Wie genau sind unsere Messungen bzgl. Wetter und Klima?

Heute dagegen brauchen wir beispielsweise auf einem Flug von New York nach Los Angeles detailliertere und zuverlässigere Wetterinformationen, wie z. B. ob es bei der Zwischenlandung in St. Louis schneit. Oder der Landwirt in Nebraska, der die Vorhersage für die Frühjahrsweizenproduktion in der Ukraine sehen muss. Er braucht die bestmöglichen Informationen, um besser abschätzen zu können, wie viele Hektar Winterweizen er für die heutigen globalen Märkte anbauen sollte.

Wir brauchen vor allem bessere und zuverlässigere Informationen, um zu entscheiden, welche Maßnahmen wir zur Vorbereitung auf Klimaveränderungen in Betracht ziehen sollten.

Während Wissenschaftler, Ingenieure und Software-Programmierer die Bedeutung und die Notwendigkeit dieser Datengenauigkeit kennen, ist sich die breite Öffentlichkeit nicht bewusst, wie herausfordernd diese Aufgaben sein können.

Wenn wir langfristige Klimadaten betrachten, müssen wir unter Umständen mehrere Proxies (indirekte Messgrößen, von denen wir hoffen, dass sie direkt mit dem Wetter variieren) verwenden, die eine zusätzliche Ebene von Komplexität, Kosten und Fehlerquellen hinzufügen. Einer der am häufigsten verwendeten Proxies sind die alten Temperatur- und CO2-Werte aus Eiskernproben. In den letzten paar hundert Jahren waren auch Baumringdaten eine primäre Quelle für die Jahrestemperaturen. Aber seit dem letzten halben Jahrhundert werden direkte atmosphärische Messwerte verwendet, die sehr genau und zuverlässig sind.

Aus Abbildung 1 geht hervor, dass der CO2-Gehalt ab Mitte der 1950er Jahre dramatisch anstieg. Wir haben aufgehört, Proxies zur Messung des atmosphärischen CO2-Gehalts zu verwenden, und haben begonnen, direkte Messwerte von der Mauna Loa Wetterstation auf Hawaii zu verwenden. Wir müssen uns also fragen, ob dieser dramatische Anstieg des CO2-Gehalts real war, oder ob er durch die Änderung des Messverfahrens teilweise verzerrt wurde. Oder wir haben in den frühen 1960er Jahren aufgehört, Baumringdaten zu verwenden. In der Zeit, als wir sowohl Baumring- als auch Thermometer-Aufzeichnungen hatten, wurden gewisse Diskrepanzen festgestellt. Wir können solche Änderungen in den Messungen nicht vornehmen, ohne Raum für Zweifel zu lassen.

Abbildung 1 zeigt zum Beispiel den CO2-Gehalt der Jahrtausende alten antarktischen Eisschilde. Vor Mitte der 1950er Jahre wurden die CO2-Schätzungen auf der Grundlage des CO2-Gasgehalts der Eisbohrkerne berechnet. Die auf diese Weise gemessenen CO2-Gehalte schienen über einen Zeitraum von mehreren zehntausend Jahren nie viel über 280 ppm zu steigen.

Man beachte nun, dass wir, beginnend vor etwa 6.000 Jahren, einen kleinen, aber stetigen Anstieg sehen, wenn wir von links nach rechts schauen. Und der Anstieg scheint bis Mitte der 1990er Jahre einigermaßen konstant zu sein. Hier ist die klassische Annahme, dass sowohl das CO2 als auch die Temperaturen gestiegen sind.

Kürzlich haben sich Wissenschaftler die abwärts gehende Neigung angesehen, wenn wir in den 1950er Jahren stehen und von rechts nach links schauen. Dabei stellt sich die Frage, ob das CO2 durch das enorme Gewicht der Gletscher herausgedrückt wird, während sie altern, und vielleicht auch in Kombination mit CO2, das chemisch gebunden wird, und in welchen Anteilen. Ab Mitte der 1950er Jahre sehen wir einen sehr deutlichen und schnellen Anstieg der CO2-Werte, und wir sehen die inzwischen bekannten CO2-Hockeyschläger. Ist das CO2 so schnell angestiegen, oder war es Teil der Anomalie, die durch die Änderung der Messmethoden verursacht wurde? Wir denken Letzteres.

Woher soll der Durchschnittsbürger das wissen? Wurde diese dramatische Veränderung jemals genau und verständlich erklärt? Wir wollen das erst einmal allgemeiner als „Datenintegrität“ bezeichnen.

Hier ist ein weiteres einfaches Beispiel. Wenn wir die Temperatur in der Gegend von Boston vor 200 Jahren messen wollten, hätten wir vielleicht zwanzig Thermometer an zwanzig verschiedene Orte gebracht. Wir hätten einige allgemeine Entscheidungen getroffen, einige entlang der Küste und den Rest an verschiedenen Stellen in der Stadt und auf dem Land zu platzieren – vor allem auf Bauernhöfen. Wir hätten vielleicht nur ein oder zwei in den Bergen oder Wäldern aufgestellt, weil diese Stationen bemannt sein und die Daten mehrmals am Tag aufgezeichnet werden mussten. Dann, vielleicht ein- oder zweimal pro Tag oder Woche oder Monat, könnten sie konsolidiert worden sein, um eine durchschnittliche „Boston-Temperatur“ für Oktober 1820 zu erhalten. Wie würde es aussehen, wenn die Boston-Temperatur im Oktober 1920 bzw. 2020 verglichen werden, um zu sehen, ob sie gestiegen ist oder nicht? Nun, das stellt eine ziemliche Herausforderung dar:

In den letzten hundert Jahren könnten einige Bäume um das Thermometer herum gewachsen sein, während die Thermometer im Jahr 1920 vielleicht den ganzen Tag in der vollen Sonne standen. Was nun?

