E-Mails der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften dokumentieren die Feindseligkeit des Vatikans gegenüber Skeptikern der Aussagen des IPCC zum Klimawandel

Die an NCR damaligen internen E-Mails der Päpstlichen Akademie zeigen, dass einige hochrangige vatikanische Beamte über diesen [solche?] Teilnehmer, (die der von ihnen vertretenen Wissenschaft des Klimawandels skeptisch gegenüberstehen) sehr alarmiert waren und diesen wieder ausgeladen hatten.

Der Workshop stand unter dem Titel:  Protect the Earth, Dignify Humanity. The Moral Dimensions of Climate Change and Sustainable Humanity (Beschütze die Erde, würdige die Menschheit. Die moralischen Dimensionen des Klimawandels und der nachhaltigen Menschheit)

Nachrichten des National Catholic Register NCR zum Thema:

Pontifical Academy of Science Emails Document Vatican Hostility to Climate Change Skepticism
(E-Mails der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften dokumentieren die Feindseligkeit des Vatikans gegenüber Skeptikern (der Aussagen des IPCC) zum Klimawandel)

Vatican Global-Warming Conference Displays Climate of Cooperation
(Die Konferenz des Vatikans zur globalen Erwärmung, zeigt das Klima der Zusammenarbeit)

VATIKANSTADT – Die katholische Kirche könnte zusammen mit anderen Religionen eine „entscheidende Rolle“ bei der Lösung des Problems des Klimawandels spielen, indem sie die öffentliche Meinung mobilisiert, sagten Teilnehmer eines großen vatikanischen Workshops zu diesem Thema.

…. „Religiöse Institutionen können und sollten die Führung übernehmen, um eine so neue Haltung gegenüber der Schöpfung zu erreichen“, sagten sie. Die Kirche könnte dies erreichen, „indem sie die öffentliche Meinung und öffentliche Mittel mobilisiert, um den Energiebedarf der ärmsten 3 Milliarden Menschen auf eine Weise zu decken, die nicht zur globalen Erwärmung beiträgt, sondern es ihnen ermöglicht, sich besser auf die Herausforderungen des unvermeidbaren Klimawandels vorzubereiten.“

[In diesem Beitrag von Edward Pentin, NCR werden immerhin auch Skeptiker des AGW mit ihren Schlüsselpositionen genannt, so : Lord Christopher Monckton of Brenchley [Eike Lesern bekannt], Richard Keen, professor emeritus of climatology at the University of Colorado, Marc Morano of Climate Depot]

 

Mit dem Ziel, einen Konsens zwischen Wissenschaftlern und religiösen Führern über die Wissenschaft des Klimawandels herzustellen, fiel das Treffen im April 2015 sowohl mit  der einen Monat später veröffentlichten Umweltenzyklika von Papst Franziskus  Laudato Si (Über die Sorge um unser gemeinsames Zuhause = Planeten), als auch mit der UN- Agenda „17  Ziele für nachhaltige Entwicklung  (SDGs)“ zusammen.

  1. Keine Armut
  2. Kein Hunger
  3. Gesundheit
  4. Ausbildung
  5. Gleichheit der Geschlechter
  6. Sauberes Wasser
  7. „Clean Energy“
  8. Anständige Arbeit
  9. Industrie, Innovation und Infrastruktur
  10. Reduzierte Ungleichheit (zwischen Arm und Reich)
  11. „nachhaltige Städte und Kommunen“
  12. „Verantwortungsbewusste“ Produktion und Verbrauch
  13. Klima Aktivismus
  14. Meeres-Leben
  15. Land-Leben
  16. Frieden, Justiz und starke Institutionen
  17. Partnerschaften zum Erreichen obiger Ziele

Zu den Hauptrednern gehörten der damalige UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, der Chefarchitekt der SDGs, Jeffrey Sachs – Ökonom und Anwalt für Bevölkerungskontrolle der Columbia University und fünf Nobelpreisträger.

Der vorstehend erwähnte Französische Wissenschaftler Phillip De Larminat, schrieb ein Buch, in dem er angab, dieselben Datensätze wie das IPCC zu verwenden, aber er argumentierte, dass Sonnenaktivität anstelle von Treibhausgasen die globale Erwärmung antreibt, was den Schlussfolgerungen des IPCC widerspricht. Berichten zufolge wollte er auf dem Symposium 2015 versuchen, die Meinung des Papstes über diese Wissenschaft zu ändern.

Der damalige Präsident der Päpstlichen Akademie, Werner Arber, ein protestantischer Schweizer Mikrobiologe und Nobelpreisträger, der 2011 von Benedikt XVI. ernannt wurde, zeigte Verständnis für de Larminats Besorgnis und war bezüglich des „Konsens“ zum Klimawandels sehr zurückhaltend.

