SZ: Bauern­aufstand (Teil 2)

Im ersten Teil ging es vorwiegend um allgemeine Probleme des Biolandbaus, sowie um die enormen, positiven Auswirkungen des Klimawandels auf die Ernteerträge, vor allem auch in Deutschland.

Wenn es die Erträge nicht sind, was ist es dann?

Wenn das Wetter Ernten nicht oder wenig schädigt, dann machen es andere Begleiterscheinungen der „ach so gütigen“ Natur:
Wie war es früher: [3] … in Grund für das schlechte Verhältnis war die ständige Bedrohung durch Schädlinge und Pflanzenkrankheiten. In einigen Jahren wurden bis zu 50% der Ernte vom Wild zerstört. Dazu kamen Heuschrecken, Käfer, Mäuse, Pilzkrankheiten …
WIKIPEDIA: Die als Große Hungersnot in die Geschichte eingegangene Hungersnot zwischen 1845 und 1849 war die Folge mehrerer durch die damals neuartige Kartoffelfäule ausgelöster Missernten, durch die das damalige Hauptnahrungsmittel der Bevölkerung Irlands, die Kartoffel, vernichtet wurde … Infolge der Hungersnot starben eine Million Menschen, etwa zwölf Prozent der irischen Bevölkerung …
WIKIPEDIA: Die aus Nordamerika stammende Blattlaus-Verwandte wurde in den 1860er Jahren durch Rebstöcke von der Ostküste Amerikas über London ins südliche Frankreich eingeschleppt (ab 1863 nachgewiesen) und breitete sich in der Reblausinvasion rasant von dort über sämtliche europäische Weinbaugebiete aus. In der Folge kam es im europäischen Weinbau zu dramatischen Verwüstungen, der sogenannten „Reblauskrise“ oder „Reblauskatastrophe“.

Wer als Bauer einem Redakteur sagt, das dürfe heutzutage ja wohl nicht mehr so sein, – vielleicht, weil eine abgebrochene Theologiestudentin der GRÜNEN die Natur „besprochen“ hat (Bild) -, sollte diesem Beruf fern bleiben. Macht man aber nicht, sondern prozessiert, damit alle Bürger für die vollkommen unsinnige und nutzlose CO2-Vermeidung immense Summen bezahlen sollen, zusätzliche Begründung:
SZ: [1] „... doch die Kirschfruchtfliege hat für die Bäume vor drei Jahren das Aus bedeutet. Mit global steigenden Temperaturen … Biologischen Schutz gegen die Fliege gibt es nicht und Pestizide sind im Ökolandbau nicht erlaubt … früher waren unsere Kirschen garantiert madenfrei

Nun ist die Kirschfliege wirklich ein großes Problem. Nur hat es mit einem Klimawandel wohl weniger zu tun. Die im SZ-Artikel angesprochenen, plus 1 Grad Erwärmung in den letzten 30 Jahren ist auch für diese Fliege nicht wirklich viel und kann nur wenig Ursache der dortigen Verbreitung sein. Aber die Städte und selbst Randgebiete bekommen durch die Urbanisierung wesentlich höhere Inseltemperaturen [7]. Die dort (auch privat) gepflanzten Obstbäume sind damit ein ideales Brut- und Ausbreitungsgebiet solcher mehr Wärme liebender, teils eingeschleppter Arten.

Bild 11 Wärmeinseleffekt in Städten [7]

Wer behauptet, durch eine Billiarden über Billiarden kostende, weltweite CO2-Reduzierung mit vielleicht (selbst das ist nicht im Ansatz gesichert) wenigen Zehntel Grad Schadfliegenprobleme lösen zu können, hat einfach eine Klatsche im Kopf. Bei einer urbanen Wärmeinsel-Erwärmung latenter Brutgebiete, beginnend bei 3 … 4 Grad und bis 8 … 9 Grad reichend ist diese – hypothetische – Temperaturverringerung vollkommen bedeutungslos.
Einem SZ-Redakteur würde eine solche Betrachtung aber nie einfallen und Greenpeace schon gar nicht, denn dieser NGO lebt schließlich davon.

Aber auch aus einem anderen Grund würde es überhaupt nichts nützen. Es gibt inzwischen eine neue, eingeschleppte Kirschfliegenart, die „Kirschessigfliege“, welche sich auch bei niedrigeren Temperaturen noch „wohlfühlt“ und viel schlimmer als die bisher in Europa verbreitete wirkt, und gegen die eine Erwärmung fast hilfreich wäre:
… Die Kirschessigfliege richtet aber den weitaus größeren Schaden an, da sie sich unglaublich schnell vermehrt: Bei einer Entwicklungszeit von gerade einmal acht bis vierzehn Tagen sind zehn bis dreizehn Generationen pro Saison möglich …
WIKIPEDIA: Die Kirschessigfliege bevorzugt gemäßigtes Klima. Temperaturen von 30 °C schränken die Aktivitäten und über 32 °C auch die Vermehrung ein. Damit sind große Teile Europas für eine Ansiedlung geeignet. Eine Einschränkung der Entwicklung dürfte es lediglich in sehr heißen Gebieten Südeuropas und in Teilen Nordeuropas geben …

Der betroffene Bauer spricht im SZ-Artikel dazu jedoch ein Thema an: „Pestizide sind im Ökolandbau nicht erlaubt“.
Wer sich der Möglichkeit einer Schädlingsbekämpfung selbst beraubt, bekommt eben auch wieder die Probleme der Altvorderen; da kann die Natur gnadenlos sein.
Ob diese Kirschen früher „garantiert madenfrei“ waren, mag sein, da die (alte) Kirschfliege im Norden wenig auftrat:
Ökolandbau: Ökologischer Anbau von Süßkirschen
… In Norddeutschland, nördlich von Hannover, taucht die Kirschfruchtfliege selten auf …
Spätestens seit 2007 gibt es sie aber auch dort, wie es ein alter Zeitungsartikel ausweist:
Hamburger Abendblatt 21.05.07: Altes Land: Bauern in Angst vor der Kirschfruchtfliege
Die europäische Kirschfruchtfliege ( Rhagoletis cerasi ) war bisher eher im Süden verbreitet. Doch im vergangenen Jahr ist sie auch an verschiedenen Stellen in Hamburg und im Umland aufgetaucht. Klopp: „Die Ursache für ihr Auftreten ist uns noch unbekannt. Vielleicht sind die Tiere mit Früchten eingeschleppt worden. Denn eigentlich können sie in unseren nassen, marschigen Böden nicht überleben.“ Die erwachsenen, vier Millimeter großen, schwarzen Fliegen mit der charakteristischen gelben Zeichnung legen jeweils ein Ei in die reifenden Früchte der Kirschen. Die entwickelnden Larven fressen das Fruchtfleisch, wodurch es oft auch zum Verfaulen der Früchte kommt. Die Maden verlassen die Frucht, um sich im Boden zu verpuppen. Und genau hier machten ihnen bisher die Bodenverhältnisse und das Klima im Alten Land einen Strich durch die Rechnung. Zu kalt, zu nass.
… Durch wärmeres, trockeneres Wetter könnte sich dieses aber ändern. „Im Hamburger Stadtgebiet, wo es deutlich wärmer und trockener ist, hatte ich im vergangenen Jahr einen extremen Anstieg von Anfragen zu Kirschfruchtfliegen“
Im Alten Land hofft man darauf, dass die Fliege auch weiterhin ihren Entwicklungszyklus nicht vollenden kann. Klopp: „Doch wir wollen vorbereitet sein und notfalls rechtzeitig Mittel zur Bekämpfung einsetzen.

In der Oberrheinebene (laut dem Bericht bis zur Höhe von Hannover) war sie schon „immer“ eine Plage und wird zum Beispiel in der Oberrheinebene nachweislich seit 1952 intensiv bekämpft [6].
Leider steht im SZ-Artikel nicht, ob es sich nicht etwa um die neu eingewanderte Fliegenart handelt, welche sich ja in ganz Deutschland verbreitet (in den USA bis zur Grenze mit Kanada).
Nun zeigen die Kirschfliegen typische Probleme im Obstbau auf, weshalb es sich lohnt, ein wenig mehr darüber zu lesen.

Kirschfliegen …

… eine teils selbst gemachte Tragödie: Einmal durch die Wünsche der Verbraucher und des Handels und dazu auch durch die sich selbst auferlegten Verbote der Biobauern:
[2] Es ist eine Tragik. Ausgerechnet die robustesten, wohlschmeckendsten, bekömmlichsten, platzfestesten und am wenigsten von Maden befallenen alten Süßkirschsorten früherer Zeiten sind heute nicht nur aus dem Erwerbsobstbau komplett verschwunden, sondern sind auch in den Baumschulen nicht mehr zu kaufen und spielen in der Züchtung kaum eine Rolle.
Eine Entwicklung mit gravierenden Folgen für Konsumenten und Umwelt: Denn während die Frühkirschen kaum von den Maden der Kirschfruchtfliege befallen werden, sind gerade die späten Knorpelkirschen am stärksten heimgesucht (in Norddeutschland ab der 4.-5. KW, in Süddeutschland teils schon ab der 3. KW). Die Folge „Kirschen aus deutschen Landen“ werden im konventionellen Anbau regelmäßig mit Insektiziden gegen die Kirschfruchtfliege behandelt – die letzte Spritzung oft noch bis vor der Ernte (Perfektion aktuell bis drei Wochen, Mospilan bis eine Woche vor der Ernte!). Und die Kirschen, die aus südlichen Ländern in unserer „Frühkirschenzeit“ bei uns auf den Markt kommen, sind als – dort spät reifende – Sorten selbstverständlich ebenfalls mit Insektiziden behandelt. Sollten diese Mittel ihre Zulassung verlieren (was zwischenzeitlich der Fall schien), bekommt auch der konventionelle Erwerbs-Kirschenanbau Probleme mit der Beherrschung dieses lästigsten Schädlings im Kirschanbau.
Der Biologische Anbau, der chemisch-synthetische Spritzmittel nicht verwenden darf, krankt daran, dass er bis heute noch keine „hundertprozentig“ wirksame Methode gegen die Kirschfruchtfliege entwickelt hat. Daher wären frühreifende Kirschsorten für den Bio-Anbau (zumindest für die Direktvermarktung) ein Ausweg – umso mehr, als einige der früh reifenden „weichen“ Sorten ganz nebenbei auch weniger platzanfällig sind als die späteren Knorpelkirschen.

Die Altvorderen litten darunter, denn sie hatten keine Lösung. Der altvordere moderne Biolandbau verbietet sich selbst Lösungen

Das grüne Lexikon HORTIPENDIUM: Kirschfruchtfliegen
Ein ökonomisch wichtiges Problem ist Rhagoletis cerasi insbesondere im biologischen Landbau. Zur Zeit gibt es keine wirksame Lösungsstrategie und kein wirksames Verfahren.