● Einige Instrumente wurden aus irgendeinem Grund verschoben, z. B. wegen einer großen Autobahnbaustelle; wie hat sich das auf die Temperaturmesswerte ausgewirkt?

● Einige Instrumente könnten nach und nach für Monate oder sogar Jahre nicht mehr kalibriert worden sein, bevor sie repariert oder ersetzt wurden. Was machen wir mit den verdächtigen Daten während des fraglichen Zeitraums? Ignorieren?

● Wenn die Instrumente ersetzt wurden, wie wurden sie ersetzt? Einige Variablen sind die gleiche Höhe über dem Boden, der gleiche Schutzkasten, Quecksilber ersetzt durch Alkoholthermometer oder Thermoelemente, usw.

● Eine Wetterstation befand sich in der Nähe einer unbefestigten Straße, bis sie 1926 mit Zement und 1963 mit Asphalt bedeckt wurde? Später wurde sie wieder zu einem Feldweg umgestaltet, als das Gebiet 2004 zu einem Naturpark wurde?

● Wie würden wir diese Temperaturen[iii] mit den Temperaturen bis zum Jahr 2020 vergleichen, kontrastieren und integrieren? Sehr unterschiedlich und sehr herausfordernd:

1) Instrumente, die einst auf einer Weide standen, befinden sich jetzt in der Nähe von Flughafenlandebahnen und Düsenabgasen!

2) Ein anderes war in der Nähe einer schattigen, sandigen Straße, die jetzt ein asphaltierter Parkplatz ist.

3) Thermoelemente haben viele Thermometer ersetzt; wie wurden die Messwerte „zusammengestoppelt“?

4) Andere Wetterstationen wurden einfach wegen der hohen Kosten für ihre Wartung aufgegeben oder durch ein ferngesteuertes Thermoelement oder Telemetrie ersetzt.

5) Wie kann man[i] die Auswirkungen der Umweltverschmutzung der 1960er bis 1990er Jahre mit dem unberührten Himmel der 1800er Jahre in Einklang bringen, wenn Wolken eine so wichtige Rolle spielen?

6) Und die Wolkendecke von 1820 war wahrscheinlich ganz anders als heute, als Folge der zunehmenden Menge an „Aerosolen“, die eine wichtige Rolle bei der Wolkenbildung, dem „Treibhaus“- und dem „Albedo“-Effekt spielen.

In den letzten Jahrzehnten, und vor allem seit der Satelliten-Ära, wurden Hunderte von erdgebundenen Wetterstationen aus verschiedenen Gründen aufgegeben, unter anderem aus Kostengründen und wegen der Zuverlässigkeit der Daten. In den letzten Jahrzehnten haben die NASA und die NOAA versucht, aktuelle und historische Wetteraufzeichnungen an Land und auf dem Meer zu „normalisieren“. Abbildung 2 zeigt zwei Sätze von genau denselben Daten! Die blaue Linie repräsentiert die tatsächlichen landbasierten Temperaturen von 1.218 Stationen in den USA, als die Messwerte aufgenommen wurden. Man vergleiche das mit der roten Linie, die genau die gleichen Temperaturaufzeichnungen darstellt, aber nachdem sie von der NOAA „normalisiert“ wurden*.

*In einem Beitrag bei Real Climate Science wird schon Ende 2016 festgestellt: „Das Problem mit der NOAA-Graphik besteht darin, dass es Fake-Daten sind. Die NOAA erzeugt den Erwärmungstrend künstlich mittels Veränderung der Daten. Die RohDaten der NOAA zeigen im vergangenen Jahrhundert keinerlei Erwärmung“.

„Normalisierung“ hat eine praktische Grundlage. Es ist ein bisschen so, als würde man die Menge des Obstes berechnen, wenn man Äpfel zu Orangen addiert. Allerdings ist der Prozess anfällig für fehlerhafte Annahmen und Ausführung. Der prominente Umweltwissenschaftler Donald Easterbrook behauptet, dass die bisherigen historischen Aufzeichnungen absichtlich manipuliert wurden, wie in Abb. 2 dargestellt. Es wurde der Vorwurf erhoben, dass diese Temperaturen verzerrt wurden, um in das aktuelle Narrativ des CO2-induzierten globalen Klimawandels zu passen. Die historischen Daten der blauen Linie wurden in den letzten Jahrzehnten mindestens viermal verändert, und nun in ihrer endgültigen Form zeigt die rote Linie einen dramatischeren, steileren Temperaturanstieg seit den 1980er Jahren, indem die Temperaturen in den vorangegangenen Jahrzehnten gesenkt wurden! Wenn wir heute aufgefordert werden, Multi-Billionen-Dollar-Entscheidungen zu treffen, die auf unserer Temperaturhistorie des letzten Jahrhunderts basieren, sind sie schwerwiegend und folgenreich geworden.

For more information we recommend our book A Hitchhikers Journey Through Climate Change, coming soon to the CFACT store at CFACT.org.

[i] http://www.clker.com/clipart-thermometer-in-beaker.html

Autoren: CFACT Senior Science Analyst Dr. Jay Lehr has authored more than 1,000 magazine and journal articles and 36 books. Jay’s new book A Hitchhikers Journey Through Climate Change written with Teri Ciccone is now available on Kindle and Amazon.

