Schwachsinn im Fernsehen geäußert bleibt trotzdem Schwachsinn

Er äußert sich zu den Behauptungen, dass das Sturmtief Sabine eine direkt Folge des Klimawandels sei. So geschehen durch den ZDF Wettermoderator Özden Terli und die Windkraft-Lobbyistin Simone Peter.

„Das ist immer wieder der Schwachsinn, der gemacht wird, dass jede Wetterlage, jedes Wetterereignis, jeder Sturm dem Klimawandel in die Schuhe geschoben wird.“

Als Beleg hat Ruhnau 4 Orte aus Deutschland genommen (Hamburg, Berlin, München, Köln) und dort die Monate Oktober bis März betrachtet. Es sind die klassischen Wintersturm-Monate. In allen 4 Fällen geht die Zahl der Tage mit Sturm stark zurück. Ketzerisch könnte man jetzt sogar folgende These wagen: Mehr CO2 führt zu höheren Temperaturen, geringeren Temperaturgegensätzen und somit für weniger Stürme bei uns. Simone Peter würde wahrscheinlich zu Herztropfen greifen.

Übernommen von die kalte Sonne hier

Jörg Kachelmann oder Özden Terli: Normaler Sturm oder Klimawandel-Fußabdruck? Die Entscheidung

Klimawandler, also die Katastrophenprediger, die eine morbide Lust mit der Vorstellung überschwemmter Landesteile und an Hitze sterbender Menschen verbinden, werden nicht müde, vor allem so genannte extreme Wetterereignisse, Stürme, Überschwemmungen und dergleichen, auf den angeblich von Menschen gemachten Klimawandel zurückzuführen. So auch Özden Terli, der vielleicht nicht anders kann, weil er auch in Zukunft beim ZDF angestellt sein will. Und wenn man für das ZDF arbeiten will, dann muss man die Sendermeinung, so falsch sie auch sein mag, vertreten.

Terli tut das gegenüber der TAZ und unter der Überschrift “„Der Sturm ist nicht normal“
Bei „Sabine“ sei der Fußabdruck des Klimawandels nicht zu bezweifeln, sagt der Meteorologe Özden Terli.


taz: Der Orkan ist also eine direkte Folge des Klimawandels?

Terli: Der Sturmkomplex ist jedenfalls der stärkste, den es aktuell auf der gesamten Nordhalbkugel der Erde gibt – und damit nicht normal. Wir haben Februar, also Hochwinter. Das müsste normalerweise die kälteste Zeit des Jahres sein. Stattdessen messen wir Temperaturen von 14 bis 15 Grad – im Hochwinter! Gegen mein Fenster sind heute Hagelkörner geprasselt. Typisch und üblich wäre dagegen, dass es kalt ist und wir nicht Aprilwetter haben. Der Fußabdruck des Klimawandels ist nicht zu bezweifeln, die Klimakrise längst nicht mehr zu leugnen.

Aussagen wie die, die Terli hier von sich gibt, haben den Unmut von Jörg Kachelmann erregt (und nicht nur von ihm):

„Sabine mit dem Klimawandel in Verbindung bringen zu wollen, ist abseitiger Unsinn. Man kann nicht den Jetstream totsagen und es dann auch wieder doof finden, wenn er wieder da ist. Der Klimawandel macht wegen der schneller warm werdenden Polarregionen eher weniger Stürme“, so Kachelmann.”

So zitiert ihn der Merkur.

Wer hat Recht.
Wir haben den ScienceFiles-Test durchgeführt, eine Methode, die wir allen unseren Lesern ans Herz legen wollen, denn man muss, um den Unfug, den Terli erzählt KEINE wissenschaftliche Literatur lesen, man muss KEINE Klimadatenreihen analysieren und man muss KEINE Ausbildung als Statistiker in welcher Form auch immer haben.

Alles, was man benötigt, ist das Statistische Bundesamt und die deutsche Wikipedia. Richtig, die deutsche Wikipedia. Nach all den Jahren haben wir doch tatsächlich eine sinnvolle Nutzung gefunden, der wir die deutsche Wikipedia zuführen können: als Fundus für Zeitgeschichte, an der ideologische Blindgänger kein Interesse haben.

Terli behauptet also, dass der Sturm “Sabine”, der Deutschland am 9. und 10. Februar durchblasen hat, Ergebnis des Klimawandels sei, weil er mit Temperaturen von 14 Grad Celsius einhergehe und ein außergewöhnlich starker Sturmkomplex gewesen sei, eben einer, den es nur geben könne, weil die Menschen das Klima wandeln.

Was ist an der Behauptung dran?

Zunächst zur Einmaligkeit des 2020 Sturmereignisses: Ist “Sabine” eine Einzigartigkeit. Das Statistische Bundesamt hilft weiter:

Abgebildet ist hier der Holzeinschlag, der als Ergebnis von Schäden durch Sturm oder Insekten usw. vorgenommen werden musste. Wenn eine Klimakrise, wie sie Terli beschwört, darin ihren Niederschlag findet, dass alles immer extremer und schlimmer wird, dann zeigt diese Abbildung keine Klimakrise. Im Gegenteil: Verglichen mit den Jahren 2008 und 2007 fallen die neusten Windschäden, für die Daten verfügbar sind, in den Jahren 2017 und 2018 deutlich geringer aus. Insbesondere das Jahr 2007 scheint ein heftiges Sturmjahr gewesen zu sein, obwohl im Jahr 2007 noch niemand von Klimakrise, Klimaapokalypse oder Klimakatastrophe fantasiert hat.

Das Jahr 2007 ist auch aus anderer Sicht interessant: Behauptet Terli doch, die hohen Temperaturen im Februar 2020 seien “der Fussabdruck” des Klimawandels. Nun, wir haben eine Überraschung für Herrn Terli: Sturm und mittlere Temperaturen im Winter sind keine Seltenheit, vielleicht eher die Regel, ganz ohne Klimawandel und Fußabdruck. Und hier kommt die Wikipedia ins Spiel.

Wir schreiben über das Jahr 2007 und zitieren Wikipedia:

“Am 18. Januar um 7 Uhr zog das Zentrum des kräftigen Sturmtiefs Kyrill mit 966 hPa über Nordirland. Die Spitzenwindböen an der Südwestküste Englands lagen bereits bei 109 bis 120 km/h. In Deutschland zog unterdessen das Tief Jürgen nach Osteuropa ab und der bis dahin stürmisch wehende Wind flaute vorübergehend ab.

Gegen Mittag befand sich Kyrill schon über der südlichen Nordsee, Minimaldrücke unter 960 hPa wurden gemessen.[3] Die Luftdruckunterschiede zwischen Nordfriesland und dem Oberrhein betrugen zu diesem Zeitpunkt 42 hPa. Eine solche Druckdifferenz hat es in Mitteleuropa seit vielen Jahren nicht mehr gegeben. Die Spitzenwindgeschwindigkeiten lagen im Vorfeld der Kaltfront zwischen Großbritannien, Nordfrankreich, Benelux, der Schweiz und weiten Teilen Deutschlands mit Ausnahme des Nordostens verbreitet bei Werten im Flachland von 90 bis 110 km/h. In den Mittelgebirgen, in den Alpen sowie an der Nordseeküste wurden verbreitet Orkanböen zwischen 120 und 150 km/h gemessen. Im Bereich der Kaltfront, die am Mittag von Großbritannien über die Nordsee bis nach Ostfriesland reichte, wurden gebietsweise Orkanböen bis ins Flachland gemessen.

In Mitteleuropa hatte sich verbreitet milde Luft mit bis zu 14 °C durchgesetzt. Die Passage der Kaltfront (Temperaturgegensätze) war dementsprechend turbulent: In ihrem Bereich kam es zu Starkregen, teils zu Gewittern mit Regenmengen bis zu 14,8 l/m² in einer Stunde, wie z. B. in Ostrhauderfehn. Bis zum Nachmittag kam es dann nahezu im ganzen Land zu orkanartigen Böen bis etwa 115 km/h. Die Küsten und Berge wurden von dem starken Orkan mit bis zu 187 km/h, wie auf dem Brocken im Harz, betroffen. Im Laufe des Nachmittages überquerte die Kaltfront den Norden und Westen Deutschlands, wobei gebietsweise auch im Flachland Orkanböen zwischen 120 und mehr als 130 km/h auftraten.”

Wir können uns sehr gut an diesen Sturm erinnern, da der Fährverkehr zwischen unserer Insel und dem Kontinent eingestellt war und uns vor Augen geführt hat, welches Glück wir doch Ende November 2006 hatten, als wir per Fähre in das Vereinigte Königreich ausgewandert sind. Seit 2007 sind die Winterstürme und entsprechend angenehme “teens”, wie die Temperaturen zwischen 12 und 18 Grad im UK heißen, für uns normal geworden. Manchmal würde es den Katastrophenpredigern gut tun, wenn sie ihre Erinnerung über den letzten Tag hinaus ausdehnen und ihren Horizont über den des Schreibtisches beim ZDF hinaus ausweiten würden. Aber dann könnten sie natürlich keine Katastrophen verkünden….