Zeit Online 26. Juli 2012: Die Rettung der Ochsenherzkirsche
Der langjährige Fokus der Züchter auf Größe und sattes Rot mache insbesondere den Ökobauern große Probleme …
Die neuen Züchtungen seien extrem krankheits- und schädlingsanfällig, dürften im Biolandbau aber nicht mit Chemikalien behandelt werden. Er möchte nun spezielle Sorten für Biobauern auf den Markt bringen.
… Gegen die Kirschfruchtfliege wiederum, die das Dorf seit einigen Jahren heimsucht, hilft es, besonders auf frühreife Sorten zu setzen. Die Made des Schädlings kriecht von Ende Juni an in die Früchte und macht sie unverkäuflich. Sorten aber, die früher reifen, werden von ihr nicht befallen.

Zu beachten ist dabei, dass es inzwischen zwei Sorten Kirschfliegen gibt, die weit schlimmere ist erst vor Kurzem nach Europa gekommen:
StMELF, LfL Bayern: Sicherstellung des Kirschanbaus in Bayern
Die aus dem asiatischen Raum eingewanderte Kirschessigfliege Drosophila Suzukii stellt eine starke Bedrohung für den gesamten heimischen Obstbau dar. Sie befällt neben Süß- und Sauerkirschen alle weichfleischigen Obstarten und wird als äußerst gefährlicher Schädling eingestuft.
Aufgrund ihrer kurzen Entwicklungszeit und
mehrerer Generationen in Folge kann sie sich in der Obstanlage explosionsartig vermehren und einen nahezu vollständigen Ertragsausfall verursachen. Das zeigte sich bereits ab dem Jahr 2009 in Obstanlagen in Spanien, Südfrankreich und Italien. Im Jahr 2014 verursachte die Kirschessigfliege unerwartet hohe Schäden in bayerischen Obstkulturen. Besonders betroffen waren Süß- und Sauerkirschen, Zwetschgen, remontierende Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren und Heidelbeeren sowie Holunder.

Interessant ist, dass die hochgefährliche, neue Kirschfliege, bei höheren Temperaturen und Trockenheit dezimiert wird. Das Klimawandel-Argument damit vollkommen daneben liegt:
Julius Kühn Institut: Die Kirschessigfliege Drosophila Suzukii Matsumura 1931
Die Kirschessigfliege Drosophila suzukii ist ein invasiver Schädling, der seit 2008 in Europa auftritt. Die Art gehört zu den Obst-, Essig- oder Taufliegen (Diptera: Drosophilidae) und stammt ursprünglich aus Asien. Im Jahr 2011 wurde sie erstmals in Deutschland nachgewiesen und ist seit 2014 im gesamten Bundesgebiet verbreitet. Sie belegt im Gegensatz zu unseren heimischen Arten gesunde, kurz vor der Ernte stehende Früchte mit Eiern, bevorzugt Steinobst und Beerenfrüchte. Die Vielzahl der Wirtspflanzen, der kurze Generationenzyklus und die hohe Vermehrungsrate machen D. suzukii zu einem sehr gefährlichen Schädling, der zu enormen Ernteausfällen führen kann.
… Der optimale Temperaturbereich liegt zwischen 20 und 25 °C. Außerdem ist eine hohe Luftfeuchtigkeit (> 60 %) förderlich.
Bei über 30 °C sowie geringer Luftfeuchte nimmt die Aktivität stark ab

Der Apfelwickler …

Es gibt sicher nichts mehr auf dieser Welt, an dem nicht der Klimawandel mindestens eine gehörige Teilschuld hätte. Wenn die Kirschfliegen nicht reichen, kommt der Apfelwickler dazu:
SZ: [1]: … Das Werk des Apfelwicklers. „Diesen Schädling gibt es hier schon lange, Früher gab es aber pro Saison nur eine Generation … dieses Jahr vermehre sich der wärmeliebende Schädling schon zum dritten Mal. Kein Wunder, die Durchschnittstemperatur im Alten Land ist in den vergangenen 30 Jahren um ein Grad gestiegen

Hortipendium: Generationen
… In Regionen mit warmen Klimaten, wie z.B. die Pfalz und Rheinhessen, tritt der Apfelwickler in zwei vollständig ausgeprägten Generationen auf (bivoltine Generation). In Regionen mit weniger günstigen Klimaten wie z.B. das Alte Land, macht er mindestens eine vollständige Generation, kann dort aber auch in Jahren mit warmen Frühsommern mit einer zweiten zumindest partiellen Generation auftreten, die zu erheblichen Ertragsausfällen führen kann.
… Die Larven sind unempfindlich gegenüber strengen Frösten.

NDR Ratgeber 01.09.2019: Der Norden im Klimawandel Wie der Klimawandel den Obstanbau verändert
Das betrifft auch die Strategien gegen Schädlinge, die am Esteburg Obstbauzentrum entwickelt werden. Die veränderten klimatischen Bedingungen kommen zum Beispiel dem Apfelwickler entgegen, ein Nachtfalter, dessen Larve sich als Made ins Innere der Äpfel bohrt – sie gilt als einer der größten Obstschädlinge Europas. Produziert der Apfelwickler in normalen norddeutschen Sommern nur eine Larvengeneration, gelang ihm zuletzt in warmen Sommern noch eine zweite. „Eine zweite Larvengeneration kann bereits unter den jetzigen Klimabedingungen den Fruchtbefall vor der Ernte verdoppeln“, heißt es in einer Studie zur Anpassung des Obstbaus der Niederelbe an den Klimawandel

Über die berichteten, drei Generationen des Apfelwicklers fand google keine Fundstelle. Über die aktuelle Apfelernte, welche laut dem Klagelied der Biobauern im „Alten Land“ so desaströs ausfiel, berichtete der NDR kürzlich:
Gute Ernte für 2019 erwartet
… Im Alten Land stehen die Zeichen auf Ernte: Die Frühäpfel sind bereits reif, Anfang September beginnt die Saison der Hauptapfelsorten wie Holsteiner Cox und Elstar. Die Obstbauern erwarten Erträge von rund 265.000 Tonnen, das sei etwas weniger als der Durchschnitt von rund 290.000 Tonnen, sagt Dr. Matthias Görges vom Esteburg Obstbauzentrum Jork. Die Fruchtqualität sei allerdings sehr gut.
Da es genug Sonnenstunden gegeben habe, hätten die Früchte genügend Zucker bilden können: „Die Äpfel schmecken!“

Eigentlich müsste das Wetter der letzten zwei Jahre den Apfelwickler im Norden eher eingedämmt haben: Denn angeblich gibt es immer mehr Wind und weniger Feuchte, genau das, was diese Fliege nicht leiden kann:
WIKIPEDIA: Apfelwickler Lebensweise: Apfelwickler bildet zwei Generationen im Jahr, die erste fliegt hauptsächlich im Mai und Juni, die zweite im August und September. Optimale Bedingungen für den Flug findet der Apfelwickler während der Abenddämmerung. Vor allem an warmen, windstillen Abenden um 20 °C und bei feuchtem Wetter sind die Apfelwickler besonders aktiv.

Wie ideologisch Hirnverbrannt muss man dazu sein

Unabhängig davon, wie viel Anteil das sich stetig verändernde und zum Glück etwas wärmer gewordene Klima an den Problemen der sich beschwerenden Biobauern hat, zu verlangen, dass sich nun alle Bürger Deutschlands für die extrem teuer werdende CO2-Minderung zwangsverpflichtet werden sollen und zu behaupten, dass es (noch) nicht gemacht wird, wäre Schuld an den aktuellen Problemen von Ökobauern im Obstanbau, ist (rein private Ansicht des Autors die niemand teilen muss) eine reine Zumutung, mindestens an den Verstand.
SZ: [1] „... Schuld an der Misere ist nach Ansicht Blohms der Klimawandel – und die Bundesregierung, weil die nicht genug für den Schutz des Klimas tut. Deshalb hat die Bauernfamilie zusammen mit zwei anderen Familien und Greenpeace die Bundesregierung verklagt ... “

Leider finden solche Pseudoargumentationen neben der Süddeutschen Zeitung unsere Regierung und alle Altparteien toll und legen großen Wert darauf, es auch konsequent umzusetzen.

CSU: Weichstellung für die Zukunft

Sogar die CSU, lange Zeit noch ein kleiner Hort von Restvernunft im deutschen Politikchaos prescht dabei vor. Herr Söder hat beschlossen, nicht wie sein Vorgänger als schnöder und allseits verlachter Bettvorleger von Frau Merkel zu enden und auch nicht als Frau Merkels „Darmwurm“, wie Herr Altmaier, der in Talkshows sitzt, sich von GRÜNEN beschimpfen lässt, dass dass seine WirtinChefin nicht genug gegen das Klima tut, sich windet und damit entschuldigt, das liege nur an den Zwängen der leidigen Regierungsarbeit, die noch nicht ganz überwunden wären: aber er arbeite fleißig und unermüdlich, damit sich das GRÜN wie gewünscht schneller bessert.
Deshalb ist er gleich ganz in ihr Bett gehupft und setzt ihre Politik, „grüner zu sein als die GRÜNEN“ konsequent um. Deren Devise „meine Politik beruht nicht auf Sachverstand … “, übernahm er mit der gleichen Konsequenz.

Im ganz aktuellen, auf der CSU-Homepage hinterlegtem Klimaschutz-Infodokument steht als Begründung für die mit 100 % Zustimmung beschlossenen Klimamaßnahmen lediglich:
Topaktuell CSU 7. September 2019 Weichstellung für die Zukunft
„Wir reden nicht nur, wir handeln!; „Mit unserer Klimastrategie antworten wir auf die Herausforderungen des Klimawandels; „Wir setzen auf Klimastrategie …
Selbstverständlich sollen auch GRÜNE Maximalforderungen mindestens erfüllt werden:
„ Klimaschutz als Staatsziel in das Grundgesetz und die Bayerische Verfassung aufnehmen …“
Wer käme auch darauf, für die vielen, teuren Maßnahmen tiefer gehende Begründungen zu erwarten? Benötigt niemand, denn die Vorteile sind doch für jeden einleuchtend: „Wir setzen auf eine Klimastrategie, die umfassend angelegt ist und verbindet“. Selbstverständlich ist das, was Frau Merkel unisono vorbetet, auch nun auch in Bayern Gesetz: „Wir sind Vorreiter …

Im gesamten CSU-„Richtungspapier“ beschränken sich alle „Klimamaßnahmen“ alleine und ausschließlich auf CO2-Minderung:
Klimaschutzmechanismus: CO2-Begrenzung …
Ein Beleg, dass man sich unisono auf das Fachniveau der GRÜNEN herunter-reduziert hat.

Dass sowohl der Forcingwert, wie auch die Senkenmengen regelmäßig weit günstiger kalkuliert werden:
kaltesonne: Die Sonne im Juli 2019: Die Erde wird grüner – die ausbleibende Katastrophe
EIKE 22. Februar 2019: Weltklimarat IPCC zum CO2 : „Alles halb so schlimm!“
ist (nicht nur) bei der CSU nicht angekommen. Macht nichts, bei allen anderen, etablierten Parteien ja ebenfalls nicht.

Die Bürger sollen damit aber so richtig happy gemacht werden, denn es nützt ihnen ja auf jeden Fall:
Unser Klimaschutzkonzept ist ein wichtiger Motor für die Konjunktur
Bedeutet nichts anderes, als dass alle Bürger viel, viel Geld für unsinnigste Maßnahmen auszugeben haben, damit die Ökoprofiteure sich weiterhin risikolos goldene Nasen verdienen können.

