Der Lockdown zeigt uns das Elend, das Null Kohlenstoff uns aufzwingen würde

Der evangelikalisch grüne Umweltanalyst bei der BBC Roger Harrabin schrieb kürzlich Folgendes auf seiner Website:

Ich hatte soeben eine Erleuchtung. Der lebhafte kleine Zaunkönig, der laut im verfilzten Efeu vor meiner Hintertür zwitschert, sagt uns etwas Bedeutsames über den globalen Klimawandel. Das liegt daran, dass ich in Verbindung mit den melodiösen Noten eines Rotkehlchens, sein Lied tatsächlich deutlich hören kann. Normalerweise sind beide Vögel durch den Verkehrslärm gedämpft, aber der Lärm ist in der Ruhe des Lockdowns so gut wie erloschen.

Ah ja, die Ruhe des Lockdowns. Sie ist für uns Glückliche sehr real. Es ist zwei Monate her, dass ich das letzte Mal meine ländliche Heimat verlassen habe. Niemals zuvor habe ich es hier so ruhig gehabt und hellere Sterne gesehen. Es ist wunderbar, den Geräuschen der Natur zu lauschen. Genau wie Harrabin liebe ich es, mehr Zaunkönige und Rotkehlchen und weniger Verkehr zu hören, und von mir aus kann das so bleiben.

Was alles könnte dabei involviert sein? Die Glühlampe über Harrabins Kopf – natürlich mit grüner Energie betrieben – sagt ihm, dass wir nach Öko-Neusprech „besser zurückbauen“ müssen [Build Back Better]. Regierungen sollten in ihren Paketen für die Erholung aus COVID nur Unternehmen und Projekte unterstützen, welche „ökonomisches Wachstum von Treibhausgas-Emissionen abkoppeln“. Anderenfalls werden wir Net Zero nicht erreichen. Ich zitiere aus einem Arbeitspapier der Oxford Smith School of Enterprise and the Environment mit dem schmissigen Titel „Will Covid-19 fiscal recovery accelerate or retard progress on climate change?“ [etwa: Wird die finanzielle Erholung aus COVID-19 Fortschritte bzgl. Klimawandel beschleunigen oder verzögern?]. Unter den Autoren sind Granden wie Joseph Stiglitz und Lord Stern.

Im Eingangsabschnitt liest man: „Die COVID-19-Krise könnte einen Wendepunkt markieren hinsichtlich Fortschritten bzgl. Klimawandel. In diesem Jahr werden die globalen Treibhausgas-Emissionen stärker zurückgehen als in jedem Jahr zuvor. Die prozentuale Abnahmen jedoch müsste sich wiederholen, Jahr für Jahr, um bis zum Jahr 2050 Null Emissionen zu erreichen. Stattdessen werden die Emissionen wieder steigen, wenn die Restriktionen erst einmal aufgehoben sind und die Wirtschaft sich erholt – es sei denn, die Regierungen intervenieren“.

Die Autoren befinden sich in einer Zwickmühle. Sie erkennen halbherzig, dass COVID-19 nicht nur medizinisch, sondern auch ökonomisch eine Katastrophe ist, aus der herauszukommen sich die Gesellschaften dringend wünschen. Aber dennoch haben sie das bekommen, was sie haben wollten. Die Emissionen sind beispiellos gesunken infolge der extremen ökonomischen Kontraktion. Die Betonung liegt auf ihrem Punkt, dass ein derartiger Rückgang „sich wiederholen muss, Jahr für Jahr“, um den Planeten zu retten. Sie wollen den COVID-Effekt verewigen (natürlich ohne die Krankheit).

Mit dem Effekt sind zwei Dinge verbunden. Erstens bedeutet er eine gewaltige Zunahme regierungsamtlicher Kontrolle. Um die Krankheit zu bekämpfen, mussten wir erzwungenermaßen große Teile unserer Freiheit zu arbeiten, zu handeln, zu reisen, Gottesdienste zu besuchen usw. aufgeben – darunter sogar Wahlen (wurde doch die Neuwahl lokaler Regierungen verschoben) und in vielen Fällen sogar unser Familienleben.

Der zweite Effekt ist die gesteigerte Armut. Dies bringt die vorübergehende Einschränkung so vieler Wirtschaftszweige mit sich mit der Konsequenz von Insolvenzen, Lohnkürzungen und Verlusten von Arbeitsplätzen. Die Armut ist durch Maßnahmen der Regierung abgeschwächt und verzögert worden. Das wird Harrabin oder mich nicht direkt schädigen, können wir uns doch weiterhin bei voller Bezahlung am Gezwitscher von Zaunkönigen und Rotkehlchen erfreuen (abgesehen davon, dass wir es später bei unseren Steuerabgaben merken werden). Aber es war schockierend unerwartet und wird schockierend real. Außerdem sind Milliarden verängstigt, einsam und deprimiert.