Nur der Ordnung halber: Jörg Kachelmann hat natürlich Recht.

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Der kurze Klima-Prozess

Diese werden dann mit moralischem Zuckerguss überzogen und gegen die in parlamentarischen Gremien beschlossenen Gesetze mit „Demonstrationen“ auf der Straße umgesetzt.

So haben wir mittlerweile zwei Ebenen der politischen Realität. Da ist die repräsentative Demokratie mit Grundgesetz, Parlamentsentscheidungen und allgemein gültigen Gesetzen, und da ist die selbsternannte Moral von Aktivisten, die sich über Parlamentarismus und Gesetze hinwegsetzen, weil sie ja auf einer höheren Ebene der besseren Menschen agieren. Damit kein Missverständnis entsteht: Natürlich muss es in einer Demokratie erlaubt sein, gegen Gesetze zu protestieren. Die Selbstverständlichkeit allerdings, mit der die Gewalt gegen materielle Güter und Blockaden des öffentlichen Lebens auch von Parteien hingenommen wird, zerstört den Konsens einer Gesellschaft. Und schließlich zerstören sie auch die parlamentarische Demokratie.

Dieser Moraljustiz werden Rechte eingeräumt, die über bestehende Gesetze hinausgehen. Hausfriedensbruch wird weitgehend geduldet oder sogar von Gerichten erlaubt. So dürfen die Frankfurter Flughafengegner in den Schalterhallen demonstrieren und dabei die Passagiere belästigen. Angemeldete und unangemeldete Demonstrationen arten in Straßenblockaden aus. In den Nachrichten ist dann hin und wieder von einigen Festnahmen zur Feststellung der Personalien die Rede. Über die Gerichtsprozesse und Strafen wird kaum berichtet. Nach regelrechten Schlachten wie beim Hamburger G7-Gipfel, der Demo in Frankfurt gegen die EZB oder den Leipziger Gewaltdemos gegen das Leipziger Bundeverwaltungsgericht ist eines gewiss: Die Polizei wird mitschuldig gemacht, weil sie nicht zartfühlend genug mit den Demonstranten umgegangen ist. Je nach politischem Hintergrund der Randalierer finden sich dann Parteisympathisanten als verbale Mittäter.

Die Doppelstrategie der Grünen

Offensichtlich lohnt sich Rechtsbruch. Ein Beispiel ist der Hambacher Forst. Da beschließt die damalige rotgrüne NRW-Regierung, wie viel von dem Hambacher Forst für die Braunkohleförderung abgeholzt werden darf. Die den Grünen nahestehenden „Umweltschützer“ machen aber weiter Front gegen den Regierungsbeschluss. Sie besetzen den Wald, blockieren die Kohlenförderung, legen die Transportwege durch Besetzung der Schienen lahm. Bei den Auseinandersetzungen sehen sich Polizisten regelrecht bewaffneten „Aktivisten“ gegenüber. Beim Stürmen der Abbaugruben werden Transformatoren und Fördereinrichtungen beschädigt.

Die Grünen, die im Kabinett der Abholzung zugestimmt haben, verlegen aus Solidarität mit den Abholzgegnern einen Parteitag in den Hambacher Forst. Dem Betreiber des Bergbaus und der Kraftwerke entstehen Millionenverluste. Mittlerweile wurde im Zuge des Ausstiegs aus der Kohle auf das Abholzen des Restes des Hambacher Waldes verzichtet. Ein jahrelanger Rechtsbruch hat sich gelohnt. Ob wir je erfahren, was aus den Anzeigen gegen die Besetzer der Bergwerke wird?

Die Baumbesetzer können jetzt siegreich abziehen. Aber sie haben schon einen neuen Wald gefunden, in dem sie sich, zurzeit für den Winter gerüstet, festsetzen. Jetzt setzen sie sich im Dannenröder Wald in Hessen fest. Nach über 30 Jahren Planung und Genehmigungsverfahren gibt es jetzt Rechtssicherheit für den Weiterbau der A 49, die Kassel mit den Räumen Gießen und Frankfurt verbinden soll. Obwohl alle Rechtsmittel ausgeschöpft sind, wollen jetzt die Grünen und Linken den Weiterbau verhindern. Jetzt berufen sie sich auf den Klimawandel, der bei den gut dreißig Jahren währenden Planungen und Gerichtsverfahren nicht genug berücksichtig worden sei. Im Herbst 2019 sollte mit dem Fällen der Bäume begonnen werden. Aber die Baumbesetzer waren schneller.

Ihr erster Erfolg: Die Rodungsarbeiten werden um ein Jahr verschoben. Zuständig für die A 49 ist der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir, ein Grüner. Und wieder wird die Arbeitsteilung der Grünen sichtbar. Als Minister müsste er für die Durchsetzung des Rechts sorgen, als Grüner sympathisiert er mit den Autobahnverhinderern, das sind die üblichen Naturschutzverbände und die Grünen vor Ort. Und ihnen geht es nicht um die A49, sondern um eine andere Republik – versteckt hinter dem Naturschutz, der nur für den Straßenbau gilt, eingeschränkt aber für Windkraftanlagen und Bahnlinien. Sie bekämpfen den Individualverkehr und die Rechtsordnung, sie sind auf dem Weg in eine staatlich gelenkte Bevormundungsdiktatur.

Schließlich geht es um die Rettung der Welt

Aber nicht nur die Politik versagt, wenn es darum geht, den Rechtsstaat gegen die selbst ernannte Moralgerechtigkeit durchzusetzen. Auch im Journalismus hat sich eine moralgedrängte Berichterstattung gegen die auf Recherchen basierten Veröffentlichungen durchgesetzt. Das fängt damit an, dass zum Beispiel ein groß aufgemachter Artikel in der Lokalzeitung sehr freundlich über die Besetzer im Dannenröder Wald schreibt, dabei aber völlig vergisst, dass es sich um einen Rechtsbruch handelt, der den Steuerzahler schnell mal bis zu einigen Millionen Euro kosten kann.

Den größten Erfolg haben die Moralgerechten sicher mit der Aktion „Fridays for Future“ zu verzeichnen. Dass es sich dabei um eine Ordnungswidrigkeit des Schulschwänzens handelt, traut sich kaum noch ein Politiker auch nur zu erwähnen. Die Freude, dass sich Kinder und Jugendliche für ein politisches Thema begeistern, überstrahlt alles – schließlich geht es um die Rettung der Welt. Die Stadt Mannheim, die gesetzlich richtig reagierte und vier Bußgeldbescheide über 88,50 Euro verschickte, ruderte aber nach heftiger öffentlicher Kritik schnell wieder zurück.

Dass ganze Klassen geschlossen mit Unterstützung der Lehrer an den Demonstrationen teilnehmen mussten, wurde wenig thematisiert. Dafür konnten einige Organisatoren in den Talkshows der Sender auftreten und dort ihre Parolen vortragen. Wer diesen Kinderkreuzzug hinterfragte, landete schnell in der Klimaleugnerverteufelung und wird als AfD-Sympathisant eingestuft, auch wenn er mit dieser Partei nicht das Geringste zu tun hat.

Journalisten als Aktivisten

Doch der drohende Weltuntergang verführt offensichtlich Medienmenschen – als Journalisten möchte ich sie nicht bezeichnen – sich aktiv in der Stigmatisierung von „Klimaleugnern“ zu engagieren. So Paul Gäbler vom Berliner Tagesspiegel. Im September letzten Jahres fragte er zum Beispiel beim NH-Hotel in Aschheim bei München nach, ob sie wüssten, wer da in seinen Räumen einen Kongress plane. Hintergrund: EIKE, ein relativ kleiner Zusammenschluss von Wissenschaftlern, organisiert mindestens einen Kongress pro Jahr, bei dem auch Wissenschaftler zu Wort kommen, die im Mainstream der staatlichen Klimaforscher nicht beachtet werden. Dabei stellen sie ausführlich ihre wissenschaftlichen Arbeiten vor.

Eigentlich wäre dies die Gelegenheit der Potsdamer Klimatologen, sich mit ihren Kollegen auseinanderzusetzen und deutlich zu machen, wo diese irren. Aber das geschieht nicht, sondern die staatlich alimentierten Forscher reagieren mit Arroganz und Überheblichkeit, ohne in den naturwissenschaftlichen Disput einzutreten. Parteipolitisch ist EIKE völlig neutral. Einige frühere FDP-Mitglieder sind jetzt bei der AfD. Zu den Kongressen kommen etwa 200 Interessenten, die über 200 Euro zahlen.

