Woher kommt der Strom? Sehr wenig Windstromerzeugung in der 4. Woche…

Woche vom 20. bis 26.1.2019

Diesmal war es nicht ganz so arg. Dennoch hätte auch eine theoretisch angenommene Verfünffachung der installierten Leistung Wind- und Sonnenkraft an fünf von sieben Tagen der 4. Woche nicht ausgereicht, um Deutschland mit Strom aus erneuerbaren Energieträgern komplett zu versorgen. 0,75 TWh – immerhin mehr als die Hälfte des durchschnittlichen Strombedarfs eines Tages in Deutschland – hätten Backup-Kraftwerke zum Beispiel am 25.1.2020 zusätzlich erzeugen müssen, um die Stromversorgung sicherzustellen. Nun gibt es realiter keine Verfünffachung installierter Leistung von Wind- und Sonnenkraft, dafür gibt es zur Zeit noch eine auskömmliche konventionelle Stromerzeugung.

In einem hochinteressanten Gespräch mit einem Energie-Experten habe ich erfahren, dass die Abschaltung der letzten Kernkraftwerke in Deutschland praktisch nicht mehr ohne weiteres aufgehalten werden kann. Die entsprechenden Vorbereitungen, vor allem auch bürokratisch-juristischer Natur, seien so weit fortgeschritten, dass ein gewünschter Weiterbetrieb ein neues Genehmigungsverfahren für jedes Kernkraftwerk erfordern würde. Das würde dauern. Klimawandel hin, Weltklimauntergang her.

Die Detailtabelle mit den Werten der Energy-Charts, sowie der daraus generierte Chart, und der Im-/Exportchart mit den saldierten Werten seit Jahresbeginn. Grundlage hierfür sind ebenfalls die Werte der Energy-Charts des Fraunhofer ISE. Der Im-/Exportchart belegt: Ohne Frankreichs Strom aus Kernkraft hätte Baden-Württemberg enorme Versorgungsprobleme. Mal schauen, was wird, wenn das Kernkraftwerk Fessenheim/Frankreich abgeschaltet wird. Im Sommer dieses Jahres ist es soweit.

Die Tagesanalysen

Sonntag, 19.1.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 38,10%, davon Windstrom 23,02%, Sonnenstrom 2,38%, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,70 %. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken

Gleichmäßig wenig Wind, die Sonne scheint schwach. Nach Sonnenuntergang geht die Windstromerzeugung weiter zurück. Die Stromversorgung Deutschlands ist auf Kante genäht. Aufgemerkt: Nicht, weil die konventionellen Stromerzeuger nicht könnten. Sie wollen nicht. Die Strompreise, die bisher erzielt wurden. lagen immer unter 40 €/MWh. Da lohnt das Hochfahren eines Kohlekraftwerks nicht. Auch gibt es da noch den Strom aus dem Ausland. Zur Not. Doch wehe, die Abschaltorgie Kernkraft plus Ausstieg Kohle in Deutschland greift. Das ist nicht mehr lange hin. Dann ist Holland in Not. Nicht Holland, nein: Deutschland. Wetten? Weil Holland seinen Strom selbst benötigt. Und Frankreich, und, und, und. Wenn es kalt und dunkel, wenn es windstill ist.

Montag, 20.1.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 27,85%, davon Windstrom 13,92%, Sonnenstrom 3,16%, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,76%. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken

Heute zeigt sich die Windstromerzeugung von der anderen Seite. Morgens wenig, nach Sonnenuntergang dann der Anstieg. Am frühen Morgen ist sie so gering, dass kurzzeitig Strom importiert werden muss. Der Preis ist niedrig. Nachts ist die Nachfrage, ist der Bedarf nicht groß. Über Tag steigert sich die Windstromerzeugung zum „Wochenbuckel“, der morgen seinen Höhepunkt erreichen wird.

Dienstag, 21.1.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 35,23%, davon Windstrom 21,59%, Sonnenstrom 3,98%, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,66%. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Um 7:00 Uhr erreicht der Windstrombuckel mit insgesamt gut 20 GW seinen Höhepunkt. 20 GW von um 7:00 Uhr benötigten knapp 78 GW. Nach Sonnenuntergang verharrt die Windstromerzeugung um die 15 GW. Zuviel erzeugter konventioneller Strom wird bei stark schwankenden Preisen exportiert. Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Nein, es ist umgekehrt. Die Windstromerzeugung sinkt …

Mittwoch, 22.1.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 26,63, davon Windstrom 14,79%, Sonnenstrom 1,78%, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,06%. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Die bundesdeutsche Windstromerzeugung steuert auf einen Tiefpunkt, wenn nicht auf den Tiefpunkt des Jahres zu. In der Nacht zum Donnerstag wird es soweit sein. Bemerkenswert ist der Strompreis, der heute um 18.00 Uhr erzielt wurde. Deutschland exportierte im Saldo 3,463 GW für 65,09 €/MWh. Ist doch was, oder?

Donnerstag, 23.1.2020: Der Tiefpunkt der Wind- und Sonnenstromerzeugung 2020. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 19,14%, davon Windstrom 6,79%, Sonnenstrom 1,85%, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,89%. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken

Um 1:00 Uhr lag die Windstromerzeugung bei gerade mal 2,21 GW. Still ruhte die See. An Land wehte kaum ein Lüftchen. Es war ein windstiller Tag. Auch die Sonne konnte nichts rausreißen. Tut sie im Winter ohnehin nicht. Das liegt an der Erdachse. Die konventionellen Kraftwerke bollern, was das Zeug hält. Noch. Als ich das schreibe, wird mir irgendwie ganz flau. Ich frage mich, ob unsere Politik- und Medieneliten noch ganz bei Trost sind. Ob die sogenannte Zivilgesellschaft einschließlich Friday für Alles weiß, was sie will, was sie fordert, welche Konsequenzen das hat? Es steht zu befürchten: Diese Leute haben keinen Schimmer. Oder sie wollen den Agrarstaat Deutschland. Vorbild: Das zentrale Afrika mit etlichen Ländern nahe Null CO2-Erzeugung.

Stopp, es gibt auch Ausnahmen: Lesen Sie den neuesten Artikel von Stefan Aust zur Energiewende. Der bringt in aller Kürze das, was ich seit Jahr und Tag schreibe und mit dieser Kolumne detailliert belege.

Freitag, 24.1.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 25,29%, davon Windstrom 12,35%, Sonnenstrom 2,94%, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,00%. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Heute sieht es etwas besser aus mit der Windstromerzeugung. Heute werden über Tag auskömmliche Preise beim Export es zu viel erzeugten konventionellen Strom erzielt. Die Stromversorgung Deutschlands ist zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Nicht wegen der erneuerbaren Energieträger. Wegen der Zuverlässigkeit der konventionellen Stromerzeugung.

Samstag, 25.1.2020: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 26,57%, davon Windstrom 12,59%,Sonnenstrom 2,10%, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,89%. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken

Der Windfehlalbtraum geht weiter. Dieser Samstag ist bereits der vierte aufeinander folgende Tag, an dem eine Verfünffachung der installierten Leistung Wind- und Sonnenkraft nicht ausgereicht hätte, um den Strombedarf Deutschlands zu decken. Glauben Sie bitte nicht, dass man nur den Strom aus irgendwelchen Speichern hätte nehmen müssen. Die gibt es nicht. Die wird es nicht geben. Mehr dazu ganz unten. Wieder mal. Denn die Mär von den Stromspeichern, welche die Energiewende retten, hält sich hartnäckig.

Erst ab dem 26.1.2020 nach Sonnenuntergang wird die Flaute nachlassen. Zum Glück ist es Wochenende. Der Strombedarf ist gering. Zum Glück? Die Strompreise fallen wieder. In der nächsten Woche liegen sie teilweise unter 20,- €/MWh. Immerhin besser, als Strom zu verschenken. Womöglich mit Bonus! Keine Bange. Kommt bestimmt noch.

