Neues Klimapaket dürfte Deutschlands führende Unternehmen Milliarden von Euro kosten
geschrieben von Chris Frey | 26. September 2019
„Unseren Forschungen zufolge steht praktisch jedes der (30) DAX-Unternehmen vor großen Herausforderungen, selbst bei niedrigen CO2-Preis-Szenarien“, sagte Henrik Potzen von Union Investment.
Deutschland, das gerade mal zu etwas über 2% zu den Treibhausgas-Emissionen der Welt beiträgt, will seine Kohlenstoff-Emissionen hauptsächlich im Bau- und Transportwesen reduzieren. Im Versorgungssektor ist es bereits zu substantiellen Reduktionen gekommen, erzwungen durch einen gesetzlich vorgeschriebenen Kohlenstoff-Handel (EU-ETS) in Europa, welcher Anreize zur Kohlenstoff-Effizienz bietet.
Aber das Land ist immer noch auf dem Weg, die Ziele bzgl. Reduktion von Treibhausgas-Emissionen zu verfehlen, wobei CO2 den Hauptanteil ausmacht. Man wollte bis zum Jahr 2030 55% reduzieren im Vergleich zum Jahr 1990, erreichte aber bislang weniger als 30%.
Union Investment sagte, dass wenn man ein Kohlenstoff-Preis in Bereichen verhängt, die nicht im ETS sind, könnte dies die DAX-Unternehmensgruppe 5,2 Milliarden Euro pro Jahr kosten. Diese Schätzung basiert auf einem Preis von 30 Euro pro Tonne CO2-Äquivalent. Diese Summe wäre äquivalent zu 3,7% des kumulativen operativen Gewinns der gesamten DAX-Gruppe im Jahre 2018.
Klima-Aktivisten könnten Deutschlands Auto-Schau zerschlagen haben
Automotive News Europe Die Frankfurter Auto-Schau ist dem Untergang geweiht. Es ist schwierig, zu einer anderen Folgerung zu kommen, nachdem die Besucherzahlen auf der Schau dieses Jahres um fast ein Drittel eingebrochen sind.
Schon vor der Eröffnung der Schau für die Öffentlichkeit am 12. September zeigte die fehlende Begeisterung darum herum, dass es düster aussah.
Das Fehlen von Marken wie Toyota, Renault, Peugeot, Nissan, Fiat und Ferrari war ein ernster Schlag für den Organisator VDA (Verband der Automobilindustrie). Dazu kam dann noch der Protest tausender Klima-Aktivisten vor dem Eingang, welche die schwelenden Spannungen zwischen der deutschen Auto-Industrie und den Umweltaktivisten des Landes grell hervorhob.
Die seitens der Autohersteller zur Schau gestellte Selbst-Verpflichtung, ihre Autoflotten zu dekarbonisieren mittels neuer Elektrofahrzeuge wie Porsche Taycan, Opel Corsa-E und Volkswagen ID3, konnte die Öffentlichkeit nicht begeistern.
Die Schau dieses Jahres verzeichnete der VDA zufolge 560.000 Besucher. Dies kontrastiert zu den 810.000 Besuchern im Jahre 2017 auf der alle zwei Jahre stattfindenden Schau – mitten in der Diesel-Krise der Volkswagen-Gruppe sowie in Diskussionen über Fahrverbote in Innenstädten.
Unter Verweis auf die Zahl der fehlenden großen Automarken, der Abnahme des benötigten Platzes und geringerer Ambitionen, twitterte der ehemalige Opel-Direktor Karl Thomas Neumann, dass die Schau dieses Jahres krachend gescheitert und „ein müder Abglanz dessen war, was es früher war“. Er prophezeite, dass es im Jahre 2021 keine Autoschau mehr geben werde.