Aufgeschreckt von Paul Gäbler, dem Tagesspiegelschreiber und den Aktivisten vom „Antikapitalistischen Klimatreffen“ die in der Lobby des Hotels Protestlieder sangen und Flyer verteilten, kündigte das NH-Hotel kurz vor dem Kongress die Räumlichkeiten. Die Störer hatten die Hotelleitung damit eingeschüchtert, dass dies jetzt bis zur Konferenz so weitergehe. Da half auch nicht, dass EIKE im Jahr vorher mit vielen renommierten Wissenschaftlern aus aller Welt erfolgreich und ohne Störungen im selben Hotel getagt hatte. Die Geschäftsleitung versicherte vorsichtshalber: „Ein Leugnen des menschengemachten Klimawandels ist mit den Wertvorstellungen der NH-Hotelgruppe nicht vereinbar.“

Nur Klimaleugner und AfD-Infiltratoren

Der Vorgang zeigt, wie weit das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung schon verkommen ist. Da behaupten ein Journalist und eine kommunistische Aktivistengruppe, es würden sich Klimaleugner treffen, da wird eine Drohkulisse aufgebaut und niemand reagiert. Aber diese EIKE-Konferenz machte noch ein Problem im deutschen Journalismus sichtbar. Ich bezeichne es als „Claas-Relotius-Syndrom“, benannt nach dem Spiegel-Redakteur, der genau wusste, was seine Vorgesetzten und die Meinungsmacherszene lesen wollten. So erfand er sehr gut geschriebene Geschichten, für die er mit dem „Reporterpreis“ und dem „European Press Price“ ausgezeichnet wurde. Das Problem war nur: Die stromlinienförmigen Geschichten für den Mainstream waren gelogen. Der Spiegel hat zwar ein großes „mea culpa“ nachgereicht, aber das „Claas-Relotius-Syndrom“ funktioniert weiter.

Zur EIKE-Konferenz hatte sich auch Philipp Bovermann, ein Volontär der „Süddeutschen Zeitung“ angesagt. Unter dem Titel „Zweifelsfreie Zweifel“ schrieb er einen ziemlich umfangreichen Artikel in der SZ. Die Länge zeigte, dass die verantwortlichen Redakteure den Beitrag mindestens für sehr gut empfanden, was für einen Volontär wichtig ist. Aber leider muss Philipp Bovermann von einem eingeschränkten Wahrnehmungsvermögen geplagt worden sein. Kurz zusammengefasst: Er sah nur Klimaleugner und AfD-Infiltratoren. Genau das war wohl der Inhalt, den die SZ-Verantwortlichen lobten. Der Artikel veranlasste aber auch eine Berliner Professorin Dr. Name, der Redaktion bekannt, zu einem Brief an die Redaktion, in dem sie auf einige der hervorragenden Vorträge Bezug nahm.

So hob sie besonders die Ausführungen von Prof. Dr. Peter Ridd – zugeschaltet via Skype aus Australien – über den „wahren Zustand des Great Barrier Reef´s“ und die Untersuchungen von Prof. em. Dr. phil. nat. Christian Schlüchter, Universität Bern aus der Schweiz, über „Climate Change and the melting Alpine Glaciers“ hervor. Alle Referenten seien international hoch renommierte Fachwissenschaftler. Die Professorin bedauerte in ihrem Brief, dass leider keine Wissenschaftler des Potsdamer Instituts anwesend gewesen wären, um entsprechende Fachgespräche führen zu können, wie dies früher einmal möglich gewesen sei.

„Klima retten – Kapitalismus stürzen“

Über den Verfasser des Artikels schrieb sie: „Eine derart sachunkundige (und tendenziöse) Berichterstattung zu einem Sachthema habe ich in der SZ noch nie gesehen.“ Gleichzeitig entschuldigte sie Philipp Bovermann, dass er als Kulturkritiker mit geisteswissenschaftlichem Hintergrund offensichtlich nicht geeignet gewesen wäre, um den SZ-Lesern Inhalte einer Fachkonferenz zum Thema Klima und Energie nahezubringen. Sie wolle ihm auch noch zugutehalten, dass er auf Verleumdungen des linken „Antikapitalistischen Klimatreffens München“ hereingefallen sei.

Mal sehen, wie lange es dauert, bis die Professorin, auch in eine rechte Ecke gestellt wird.

So rüde und ungeprüft Skeptiker des politischen und publizistischen Unfehlbarkeitsanspruches als rechtsaußen stehende Lobbyvertreter verleumdet werden, so großzügig wird der Missbrauch der unbestrittenen Klimaänderung für politische Ziele übersehen. Die Münchner EIKE-Konferenz wurde von den Aktivisten mit Spruchbändern begrüßt, auf denen stand: „Klima retten – Kapitalismus stürzen“. Gleichzeitig veröffentlichte die bayerische Landessprecherin der Linken, Eva Bulling-Schröter eine Erklärung, in der sie zur Unterstützung der Proteste aufrief.

„Wir rufen alle, die Demokratie und Wissenschaft stützen wollen, dazu auf, sich an den Protesten zu beteiligen, denn die Nähe von EIKE zur AfD sei auch eine Gefahr für die Demokratie. Die Kündigung des Vertrags des Hotels spreche eine klare Sprache.“ Nicht die Kommunisten bedrohen unsere Rechtsordnung, sondern Wissenschaftler, die zu AfD-Sympathisanten  gemacht werden. Deutlicher kann das Ziel der Linken nicht ausfallen.

Auch Merkel sieht den Staat durch Klimaleugner gefährdet

Die Parteivorsitzende der Linken, Katja Kipping, lässt in ihren Statements schon mal durchblicken, dass die „Rettung“ des Klimas auch die Überwindung des Neoliberalismus bedeute. So wird durch die Hintertür der Kommunismus wieder hoffähig, weil er mit der Rettung des Weltklimas verbunden wird. Ich habe noch keinen Grünen Klimaaktivisten gehört, der sich gegen die Linken als Verbündeten wehrt.

Das alles läuft unter der Überschrift: Demokraten müssen gegen die Klimaleugner zusammenstehen! Im Zweifelsfall unterschreibt auch Angela Merkel diesen Satz. Denn auch sie, und da sind wir wieder am Anfang der Geschichte, sieht eine Gefahr für den Staat durch Klimaleugner, die den Dialog verweigern. Damit wiederholen wir nur ihr Zitat, das sie in Davos den Millionären mit ihren Privatjets vorgetragen hat.

In der Tat: Die Demokratie ist in Gefahr: Aber nicht von imaginären dialogverweigernden Klimaleugnern, sondern von Wissenschaftlern, die sich im Besitz ewiger Wahrheiten wähnen, von Parteien fast aller Couleur, die damit ihre Macht stärken wollen, von Unternehmern, die auf Subventionen hoffen, wenn ihnen der Staat unerfüllbare Umrüstungen vorschreibt und von Journalisten, die das Hinterfragen und Recherchieren vergessen haben.

Dies ist der letzte Teil einer dreiteiligen Serie.

Teil 1 finden Sie hier.

Teil 2 finden Sie hier.

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Klimaanhörung im Bayerischen Landtag: SZ-Redakteurin Lisa Schnell muss dringend zum Optiker

Offenbar bewirkte die schriftliche Stellungnahme jedoch das glatte Gegenteil. Einige Ausschussmitglieder schienen zu befürchten, dass eine detaillierte wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Klimawandel zu sehr von den wohl eigentlichen Zielen der Anhörung ablenken könnte, nämlich der Beförderung des Klimakatastrophengedankens. Wie könnte man den unbequemen Wissenschaftler jetzt wieder loswerden? Der SPD-Abgeordnete Florian von Brunn forderte den Ausschluss meiner Person und behauptete via Süddeutsche Zeitung im Vorfeld der Anhörung Ungeheuerliches:

Lüning bewege sich auf „Fake-News-Niveau“, sagt Brunn, den Boden seriösen, wissenschaftlichen Argumentierens habe er „komplett verlassen“. Seine Aussagen stünden in klarem Widerspruch zu allen Erkenntnissen der Klimaforschung.

Von Brunn muss es wissen, denn er hat Philosophie, Geschichte und Volkswirtschaft studiert, die bekanntermaßen alle zu den Kerndisziplinen der Klimawissenschaften gehören. Der Ausschussvorsitzenden Rosi Steinberger fiel die Bewertung dagegen einiges leichter, denn sie ist studierte Agrarwissenschaftlerin und besitzt daher sicher vertiefende naturwissenschaftliche Kenntnisse. Sie sah für einen Auschluss des Sachverständigen Lüning übrigens keinen Grund, wie die SZ berichtete:

Rein formal sei es zu spät für einen [Ausschluss-] Antrag, sagt Rosi Steinberger, aber auch inhaltlich teile sie die Bedenken [von Florian von Brunn] nicht. Steinberger ist Ausschussvorsitzende und Mitglied der Grünen-Fraktion. Als solche, könnte man meinen, fiele ihr die Verteidigung eines Mannes schwer, der meint, der Klimawandel sei nicht in erster Linie menschengemacht. Steinberger hat damit aber offenbar kein Problem. Auch sie hat sich das Interview Lünings mit der Jungen Freiheit angesehen und findet: „Er argumentiert sehr wissenschaftlich.“ Hätte er nun rechtsradikale Thesen von sich gegeben, wäre das etwas anderes. Im Gegensatz zu Brunn ist sie der Meinung: „Man kann seine Thesen wissenschaftlich belegen.“ Lüning sei Wissenschaftler und selbst als Gutachter des Weltklimarats aufgeführt. „Zu sagen, den nehmen wir nicht, obwohl er fachlich geeignet ist, da wird es schon schwierig, argumentativ“, sagt Steinberger.