Stromimport, Stromexport Deutschland 2019

In den vergangenen Wochen und Monaten habe ich bei meinen Analysen immer wieder geschrieben, dass Deutschland in aller Regel höhere Preise zahlt, wenn es Strom importiert, als es beim Export von Strom erzielt. Umso erstaunter war ich, dass die Stromaußenhandelsstatistik, die Energy-Charts liefert, auf den ersten Blick das Gegenteil belegt (Abbildung, bitte unbedingt anklicken, es werden alle Abbildungen und Mehr geöffnet).

Eine weitergehende Analyse ergab, dass meine Aussage im Hinblick auf die meisten Länder korrekt war. Lediglich Frankreich und die Niederlande fielen aus dem Rahmen und – man lese und staune – Polen.

Deutschland exportiert praktisch jeden Tag Strom nach Polen (Abbildung 1). Das Narrativ, Deutschland importiere bei Bedarf „dreckigen“ Kohlestrom aus Polen, bewahrheitet sich 2019 nicht. Stromimport aus Polen fand praktisch nicht statt. Während bei Frankreich und den Niederlanden die Exporterlöse lediglich geringfügig über den Kosten lagen, die für Stromimporte aus diesen Ländern gezahlt werden musste, fiel der Erlös mit 62,16 €/MWh für Strom-Exporte nach Polen erheblich aus dem Rahmen. Ich habe Professor Burger, der die Energy-Charts des Fraunhofer ISE betreut, eine Mail zugesandt, der ich dieses Schaubild (Abbildung 2) beigefügt habe. Die schwarze Linie habe ich bei 62,5 €/MWh gezogen. Es ist offensichtlich, dass der Preis, den Polen an Deutschland gezahlt hat, nicht mit den Börsenpreisen korreliert. Leider verwies mich Burger lediglich an das Statistische Bundesamt, von dem die Zahlen, die er verwertet habe, stammten.

Parallel zur Mail an den Professor der Energy-Charts habe ich bei der Bundesnetzagentur nachgefragt, warum diese im Datenportal www.smard.de überhaupt keine Preise zu Polen auswirft. Die wesentlichen Teile der Antwort:

[…] Die Plattform SMARD bezieht ihre Daten im Bereich „Marktdaten visualisieren“ direkt vom Verband der Europäischen Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E) und fragt sie von dort automatisch ab. ENTSO-E bekommt die Daten gemäß der europäischen Transparenzverordnung (Verordnung (EU) Nr. 543/2013) gemeldet. Die gelieferten Daten von ENTSO-E werden von uns zunächst geprüft, anschließend weiterverarbeitet und auf SMARD übersichtlich aufbereitet und zum Download bereitgestellt. Polnische Großhandelspreise wurden für den Zeitraum vom 02.03.2017 bis 19.11.2019 in der Währung PLN/MWh veröffentlicht. Leider ist es uns aus technischen Gründen nicht möglich auf SMARD einen flexiblen Wechselkurs zu konfigurieren, um die Preise durchgehend in EUR/MWh anzeigen zu lassen. Sie können daher die polnischen Großhandelspreise für den fehlenden Zeitraum nur direkt auf der ENTSO-E Transparenzplattform einsehen: Hier klicken. […] (Abbildung 3)

Einen Schritt weiter ging die Antwort von Fabian Hein, Analyst und verantwortlich für das Agorameter bei Agora-Energiewende, der mir die polnische Webseite nannte, die Agora zur Datenermittlung verwendet. Abbildung 4 wirft für den Zeitraum von 2009 bis 2019 die Preise pro MWh Strom in polnischen Złoty aus. Tatsächlich sind in den vergangenen 1 1/2 Jahren die Importstrompreise angezogen. Der polnische Złoty hat einen Wert von aktuell etwa 0,23 Euro. Weshalb nun aber Polen so viel mehr Stromimportkosten als unsere übrigen Nachbarn an Deutschland zahlt, konnte mir niemand erklären. Und dies, obwohl ich konkret nach Sondereinflüssen gefragt habe.

Frankreich Stütze der bundesdeutschen Stromversorgung

Wie auch immer. Ich habe bei meiner Analyse  des bundesdeutschen Stromaußenhandels 2019 Polen einmal komplett außen vor gelassen (Abbildung 5). Damit stimmt meine Aussage für das Jahr 2019 auch im Mittel. Der Durchschnittspreis, den Deutschland für Stromimporte zahlen musste, lag bei 45,08 €/MWh. Beim Stromexport erlöste Deutschland pro MWh 44,42 €.

Wenn die Erlöse durch den Stromexport nach Polen berücksichtigt werden, dreht sich das Bild. Nun werden für Importe wiederum die 45,08 €/MWh bezahlt, Exporte hingegen bringen 46,89 €/MWh. Polen sei Dank. (Abbildung 6)

Wenn Sie sich den Chart unter Abbildung 6 genauer anschauen, erkennen Sie, dass Deutschland besonders viel Strom nach Österreich und in die Schweiz exportiert hat. Von dort wurde auch eine Menge Strom importiert. Für beide Länder ein gutes Geschäft, wenn man die Im-/Exportpreise jeweils vergleicht. Sie differieren wesentlich stärker als die oben genannten Durchschnittspreise.

Frankreich und die Niederlande exportieren ebenfalls Strom nach Deutschland. Wobei Frankreich praktisch eine der Stützen der bundesdeutschen Stromversorgung, vor allem Baden-Württembergs ist. Strom in einer Menge, welche praktisch von 1 1/2 Kernkraftwerken produziert wird, wurde aus Frankreich importiert. Deutschland zahlte dafür etwas weniger, als es für den – verhältnismäßig geringen – Export nach Frankreich erzielte. Aus den Niederlanden wurde mit über 5 TWh ebenfalls eine große Menge Strom importiert. Deutschland exportierte gleichwohl viel mehr Strom in die Niederlande. Und machte unter dem Strich damit Gewinn.

Abbildung 7 weist die Kosten und die Erträge aus, die im Jahr 2019 für die Stromerzeuger Deutschlands anfielen. Saldiert wurden 27,251 TWh Strom exportiert. Deutschland hat 49,37 €/MWh erhalten, wenn man die polnischen Importe und dessen Ertrag für Deutschland berücksichtigt. Rechnet man Polen heraus, sind es 42,80 €/MWh. Was bemerkenswerterweise annähernd dem Preis entspricht, den Abbildung 3 zum Ende des Jahres 2019 in Polen hergibt.

An dieser Stelle möchte ich noch mal ausdrücklich darauf hinweisen, dass Stromversorgung ein Gleichzeitigkeitsgeschäft (Abbildung 8) ist. Strom muss genau dann produziert werden, wenn er, wenn die zu transportierende Energie benötigt wird. Was in der einen Sekunde noch genau passend war, kann in der nächsten schon zu wenig oder zu viel sein. Deshalb kommt es bei einem Industrieland wie Deutschland mit hoher schwankender Stromerzeugung (Wind- und Sonnenkraft, Abbildung 9). Genau deshalb finden permanente Stromimporte, Stromexporte statt. Das Stromnetz muss zu jeder Zeit austariert, „ausgeregelt“ werden, damit die Netzfrequenz 50 Hertz exakt eingehalten wird. Zuviel Strom ist genauso gefährlich für die Versorgungssicherheit wie zu wenig Strom. Ein höchst komplexer, permanenter Vorgang, der den Ingenieuren und Mitarbeitern der Stromerzeuger und Netzübertragungsbetreiber höchste Konzentration und Unmengen Know-how abverlangt sowie eine Menge Erfahrung erfordert.

Stromspeicher

Nun meinen manche Zeitgenossen, die sich in aller Regel recht wenig mit der Materie beschäftigt haben, dass das Problem doch mit genügend Stromspeichern gelöst werden könne. Und in der Tat. Immer wieder wird von neuen Speichermöglichkeiten berichtet, die suggerieren, jetzt sei der „Durchbruch“ gelungen, die Energiewende, die faktisch nur eine Stromerzeugungswende ist, sei gerettet.