Greta Thunbergs UN-Rede: ein Dokument des Mißbrauchs
geschrieben von AR Göhring | 26. September 2019
Starrer bohrender Blick, fanatische Wut, zur Fratze verzerrtes Gesicht, verwirrte Sätze: Für die Qualitätspresse war Gretas Auftritt in der UN natürlich leidenschaftlich oder emotional. Für den kritischen Beobachter hingegen zeigten sich die Folgen jahrelanger seelischer Mißhandlung. Die junge Schwedin ist Autistin und hat nach Angabe ihrer Mutter in ihrer Biografie noch andere seelische Krankheiten; zudem wirkt sie entwicklungsverzögert, weil sie längst nicht wie 16 aussieht. Dennoch wird sie von ihren Eltern und einem verantwortungslosen Medientroß vor jede sich anbietende Kamera gezerrt und wird vom Juste Milieu der westlichen Länder mit unverdienten Preisen überhäuft; im Oktober stehen der Doktortitel und wahrscheinlich der Nobelpreis an. Was macht so etwas mit einem Menschen? Selbst ein gesundes Mädchen mit stabiler Persönlichkeit würde dem medialen Beschuß kaum standhalten, ohne Schaden zu nehmen. Greta wird vorgegaukelt, daß sie nicht nur eine konstruierte Medienikone ist, sondern daß die ganze Welt sie tatsächlich liebt. Gleichzeitig baut das Klima-Tremolo bei den einfachen Bürgern zunehmend einen gewaltigen Haß auf, der sich auf das Gesicht der Bewegung richtet, obwohl Greta letztlich nicht verantwortlich ist. Sie ist ein Opfer.
In Internetläden kann man schon Auto-Aufkleber mit der Aufschrift „Fuck you, Greta!“ kaufen. Was mag aus dem Mädchen werden, wenn der aktuelle Klimahype abebbt und Greta von den Medien entsorgt wird? Al Gore, sozusagen Gretas Vorgänger, war der Star der Bewegung im ersten Klimahype 2007 und wird heute von den Medien weitgehend ignoriert. Sogar seinen zweiten Film von 2017 will kaum jemand sehen. Der erste Film „Eine unbequeme Wahrheit“ hingegen lief in Kinos und bekam einen Oscar.
Die Achse brachte am Dienstag die komplette Rede von Greta in der UNO. Wer es noch nicht gelesen hat, hier meine Übersetzung. Es ist traurig.
Meine Botschaft ist, dass wir Sie beobachten werden.
Das ist alles falsch. Ich sollte nicht hier oben sein. Ich sollte auf der anderen Seite des Ozeans wieder in der Schule sein. Trotzdem seid ihr alle zu uns jungen Leuten gekommen, um zu hoffen. Wie könnt Ihr es wagen!
Du hast meine Träume und meine Kindheit mit deinen leeren Worten gestohlen und dennoch bin ich einer der Glücklichen. Die Menschen leiden. Leute sterben. Ganze Ökosysteme brechen zusammen. Wir stehen am Beginn eines Massensterbens und alles, worüber Sie sprechen können, sind Geld und Märchen von ewigem Wirtschaftswachstum. Wie könnt Ihr es wagen!
Seit mehr als 30 Jahren sagt es die Wissenschaft kristallklar. Wie könnt Ihr es wagen, weiter wegzuschauen und zu sagen, dass du genug tust, wenn die erforderlichen politischen Maßnahmen und Lösungen noch nicht in Sicht sind.
Sie sagen, Sie hören uns und Sie verstehen die Dringlichkeit, aber egal wie traurig und wütend ich bin, ich möchte das nicht glauben. Denn wenn Sie die Situation wirklich verstanden und immer noch nicht gehandelt hätten, wären Sie böse und ich weigere mich zu glauben.
Die beliebte Idee, unsere Emissionen in zehn Jahren zu halbieren, gibt uns nur eine 50-prozentige Chance, unter 1,5 Grad zu bleiben, und das Risiko, irreversible Kettenreaktionen auszulösen, die sich der Kontrolle des Menschen entziehen.