Stiglitz, Stern und Co. haben natürlich recht, wenn sie schreiben, dass „die Emissionen wieder zunehmen, wenn die Restriktionen erst einmal aufgehoben sind und die Wirtschaft sich erholt – es sei denn, die Regierungen intervenieren“, aber sie scheinen nicht zu verstehen, was sie da sagen. Warum werden die Emissionen wieder steigen? Weil die Menschen mehr reisen werden – vor allem mit dem Auto (die hinsichtlich des Virus‘ viel sicherer sind als öffentliche Verkehrsmittel). Und warum werden sich die Ökonomien erholen? Weil Wachstum eine Funktion der Aktivität ist, und Aktivität wird ermöglicht durch Energie, und der globale Energiebedarf wird bis auf Weiteres zu etwa 85% von fossilen Treibstoffen gedeckt.

(Dies gilt übrigens sogar für Öko-Aktivitäten. Zu dem gesegneten Frieden des Lockdowns gehörte nämlich auch das Fehlen jedweder Straßenproteste seitens Extinction Rebellion, welche ohne moderne Transportmittel nicht organisiert werden können. Gleiches gilt auch für die den Planeten rettenden Konferenzen, zu welchen reiche und mächtige Herrschaften aus der ganzen Welt fliegen. Dieses Jahr ist COP26, geplant in Glasgow, wegen COVID-19 verschoben worden. Dort sollten 196 Länder wieder einmal darüber schwadronieren, die Erwärmung auf 1,5°C zu begrenzen).

Lord Lilley, ehemaliger Minister im Kabinett, drückte es in einem Webinar der GWPF diese Woche so aus: „Die kommende COVID-Rezession ist verursacht durch Unterdrückung der Versorgung, nicht durch eine geringere Nachfrage“. Mit anderen Worten, dies alles ist nicht das, was die Menschen wollten. Es wurde ihnen aufgedrückt. In einer Demokratie stimmen die Leute selten für etwas, das sie nicht wollen. Nach dem COVID-Lockdown werden die Wähler sich wünschen, ungehindert zurück an die Arbeit zu gehen und die Vorteile des Kollaps‘ der Ölpreise in Anspruch zu nehmen in Gestalt von sinkenden Kosten für Transporte und Heizung. Sie dürften kaum in der Stimmung sein, freiwillig immer höhere Stromrechnungen zu zahlen, um den Erneuerbaren Rechnung zu tragen.

Selbst im Musterkind Deutschland dämmert den Politikern diese Einsicht. Diese Woche musste Angela Merkel den Abgeordneten ihrer eigenen Partei nachgeben, welche vehement gefordert hatten, dass Deutschland seinen Anteil am europäischen „Green Deal“ nicht zahlen sollte – was kurz bevor das Virus zuschlug beschlossen worden war – um noch schnellere Klima-Restriktionen umzusetzen, solange nicht alle anderen EU-Länder Gleiches tun. Es ist ein unlösbares Problem für grüne Politik, dass sie nur bei denjenigen Wählern Erfolg haben, die sich schuldig fühlen, weil sie reich sind. Der Grünismus ist vom Konsumismus abhängig, den die Grünen wegen seiner bloßen Existenz so sehr hassen. Die meisten Wähler werden erbost darüber sein, ärmer zu werden, und sich nicht schuldig fühlen, weil sie reich sind.

Aber wie kann grüne Politik unter diesen Umständen überleben? Der Schlüssel liegt in der Phrase „es sei denn, Regierungen intervenieren“. Nur Regierungen können die ökonomischen Ambitionen ihres Volkes unterdrücken. Und die einzige Art und Weise, mit der sie das tun können, besteht darin, einen Notfall auszuschlachten.

Darum ist die COVID-19-Erfahrung so attraktiv für den Net Zero-Gedanken. Sogar noch bevor die Krankheit auftauchte, wurde der Terminus „Klima-Notstand“ bewusst ausgeschlachtet von Aktivisten und von Abgeordneten im Parlament akzeptiert. Der Terminus wurde erfunden, um es der Regierung zu ermöglichen, die öffentliche Meinung in eine ganz bestimmte Richtung zu lenken. Das Rezept ist „unter Führung der Wissenschaft“, welche vermeintlich „settled“ ist. Die Botschaft an die Menschen lautet: „Verliert eure Rechte oder verliert euren Planeten“.

Die COVID-Erfahrung hätte uns eigentlich den Unterschied aufzeigen können zwischen einem realen Notfall – eine in der Welt um sich greifende Plage – und einem spekulativen Notfall. Selbst im Zuge der COVID-Krise gibt es heftige Debatten darum, ob die Maßnahmen notwendig waren oder nicht. Und diese Zweifel sollten in Verbindung mit Net Zero unendlich stärker sein. Dieses gesamte Gebäude basiert auf Modellrechungen – und wir sehen immer wieder, wie irreführend Modellergebnisse sein können –, welche Worst Case-Szenarien in ferner Zukunft an die Wand malen. Problem: vielleicht; Notfall: nein.

Wir sollten viel mehr Vertrauen haben, dass unsere sich weiter entwickelnde Technologie weiterhin alles sauberer und ruhiger zu machen.Sicher können es die Ressourcen der Zivilisation es leichter machen für Harrabin und mich, dem Vogelgezwitscher zu lauschen ohne dabei die Menschheit zu beschneiden. „Unser Haus brennt!“ schrie Greta Thunberg im vorigen Jahr. Das tut es nicht, aber es wurde geschlossen. Einmal ist genug.