Terigi Ciccone is an Engineer, Science Enthusiast and Artist. Loves reading and travel, Naturalist, Author of the new book “A Hitchhiker’s Journey Through Climate Change.”

Link: https://www.cfact.org/2021/01/05/how-accurate-are-our-weather-and-climate-measurements/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

 




Grundgesetz: Professor Ahnungslos vom RKI

Bei Wikipedia kann man nachlesen, dass Brockmann am Robert-Koch-Institut die Projektgruppe P4 „Epidemiologische Modellierung von Infektionskrankheiten“ leitet. Im Ergebnis handelt es sich bei ihm also zweifellos um einen jener Experten am RKI, die von der Bundesregierung bei der Bewältigung der Corona-Pandemie zu Rate gezogen werden. Um so erstaunlicher ist es, welche Erklärungen er in dem Interview von sich gegeben hat, die juristisch betrachtet – gelinde formuliert – unhaltbar sind.

In dem Interview wird Brockmann unter anderem vorgehalten, dass Politiker und Juristen eine Beschränkung von Reisen auf 15 Kilometer als unverhältnismäßig kritisieren und dass es bessere, passgenauere Maßnahmen gebe, beispielsweise das Schließen von Skigebieten. Laut t-online antwortete Brockmann: „Ich lehne das Wort „unverhältnismäßig“ in diesem Zusammenhang ab. Da steckt ‚Verhältnis‘ drin. Das suggeriert, dass man Zahlen zum Zusammenhang zwischen Kontakten und Reisen kennt… Es gibt diese Daten nicht. Bisher wurde der Zusammenhang zwischen Reisen und der Anzahl der Kontakte nur wenig beziehungsweise unzureichend erforscht“.

Diese Aussage ist, wenn man ehrlich bleibt, ein geistiges Armutszeugnis. Es sollte jedem gebildeten Staatsbürger in Deutschland, auch Herrn Brockmann, mittlerweile klar sein, dass der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit ein Rechtssatz ist und nicht nur die Beschreibung eines mathematischen Zusammenhangs von Zahlen. Der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit hat darüber hinaus – dieses Wissen kann man bei einem Physik-Professor wahrscheinlich nicht erwarten, sondern nur bei einem Juristen – nach jahrzehntelanger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts Verfassungsrang!

Der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gilt also immer und in jedem Zusammenhang, auch im Zusammenhang mit Corona. Brockmanns Satz: „Ich lehne das Wort ‚unverhältnismäßig‘ in diesem Zusammenhang ab“ ist folglich absurd und schlicht unvertretbar. Brockmann hat erkennbar von Grundrechten und vom Verhältnismäßigkeitsgrundsatz so viel Ahnung, wie ein Medizinmann aus dem Busch Kenntnis hat von moderner Herzchirurgie: nämlich gar keine. Sein Satz, er lehne das Wort „unverhältnismäßig“ im Zusammenhang mit Corona ab, ist etwa so richtig, wie wenn er gesagt hätte, dass er im Zusammenhang mit Corona die Beachtung von Grundrechten ablehne. Leider gibt das Interview Anlass dafür, genau das zu vermuten.

Im juristischen Sinne völlig unverhältnismäßig

Die Antwort von Brockmann ist auch in einem weiteren Punkt bemerkenswert. Denn aus seiner oben erwähnten Antwort ergibt sich, wenn auch von ihm unbeabsichtigt, dass die Anordnung einer Beschränkung von Reisen auf 15 Kilometer im juristischen Sinne völlig unverhältnismäßig ist.

Für alle juristischen Laien, zu denen erkennbar Brockmann sowie einige Ministerpräsidenten in Deutschland gehören, sei daher an dieser Stelle ein kurze juristische Einführung in den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gegeben: Nach jahrzehntelanger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts und aller übrigen obersten Bundesgerichte ist eine staatliche Maßnahme nur dann verhältnismäßig, wenn sie geeignet ist, das beabsichtigte Ziel zu erreichen, wenn sie erforderlich ist, um das beabsichtigte Ziel zu erreichen und wenn sie verhältnismäßig im engeren Sinne ist, also nicht gegen das Übermaßverbot verstößt.

Das beabsichtigte Ziel ist klar definiert: Eine Absenkung der Infektionszahlen zur Eindämmung der Pandemie. Ist eine Beschränkung von Reisen auf 15 Kilometer geeignet, um dieses Ziel zu erreichen?

Klare Antwort: Nein! Sogar Brockmann, ein Experte für „Epidemiologische Modellierung von Infektionskrankheiten“, erklärt selbst in seiner oben zitierten Antwort, dass es keine Daten gibt, die einen Zusammenhang zwischen Reisen und Kontakten belegen und dass diese gesamte Frage bisher nicht erforscht ist! Es fehlt also bereits an einem Nachweis, dass die beabsichtigte staatliche Maßnahme der Beschränkung der Reisen auf 15 Kilometer überhaupt geeignet ist, um das beabsichtigte Ziel zu erreichen. Zumindest die Geeignetheit einer Maßnahme muss aber zweifelsfrei feststehen, wenn sie als Rechtfertigung für einen Eingriff in Grundrechte herhalten soll. Von der Erforderlichkeit der Maßnahme (gibt es nicht tatsächlich weniger einschneidende und mildere Mittel?) und der Verhältnismäßigkeit im engeren Sinne (schießt man hier nicht deutlich übers Ziel hinaus?) braucht gar nicht mehr gesprochen zu werden. Sie liegen beide zweifelsfrei ebenso nicht vor.