In einer von Arbers E-Mails vom 23. März, die an den Kanzler der Akademie, Bischof Marcelo Sanchez Sorondo und das Akademiemitglied Veerabhadran Ramanathan geschickt wurden, betonte der Schweizer Wissenschaftler „…dass das Klima einen „hohen Grad an Komplexität“ aufweist und wissenschaftliche Studien von Modellen abhängen, die zu „Unterschiedlichen Schlussfolgerungen“ führen können. Gewöhnlich erzeugen diese „Unsicherheit“ über die Wissenschaft, von denen der Vatikan und der Papst informiert sein sollten“.

Arber plädierte daher dafür, „dem Vorsorgeprinzip“ zu folgen – zu empfehlen, die Menge an CO2 zu senken, die durch menschliche Aktivitäten freigesetzt wird, aber keine „klare Aussage“ über Vorhersagen zum Klimawandel zu machen, die „das Vertrauen in die Wissenschaft ernsthaft beeinträchtigen könnten“. Als  Postskriptum fügte er hinzu, dass de Larminat „bereit sein könnte, am 28. April an unserem Workshop teilzunehmen, falls dies wünschenswert ist“.

Die Entscheidung, de Larminat einzuladen, schien bereits getroffen zu sein, nach einer E-Mail vom 30. März. Darin meinte Kardinal Peter Turkson, der damalige Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, zu de Larminat: „Wenn Sie [am Gipfel] teilnehmen möchten, würde sich die Akademie sehr freuen. Alles was Sie tun müssen, ist mich zu informieren.

Der französische Wissenschaftler antwortete mit der Frage, ob sein Bruder, Professor  Stanislas de Larminat , ein Experte für christliche Ökologie, ebenfalls teilnehmen könne. Stanislas hatte einmal geschrieben, dass „Ökologismus“ eine „Form der Kultur des Todes ist, die uns dazu bringt, von einer Rückkehr ins verlorene Paradies zu träumen“. Er hatte auch ein Buch verfasst, mit einer Einführung von Kardinal George, der für seine Skepsis gegenüber dem vom Menschen verursachten Klimawandel bekannt war.

Bischof Sanchez wurde erst am 16. April, wenige Tage vor dem Symposium, auf diese Einladung aufmerksam, als Arber ihm per E-Mail mitteilte, dass er die Teilnahme von de Larminat „begrüßen“ würde. Der Beitrag des Wissenschaftlers, schrieb Arber in der E-Mail, würde „einen tieferen Einblick in das komplexe Phänomen der Klimavariationen und in die prädiktive Modellierung unter Verwendung dieses Ansatzes bieten, der sich vom Ansatz des IPCC unterscheidet“.

In einer E-Mail, die am folgenden Tag mit den Worten „Liebe Freunde“ eröffnet wurde und an das Akademiemitglied Veerabhadran Ramanathan gerichtet war (heute als „Klimaforscher“ von Papst Franziskus bekannt), sowie an Peter Raven, ein amerikanischer Botaniker, und Sir Partha Dasgupta, ein indischer Ökonomen, Bischof. Bischof Sanchez drückte seinen Schock aus und nannte Arbers Vorschlag an Kardinal Turkson, de Larminat einzuladen , als „unglaublich“.

Raven [der o.g. Botaniker] antwortete, indem er seine Trauer darüber zum Ausdruck brachte, dass Bischof Sanchez „mitten in diese lächerliche und unglückliche Situation geraten“ sollte, und fügte hinzu, dass „….wenn wir uns von dem unterscheiden, was die wissenschaftliche Welt in diesem Bereich festgestellt hat, werden wir uns lächerlich machen. Eine Kontroverse auf dem Treffen „wird alle Nachrichten beherrschen“. Raven ermutigte Bischof Sanchez, „weiterhin stark zu sein“, und behauptete, Arber „hörte nicht zu“.

Dasgupta [o.g. Inder] forderte den Kanzler auf, sich nicht über die Situation zu ärgern, „weil nichts zu tun ist“, und fügte hinzu, dass selbst wenn sie einen Wissenschaftler hätten, der die abweichende Position zurückweist, „der ganze Punkt ]~Sinn] des Treffens am 28. verloren gehen würde.” Ramanathan glaubte, dass die einzige Möglichkeit darin bestand, den abweichenden Wissenschaftler auszuladen und alles Mögliche zu tun, um „ein unerwünschtes Ergebnis abzuwenden“.

Bischof Sanchez schrieb zurück und sagte ihnen: „Macht Euch keine Sorgen, denn selbst wenn dieser Professor de Larminat kommen sollte, erhält er keine Berechtigung zu sprechen oder irgendeine Art von Intervention zu machen.“

[Auf WUWT schrieb Charles Rotter eine kurze Einleitung, die ich hier weggelassen habe, da es nur die Wiederholung des nachfolgenden Textes war. Der Übersetzer]

https://wattsupwiththat.com/2021/01/07/pontifical-academy-of-science-emails-document-vatican-hostility-to-climate-change-skepticism/

Übersetzt durch Andreas Demmig




Wer rettet die Wissenschaft?

Amateur und Profi

Wissenschaft ist eine anspruchsvolle Sache. Da gibt es zwar populär-wissenschaftliche Literatur, die dem Amateur die Illusion vermittelt, er könne mitreden, aber tatsächlich hat er keinen Schimmer von professioneller Wissenschaft.