Ganzer Beitrag hier (Zahlschranke)
Link: https://www.thegwpf.com/charles-moore-lockdown-is-showing-us-the-misery-that-net-zero-will-demand/
Übersetzt von Chris Frey EIKE




YouTube verteidigt die Entfernung eines Videos von einem Epide­miologen zum Corona­virus über ,Herden-Immunität‘

Das Video stellte Dr. Knut Wittkowski vor, den ehemaligen Leiter von Biostatistik, Epidemiologie und Forschungsdesign an der Rockefeller University. Darin äußerte er sich kritisch zum Lockdown und zum social distancing mit dem Argument, dass diese Maßnahmen kontraproduktiv sind, um gegenüber dem Virus „Herden-Immunität“ zu erreichen. Das Video wurde wegen angeblicher „Falschinformation“ abgesetzt, nachdem es über 1,3 Millionen mal angeklickt worden war.

„Wie bei allen Erkrankungen der Atemwege ist das Einzige, was diese Krankheit stoppen kann, Herden-Immunität“, sagt Wittkowski in dem Video. Die New York Post hatte darüber erstmals berichtet. „Etwa 80% der Menschen müssen in Kontakt mit dem Virus kommen, und die Mehrheit davon würde nicht einmal bemerken, dass sie infiziert worden sind“.

In einer Antwort auf eine entsprechende Anfrage des Daily Caller nach einem Kommentar von YouTube schrieb dessen Sprecher Ivy Choi:

Wir entfernen schnell gekennzeichnete Inhalte, welche unsere Leitlinien verletzen, einschließlich von Inhalten, die explizit die Wirksamkeit der globalen oder lokalen Gesundheitsbehörden bzgl. social distancing in Frage stellen, was Andere dazu verleiten könnte, gegen die Maßnahmen der Behörden vorzugehen. Wir sind zu zeitnaher und helfender Information zu dieser kritischen Zeit verpflichtet.

YouTube wurde im April vom Nachrichten-Moderator bei Fox News Tucker Carlson und Anderen schwer kritisiert, nachdem das Unternehmen ein Video von Dr. Dan Erickson und Dr. Artin Massihi entfernt hatte, in welchem die beiden Wissenschaftler die Lockdown-Maßnahmen von Kalifornien kritisiert hatten. Auf das Video wurde bis dahin 5 Millionen mal zugegriffen. (Ein Beitrag zum gleichen Thema steht hier).

„Wenn all das einmal vorbei ist, werden wir wahrscheinlich auf diesen Moment des Verhaltens von YouTube zurückblicken als einen Wendepunkt der Art und Weise, wie wir in diesem Land leben, ein scharfer Bruch mit 250 Jahren Gesetz und Ordnung“, sagte Carlson, ein Mitbegründer des Daily Caller. „Das Video der Doktoren wurde von einem lokalen Fernsehsender produziert. Es war tatsächlich eine Story der Mainstream-News. Die einzige Rechtfertigung für die Zensur war, dass die Physiker in dem Video zu anderen Ergebnissen gekommen waren als die gegenwärtig herrschende Klasse“.

Link: https://wattsupwiththat.com/2020/05/20/youtube-defends-removing-epidemiologists-video-on-coronavirus-herd-immunity/
Übersetzt von Chris Frey EIKE




Woher kommt der Strom? gewollte Stromunterdeckung

19. Woche
Tabelle mit den Werten der Energy-Charts und dem daraus generierten Chart
Lediglich am Dienstag und Mittwoch wurde unter dem Strich etwas mehr ex- denn importiert. Die Strategie der Stromunterdeckung hat für Deutschland den Vorteil, dass in jedem Fall weniger CO2 ausgestoßen wird. Alle Emissionen werden dem Land angerechnet, welches den Strom herstellt. Auch wenn er anschließend verkauft wird. Bei der Kernkraft kommt ein ähnlicher Effekt zum Tragen. Importiert Deutschland (Jahreswerte: Hier klicken) unter anderem Strom aus Frankreich, enthält der Strommix ca. 70 Prozent Kernenergiestrom. Strom aus der Schweiz enthält um die 30 Prozent Kernenergiestrom (Abbildung, bitte unbedingt anklicken, es öffnen sich alle Abbildungen und Mehr). Das ist jeweils mehr als der Anteil der Kernenergie am deutschen Strommix.
Dennoch kann von sogenannten Atomgegner-Klimaschützern gesagt werden, dass Deutschlands Strommix demnächst, genau in 2 Jahren, frei von Atomstrom ist. Weil Deutschland den Atomstrom nunmehr importiert. Lieber Sankt Atomian, verschon mein Land, verseuch die Schweizer und das Frankreichland. Wie zynisch die Sache mit dem deutschen Atomausstieg ist, belegt der Ausschnitt aus den ZDF-Heute-Nachrichten (Abbildung 1). Das Umspannwerk, das für lockere 30 Millionen Euro auf dem Gelände des Kernkraftwerks Philippsburg gebaut wird, dient dazu, Kohlegleichstrom aus NRW in Wechselstrom für Baden-Württemberg umzuwandeln. Die Kosten (Abbildung 2) für den Netzknoten Philippsburg liegen insgesamt bei einer Milliarde Euro. Kohlestrom ist gleich CO2-Strom.
Das ist genauso bigott wie die Stromleitung aus dem rheinischen Braunkohlerevier nach Belgien (Abbildung 3). Da soll Braunkohlestrom den Atomstrom aus Tihange ersetzen. Die beiden Beispiele belegen, dass die Ideologie „Atomkraft: Nein danke!“ weit vor der Weltenrettungsideolgie CO2 muss weg, sonst verbrennt die Welt steht. Der Gipfel dabei ist: Der wegfallende Atomstrom wird durch Atomstrom aus dem Ausland ersetzt. Eine feine Leistung der Volksverdummung und Entlarvung auf dem Weg zur Deindustrialisierung Deutschlands.