Aus der eigenen Antwort eines Experten des Robert-Koch-Instituts ergibt sich also bereits, dass die Beschränkung von Reisen auf 15 Kilometer Entfernung im Rechtssinne völlig unverhältnismäßig ist. Die Bundesregierung bzw. die Landesregierungen haben insoweit auch keinen Beurteilungsspielraum mehr und keine Einschätzungsprärogative. Im Gegensatz zum ersten Lockdown im Früjahr 2020, als man über das Corona-Virus so gut wie nichts wusste, keine Masken und keine Impfungen hatte und man eine Pandemie mit Millionen von Toten allein in Deutschland befürchten musste, wissen wir heute eine ganze Menge über das Virus, haben Masken und Impfmittel und können auch mit Sicherheit sagen, dass keine Millionen von Menschen in Deutschland an Corona sterben werden.

Ein Akt der Willkür und bloßer Aktionismus

Da nach den eigenen Angaben des RKI-Experten Brockmann keinerlei Zahlen und keine Forschung dafür vorliegen, dass ein Zusammenhang zwischen Reisen von mehr als 15 Kilometern Entfernung und vermehrten Kontakten und Infektionen besteht, liegt das generelle Verbot von Reisen von mehr als 15 Kilometern Länge nicht mehr im Beurteilungsspielraum der Regierenden, sondern stellt einen Akt der Willkür bzw. bloßen Aktionismus dar.

Brockmann offenbart in dem Interview, aber auch ansonsten, eine – vorsichtig formuliert – sehr eigenwillige Sichtweise auf die freiheitliche demokratische Grundordnung des Grundgesetzes. So erklärt er u.a.: „Generell gilt: Jede Reise, die nicht unternommen wird, schadet nicht“.

Diese Aussage lässt tief blicken. In der freiheitlichen demokratischen Grundordnung ist nämlich, was Brockmann offenbar nicht weiß, grundsätzlich erst einmal alles erlaubt, was nicht verboten ist. Das ergibt sich aus der allgemeinen Handlungsfreiheit (Art. 2 Abs. 1 GG). Der Staat darf nicht völlig willkürlich und nicht unverhältnismäßig irgendwelche Verbote erlassen. Vielmehr muss der Staat einen vernünftigen Grund vorweisen können, um in die Freiheit seiner Bürger eingreifen zu dürfen.

In einem freiheitlichen Rechtsstaat stellt sich also nicht die Frage, ob eine Reise „nicht“ schadet. Das ist eine Sichtweise, die in Diktaturen gehört. Sondern in einem freiheitlichen System ist die einzige Frage, „ob“ eine Reise schadet. Denn nur dann kann sie verboten werden! Sonst nicht. Die Denkweise, erst einmal prophylaktisch alles zu verbieten, was unter Umständen schaden könnte, gehört, wie bereits erwähnt, in Diktaturen, aber nicht in eine freiheitliche Demokratie.

Wenn es darum ginge, alles zu verbieten, was möglicherweise schaden könnte, müsste man nicht nur Reisen von mehr als 15 Kilometer Entfernung, sondern beinahe sämtliche Errungenschaften der modernen Gesellschaft verbieten. Hier nur einige Beispiele: Man müsste den Autoverkehr komplett verbieten, weil nachweislich durch den Autoverkehr jedes Jahr in Deutschland durchschnittlich mehr als 3.000 Menschen ums Leben kommen. Man müsste sämtliche Demonstrationen und den Zusammentritt des Bundestages verbieten. Überlegen Sie sich mal, welches Infektionsrisiko besteht, wenn sich 709 Abgeordnete des Bundestages bei den Debatten einfinden, dort Stunden lang debattieren und sich teilweise sogar lautstark beschimpfen. Man möchte gar nicht wissen, wie viele Aerosole und wie viele Tröpfchen dort umherschwirren und andere Menschen anstecken könnten. Und man müsste Computer und Internet – zumindest für die Allgemeinheit – verbieten, weil sie Strom benötigen, viel CO2-Ausstoß verursachen und von „schlechten“ Menschen missbraucht werden.

Das Modell der vorbeugenden Inhaftierung

Eine solche Herangehensweise, alles zu verbieten, was möglicherweise gefährlich werden könnte, wäre auch im Strafrecht interessant. Wenn jemand beispielsweise schon viermal rechtskräftig wegen Diebstahls verurteilt wurde, müsste er beim fünften Mal ohne Wenn und Aber – auch ohne komplizierte und mühevolle Gerichtsverhandlung – sofort eingesperrt werden. Denn er könnte ja möglicherweise wieder stehlen gehen. Und eine solche Prognose wäre statistisch nicht einmal von der Hand zu weisen. Denn es ist wissenschaftlich erwiesen, dass jemand, der ein bestimmtes Verhaltensmuster erlernt hat und mehrfach einschlägig zuvor verurteilt wurde, auch in Zukunft mit signifikant höherer Wahrscheinlichkeit wieder eine solche Straftat begehen wird als ein unbescholtener Bürger aus der Durchschnittsbevölkerung.

Das Modell der vorbeugenden Inhaftierung hatten wir übrigens schon einmal in Deutschland zwischen 1933 und 1945. Damals wurden auch missliebige Personen ohne Gerichtsverhandlung in „Schutzhaft“ genommen, weil angeblich die Gefahr bestand, sie könnten weitere Straftaten begehen oder dem System gefährlich werden.