Auch der „notwendige“ Professor äußert sich

SZ: [1]: Christoph Müller, Leiter Institut für Pflanzenökologie der Uni Gießen: „ Die Folgen des Klimawandels spüren wir alle schon heute … Das Wetter werde immer extremer, Hitzewellen, Dürren und Stürme kämen häufiger vor. „Normale Schwankungen sind das keine

Wieder Jemand, der entweder bewusst nicht Belegtes sagt, oder von dem was er hier sagt, keine Ahnung hat.

Es ist inzwischen vollkommen vergebliche Liebesmühe, immer neu darauf hinzuweisen, dass das Wetter keinesfalls „immer extremer“ wird. Das Einzige was im Ansatz stimmt ist, dass es nach der vergangenen Kaltzeit wärmer wurde. Selbst dabei hat aber die umfangreiche Urbanisierung mit Sicherheit einen erheblichen Anteil (wie es Herr K. Puls auf EIKE immer wieder aufzeigt und es Bild 7 auch belegt), neben dem, dass man die früheren „Globaltemperaturen“ nicht entfernt mit ausreichender Genauigkeit kennt.

Selbst nach jahrelangen Recherchen hat der Autor (und andere) bisher keine messtechnischen Belege für diese regelmäßig zu hören und zu lesende Behauptung gefunden, sondern das Gegenteil.
[8] EIKE: Klima-Ruhe an der Nordsee
EIKE 01. Juni 2019: Extreme Wetterlagen verstärken sich. Bayern gehört zu den besonders gefährdeten Regionen
EIKE 08. Juni 2018: Die Suche nach dem Klimawandel geht weiter. Denn in Deutschland ist er nicht zu finden
EIKE 18.04.2018: Beeinflussungen durch Starkregen nehmen in Deutschland nicht zu. Mit schlecht angewandter Statistik lässt sich aber das Gegenteil „zeigen“ (Teil 2)

Dass es der IPCC im letzten Sachstandsbericht ebenfalls sagt (eine Zunahme von Extremereignissen ist weltweit nicht nachzuweisen), kann man im folgenden Artikel anhand der übersetzten Zitate aus dem IPCC-AR5 nachlesen:
EIKE 31.01.2018: Endlosschleife Klimaangst

Kaltesonne hat vor Kurzem wiederholt dargestellt, wie unverfroren mit den Extremwetterthesen umgegangen wird, um Alarm zu publizieren:
[9] kaltesonne 4. Juli 2019: Tornados, Hitzewellen, Dauerregen: Deshalb ist das Wetter in Deutschland so extrem
In Deutschland wird das Wetter regelrecht zum Unwetter: Die Hitze heißer, der Regen länger, die Stürme stärker. Spüren wir die Auswirkungen der Klimakrise bereits?
Au weia. 50 Cent in die Fake News-Kasse. Hätte der Autor doch mal auf
www.klimawandel-in-deutschland.de vorher nachgelesen:

Stürme: Das PIK Potsdam wertete Satellitendaten aus und stellte für die vergangenen 35 Jahre eine signifikante Abnahme der Sturmaktivität während des Sommers in den mittleren Breiten der nördlichen Hemisphäre fest, darunter auch in Deutschland. Winterstürme über dem Nordatlantik und Nordwesteuropa zeigen jedoch starke, jahrzehntelange Schwankungen, wobei derzeit kein Langzeittrend sichtbar ist, wie ein Team um Frauke Feser vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht dokumentierte. Erkennbar sind eine Verringerung der Sturmaktivität seit den 1880ern bis Mitte der 1960er Jahre und ein darauf folgender Anstieg bis Mitte der 1990er Jahre. Ab Mitte der 1990er Jahre verringert sich dann wiederum die Sturmaktivität. Ähnliches fand ein Wissenschaftlerteam um Sönke Dangendorf von der Universität Siegen. Die Forscher untersuchten die Sturmgeschichte der Nordsee für die vergangenen 170 Jahre und konnten ebenfalls keinen Langzeittrend bei Stürmen und Sturmfluten feststellen. Noch weiter zurückreichende Sturmrekonstruktionen aus dem mitteleuropäischen Raum zeigen zudem, dass die Kleine Eiszeit generell sogar stürmischer als heute war.
Dauerregen: Seit 1951 hat sich die Häufigkeit von Starkniederschlag von mehr als 30 mm nur geringfügig erhöht (Abb. 3). Die Veränderung ist aus statistischer Sicht jedoch insignifikant, so dass kein belastbarer Langzeittrend ausgemacht werden kann. Die Zeitreihe moderner Radardaten zum Starkregen ist leider noch zu kurz, um aussagekräftige Trends interpretieren zu können.

Was Gemüsebauern im Gewächshaus seit Jahrzehnten mit CO2 machen, verstehen die Pflanzen nicht …

SZ: [1]: Christoph Müller, Leiter Institut für Pflanzenökologie der Uni Gießen: „ Unsere Theorie war, dass die Pflanzen schneller wachsen würden, dafür brauchen die CO2, … Doch das Mehr an Kohlenstoff bringt sie (die Pflanzen) offenbar durcheinander … Wir müssen das alles noch besser verstehen … sicher ist aber: Pflanzen brauchen ein ausgeglichenes Klima, um gut zu wachsen“.

Ein herrliches Beispiel eines Institutsleiters, der um weitere Fördermittel ringt. Man könnte meinen, noch niemand hätte zur Auswirkung von CO2 auf Pflanzen geforscht und die Gewächshausbauern, die damit ihre Pflanzen seit langem erfolgreich zu mehr Wachstum anregen, wissen eigentlich gar nicht, was sie tun?
EIKE 09.05.2016: Die Europäische Kommission hat festgestellt, dass CO2 ein Pflanzengift ist – allerdings erst ab 5.000 ppm Konzentration

Oder anders herum: Wenn es wirklich noch gar nicht erforscht ist und man es „erst noch besser verstehen“ muss, wie können dann die vielen Simulationen bereits heute genau die Auswirkungen von CO2 auf die Pflanzen dieser Erde berechnen und vorhersagen, wie viel % Ernteminderung so und so viel mehr CO2 im Jahr 2100 verursachen soll? Vermutet hat es der Autor schon lange:
EIKE 26.11.2016: Forscher des Weltklimarates IPCC rechnen, dass die globale Erwärmung 10 bis 50 % der jährlichen Ernte bedroht – Was steckt dahinter?

Diese Forschung scheint inzwischen epidemisch zu werden und ist ein neues Abschöpfungsgebiet für Fördermittel.
„Meine“ Tageszeitung am 12.9.2019: „Forscher der TU München düngen am Amazonas Bäume künstlich mit CO2, um die Auswirkungen einer veränderten Atmosphäre zu ergründen
Man hat wenige Jahre Zeit, „düngt“ einzelne Bäume mit zusätzlich 200 ppm CO2 und erwartet dann, bahnbrechendes, bisher nicht bekanntes Wissen zu erhalten. Benötigt man, denn: „die zukünftige Rolle des Amazonas-Regenwaldes … ist unklar … weil unsicher ist, wie die Bäume auf zunehmendes CO2 reagieren werden“. Das wissen bisher eben nur die Klimasimulationen, aber scheinbar nicht die beteiligten Forscher.
Aber eines weiß die berichtende Forscherin schon jetzt: „Ich glaube nicht, dass der Regenwald noch wesentlich mehr Kohlenstoff speichern kann als bisher … Falls die CO2-Konzentration in der Atmosphäre weiter steigt, könnte das sogar einen besonders negativen Effekt haben …
Wenn sich die junge, engagierte Forscherin da nicht vielleicht irrt, oder es nicht zu sagen wagt. Es gab eine Zeit, da hatte mehr CO2 einen wahnsinnigen Effekt und es entstanden die riesigen Kohleflöze, das war das danach benannte Karbon und das Perm:
WIKIPEDIA: … vor etwa 250 bis 350 Millionen Jahren. Im Karbon und Perm gediehene Urfarne, Kalamiten sowie Siegel- und Schuppenbäume bildeten große Sumpfwälder. Die optimalen Wachstumsbedingungen für die Pflanzen führten zu einer starken Überproduktion von Biomasse …
Und was hat damals (mit) dazu geführt: Ein um ein Vielfaches höherer CO2-Gehalt in der Atmosphäre

Bild 12 CO2-Gehalt der Atmosphäre zu den Zeiten der Kohleentstehung (Perm und Trias). Quelle: unbekannt

Wenigstens ein positives Ergebnis dürfte aber mit Sicherheit herauskommen: Für ein paar Promotionen sollten die Effekte reichen.

Ideologie schafft argumentative Sicherheit

SZ: [1] Die Anwältin will vor Gericht auch damit argumentieren, dass der Klimawandel schon heute die Grundlage der Bauern auf Eigentum, Berufsfreiheit und Gesundheit einschränke. Sie ist sich sicher: „Wir haben die besseren Argumente

Greenpeace ist auch überzeugt, dass der Weltklimavertrag rechtlich bindend ist:
[15] … Die Bundesregierung verstößt gegen Grundrechte, wenn sie nicht weitere Maßnahmen ergreift, um das deutsche Klimaziel für das Jahr 2020 noch zu erreichen. Denn das Klimaziel ist keine rein politische Zielsetzung, sondern justiziabel und bindend …
Im Welt-Klimavertrag steht zur Verbindlichkeit:
… zum Erreichen des in Artikel 2 genannten langfristigen Temperaturziels sind die Vertragsparteien bestrebt, so bald wie möglich den weltweiten Scheitelpunkt der Emissionen von Treibhausgasen zu erreichen …

Genau so interpretieren es allerdings auch Frau Merkel und selbstverständlich die Frau Merkels Äußerungen (eine Meinung hat sie ja fast nie) immer mittragenden Altparteien im Bundestag, die in Deutschland inzwischen fast schon mitregierenden NGOs sowieso.

Wenn Frau Merkel (vor-)spricht, ist unser Bundespräsident als verbreitende Sprechblase nie weit [18]. Auch er weiß genau über das Klima Bescheid [19]. (Zitierung aus einer Zeitung vom 14.09.2019): „Die alarmierende Dynamik des Klimawandels lässt uns keine Wahl. Wir müssen schneller und entschiedener handeln“. Nach Auffassung Steinmeiers sollte Deutschland wieder eine internationale Führungsrolle beim Klimaschutz anstreben“.

Womit man sich eigentlich wundert, warum er nicht die Wenigen, die mit Greta vor dem Weißen Haus protestierten [20], um seine Person erhöht hat. Im Beschimpfen gerade dieses Präsidenten hat auch er ja ziemliche Übung [21].

Man wird Steinmeiers Reden wohl positiv verstehen müssen: Deutschland hat inzwischen auf so vielen Gebieten die Führungsrolle verloren, dass man sich nun auf kleine reduzieren sollte [19]. Und vor allem eine, wozu man wirklich kein Wissen, sondern nur den festen Glauben benötigt: „CO2 = Klimagift und muss mit allen Mitteln, Geld und Einsatz verhindert werden“. Dazu: „Armut erlöst“, ein Wunsch ausreichend gut pensionsgesicherter, allerchristlichster „Vordenker“ [17] für das einfachere Volk, damit dieses nicht auf die Idee kommt, das einfachere Leben wegen drastischer Wohlstandsreduzierung wäre etwas Negatives.