Aktuell wird über die Möglichkeit berichtet, mittels Luftverflüssigung, das Problem zu lösen. Lassen Sie sich nicht täuschen. Eine Pilotanlage ist „schnell“ aufgebaut. Funktionieren tut das Konzept auch. Was aber immer wieder vollkommen falsch eingeschätzt wird, sind die Strommengen, die im Falle eines Falles (Wind und Sonnenkraftwerke liefern viel zu wenig Strom wie zum Beispiel diese Woche) bereitgestellt werden müssten. Abbildung 10 stellt die neuartige Anlage aus England vor. Dort gibt es auch einen Link zu einem Artikel mit meiner Einschätzung und realistischen Zahlen.

Ordnen Sie Deutschlands CO2-Ausstoß in den Weltmaßstab ein. Zum interaktiven CO2-Rechner: Hier klicken. Noch Fragen?

Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einer kurzen Inhaltserläuterung finden Sie hier.

Rüdiger Stobbe betreibt seit 4 Jahren den Politikblog  www.mediagnose.de.

Zuerst erschienen bei der Achse des Guten; mit freundlicher Genehmigung.




Oxford University: Reaktion auf studentischen Druck zur Veräußerung von Anlagen in fossiler Brennstoffindustrie

Eine beheizte Oxford-Unterweisung

Protestierende Schüler erhalten eine persönliche Lektion über fossile Brennstoffe.

Redaktion der Times of London, Feb. 2, 2020

… Die Studenten wollen, dass das College die mehr als 10 Millionen US-Dollar seines jetzt in Shell  und  BP investierten Stiftungsvermögens verkauft  und sie möchten es sofort.

Die Times of London berichtet, dass Stipendiat Andrew Parker ihnen ein Gegenangebot machte.

„Ich kann kurzfristig keine Veräußerung von Anlagen veranlassen“, schrieb er. „ Ich kann aber dafür sorgen, dass die Gaszentralheizung im College mit sofortiger Wirkung abgeschaltet wird. Bitte lassen Sie mich wissen, ob Sie diesen Vorschlag unterstützen.

Die Idee, dass die demonstrierenden Studenten nun selbst auf fossile Brennstoffe verzichten, kam nicht gut an. …

Lesen Sie hier mehr: https://www.wsj.com/articles/a-heated-oxford-education-11580680180

[Bezahlsperre, gegen Anmeldung Probeabo]

Professor Andrew Parker, Oxford, Schatzmeister

Wenn nur Greta da gewesen wäre, um die Studenten zu ermutigen, zu ihren Forderungen zu stehen, hätte deren erbärmliche Doppelmoral, auf den Komfort fossiler Brennstoffe festzuhalten, den sie anderen verweigern, möglicherweise zu einer etwas geringeren Verlegenheit für diese Studenten geführt.

https://wattsupwiththat.com/2020/02/03/oxford-university-best-response-ever-to-a-fossil-fuel-divestment-demand/

Übersetzt durch Andreas Demmig




Wie „grünes“ Groß­kapital und linke Journa­listen gemein­same Sache machen – Teil 3: Journa­listen ≠ Volk

Viele Zeitgenossen haben großes Vertrauen in die Medien, insbesondere in die öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehsender, da diese durch Gebühren finanziert und zudem durch Landesmedienanstalten kontrolliert werden, in denen neben den politischen Parteien noch gesellschaftlich relevante Gruppierungen vertreten sind. Theoretisch sollen Journalisten so als „Vierte Gewalt“ im Staat die Bevölkerung durch objektive Informationen in die Lage versetzen, die Mächtigen zu kontrollieren und im Zaum zu halten.

Doch das ist nur schöner Schein, weil die Hauptakteure – die Journalisten selbst – weder den Durchschnitt des Volkes repräsentieren noch neutral sind. Im Gegenteil: Die große Mehrzahl von ihnen sind Akademiker mit weit überwiegend geistes- oder sozialwissenschaftlicher Ausbildung, die häufig über keine sonstige Berufserfahrung verfügen. Mit der Gedanken- und Gefühlswelt der arbeitenden Mehrheit der Bevölkerung haben sie daher kaum Berührungspunkte. Einer im Auftrag des Deutschen FachjournalistenVerbands DFJV durchgeführten Untersuchung zufolge haben 84 % der Politikjournalisten einen Hochschulabschluss oder gar eine Promotion/ Habilitation, weitere 10 % haben das Abitur, aber nur 5 % eine abgeschlossene Berufsausbildung. Bevorzugte Studienfächer sind Politikwissenschaft, Germanistik, Geschichte, Journalistik und Kommunikationswissenschaft.

Bild 2. Höchster erreichter Bildungsabschluss deutscher Journalisten (Quelle)

Diese Einseitigkeit bedauerte auch der Deutschlandchef von Reporter ohne Grenzen, Christian Mihr, in einem Interview mit der Welt: „Der Beruf ist immer akademischer geworden. Viel zu viele Journalisten nehmen die Welt durch dieselbe Brille wahr. Die Vielfalt in Redaktionen sollte die Vielfalt der Wirklichkeit abbilden…Wenn alle Journalisten ähnlich sozialisiert sind, ist das letztlich eine Gefahr für die ausgewogene Berichterstattung…Das ist auch eine Aufgabe der Ausbildungsstätten. Es wäre schön, wenn Journalistenschulen ihren Nachwuchs breit gefächert auswählen und Talente gewinnen, die keine Akademiker sind oder aus sozial schwachen Familien stammen.“

Brutale Auslese

Dass diese Fehlentwicklung sich auch weiterhin nicht ändern und sogar eher verschärfen dürfte, unterstreicht der Erfahrungsbericht eines jungen Journalisten, der darüber im Spiegel Online (SPON) mit großer Offenheit berichtete. Als Kind normaler Werktätiger studierte er nach einem ersten Studienabbruch Anglistik, Geschichte und Amerikanistik in Berlin und Amsterdam und absolvierte zudem zahlreiche Praktika. Da er dennoch keine Volontariatsstelle bei einer Zeitung bekam, besuchte er noch eine Journalistenschule, was ihm nur gelang, da er nach dem Bafög noch ein Stipendium erhielt. Bei einem Praktikum wurde im selbst dann, als er tageweise für eine ausgefallene Kollegin einsprang, keine Entlohnung gewährt. Kinder aus ärmeren Schichten würden, so seine Erkenntnis, bei einem solchen Werdegang schon allein aufgrund ihrer Mittellosigkeit ausgesiebt. Wenn nur die Journalisten würden, die es sich leisten können, sei dies nicht nur unfair, sondern eine Gefahr für die Demokratie. Sein Fazit: „Wen schließt dieses System alles aus? Wer versucht es erst gar nicht? Irgendwann bewegt sich Journalismus nur noch in seiner eigenen Blase und seine Repräsentanten tun verwundert, wenn sich Teile der Bevölkerung frustriert von ihnen abwenden, weil sie sich nicht mehr repräsentiert fühlen.“ Verschärfend wirkt hierbei auch die sich ständig verschlechternde wirtschaftliche Lage der meisten Medien, die sich in einem Rückgang der Beschäftigtenzahlen dokumentiert. Die dadurch zunehmende prekäre Beschäftigung trägt dazu bei, dass erheblicher Anpassungsdruck entsteht und sich weitgehende Konformität der Ansichten durchsetzt. Wer auch nur etwas abweicht, der findet sich, wie es ein SPON-Journalist einmal beschrieb, bald in der Kantine allein am Tisch wieder, weil er von den anderen gemieden wird. Übrigens hat besagter Journalist inzwischen sowohl den Kantinentisch als auch seinen Schreibtisch bei SPON geräumt (räumen dürfen?).