Dieses drastische Beispiel zeigt, wie absurd eine solche Denkweise ist, prophylaktisch alles zu verbieten, was gefährlich werden könnte, und dass diese Denkweise in einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung nach dem Grundgesetz nichts zu suchen hat. Die Tatsache, dass Brockmann anscheinend nicht viel von Freiheit hält, wird auch noch an einer anderen Stelle des Interviews deutlich.

Auf das Ansprechen der Ein-Personen-Regel (dass sich also die Angehörigen eines Haushalts nur noch mit einer einzigen haushaltsfremden Person treffen dürfen), antwortet Brockmann:

„Das ist die sinnvollste Regel überhaupt! Es sprengt die Kontaktnetzwerke, zerstückelt sie. Das ist das wichtigste.“

Wenn man die Situation allein und ausschließlich unter dem Blickwinkel der Absenkung der Infektionszahlen betrachtet, hat Brockmann sicherlich recht. Aber mit einem freiheitlichen Staat, der seinen Bürgern Grundrechte, unter anderem das Recht auf Freizügigkeit und Berufsfreiheit garantiert, hat das nicht mehr viel zu tun. Außerdem blendet Brockmann die negativen Folgen solcher Beschränkungen einerseits für die Menschen und ihre Bedürfnisse, andererseits für die Wirtschaft, die unser aller Lebensgrundlage darstellt, völlig aus. Er orientiert sich leider völlig einseitig nur an dem Ziel, die Infektionszahlen zu senken.

Sofern man die Aussage von Brockmann zugrunde legen würde, nämlich um jeden Preis die Kontaktnetzwerke zu „sprengen“ und zu „zerstückeln“, läge die effektivste Bekämpfung der Infektionszahlen zweifellos darin, alle Deutschen, mit Ausnahme der Menschen in systemrelevanten Berufen, einzusperren und zu isolieren, entweder im Gefängnis oder in einem geschlossenen Krankenhaus oder bei sich zu Hause. Man müsste auf jeden Fall verhindern, dass sich noch eine nennenswerte Zahl von Menschen in Deutschland frei auf den Straßen bewegt. Vielmehr wäre es nach Brockmann sinnvoll, eine Friedhofsruhe herzustellen, bei der sich niemand mehr anstecken könnte. Das würde dann aber leider sehr den Verhältnissen in Nordkorea ähneln.

Von unserer Rechts- und Werteordnung keine Ahnung

Auch an einer weiteren Stelle wird Brockmanns problematisches Verständnis von unserer Gesellschaftsordnung nach dem Grundgesetz deutlich.

Er führt u.a. aus: „Wir brauchen einen System-Switch, glaube ich. Die Dauer des Lockdowns würde ich nicht mehr von einem Datum abhängig machen, sondern von der Inzidenz“.

Mit einem solchen Unterfangen hätten wir einen unbefristeten Lockdown (!), und die Bevölkerung dürfte sich in ängstlicher Neugier täglich die Inzidenzzahlen angucken, ob dort eine Besserung in Sicht ist. Auch das erinnert leider fatal an Diktaturen, die wir in Deutschland schon hatten, als beispielsweise während des Zweiten Weltkrieges die Menschen gläubig die Wehrmachtsberichte von den Geschehnissen an der Front hören oder während der Zeit des Arbeiter- und Bauernstaates die Erfolge der sozialistischen Wirtschaft in den Fünfjahresplänen zur Kenntnis nehmen durften. Beide Diktaturen waren nicht sehr menschenfreundlich und auf Dauer nicht erfolgreich. Sie dürften daher kaum als Vorbild für die Bewältigung der heutigen Aufgaben in der Bundesrepublik dienen.

Brockmann und andere „Experten“, zu denen anscheinend auch mancher Ministerpräsident gehört, mögen zwar viel über Corona und die Ausbreitung von Infektionen wissen. Von unserer Rechts- und Werteordnung nach dem Grundgesetz, zu der auch die Abwägung von Belangen und der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz gehören, haben sie aber offenbar keine Ahnung. Oder, was ebenso schlimm wäre, sie ignorieren sie, um die eigene Macht und das eigene Prestige zu bewahren.

 

Der Autor ist Richter an einem deutschen Gericht und schreibt hier unter Pseudonym.

Der Beitrag erschien zuerst bei ACHGUT hier




Verlangsamung der CO2-Anreicherung in der Luft – durch COVID oder durch die Natur?

Hier möchte ich jetzt meine Hypothese überprüfen hinsichtlich des Löwenanteils der Ursachen für die CO2-Zunahme, selbst wenn ich sicher bin, dass dieses nur eine geringe Rolle bzgl. des Erdklimas spielt (wenn überhaupt eine).

Hier zunächst ein paar einfache Fakten:

1.Ozeane sind die größte CO2-Senke

2.Je wärmer die Ozeane, umso mehr CO2 wird freigesetzt

3.Die Ozeane sind wärmer geworden.