Einfach genial, wie eine autistische, sich nur in Schwurbelsätzen ausdrückende, unfehlbare Vorsitzende, es immer neu schafft, jegliche intellektuelle Konkurrenz von ihrem Umfeld fernzuhalten.

Es bleibt abzuwarten, wie die Gerichte durch ihre Instanzen entscheiden. Juristen entscheiden nicht anhand von Messwerten, sondern nach Gesetzen. Wenn bis dahin der Klimaschutz wie geplant im Grundgesetz steht, ist das Ergebnis vorherbestimmt.

Die UN als fast überall versagender „Weltretter“ hat sich ebenfalls umorientiert und wird auf dem „Ersatz-Rettungssektor“ Sektor Klimakampf immer aktiver. Soeben wurde ein Entwurf eines Umweltpaktes ausgegeben, der neue Forderungen enthält:
[16] … Staaten, die den Vertrag unterzeichnen, sind gehalten, den «Klimawandel» durch «staatliche Beihilfen» zu bekämpfen. Sie sollen alle staatlichen und wirtschaftlichen Unternehmungen auf ihre «Umweltverträglichkeit» hin prüfen lassen. Kontrollbürokratien sind aufzubauen, Berichte zu schreiben, und ausserdem verpflichten sich die Regierungen darauf, «Massen-Informationsmittel» bereitzustellen «mit erzieherischem Charakter über Ökosysteme und über die Notwendigkeit von Umweltschutz» …

Wie inzwischen üblich, ist der Bürger und die gesamte Welt vorbeugend auch vor allen Gefahren zu schützen, auch denen, welche noch nicht richtig bekannt sind, aber von irgendjemandem schon einmal vorsichtshalber „angemahnt“ oder simuliert werden:

[16] Artikel 6, «Vorsorge»:
Im Falle eines Risikos von «schweren oder unumkehrbaren Umweltschäden», wie zum Beispiel durch Klimawandel, dürfe das
«Fehlen von wissenschaftlicher Gewissheit kein Grund sein, wirksame und angemessene Maßnahmen zur Verhinderung von Umweltschäden auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben».

Wenn Deutschland dann unter der Last des Klimaschutzes zusammengebrochen sein wird und bemerkt, dass der Rest der Welt die „Verbindlichkeit“ im Klimavertrag „sind die Vertragsparteien bestrebt“, spätestens wenn die Einzahlungen in den Weltklimafond nicht mehr spritzig sprudeln etwas auslegungsfähiger interpretiert, kann man das selbst gemachte Gesetz ja wieder ändern. Dann fällt auch das Urteil anders aus. Juristen kennen keine falschen oder gar dunklen Zeiten in der Geschichte. Es ist nicht ihre Aufgabe, Gesetze zu beurteilen, sondern ausschließlich die aktuellen richtig – bedeutet staatvorgabengetreu – umzusetzen.

Zur Abrundung noch die Kenntnis und Argumentation des Vorsitzenden des Bund Naturschutz, Richard Mergner (Diplom Geograph, Studium Regionalplanung und Wirtschaftsgeographie), zitiert aus einem Zeitungsinterview der Lokalzeitung des Autors am 12.09.2019 über das CSU-Klimaschutz-Strategiepapier: „Söder muss Verantwortung übernehmen
Neben dem, dass als einziges Argument für die Notwendigkeit und Maßnahmen zum Klimaschutz, CO2-Minderung und sture Einhaltung des Klimaschutzvertrages gebracht werden „Wir haben die Atmosphäre als Müllhalde genutzt“, ist ihm keine Restriktions- und Verbotsmaßnahme zu wenig, um es umzusetzen. Technische Probleme wischt er dabei mit einem Wimpernschlag beiseite.
Die Stromautobahnen, welche den im Norden zeitweise in absolutem Überfluss erzeugten Windstrom in den Süden transportieren sollen, sind selbstverständlich überflüssig, ja schädlich. Denn wie es die „Freien Wähler“ auch fordern, ist wie beim Essen regionales, auch Strom nur guter Strom, wenn er regional erzeugt wurde.
Geht doch auch ganz einfach: „Der BN hält sie (die Trassen) in der derzeitigen Ausgestaltung nicht für nötig. Mit diesen Stromautobahnen schaffen wir letztlich eine Konkurrenz zu dezentralem, naturverträglich erzeugtem Strom. Was wir brauchen, ist der Ausbau des regionalen Verteilernetzes und von Stromspeichern. Ein Argument für Trassen fällt bald weg: dass nach dem Wegfall der Atomkraftwerke 2025 die Trassen gebracht werden. Es gibt sie dann aber noch nicht und es geht trotzdem. Das muss einem mal jemand erklären ... „
Klar, dass dazu der Naturschutz hintenanzustehen hat. Die bayerische 10H Abstandsregelung für Windräder – mit der Bayern bisher von der unglaublichen Naturzerstörung durch Ökoindustrie wie man sie im Norden Deutschlands sehen kann -, verschont blieb, muss natürlich fallen.

Kein Wort findet sich über die in diesem Artikel gelisteten Verbesserungen an Lebensqualität (nicht nur) durch das sich bisher erwärmte Klima mit den aktuellen, unglaublich vorteilhaften Zuständen. Zu solchem Wissen, oder dessen Berücksichtigung muss eine gesellschaftliche Gehirnamputation stattgefunden haben, die von solchen Ökostrategen weiter auch an sich selbst skalpiert wird.

Allerdings, das mit den Stromspeichern hat die CSU und FW Koalition zumindest schon begonnen: Die Uni Bayreuth bekam ein „BayBatt“ Batterie-Forschungszentrum:
WELT 04.09.2018: … Dort sollen künftig in Zusammenarbeit etwa mit Forschungsabteilungen der Automobilindustrie intelligente, vernetzte und nachhaltige Energiespeicher erforscht und entwickelt werden – «nicht nur für Elektrofahrzeuge, sondern auch für Gebäude und Netzstrukturen …
Wie immer, ist damit auch für wenige sicher ein direkter, konjunktureller Nutzen verbunden:
WELT: Wir werden im Rahmen eines Fünf-Jahres-Plans 25 Millionen Euro in den Aufbau des BayBatt investieren und im Endausbau 114 neue Stellen schaffen, davon allein zwölf Professuren

Quellen

[1] SZ 7./8. September 2019: Bauernaufstand

[2] aepfelundkonsorten.org, PV-Jahresheft-2011: Verkehrte Kirschenwelt Über die Sortenentwicklung und die fatale „Außerwertsetzung“ alter Süßkirschsorten

[3] Prof. Dr. Peter Weingarten: Landnutzungswandel vor dem Hintergrund der Perspektiven in der Agrar- und Energiepolitik

[4] EIKE 08.09.2019: Hopfenertrag 2019

[5] EIKE 03. September: GRÜNE, Bauern und Klimawandel: Im Jammern bilden sie eine Symbiose

[6] Zeitschrift für Pflanzenkrankheiten und Pflanzenschutz 1976, S. 53-58: H. Engel; Untersuchung über die Besatzdichte der Kirschfruchtfliege

[7] Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen: Klimawandel und Klimafolgen in Nordrhein-Westfalen Ergebnisse aus den Monitoringprogrammen 2016 LANUV-Fachbericht 74

[8] EIKE: Klima-Ruhe an der Nordsee

[9] kaltesonne 4. Juli 2019: Futurezone.de am 20. Juni 2019

[10] kaltesonne 24. Januar 2019: Obstbauer klagt gegen Klimawandel – trotz Rekordapfelernte 2018

[11] EIKE 25. August 2019: Klima-Ruhe an der Nordsee

[12] kaltesonne 6. März 2018: Extremwetter in den letzten tausend Jahren

[13] Kottfoff et al. 2017: Marine core M0059, Little Belt, western Baltic Sea, TIME: Last 8000 years

[14] ScienceScepticalBlog 9. September 2019: Mojib Latif, Präsident des Club of Rome: Der Norden im Klimawandel!

[15] topagrarONLINE 30.07.2019: Bauernfamilien und Greenpeace verklagen Bundesregierung wegen Klimapolitik

[16] EIKE: 12.Sept. 2019: … Umweltpakt … UNO auf dem Weg ins Mittelalter

[17] EIKE 22.07.2016 : Wurde ein Klimawandel-Einfluss bisher übersehen? Was ist, wenn Gott anstelle von CO2 das Klima lenkt?

[18] EIKE 27. November 2017: Die Rede unseres Bundespräsidenten, F. W. Steinmeier auf COP23 über den Klimawandel war (k)eine investigative Sternstunde – Teil 2 (2)

[19] Achgut: Klima: Deutschlands Ruf first!

[20] WELT Samstag, 14. September 2019: Greta Thunberg: „Trump ist ein Lügner“

[21] Spiegel online Donnerstag, 04.08.2016: Steinmeier nennt Donald Trump „Hassprediger“




SZ: Bauern­aufstand (Teil 1)

Damit dieser Anspruch an die Lenkung des Weltklimas und Wette „eingehalten“ wird, klagen diese drei (auf Anregung und) mit Unterstützung durch Greenpeace. Die erste Verhandlung darüber steht in Kürze bevor. Und aus diesem Anlass brachte die Süddeutsche Zeitung darüber eine ganze (Jubel-)Seite. Grund, sich die darin gelisteten Argumente anzusehen.

Biolandbau

Wohl nicht zufällig kamen in dem SZ-Artikel nur die Biobauern zu Wort. Es ist allgemein bekannt, dass Biobauern in unseren Breiten (und nicht nur dort) weiterhin das erleiden, was eine vernünftige, konventionelle Agrarwirtschaft in vielen Fällen zumindest teilweise überwunden hat: Einen desaströsen Ertrag von teils nur der Hälfte (gegenüber dem konventionellen Anbau) und schlimme, in der Regel negative Abhängigkeit vom Wetter, zuzüglich dem völligen ausgeliefert sein gegenüber Schädlingen und Pilzerkrankungen.
Eine umfassende Darstellung darüber findet sich in
Achgut: Frau Künasts Landwirtschaft im Faktencheck
Und bei EIKE 19.09.2016: Biobauern sind die größten Lebensmittel-Vernichter Ohne Klimawandel überlebt die Biolandwirtschaft ihre Ernteverluste nicht
Neue Zürcher Zeitung 4.8.2016: [6] Miserable Weizenernte im Kanton Zürich Wer ist schuld an der Missernte?
In einem Jahr wie diesem zeige sich schonungslos, dass diese ökologisch geprägte Politik nicht aufgehe. An Zürcher Sammelstellen zeige sich bezüglich der Getreideernte «der blanke Horror»: Vor 150 Jahren hätte eine solche Missernte ein Hungerjahr bedeutet, sagt Haab, jetzt müsse halt stärker auf das Ausland gesetzt werden. Dies sei die Quittung dafür, dass Bauern mit Beiträgen vom Bund im Rahmen des Extenso-Programms und mit IP-Suisse-Geldern davon abgehalten würden, ihre Weizen wirksam vor Pilzbefall zu schützen.
Bauern, die extensiv produzierten, also ohne Einsatz von Fungiziden, hätten einen Ernteausfall von rund 40 Prozent zu verkraften, konventionelle Produzenten einen solchen von 20 bis 25 Prozent, sagt er.