Hier ein Beispiel aus anderem Metier: Ich bin in München aufgewachsen, war vom zehnten Lebensjahr an jeden Winter im Gebirge und hielt mich für einen guten Schifahrer. Eines Tages nahm mich der Sohn unseres Gastwirts mit auf die Piste.

Wir standen an einem steilen und eisigen Hang und ich überlegte, ob ich da wohl heil runter käme. Mein Begleiter fuhr schon mal los, senkrecht bergab, mit lässigen Bewegungen und zog sich während der Schussfahrt die Handschuhe an und setzte die Mütze auf; dafür hatte er auch noch Zeit.

Das raubte mir meine Illusionen und zeigte mir den Unterschied zwischen Amateur und Profi. Ein kleiner Trost war, dass der Mann später die „Streif“, das Rennen am Hahnenkamm gewonnen hat.

Werfen wir jetzt einen Blick auf professionelle Wissenschaft, und zwar nicht Soziologie oder Genderkunde, sondern Physik, wo der Unterschied zwischen Amateur und Profi ebenso deutlich ist wie  beim Schifahren.

Kritik und Selbstkritik

Da gibt es zunächst die Unterscheidung zwischen experimenteller und theoretischer Physik. Letztere sucht nach allgemeinen Gesetzmäßigkeiten, welche die Natur beschreiben. Ein krönendes Beispiel, Einsteins Feldgleichung von 1916, ist hier abgebildet: .

Das ist theoretische Physik, und wie Sie sehen ist deren Sprache die Mathematik. Aus dieser Gleichung folgt – wenn auch nicht auf ersten Blick ersichtlich – dass es Gravitationswellen geben muss. Die zu finden ist nun Aufgabe der Experimentalphysik. Der Nachweis gelang dann genau hundert Jahre später.

In gigantischen Anlagen wurde gemessen, wie sich der Raum im Rhythmus besagter Wellen zusammenzog und ausdehnte, und zwar über eine Länge von mehreren Kilometern um weniger als ein Tausendstel des Durchmessers eines Atomkerns. Das ist verdammt wenig und es gibt viele Effekte, die solch eine Messung stören oder das gesuchte Ereignis vortäuschen könnten; etwa eine Harley Davidson, die Gas gibt. So grübeln die Experimentalphysiker Tag und Nacht, wo sie sich irren könnten, wo sie sich vielleicht selbst belügen. Es ist ein Marathon der Selbstkritik, bei dem auch Kritik von außen willkommen ist.

Und was bekommen wir für diese Anstrengungen?

Wissenschaft schafft Wissen, nicht Maschinen oder Reichtum. Dennoch hat es immer wieder zufällige „Spin Offs“ von praktischem Nutzen gegeben, etwa das Internet oder die Mikroelektronik. Aber das ist eine andere Geschichte.

Meister und Gesell

Physik kann man an unseren Hochschulen studieren. Das ist notwendig, denn es ist noch nie ein Meister vom Himmel gefallen. Die erste Phase der Ausbildung führt zum „Diplom“ (heute „Master“), das entspricht bei Handwerkern dem Gesellen. Dazu muss der Kandidat seine Befähigung zu wissenschaftlicher Arbeit beweisen, indem er ein anspruchsvolles „Gesellenstück“, eine Diplomarbeit abliefert.

Nun kann er versuchen, neue Entdeckungen zu machen, und wenn die dann wichtig genug sind gibt es dafür die Doktorwürde. Die genießt auch außerhalb von Akademia ein gewisses Prestige, und so versucht der eine oder andere, die beiden begehrten Buchstaben vor dem eigenen Namen zu erschleichen –  ohne Hang zur Wissenschaft zu haben oder die dafür notwendige intellektuelle Disziplin. Dabei wird mancher allerdings ertappt.

Es sieht so aus, dass solche Kandidaten und Kandidatinnen überproportional im politischen Umfeld zu finden sind. Aber warten Sie, es kommt noch schlimmer.

Der Papst, der sich selbst krönte

Es war einmal ein Mann, der bewarb sich um das höchste Amt der USA, aber er verlor die Wahl gegen George W. Bush. Da beschloss er Gelehrter zu werden. Es war ein kleiner Schritt für den Politiker, aber ein enormer Schaden für die Wissenschaft.

Al Gore machte sich über Nacht zum Papst in Sachen Global Warming – nicht durch fachliche Kompetenz, sondern durch perfekte Propaganda. Sein Film An Inconvenient Truth war ein riesiger Erfolg, sowohl an der Kasse als auch bei der Verbreitung seiner politischen Botschaft.

Ab jetzt war die Klimawissenschaft mit dem Virus der Politik infiziert. Der ist tödlich, denn in der Wissenschaft geht es um Wahrheit, in der Politik aber um Mehrheit. Als Folge davon ist heute eine sachliche Untersuchung der Physik der Erdatmosphäre nicht mehr möglich.