Kritiker des Klimaalarms als Rechtsradikale abzustempeln – wie Florian von Brunn es tut – das sollte eigentlich die Rote Karte geben. Ich forderte den Abgeordneten Florian von Brunn im Vorfeld der Anhörung per Email auf, mir konkrete inhaltliche Kritikpunkte an meiner schriftlichen Stellungnahme mitzuteilen, damit wir fachlich diskutieren könnten. Von Brunn reagierte nicht auf die Mail (Stand: 17.2.2020 abends). Ein typischer Heckenschütze, der sich der seriösen Fachdebatte entzieht, nachdem er aus dem Hinterhalt mithilfe der jungen Redakteurin Lisa Schnell von der Süddeutschen Zeitung eine ad hominem-Attacke gegen mich fuhr.

Apropos Lisa Schnell. Sie studierte Politik, Soziologie und Geschichte, ist vom Studium nicht allzuweit von Florian von Brunn entfernt. Vollkommen unbelastet von akademischen naturwissenschaftlichen Abschlüssen schreibt sie flott und fehlerhaft. In der ursprünglichen Version ihres vorberichtenden SZ-Artikels unterliefen ihr so einige haarsträubende Fehler, die in der Online-Version mittlerweile teilweise korrigiert sind. Wenn Sie den Printartikel vorliegen haben, können Sie die verschiedenen Versionen miteinander vergleichen. So konnte man unter meinem Foto lesen, dass ich den menschengemachten Klimawandel nicht anerkennen würde. Komplett falsch. Bis zu 50% der Erwärmung ist meines Erachtens menschengemacht. Lisa Schnell hatte vermutlich unser Buch „Die kalte Sonne“ niemals gelesen, vielleicht noch nie in der Hand gehalten.

Zu Beginn der Anhörung hatte jeder Sachverständige 5 Minuten für ein Eingangsstatement. Hier mein Text:

Eingangsstatement von Dr. Sebastian Lüning

Vielen Dank für die freundliche Einladung. Ich bin promovierter und habilitierter Geologe, habe lange in der Forschung gearbeitet, bevor ich in die konventionelle Energie-Industrie gewechselt bin. Die Hälfte aller Geologen arbeitet in diesem Sektor, und es wäre falsch, diese Disziplin kategorisch aus der Klimadebatte herauszuhalten. Die Geowissenschaften bilden einen integralen Bestandteil der Klimawissenschaften.

Heute bin ich als Privatmann bei Ihnen, habe mir einen Tag Urlaub genommen, um mit Ihnen über den Klimawandel zu sprechen. In Fortsetzung meiner langjährigen Forscherkarriere bin ich weiterhin in meiner freien Zeit in der Forschung privat aktiv, insbesondere in der Paläoklimatologie. Diese Forschung ist von niemandem beauftragt oder bezahlt. Nur ich selber entscheide, was ich zusammen mit internationalen Kollegen untersuchen und publizieren möchte. Ich war als offizieller Gutachter am IPCC-Spezialbericht zum 1,5-Gradziel beteiligt, außerdem gutachte ich derzeit den 6. Klimazustandsbericht des IPCC. In den letzten 4 Jahren habe ich zehn Publikationen in begutachteten Fachjournalen zum Klimawandel veröffentlicht. Ich bin Teil des 97%-Konsens, denn auch ich glaube, dass CO2 erwärmend wirkt.

Ich verfolge die Klimadebatte als ausgebildeter Naturwissenschaftler zunehmend kritisch. Mir ist aufgefallen, dass es sehr emotional zugeht. Kritiker extremer Klimaszenarien werden meist nicht auf fachlicher sondern vielmehr auf persönlicher Ebene regelrecht bekämpft. Hier im Landtag sind Sie an einen aufgewühlten politischen Diskurs gewöhnt. Der wissenschaftliche Diskurs hingegen sollte auf nüchterner Faktenebene ablaufen, mit Interesse an den Argumenten der Gegenseite, ohne sich persönlich zu beleidigen.

Kurz bevor ich mich auf die Reise zu Ihnen machte, beschuldigte mich ein Abgeordneter des Bayerischen Landtags in einem Artikel einer bekannten Tageszeitung, ich sei „Klimaleugner“, und würde „Fake News“ verbreiten und „hätte den Boden seriösen, wissenschaftlichen Argumentierens komplett verlassen“. So etwas schmerzt mich, denn es ist schlichtweg nicht wahr.

Ich habe mir die Zeit genommen, eine schriftliche Stellungnahme zu Ihrem Fragenkatalog zu erstellen. Die Ausarbeitung hat einen Umfang von 20 Seiten und wurde hoffentlich im Vorfeld an alle Ausschußmitglieder verteilt. Die Literaturzitate allein nehmen drei DIN A4-Seiten ein.

Ja, es ist in den letzten 140 Jahren wärmer geworden, in Bayern um 1,4°C, was in etwa dem globalen Durchschnitt der Landgebiete entspricht. Die Ozeane haben sich nur etwa halb so stark erwärmt, wegen der größeren Verdunstungskälte. Im globalen Durchschnitt ergibt dies 1,0°C.

Ich war einigermaßen überrascht, als ich entdeckte, dass der Klima-Report Bayern von 2015 das vorindustrielle Klima vollständig ausspart. Ich vermute, dass dieser Bericht eine wichtige Grundlage Ihrer klimapolitischen Arbeit darstellt. So lässt der Bericht die extreme Kälte der Kleinen Eiszeit, 1400-1850, unerwähnt. Dies ist die global kälteste Zeit der letzten 10.000 Jahre. Unerwähnt bleibt auch die Mittelalterliche Wärmeperiode 800-1300 n. Chr. als es in Bayern schon einmal so warm war wie heute. Damals schmolzen viele Alpengletscher stark ab. Aus paläoklimatologischer Sicht ist weder das heutige Temperaturniveau, noch die heutige Erwärmungsrate im Alpenraum beispiellos.

Nichts davon steht im Klima-Report Bayern. Während im Geschichtsunterricht in der Schule der Stoff bei den alten Ägyptern vor 5000 Jahren beginnt, umfasst die Klimageschichte in Schule, Politik und Klima-Report Bayern lediglich die letzten 150 Jahre. Das ist klimahistorisch kurzsichtig.

Der Klima-Report schweigt sich auch zum „Holozänen Thermischen Maximum“ aus, das sich vor 8000 Jahren ereignete und mehrere Jahrtausende anhielt. Damals lagen die Sommertemperaturen etwa 3°C höher als in den nachfolgenden Jahrtausenden.

Ich und viele meiner Geologenkollegen fragen sich, woher das Desinteresse an der bewegten vorindustriellen Klimageschichte der Erde herrührt. In den letzten 20 Jahren gab es mehrere Versuche von Geologengruppen, die natürlichen Wärme- und Kältephasen in die Klimadiskussion fachlich seriös einzubringen. Keiner der Kollegen hat diesen Versuch karrieretechnisch überlebt. Die Gründe des Scheiterns waren sämtlichst nicht fachlicher Natur, sondern unfaire persönliche Angriffe, wie sie sonst aus der Wissenschaft weitgehend unbekannt sind.

Macht es Sie nicht auch stutzig, dass Klimamodelle die Mittelalterliche Wärmeperiode in den Simulationen nicht reproduzieren können? Irgendetwas scheint in den Modellen zu fehlen, denselben Modellen, auf deren Basis Sie nun klimapolitische Planungen mit weitreichenden Folgen durchführen.

Wie hoch ist der menschengemachte Anteil an der bisher beobachteten Erwärmung? Der kürzliche IPCC-Spezialbericht zum 1,5-Grad-Ziel geht davon aus, daß die Erwärmung vollständig anthropogenen Ursprungs sei. Im Gegensatz hierzu räumt ein nahezu zeitgleich veröffentlichter Klimabericht der Schweiz den natürlichen Klimafaktoren deutlich mehr Raum ein, welche bis zur Hälfte der im Land beobachteten Erwärmung verursacht haben könnte. Ähnlich äußerte sich der bekannte Klimaforscher Mojib Latif 2012 in einem Zeitungsinterview.

100% oder „mehr als 50%“ anthropogen machen einen riesigen Unterschied.