Fünfzig Prozent mögen für Sie akzeptabel sein, aber diese Zahlen beinhalten keine Wendepunkte, die meisten Rückkopplungsschleifen, zusätzliche Erwärmung, die durch giftige Luftverschmutzung oder die Aspekte von Gerechtigkeit und Klimagerechtigkeit verborgen wird.
Sie verlassen sich auch darauf, dass meine Generation mit Technologien, die es kaum gibt, Hunderte von Milliarden Tonnen CO2 aus der Luft saugt.
Ein Risiko von 50 Prozent ist für uns einfach nicht akzeptabel, wir müssen mit den Konsequenzen leben.
Wie können Sie es wagen, so zu tun, als ob dies nur mit Business as usual und einigen technischen Mitteln gelöst werden kann? Mit den heutigen Emissionswerten wird das verbleibende CO2-Budget innerhalb von weniger als achteinhalb Jahren vollständig aufgebraucht sein.
Es wird heute keine Lösungen oder Pläne geben, die diesen Zahlen entsprechen, da diese Zahlen zu unangenehm sind und Sie noch nicht reif genug sind, um zu sagen, wie es ist.
Sie verfehlen uns, aber die jungen Leute fangen an, Ihren Verrat zu verstehen. Die Augen aller künftigen Generationen sind auf Sie gerichtet, und wenn Sie uns im Stich lassen, sage ich: Wir werden Ihnen niemals vergeben.
Damit kommen Sie nicht durch. Genau hier, genau jetzt, ziehen wir die Grenze. Die Welt erwacht und es kommt ein Wandel, ob Sie es mögen oder nicht.
Danke.
Wie reagierte die Kanzlerin, die ihr Klimapaket vom 20.9. in New York vorstellte und sich kurz mit Greta traf? So:
„Wir alle haben den Weckruf der Jugend gehört.“
Nebenbei: US-Präsident Donald Trump traf zufällig auf Greta Thunberg im UN-Gebäude. Allerdings beachtete er sie gar nicht, als sie vom Sicherheitspersonal wegen seines Eintreffens in eine Ecke geführt wurde. Als sie Trump erblickt, scheint sie fast etwas empört zu sein, daß der Präsident ihr den Rücken zudreht und sie gar nicht beachtet. Die Vloggerin Carolin Matthié meint passend dazu, daß die Nichtbeachtung eines verwöhnten Kindes ein probates Mittel der Erziehung sei.
Niemand hat Greta Thunberg demokratisch gewählt. Sie stammt aus keinem Königshaus und sie hat kein Vermögen geerbt. Und doch wird die von PR-Profis aufgebaute »Greta Thunberg« derzeit auf politischen Bühnen herumgereicht, als hätte sie irgendeine Legitimation, in Politik einzugreifen.
Nach medialem Lithium-Fiasko: Regierung will jetzt „klimaneutralen“ Wasserstoff
geschrieben von AR Göhring | 26. September 2019
Nachdem selbst Klimaprofessor Harald Lesch im ZDF über den unsozialen und öko-katastrophalen Abbau von Lithium aufgeklärt hat, gilt die Akkumulator-Mobilität in seinen Kreisen als verbrannt. Sogar kleine Leschs im Jenaer Klimapavillon schworen dem Glauben ans Goldene Kalb Lithium-Batterie schon ab. Altmaier schließt sich den Quantitätsmedien, wie es sich für einen Minister eines Merkel-Kabinetts gehört, natürlich an. Früher sprach er von „Nische“, mittlerweile sieht er die H2-Technologie als zentralen Baustein zur Klimarettung an.