DIE WELT 11.08.16: [5] Ernteausfälle bei Bio-Gurken im Spreewald
Ein Betrieb aus Steinreich (Dahme-Spreewald) etwa beklagt bei Bio-Schälgurken Ernteausfälle von 70 Prozent. Grund sei eine Pilzkrankheit. Die EU stufte vor Jahren ein Mittel dagegen, das im Ökolandbau angewendet durfte, als Pflanzenschutzmittel ein. Damit darf es nicht mehr auf die Felder
.

Frankfurter Rundschau 21. Juli 2016: Kleine Körner, faule Kartoffeln
Auch Kartoffeln dürfte es dieses Jahr weniger geben. Die Kraut- und Knollenfäule wütet, eine Pilzkrankheit, die ebenfalls durch Nässe ausgelöst wird. „Auf manchen Äckern gibt es Einbußen bis zu 100 Prozent“, sagt Weber.

[3] Insbesondere für die Erzeuger von Biokartoffeln war die Ausbreitung des Krautfäuleerregers Phytophthora infestans ein großes Problem; im Ökoanbau wurde auch ein vermehrtes Auftreten von Kartoffelkäfern beobachtet.

topagrarONLINE, 09.08.2016: Bio-Kartoffelbauern in der Pfalz drohen 100 Prozent Ernteausfall
Feucht-warme Witterung begünstigt die Krankheit und kann zu Ertragsverlusten von 20 bis 40 % oder sogar zu Totalschaden führen. Die Behandlung mit Kupfer, die im Bio-Anbau bis zu einer bestimmten Grenze pro Hektar erlaubt ist, greift bei häufigen Niederschlägen nicht, weil das Kupfer sofort wieder von der Pflanze abgewaschen wird und damit wirkungslos bleibt. Andere Pflanzenschutzmittel, wie zum Beispiel das systemisch wirkende und komplett abbaubare Kaliumphosphonat, sind beim Bio-Anbau nicht erlaubt.
Die Ökobauern befinden sich aufgrund des dauerhaft feuchten Wetters im Frühjahr und Frühsommer 2016 in einer Zwickmühle. Entweder sie verlieren ihr 
Biosiegel oder die komplette Ernte.

Rückblick auf die „erstrebte“, vorindustrielle Agrarzeit

Wie das früher aussah, liest sich wie folgt:
[3] Erntemengen
… Im frühen Mittelalter um 1000 n. Chr. lag das Verhältnis von Aussaatmenge zu Erntemenge bei etwa 1:3. Das bedeutet, dass aus 1 kg ausgesätem Weizen 3 kg neu heranwuchsen. Davon musste 1 kg für die nächste Aussaat zurückgelegt werden. Von den verbliebenen 2 kg musste der Bauer Abgaben leisten (Steuern zahlen). Das Erntegut war zudem ständig von Ungeziefer und Schimmel bedroht. Da blieb nur wenig für die eigene Ernährung. Ein Grund für das schlechte Verhältnis war die ständige Bedrohung durch Schädlinge und Pflanzenkrankheiten. In einigen Jahren wurden bis zu 50% der Ernte vom Wild zerstört. Dazu kamen Heuschrecken, Käfer, Mäuse, Pilzkrankheiten, Sturm, Hagel und Dürre. Außerdem war der Ertrag durch den Mangel an Pflanzennährstoffen ohnehin sehr gering …

WIKIPEDIA: Hunger war im Mittelalter so weit verbreitet, dass er neben Krieg, Pestilenz und Tod als einer der „vier Apokalyptischen Reiter“ galt. Bei der Hungersnot von 1315–1317 starben in Europa mehrere Millionen Menschen. Die schwerste Hungersnot im 15. Jahrhundert in Europa fand 1437 bis 1439/40 statt. In Industrieländern kommen Hungersnöte heute praktisch nicht mehr vor, aber weiterhin in Entwicklungsländern.

WDR 09.08.2010: Fast alle Menschen verzweifeln. Sie verzehren die Kadaver verendeter Tiere. Viele Arme sterben vor Hunger.“ Das schreibt der Mönch Reiner 1196 in den Annalen des Klosters St. Jakob in Lüttich. Weiter heißt es: „Die Armen lagen auf den Straßen umher und starben; auch vor der Tür unserer Kirche lagen sie zur Zeit der Matutin seufzend und sterbend.“ Reiner von Lüttich beschreibt in kurzen lateinischen Sätzen eine der größten Hungersnöte des Mittelalters. Ein Jahr zuvor, 1195, zerstörten Dauerregen und Unwetter die Ernte. „In diesem Jahr regnete es beständig vom Johannisfest (im Juni) bis Weihnachten … außerdem richtete ein schweres Unwetter nach dem Jakobusfest (im Juli) alle Feldfrüchte zugrunde“ erzählt Reiner von Lüttich in den Klosterannalen, eine der wichtigsten Quellen für die Naturkatastrophe. Ein Jahr später, 1196, breitet sich die Hungersnot über das heutige Belgien, Lothringen, West- und Süddeutschland bis nach Österreich aus … Die Hungersnot, die auf den verregneten Sommer 1195 folgt, endet erst nach drei Jahren. Wie viele Menschen daran gestorben sind, ist nicht überliefert.

Keine Belege, aber enorm viel „Wissen“

Es wurde schon oft thematisiert, wie das, was man oft genug in den Medien liest, als „selbst erlebt“ empfunden und auch so wiedergegeben wird:
EIKE 03.07.2019: [Link] Wozu (gegenteilige) Messwerte betrachten? Den Klimawandel fühlt doch jeder

In praktisch allen Klima-Alarmpublizierungen wird dieser psychologische Effekt ausgenutzt, um „Belege“ zu produzieren und keine Fakten zeigen zu müssen. Die SZ – nicht ohne Grund „Alpenprawda“ genannt -, beherrscht und pflegt dieses Vorgehen virtuos. Im nun rezensierten Artikel ist nicht eine Spur konkreter Belegführung zu finden, aber eine Aneinanderreihung schlimmer „Betroffenheitsaussagen“, die ersatzweise als Belege herhalten sollen. Selbstverständlich findet sich darin auch der „erforderliche“ Professor, der alles bestätigen kann, indem er ebenfalls Gemeinplätze wiederholt.

Bauern spüren schon heute die drastischen Folgen des Klimawandels

SZ: [1] „Vertrocknete Felder, Schädlinge und Obst, das verdirbt – Bauern spüren schon heute die drastischen Folgen des Klimawandels. Drei von ihnen verklagen nun die Bundesregierung, weil die ihre Ziele nicht einhält … “

Eine wirklich schlimme Ansage, die in der SZ sozusagen als feststehende Tatsache beschrieben steht. Nun hat der Autor gerade erst Ernteergebnisse zusammengetragen und in Relation zu historischen Werten, als alles angeblich viel besser war, gestellt:
EIKE 08.09.2019: [4] Hopfenertrag 2019
EIKE 03. September:
[7] GRÜNE, Bauern und Klimawandel: Im Jammern bilden sie eine Symbiose
Das Ergebnis daraus: So gut wie seit ca. 20 Jahren sind die wichtigen Erträge in der Landwirtschaft in der gesamten Historie noch nie gewesen! Wo die „ drastischen Folgen … “ zu finden sein sollen, ist dem Autor mehr als ein Rätsel.
Zum Beleg anbei die wichtigen Grafiken aus den zwei Artikeln:

Bild 1 Ernteerträge (als Relativzahl) von 1400 – 2010. Grafik vom Autor erstellt. Datenquelle: Blog Heimbiotope, Tabelle mit historischen Getreideerträgen

SZ: [1] „ ... die Folgen sind schon jetzt deutlich zu spüren: Die deutsche Getreideernte 2018 war die niedrigste seit 1994 …“.
Wer das folgende Bild 2 betrachtet, erkennt die sorgfältig getextete und bewusst irreführende Aussage dieses Satzes. Ein ausgewähltes Einzelereignis wird als negativer Trend suggeriert, wissend, dass mangels Verlaufsgrafik – die seit 1994 einen deutlichen Ertragsgewinn ausweist – kein Leser den Wahrheitsgehalt überprüfen kann und so niemand die Perfidität und bewusste Tatsachenverdrehung hinter dem Satz bemerkt. So etwas bezeichnet sich trotzdem und ungestraft als „Qualitätsjournalismus“ (der Beitrag von Greenpeace dazu, sei hier nicht kommentiert).

Bild 2 Getreide gesamt, Ertrag Deutschland 1950 bis 2019. Bildquelle: Deutschland – Getreideertrag, Grafik vom Autor um die Randdaten und Zusatzangaben ergänzt

Bild 3 Hopfenernte Deutschland, Ertragsverlauf 1955 – 2019 und 10jähriger, gleitender Mittelwert. Zeitachse vor 1955 verkürzt. Daten bis 1946 Quelle: Blog Heimbiotope, Tabelle mit historischen Ernteerträgen. Grafik vom Autor erstellt

Geht der Klimawandel gezielt auf Obstbauern los?

Nun könnte es vielleicht sein, dass dieser grandiose Ernte-Erfolg des sich seit der schlimmen Kaltzeit zum Glück wieder erwärmendem Klima, genannt: „Schlimmer, vom (vorwiegend westlichen) Menschen verursachter Klimawandel“, nur für Korn und Hopfen gilt. Klagen tun aber Obstbauern. Vielleicht hat der Klimawandel nur auf diese sein spezielles Augenmerk geworfen?

Dazu Berichte und Daten über jüngste Ernteergebnisse:
SZ 21. August 2018: Umwelt: Der Rekord bei der Apfelernte ist auch ein Problem
Die Hitze sorgt für ein Rekordjahr bei der Apfelernte. Allerdings bedeutet das, dass sich die Bäume schlechter für kommendes Jahr vorbereiten können
topagraronline: Überdurchschnittliche Apfel- und Birnenernte im Jahr 2018
Die deutschen Obstbaubetriebe erwarten im Jahr 2018 eine Apfelernte von 1,1 Mio. t und eine Birnenernte von 46 800 t. Wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Schätzungen zum August 2018 weiter mitteilt, wird die Apfelernte damit um knapp 17 % über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre von 934 600 t liegen.