Beispiel: Man betrachte die Wassertemperatur heute (rechts) mit der vor 35 Jahren:

Meine Hypothese ist, dass sich durch die natürliche zyklische Erwärmung der Ozeane eine kumulative Ansammlung von CO2 entwickelt hat. Dies setzt sich so lange fort, bis ein Gleichgewicht erreicht ist. Der Planet versucht, dem mit immer mehr Laub entgegenzuwirken, was eines der Standbeine meiner „keine Schuld“-Lösung für die auf CO2 basierende und auf Indoktrination fußende AGW-Angst. Pflanzen Sie also genug Bäume, bauen Sie genug Kernkraftwerke und machen Sie Kohlenstoffabscheidung, und wenn Sie CO2 für die Erwärmung verantwortlich machen (was ich im Großen und Ganzen nicht tue), ist das Problem gelöst, egal was Sie glauben. Ich skizziere es in meinem neuen Buch, The Weaponization of Weather in the Phony Climate War. Das ist ein Novum: jemand, der tatsächlich eine fehlerfreie Lösung für ein Problem vorschlägt, das höchstwahrscheinlich gar nicht existiert und das unsere Lebensweise nicht zerstören wird.

Die andere „Lösung“ ist der „Green New Deal“, der als Nebenprodukt wahrscheinlich die wirtschaftliche Lebensader der US-Wirtschaft stören, wenn nicht gar zerstören wird und genau ins Herz des Systems geht, um das uns die Welt beneidet.

Tatsache ist jedoch, dass die Verlangsamung auf Covid zurückgeführt wird, da Covid im Frühjahr eine weltweite Abschaltung der Industrie für mehrere Wochen verursachte. Zu dieser Zeit sah die CO2-Kurve sehr ähnlich aus wie in den Vorjahren zu dieser Zeit. Wir konnten also nichts erkennen. Aber jetzt, später im Jahr, wird die Behauptung hinaus posaunt, dass es die Covid-Abschaltungen waren, die sie gesenkt haben, ohne überhaupt die andere Seite der Debatte zu betrachten. Die Ozeane kühlen sich ab und die Anstiegsrate sollte sich nach meiner Vorstellung etwas verlangsamen.

Um das „Problem“ der Schuldzuweisung weiter zu vergrößern, kann meine Seite der Debatte (diejenigen von uns, die an eine aufgeschlossene Debatte glauben) nicht vor der Tatsache davonlaufen, dass CO2 und Temperatur in den letzten 35 Jahren gestiegen sind. Was bedeutet, dass die andere Seite einen Grund hat, ihren Standpunkt zu vertreten. Das Problem ist, dass sie nicht denken, jemand könne deren Narrativ in Frager stellen. Also, was ist es? Wie in vielen Beiträgen zuvor, ziehe ich SUPER NINOS in Betracht, um die entsprechenden höheren Temperatur-Plateaus zu erklären – es ist weitgehend mehr Wasserdampf, nicht CO2.

Super-Nino’s setzen immense Mengen an Wasserdampf frei, welche die Temperatur beeinflussen, vor allem in den Polarregionen, wo sie niedrigere Temperaturen und Taupunkte viel mehr beeinflussen als dort, wo es warm und feucht ist. Wir haben keine Temperatur/CO2-Korrelationen. Wir haben Korrelationen zwischen Wasserdampf und Temperatur. Ich frage mich, warum? Empfohlene Lektüre in meinem Buch:

Kapitel 6: Die globale Temperatur als Waffe

Hier noch einmal die relevante Keeling-Graphik der letzten zwei Jahre (Quelle):

Hier möchte ich auf zweierlei hinweisen: 1) Es gibt eine Abflachung der Kurve von Januar bis März, die wahrscheinlich auf die maximale Ausdehnung des globalen Meereises zu dieser Zeit zurückzuführen ist, da dies die Ausgasung von CO2 aus dem Ozean verhindert, was wiederum die Bedeutung der Ozeane und des CO2 und nicht die des Menschen zeigt. Wären die Ozeane komplett vereist, dann gäbe es keine CO2-Ausgasung. Es gäbe wahrscheinlich auch keine Menschheit, ein kleiner Punkt. Immerhin hat Prinz Phillip gesagt, dass er als Virus, der die Menschen ausrottet, wieder ins Leben zurückkehren will.

„Wenn ich wiedergeboren werden würde, würde ich mir wünschen, als Killervirus auf die Erde zurückzukehren, um die menschliche Population zu senken.“

2) Seit dem Tiefpunkt in diesem Jahr bei 411,2 ppm am 1. Januar sind wir bei ca. 414,2 ppm, ein Anstieg um 3 ppm seit dem Tiefpunkt (Pflanzen werfen Laub ab, und die Erwärmung nimmt zu, daher der CO2 -Anstieg in der kalten Jahreszeit)

Im letzten Jahr hatten wir einen Tiefpunkt von ca. 408 und einen Anstieg auf 413 am 1. Januar. Grob gesagt, ist das ein Defizit von 2 ppm vom letzten Jahr bis zu diesem Jahr im Anstieg. Die Industrie hat wieder aufgeschlossen. Ich glaube nicht, dass es an Covid liegt, aber ich vermute, dass die Abkühlung des Ozeans etwas damit zu tun hat.

Aber man wird sehen, dass die Covid-Klima-Koalition davon ausgeht, dass die indoktrinierte Öffentlichkeit ihre Prämisse, dass nämlich CO2 ursächlich für die Verlangsamung ist, akzeptieren wird ohne auch nur ansatzweise auf die andere Seite des Problems hinzuweisen. Gewöhnen Sie sich daran: Sie sehen hier eine Generalprobe dessen, wofür hier das Klima instrumentalisiert wird.

Nun die ultimative Ironie: Ich beobachte, wie meine Gegner in dieser Sache meine Vorhersage verifizieren. Das ist irgendwie interessant, oder? Vielleicht sollte ich mich bei ihnen bedanken.