Meine These – die offenbar kaum jemand kennt, der mich kritisiert – ist: Bis zu 50% der beobachteten Erwärmung ist menschengemacht.

Vielen Dank.

Auch andere Sachverständige hatten etwas für die erste Runde vorbereitet. So hatte sich Dr. Petra Hutner (Leiterin der Landesgeschäftsstelle Bayern des Bundesverbandes WindEnergie e.V.) ein knappes Kleid angezogen, auf das sie die als Farbbalken codierte Temperaturentwicklung der letzten 100 Jahre aufgedruckt hatte (etwas in dieser Art). Ein toller PR-Gag. Als sie an die Reihe kam, sprang sie von ihrem Stuhl auf und dreht sich hin und her, so dass alle ihre Farbbalken bewundern konnten. Sicher nicht ganz zufällig war auch ein Kamerateam des Bayerischen Rundfunks da, das den public stunt gierig filmte. Vermutlich war der Gag abgesprochen und wird in der nächsten Klimaskeptiker-Mobbing-Doku zu sehen sein. Kurz darauf verschwanden die Fernsehleute für eine Weile. Programmpunkt Minikleid der blonden Windkraft-Lobbyistin war abgedreht im Kasten.

In einem späteren Redebeitrag beglückwünschte ich Dr Hutner zu ihrem hübschen Kleid, das aber offenbar zu kurz geraten war. Und damit meine ich nicht die Länge des Stoffes, sondern die Zeitskala. Viel schöner wäre es doch gewesen, wenn Dr. Hutner die letzten 1000 Jahre der Temperaturgeschichte auf ihrem Kleid abgebildet hätte. Dann wäre der untere Rand knallrot gewesen (Mittelalterliche Wärmeperiode, 1000 n. Chr.), die Mitte blau (Kleine Eiszeit) und der Halsbereich wieder rot (Moderne Klimaerwärmung). Das gefiel Dr. Hutner natürlich gar nicht. Und auch den anwesenden Journalisten gefiel es nicht, denn sie schwiegen es in der späteren Berichterstattung tot. Bei der nächsten Anhörung werde ich mir eine Krawatte mit den Farbcodes des letzten Millenniums anlegen. Wer dafür schon spenden möchte, kann dies hier tun.

Nach den Eingangsstatements war den meisten klar, dass man mir keine Fragen stellen sollte. Denn man musste befürchten, eine fundierte Antwort zu bekommen. Irgendwann war ich dann aber doch dran und ein Abgeordneter (ein habilitierter Landschaftsökologe) bat mich zu mehreren Themen Stellung zu nehmen. Ich nutzte die Gelegenheit. Nach 10 Minuten unterbrach mich die Vorsitzende abrupt – offenbar zu viele unbequeme Wahrheiten. Schluss jetzt. In der offiziellen Zusammenfassung des Bayerische Landtags zur Anhörung wird mein Beitrag wie folgt in fairer Weise geschildert:

Dr. [Sebastian] Lüning, Geologe und Autor, kritisierte, dass die Klimadebatten oft zu emotional sei sowie die „klimahistorische Kurzsichtigkeit“. „Vor allem die vergangenen 100 Jahre stehen im Fokus der Betrachtung, nicht aber die vergangenen Jahrtausende“, sagte er. Das Desinteresse natürliche Kälte- und Wärmephasen – wie die Mittelalterliche Wärmeperiode – mit einzubringen, könne er nicht nachvollziehen. Lüning brachte Argumente hervor, dass der Mensch nur zur Hälfte für den Klimawandel verantwortlich sei.

Zu den wenigen Highlights der Veranstaltung gehörte eine Aussage von Prof. Dr. Heiko Paeth (Professur für Geographie, Schwerpunkt Klimatologie, Uni Würzburg). Paeth räumte doch tatsächlich ein, dass die Klimaerwärmung der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf die damals erstarkende Sonnenaktivität zurückzuführen sei. Da standen dem ganzen Saal plötzlich die Münder offen. Potzblitz. Natürlich wurde dies in der medialen Berichterstattung zur Anhörung ausgelassen. Es gab aber leider auch den anderen Paeth, der versuchte die globale Erwärmungspause 1940-1975 mit industriellen Schwefeldioxid-Emissionen zu erklären. Das ist natürlich Quatsch, denn es war die negative Pazifische Dekadenoszillation (PDO), wie wir heute wissen. Bei einer anderen Gelegenheit behauptete Paeth, die AMO wäre schon im Jahr 2008 von ihrer positiven Phase ins Negative gestürzt. Auch das ist Quatsch, wie jeder mit zwei Klicks im Internet nachprüfen kann. In Wirklichkeit ist die AMO immer noch voll im roten, warmen Bereich. Allerdings ist sie nun kurz vor dem Umkippen, insofern kann man sich wohl in den kommenden 20 Jahre auf im Durchschnitt deutlich kühlere Sommer einstellen, die AMO kontrolliert nämlich die Sommertemperaturen Europas.

Ein weiterer Lapsus unterlief Paeth bei der Einordnung der Erwärmung Bayerns. Er rosinenpickte die Erwärmung einer handverlesenen bayerischen Stadt (mit einer Erwärmung von 2,0°C glaube ich), die sich angeblich doppelt so schnell erwärmte wie im globalen Durchschnitt (1,0°C). Ein toller Trick. Bayern hat sich in den letzten 140 Jahren um 1,4°C erwärmt. Das ist sogar noch ein Zehntelgrad weniger, als der globale Landdurchschnitt von 1,5°C. Erst die Hinzunahme der Ozeane – die sich mit 0,8°C nur etwa halb so stark erwärmt haben wie die globalen Landmassen“ ergibt die globale Erwärmung von 1,0°C (Land und Ozeane) und die angebliche Verdopplung. So führt man Laien an der Nase herum: Man vergleicht einfach Äpfel mit Birnen, und kaum einer kapiert es.

Ebenfalls bemerkenswert war die Aussage des DLR-Vertreters, dass die Aerosole in den Klimamodellen noch eine sehr hohe Unsicherheit besitzen. Auch das konnte man später nirgendwo lesen. Frau Prof. Julia Pongratz (Lehrstuhl Physische Geographie LMU München) musste auf Nachfrage eingestehen, dass die Klimaprognosen des kommenden 6. IPCC-Berichts einen noch viel größeren Unsicherheitsbereich besitzen als in den Vorgängerberichten. Das hätte sie sicher nicht freiwillig eingeräumt, wenn ich es nicht in meinem Beitrag ausgeplaudert hätte.

Die Süddeutsche Zeitung nutzte natürlich erneut die Gelegenheit zur Berichterstattung. Wieder schickte die Zeitung ihre Redakteurin Lisa Schnell ins Rennen. Und die scheint den größten Teil der Veranstaltung offenbar verschlafen zu haben, denn wieder unterliefen ihr kolossale Schnitzer, über die man wohl schmunzeln könnte, wenn das Thema nicht so ernst wäre. Hier die Highlights. Lisa Schnell schreibt:

Am Donnerstag sitzt Lüning in einer Reihe mit allen anderen Experten. Es ist so ziemlich die einzige Gemeinsamkeit, die er mit ihnen teilt. Der Klimawandel ist menschengemacht, er ist gefährlich und es muss so schnell wie möglich etwas gegen ihn unternommen werden. Da sind sich alle außer Lüning einig.

Amen. David gegen Goliath. Aber muss man sich wirklich wundern, dass fast alle Sachverständigen ins Horn der Klimakatastrophe blasen? Viele verdanken der vermeintlichen Katastrophe ihren Job und würden außerdem richtig Ärger mit ihren Institutschefs bekommen, wenn sie kritische Töne anschlagen würden. Sie wurden handverlesen, um genau das zu sagen, was sie hier gesagt haben. Welcome on the bandwagon. Aber Wissenschaft ist keine demokratische Angelegenheit. Am Ende hat nicht die Mehrheit Recht, sondern derjenige, der die Zusammenhänge am besten erfasst hat.

Lisa Schnell schreibt weiter:

Einwände zerlegen sie ihm Stück für Stück. Angefangen mit seiner Gutachtertätigkeit beim Weltklimarat (IPCC). Die könne jeder bekommen, der sich registriere, sagt Julia Pongratz, Geografie-Lehrstuhlinhaberin der LMU München.

Ein gutes Stichwort. Prof. Pongrath wurde politisch als IPCC-Autorin eingesetzt. Sie wurde nicht demokratisch aufgrund ihrer Leistungen in einem transparenten Verfahren gewählt, sondern als Autorin eingesetzt, weil sie die Klimakatastrophe als gegeben ansieht. Kritiker haben keine Chance, beim IPCC als Autor mitzuwirken. Insofern werden die IPCC-Berichte auch niemals eine ausgewogene Sichtweise abbilden können, solange die Autorennominierung hinter verschlossenen Türen stattfindet und Autoren mit abweichenden Ansichten ausgeschlossen werden.