Tagesanalysen

Sonntag, 3.5.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 57,61 Prozent, davon Windstrom 16,30 Prozent, Sonnenstrom 21,74 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 19,57 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Der Strombedarf Deutschlands ist gering. Der Wind weht schwach und schwächer. Der Strompreis ist im Keller. Der Lediglich zum Abend zieht er etwas an. Da benötigt Deutschland besonders viel Strom zusätzlich. Die Schweiz, Dänemark und Frankreich liefern. Wie den ganzen Tag über. Tschechien und Österreich machen Strompreis-Differenzgeschäfte.
Montag, 27.4.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 46,85 Prozent, davon Windstrom 16,22 Prozent, Sonnenstrom 14,41 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 16,22 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Um 8:00 Uhr zahlt Deutschland eine Spitzenpreis für etwa 9 GW. Den ganzen Tag importiert Deutschland Strom. Auch wenn die Windstromerzeugung über Tag anzieht: Es reicht nicht. Nach Sonnenuntergang steigt der Preis etwas, liegt aber – vom Morgen abgesehen – im Niedrigbereich. Diesmal liefern die Niederlande neben Frankreich und der Schweiz den fehlenden Strom.
Dienstag, 5.5.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 54,17 Prozentdavon Windstrom 20,83 Prozent, Sonnenstrom 18,33 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 15,00 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Heute insgesamt etwas mehr Windstrom. Frankreich, die Schweiz und die Niederlande liefern den fehlenden Strom. Zu insgesamt moderaten Preisen.
Mittwoch, 6.5.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 57,26 Prozent, davon Windstrom 19,35 Prozent, Sonnenstrom 23,39 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,52 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Heute exportiert Deutschland über die Mittagsspitze Strom. Selbstverständlich zu Billigpreisen. Höre ich da ein: „Aber wenigstens muss nicht noch Geld mitgegeben werden“? Ja richtig, das ist ein Trost. Der bittere Beigeschmack: Der Wind- und Sonnenstrom muss den Erzeugern gemäß EEG voll vergütet werden.
Donnerstag, 7.5.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 51,28 Prozent, davon Windstrom 11,97 Prozent, Sonnenstrom 23,93 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 15,38 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Am Morgen ist der Importstrom vergleichsweise günstig. Am Abend kostet er richtig Geld. Frankreich, die Schweiz und andere liefern. Frankreich macht – wie Tschechien und Österreich – rentable Preisdifferenzgeschäfte.
Freitag, den 8.5.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 48,18 Prozent, davon Windstrom 6,36 Prozent, Sonnenstrom 25,45 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 16,36 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Heute gibt es fast keinen Windstrom. Dafür erzeugen die Photovoltaikanlagen Strom, als gäbe es kein Morgen. In der Spitze fast 35 GW. Das ist schon was. Hier zeigt sich schön, dass mit mehr regenerativ erzeugtem Strom der Preis fällt. Leider profitiert Deutschland kaum davon. In dem Moment allerdings, als Deutschland Strom benötigt sprich importiert, liegt der Preis relativ höher.
Samstag, 9.5.2020: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 62,17 Prozent, davon Windstrom 7,61 Prozent, Sonnenstrom 25,00 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 19,57 Prozent. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.
Die Windstromerzeugung geht heute wieder gegen Null. Auch und vor allem auf See. Deutschland importiert den fehlenden Strom insgesamt günstig. Lediglich am frühen Abend kostet es über 35 €/MWh. Die üblichen Verdächtigen – Frankreich, Schweiz, die Niederlande – liefern. Österreich und Tschechien greifen ein paar hunderttausend € ab. Die Stromunterdeckungssaison hat in Deutschland begonnen. Wie vergangenes Jahr (Abbildung 4). So kann man seine Klimaziele erreichen. So kann man den Atomausstieg organisieren. Dabei ist es nur Augenwischerei und Vernichtung von Vermögen (Abschalten der KKW in Deutschland).