Autor: Joe Bastardi is a pioneer in extreme weather and long-range forecasting. He is the author of “The Climate Chronicles: Inconvenient Revelations You Won’t Hear From Al Gore — and Others” which you can purchase at the CFACT bookstore. His new book The Weaponization of Weather in the Phony Climate war can be found here. phonyclimatewar.com

Link: https://www.cfact.org/2021/01/03/is-covid-or-nature-slowing-the-increase-in-co2/

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Zu diesem Thema hat sich auch Willis Eschenbach Gedanken gemacht. Einen davon beschreibt er so [Anm. d. Übers.]:

Eine CO2-Besonderheit

Willis Eschenbach

Jüngst kam mir der oben stehende Beitrag vor Augen. Die im Titel gestellte Frage wollte ich mir auch einmal vornehmen. Hier zeigen sich die Mauna Loa-Daten. Oben: Die CO2-Zunahme, unten: die mittlere Änderung des CO2-Gehaltes von Monat zu Monat:

Eines geht daraus ganz klar hervor.

Die Rate der CO2-Zunahme hat sich kein bisschen geändert. Ich biete dafür keine Erklärung an … aber das ist kein gutes Zeichen für all jene, die da behaupten, dass es Lockdowns á la Covid bedarf, um das CO2-Niveau zu senken.

Link: https://wattsupwiththat.com/2021/01/05/a-co2-oddity/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

 




Angst macht Macht*

In der perspektivischen Verkürzung des Rückblicks scheint die erste, bahnbrechende und grauenerregende Angst, der, wie man damals annehmen durfte, eine größere nicht würde folgen können, diejenige gewesen zu sein, die vom Baumsterben ausgelöst worden war. Damals, in den 1980ern, war dieses Baumsterben allgegenwärtig und es griff um sich wie ein Steppenbrand. Das Publikum wurde eingedeckt mit Bildern von kranken oder abgestorbenen Bäumen. Dabei spielte es für die Zuschauer keine Rolle, ob es sich dabei um Krüppelkiefern handelte oder aber um eine Fichte an der Baumgrenze, denn derlei Einzelheiten erschließen sich den meisten Menschen nicht.

Diese kleinen, wenn auch unredlichen Tricks, beschleunigten den Steppenbrand außerordentlich, der zudem dadurch befeuert wurde, dass es sich beim Thema Wald um ein deutsches Urgefühl handelt, das anzutasten an die Seinsgründe teutonischen Seelenlebens rührt. Nicht umsonst spricht man davon, man habe einem Unglücklichen die „Axt an die Wurzel“ gelegt.

Mit dem Waldsterben ging es los

Daher spielte es auch keine Rolle, dass bei der ganzen Propaganda nachgeholfen, die Lage maßlos überzeichnet und vor allem verschwiegen wurde, dass der Wald einen lebendigen Organismus darstellt, der einmal ziemlich gesund, dann wieder etwas krank, aber nur in kleinen Teilen eins von beiden zur Gänze ist. Bei den Menschen ist es ja ebenso. Jedenfalls hätte nach den Prognosen, so auch des Club of Rome, um die Jahrhundertwende in Deutschland kein Baum mehr stehen dürfen. „Erst stirbt der Baum, dann stirbt der Mensch“, hieß es damals. Es ist anders gekommen, die Wälder haben an Fülle und Ausdehnung zugelegt, und seither spielt der Waldzustandsbericht eine nachgeordnete Rolle.

Das allerdings schadet dem Gesamtaufkommen an Ängsten keineswegs. Denn seither haben wir eine große Zahl von Schrecknissen erfahren. Eine kleine Aufzählung, welche der Wirtschaftsprofessor Walter Krämer zusammengetragen hat, gibt Aufschluss über die Leidensfähigkeit unserer Gattung. Diese wird gestählt durch Ängste geringerer Art, so diejenige vor Masern, die Verletzungsgefahr von Kindern durch Airbags, Müdigkeit durch Herpes, Brustkrebs durch Flatrate-Trinken, Benzol im Babybrei, Fensterheber ohne Einklemmschutz, US-Dosenfutter, das Haustieren schadet, giftige Pflanzen in Haus und Garten, die Wollhandkrabbe, der Killerasteroid VK 184, der allerdings seine Chance anno 2007 vertan hat, Krebs natürlich an allen Ecken und Enden, Pestizide in Mandarinen und Gift in Babysocken.

Solchen Fährnissen aber folgen schwerere auf dem Fuß:

das Ozonloch, der Rinderwahn, Schweinegrippe, SARS, Feinstaub, Elektrosmog, außer unter Windrädern, da gibt es ihn nicht, Asbest und Dioxin, Fluglärm sowie Nanopartikel verschiedenster Genese.

Doch mit dem Reaktorunglück von Fukushima vor nunmehr zehn Jahren hat sich die Atom-Angst dauerhaft etabliert, an prominentester Stelle, bis vor Kurzem. Dabei sind in Japan wegen des Tsunamis deutlich mehr Menschen zu Schaden gekommen als wegen des Reaktors. Doch ungeachtet dessen hat die Bundesregierung in Deutschland den Vorfall zum Anlass genommen, vom Ziel einer sicheren und bezahlbaren Energieversorgung Abschied zu nehmen.

Übertroffen wird die Atom-Angst aber von dem Schrecken, den das Stichwort „Klima“ auslöst, und derzeit zumindest ebenso von einem kleinen Virus. Man kann Tageszeitungen finden, die es kaum unter ein bis zwei Dutzend „an und mit“-Corona-Artikeln tun. Jeden Tag.