Bild 4. Vom Wahrzeichen der Daseinsvorsorge zum Hasssymbol vieler Journalisten: Ein Braunkohlebagger (Bild: Semevent from Pixabay)

Linksgrüne Monokulturen

In den so entstandenen Echokammern des deutschen Journalismus haben sich schon seit Jahrzehnten linke und grüne Denkweisen quasi flächendeckend durchgesetzt, was nicht nur durch Erfahrungsberichte einzelner Personen, sondern auch durch zahlreiche Untersuchungen belegt ist. So kommt die bereits erwähnte Recherche „Journalismus in Deutschland“ zu dem Schluss: „…the political orientations among journalists…still leans toward the left end of the scale.“ Wobei diese Anmerkung bereits darauf schließen lässt, dass hierunter Tendenzen zum linken Rand, also zum linken Extremismus verstanden werden können. Einen klaren Hinweis hierauf vermittelt auch die Wahl der von Politikjournalisten bevorzugten Informationsmedien: Bei Tageszeitungen waren es die erheblich linkslastige SZ mit 77,6% und immerhin noch zu 51,9% die FAZ, bei Magazinen dann schon deutlicher der linksextreme Spiegel mit 88,1 %, gefolgt von der ebenfalls im linken Milieu verhafteten Zeit mit 51,1% und dem ebenfalls linken Stern mit 28,9%. Frappierend ist vor allem die extrem ungleichgewichtige Nutzung bei Online-Medien: Hier überragt SPON mit 87,8 % einsam das gesamte Feld, gefolgt von der Süddeutschen mit nur noch 19,3 % und der Tagesschau mit 16,1 %.

Es nimmt daher nicht wunder, dass eine Allensbach-Umfrage schon im Jahre 2009 ergab, dass 42 % der Politikjournalisten den Grünen zuneigen, 24 % der SPD und nur 14 % der CDU sowie 12 % der FDP. Diese Zahlen dürften allerdings nicht die heutige Realität widerspiegeln, sondern lediglich die nach außen kommunizierte Selbsteinschätzung. Anders ausgedrückt: Das Wertesystem deutscher Journalisten unterscheidet sich grundlegend von dem der Bevölkerung. Sie werten offenkundig Parteien wie FDP und CDU sowie zumindest Teile der SPD (Schröder) als „Rechts“ statt als „Mitte“, verorten Grüne und Jusos als „Mitte“ und vertreten darüber hinaus zu erheblichen Teilen linksradikale und sogar extremistische Positionen. Dies zeigt sich an oft extrem einseitigen Berichterstattung zahlreicher Medien über die Fridays for Future, die Besetzungen des Hambacher Forstes und von Tagebauen in der Lausitz sowie über die Fast-schon-Terroristen von Extinction Rebellion. Vom Ausland aus betrachtet wird dies viel klarer gesehen als im Inland, wo eine Journalistenkrähe offenkundig der anderen kein Auge aushackt. So stellt ein Bericht in der „Neue Zürcher Zeitung“ mit dem Titel „Das Herz des deutschen Journalisten schlägt links“ fest, dass neutraler Journalismus (in Deutschland) eine Illusion sein dürfte. Ebenso kritisch liest sich der Beitrag „Grün ist die Redaktion – die deutschen Mainstream-Medien haben aus der Flüchtlingskrise nichts gelernt.“

Bild 5. Kernkraftwerke gelten den meisten Journalisten als Höllenmaschinen (Foto: Jakub Orisek from Pixabay)

An ihren Taten sollt ihr sie erkennen

Das tatsächliche Ausmaß der Verschiebung der Vorstellungswelt insbesondere der deutschen Journalisten gegenüber der eigenen Bevölkerung dokumentiert sich an der Berichterstattung zu bestimmten Themenkomplexen, wo sie kollektiv die Maske der Neutralität fallenlassen und die wahre Gesinnung ungehemmt zum Vorschein kommt. Das zeigte sich beispielsweise anlässlich der Tsunami-Katastrophe in Fukushima, als deren Folge die dortigen Kernreaktoren zerstört wurden. In einem auf Meedia.ch veröffentlichten Bericht zu Fukushima schrieb die Schweizer Medienwoche bereits 2012: „Jegliche Distanz verloren deutsche Journalisten bei der Berichterstattung über das mehr als 15′871 tote, 2778 vermisste und 6114 verletzte Menschen (Stand: 10. Oktober 2012) fordernde Erdbeben in Japan am 11. März 2011. Es war noch kaum bekannt, welche Gebiete und wie viele Personen davon betroffen waren, als sie sich fast ausschließlich auf Spekulationen über austretendes radioaktives Material verlegten. In vielen Stunden Live-Fernsehen wurden deutsche Zuschauer mit wenig Fakten und viel Hysterie geängstigt. Gegenüber den Tausenden Toten und den Hunderttausenden mit zerstörten Lebensgrundlagen, die das Erdbeben und die Überschwemmungen verursachten, steht die Reaktorkatastrophe: sie forderte 3 Todesopfer, einige Verletzte sowie eine unbekannte Anzahl von Strahlengeschädigten.“ Seither ist man in deutschen Medien teilweise sogar dazu übergegangen, Ursachen und Wirkungen komplett zu verwischen, indem pauschal von den Zehntausenden Opfern von Fukushima geschrieben wird oder gleich von der „Atomkatastrophe von Fukushima“.

Bild 6. Im Vergleich zur übrigen internationalen Presse ist die Berichterstattung der ARD über den US-Präsidenten von bemerkenswerter Feindseligkeit geprägt (Bild: Shorenstein Center/CC BY-3.0)

Ein weiterer Fall, der aufzeigt, dass deutsche Journalisten bei passender Gelegenheit eine geradezu sektiererische Einseitigkeit an den Tag legen, ist die Berichterstattung über den derzeitigen US-Präsidenten Donald Trump. Nun ist dieser ja selbst im eigenen Land bei den Medien nicht sonderlich beliebt, doch die fast schon 100-prozentige Feindseligkeit, die sich in der Berichterstattung der ARD über Trump dokumentiert, ist im Vergleich zu der anderer ausländischer Medien geradezu einzigartig – und entlarvend für die aktuelle Situation beim deutschen Journalismus.

Bild 7. Fridays for Future-Demonstranten sind das Liebkind der Medien (Foto: Michael Bußmann from Pixabay)

Einseitigkeit insbesondere bei der Klimaberichterstattung

Besonders ausgeprägt ist diese Einseitigkeit auch bei der Berichterstattung über den angeblich menschengemachten Klimawandel. Dies wurde schon vor Jahren durch die Schweizer Kommunikationsforscher Michael Brüggemann und Sven Engesser von der Universität Zürich festgestellt. In einem SPON-Interview fasste Michael Brüggemann 2013 seine Erkenntnisse so zusammen: „Die ganz große Mehrheit der Klimajournalisten stimmt weitgehend überein mit dem Konsens führender Klimawissenschaftler, wie er in den regelmäßigen Berichten des Uno-Klimarats IPCC zum Ausdruck kommt. Neun von zehn der Klimajournalisten vertrauen den Ergebnissen des IPCC…Mehr als 70 Prozent der befragten Journalisten halten die Beiträge der Klimaskeptiker für wissenschaftlich nicht fundiert…Allerdings fällt tatsächlich auf, dass nur die Hälfte der Befragten es für wichtig hält, über die Unsicherheiten der Forschungsergebnisse zu berichten. Hingegen gaben 95 Prozent der Journalisten an, es sei wichtig, über die mit dem Klimawandel verbundenen Risiken für Mensch und Natur zu informieren.“ Seither hat sich die Situation noch dramatisch verschlimmert, wie die mediale Begleitung der FFF-Bewegung eindeutig dokumentiert.

Mit Sorge beobachtet auch der frühere Chefredakteur der „Heilbronner Stimme“, der Kommunikationswissenschaftler Wolfgang Bok, diese Entwicklung: „In den Verlagshäusern und Rundfunkanstalten werden derzeit die Alt- und Jung-68er von der Generation Greenpeace abgelöst. Sie ist mit der ständigen Apokalypse aufgewachsen. Der grüne Alarmismus ist ihnen in Fleisch und Blut übergegangen. Das ist viel schlimmer als eine Gleichschaltung, wie man sie aus autoritären Staaten kennt: Diese Generation, die mittlerweile in vielen Redaktionen das Sagen hat, ist sich ihrer eingeschränkten Wahrnehmung gar nicht mehr bewusst. Sie denken vornehmlich in Freund-Feind-Kategorien und teilen die Welt am liebsten in Gut und Böse ein…. Während Interviews mit liberalen oder konservativen Politikern inquisitorischen Verhören gleichen, muss das grüne Spitzenpersonal kaum fürchten, dass sein moralischer Rigorismus mit praktischen Einwänden bloßgestellt wird.