Null Wind, null Sonne ergibt null Strom

Zum Schluss noch eine kurze Antwort auf die Frage, wer denn eigentlich in welchem Umfang vom oben beschriebenen Stromhandel in den jeweiligen Ländern und in Deutschland im Einzelnen profitiert beziehungsweise Verluste macht. Diese Analyse kann und will ich nicht leisten. Eines aber ist gewiss. Der deutsche Stromkunde ist der große Verlierer der Energiewende, welche faktisch eine Stromerzeugungswende ist. Er zahlt immer drauf. Egal, ob der Strom an der Börse günstig oder teuer gehandelt wird.
Da gibt es den einen oder anderen Zeitgenossen, der immer wieder und gerne sehr erfreut darauf hinweist, dass doch 60, 70 oder noch mehr Prozent des benötigten Stroms mittels regenerativer Energieträger erzeugt wurden. Das mag schön und richtig sein. Entscheidend sind gleichwohl nicht die hohen Werte, sondern die niedrigen. Da muss der Strom in entsprechend hohem Umfang konventionell hinzu erzeugt werden. Die entsprechende installierte Leistung konventionell muss kostspielig bevorratet werden. Lediglich Brennstoff wird eingespart. Hinzu kommt, dass die verlässliche Stromerzeugung mittels Biomasse und Wasserkraft naturgemäß begrenzt ist. Wind- und Sonnenkraft hingegen sind Energieträger, die im ungünstigsten Fall Null Strom erzeugen. Was ein paarmal pro Jahr der Fall war, ist und auch in Zukunft immer sein wird.
Das ist der Preis der gemäßigten Klimazone, in der Deutschland liegt: Da können noch so viele Wind- und Sonnenkraftanlagen installiert sein. Null Wind, null Sonne ergibt Null Strom. Sie können einen Fuhrpark mit 150 ganz fabelhaften Sportwagen besitzen. Wenn kein Kraftstoff zur Verfügung steht, bewegt sich keines dieser Fahrzeuge. Kraftstoff kann man heranschaffen. Wind und Sonne hingegen nicht. Deshalb wird das mit der Energiewende nichts. Außer einem: Teuer. Ist doch irgendwie ganz einfach, oder?
Ordnen Sie Deutschlands CO2-Ausstoß in den Weltmaßstab ein. Zum interaktiven CO2-Rechner: Hier klicken. Noch Fragen?
Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr. Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einer kurzen Inhaltserläuterung finden Sie hier.
Zuerst erschienen bei der Achse des Guten; mit freundlicher Genehmigung.
Rüdiger Stobbe betreibt seit vier Jahren den Politikblog www.mediagnose.de
Titelbild:
Hongkonger Forscher haben an Hamstern nachgewiesen, dass sich durch OP-Masken die kontaktlose Übertragung des Coronavirus deutlich verringern lässt. Die Übertragungsrate wurde durch den Einsatz der Masken um mehr als 60 Prozent reduziert, wie aus einer am Sonntag vorgestellten Studie der Universität Hongkong hervorgeht. Ohne chirurgische Maske infizierten sich zwei Drittel der Hamster binnen einer Woche.
 




Energiedefizit: Die hoffnungslose Intermittenz der Windkraft sollte die Deutschen nach einer zuverlässigen Erzeugung suchen lassen

Egal wie viel Windkraftkapazität und wie viele Sonnenkollektoren die Deutschen installieren, wenn die Sonne untergeht und Zephyr [griechische Gottheit des Windes] keine Brise mitbringt, bleibt all diese Kapazität im Leerlauf. Es folgt eine Täuschung, denn mit Zertifikaten aus Norwegen (Wasserkraft] kann aus zuverlässigem Kohlestrom grüner Strom gemacht werden.
Im Laufe der Zeit ist die zuverlässige und abgreifbare Energiekapazität immer weniger vorhanden. Mit noch mehr Abschaltungen, wird die Zukunft katastrophal werden. Wie Paul Homewood berichtet. Einleitung durch den Übersetzer, in Anlehnung an stopthesethings
 
Zwei Fallstudien zur Intermittenz der Erneuerbaren
Not a Lot of People Know That, Paul Homewood, 30. März 2020
Eine interessante Analyse von Timera Energy zum traurigen Mangel an Backup-Kapazitäten in Europa, basierend auf der Leistung der deutschen erneuerbaren Energien:
Zwei Fallstudien zur Intermittenz der Erneuerbaren
Europa ist weltweit führend in der Dekarbonisierung der Strommärkte mit erneuerbaren Energiequellen. Die Dekarbonisierung scheint eine schwierige, aber erreichbare Herausforderung zu sein, Wind- und Solarkapazität ist ausgesucht, die Hauptlast der Energieerzeugung zu liefern.
In den nächsten 10 Jahren sollen in ganz Westeuropa mehr als 350 GW neuer Wind- und Sonnenenergie online gehen. Gleichzeitig sollen große Mengen an zuverlässig abrufbarer Kern-, Kohle- und Braunkohlekapazität geschlossen werden, mindestens 40 GW bis 2023 und 80 GW bis 2030.
In einem kürzlich erschienenen Artikel haben wir die Herausforderungen eines sich schnell ändernden europäischen Kapazitätsmixes dargelegt. Dies hat gezeigt, das unserer Ansicht nach ein erheblicher Mangel an flexiblen Kapazitätsinvestitionen besteht, um das wachsende Wind- und Solarleistungsvolumenabzusichern.
In diesem Artikel den Sie gerade lesen, zeigen wir Ihnen zwei Fallstudien, um die Flexibilität zu veranschaulichen, die erforderlich ist, die Schwankungen der tatsächlich abgegebenen Strommengen der Erneuerbaren im Jahr 2020 im Vergleich zu 2030 auszugleichen, schließlich brauchen fast alle Verbraucher sicher kontinuierlich fließenden Strom in jeder benötigten Menge. Wir betrachten auch die Behauptung, dass diese Schwankungen allein durch Stromspeicher (z. B. Batterien) ausgelichen werden können.
Den vollständigen Beitrag finden Sie auf Timera Energy.
Beginnen wir mit dem wichtigsten Fall. Denken Sie daran, dass es sich nur um Deutschland [und Durchschnittswerte] handelt:
Fallstudie 1: Tag mit geringem Output der erneuerbaren Energien
Unsere beiden Fallstudien basieren auf den kürzlich in Deutschland tatsächlich beobachteten Last-, Wind- und Solardaten (2019). Anschließend skalieren wir die Wind- und Solarleistung auf der Grundlage des prognostizierten Kapazitätswachstums, das erforderlich ist, um die neuesten deutschen Ziele für erneuerbare Energien bis 2030 zu erreichen. In Abbildung 3 ist unsere Fallstudie für geringen Output der erneuerbare Energien dargestellt.