Lisa Schnell schreibt:

Lüning sagt, in der Klimageschichte habe es öfter Wärmeperioden gegeben, auch, als der Mensch noch keinen Einfluss nehmen konnte. „Uralt“, nennt Heiko Paeth, Klimaforscher von der Universität Würzburg, die Argumente: „Ich fühle mich gleich 20 Jahre jünger.“ Die früheren Wärmeperioden seien von Meteoriteneinschlägen und Vulkanen ausgelöst worden, die heutige durch den Menschen. Ein Konsens, dem hundert Prozent der Wissenschaftler des IPCC zustimmten.

Der Höhepunkt der Comedy. Meteoriteneinschläge und Vulkane wirken kühlend, nicht wärmend. Zum Schieflachen. Meiner Erinnerung hat Paeth das auch gar nicht gesagt. Lisa Schnell hat keinen blassen Schimmer von der Materie, nun ist es raus. Nach ihrer ersten Attacke, bat ich sie, mir fachliche Mängel in meiner schriftlichen Stellungnahem zu nennen. Auch sie blieb stumm. Pöbeln ja, seriös diskutieren und informieren nein. Ein echtes Armutszeugnis für die Süddeutsche Zeitung. Die Fake News kommen ganz offensichtlich von der SZ, nicht vom Sachverständigen Lüning.

Die Ausschuss-Vorsitzende Rosi Steinberger hat natürlich nach dem ersten SZ-Artikel kräftig Ärger aus den eigenen Reihen bekommen. Das tut mir persönlich leid, denn sie hatte die Courage zu einer seriösen Diskussion. Wie konnte sie nur so leichtfertig behaupten, dass der Klimakritiker „wissenschaftlich argumentiert“, dachten sich wohl ihre grünen Parteifreunde. How dare you! Um ihre Mitstreiter wieder zu besänftigen, musste Sie widerrufen. Die SZ berichtete in ihrem zweiten Artikel:

Eines muss Rosi Steinberger loswerden und zwar sofort. Noch ein paar Worte zur Begrüßung, dann ruckelt die Vorsitzende des Umweltausschusses im Landtag sich das Mikro zurecht. Steinberger von den Grünen ist eigentlich keine, die in den Vordergrund drängt und doch will sie jetzt nur über ihre eigene Meinung sprechen. Es hat mit dem Mann zu tun, der direkt vor ihr sitzt, nur ein paar Meter entfernt, schwarzer Anzug, graue Haare. Was dieser Mann für Thesen verbreitet, halte sie für „falsch, irreführend und wissenschaftlich unhaltbar“, sagt Steinberger. Persönliche Anmerkung beendet, es folgt der Hinweis auf das Kuchenbüffet. Der Mann, von dem sich Steinberger so deutlich distanziert, heißt Sebastian Lüning, von Beruf Geologe.

Das erinnert ein wenig an Galileo Galilei. 1597 bekannte er sich zum neuen Weltbild des Kopernikus – die Erde dreht sich um die Sonne und nicht umgekehrt – und hatte damit der Bibel und dem Papst widersprochen, für die die Erde der Mittelpunkt der Welt war. 1616 verbot eine Kommission des Papstes das kopernikanische Weltbild, Galilei wurde zum Schweigen ermahnt. 1633 musste Galilei unter Folterdrohungen dem kopernikanischen Weltbild abschwören.

Erinnern Sie sich noch an Claas Relotius? Der hatte sich immer Details ausgedacht, um seine Spiegel-Geschichten eleganter und überzeugender erscheinen zu lassen. Zum Relotius-Freistil greift auch Lisa Schnell. Sie schreibt von einem Herrn im schwarzen Anzug mit grauen Haaren. Damit will die SZ-Redakteurin ganz offensichtlich das Bild des old grey man inspirieren. Ein grauer Mann im schwarzen Business-Anzug. Big Business. Weltverschwörung. Allerdings ist nichts davon richtig. Lisa Schnell dichtet hier etwas in die Szene, was gar nicht existierte. Der Sachverständige Lüning trug nämlich eine beige Hose mit einem blauen Blazer. Kein „man in black“. Die TV-Aufnahmen des BR beweisen es. Nun sehen plötzlich die Faktenchecker bei der SZ ganz alt aus. Schon wieder Fake News. Ist hier jedes Mittel Recht, um Kritiker persönlich anzugehen? Außerdem hat mich niemand geschickt. Ich kam freiwillig, auf Einladung der Ausschussvorsitzenden Rosi Steinberger. Ich habe sogar einen ganzen Tag meines knappen Urlaubs drangegeben.

Fazit: Es ist gut, dass es Anhörungen wie diese gibt. Wo sonst als im Parlament sollen sich Fachleuten treffen, um unterschiedliche wissenschaftliche Ansichten zu diskutieren. So funktioniert die Demokratie. Dass die Anhänger der Alarm-Fraktion dann eine schmutzige ad-hominem-Schlammschlacht veranstalten, ist höchst bedauerlich. Sowohl der SPD-Abgeordnete Florian von Brunn als auch die mit ihm kollaborierende Aktivisten-Redakteurin Lisa Schnell geben hier ein ärmliches Bild ab. Jeder Abonnent der SZ sollte sich Gedanken machen, ob in anderen Bereichen vielleicht ähnlich schlampig gearbeitet wird. Weder von Brunn noch Schnell hatten den Mumm, in einen fachlichen Dialog einzutreten. Dies ist feige und einem Parlament unwürdig. Beide sollten sich Gedanken machen, ob sie eigentlich den richtigen Job gewählt haben.

Für alle, die sich für die fachlichen Inhalte der Klimadiskussion interessieren, drucken wir hier die vollständige schriftliche Stellungnahme ab. Bitte nutzen Sie die Gelegenheit zum Dialog, falls Sie Fragen haben oder Kritik äußern wollen. Die Themen Klimadebatte und Energiewende sind viel zu wichtig, als dass sie von krawallsuchenden Abgeordneten und fachfernen Redakteuren als privates Schlachtfeld missbraucht werden sollten. Viel Spass bei der Lektüre. Wer lieber das pdf herunterladen möchte, kann dies hier tun.

Der Beitrag erschien zuerst bei Die kalte Sonne  hier




Keine Willkommens-Kultur für Klimaleugner

Nach heutigen Maßstäben dürften damit nur noch wenige Länder Waren nach Europa exportieren. Die neuen asiatischen Riesen wie China, Indien, Indonesien, aber auch Australien, Brasilien und die USA müssten mit Strafzöllen rechnen. Da dies kaum ohne Gegenwehr abgeht, könnte die EU schnell zu einem Handelszwerg wegschrumpfen. Abgesehen davon, dass erst noch geklärt werden muss, ob einige Osteuropäer da mitmachen und ob Atomkraftwerke auch als umweltfeindlich eingestuft werden.

Bedenklicher aber noch als diese populistische Luftnummer von Frau von der Leyen ist die Rede der Kanzlerin Angela Merkel beim Treffen der Milliardäre und Millionäre in Davos. Vor diesem „erlesenen Kreis“ der Weltentscheider, die mit 1.500 Privatjets angeflogen kamen, um moralisch hochschwebend dem staunenden Volk zu erklären, wie es seinen Lebensstil einschränken muss, damit sie selbst weiterleben können wie bisher, rechnete die deutsche Regierungschefin mit den „Klimaleugnern“ ab. Von denen gehe eine große Gefahr aus, weil sie jeden Dialog verweigern.

Frau Merkel hat wohl einiges durcheinander gebracht. Liegt das an ihren Beratern vom Potsdamer Institut, auf die Sie gerne hört? Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass bisher das Potsdamer Institut und ihm nahestehende Wissenschaftler in fast allen Staaten der Welt es ablehnen, mit Wissenschaftlern zu diskutieren, die nicht mit Schlussfolgerungen oder den methodischen Ansätzen der Klimamodellierer übereinstimmen. Der frühere IPCC-Chef – also auf deutsch: der Vorsitzende des Weltklimarates der UN – Rajendra Pachauri, beschimpfte den dänischen Statistik-Professor, Ex-Greenpeace-Aktivisten und Kritiker der Panikmache um den Klimawandel, Bjørn Lomborg, als Hitler.

Auch sein Landsmann, der Physiker Henrik Svensmark vom renommierten Niels-Bohr-Institut geriet in den Fokus der Klima-Aktivisten. Sein Vergehen: Er hatte Auswirkungen der kosmischen Strahlen auf unsere Wolkenbildung und damit auf unser Klima nachgewiesen. Svensmark wird seitdem genauso von den Klimamodellierern als Lobbyist verleumdet wie der Jerusalemer Astrophysiker Nir Shaviv, der ähnliche Zusammenhänge erforscht.