Als Alternative promoviert der Klimaprof nun via Terra X die Wasserstofftechnologie als neuen Heilsbringer. Es gab hier auf der EIKE-Seite ja bereits heiße Diskussionen im Kommentarbereich zum Thema. Einige Fachkundige finden die H2-Brennzelle gut, andere wie ich zweifeln daran. Kürzlich sprach ich mit einem Nachbarn darüber, einem Maschinenbauingenieur, der darauf hinwies, daß die Betankung mit Wasserstoff ähnlich schnell ginge wie beim Methan-Tank. Aber wie will man den Wasserstoff zur Tankstelle bringen, und welcher Aufwand müßte getrieben werden? Das extrem energiereiche Knallgas ist viel explosiver als Methan und erfordert eine regelrechte „Panzerung“ der Tanksäule. Bei Esso bei mir um die Ecke kann man schon aus Platzgründen sicher keine zusätzliche H2-Technik einbauen. Und es gibt ja schon mehrere Starkstrom-Säulen im Umfeld von EIKE. Energiewende-Chaos, geboren aus der Tageslaune einer Kanzlerin, wie Dushan Wegner es so schön formuliert…..
Was will der in der Wirtschaft nicht gerade als kompetent bekannte Minister Altmaier nun mit seiner Wasserstoff-Inititiative?
Grüner Wasserstoff solle „inländisch in industriellem Maßstab baldmöglichst produziert werden“, heißt es in einem Papier mit 33 Seiten aus dem Wirtschaftsministerium. Zweck: Nutzung im Verkehr, in der Industrie, in Gebäuden und zur Stromerzeugung. In Gebäuden??? Mir schwant Übles…. Möchten Sie über einer Wasserstoffleitung wohnen?
Altmaiers H2-Papier wurde übrigens, man ahnt es schon, wohl von den Profiteuren der Energiewendeindustrie, bzw. deren Lobbyisten, mitformuliert; außerdem wird es von den Grünen, der FDP, und teils von der SPD unterstützt. Wir erinnern uns an die Windkraftindustrie, die Altmaier schon die Pistole auf die Brust setzte.
Was will das Wirtschaftsministerium technisch erreichen? Aus Strom (von Windkraftanlagen etc.) soll mittels Elektrolyse Wasser chemisch gespalten werden:
2 H2O → 2 H2 + O2. Das gewonnene Wasserstoffgas soll in Brennzellen und in der Chemieindustrie eingesetzt werden, oder soll zu Methangas oder „E-Fuels“ verarbeitet werden. Werbeslogan „POWER TO X“. Aha, man will den Wasserstoff als Energiespeicher nutzen, weil selbst Altmaier & Co. gemerkt haben, daß man mit dem Zappelstrom der Windräder und Solarpaneele nichts anfangen kann. Sollen dann die Elektrolysewerke nur arbeiten, wenn gerade einmal genügend Strom geliefert wird? Richten die Mitarbeiter der Werke ihre Arbeitszeit dann nach der Wettervorhersage aus? Werden sie müssen. Bei Dunkelflaute ist Kurzarbeit angesagt. Und die Wetterfrösche können halbwegs sichere Prognosen nur für maximal zehn Tage leisten, wenn überhaupt.
Man sieht: Altmaier und die Energiewende-Industrie umschiffen wieder einmal umständlich die zentrale (und seit 100 Jahren altbekannte) Erkenntnis, daß wir Menschen im Gegensatz zur Natur mit unserer Metall-Halbleiter-Kunstoff-Technologie Energie NICHT effizient speichern können. Ohne organische Moleküle wie Triazyl-Glyzerin (Fett) oder Zellulose geht es nun einmal nicht. Punkt. Verdammte Thermodynamik, verdammte universale Naturgesetze! Da die Wärmelehre oder die Kirchhoffschen Regeln („das Netz ist der Speicher“) in der Bevölkerung aber, auch bedingt durch den gezielten Bildungsabbau, kaum bekannt sind, lassen sich die Leser und Zuschauer von Relotius online und Klimaschau mal wieder zu 97%, oder gar zu 99,64% täuschen.
Dabei geben die Medien sogar zu, daß der Wirkungsgrad der Wasserstofftechnologie lausig ist. Die Energieverluste der Elektrolyse und E-Fuel-Herstellung sind heftig und nicht im Ansatz mit der Raffinierung und Verbrennung fossiler Energieträger zu vergleichen. Auf jeden Fall werden die Profiteure einmal wieder kräftig Kasse machen, bis die nächste „Wundertechnologie“ gefunden wird.