Und so war es 2019:
NDR 2019: Mit 265.000 Tonnen Ernteertrag rechnet die Obstbauversuchsanstalt in Jork, das sind etwa 13 Prozent weniger als 2018. Dafür sei die Qualität besonders gut, sagt Ulrich Buchterkirch von der Fachgruppe Obstbau im Landvolk Niedersachsen.
Stern.de 28. Juni 2019: Obstbauern erwarten sehr gute Kirschenernte
Wiesbaden – Die deutschen Obstbauern können sich in diesem Sommer erneut über eine üppige Kirschenernte freuen. Trotz vereinzelter Einbußen durch Spätfröste und Trockenheit stehe ein sehr gutes Erntejahr bevor, teilte das Statistische Bundesamt mit. Nach einer ersten Schätzung rechnet die Wiesbadener Behörde 2019 mit einer Kirschenmenge von 62 200 Tonnen – deutlich über dem Schnitt der vergangenen zehn Jahre mit 48 700 Tonnen. Schon 2018 hatten die Obstbauern mit gut 60 000 Tonnen eine sehr gute Ernte eingefahren

Und nun die im SZ-Artikel wohl „zufällig“ fehlenden Grafiken: 2014 und 2018 gab es die höchsten Erträge in der aufgezeichneten, deutschen Apfelgeschichte:

Bild 4 Deutschland Apfelernten Erträge 1985 – 2019. Quelle: factfish.com. Erträge für 2018, 2019 vom Autor ergänzt. Grafik vom Autor erstellt

Bild 5 Deutschland Apfelernten Erträge. Prozentuale Änderung zum Vorjahr (Absolutwert) 1985 – 2019. Quelle: factfish.com. Erträge für 2018, 2019 vom Autor ergänzt. Grafik vom Autor erstellt

Wie man sieht, gibt es unglaublich hohe Ertragsschwankungen. Früher ganz schlimm, dann eine längere Zeit geringer und in letzter Zeit plötzlich einmal ein Wert fast so hoch wie früher. Wer würde bei dem Bild aber nicht auch an einen Ausschnitt einer Zyklik denken; doch an einen zunehmenden, schlimmen, früher noch nie dagewesenen, negativen Ertragseinfluss des Klimawandels wohl kaum.

Wo man vielleicht weinen kann, ist beim Ertrag im internationalen Vergleich. Deutschland, sonst oft Vorreiter, liegt damit ziemlich am hintersten, leider auch untersten Ende. Wenn man dann noch wie die Biobauern mit einem reduzierten Ertrag von bis zu 50 % von diesem Bisschen „herumkrabbelt …. “. Vielleicht stimmt diese Statistik aber auch nicht so ganz.

Bild 6 Apfelernte. Erträge im internationalen Vergleich. Quelle: factfish.com

Ergänzend noch eine Darstellung zu diesem Thema von kaltesonne:
[10] kaltesonne 24. Januar 2019: Obstbauer klagt gegen Klimawandel – trotz Rekordapfelernte 2018

(Auszug) EV: Sie bauen auf 23 Hektar vor allem Äpfel an. Haben Sie wenigstens vom Hitzesommer profitiert? Die Ernte fiel in diesem Jahr doch gut aus?
Blohm: Wir haben gerade erst abgeerntet, den Ertrag müssen wir noch schätzen. Doch wir wissen schon, dass es Einbußen gibt. Viele Äpfel haben Sonnenbrand, also dunkle Flecken und ledrige Haut. So kauft uns die keiner ab. Auch die Trockenheit war ein Problem. Im Frühjahr 2017 hatten wir dafür Starkregen, Hagel und Sturm. Da bildete sich Staunässe, die Erde ist aufgeweicht und die Bäume sind regelrecht abgesoffen und dann umgekippt. Wir beobachten seit zehn Jahren immer mehr solcher Wetterextreme.
kaltesonne: Im Meckern ist Johannes Blohm ziemlich gut. In Wirklichkeit war 2018 ein absolutes Rekordjahr für die Apfelernte. So ein wenig erinnert Blohm an ein verhätscheltes Millionärskind, das alles hat, aber dann wegen eines Flecks auf dem Ferrari ungehalten wird. Die Rückfragen der Zeit sind jedoch zum Glück ausgezeichnet:
EV: Könnten das nicht Launen der Natur sein?

Blohm: Mein Vater betreibt den Hof seit 30 Jahren, seit 1560 steht unsere Familie in den Kirchenbüchern, aber solche Extreme haben wir noch nie erlebt. Früher hagelte es vielleicht ein Mal in fünf Jahren, das war schon schlimm genug. Jetzt hagelte es drei Jahre in Folge. Und dass der Meeresspiegel steigt, merken wir auch längst.

EV: Inwiefern?

Blohm: Weil die Pole schmelzen und mehr Wasser in die Elbe fließt, gelangt durch den Druck auch mehr Salz ins Elbwasser. Begießen wir damit die Äpfel, legt sich eine Salzschicht auf die Früchte. Wenn der Pegel weiter steigt, wird auch das Hochwasserrisiko bei Sturmfluten zunehmen. Wir liegen hier einen halben bis einen Meter unterm Meeresspiegel, die Deiche könnten bald nicht mehr ausreichen.
kaltesonne: Genau das ist das Problem. Aus subjektivem Empfinden wird einfach in unwissenschaftlicher Weise verallgemeinert. Beispiel Hagel: Als Hagel wird fester Niederschlag bezeichnet, der aus Eis besteht und einen Durchmesser von mindestens 5 mm hat. Die meisten Hageltage in Deutschland gibt es zwischen Mai und August. Aufgrund der relativ geringen räumlichen Ausdehnung von Hagelstreifen und der kurzen Dauer der Hagelschauer von wenigen Minuten ist Hagel ein nur äußerst schwierig quantitativ zu erfassendes meteorologisches Phänomen. Eine offizielle deutsche Zeitreihe der Hagelentwicklung der letzten Jahrzehnte gibt es daher noch nicht, wobei der DWD derzeit noch nach Lösungen sucht.

In einer Diplomarbeit der Universität Münster (pdf hier) dokumentiert Jan Deepen eine hohe jährliche Variabilität von Hagelereignissen in Deutschland, wobei der Hagel-Trend in den letzten 80 Jahren rückläufig ist. Ähnlich sieht es das Climate Service Center Germany. Mittlerweile fanden internationale Studien, dass die Häufigkeit von Hagel offenbar weitgehend unabhängig von der Entwicklung der Durchschnittstemperatur ist und Hagel in China trotz Erwärmung in den letzten 50 Jahren seltener geworden ist (Xie et al. 2008, 2010). Auch in der Tschechischen Republik hat die Hagelhäufigkeit während der letzten 100 Jahre offenbar abgenommen (Brazdil et al. 2016). Aufgrund der schlechten Beobachtungsdatenbasis entwickelten Mohr et al. 2015 ein Modell für Europa, das für die vergangenen 60 Jahre jedoch keinen Trend fand.
Blohms Geschichte zum Meeresspiegel und seinen Auswirkungen auf seine Äpfel sind so kurios, dass wir sie einfach mal so stehen lassen und darüber schmunzeln.

Warme Sommer

Es ist wohl ein Gerücht, dass so schöne, warme Sommer wie sie derzeit bei uns „lamentiert“ werden früher nie auftraten. Dass solche in den üblichen Verlaufsgrafiken nicht erkennbar sind, liegt oft alleine an der mangelnden Auflösung der Proxis, oder Mittelungen. Liegt eine ausreichende Auflösung vor, kann man die wirkliche Vergangenheit sehen:
Selbst während der vergangenen Kaltzeit heiße Sommer:

Bild 7 Temperaturverlauf Sommer 1500 – 1999. Quelle Quelle: Glaser, Rüdiger, Klimageschichte Mitteleuropas, 1000 Jahre Wetter, Klima, Katastrophen, ISBN 353414687-5 (Anm.: Bild von einer Ausarbeitung von „klimakontroverse.de“ übernommen)

Und „warme“ Winter:

Bild 8 Temperaturverlauf Winter 1500 – 1999. Quelle Quelle: Glaser, Rüdiger, Klimageschichte Mitteleuropas, 1000 Jahre Wetter, Klima, Katastrophen, ISBN 353414687-5 (Anm.: Bild von einer Ausarbeitung von „klimakontroverse.de“ übernommen)

Salzwasser in der Elbe

[10] kaltesonne : (Einer der klagenden Bauern) Blohm: Weil die Pole schmelzen und mehr Wasser in die Elbe fließt, gelangt durch den Druck auch mehr Salz ins Elbwasser. Begießen wir damit die Äpfel, legt sich eine Salzschicht auf die Früchte. Wenn der Pegel weiter steigt, wird auch das Hochwasserrisiko bei Sturmfluten zunehmen. Wir liegen hier einen halben bis einen Meter unterm Meeresspiegel, die Deiche könnten bald nicht mehr ausreichen.
Eine ergänzende Beschreibung: MSN Nachrichten 10.09.2019 : Folgen des Klimawandels: Apfel-Krise im Alten Land
Problematisch ist außerdem der gestiegene Salzgehalt der Elbe, mit deren Wasser viele Bauern ihre Plantagen bewässern. Das Salz schädigt die Blätter und sie können die Früchte nicht mehr so gut von der Sonne abschirmen. Den Äpfeln droht „Sonnenbrand“. 

Nun ist der Klimawandel also auch schuld, dass aufgrund der Flußvertiefung und weiterer, baulicher Elbmaßnahmen mehr Salzwasser in die Elbe dringt. Für Folgen solcher Baumaßnahmen erhalten betroffenen Bauern wohl wenig, oder kein Geld, wenn es aber der Klimawandel wäre …

Heute klagen gegen eine Gefahr, die in 2 … 5tausend Jahren eintreten könnte

SZ: [1]: Doch das friedliche Bild täuscht, die kleine Insel ist in Gefahr, auch wegen des steigenden Meeresspiegels. „Irgendwann saufen wir hier vielleicht ab. Diese Angst schwebt über allem“ … sagt Backsen. Das eigentliche Problem für Bauern an der Nordseeküste liegt weit im Norden. Schmilzt das komplette Landeis Grönlands werden die Ozeane um fast sieben Meter ansteigen …. damit sie den Hof auch in Zukunft noch bewirtschaften können, muss die Regierung nach Ansicht Becksens …
Vor Kurzem hat Herr Puls gezeigt, dass die Nordsee zwar eine „Mordsee“ sein kann, der Klimawandel aber für etwas Beruhigung sorgt:
EIKE 25. August 2019: [11] Klima-Ruhe an der Nordsee

Bild 9 [11] Sturmfluthäufigkeiten Nordsee

Bild 10 [11] Meerespegel Nordsee

Der lamentierende Bauer wird doch nicht etwa von der Natur erwarten, dass sich der Meerespegel überhaupt nicht mehr verändert, obwohl man noch vor 10.000 Jahren trockenen Fußes nach England hinüber laufen konnte? Oder will er etwa wirklich die Änderungen während der von ihm ersehnten Kaltzeit wieder haben, als die Nordseeküste und deren Bewohner von einem Flutdesaster in das nächste schlitterten und Unmengen von Land an das Meer verlor:
[12] kaltesonne 6. März 2018: Extremwetter in den letzten tausend Jahren
… Wenn das 13. Jahrhundert als eins für die Menschen in Deutschland und Europa angenehmes Jahrhundert bezeichnet werden kann, trifft für das nächste Jahrhundert das Gegenteil zu. Natürlich hat es in allen Jahrhunderten, auch im 13. örtliche Unwetter mit Gewitter, Sturm und Überschwemmung gegeben, die sind hier aber nicht gemeint. Wie auch in den vorausgegangenen Zeiten finden die Sturmfluten an der Nordseeküste das Hauptaugenmerk der Chronisten. Fünfzehn schwere Sturmfluten werden erwähnt weil sie viele Menschenleben forderten und es große Landverluste gab. Am schlimmsten war wohl die vom 16 Januar 1362. die als die große Mannstränke in die Geschichte eingegangen ist.
Der heutige Küstenverlauf ist zum großen Teil durch diese Flut entstanden. Neben den Schaden bringenden Sturmfluten ist dieses Jahrhundert aber vor allem durch Nässe, Überschwemmungen und Kälte im Inland gekennzeichnet ….