ENTSOE, Timera Energy


Grafik 2: Durchschnittliche, minimale und maximale deutsche Wind- und Sonnenleistung im Jahr 2019

ENTSOE, Timera Energy


Grafik 3: Tag der niedrigen erneuerbaren Energien in Deutschland 2020 v 2030
Der dunkelblau schattierte Bereich am unteren Rand des Diagramms zeigt die projezierte Wind- und Sonnenleistung 2020 bzw.  2030 im Durchschnitt über einen Zeitraum von 24 Stunden. Die durchgezogene blaue Linie zeigt den Strombedarf. Die obere blaue gestrichelte Linie in der Tabelle zeigt die installierte abrufbare Kapazität zuverlässiger Kraftwerke als „Flex“ (Back-up) im Jahr 2020 (knapp 75 GW). Mit anderen Worten, es gibt ein komfortables Volumen an abrufbarer Kapazität, um Tage mit geringer Wind- und Sonnenleistung im Jahr 2020 abzudecken.
Betrachten wir nun die Schätzung für 2030. Der hellblau schattierte Bereich am unteren Rand des Diagramms zeigt den geringen Anstieg der tatsächlichen Wind- und Solarleistung im Jahr 2030. Trotz des starken Anstiegs der nominalen Anschlussleistung der Erneuerbaren, gibt es nur einen relativ geringen Anstieg der tatsächlich abgebbaren Leistung bei schwachem Wind & Sonnentag.
Im Gegensatz dazu verringert sich die abrufbare flexible Back-up Kapazität bis 2030 um mehr als 30 GW. Durch Abschaltungen von Kernkraftwerken, Kohle und Braunkohle wird die blaue gestrichelte Linie auf ein Niveau gesenkt, das über den Tag hinweg einen Energieengpass von ca. 500 GWh hinterlässt. (Alle gelieferte und abrufbare Energie zusammen liegen unterhalb des Bedarfs). Dies entspricht 250 GW einer durchschnittlichen Speicherdauer von 2 Stunden (wenn der Speicher vorher voll ist).
In der Praxis kann nur ein Teil dieser Energielücke durch Speicherung geschlossen werden. Grenzüberschreitende Energie wird ebenfalls eine Rolle spielen, obwohl eine relativ hohe Korrelation der Windmuster in Nordwesteuropa bedeutet, dass sich die deutschen Nachbarmärkte möglicherweise in einer ähnlichen Position befinden. Es besteht jedoch ein erheblicher Bedarf an Investitionen in neue reale Kapazitäten, z. B. in Form von Batterien, Gas-Spitzenkraftwerke und Bedarfssteuerung (Abschaltungen!).
Wie ich schon öfters betont habe, sind Speicher und Demand Supply Response (DSR – Bedarfssteuerung) für die Deckung der volatilen erneuerbarer Energien von geringem Nutzen.
Selbst wenn Angebot und Nachfrage täglich innerhalb von 24 Stunden perfekt ausgeglichen werden könnten, müsste Deutschland die fehlenden 500 GWh, was einer Kapazität von 21 GW entspricht, noch nachrüsten. [Obige Überlegungen sind mit Durchschnittswerten gerechnet, dieses kann durchaus Strommangel im Stundenbereich einschließen, wenn gerade keine Wind weht und die Sonnen nicht scheint.  Irgendwann muss auch Überschuss da sein, um die immer angedachten Speicher zusätzlich und rechtzeitig(!) zur Bedarf zu füllen, physikalische Verluste eingerechnet].
 