Weltweit entstanden jetzt Institutionen, welche die Unterstützung der Mächtigen genießen und dafür pseudo-wissenschaftliche Rechtfertigungen derer Politik liefern. Solche Arbeit ist nicht von Selbstkritik geprägt, sondern von der Hexenjagd auf externe Kritiker, die ihren Schwindel aufdecken könnten. Aber Selbstkritik wäre hier dringend notwendig, denn die zu messenden Effekte sind so schwach, dass man sich leicht selbst zum Narren halten kann, insbesondere, wenn man neben der Wissenschaft noch eine andere Agenda hat.

Wir folgen der Wissenschaft

Die Politisierung der Wissenschaft hat beim Thema Corona von der ersten Sekunde an logische Entscheidungen verhindert. Die Kanzlerin verteidigt zwar ihren Zickzack-Kurs mit der Aussage „wir folgen der Wissenschaft“ – aber welcher? Da gibt es etwa den Berliner Christian Drosten und den Amerikaner John Ioannidis, deren Erkenntnisse stark divergieren. Welcher Wissenschaft folgt man also?

Die deutschen Politiker ignorieren konsequent den US Experten. Als fachliche Amateure bzw. Laien missbrauchen sie ihre Macht, um zu entscheiden, welcher Wissenschaftler Recht hat! Als Folge davon fehlt seit zehn Monaten eine wirksame Strategie, um der Lage Herr zu werden.

Die selbsterklärten Experten hantieren mit „Fallzahlen“, die eher die Häufigkeit der Tests und deren Fehlerquoten wiedergeben, als die Durchseuchung der Bevölkerung.

Gibt es denn keine Dachorganisation, welche die Wissenschaft vor solch fataler Einmischung schützt?  Gibt es keinen „TÜV“, der hier Ethik und Qualität garantiert? Welcher die Unabhängigkeit von der Politik sicherstellt?

Wo bleibt die Rettung?

Gut, da gibt es die Nationale Akademie der Wissenschaften, genannt Leopoldina, gegründet 1652, die sich folgender Aufgabe verschrieben hat:

(Die Leopoldina) „… bearbeitet unabhängig von wirtschaftlichen oder politischen Interessen wichtige gesellschaftliche Zukunftsthemen aus wissenschaftlicher Sicht, vermittelt die Ergebnisse der Politik und der Öffentlichkeit und vertritt diese Themen national wie international.“ (Fettdruck vom Autor)

Unter den knapp 2000 Mitgliedern gibt es viele ältere, erfahrene Professoren (darunter den Ehemann der Kanzlerin), denen eine gewisse  Dekadenz in Deutschlands Wissenschaft aufgefallen sein müsste. Schon beim Klima, aber insbesondere jetzt bei Corona hätten da die Alarmglocken läuten müssen.

Das aber war nicht der Fall. Statt Merkels Aussage „Wir folgen der Wissenschaft“ öffentlich zu kritisieren, denn de facto folgt sie bestenfalls einem – durchaus umstrittenen – Wissenschaftler, gab die Leopoldina Anfang Dezember folgenden Text heraus:

Um die Kontrolle über das Infektionsgeschehen zurückzuerlangen, empfiehlt die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina in der Ad-hoc-Stellungnahme „Coronavirus-Pandemie:

Die Feiertage und den Jahreswechsel für einen harten Lockdown nutzen“ ein zweistufiges Vorgehen. Die Rahmenbedingungen Weihnachtsferien in Bildungseinrichtungen und eingeschränkter Betrieb in vielen Unternehmen und Behörden – bieten die Chance, in der Eindämmung der Pandemie ein großes Stück voranzukommen…“

Der Text hört sich weniger nach sachlich-wissenschaftlicher Analyse an, als nach einem Statement, das der Sprecher des Kanzleramts hätte diktieren können.

Die andere Seuche

Das ist nicht gut so. Es scheint, wir leiden noch unter einer anderen Seuche, weit gefährlicher als Corona. Es ist der grassierende politische und kulturelle Nihilismus, der wie Termitenbefall das Bauwerk unserer westlichen Errungenschaften zerstört. Der Verlauf dieser Krankheit wurde vor hundert Jahren durch Oswald Spengler als „Der Untergang des Abendlandes“ prophezeit, und kürzlich von Douglas Murray in seinem Buch „The Strange Death of Europe“ beschrieben.

Können wir uns denn dagegen nicht wehren? Gibt es denn keinen Impfstoff gegen diese Pandemie?

Eines ist sicher: Die Leopoldina liefert ihn nicht.

Dieser Artikel erschien zuerst im Blog des Autors Think-Again. Sein Bestseller „Grün und Dumm“ ist bei Amazon erhältlich.




Klimaschau 7 – die Tagesschau von Sebastian Lüning

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Hamburger Konferenz „Klima und Entwicklung“ 1988 – der politisch gemachte Klimawandel wird seit langem vorbereitet

Daß der „Klimawandel“ in der Eiszeit-Version seit Anfang 1970 von der (west-)deutschen Presse wie dem Spiegel propagiert wurde, ist unter informierten Klima-Journalisten Legion.