Nach Merkels Definition sind der angesehene Astrophysiker Prof. Dr. William van Wijngaarden, der an der York Universität in Toronto lehrt, und sein Partner W. Happer, Physikprofessor an der Elite-Universität Princeton, auch Klimaleugner. In ihren ausführlich dokumentierten Berechnungen kommen sie zu dem Schluss: Wenn wir die Treibhausgase um das Doppelte erhöhen, dann wird die Welttemperatur bis zum Jahre 2200 um 1,5 Grad (plus oder minus 1 Grad Unwägbarkeiten) steigen. Davon habe ich trotz der ständigen Berieselung in den öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten und den „Qualitätszeitungen“ noch nichts gelesen. Das mag vor allem daran liegen, dass ein Laie die seitenlangen Formeln und physikalischen Berechnungen nicht versteht – und dazu zählen alle Journalisten und Politiker, die sich so vehement für die massiven Eingriffe in die Lebenswirklichkeit der Industrienationen einsetzen.

Angstbotschaften entsprechend vermarkten

In den Talkshows herumgereicht und publizistisch hofiert wird dagegen Prof. Dr. Volker Quaschning von der eher unbedeutenden Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft. Er ist der Initiator der Aktion „Scientists for Future“, mit der er die Ikone teurer Werbeagenturen, die kleine Greta Thunberg, bei ihrem Kreuzzug gegen den Weltuntergang unterstützen will. Da Greta sicher nicht die Arbeiten von den Professoren Wijngaarden und Happer versteht, braucht sie Übersetzer aus der Wissenschaft, um ihre Angstbotschaften entsprechend vermarkten zu können.

Professor Quaschning hat dazu auch ein Video gedreht, in dem er die Klimaerwärmung erklärt. Dazu stellt er sich in zunehmend tiefes Wasser und verkündet, dass der Meeresspiegel gefährlich ansteigt. Er hat offensichtlich noch nicht mitbekommen, dass der Meeresspiegel seit der letzten Eiszeit alle 100 Jahre um knapp 30 Zentimeter steigt, also rund 3 Millimeter pro Jahr, und sich daran bis heute nichts geändert hat. Dazu Quaschnings Kommentar, dass es einen Konsens in der Wissenschaft gebe, dem nur der amerikanische Präsident Donald Trump widerspricht, der behauptet, der Klimawandel sei eine Erfindung der Chinesen. Er würde sonst nur noch von der AfD geleugnet. Diese beiden Argumente wiederholt er mehrfach – welch eine gigantische Forschungsleistung eines deutschen Vorzeigeprofessors.

Aber halt, da war am Ende in Quaschnings Video auch noch eine Versuchsanordnung, die aus dem Chemiebaukasten einer Grundschule stammen könnte. Mit Hilfe einer Glühbirne erhitzte er einen geschlossenen Glasbehälter und maß dann die bei steigenden Temperaturen höheren CO2-Konzentrationen. So einfach ist das mit dem Klima. Er hat aber vergessen, dass die Erde ein Treibhaus ohne Dach ist und selbst die eifrigsten Klimamodellierer noch nicht in der Lage sind, die Kapriolen der Wolken auch nur wenige Tage vorauszusagen, und dass es selbst den größten Computeranlagen der Welt trotz aller Versuche noch nicht gelungen ist, die Phänomene El Niño und La Niña zu erklären, die wesentlich auf Wassertemperatur und Wetterverlauf Einfluss nehmen.

Zu dem Klippschulenauftritt des Greta-Verehrers Quaschning fällt mir ein Spruch des ehemaligen Stuttgarter Oberbürgermeisters Manfred Rommel ein: „Wer zu lange auf deutschen Universitäten bleibt, ist fürs Leben untauglich.“

Professor Quaschning war auch die treibende Kraft, die Aktion „Scientists for Future“ als Unterstützung für die Schüleraktion von „Fridays for Future“ zu organisieren. Er jubelte, dass die Wissenschaftler ihm regelrecht nachgelaufen seien. In einer Talkshow war dann nur noch von 13.000 Unterstützern die Rede, was den Klimaforscher Hans von Storch dazu brachte, nachzufragen, wo denn die ursprünglich genannten 23.000 verblieben seien und dass sich unter den Unterschriften auch so berühmte Forscher fanden, die mit Mickey Mouse unterschrieben hatten. Leider wurden diese Einwendungen von Moderator Frank Plasberg übergangen. Auch, dass fachfremde Akademiker die Mehrheit ausmachten – wie Psychologen, Philosophen und Politologen.

Kaum bekannt wurde leider die Aktion von 500 Wissenschaftlern, fast ausschließlich Astrophysiker, Meteorologen, Physikern und Naturwissenschaftlern, die an die UN schrieben und auf die unsichere Basis der Forschung hinwiesen. In der Klimadebatte kommt es zurzeit weniger darauf an, was veröffentlicht wird, sondern was nicht wahrgenommen wird. Schon 1992 unterschrieben 4.000 Akademiker, darunter 72 Nobelpreisträger, den Heidelberger Appell, der sich gegen eine einseitige Festlegung auf die Treibhausgastheorie wegen des Klimawechsels wandte.

Die Diffamierung unabhängiger Wissenschaftler 

2008 wurde von 31.000 Akademikern die Oregon Petition unterschrieben, die sogar den menschengemachten Klimawandel anzweifelte. Und so ließe sich der Wettstreit der Petitionen über das „Für und Wider“ über den menschengemachten Klimawandel fortsetzen. Bei diesen Massenunterschriften sind sicher auf beiden Seiten Unterzeichner dabei, die nicht wissenschaftliche Forschung betreiben, sondern aus politischen und gefühlsgesteuerten Gründen mitmachen. Aber, wie gesagt: Während über die eine Seite (Quaschning und Freunde) berichtet wird, werden die anderen weitgehend verschwiegen. Das führt dann zu der abenteuerlichen Behauptung: 97 Prozent aller Wissenschaftler seien sich einig, dass der Klimawandel menschengemacht ist.

Und da kommt die Rolle ins Spiel, die Angela Merkel zu verantworten hat. In Davos spricht sie abfällig von Wissenschaftlern, die unabhängig über die Ursachen der Wetterkapriolen forschen, als „Klimaleugner“. Damit übernimmt sie die üblen Verzerrungen politisch und wirtschaftlich getriebener Aktivisten, die aus dem Klimawandel ihre Machtphantasien speisen. Wer leugnet denn einen ständigen Klimawandel? Wer das ernsthaft behauptet, muss doch „einen Sprung in der Schüssel“ haben, um salopp diese Entgleisung in der Auseinandersetzung um die Ursachen und Wirkungen des Klimawandels zu beschreiben. Wenn das dann sogar von einer deutschen Regierungschefin übernommen wird, die dann daraus noch eine Gefahr für den gesellschaftlichen Zusammenhang konstruiert, dann muss sie sich vorhalten lassen, dass sie für die gesetzeswidrigen Aktionen der selbsternannten Moralisten der Weltrettung wesentlich mit verantwortlich ist.

Lesen Sie morgen: Der Missbrauch des Klimawandels.

Dies ist der zweite Teil einer dreiteiligen Beitrags-Folge.

Den ersten Teil finden Sie hier

Übernommen von ACHGUT hier




Ein Jahr nach dem Blackout in Berlin-Köpenick

Am frühen Nachmittag des 19. Februar 2019 beschädigen Brückenarbeiten in Berlin-Köpenick eine Hauptstromleitung. Erst kurz vor 22 Uhr des folgenden Tages, nach mehr als 31 Stunden, fließt der Strom wieder. Bis dahin sind 32.000 Haushalte, 2.000 Gewerbetreibende und die DRK-Kliniken ohne Strom. Sofort nach dem Ausfall springt im Krankenhaus automatisch das Notstromaggregat an, das allerdings nur den Betrieb für die essenziellen Systeme aufrechterhalten kann. Wie das Leben so spielt, fällt es nach mehreren kurzen Aussetzern bereits nach gut sieben Stunden komplett aus – trotz korrekt durchgeführter Wartungen – und wird durch ein externes THW-Notstromaggregat ersetzt.

In Deutschland müssen die Krankenhäuser für ihr Notstromaggregat einen Dieselvorrat für mindestens 24 Stunden vorhalten. Kann bis dahin kein weiterer Kraftstoff geliefert werden, wird es zappenduster. Ob im Ernstfall wirklich rechtzeitig ein Tankwagen am Krankenhaus eintrifft, dürfte wesentlich vom räumlichen Ausmaß des Blackouts abhängen. Aber auch eine funktionierende Notstromversorgung hat meist nicht die erwartete Schutzfunktion. Erst während des Ernstfalls wird den Beteiligten klar, was alles nicht mehr funktioniert.

Außer dem Strom fällt im Köpenicker Krankenhaus auch die Fernwärmeversorgung aus. Anschließend scheitert der Versuch, mit Hilfe einer mobilen Heizstation Heißwasser in das Wärmenetz des Krankenhauses zu pumpen. Der Grund: nicht beherrschbare hydraulische Probleme. Zum Glück – eine Folge des Klimawandels? – liegen die Tagesmitteltemperaturen immerhin zwischen 6 und 7 Grad. Sonst wäre es für Patienten und Mitarbeiter rasch noch deutlich unangenehmer geworden.