Was macht die in Deutschland ansässige Industrie, deren Ingenieure und Physiker die Thermodynamik in- und auswendig kennen? Wehrt sie sich? Nein, sie machen wie die Automobilindustrie den Kotau vor den Ahnungslosen. Siemens, General Electric Power und MAN kündigten an, sie wollten ihre Gasturbinen fit machen für „erneuerbare Gase aus klimaneutralen Quellen“. Siemens ist zudem Marktführer in der Elektrolysebranche. Will da jemand Subventionen abgreifen und verlegt dann diskret seine Produktion ins ideologie-sichere Ausland? Die Autokonzerne bauen ja schon Großfabriken in Russland.
Michael E. Mann, Verlierer
geschrieben von Chris Frey | 26. September 2019
Zunächst: Obwohl Mann sich immer als Opfer geriert, ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass er in diesem Falle wie auch in dem Meinen der Kläger ist: Es war seine Entscheidung zu klagen – und ohne diesen bewussten Entschluss hätte es kein Verfahren gegeben. Wenn also Mann sagt, dass „es kein Ergebnis gegeben habe, wonach die Vorwürfe von Ball gerechtfertigt waren“, hat Ball gar nichts vorgeworfen: Das ist ein legaler Terminus, und die einzige Klage vor Gericht war die von Mann, und zwar in seiner Behauptung gegen Ball. Jene Mann’schen Klagen wurden verworfen – also hat Mann, laienhaft ausgedrückt, verloren und Ball gewonnen.
und
Das heißt, es ist vorbei, und Mann hat verloren. Wie auch immer er es dreht und wendet – das Urteil ist bindend für ihn, ebenso wie für alle anderen Aspekte seiner Klage: Das Gericht kam zu dem Ergebnis, dass Manns unentschuldbares Verhalten den Beklagten geschädigt hat, weshalb die Klage abgewiesen worden war. Juristisch ist das eine grundlegende Abweisung: worum es Mann auch immer in seiner Klage gegen Ball gegangen war, es ist aus und vorbei, für immer. Tim Ball darf erklären – jeden Tag der Woche während der nächsten 30 Jahre –, dass Mann in das Staatsgefängnis* gehöre – weil jene grundlegende juristische Frage entschieden worden ist und Mann es vermasselt hat. Ich bin nicht überrascht darüber, dass keiner seiner Anwälte, kommen sie nun aus Kanada oder den USA, ihren Namen unter dem Scherbenhaufen von Mann sehen wollen – weil man sich gewaltig blamiert, wenn man so geisteskrank wie hier vor einem Richter argumentiert.
[*Unübersetzbares Wortspiel. State Pen steht für State state penitentiary = Staatsgefängnis. Penn State dagegen steht für University of Pennsylvania, wo Mann arbeitet. Anm. d. Übers.]
…
Trotz seines ein Jahrzehnt langen Kampfes und dank seiner Ausdauer – Tim Ball blieb standhaft – und gewann! Ich könnte es nicht besser.
Update (EW) – The court judgment makes interesting reading (h/t Dr. Willie Soon)
Aktualisierung: Auszüge aus der Urteilsbegründung:
IN THE SUPREME COURT OF BRITISH COLUMBIA
Citation: Mann v. Ball,
2019 BCSC 1580
Date: 20190822
Docket: S111913
Registry: Vancouver
Between: Michael Mann
Plaintiff [Kläger]
And: Timothy (“Tim”) Ball
Defendants [Beklagter]
Before: The Honourable Mr. Justice Giaschi Oral Reasons for Judgment [mündliche Urteilsbegründung]
In Chambers
Counsel for the Plaintiff: [Anwalt des Klägers]
R. McConchie
Counsel for the Defendant, Timothy (“Tim”) Ball: [Anwälte des Beklagten]
M. Scherr
D. Juteau
Place and Date of Hearing:
Vancouver, B.C.
May 27 and August 22, 2019
Place and Date of Judgment:
Vancouver, B.C.