Daß die Massenmedien in den 1980ern radikal umschwenkten und nun von einer beginnenden Heißzeit warnten, ist spätestens seit dem legendären Spiegel-Titel mit dem in der Nordsee bzw. dem Mittelmeer versinkenden Kölner Dom klar.

Unser Referent Dr. Horst Borchert, leider schon 2015 verstorben, war als physikalischer Direktor im Umweltministerium von Rheinland-Pfalz schon in den 1970er Jahren unter Klaus Töpfer damit betraut, ein zentrales Immisions-Meßnetz (ZIMEN) im gesamten Bundesland aufzubauen und zu betreiben. Als quasi-amtlicher Umweltschützer wurde Dr. Borchert gern zu Kongressen und ähnlichen Treffen eingeladen, in denen es seit den 80ern auch um „Klimaschutz“ ging. In seinem wissenschaftlichen Nachlaß finden sich daher die Redebeiträge zur Welt-Konferenz Klima und Entwicklung in Hamburg vom 7. Bis 10. November 1988, die von der Anwesenheit Willy Brandts und der Schirmherrschaft Richard von Weizsäckers geadelt wurde.

Unter den Teilnehmerländern fanden sich damals schon etliche Staaten aus allen Ecken der Welt, ob kapitalistisch, sozialistisch, westlich, islamisch, Industrie- oder Entwicklungsland. Sogar die DDR und die Sowjetunion waren mit an Bord. Und, natürlich ganz wichtig, die damals schon omnipräsenten Akademiker-Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, die Moral-NGOs, vor allem Greenpeace, das die spätere Umweltministerin Monika Griefahn vor Ort hatte. Man sieht – die rührige internationale Klimakonferenz 2018 in Polen, auf der Greta Thunberg inthronisiert wurde, war überhaupt nichts Neues.

Was waren die Themen der Konferenz, wer machte mit? Die große Überschrift lautete: Klimaveränderungen, Klimaschwankungen und ihre sozialen, ökonomischen und technologischen Konsequenzen.

Die Einzelvorträge befaßten sich unter anderem mit Komplexen wie

Politische Wahrnehmung der Klimaveränderung

Landwirtschaftliche Anbaumethoden und Wasser-Management

Klimaveränderung und Gesundheit

Klimaveränderung und soziale Folgen

Politikansätze und Optionen von Entwicklungsländern

Aktionsplan zur Reduktion der Klimagefahr

Landwirtschaftliche Bewältigung von Klimaschäden

Bewußtmachung von Umweltschäden in den Polarregionen

Bedeutung von Energieverbrauch auf globale Veränderungen

Implikationen bei der Auswahl von Energieträgern

Rolle von UNEP, UNESCO und EG

Ambivalente Rolle von NGOs

Langfristige Konzepte zur Reduktion von Trockenschäden in der Landwirtschaft (Dürre!)

UNICEFs Perspektive des Treibhauseffektes

Man ahnt, unser Atomphysiker Dr. Borchert hat sich wahrscheinlich gewundert, was dort besprochen wurde, da die „Klimaphysik“ offenbar schon als in Stein gemeißelt betrachtet wurde und man fast nur über Politik, NGOs, Wirtschaft und übernationale Organisationen sprach. Unterm Strich kann man schließen, daß es auf diesem Kongreß tatsächlich nicht um Wissenschaft ging, sondern um die mentale Verfestigung von „Gründen“ für die Umverteilung von Steuergeldern – das altbekannte Prinzip von Helmut Schelsky („Die Arbeit tun die anderen“, 1974).

Welche deutschen und amerikanischen Akteure waren damals bereits aktiv? Neben den genannten NGO-Schlingeln von Greenpeace findet man noch nicht die Namen Schellnhuber oder Rahmstorf. Das liegt zum einen an Altersgründen, aber wohl auch daran, daß manche heutigen Kardinäle der Church of Global Warming auch durch solche Kongresse darauf kamen, daß man mit Alarmismus viel mehr Ruhm, Macht und Geld herausholen kann als durch Kärrnerarbeit im Labor.

Ansonsten findet man im Programm des Kongresses nur einige wenige bekanntere Namen. Organisiert haben den Kongreß Ingenieur Hans-J. Karpe vom Institut für Umweltschutz der Universität Dortmund, Lutz Baehr von der UNO (UNCSTD), Michael Glantz von Nationalen Zentrum für Atmosphärenforschung der USA (NCAR), und der Kongreßdirektor, Soziologe Dieter Otten vom Deutschen Institut zur Erforschung der Informationsgesellschaft (DII) in Osnabrück. Vor allem Otten repräsentiert die „Sozialpriester“, vor denen Schelsky eindringlich warnte. Wobei Otten schon in den 1970ern auf Technologie-Soziologie setzte, im Gegensatz zur damals eher verbreiteten klassisch marxistischen Thematik der Linksakademiker.

