern wohl gerade an einem Blackout vorbeigeschrammt

Das europäische Stromnetz ist ein meist verlässliches, aber auch fragiles System. Es bringt sich diesbezüglich hin und wieder in Erinnerung.

Freitag, 8. Januar 2021, 13:04:55 Uhr (MEZ)

Zu diesem Zeitpunkt kam es im europäischen Höchstspannungsnetz (ENTSO-E) zu einem deutlichen Frequenzeinbruch. Innerhalb von 14 Sekunden erfolgte ein Frequenzabfall von 50,027 auf 49,742 Hertz.

Damit wurde der Regelbereich mit einer Untergrenze von 49,8 Hertz verlassen, eine ernsthafte Gefahr bestand noch nicht. Die in diesem Fall vorgesehenen Maßnahmen – Einsatz positiver Regelenergie, Stopp des eventuellen Pumpbetriebes in Pumpspeicherwerken – reichten aus, nach wenigen Sekunden die Frequenz wieder über die 49,8 Hertz nach oben zu bringen. In folgendem Bild wurde der oben gelb angegebene Bereich nur kurzzeitig nach links überschritten, dennoch war es der stärkste Frequenzeinbruch seit November 2006 (der damals zu einem großflächigen Blackout in Westeuropa führte):

Zunächst gab es Unklarheit zur örtlichen Herkunft der Störung, die sich aber bald dem Versorgungsgebiet der Transelectrica im Nordwesten Rumäniens, auf Transsilvanien und Siebenbürgen, zuordnen ließ. Zu den Ursachen gibt es noch keine Erkenntnisse, eher offene Fragen: Ein Kraftwerksausfall, selbst mehrerer Blöcke, hätte einen solchen Einbruch kaum verursachen können. Missverständnisse im Handelsgeschehen können auch ausgeschlossen werden, denn der Zeitpunkt lag deutlich nach der vollen Stunde. Eine großflächige Abschaltung des regionalen Netzes in Rumänien wiederum hätte die Frequenz nach oben und nicht nach unten abweichen lassen. Gesicherte Informationen muss man abwarten.

Bei deutschen Netz- und Kraftwerksbetreibern liefen entsprechende Meldungen aus der Leittechnik auf. In Frankreich, das zu diesem Zeitpunkt viel Strom importierte, wurden Verbraucher aufgefordert, ihren Bezug zu verringern.

Gridradar.net äußerte sich zu begünstigenden Faktoren. Zum einen ist derzeit die Last pandemiebedingt geringer, was zur Folge hat, dass weniger konventionelle Kraftwerke am Netz sind. Dadurch sinkt der Effekt der rotierenden Massen, die im Netzverbund die Mikroschwankungen wegbügeln und die in einem solchen Störfall die erste Verteidigungslinie bilden. Ein 500-Megawatt-Braunkohleblock bringt zum Beispiel mit seinem Turbosatz 170 Tonnen Schwungmasse – vom Turbinen-Hochdruckteil bis zum Generator-Induktor – auf die Waage. Diese Masse an Stahl und Kupfer und einer Drehzahl von 3.000 Umdrehungen pro Minute stellt eine erhebliche Schwungmasse dar. Gekoppelt über das Netz sind also mehrere tausend Tonnen Massenträgheit mit dem entsprechenden Drehmoment wirksam.Mit der sinkenden Zahl in Betrieb befindlicher Turbo-Generator-Sätze geht nicht nur die Massenträgheit, sondern auch die Menge der verfügbaren Primär- und Sekundärregeleistung zurück, die nur von konventionellen Kraft- und Pumpspeicherwerken bereit gestellt werden kann. Die innerhalb weniger Sekunden erforderliche Primärregelleistung könnte auch durch Großbatterien erbracht werden, dies jedoch zu erheblichen Kosten und gegenwärtig sind sie nicht in nennenswerter Zahl verfügbar.

Was leisteten die massenhaft installierten Wind- und Solaranlagen in Deutschland im fraglichen Zeitraum? Bei einer Netzlast von 66,26 Gigawatt (GW) um 13 Uhr lieferten sie gemäß Einspeisevorrang des EEG alles, was sie konnten: 4,34 GW Windstrom (6,5 Prozent des Bedarfs) und 2,12 GW Solarstrom (3,2 Prozent)1. Da sie in keiner Form an der Netzregelung und Netzdienstleistungen beteiligt sind, waren sie bezüglich der Störung weder betroffen noch beteiligt. Sie waren, um eine populäre Kanzlerinnenformulierung zu gebrauchen, „nicht hilfreich“. Eine frequenzstabilisierende Wirkung durch die Massenträgheit der Rotoren der Windkraftanlagen gibt es nicht, da die Netzkopplung elektrisch über Umrichter erfolgt. Der erzeugte Gleichstrom wird in eine digitalisierte Sinuskurve überführt und als Drehstrom abgeführt, bei zu starker Abweichung von der Netzfrequenz schalten sich die Anlagen ab.

Nun soll ausgerechnet der massenhafte Ausbau dieser Technologien das künftige Stromversorgungssystem dominieren. Die Fragen der rotierenden Massen, der Frequenzhaltung und der Spannungsregelung wird im Zusammenhang mit dem fortschreitenden Zubau volatiler Einspeiser schon lange in der Branche diskutiert. Nur im politischen Raum mit der ausschließlich CO2-zentrierten Sicht auf die Energieversorgung nicht. Schon längst hätte man den „Erneuerbaren“ Systemverantwortung übertragen müssen.