August 22, 2019
1) Der Richter: Ich möchte meine Gründe für die Abweisung der Klage darlegen. Ich behalte mir das Recht vor, diese Gründe der Klarheit und der Grammatik wegen zu überarbeiten, aber das Ergebnis wird sich dadurch nicht ändern.
2) Der Beklagte beantragt, die Angelegenheit wegen Verzögerung abzuschließen.
3) Der Kläger, Dr. Mann, und der Beklagte, Dr. Ball, haben dramatisch unterschiedliche Ansichten bzgl. Klimawandel. Ich habe nicht die Absicht, auf jene Ansichten einzugehen. Es ist ausreichend, dass einer glaubt, der Klimawandel sei vom Menschen verursacht, der andere glaubt das nicht. Als Folge dieser unterschiedlichen Meinungen befanden sich beide seit vielen Jahren im ständigen Streit.
4) In dem Verfahren geht es zunächst um eine Aussage des Klägers in einem Interview vom 9. Februar 2011. Sie lautete: „Michael Mann an Penn State sollte im State Pen, nicht bei Penn State sein“. Diese Aussage war auf einer Website veröffentlicht worden und stellt vermeintlich eine Beleidigung des Klägers dar. In diesem Zivilrechts-Prozess geht es auch um viele andere, vermeintlich beleidigende Aussagen, welche von Tim Ball veröffentlicht worden waren. Es ist nicht notwendig, diese Aussagen hier im Einzelnen anzusprechen.
5) 0690860 Manitoba Ltd. v. Country West Construction, 2009 BCCA 535, Paragraphen 27 und 28, legen die vier Elemente fest, welche für eine Zurückweisung beachtet werden müssen. Das sind:
a) Gab es eine unzulässige Verzögerung bei der Behandlung des Falles?
b) Falls es eine unzulässige Verzögerung gegeben hat, ist diese unter diesen Umständen entschuldbar?
c) Hat die Verzögerung das Urteil ernsthaft beeinflusst, und falls ja, besteht dann ein substantielles Risiko, dass eine faire Verhandlung nicht mehr möglich ist?
d) Erfordert die Justiz der Gleichbehandlung halber eine Abweisung des Falles?
6) Zunächst zu der Frage, ob es zu einer unzulässigen Verzögerung gekommen war. Der zeitliche Ablauf ist wie folgt:
…
[Es folgt die zeitliche Auflistung, die jedoch auch in den folgenden Ausführungen angesprochen wird. Daher werden die Punkte a) bis i) hier nicht übersetzt. Anm. d. Übers.]
7) Es gab mindestens zwei extensive Perioden der Verzögerung. Beginnend etwa im Juni 2013 gab es eine Verzögerung von etwa 15 Monaten, in welchen nichts geschah, was den Fall voran brachte. Eine zweite extensive Periode der Verzögerung war vom 20. Juli 2017 bis zur Einreichung des Antrags auf Abweisung am 21. März, also über 20 Monate. Auch während dieses Zeitraumes wurde nichts getan, um den Fall voranzubringen. Die Gesamtzeit von der Einreichung der Zivilklage bis zum Antrag auf Abweisung betrug acht Jahre. Es werden fast 10 Jahre bis zum Urteil in der Sache vergangen sein. Es gab also zwei Perioden über zusammen etwa 35 Monate, in denen nichts geschah. Meiner Ansicht nach ist das eine unzulässige Verzögerung.
8) Nun zu der Frage, ob die Verzögerung entschuldbar ist. Meiner Ansicht nach ist das nicht der Fall. Es gibt keine Belege seitens des Klägers, welche die Verzögerung erklären. Dr. Mann reichte eine eidesstaatliche Erklärung ein, legte aber keinerlei Belege irgendeiner Art vor bzgl. der Verzögerung. Bedeutend hierbei: er legte keinerlei Belege vor, die sagen, dass die Verzögerung seinen Anwälten geschuldet war, und auch keine dafür, dass er seine Anwälte angewiesen hatte, den Fall sorgfältig voranzubringen. Er ist einfach in überhaupt keiner Weise auf die Verzögerung eingegangen.