Bild 8. Selbst die eindeutig antidemokratische Weltuntergangssekte Extinction Rebellion wird in der Berichterstattung oft hervorgehoben (Bild: Pete Linforth from Pixabay)

Mit anderen Worten: In unseren Redaktionen sitzen zunehmend Journalisten, die ihre Aufgabe nicht etwa darin sehen, die Bevölkerung neutral zu informieren. Sie verstehen sich vielmehr als „Aktivisten“ und fördern eine zunehmend gewaltbereite und undemokratische Ökoreligion. Deshalb verschaffen sie diesen Grüngardisten – von den naiven „Fridays for Future“-Jugendlichen über die radikalen „Ende Gelände“-Aktivisten bis zu den terrornahen „Extinction Rebellion“-Anhängern – ein Maximum an medialer Aufmerksamkeit.




10 Jahre Climategate: Der Klima-Betrug geht unvermindert weiter

Im November 2009 gelangte eine große Zahl von eMails aus der Climate Research Unit (CRU) der University of East Anglia an die Öffentlichkeit. Die kompletten Climategate eMails können hier nachgelesen werden. Wer in die Abgründe wissenschaftlicher Korruption eintauchen will, dem sei der Link empfohlen.

Die eMails haben in einer Weise das Bild einer korrupten, konspirativen Gruppe von Wissenschaftlern gezeichnet, die mit gefälschten und manipulierten Daten, mit Modellen, die erstellt werden, um ein bestimmtes Ergebnis zu produzieren, nicht, um etwas vorherzusagen, der Welt vorgaukeln wollen, es gebe eine auf menschliche Aktivitäten zurückführbare globale Erwärmung.

Christopher Booker hat am 28. November 2009 in Telegraph vom schlimmsten Wissenschaftsskandal unserer Generation gesprochen. Selbst linke Kommentatoren befänden sich im totalen Schock, und zwar deshalb, weil die Wissenschaftler, die bis zum Haaransatz im Sumpf aus Korruption und Fälschung stecken, nicht irgendwelche Wissenschaftler sind, sondern

“the small group of scientists who have for years been more influential in driving the worldwide alarm over global warming than any others, not least throuh the role they play at the heart of the UN’s Intergovernmental Panel of Climate Change”.

Der Betrug, dessen Aufdeckung wir mit diesem Post einmal mehr würdigen wollen, umfasst nicht nur die Wissenschaftler der CRU in East Anglia, nicht nur Phil Jones, Keith Briffa, Tim Osborn und andere mehr, er umfasst auch Michael Mann von der University of Pennsylvania, und der Betrug reicht bis in die Berichte des IPCC, findet sich in diesen als Datenfälschung, Datenunterschlagung und in einer Reihe weiterer Formen des Betrugs wieder.

hier nachgelesen werden. In beiden Fällen geht es letztlich um ein Gütekriterium, ein Maß, das die Übereinstimmung von Modellwerten mit der Realität angibt, und das systematisch in den Arbeiten, die den Hockeystick von Mann befördern und in Manns Arbeiten selbst fehlt. Auch im rund 9 Jahre währenden Rechtsstreit mit Tim Ball ist es Mann nicht gelungen, die entsprechenden Berechnungen, mit denen seine ganze Behauptung des menschengemachten Klimawandels steht und fällt, vorzulegen.

Dazu kommen wir gleich.

Zurück ins Jahr 2009, als der Schock über die eMails aus East Anglia noch frisch war. Besonders erschreckt hat diejenigen, die damals gelesen haben, was unter angeblichen Klimaforschern ausgetauscht wurde, dass die nämlichen Klimaforscher über Jahre hinweg untereinander diskutiert haben, wie man es vermeiden könne, die Daten, die ihrer Forschung zu Grunde liegen, zu veröffentlichen, eine Diskussion, die in die umfassende Löschung von Emails und Daten gemündet ist, was in offizieller Version mit “die Daten wurden verloren” bezeichnet wird. Dass dieser Verlust, der sich in den geleakten eMails als Aufforderung, Daten und eMails zu löschen, wiederfindet, dann, wenn er vorgenommen wird, nachdem ein Antrag auf Veröffentlichung der Daten unter dem Freedom of Information Act des Vereinigten Königreichs vorgenommen wird, einen Straftatbestand darstellt, dazu kommen wir gleich noch.

Christopher Booker aus dem Jahre 2009 liest, ist, dass die in den eMails aus East Anglia breit diskutierten Methoden, die Daten zu fälschen, um die gewünschten Ergebnisse zu erhalten, so vertraut klingen und Methoden beschreiben, die bis heute in GISTEMP, HadCRUT4 und anderen Datensätzen verwendet werden:

“The second and most shocking revelation of the leaked documents is how they show the scientists trying to manipulate data through their turtuous computer programmes, always to point only in the one desired direction – to lower past temperatures and to ‘adjust’ recent temperatures upwards, in order to convey the impression of accelerated warming”.

Die Fälschung von Daten und die intentionale Berechnung von Modell-Vorhersagen, die globale Erwärmung produzieren, die hier für die Zeit vor 2009 beschrieben wird, sie könnte auch die Gegenwart beschreiben, denn daran, dass Daten in offizieller Lesart “harmonisiert” oder “adjustiert” werden, was immer und ohne Ausnahme zum Ergebnis hat, dass Rohdaten, die keine Erwärmung oder gar eine Abkühlung zeigen, nunmehr eine starke Erwärmung zeigen, hat sich überhaupt nichts geändert. Es ist, als wäre der riesen Betrug 2009 nicht aufgeflogen. Der Betrug geht unvermindert weiter, als Konspiration, wie wir unten zeigen.

Christopher Booker, der 2009 der Ansicht war, nach dem schlimmsten Wissenschaftsskandal unserer Zeit gebe es kein Zurück mehr, denn der Skandal habe die Klimaforschung nicht nur in Verruf gebracht hat, er habe auch gezeigt hat, dass sich mafiöse Strukturen ausgebildet haben, in denen Wissenschaftler nicht nur kolludieren, um durch gegenseitige Peer Reviews ihre jeweiligen Beiträge in wissenschaftliche Zeitungen zu bringen, sondern auch dass dieselben Inhaber wissenschaftlicher Positionen Verlage erpressen, um Beiträge, die ihren eigenen Beiträgen kritisch gegenüberstehen, zu unterdrücken, er hat sich geirrt.

Wir leben im Jahr 2020 und es ist, als hätte es Climategate nie gegeben. Der Hockey-Stick von Mann wird immer noch propagiert. Die Datenfälschung geht unvermindert weiter. Die Erzählung, Menschen seien am Klimawandel schuld, sie hat durch die Erkenntnis, dass alle entsprechenden Behauptungen auf Lug und Betrug gebaut sind, keinen Schaden genommen.

Wie konnte es soweit kommen?

Stephen McIntyre und Ross McKitrik geben in einem Paper eine umfassende Antwort auf diese Frage (Climategate: Untangling Myth and Reality Ten Year Later). Wir haben die 33 Seiten gelesen und geben unseren Lesern unsere Zusammenfassung. Das Paper, in das man sich erst etwas einlesen muss, wenn man Climategate nicht mehr so parat hat, sei jedem empfohlen, der wissen will, wie ein Cover-up durch diejenigen funktioniert, die am menschengemachten Klimawandel verdienen und keinerlei Interesse daran haben, den Goldesel, den sie melken, dadurch zu gefährden, dass sie durchsickern lassen: “Es ist alles erstunken und erlogen”.