Unterdessen steigt die Anfälligkeit des Systems durch immer höhere Komplexität, durch die erhöhte Einspeisung von Strom in die unteren Spannungsebenen (dezentrale Erzeugung, vor allem regenerativ), durch verstärkten Handel, durch stärkere Erzeugungsschwankungen und Verringerung der gesicherten Einspeisung.
Einige Störungen aus jüngerer Vergangenheit zeigen verschiedene Ursachen. Bedenklich dabei ist, dass einige Ereignisse nicht oder nicht vollständig aufgeklärt werden konnten:

14. Dezember 2018: Abschaltungen von Teilen der deutschen Aluminiumindustrie („Prognosefehler bei den erneuerbaren Energien aufgrund einer komplexen Wetterlage“).

10. Januar 2019: Frequenzabfall auf 49,8 Hz – zwei gestörte Kraftwerke in Frankreich, in Verbindung mit einer defekten Messstelle im Netz. Dennoch hätte es diesen Einbruch nicht geben dürfen

24. Januar 2019: Überfrequenz von fast 50,2 Hz, Ursache unbekannt, evtl. hat sich das Netz „aufgeschaukelt“.

3. April 2019: Frequenzabfall 49,84 Hz – Ursache unklar

20. Mai 2019 „Alarmstufe rot“ bei Swissgrid

6., 12. und 25. Juni 2019: bis zu 7 GW Unterdeckung im deutschen Netz – Auswirkung des „Mischpreisverfahrens“ – Spotmarktpreis höher als Regelenergiepreis, Bilanzkreisverantwortliche haben gepokert. Inzwischen sind die Regularien geändert.

7. Juni 2019 Datenpanne bei der europäischen Strombörse EPEX, dadurch Entkopplung des europäischen Marktes. Ursache war vermutlich ein „korruptes“ Datenpaket.

8. Januar 2021 Unterfrequenz 49,742 Hz ?

(Aufzählung nicht vollständig)

Wie man sieht, können die Störungsursachen vielfältig sein und unglückliche Kombinationen verschiedener Ursachen unabsehbare Folgen haben. Dass die richtunggebende Politik dies wahrgenommen hat, ist nicht zu erkennen.

Daten aus: https://energy-charts.info/

Der Beitrag erschien zuerst bei TE hier




Klimaschau 6 – die Tagesschau von Sebastian Lüning

Keine Vorschau zu sehen? HIER KLICKEN




UK: Keinerlei Erwärmung mehr seit dem Jahr 2006

Dies ist jedoch nicht mehr als ein Versuch, die höchst unbequeme Wahrheit zu vertuschen, nämlich dass die Erwärmung im Jahr 2006 aufgehört hat. Der 10-Jahres-Durchschnitt zeigt dies deutlich.
Wir können uns ein klareres Bild davon machen, wenn wir den Zeitraum seit 1991 heranzoomen.

Die 10-Jahres-Durchschnitte stiegen in den 1990er und frühen 2000er Jahren langsam an. Seitdem sind sie jedoch allmählich zurückgegangen und haben ihren Höhepunkt im Zeitraum von 1997 bis 2006 erreicht:

Das alles führt uns zu der Frage: was ist das „normale“ Klima für England?

Das Met Office würde sagen, dass dies der 30-Jahres-Durchschnitt ist, aber das ist nur ein künstliches Konstrukt aus Bequemlichkeit. Derzeit liegt der 10-Jahres-Durchschnitt der MEZ bei 10,40C, was kaum über dem Durchschnitt von 1991-2020 von 10,25C liegt. Die Differenz liegt deutlich innerhalb einer natürlichen Schwankungsbreite.

Immerhin stiegen die Jahrestemperaturen von 8,86C im Jahr 2010 auf 10,72C im darauffolgenden Jahr, rein aufgrund von Schwankungen des „Wetters“.

Die Grafik unten mit den höchsten und niedrigsten monatlichen Durchschnittstemperaturen für jeden Monat seit 1991 zeigt, wie variabel das englische Wetter sein kann:

Würden die „wärmsten“ Monate alle im gleichen Jahr auftreten, läge der Jahresmittelwert bei 12,8°C. Und wenn das Gleiche für die „kältesten“ Monate gelten würde, läge der Jahresmittelwert bei 7,3°C.

Die nächste Grafik zeigt diesen Bereich, wenn er mit den tatsächlichen Jahrestemperaturen überlagert wird:

Obwohl eine solche Eventualität statistisch äußerst unwahrscheinlich sein mag, sehe ich meteorologisch keinen Grund, warum sie nicht möglich sein sollte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Auffassung, es gäbe eine „normale“ Jahrestemperatur oder gar ein „normales“ Klima in England, unwissenschaftlich ist. In der Tat ist sie nicht wissenschaftlicher als die Behauptung, es gäbe hier „normales“ Wetter.

Was das englische „Klima“ immer noch dominiert, ist die Variabilität des Wetters, von Tag zu Tag, von Monat zu Monat und sogar von Jahr zu Jahr. Alle zugrundeliegenden Klimatrends gehen im Rauschen unter.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Laut CET stiegen die Jahrestemperaturen zwischen den 1940er und 2000er Jahren um etwa 0,7 °C. Aber wie viel davon hing mit den zugrunde liegenden klimatischen Bedingungen zusammen, und wie viel war wetterbedingt?

Vielleicht ist der beste Anhaltspunkt, den wir haben, der Vergleich der wärmsten Jahre. Während 2014 mit 10,95°C das wärmste Jahr war, lag das Jahr 1949 mit 10,65°C nicht weit dahinter. Gehen wir weiter zurück, sehen wir Jahre wie 1733, 1779 und 1834, die alle über 10,4°C lagen.

Dies deutet darauf hin, dass der größte Teil der Erwärmung in den letzten drei Jahrzehnten mit dem Wetter und nicht mit dem Klimawandel zusammenhängt.

Link: https://wattsupwiththat.com/2021/01/03/no-warming-in-uk-since-2006/

Übersetzt von Chris Frey EIKE