Angst vor staatlichen Maßnahmen

Es hat bereits die Energiewende die enge Verbindung zwischen der Angst und den Möglichkeiten gezeigt, welche eine solche Angst den Politikern in die Hand gibt. Mit ihrer neuen Energiepolitik, angekündigt im Parlament, aber ohne dieses zu befragen, hat Angela Merkel mit einem Satz ein ganzes Geflecht von Gesetzen und Verträgen für null und nichtig erklärt. Nicht anders bei Corona. Grundrechte, die teils auch mit einer Zweidrittelmehrheit des Parlaments nicht eingeschränkt oder gar aufgehoben werden könnten, werden heute durch eine Verwaltungsverordnung außer Kraft gesetzt.

Angst bedeutet für die Regierenden Macht, und leider gilt auch der Umkehrschluss. Wenn eine Regierung ihre Macht übers Maß hinaus erweitern will, führt es zum Ziel, Angst zu streuen. Die mit Fukushima und Corona begründete Politik wäre nicht durchzusetzen, wenn nicht für den Fall ihrer Ablehnung mit Tod und Entsetzen gedroht würde. Wie hieß es doch in den 80ern? „Erst stirbt der Baum, dann der Mensch.“

Man sieht, die Sache mit der Angst und der Macht hat System. Doch während sich die Angst heute noch gegen ein Virus oder das Klima richtet, kommt mehr und mehr die Angst vor staatlichen Maßnahmen dazu. Dafür sorgen nicht zuletzt die drastischen Strafandrohungen bei einer Verletzung von Vorschriften bis hin zur Zerstörung einer beruflichen Existenz, wenn meinetwegen ein Hochschulprofessor in Sachen Klima oder Corona nicht so tut, wie von ihm erwartet wird.

Begleitet wird diese Entwicklung zur Totalität durch eine Gehirnwäsche, ausgerichtet an grüner Dekadenz. Ihr gilt die Angst als eine Tugend, der Selbsthass als ehrenhaft und die Wehleidigkeit als Zeichen von Charakterstärke. Willfährige Medien unterstützen diesen Aufbruch in einen politischen wie kulturellen Niedergang, vor dem man in der Tat Angst haben könnte.

Anm. der PAZ-Redaktion: Der Autor ist ein christsoziales Urgestein und war lange Zeit Redakteur beim „Bayernkurier“.

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)*  Anmerkung der EIKE-Redaktion :

Dieser Aufsatz ist zuerst erschienen in der Preußischen Allgemeinen Zeitung;  8. Januar 2021, S.8; EIKE dankt der PAZ-Redaktion sowie dem Autor  Florian Stumfall   für die Gestattung der ungekürzten Übernahme, wie schon bei früheren Artikeln :   https://www.preussische-allgemeine.de/ ; Hervorhebungen im Text: EIKE-Redaktion.

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„Madrid kollabiert und erlebt mit dem Schneesturm des Jahrhunderts einen Notfall“

Quelle: metsul.com

In The Day after Tomorrow von unserem „Spielbergle“ Roland Emmerich führt die Erderwärmung zum Abreißen des Golfstromes und anderen Effekten, was die nördlichen USA und Europa in tiefgekühltem Eis erstarren läßt; nur wenige Menschen überleben.

Solche für Kracher-Filme nützlichen Ideen werden in der politischen Klima-Wissenschaft meist nicht laut vertreten; zu schwachsinnig erscheint die Argumentation, wenn Lesch & Co. sonst von Hitze, Dürre und Waldschäden erzählen.

Möglicherweise wird dieses Orwellsche Doppeldenk – alles und sein Gegenteil gilt, gleichzeitig – bald wichtiger, wenn die nach realer Atmosphärenphysik erwartete neue Kühlphase immer deutlicher wird. Nicht nur die Gletscher wachsen weltweit wieder fleißig (berichtet wird nur von denen, die noch schrumpfen), auch das Schneechaos in den Alpen, Japan, NO-USA und nun in Mittelspanien kündigt eine unheilvolle Abkühlung des Weltklimas an.

Der Blizzard in Spaniens Hauptstadt, administrativ die sechstgrößte Europas, läßt sich nicht vertuschen und wird selbst von Tagesschau.de ungeschönt dargestellt. Es liegt ein halber Meter Schnee in den Straßen und auf den Autos, der droht, die Scheiben einzudrücken. Eingeschneite Autofahrer mußten teils 15 Stunden warten, bevor sie von Rettungskräften befreit wurden. Auf sechsspurigen Schnellstraßen rodeln Kinder mit dem Schlitten. Nur die Untergrundbahn fährt noch; Flugzeuge haben Start- und Landeverbot. Es soll schon Tote gegeben haben.

Für die meisten Madrilenen ist ein Schneesturm völlig unbekannt, da der letzte im kalten Jahrzehnt, den 70ern, vor genau 50 Jahren stattfand. In Anbetracht der anstehenden Kaltphase (Minimum etwa um 2100) dürften solche Phänomene aber gehäuft auftreten. Nebenbei: Die meisten Inseln der Malediven sind in den letzten Jahren gewachsen, nur ein paar sind etwas geschrumpft. Möglicherweise wird also Meerwasser abseits der Kameras bereits in großen Mengen als Eis gebunden.

Da fast jede Medaille zwei Seiten hat, kann der Kälteeinbruch auch etwas Gutes haben: Das Corona-Sars2-Virus hat in den heißen Ländern des Südens ja tatsächlich zu erhöhter Übersterblichkeit geführt. Wird die Kälte Spanien nun regelrecht desinfizieren?