Weil wir bis hier soviel Text haben, hier ein zwei Abbildungen aus dem Beitrag von McIntyre und McKitrick. Beide gehören übrigens zu den frühesten und heftigsten Kritikern der angeblichen Theorie von Michael Mann. Sie haben schon frühzeitig gezeigt, dass die Arbeiten von Mann das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt sind und dass es entsprechend unverantwortlich ist, politische Empfehlungen, wie sie das IPCC gibt und ganze Politiken darauf zu gründen.

Jetzt zu den Abbildungen. Sie dokumentieren einen großangelegten Betrug.

 

Die beiden Abbildungen zeigen Fälschung (links) und Original (rechts). Dargestellt ist die Rekonstruktion der historischen Temperaturen, die zwischenzeitlich als Hockeystick bekannt geworden ist. Wie man sieht, ist die Mittelalterliche Warmzeit in beiden Rekonstruktion nicht vorhanden. In den geleakten Emails wird eingehend diskutiert, wie man die Mittelalterliche Warmzeit loswerden kann, weil sie die Aussage, dass Menschen an der Erwärmung der Erde schuld seien, stört.

unserer Diskussion von PAGES2K gezeigt, was für ein Humbug die entsprechende Rekonstruktion ist und dies an zwei Studien festgemacht, die aufgrund gleicher Daten zu einander widersprechenden Ergebnissen gelangen. McIntyre und McKitrick diskutieren in ihrer Arbeit die nämlichen Probleme und zeigen, wie die an der Klimawandel-Konspiration Beteiligten die Daten so manipuliert haben, dass das herauskommt, was sie zeigen wollen: globale Erwärmung im 20. Jahrhundert. Die beiden Abbildungen sind ein Niederschlag dieser Manipulation. Die Abbildung links findet sich als Beleg für von Menschen verursachte Erwärmung im Bericht des IPCC von 2001, die rechte Abbildung zeigt, was links ausgelassen wurde: Denn dieselben Daten zeigen einmal eine Erwärmung, einmal eine Abkühlung. Dass die Daten, die rechts noch ausgewiesen werden, im Bericht des IPCC gelöscht wurden, hat einen einfachen Grund, wenn schon für die Zeit, für die die meisten Datenpunkte vorliegen, widersprüchliche Ergebnisse erzielt werden, was bedeutet dies für die Vergangenheit im Hockey-Stick, die mit viel weniger Datenpunkten berechnet wurde:

“if the tree ring proxies gave inconsistent results in the 20th century, with a large population going the ‘wrong’ way, how could anyone preclude similar behavior in the past? (McIntyre & McKitrik 2019: 9)

 

Mann und seine Kumpane haben sich Jahrzehntelang geweigert, ihre Daten offenzulegen. McIntyre und McKitrick dokumentieren dies und wer es liest, der muss, angesichts der Unverfrorenheit mit der betrogen wird, frösteln. Mann und seine Kumpane haben sich auch geweigert, r2-Werte vorzulegen. Die Ausflüchte, die vorgebracht wurden, sind hinreichend dokumentiert. Forscher, die sich bemüht haben, nachzuvollziehen, was Mann und Konsorten berechnet haben, kamen regelmäßig mit derart schlechten Werten für r2 zurück (disastrously low), dass man annehmen muss, die Berechnungen von Mann und seinen Nachfolgern haben keinerlei Validität.

Die Tatsache, dass sein Modell keinerlei Anspruch auf Übereinstimmung mit der Realität erheben kann, war offenkundig auch Mann bewusst. Die berühmte “Dirty Laundry” Email, “Schmutzige Wäsche Email”, die in den geleakten Emails enhalten ist, dokumentiert dies eindrücklich. Darin schreibt Mann and Tim Osborn, der an der CRU in East Anglia sitzt (in unserer Übersetzung):

“p.s. Ich weiß, ich muss das vermutlich nicht ansprechen, ich tue es dennoch, um vollständige Klarheit in diesem Punkt zu haben: Ich stelle diese Daten für Deinen eigenen persönlichen Gebrauch zur Verfügung, weil Du ein vertrauenswürdiger Kollege bist. Gib’ die Daten also bitte an niemanden weiter ohne zuvor mit mir Rücksprache gehalten zu haben. Das ist nämlich die Art von “schmutziger Wäsche”, die man nicht in den Händen derer sehen will, die versuchen könnten, die Dinge zu verbiegen …”

Die Konspiration umfasst nicht nur Wissenschaftler, sie umfasst auch das IPCC. Die linke Variante der Abbildung, die letztlich Eingang in den Bericht des IPCC von 2001 gefunden hat, wurde schon 1999 vor dem Hintergrund der widersprüchlichen Ergebnisse, die in der rechten Abbildung noch ausgewiesen sind, diskutiert. Damals hat Chris Folland, der einen Teil des Berichts koordinierte, eine eMail and Mann, Jones und Briffa geschickt, die man als Aufforderung zur Fälschung von Daten verstehen kann (und muss?):

“A proxy diagram of temperature change is a clear favorite for the Policy Makers summary. But the current diagram (das rechte) with the tree rings only data somewhat contradicts the [Mann] multiproxy curve and dilutes the message rather significantly”.”

Die korrekten Daten verwässern also die Nachricht, die die Verantwortlichen des IPCC an die Politiker senden wollen. Also wurden die widersprüchlichen Ergebnisse gelöscht und im IPCC-Bericht eine Realität präsentiert, die es nicht gibt. Das nennt man Betrug.

Nicht nur zeigen die geleakten eMails, dass Daten gelöscht, verheimlicht, verschleiert, manipuliert wurden, sie zeigen auch, dass sich die verantwortlichen angeblichen Wissenschaftler sehr bewusst darüber waren, was sie tun. Ein Beispiel dafür ist “Mike’s [Mann] Nature trick”, der angewendet wurde, um aus den Daten rechts, die Daten links zu machen (Abbildung unten). Dazu schreibt Philip Jones in einer eMail an Michael Mann und Keith Briffa:

I’ve just completed Mike’s Nature trick of adding the real temps to each series for the last 20 years (ie from 1981) and from 1961 for Keith’s to hide the decline [Hervorhebung durch uns].”

Mike’s Nature Trick macht aus den Daten (rechts), die Fälschung (links).

Wir empfehlen unseren Lesern den umfassenden Beitrag von McIntyre und McKitrick und wollen an dieser Stelle nur in aller Kürze berichten, was sich dort auf rund 20 Seiten nachlesen lässt: das Reinewaschen der Täter durch ihre Universitäten.

 

“Q (Graham Stringer, MP): I find it a bit surprising, that you didn’t ask directly when a lot of the controversy had been about the request to delete e-mails. You didn’t personally ask Professor Jones … directly whether he had deleted those emails?
Sir Muir Russell: That would have been saying: ‘Did you commit a crime?’, and we would have had to go into a completely different area of the relationship and formal role for the inquiry”.

Mit anderen Worten, weil Muir Russel Angst hatte, die Antwort von Jones könnte einen Straftatbestand konstituieren, hat er die Frage, die diese Antwort zur Folge gehabt hätte, gar nicht erst gestellt. Eine Form der Aufklärung, deren Ziel darin besteht, nichts aufzuklären und die Zeit, die man mit Nichtaufklärung verbracht hat als Beleg für die Unschuld des Angeklagten zu verkaufen.

So als wäre nichts gewesen, wird auch 2020 die Erzählung der globalen Erwärmung verbreitet, werden Daten präsentiert, von denen bekannt ist, dass sie gefälscht, falsch, unvollständig oder manipuliert sind. Wenn es darum geht, eine Erzählung zu nutzen, um Menschen zu kontrollieren, ihre Freiheitsrechte zu zerstören und vor allem, zur Kasse zu bitten, dann ist offenkundig jede Lüge eine gute Lüge. Überlassen wir Steve McIntyre und Ross McKitrick das Schlusswort:

“The contemporary whitewashing and ultimate sanitization by climate academics is itself an interesting and mostly untold story. Climategate exposed bad practices; the fake inquiries whitewashed them, and now the story is being retold so the villains are not only innocent but are to be embraced as heroes. It is an almost classic example of what Alexander Pope famously observed in the Essay on Man (1733) nearly three centuries ago:

Vice is a monster of so frightful mien
As to be hated needs but to be seen;
Yet seen to oft, familiar with her face,
We first endure, then pity, then embrace.”