In dem Zusammenhang mag es interessant sein, daß die meisten gedruckten Redemanuskripte der Referenten den Vermerk „Es gilt das gesprochene Wort“ tragen. Ob das juristisch wasserdicht ist, ist fraglich, aber man wollte sich wohl gegen Vorwürfe absichern, daß hier politische Propagandisten auftreten, die faktenwidrig Weltuntergangsmärchen erzählen.

Ebenfalls dabei waren Forschungsminister Heinz Riesenhuber und der spätere Kanzleramtsminister Bernd Schmidbauer, CDU. Letzterer war auch Chef einer Öko-Kommission des Bundestags (s.u.) und Geheimdienstkoordinator unter Kohl.

Kennern des Ökokomplexes ist der Geograf Prof. Wilfrid Bach aus Münster bekannt, der dem Spiegel (S) nach dem Kongreß ein Interview zur Weltuntergangsthematik gab. Ein paar Schlaglichter:

„Die Zeit läuft uns davon“. Professor Wilfrid Bach über Programme zur Verhinderung der drohenden Klimakatastrophe

S: Sie haben geschrieben, die Menschheit verwandele die Atmosphäre mit ihren Abgasen in eine „chemisch-klimatologische Langzeitbombe“. Übertreiben Sie da mit der Angstmacherei nicht ein wenig?

B: Nein, ich glaube, die Zeit läuft uns davon, und es ist nicht mehr gerechtfertigt, nur noch um die Sache herumzureden. Die zu erwartenden Auswirkungen durch die Aufheizung der Atmosphäre sind von so großer Tragweite, daß wir Klartext reden müssen.

S: Das klingt, als sei ein vom Menschen verursachtes Ansteigen der Temperatur in der Atmosphäre schon heute eine bewiesene Tatsache.

B: Nein, das ist es nicht. Aber Tatsache ist, daß die vergangenen vier Jahre im weltweiten Mittel die wärmsten waren, seitdem es kontinuierliche Meßprogramme gibt.

Zum absolut sicheren Treibhauseffekt sagt er:

B: Ja, und das Tragische ist, wenn dieser Effekt dann wirklich unbestreitbar zu messen ist, dann ist es für Gegenmaßnahmen zu spät. (…) Niemand kann präzise sagen, wann und in welchem Ausmaß das Klima sich verändert. Aber wir können Modellrechnungen durchführen, um das Problem abzuschätzen. (…) Dabei muß man von einem oberen Wert der Erwärmung ausgehen, der möglichst nicht überschritten werden sollte. Den haben wir bei ein bis zwei Grad Celsius für das Jahr 2100 angesetzt.

Kernkraft lehnt er kategorisch ab, was bei der damaligen politischen Gemengelage nicht wundert (Klima interessierte niemanden; die Bürger hatten Angst vor dem Atom-GAU):

B: Um wenigstens circa 30 Prozent der fossilen Energie durch Atomenergie zu ersetzen, wäre ein Kostenaufwand von mehreren hundert Milliarden Mark jährlich notwendig. Das geht ökonomisch nicht, und das geht wegen der Sicherheitsfragen nicht. Ein solches Vorhaben wäre absurd. (…)
Daran wird deutlich, daß eine starke Ausweitung der Atomkraftwerkskapazität Hand in Hand geht mit einem weiteren Anstieg des fossilen Brennstoffverbrauchs.

Mehr Kernkraft bedeutet also mehr CO2? Eine irrationale Logik; man sieht, der Professor denkt eher politisch als wissenschaftlich. Von einer Atemgas-Steuer, die ab 1. Januar gerade unser Benzin verteuert, sah Bach noch ab, forderte aber schon Strafsteuern auf Energie:

Wir müssen gleichzeitig die Bundestarifordnung ändern, das heißt: Je mehr Strom verbraucht wird, um so mehr muß das kosten, und nicht umgekehrt, daß Energieverschwender auch noch belohnt werden. Um es kurz zu fassen: Wir müssen unser Energieerzeugungs- und -verbrauchssystem umstrukturieren.

Nebenbei: Geografie ist ja auch das Fach, das Luisa Neubauer von FFF studiert, was sie laut eigener Auskunft (Instagram) bereits an etliche ferne Studienorte wie Kanada führte. Von Insidern wurde mir berichtet, daß die Geografie, da sie sich per definitionem schlicht auf alles auf der Erdoberfläche bezieht, eine sehr, sehr breit gefächerte Thematik besitzt. Man kann sich als Geograf eher geologisch orientieren, aber auch wirtschaftlich oder sozialwissenschaftlich. Da tut es nicht Wunder, daß die Sozial-Geografen sich ähnlich wie Soziologen oder Politikwissenschaftler verhalten, die sich nach dem Schelsky-Prinzip Probleme zurechtdefinieren, die sie dann für ein schönes Gehalt „beforschen“ kann.