Extremwetter Fazit
Selbst wenn man den Chronisten einige Übertreibungen unterstellt, dürfte feststehen, dass Extremwetter in der Vergangenheit nicht seltener, sondern öfter eintraten und diese Ereignisse nicht harmloser, sondern schlimmer waren, als das was wir heute erleben.
Verglichen mit den vergangenen 1000 Jahren, leben wir heute in einer ruhigen Zeit. Am ähnlichsten scheint mir noch das 13. Jahrhundert mit dem 20. Jahrhundert zu sein. Zwar scheinen Hunger in einer globalisierten Wirtschaft nicht mehr vorstellbar, zumindest in den s. g. entwickelten Ländern. Auf die Marktpreise hat das Wetter auch heute noch Einfluss, wie man selbst bei kleinen Wetterabweichungen wie ein Spätfrost im April in 2017 beobachten konnte. Da erfroren mal eben die Blüten an den Obstbäumen und schon waren Kirschen und Äpfel knapp und teuer.

Was würde heute geschehen, wenn wie in all den Jahrhunderten der kleinen Eiszeit, die Flüsse in Europa zufrieren würden, oder der Winter von Oktober bis Juni anhält? Wie würden wir reagieren, wenn Niederschläge und Überschwemmungen, oder Hitze und Dürre Ausmaße annehmen wie sie die Chronisten beschrieben haben? Und wer garantiert uns, dass es nicht doch wieder mal so kommt, denn Extremwetter hat es zu allen Zeiten gegeben, egal ob das Klima kälter oder Wärmer war. Es hat den Anschein, dass es in den wärmeren Perioden etwas weniger WetterAbweichungen vom „Normalen“ gab. Das mag aber auch daran liegen, dass die Extreme zum Kalten hin für uns Menschen schädlicher sind als die zum Warmen hin. Klar dürfte auch sein, dass wir Menschen Extremwetter nicht verhindern und auch nicht herbei zaubern können, selbst nicht mit Kohlendioxyd.

Aber der Bauer verweist ja auf Grönland. Die 7 m Pegelanstieg, welche von dort her drohen, haben wirklich gewaltige Ausmaße. Da muss man schon zustimmen. Wenn dem so ist, hat man allen Grund zu sagen: „Diese Angst schwebt über allem“ und täglich schlecht zu schlafen, mindestens so lange, bis wenigstens unsere Berliner Politik mit viel Aufwand und vor allem vielen Kosten als weltweites Vorbild CO2 reduziert.
Wie lange muss man allerdings schlecht schlafen?
scinexx: …. Selbst bei einer Erwärmung von zwei Grad würde es mindestens 50.000 Jahre dauern, bis das Grönlandeis komplett verschwunden sei. „Je stärker wir die Temperaturgrenze überschreiten, desto schneller schmilzt das Eis“, sagt Erstautor Alexander Robinson vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)
Das ist aber das Ergebnis „moderner“ PIK-Simulationen, die besonders alarmierend parametriert sind. Mit ziemlicher Sicherheit funkt bis dahin die längst überfällige Eiszeit gehörig dazwischen. Nur „wissen“ das die Simulationen nicht, weil sie – beziehungsweise deren Programmierer – die Klimazyklen nicht und schon gar nicht die Eiszeiten verstehen.
Wie rasend schnell die angeblich „sicheren“ Erkenntnisse und damit auch die Klima-Simulationsprogramme, wie auch deren Ergebnisse veralten, zeigt exemplarisch das „kaltesonne“-Publizierverzeichnis
Darin lassen sich mehrmals im Jahr immer neue Erkenntnisse lesen (kleiner Auszug):
Vor 8000 Jahren war es in Grönland 5°C wärmer als heute: Grönlandeis robuster als gedacht (3.7.2018)
Zentrum des grönländisches Inlandeises gewinnt an Masse und bewegt sich langsamer als im Durchschnitt der letzten 9000 Jahre (9.2.2017)
Bewegung des grönländischen Inlandeises verlangsamt sich: Presse sprachlos und vergisst vor lauter Überraschung, darüber zu berichten (14.1.2016)
Stanford University: Polare Eisschilde stabiler als gedacht, Meeresspiegelanstieg weniger dramatisch als befürchtet (13.1.2016)
Wo ist der ominöse Kipppunkt? Vor 120.000 Jahren war es 4 Grad wärmer und das grönländische Eis hielt stand (17.10.2013)

Ende von Teil1, Teil 2 folgt demnächst.

Quellen

[1] SZ 7./8. September 2019: Bauernaufstand

[2] aepfelundkonsorten.org, PV-Jahresheft-2011: Verkehrte Kirschenwelt Über die Sortenentwicklung und die fatale „Außerwertsetzung“ alter Süßkirschsorten

[3] Prof. Dr. Peter Weingarten: Landnutzungswandel vor dem Hintergrund der Perspektiven in der Agrar- und Energiepolitik

[4] EIKE 08.09.2019: Hopfenertrag 2019

[5] EIKE 03. September: GRÜNE, Bauern und Klimawandel: Im Jammern bilden sie eine Symbiose

[6] Zeitschrift für Pflanzenkrankheiten und Pflanzenschutz 1976, S. 53-58: H. Engel; Untersuchung über die Besatzdichte der Kirschfruchtfliege

[7] Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen: Klimawandel und Klimafolgen in Nordrhein-Westfalen Ergebnisse aus den Monitoringprogrammen 2016 LANUV-Fachbericht 74

[8] EIKE: Klima-Ruhe an der Nordsee

[9] kaltesonne 4. Juli 2019: Futurezone.de am 20. Juni 2019

[10] kaltesonne 24. Januar 2019: Obstbauer klagt gegen Klimawandel – trotz Rekordapfelernte 2018

[11] EIKE 25. August 2019: Klima-Ruhe an der Nordsee

[12] kaltesonne 6. März 2018: Extremwetter in den letzten tausend Jahren

[13] Kottfoff et al. 2017: Marine core M0059, Little Belt, western Baltic Sea, TIME: Last 8000 years

[14] ScienceScepticalBlog 9. September 2019: Mojib Latif, Präsident des Club of Rome: Der Norden im Klimawandel!

[15] topagrarONLINE 30.07.2019: Bauernfamilien und Greenpeace verklagen Bundesregierung wegen Klimapolitik

[16] EIKE: 12.Sept. 2019: … Umweltpakt … UNO auf dem Weg ins Mittelalter

[17] EIKE 22.07.2016 : Wurde ein Klimawandel-Einfluss bisher übersehen? Was ist, wenn Gott anstelle von CO2 das Klima lenkt?

[18] EIKE 27. November 2017: Die Rede unseres Bundespräsidenten, F. W. Steinmeier auf COP23 über den Klimawandel war (k)eine investigative Sternstunde – Teil 2 (2)

[19] Achgut: Klima: Deutschlands Ruf first!




Warnungen vor „Klimahysterie“: Deutet sich ein Umdenken bei den Intellektuellen an?

Es sind ja längst nicht alle Akademiker aus den Nicht-MMINT*-Fächern anders begabte Ideologen oder opportunistische Machiavellisten. Auch wenn es einen psychischen Zwang zum Konformismus an den Akademien gibt, ahnen wohl mittlerweile viele Geistes- und Sozialwissenschaftler, daß der kulturmarxistische Geist bald die eigenen Lebensgrundlagen zerstören wird.

So wird seit den 1980ern Jahren in Nordamerika und Europa die mit Abstand leistungsfähigste Kultur der Menschheit, die christlich und jüdisch geprägte westlich-europäische Zivilisation, als kolonialistisch, rassistisch, sexistisch, homophob und seit neuestem auch besonders klimaschädlich diffamiert. Ich erinnere mich noch mit Grausen an Luisa Neubauers Auftritt bei hart aber fair, als sie dem Welt-Chef Ulf Poschardt das typisch umweltfeindliche Verhalten des „alten weißen Mannes“ vorhielt. (Poschardt ist erst 52 und fährt ein Sport-Cabrio.)

Ulrike Ackermann hingegen erklärt im Deutschlandfunk die Kultur des alten weißen Mannes zum Erfolgsmodell, da sie die politische, persönliche und wirtschaftliche Freiheit und den Lebensstandard des Menschen verbessert habe. Die üblichen 68er/kommunistischen Erklärungsmuster vom westlichen Wohlstand, der durch koloniale Ausbeutung der Dritten Welt entstanden sei, unterstützt sie nicht.

Auch beim brandaktuellen Thema Klimaschutz verlangt die Politologin, Ambivalenzen zuzulassen, statt einseitig den Weltuntergang zu prophezeien, der nur durch Radikalität abgewandt werden könne. Erfreulicherweise für uns EIKE-Klimaskeptiker lehnt sie den Begriff „Klimaleugner“ ab. „Das ist ein Zeichen davon, wie ideologisiert und moralisiert die Debatte ist.“ Die Erderwärmung sei „nicht nur menschengemacht“, sondern sei Ergebnis eines Jahrtausende dauernden Prozesses.

Damit nicht genug, sie wird noch viel deutlicher, als sie meint, die Klimarettung käme mittlerweile einer Religion gleich, da ihr mittlerweile oberste Priorität eingeräumt werde. Zugleich würden widersprüchliche Ergebnisse erzielt, wenn zum Beispiel der deutsche Atomausstieg dazu führe, daß die Bundesrepublik schmutzigen Strom aus den Nachbarländern importieren würde.

Beeindruckend, oder? Hier ist die Radiosendung zu hören. Es sei darauf hingewiesen, daß Ackermann im Gegensatz zu den meist eher ökosozialistischen Kolleg*_innen in den Universitäten FDP-Mitglied, liberal und Gründerin des Heidelberger John-Stuart-Mills-Institut ist.

Die Junge Freiheit weist darauf hin, daß auch der Deutsche Städte- und Gemeindebund mittlerweile vor einer Verbotswelle und hysterischen Aktionen in der Klimadebatte warnt. Grundsätzlich lehnt der Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg die Klimarettung zwar nicht ab, „aber wir müssen aufpassen, daß wir aufpassen, daß wir nicht in Aktionismus verfallen, der dann irgendwann sogar in einer Klimahysterie endet.“

Landsberg verweist auf die Kreativität der Industrietechnik, die zur Klimarettung eingesetzt werden könne und betont, daß der Klimaschutz nur mit erheblichen Belastungen der Allgemeinheit durchzuführen sei. Er sei daher gegen einen „aktionistischen Überbietungswettbewerb neuer Verbote“. Völlig gegensätzlich äußerte sich Umweltministerin Svenja Schulze (SPD): „Ohne Verbote oder klare Vorgaben wie Emissionsgrenzen geht es nicht.“ Die Bundesregierung plant daher ein Maßnahmenpaket zum Klimaschutz.