Der Blackout führte im Köpenicker Klinikum neben den bereits erwähnten natürlich noch zu weiteren Problemen, etwa dem weitgehenden Zusammenbruch der internen und externen Kommunikationssysteme. Glücklicherweise blieben die Auswirkungen dieses Blackouts insgesamt recht begrenzt. Denn im Vergleich zu anderen Vorfällen dieser Art herrschten günstige äußere Umstände – namentlich die Lage am Rande einer nicht vom Blackout betroffenen Großstadt. Folglich gab es für Patienten und Rettungsfahrzeuge nicht nur mehrere gut erreichbare Ausweichkrankenhäuser, sondern in den benachbarten Stadtteilen auch niedergelassene Ärzte und funktionierende Apotheken.

Im betroffenen Köpenicker Stadtgebiet funktionierte bereits nach kurzer Zeit im Gesundheitssektor – außer dem auf Sparflamme laufenden Krankenhaus – nichts mehr. Der eine oder andere nicht auf apparative Diagnostik angewiesene niedergelassene Arzt mag zwar vielleicht noch bis zum Einsetzen der Dunkelheit irgendwie seine Sprechstunde über die Bühne gebracht haben – spätestens dann war aber Schicht im Schacht. Lediglich Dialyseeinrichtungen können mit Hilfe von Akkumulatoren einen Stromausfall für etwa zwei Stunden überbrücken. Arztpraxen verfügen in aller Regel nicht über solche Vorrichtungen. Apotheken dagegen, genügend Tageslicht vorausgesetzt, können den Betrieb in Einzelfällen etwa noch drei Stunden aufrechterhalten, wenn sie über einen Akku für ihren Server verfügen.

Vermehrte Unfälle nach einem Blackout

Ist vom Blackout ein deutlich größeres Gebiet betroffen als bei dem Köpenicker Ereignis oder sind aus anderen Gründen die nächstgelegenen Einrichtungen des Gesundheitssystems weit entfernt oder schwer erreichbar, wird das Krankenhaus bereits während der ersten Stunde nach Beginn des Stromausfalls in seinem Einzugsbereich für alles Medizinische zuständig sein. Erschwerend kommt hinzu, dass besonders die Zeit unmittelbar nach Beginn des Stromausfalls sehr unfallträchtig ist. Das Krankenhaus muss sich also auch noch um eine überdurchschnittliche Zahl von Unfallopfern kümmern. Hält die Stromunterbrechung in der kühlen Jahreszeit länger an, kommt es im betroffenen Gebiet erfahrungsgemäß zu etlichen Kohlenmonoxid-Vergiftungen, da die Bürger mit allen möglichen Gerätschaften versuchen, ihre Wohnung oder zumindest ein Zimmer zu heizen.

Ganz schwierig kann es werden, wenn – was zwar nicht in Köpenick, aber ansonsten nicht selten der Fall ist – die Ursache des Stromausfalls ein Extremwettereignis wie Sturm, Überschwemmung oder starker Schneefall ist. Dadurch kommt es häufig zu zahlreichen Verletzten, und manchmal nimmt die Klinik gar selbst Schaden. In solchen Situationen den medizinischen Anforderungen auch nur halbwegs gerecht zu werden, wird mit zunehmender Dauer des Blackouts rasch immer schwieriger wegen der stetig voranschreitenden Erschöpfung von Mensch und Material.

Im stark arbeitsteilig organisierten deutschen Gesundheitssystem wird es – in Abhängigkeit von Dauer und Größe des Blackouts – rasch zu einem Mangel an Vielem kommen, besonders von Blutprodukten, Insulin und Spezialernährungen. Die Krankenhausküche bleibt ohnehin kalt, aber darüber hinaus deckt die Notstromversorgung auch nicht die Kühlung der Lebensmittel und aller Medikamente ab. Im deutschen Februar ist das zunächst kein so großes Problem, aber im Sommer kann das rasch anders aussehen. Doch nicht nur Essen und Medikamente, sondern auch anderes, vor allem steriles Verbrauchsmaterial, wird zusehends knapp.

Spätestens nach einigen Tagen gibt es auch keine frische Bettwäsche mehr, und überhaupt hat der hygienische Standard in Ermangelung von genügend Reinigungskräften bei problematischer Müllentsorgung bereits deutlich gelitten. Hätte der Stromausfall in Köpenick etwas länger gedauert, wäre es auch zu Problemen mit der Abwasserentsorgung gekommen. Die Auswirkungen mag man sich lieber nicht vorstellen. Genauso wenig wie die Variante, dass der Wasserversorger das lebensnotwendige Elixier wegen Pumpenausfalls nicht mehr liefern kann.

Zusätzliche Todesfälle

Aufgrund der zusammengebrochenen Kommunikationssysteme ist es schwierig bis unmöglich, dringend benötigte, außerplanmäßige Arbeitskräfte zu mobilisieren. Handelt es sich um einen großräumigen Blackout, werden aber auch viele Arbeitskräfte ihren regulären Dienst im Krankenhaus nicht antreten können. Sei es, weil der öffentliche Nahverkehr nicht funktioniert, sei es, weil sie ganz mit dem Kampf ums eigene Überleben beschäftigt sind.

Als im Köpenicker Krankenhaus das Notstromaggregat zu stottern anfing, entschloss sich die Krankenhausleitung, 23 Patienten der Intensivstation vorsichtshalber zu evakuieren. Eine Aktion, die natürlich viele Ressourcen band und darüber hinaus zusätzliche, in dem Ausmaß wohl nicht erwartete Anforderungen an das Personal nach sich zog: Viele der zurückbleibenden Patienten fühlten sich verlassen und aufgegeben, reagierten dabei verunsichert und ängstlich oder auch fordernd, teils gepusht von den Angehörigen. Auch hier war das ja ohnehin schon überforderte Personal in besonderer Weise zusätzlich beansprucht, um Patienten und Angehörige zu beruhigen.

Es bedarf keiner großen Phantasie, sich vorzustellen, dass ein solcher Notfallbetrieb nicht unbegrenzt aufrechterhalten werden kann. In der informativen Schrift Was bei einem Blackout geschieht – vom Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag – heißt es dazu ganz nüchtern:

„Innerhalb einer Woche verschärft sich die Situation des Sektors derart, dass trotz eines intensiven Einsatzes von regionalen Hilfskapazitäten vom völligen Zusammenbrechen der medizinischen und pharmazeutischen Versorgung auszugehen ist“ – einhergehend mit einer „Häufung von Todesfällen“.

Ob auch der – ja relativ kleinräumige – Köpenicker Blackout bereits zu einer Häufung von Todesfällen geführt hat, wurde nicht untersucht oder zumindest nicht veröffentlicht. Während des großen Blackouts in Nordamerika Mitte August 2003 gingen auch in New York – bei moderaten Sommertemperaturen – die Lichter aus, teils nur für einige Stunden, teils auch über mehr als 24 Stunden. Während dieser Zeit nahm in New York die Sterberate um 28 Prozent zu, was neunzig zusätzlichen Todesfällen entspricht. Ursächlich dafür waren auch die durch den Blackout eingeschränkten Rettungs- und Transportmöglichkeiten.

Da Deutschland in puncto Verlässlichkeit der Energieversorgung sich künftig vielleicht besser nicht mehr mit solchen Ländern wie den USA vergleichen sollte, sei hier auch eine Studie aus Ghana erwähnt. Dort kommt es häufig zu Unterbrechungen der Stromversorgung, und erwartungsgemäß gibt es einen deutlichen Zusammenhang zwischen Stromausfall und Sterberate in den betroffenen Krankenhäusern: An jedem Tag mit einer länger als zwei Stunden währenden Stromunterbrechung steigt dort die Sterberate um durchschnittlich stattliche 43 Prozent.

Zum Abschluss noch ein Tipp aus präventivmedizinischer Sicht: Sollte bei Ihnen, lieber Leser, ein Krankenhausaufenthalt absehbar sein wegen einer zwar notwendigen, aber nicht dringlichen Operation, lassen sie sich einweisen, bevor Ende 2022 auch die drei letzten Kernkraftwerke vom Netz gehen werden, besser noch ein Jahr früher.

Wolfgang Meins

Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Wolfgang Meins ist Neuropsychologe, Arzt für Psychiatrie und Neurologie und apl. Professor für Psychiatrie. In den letzten Jahren überwiegend tätig als gerichtlicher Sachverständiger im sozial- und zivilrechtlichen Bereich.

Der Beitrag erschien zuerst bei ACHGUT hier

Weiterführende Infos: Innensenator: Bezirke nicht auf Katastrophenfall vorbereitet