Die Klimakonferenz in Hamburg war natürlich kein Startschuß der Entwicklung, sondern sichtbarer Ausdruck eines Prozesses, der im deep state, wie Parteirepublikaner in den USA es formulieren würden, längst etabliert war. Sichtbarer Ausdruck dafür ist eine Enquête-Kommission des Deutschen Bundestags namens „Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre“, die 1987 unter der Regierung Helmut Kohls eingerichtet wurde.

Solche Untersuchungskommissionen der Parlamente sind überfraktionelle Arbeitsgruppen, die Sachfragen bearbeiten, die von einer Mehrheit der Bürger getragen werden sollen. Theoretisch, denn die Erfahrung zeigt, daß Interessensgruppen mit ihren NGOs über Parteien gern Angst mit Umwelt- und Gesundheitsthemen schüren, was auch rechte Parteien wie die Kohl/Strauss-Union und die FDP damals nicht durchschauten und mitmachten.

Fazit bis hierher: Erst erfinden clevere Wissenschaftler wie James Hansen ein Weltuntergangs-Szenario, das von der Presse dankend angenommen wird, um die Auflage zu steigern. Das Thema wird langsam eingeschlichen wie ein Wirkstoff im Leib des Patienten; und dann wird politisch im Hintergrund – interessanterweise von den meisten oder sogar allen relevanten Parteien- ein Programm zur Umsetzung der mit dem Narrativ begründeten Umverteilung von unten nach oben ausgetüftelt. Das Ganze erfolgt nur scheinbar demokratisch, weil die komplexe und technokratische Gremienarbeit im Bundestag den Wählern weitgehend verborgen bleibt – da sind Kartelleffekte vorprogrammiert.




Die arktische Eisausdehnung zum Jahresende 2020

Das obige Diagramm zeigt den verfügbaren Datensatz des Meereisindex (Sea Ice Index SII) seit 1989, zusammen mit dem vergleichbaren Datensatz von MASIE 2006 bis heute. Es zeigt, dass 2020 um 150k km2 (1 %) niedriger ist als 2019 und 300k km2 über dem Tiefstwert von 2017 liegt. Tatsächlich ist 2020 fast der Durchschnitt für das letzte Jahrzehnt.

Wie bereits in einem früheren Beitrag erwähnt, wurden im Oktober Befürchtungen geäußert, dass die Arktis langsamer als im Durchschnitt wieder zufriert. Diese Befürchtungen wurden erstens durch den Anstieg der Eisausdehnung im November und zweitens durch das schnelle Gefrieren der Arktis im Dezember ausgeräumt. Im November wurden 3,5 Wadhams Meereis im Laufe des Monats hinzugefügt.  (Die Metrik 1 Wadham = 1 Million km² stammt von den Vorhersagen des Professors über eine eisfreie Arktis, was weniger als 1 Million km² Ausdehnung bedeutet). Im Dezember kamen weitere 2,7 Wadhams hinzu. Die letzten beiden Monate haben das Defizit im Oktober mehr als ausgeglichen.

Hintergrund aus früherem Beitrag aktualisiert zum Jahresende

Als ich vor einigen Jahren einen Beitrag über die globale Erwärmung bei WUWT las, fiel mir der Kommentar einer Person auf: „Ich bin Versicherungsmathematiker mit begrenztem Wissen über Klimametriken, aber es scheint mir, wenn man Temperaturänderungen verstehen will, sollte man die Änderungen analysieren, nicht die Temperaturen“. Das ließ bei mir die Alarmglocken läuten, und ich wandte diese Einsicht in einer Reihe von Temperatur-Trend-Analysen von Temperaturaufzeichnungen von Oberflächenstationen an. Diese Beiträge sind unter dieser Überschrift verfügbar: Climate Compilation Part I Temperatures.

In diesem Beitrag wird versucht, die Schwankungen des arktischen Meereises mit einem ähnlichen Ansatz zu verstehen: Der Schwerpunkt liegt auf den Raten der Ausdehnungsänderungen und nicht wie üblich auf der Untersuchung der Eisausdehnung selbst. Glücklicherweise bietet der Sea Ice Index (SII) der NOAA einen geeigneten Datensatz für dieses Projekt. Wie viele wissen, stützt sich der SII auf passive Mikrowellensensoren von Satelliten, um Karten der arktischen Eisausdehnung zu erstellen, die bis ins Jahr 1979 zurückreichen. Die aktuelle Version 3 hat sich stärker an MASIE, der modernen Form der Marine-Eiskartenerstellung zur Unterstützung der arktischen Navigation, angelehnt. Wie man die SII-Daten lesen muss, steht hier.

Es sind statistische Analysen verfügbar, und diejenige, die von Interesse ist (Tabelle unten), heißt Sea Ice Index Rates of Change (hier). Wie der Titel schon andeutet, besteht diese Tabelle nicht aus monatlichen Ausdehnungen, sondern aus Änderungen der Ausdehnungen gegenüber dem Vormonat. Konkret wird ein Monatswert berechnet, indem der Durchschnitt der letzten fünf Tage des Vormonats vom Durchschnitt der letzten fünf Tage dieses Monats subtrahiert wird. Der Wert stellt also die Menge an Eis dar, die während des aktuellen Monats zu- oder abgenommen hat.