Fallstudie 2: Tag mit über dem Bedarf liegendem Output der erneuerbaren Energien

ENTSOE, Timera Energy


Die Wind- und Sonnenleistung im Jahr 2020 (der dunkelblau schattierte Bereich) bleibt trotzdem unterhalb der Nachfrage (blaue Linie). An einem Tag mit viel Wind und Sonne im Jahr 2030 steigt die zufällig höhere Ausgangsleistung der Erneuerbaren jedoch deutlich über die Systemnachfrage.
Dies führt zu einem großen Energieüberschuss (200 GWh / d), der entweder eingeschränkt oder über grenzüberschreitend in benachbarte Märkte gedrängt werden muss. Dies könnte über einen längeren Windzeitraum über mehrere Tage hinweg zu einem Energieüberschuss von über 1,5 TWh führen.
Die Mengen an überschüssiger Energie sind zu groß, um sie zu speichern, wenn keine wichtige neue Quelle für flexiblen Bedarf vorhanden ist (z. B. Wasserstoffelektrolyse in großem Maßstab, die robust gegen Unterbrechungen sein müsste). Der Export großer Mengen über Verbindungsleitungen ist auch eine Herausforderung, wenn es in benachbarten Märkten korellierte Wind- und Solarmuster gibt.
 
Timera fasst zusammen:
Wir wollen die Rolle der Stromspeicherung, insbesondere von Batterien, nicht herunterspielen. Die Speicherung wird eine Schlüsselrolle bei der Absorption von überschüssiger Energie, der Spitzenabbau und der Bereitstellung eines sehr schnellen Ausgleichs spielen. Die Speicherung ist jedoch ein Nettokonsument (kein Produzent) von Energie, und die derzeitige Technologie (z. B. Batterien mit einer Speicherkapazität für die Dauer von 1 bis 2 Stunden) hat eine begrenzte praktische Anwendung für die Ver-Lagerung großer Energiemengen.
Die Versprechen auf alleinige oder wesentliche Versorgung mit Erneuerbare, enthält auch immer den Hinweis, auf mehr Flexibilität der Nachfrageseite. [Waschmaschinen, Kochherde und industrielle Bearbeitungscenter mit beliebiger und sofortiger Unterbrechungs-Resistenz!?]. Die Flex-Eigenschaften der nachfrageseitigen Reaktion sind jedoch typischerweise ähnlich wie bei der Speicherung, dh. geringer und bestenfalls netto energieneutral.
Grenzüberschreitender Stromausgleich könnte dabei helfen, Energie von Standorten mit niedrigeren zu höherwertigen Standorten [mit zuverlässigen Kraftwerken] zu verlagern. Durch den raschen Einsatz erneuerbarer Energien in ganz Europa werden die Nachbarländer jedoch zunehmend mit korrelierten mangelnden oder überschießenden Energiekapazitäten [Strommengen] konfrontiert sein.
Die derzeitige politische Unterstützung in ganz Europa ist völlig unzureichend, um die erforderlichen Flex-Mengen aus kohlenstoffarmen Quellen zu unterstützen. Selbst heldenhafte Annahmen zu Speicher, Nachfrageantwort und Bereitstellung von grenzüberschreitendem Ausgleich schließen das Flexibilitätsdefizit in Märkten wie Deutschland [und den anderen Ländern] nicht.
Damit bleibt allein die konventionelle gasbefeuerte Erzeugung bis weit in die 2030er Jahre hinein übrig, um struktureller Flexibilität [back-up], wenn auch bei stetig sinkenden Lastfaktoren. Und das ist kein Ergebnis, das im Widerspruch zu den Netto-Null-Emissionszielen für 2050 steht. Die Energieerzeugung aus Gas verschafft effektiv Zeit für die Kommerzialisierung und den Ausbau von CO2-armen Kapazitäten wie Wasserstoff und längerer Speicherung.
In Wirklichkeit bleiben Wasserstoff und Speicher mit größerer Kapazität eine Hoffnung im grünen Himmel und sind sicherlich keine Optionen, mit der Sie eine tragfähige Energiepolitik aufbauen könnten.
Das bringt uns zurück zu Gas [und Kernkraft]
Not a Lot of People Know That
https://stopthesethings.com/2020/04/16/power-deficit-wind-powers-hopeless-intermittency-leaves-germans-scrambling-for-reliable-generation/
Übersetzt durch Andreas Demmig




Schockierende neue Klimastudie: Die antiken Imperien Ägypten, Griechenland, Rom haben niemals existiert

[Hinweis: Alle im Original in Grad Fahrenheit angegebenen Temperaturen werden hier gleich in Grad Celsius umgerechnet genannt. Umgerechnet wird unter diesem Link. Anm. d. Übers.]

Die Zeitung USA Today fasst die „Ergebnisse“ der Studie in den „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS) zusammen:

Falls die globale Erwärmung ungebremst weitergeht, wird die später in diesem Jahrhundert auftretende Hitze einige Teile der Welt „praktisch unbewohnbar“ machen, und zwar für bis zu 3 Milliarden Menschen.

Die Autoren prophezeien, dass ein großer Teil der Weltbevölkerung bis zum Jahr 2070 unter Klimabedingungen leben muss, die „wärmer sind als für das Fortbestehen menschlichen Lebens möglich“.

Die Studie warnte, dass die mittleren jährlichen Temperaturen über die Klima-„Nische“ steigen werden, in welcher die Menschheit sich seit 6000 Jahren entwickelt hat – es sei denn, die Emissionen von Treibhausgasen werden nachhaltig reduziert.