*Medizin, Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik

 

 

 




Windräder: Stillstand ist der typische Betriebszustand – Winddaten gefälscht

Stillstand ist die typische Situation eines Windrades in Baden-Württemberg. Das, was jeder beim Vorbeifahren an Windkraftanlagen im Süden Deutschlands häufig sieht, ist kein subjektiver Eindruck, sondern erweist sich als Normalfall.

Denn: Windräder stehen im Durchschnitt drei Monate still oder trudeln nur gemütlich vor sich hin und liefern fast keinen Strom. Das ist das ernüchternde Ergebnis, das aus dem neuen Windatlas von Baden-Württemberg resultiert. Der Grund: Es gibt nicht so viel Wind, wie die Landesregierung von Baden-Württemberg dem Land weismachen will. Die Winddaten und damit die Ertragsprognosen sind in der Regel viel zu hoch angesetzt.

Im Mai dieses Jahres stellte die Landesregierung Baden-Württemberg einen neuen Windatlas vor mit dem Resultat: Im Himmel ist Jahrmarkt und »wir« müssen nur viele, viele Windräder aufstellen und erzeugen so umweltfreundlichen Strom.
Doch da war viel von den zweifelhaften Rechentricks des Hockeystick-Erfinders Michael Mann dabei.

Mitglieder des Vereines Mensch Natur e.V. in Göppingen haben sich diese neue Version des Windatlass 2019 kritisch angesehen und die Werte mit realen Windmessergebnissen verglichen. Der Verein selbst setzt sich für die Bewahrung von Vielfalt, Schönheit und der Eigenart von Landschaften und Naturräumen ein und will, dass die Lebensräume als natürliche Lebensgrundlagen von Menschen, Tier und Pflanzen erhalten bleiben. Sie sind Mitglied in der Bundesinitiative VERNUNFTKRAFT.

Bereits in den 1990er Jahren wurden erste Daten veröffentlicht, im Jahr 2011 dann ein erster Windatlas von Baden-Württemberg. Damals hat der TÜV SÜD die Daten erarbeitet. Der Bundesverband Windenergie sah darin einen ersten Schritt zu einem verstärkten Ausbau der Windenergie in Baden-Württemberg.

Die durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten wurden in einem Raster von 50×50 Meter in 100 und 140 Metern Höhe ermittelt. Grundsätzlich handelte es sich um hochgerechnete Windgeschwindigkeiten auf der Basis eines Höhenprofils der Landschaft, korreliert mit Daten von wenigen Wetterstationen. Betrachtete man die Messdaten an einem Standort und nahm die Daten des Deutschen Wetterdienstes, sowie konkrete Windmessungen vor Ort hinzu, klafften die Werte jedoch weit auseinander. Eine weitere Version stammt aus dem Jahre 2014, jetzt die neue Version 2019.

Allen Berechnungsergebnissen ist eines gemeinsam: Sie stellen das Windangebot immer als zu hoch da, haben die Kritiker der Studie herausgefunden. Zu denen gehören Physikprofessor Michael Torwart, die Diplom-Ingenieure Detlef Ahlborn für Statistik und Jörg Saur für Energietechnik: »Wesentliche Einflussgrößen wie Turbulenzen, Temperatur, Hochdruck- oder Tiefdruckwetterlagen, aber auch Luftfeuchtigkeit werden in den Gleichungen nicht berücksichtigt.«

Also: Auch der neue Windatlas ist geschönt. »Dabei konnten wir durch Rückrechnungen anhand frei verfügbarer Daten nachweisen, dass beim neuen Windatlas qualitativ und quantitativ unsauber gearbeitet wurde und die Berechnungen auf methodischen Fehlern aufbauen, die nicht nur für die Wirtschaftlichkeit künftiger Windanlagen weitreichende Konsequenzen haben.«
In ihrer »kritischen Betrachtung« Windatlas 2019 in Baden-Württemberg versus Realität konnten sie weiterhin zeigen, »dass der willkürlich und politisch festgelegte Wert der Kappgeschwindigkeit von 15 Meter pro Sekunde physikalisch-technisch nicht begründet werden kann und zu einer Überschätzung der Standortgüten von bis zu 20 Prozent führt.«

Die Kappgeschwindigkeit bezeichnet die Windstärke, ab der die umgesetzte Energie nicht weiter ansteigt, auch wenn die Windstärke noch weiter anwächst. Der Generator hat dann seine Maximalleistung erreicht. Er kann also auch noch heftigeren Wind nicht in weitere elektrische Energie umsetzen.

„Weitere Unstimmigkeiten im neuen Windatlas treten zu Tage, wenn man die vom Umweltministerium Baden-Württemberg neu geforderte Flächenleistung von 215 Watt pro Quadratmeter betrachtet. Durch Validierung anhand von real existierenden Ertragsdaten des »Vorzeige-Windparks« Lauterstein auf der Ostalb zeigen wir, dass diese in der Realität nicht erreicht wird. Weiterhin weisen wir systematisch nach, dass die meisten Windkraftanlagen in Baden-Württemberg weit unterhalb ihres prognostizierten Referenzertrags von 60 Prozent bleiben und somit hätten gar nicht genehmigt werden dürfen.«

Die Autoren vermissen vor allem die Originaldaten der Berechnungen: »Die verwendete Datengrundlage wurde zudem nicht öffentlich gemacht und kann damit keiner unabhängigen Prüfung unterzogen werden. Die Landesregierung als Auftraggeber ist somit ihrer Pflicht und Verantwortung gegenüber den Landkreisen, den Kommunen und der Bürgerschaft nicht nachgekommen, Transparenz und Objektivität der Studie zu gewährleisten.«

Wieder lässt Michael »Hockeystick« Mann grüßen. Nur mit massiver Manipulation von Daten gelingt es offenbar, die Ertragsmöglichkeiten von Windrädern in Schwachwindregionen als effektiv darzustellen. Die Autoren der kritischen Studie über den Windatlas vermuten, »dass der Bundesverband Windenergie gemeinsam mit der Firma AL-PRO als Mitglieder im Fachbeirat ihre Interessen an einem Ausbau der Windkraft wahrgenommen haben.«

Die praktischen Folgen erleben mittlerweile immer mehr Beteiligte an sogenannten »Bürgerwindparks«: Zu hohe Annahmen über die Winderträge münden häufig in einem wirtschaftlichen Desaster. Windräder liefern oft nicht genügend Strom, damit die Kosten gedeckt werden. Rechtsstreitigkeiten sind die Folge, wenn »Bürger« ihre Ersparnisse in den Bau von nutzlosen Windrädern gesteckt haben. Die Projektierer und Erbauer sind meistens fein heraus; sie verdienen am Bau der Windräder. Was dann geschieht, kann ihnen gleichgültig sein.

Die Frage muss jetzt gestellt werden, was mit einem Staat zu tun ist, der nicht Artikel 20a des Grundgesetzes befolgt: »Der Staat schützt«, so steht darin, »auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.«

Zerstörte Landschaften, Hunderttausende von gekillten Vögeln und Fledermäusen und zu wenig produzierter Strom geschweige denn eine Versorgungssicherheit – das Ergebnis der grünen Politik von Ministerpräsident Kretschmann, Umweltminister Untersteller und Co in Baden-Württemberg. Das alles sind Fakten, die nicht  zu wiederlegen sind. Da muss mit anderen Mitteln gekämpft werden. Die Heute-Show etwa erklärte, dass Windkraftgegner irgendwie AfD seien. Merke: Wer etwas kritisiert, kann nur rechts sein. Solche heißt Luft allerdings macht Wind in der Glotze, aber nicht für die Windräder.

Der Beitrag erschien zuerst bei TE hier




Volldampf voraus: Chinas kohlebefeuerter Stromschub setzt sich mit voller Kraft fort

Anstatt die industrielle Revolution mit Sonnenschein und Brise voranzutreiben, baut China Kohlekraftwerke „auf Teufel komm raus“.

Sicher, offiziell behaupten die Chinesen zu ihren angeblichen „Klimaschutzverpflichtungen“ zu stehen. Diese sind lediglich ein Kodex dafür, dass sie nicht den gleichen industriellen und wirtschaftlichen Erfolg haben [hatten], wie die Europäer in den letzten zwei Jahrhunderten – und eher Lippenbekenntnisse zwischen jetzt und nie ihre Kohlendioxidgasemissionen zu senken.

Immer undurchschaubar, haben die Chinesen etwas den Wind- und Solarförderer Bloomberg New Energy Finance verärgert, indem sie sich geweigert haben, ihre Wirtschaft von innen heraus zu zerstören.

Anstatt die Milliarden US-Dollar, die in grünen Schmiergeldern stecken, zu verwenden, um diese Winddinger in die Landschaft zu spießen und Sonnenkollektoren auf ganz China zu verstreuen, wird dieses Geld für einen viel nützlicheren Zweck umgeleitet: den Bau von Dutzenden neuer Kohlekraftwerke. (Anmerkung: Fügen wir hier das Wehklagen und Zähneknirschen hinzu?)

 

China hat die Finanzierung „sauberer Energie“ um 39% gekürzt und sie führen damit den weltweiten Rückgang an

MIT Energy Review, James Temple, 10. Juli 2019 geführt hat

Die weltweite Finanzierung von „sauberen Energieprojekten“ ist auf den niedrigsten Stand seit sechs Jahren gesunken, ein schwerer Schlag für den Kampf gegen den Klimawandel.

Die Ergebnisse: Bloomberg NEF stellte fest, dass sich die weltweiten Investitionen in Solar-, Wind- und andere saubere Energiequellen im ersten Halbjahr 2019 auf 117,6 Mrd. USD beliefen. Dies entspricht einem Rückgang von 14% gegenüber dem Vorjahreszeitraum und dem niedrigsten Halbjahreswert seit 2013.

In China gingen die Investitionen um 39% zurück, da das Land seine aggressiven Solarsubventionen lockerte, um die Kosten in den Griff zu bekommen. Die Ausgaben gingen jedoch auch in den USA um 6% und in Europa um 4% zurück, was zum Teil auf das Auslaufen der Politik und die schwache Nachfrage nach zusätzlicher Energieerzeugung in reifen Märkten zurückzuführen ist.

Das große Ganze: Der neue Bericht deutet darauf hin, dass der Bau zusätzlicher erneuerbarer Energien im letzten Jahr ins 2019 ausgedehnt wurde.

Weitere schlechte Nachrichten: BNEF stellte fest, dass die privaten Investitionen in saubere Energieunternehmen ebenfalls zurückgingen und um 2% auf 4,7 Mrd. USD, was die Möglichkeiten der innovativen neuen Unternehmen einschränkte, die zur Lösung der verbleibenden Herausforderungen im Klimapuzzlespiel erforderlich sind.

Umkehrung des Trends: Um zu verhindern, dass der Investitionsrückgang zu einem anhaltenden Trend wird, ist mit ziemlicher Sicherheit eine aggressivere Regierungspolitik erforderlich, die sowohl die Entwicklung sauberer Energien vorantreibt als auch Anreize für die Steigerung privater Investitionen bietet.

MIT Energy Review

Gefunden auf stopthesethings

Übersetzt durch Andreas Demmig

https://stopthesethings.com/2019/09/11/full-steam-ahead-chinas-coal-fired-power-surge-continues-at-full-tilt/