Der Beitrag erschien zuerst bei ScienceFiles hier

======================================================

==>  dazu auf EIKE auch :

https://www.eike-klima-energie.eu/2019/09/07/10-jahre-climategate-2009-2019-alles-schon-vergessen/

PDF  d a z u  :

Puls.19.9.Zehn.Jahre.ClimateGate.Puls

=============================================

 




Wer keine Argumente hat, lüge fabuliere einfach, dass die Argumente des „Leugners“ falsch sind. Das „Belegen“ der richtigen Gesinnung gelingt damit immer

Gift und Galle, wer nicht unserer Meinung ist

LOBBYPEDIA: [1] Die Bundesinitiative Vernunftkraft e. V. (Vernunftkraft) ist ein Dachverband von Anti-Windkraft-Initiativen und ihren Landesverbänden, der sich für die Abschaffung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und den Stopp des Ausbaus von Windkraft und Photovoltaik einsetzt. Dagegen sollen Kohle- und Kernkraftwerke weiter genutzt werden. Die Argumentationsmuster der Vernunftkraft-Repräsentanten stimmen weitgehend mit denen überein, die von Leugnern des menschengemachten Klimawandels (Klimaleugner) und deren Organisationen vertreten werden …

Dass LOBBYPEDIA Recht hat, ist gut belegt …

LOBBYPEDIA: [1] Zentrale These steht im Widerspruch zu Erkenntnissen des Bundesumweltamtes
Vernunftkraft behauptet, dass der Ausbau der Windkraft keinen messbaren Einfluss auf das Klima hat.
[29]
Dagegen stellt das Bundesumweltamt in einer Studie vom Mai 2019 fest: „Da die Nutzung der Windenergie an Land…aufgrund des hohen Treibhausgasminderungspotenzials, niedriger Stromgestehungskosten und geringer Flächeninanspruchnahme eine der tragenden Säulen der Energiewende darstellt, ist ein stetiger Zubau installierter Kapazität auch im Hinblick auf die zu erreichenden Klimaschutzziele dringend geboten“.
[30] … Auch in der Studie „Wege in eine ressourcenschonende Treibhausneutralität“ vom November 2019 kommt das Umweltbundesamt zu dem Ergebnis, dass der Ausbau erneuerbarer Energien aus Klimaschutzperspektive unabdingbar ist.[31]
Der sich abzeichnende Flächenengpass zur tatsächlich nutzbaren Fläche für die Windenergie an Land sei schnell durch höhere Ausweisungsziele in den Ländern und Regionen zu beheben, um die Erreichung der Klimaschutzziele mittelfristig zu gewährleisten.

… nur nachsehen darf man die „Belege“ nicht

Was behauptet der Verein „Vernunftkraft“, das LOBBYPEDIA so in Rage bringt?
Das Zitat (29) führt zu der folgenden Darstellung: Vernunftkraft: Mission Statement – Unser Antrieb (Bild 1)

Bild 1 [3] (29) Die laut LOBBYPEDIA vom Verein Vernunftkraft getätigten, Klimawandel-Leugner-Aussagen

Dazu textet LOBBYPEDIA: … steht im Widerspruch zu Erkenntnissen des Bundesumweltamtes. Vernunftkraft behauptet, dass der Ausbau der Windkraft keinen messbaren Einfluss auf das Klima hat …
Als Beleg ist dazu angegeben:
LOBBYPEDIA: … Dagegen stellt das Bundesumweltamt in einer Studie vom Mai 2019 fest: „Da die Nutzung der Windenergie an Land…aufgrund des hohen Treibhausgasminderungspotenzials, niedriger Stromgestehungskosten und geringer Flächeninanspruchnahme eine der tragenden Säulen der Energiewende darstellt, ist ein stetiger Zubau installierter Kapazität auch im Hinblick auf die zu erreichenden Klimaschutzziele dringend geboten“.[30] … Auch in der Studie „Wege in eine ressourcenschonende Treibhausneutralität“ vom November 2019 kommt das Umweltbundesamt zu dem Ergebnis, dass der Ausbau erneuerbarer Energien aus Klimaschutzperspektive unabdingbar ist.[31]

Wer so wie LOBBYPEDIA hier „mit Steinen wirft“, hat seine Argumentation sicher hieb- und stichfest abgesichert. Denn schließlich ist die Hinterlegung öffentlich. Ob es so ist, wollen wir deshalb nachsehen.

In der Darstellung von LOBBYPEDIA selbst wird allerdings nicht „belegt“, oder gar argumentiert, sondern weiter auf Information des Umweltbundesamtes verwiesen.

Also ist man genötigt, darin die „sichere Belegführung“ zu suchen:
Im ersten „Belegdokument“ (30) steht allerdings überhaupt nichts zur Klimawandel-Belegführung. Es ist eine typische Darstellung nicht mehr zu diskutierender (angeordneter) Notwendigkeit und Segen der Ökoenergie, welche jedem Öko-Lobbyverein zur Ehre reichen würde.
Über den von LOBBYPEDIA zitierten Fehler „Vernunftkraft behauptet, dass der Ausbau der Windkraft keinen messbaren Einfluss auf das Klima hat“, findet sich im gesamten UBA-Dokument nicht die Spur einer Spur an Information. Gelistet sind lediglich überall zu lesende Gemeinplätze. Dabei (für ein Bundesamt) eher perfide (aber dem darin „erlaubtem“ Niveau wohl angemessen): Die Ergebnisse einer Meinungsbefragung werden wie eine wissenschaftliche Aussage „verkauft“:
Link (30), Umweltbundesamt: Hintergrund: [2] Die Notwendigkeit des Ausbaus der erneuerbaren Energien wird von der überwiegenden Mehrheit der deutschen Bevölkerung anerkannt. Nach einer Umfrage vom Juli 2017 halten 95 % der Deutschen eine stärkere Nutzung und Ausbau regenerativer Energieträger für wichtig bis außerordentlich wichtig.
…. Da die Nutzung der Windenergie an Land jedoch aufgrund des hohen Treibhausgasminderungspotenzials, niedriger Stromgestehungskosten und geringer Flächeninanspruchnahme eine der tragenden Säulen der Energiewende darstellt, ist ein stetiger Zubau installierter Kapazität auch im Hinblick auf die zu erreichenden Klimaschutzziele dringend geboten.
… Die Windenergiebranche zählt deutschlandweit über 160.000 direkt und indirekt Beschäftigte und trägt somit unmittelbar zu unserer wirtschaftlichen Entwicklung bei [47]. Die Stromgestehungskosten moderner WEA liegen heute bereits auf dem gleichen Niveau wie jene neuer Braunkohlekraftwerke, an guten Standorten sogar darunter. Unter Berücksichtigung der hohen Umweltkosten der Braunkohleverstromung verstärkt sich dieser Effekt um ein Vielfaches. Zudem steigert der inländische Ausbau der Windenergienutzung die Unabhängigkeit von ausländischen Energieimporten sowie von endlichen fossilen Rohstoffen.
Das wichtigste Argument für einen entschiedenen Ausbau der Windenergie bleibt jedoch der Klimawandel, der eine reale Bedrohung unserer Lebensgrundlagen darstellt.
Vor diesem Hintergrund ist eine Umstellung der Energiewirtschaft auf treibhausgasarme, regenerative Energieträger unumgänglich. Die Windenergie kann und muss hier einen noch stärkeren Beitrag leisten …

Im zweiten, angeführten Link zum UBA kommt wieder ein Dokument. Dieses unterscheidet sich in der Machart und Tendenz unwesentlich vom Ersten: Keine Hintergrundinformation, nur einleitende Schlagwörter um die folgende Öko-Lobbydarstellung zu „rechtfertigen“.