Jene „Nische“ ist äquivalent zu mittleren jährlichen Temperaturen von 11°C bis 15°C. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass Menschen trotz aller Arten von Innovationen und Völkerwanderungen in diesem Klimabedingungen viele tausend Jahre gelebt haben.

Schon auf den ersten Blick fallen krasse Fehler sofort auf. Wissenschaftler schätzen die gegenwärtige mittlere Temperatur der Erde auf 15°C. Wissenschaftler, darunter diejenigen Wissenschaftler, welche den allerersten IPCC-Bericht veröffentlicht hatten, haben schon lange gewusst, dass es die meiste Zeit der letzten 6000 Jahre wärmer war als heute (siehe die folgende Graphik, gefunden hier auf S. 202). Folglich sollten der neuen Studie zufolge alle Städte, welche heute unter Temperaturen über 15°C leben, ähnlich „fast unbewohnbar“ sein in früheren Zeiten. Tatsächlich würden derartige Städte in früheren Zeiten noch weniger bewohnbar gewesen sein.

In Rom beträgt die mittlere jährliche Temperatur derzeit 15,2°C. Der neuen Studie zufolge müsste die Stadt also „fast unbewohnbar“ und „wärmer als für die menschliche Entwicklung geeignet“ sein. Man erzähle das den Menschen in Rom und mehr noch allen Menschen, die dorthin in den Urlaub fahren – teilweise infolge des dortigen idealen Klimas. Falls Rom wirklich immer fast unbewohnbar gewesen wäre, wie konnte Rom sich bilden, wachsen, aufblühen und schließlich ein ganzes Weltreich führen?

In Athen beträgt die mittlere jährliche Temperatur 17,6°C. Das liegt deutlich über der Obergrenze der Temperaturspanne, von der die neue Studie behauptet, dass sie erträglich und dem menschlichen Leben zuträglich ist. Falls Athen wirklich immer fast unbewohnbar gewesen wäre, wie konnte die Stadt sich bilden, wachsen, aufblühen und schließlich ein ganzes Weltreich führen?

In Kairo liegt die mittlere jährliche Temperatur derzeit bei 21,8°C. Das liegt um etwa 7°C über der in der Studie angegebenen Obergrenze für menschliches Leben – und doch entwickelte sich um die Stadt ein ganzes Imperium. Noch höher liegt die mittlere jährliche Temperatur in Bagdad nahe der antiken Stadt Babylon mit 22,9°C. Auch hier: Wenn das fast unbewohnbar gewesen sein soll, wie konnten die Babylonier ein ganzes Weltreich aufbauen?

Hier zum Vergleich die gegenwärtigen mittleren Temperaturen einiger amerikanischer Städte:
San Francisco, Kalifornien: 14,1°C
Los Angeles, Kalifornien: 18,6°C
San Diego, Kalifornien: 18,7°C
Hilton Head Island, South Carolina: 18,9°C

In allen diesen Städten herrscht nach allgemeiner Ansicht ein höchst wünschenswertes Klima. In allen Städten außer in San Francisco liegt die Temperatur deutlich über 15°C. Sogar das notorisch kühle San Francisco liegt sehr nahe der Grenze zu „fast unbewohnbar“, wie es die Studie kolportiert. Offensichtlich ziehen die meisten Menschen ganz und gar nicht in Betracht, dass sie in einer Stadt an der Grenze zur Unbewohnbarkeit leben.

Gehen wir an dieser Stelle noch einen Schritt weiter. Fühlen die Millionen Menschen, die sich die Stadt Phoenix in Arizona zum Wohnen aussuchen – viele davon genau wegen des gewünschten Klimas, das dort herrscht – bei einer durchschnittlichen Temperatur von 24°C, dass es um 9 K wärmer ist als das, was gerade noch „bewohnbar“ betrachtet wird?

Was ist mit der Stadt Ft. Lauderdale in Florida, wohin im Ruhestand zurückzuziehen sich viele Amerikaner erträumen? Ist die durchschnittliche Temperatur von 24,7°C lebenswert?

Die Temperaturen in Städten, von denen einst antike Weltreiche erschaffen wurden, und die Temperaturen von Städten, deren Klima heute als ideal angesehen wird zeigen, dass die neue PNAS-Studie vollständig in die Tonne getreten gehört. Medienportale, die eine solche Müll-Studie atemlos und absolut unkritisch auf den Schild heben – darunter USA Today, die Washington Post, BBC News usw. – sind vollkommen nutzlos.

Die antiken Weltreiche haben existiert und blühten auf bei viel höheren Temperaturen als sie heutzutage herrschen.

Autor: James Taylor is Director of the Arthur B. Robinson Center for Climate and Environmental Policy at The Heartland Institute. Taylor is the former managing editor (2001-2014) of Environment & Climate News, a national monthly publication devoted to sound science and free-market environmentalism.
Link: https://climaterealism.com/2020/05/shocking-new-climate-study-egyptian-greek-roman-empires-never-existed/
Übersetzt von Chris Frey EIKE