9) Der Anwalt von Dr. Mann macht geltend, dass die Verzögerung seiner Beschäftigung mit anderen Angelegenheiten geschuldet war, aber die eidesstaatliche Versicherung bleibt weit hinter einem Beleg, der dieses etabliert. Die eidesstaatliche Erklärung von Jocelyn Molnar, eingereicht am 10. April 2019, spricht einfach nur an, in welche Angelegenheiten der Anwalt des Klägers zu verschiedenen Zeiten involviert war. In der Erklärung gibt es keine Verbindung dieser anderen Angelegenheiten mit der Verzögerung hier. Sie erklärt nicht die lange Verzögerung während der Jahre 2013 und 2014 und erklärt auch nicht in angemessener Weise die Verzögerung ab Juli 2017. Die Beweise bleiben weit hinter einer Rechtfertigung der Verzögerung zurück.
10) Selbst wenn ich akzeptieren würde, dass die Belege zur Ursache der Verzögerung allein dem Anwalt des Klägers wegen seiner anderen Arbeiten geschuldet waren, was ich nicht tue, stimme ich nicht zu, dass dies eine angemessene Entschuldigung ist. Der Anwalt des Klägers war nicht in der Lage, irgendeinen Beleg vorzulegen, aus dem einwandfrei hervorgeht, dass der übervolle Arbeitsplan des Anwalts eine valide Entschuldigung der Verzögerung ist. Im Gegensatz dazu verweist der Beklagte an Hughes v. Simpson Sears, [1988] 52 D.L.R. (4th) 553, wo Richter Twaddle im Namen des Manitoba Court of Appeal auf Seite 13 schreibt:
… Freedman, J.A. sagte, dass das über allem stehende Prinzip in Fällen dieser Art „essentielle Gerechtigkeit“ ist. Daran kann kein Zweifel bestehen, aber es muss die Gerechtigkeit für beide Seiten sein, nicht nur für eine. … Das fundamentale Prinzip lautet, dass einem Kläger nicht das Recht entzogen werden sollte, über seinen Fall nach seinen Meriten zu entscheiden, solange er nicht verantwortlich ist für unangemessene Verzögerungen, welche die andere Seite benachteiligt haben. Ein Kläger ist verantwortlich für von seinen Anwälten veranlasste Verzögerungen.
Ich habe bereits ausgeführt, dass das Verhalten der Anwälte fahrlässig war. Ist erst einmal festgestellt, dass die Verzögerung unangemessen ist hinsichtlich des Gegenstands des Verfahrens, der Komplexität der Themen sowie der Erklärung dafür, dann muss in Betracht gezogen werden, ob es nachteilig für den Beklagten ist. Es liegt in der Aufgabe des Ausgleichs zwischen dem Recht des Klägers fortzufahren und dem Recht des Beklagten, nicht benachteiligt zu werden mittels einer ungerechtfertigten Verzögerung, Gerechtigkeit walten zu lassen.
11) Darüber hinaus scheinen sich der Kläger und sein Anwalt anderen Angelegenheiten gewidmet zu haben, wie aus den eingereichten Belegen hervorgeht, und zwar sowohl juristische als auch professionelle Angelegenheiten im Falle des Klägers, anstatt dem hier vorliegenden Gegenstand der Verhandlung irgendeine Priorität einzuräumen. Der Kläger scheint damit zufrieden gewesen zu sein, diese Angelegenheit einfach im Sande verlaufen zu lassen.
12) Dementsprechend stelle ich fest, dass die Verzögerung unentschuldbar ist.
13) In Bezug auf Vorurteile wird ein solches Vorurteil vermutet, es sei denn, das Vorurteil wird widerlegt. In der Tat wird die Vermutung von Vorurteilen in Fällen der Verleumdung noch verstärkt: Samson gegen Scaletta, 2016 BCSC 2598, Randnrn. 40-43. Der Kläger hat keine Beweise eingereicht, die die Vermutung von Vorurteilen widerlegen.