Und damit lässt auch dazu vermerken: Über den von LOBBYPEDIA zitierten Fehler „Vernunftkraft behauptet, dass der Ausbau der Windkraft keinen messbaren Einfluss auf das Klima hat“, findet sich auch in diesem UBA-Dokument nicht die Spur einer Spur an konkreter Information.
Eine solche kann natürlich in irgendeinem der darin wiederum zitierten Unterdokumente zu finden sein. Von einer Behörde mit ca. 1500 gut bezahlten „Fachpersonen“ darf man jedoch erwarten, in „Argumentationspapieren“ den Lesern wenigstens wichtigstes Hintergrundwissen etwas aufzubereiten.
Dieses „aufbereitete Hintergrundwissen“ beschränkt sich allerdings auf die sinngemäße Information:
Deutschland hat einen Vertrag unterschrieben, in dem steht: CO2 = Klimagift und muss ohne Rücksicht auf Kosten oder einen Restverstand verhindert werden. (Niemand außer) Deutschland nimmt seine Unterschrift sehr ernst und wird als Vorbild für die Welt sich lieber zerstören, als diese (für die Unterzeichnerstaaten unverbindliche) Vereinbarung in Frage zu stellen. In Frage stellt Deutschland dazu, ob die Demokratie als Staatsform bleiben sollte, sofern die sich nur aufgrund selbst erklärter Not auferlegte CO2-Reduktion nicht wie angeordnet umgesetzt werden kann …
Link (31), Umweltbundesamt November 2019: [5]Wege in eine ressourcenschonende Treibhausgasneutralität
Die globalen Treibhausgasemissionen steigen trotz wachsender Klimaschutzmaßnahmen weiter an …Hiermit einhergehend sind bereits vier von neun planetaren Belastungsgrenzen überschritten (zum Klimawandel …. Schnelles Handeln ist erforderlich, um zu vermeiden, dass wir an einen Punkt kommen, an dem wir uns unserer natürlichen Grundlagen berauben. Um dem entgegen zu treten, ist eine grundlegende Transformation im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung dringend erforderlich. Dabei sind alle Bereiche des Handelns und Wirtschaftens betroffen.
… Vor diesem Handlungsdruck und angesichts der offenkundigen Wechselwirkungen zwischen Klima- und Ressourcenschutz werden in der RESCUE-Studie sechs verschiedene Szenarien zur Beschreibung der Lösungs- und Handlungsspielräume für den Weg in eine ressourcenschonende Treibhausgasneutralität in Deutschland betrachtet …

Doch nachrechnen kann man es

Bis jetzt ist die von LOBBYPEDIA zitierte Meldung „Vernunftkraft behauptet, dass der Ausbau der Windkraft keinen messbaren Einfluss auf das Klima hat“,
immer noch nicht „belegt“. LOBBYPEDIA hat erkennbar auch kein Interesse daran, tiefer zu schürfen oder gar selbst den dazu erforderlichen, einfachen Dreisatz anzuwenden. Gift zu spucken ist ja viel einträglicher und leichter, bringt in der deutschen, politischen Landschaft mit Sicherheit auch mehr Ehre, als zuzugeben, wenn ein Kritiker Recht behält.

Der Autor macht es jedoch für sie und auch die vielen, hochbezahlten „Fachpersonen“ des UBA und schätzt ab, wie hoch der „messbare Einfluss“ der Windkraft auf das Klima sein könnte:

Was spart die Windkraft in Deutschland an CO2 ein? Das UBA gab für 2017 dazu an:
Umweltbundesamt, Climate Change 23/2018: [4] … (Daten für 2017) Von den erneuerbaren Energieträgern liefert die Windenergie den größten Beitrag zum Klimaschutz. Durch die Stromerzeugung aus Onshore-Windkraft wurden Treibhausgase in Höhe von ca. 59,64 Mio. t CO2-Äq …
Die Stromerzeugung der deutschen Offshore-Windparks vermied Treibhausgasemissionen in Höhe von ca. 11,9 Mio. t CO2-Äq …

Mit diesen Angaben lässt sich der Einfluss auf die Globaltemperatur grob abschätzen:

Bild 2 Abschätzung der globalen Temperaturminderung durch die Windkraft von Deutschland. Quelle: Autor

Die gesamte Windkraft von Deutschland hat (beim Ausbaustand von 2017) auf die Globaltemperatur im Jahr 2100 einen:
-Reduktionseinfluss von maximal: 0,0055 Grad,
-eher jedoch in der Größenordnung von maximal 0,00185 Grad (multipliziert mit dem zukünftigen Ausbau).

Eine sorgfältig geeichte Wetterstation bietet eine Absolutgenauigkeit von +-0,2 Grad, bei Differenzwerten sei es doppelt so genau, also +-0,1 Grad zu messender Unterschied.
Diese fiktive Genauigkeit gilt nicht für die Globaltemperatur (Behauptung des Autors), auch wenn Behörden und Personen des PIC diese teils auf zwei Stellen nach dem Komma ausweisen und ein Hundertstel Grad mit einer Toleranz von +-0,05 °C als „ausmessbare Globaltemperatur“-Differenz publizieren [7].

Aber sei es drum: Die durch deutsche Windkraft erzielbare, globale Temperaturverringerung ist beim besten Willen selbst als Differenz nicht einmal im Jahr 2100 entfernt messbar!

Und nun vergleiche man die beiden Aussagen

LOBBYPEDIA: „Vernunftkraft behauptet, dass der Ausbau der Windkraft keinen messbaren Einfluss auf das Klima hat“
Vernunftkraft:dass der Ausbau von Windkraft-, Photovoltaik- und Biomasseanlagen … (durch) Klimaschutz gerechtfertigt wird, jedoch weder mit dem einen noch mit dem anderen wissenschaftlich begründet werden kann ... „
Selbstverständlich liegt „Vernunftkraft“ falsch: Zur Belegung braucht man keine Wissenschaft, es reicht einfacher Grundschul-Dreisatz aus.

Aber selbst solches Wissen ist erkennbar anstrengender, als einfach Gift und Galle zu spucken …

Jetzt fragt sich vielleicht mancher: Wieso schreibt so etwas eine solche Seite? Eine Information gibt den Hinweis:
[6] … Das vom Verein „LobbyControl e.V.“ betriebene Online-Lexikon „Lobbypedia“ nimmt die Mächtigen genau unter die Lupe: …. Nutzer können auf der Wiki-Plattform ihr Wissen zusammentragen und veröffentlichen, dieses wird nach Kategorien wie Branchen, Lobby-Phänomenen aber auch Akteuren und politischen Ereignissen geordnet und ermöglicht so die Recherche sowohl nach Sachgebieten, als auch nach Personen.
… Prinzipiell kann bei diesem Wiki jeder mitmachen, die Redaktion hat jedoch ein ausgefeiltes Regelsystem entwickelt, um die Qualität zu sichern. Einträge werden mit Quellen belegt und sind sachlich dargestellt …

Es ist also wohl ähnlich wie bei WIKIPEDIA: Jemand kann anonym sein „Wissen“ hinterlegen und damit seine Politik betreiben. Passt diese in das „Schema“, scheinen – wie bei Wikipedia – alle „Prüfmechanismen“ (sofern solche überhaupt vorliegen) zu versagen.

Quellen

[1] LOBBYPEDIA: Vernunftkraft

[2] (30) Umweltbundesamt: Hintergrund // Mai 2019 Technische Maßnahmen zur Minderung akzeptanzhemmender Faktoren der Windenergienutzung an Land

[3] (29) Vernunftkraft: Mission Statement – Unser Antrieb

[4] Umweltbundesamt, Climate Change 23/2018: Emissionsbilanz erneuerbarer Energieträger Bestimmung der vermiedenen Emissionen im Jahr 2017

[5] (31) Umweltbundesamt November 2019: Wege in eine ressourcenschonende Treibhausgasneutralität – RESCUE Kurzfassung

[6] GRIMME Institut: Grimme Online Award 2012 Lobbypedia

[7] SciLogs: Verwirrspiel um die absolute globale Mitteltemperatur