Diese monatlichen Änderungsraten wurden zu einer Basislinie für den Zeitraum 1980 bis 2010 zusammengestellt, die die Schwankungen der arktischen Eisausdehnung im Laufe eines Kalenderjahres zeigt. Unten ist ein Diagramm dieser durchschnittlichen monatlichen Veränderungen während des Basiszeitraums zu sehen. Diejenigen, die mit Studien zum arktischen Eis vertraut sind, werden von der Wellenform des Vorzeichens nicht überrascht sein. Ende Dezember ist ein relativ neutraler Punkt im Zyklus auf halbem Weg zwischen dem Minimum im September und dem Maximum im März.

Die Grafik verdeutlicht die sechs Frühjahrs-/Sommermonate mit Schmelzen und die sechs Herbst-/Wintermonate mit Gefrieren. Man beachte, dass Juni-August den Großteil der Verluste produzieren, während Oktober-Dezember den Großteil des Zuwachses zeigen. Auch die Maximum- bzw. Minimum-Monate März und September zeigen von Anfang bis Ende nur sehr geringe Änderungen in der Ausdehnung.

Die Tabelle der monatlichen Daten zeigt die Variabilität der Eisausdehnung während der letzten 4 Jahrzehnte:

Die Werte im Januar zeigen die Veränderungen gegenüber dem Ende des vorangegangenen Dezembers, und durch Summierung von zwölf aufeinanderfolgenden Monaten können wir eine jährliche Veränderungsrate für die Jahre 1979 bis 2019 berechnen:

Wie viele wissen, hat die Eisausdehnung in der Arktis in diesen 40 Jahren abgenommen, im Durchschnitt um 40.000 km² pro Jahr. Aber Jahr für Jahr wechseln die Veränderungen ständig zwischen Schrumpfen und Wachsen.

Außerdem scheint es Zufall zu sein, welche Monate für ein bestimmtes Jahr ausschlaggebend sind. Zum Beispiel wurde viel Aufhebens darüber gemacht, dass die Eisausdehnung im Oktober 2020 langsamer als erwartet zunahm. Wie es in diesem Datensatz der Fall ist, weist der Oktober die höchste Rate der Eiszunahme auf. Die folgende Tabelle zeigt die verschiedenen monatlichen Raten in der Aufzeichnung als Anomalien gegenüber der Basislinie 1980-2010. In dieser Darstellung ist eine rote Zelle eine negative Anomalie (weniger als die Basislinie für diesen Monat) und blau ist positiv (höher als die Basislinie).

Man beachte, dass die +/- Kursanomalien sind über das gesamte Netz verteilt sind, Sequenzen verschiedener Monate in verschiedenen Jahren, wobei sich Gewinne und Verluste gegenseitig ausgleichen. Ja, der Oktober 2020 verzeichnete einen unterdurchschnittlichen Zuwachs, aber einen höheren als 2016. Der Verlust im Juli 2020 war der größte in diesem Jahr wegen des heißen sibirischen Sommers. Außerdem beachte man, dass die Anomalie des Eiszuwachses im November 2020 die Anomalie des Defizits im Oktober um mehr als das Doppelte überstieg. Der Dezember fügte mehr Überschuss hinzu, so dass die Anomalie für das Jahr Null war. Die untere Zeile zeigt die durchschnittlichen Anomalien für jeden Monat über den Zeitraum 1979-2020. Die Raten der Gewinne und Verluste gleichen sich größtenteils aus, und der Durchschnitt aller Monate in der unteren rechten Zelle ist praktisch Null.

Eine letzte Betrachtung: Die Grafik unten zeigt die Jahresend-Eisausdehnung der Arktis für die letzten 30 Jahre.

Hinweis: Die tägliche SII-Eisausdehnungsdatei liefert keine vollständigen Werte vor 1988.

Die Eisausdehnung am Jahresende in der Arktis (die letzten 5 Tage im Dezember) zeigt drei verschiedene Regimes: 1989-1998, 1998-2010, 2010-2019. Die durchschnittliche Ausdehnung am Jahresende 1989-2010 betrug 13,4 Mio. km². In der letzten Dekade lag sie bei 13,0 Mio. k², und zehn Jahre später, 2019, bei 12,8 Mio. km². Bei all den Schwankungen betrug der Nettoverlust also 200k km² oder 1,5%. Das Gerede von einer Todesspirale des arktischen Eises ist Phantasterei.

Diese Daten zeigen ein höchst variables Naturphänomen. Es ist klar, dass unvorhersehbare Faktoren im Spiel sind, vor allem die Wasserstruktur und -zirkulation, atmosphärische Zirkulationen und auch Umwälzungen und Stürme. Und längerfristig gesehen sind die heutigen Ausmaße nicht ungewöhnlich.

Link: https://rclutz.wordpress.com/2021/01/04/arctic-ice-year-end-2020/?mc_cid=3231bff1ad&mc_eid=08ba9a1dfb

Übersetzt von Chris Frey EIKE