[Hier wurde ganz ausnahmsweise der Google-Übersetzer bemüht. Die eigene Übersetzung wäre vermutlich wegen mangelnder Sachkenntnis noch unzureichender gewesen. Anm. d. Übers.]
14) Außerdem hat der Beklagte tatsächliche Beweise für eine tatsächliche Benachteiligung vorgelegt. Die Benachteiligung ergibt sich daraus, dass der Beklagte drei Zeugen benennen wollte, welche faire Kommentare und den Vorsatz hätten belegen können. Diese Zeugen sind inzwischen verstorben. Ein vierter Zeuge ist nicht mehr reisefähig. Folglich komme ich zu dem Ergebnis, zumal die Vermutung einer Benachteiligung nicht widerlegt worden ist, dass es eine wirkliche Benachteiligung des Klägers gegeben hatte als Folge der Verzögerung.
15) Nun zum finalen Faktor. Ich komme ohne groß zu zögern zu dem Ergebnis, dass es die Gerechtigkeit alles in allem erfordert, die Klage abzuweisen. Beide Parteien sind über achtzig Jahre alt, und Dr. Ball ist nicht gesund. Sein Fall hing acht Jahre über ihm wie ein Damokles-Schwert, und er muss bis zum Januar 2021 warten, bevor die Angelegenheit vor ein Gericht kommt. Das ist eine Verzögerung um zehn Jahre seit der ursprünglichen Beleidigungs-Aussage. Andere Zeugen sind ebenfalls schon sehr alt oder nicht mehr gesund. Die Erinnerung aller Parteien und Zeugen wird bis zum Zeitpunkt der Verhandlung immer mehr verblassen.
16) Wegen der Verzögerung komme ich zu dem Ergebnis, dass es schwierig, wenn nicht sogar unmöglich ist, dem Beklagten ein faires Verfahren zukommen zu lassen. Es handelt sich hier um eine einfache Beleidigungsklage, die schon lange hätte abgeschlossen sein müssen. Dass dies nicht der Fall war liegt daran, dass der Kläger dem Fall nicht die Priorität eingeräumt hat, die er hätte einräumen müssen. Unter diesen Umständen ist es zwangsläufig, die Klage abzuweisen, und folglich weise ich die Klage hiermit ab wegen Verzögerung.
17) Bevor ich schließe, möchte ich noch anmerken, dass die eingereichten Materialien zu diesem Fall erheblich exzessiv sind im Verhältnis zu dem hier verhandelten Gegenstand. Es sind vier dicke Ordner seitens des Klägers und einer vom Beklagten. Die Ordner enthalten viele, teils eidesstaatliche Erklärungen, von denen viele vollkommen irrelevante Belege enthalten. Meiner Ansicht nach hätten eine oder zwei eidesstaatliche Erklärungen ausgereicht, um die Verzögerung zu umreißen nebst den Gründen für dieselbe sowie die Benachteiligung.
[Die folgenden Punkte 18 bis 30 möchte ich lieber unübersetzt lassen. Sie sind mir teilweise inhaltlich völlig unverständlich. Anm. d. Übrs.]: 18) Those are my reasons, counsel. Costs?
19) MR. SCHERR: I would, of course, ask for costs for the defendant, given the dismissal of the action.
20) MR. MCCONCHIE: Costs follow the event. I have no quarrel with that.
21) THE COURT: All right. I agree. The costs will follow the event, so the defendant will have his costs of the application and also the costs of the action, since the action is dismissed.
22) The outstanding application, I gather there is no reason to proceed with it now.
23) MR. MCCONCHIE: It is academic, in light of –
24) THE COURT: It is academic.
25) MR. MCCONCHIE: – Your Lordship’s ruling today.
26) THE COURT: Right. Thank you, gentlemen. Anything else?
27) MR. SCHERR: No, Your Honour.
28) THE COURT: All right.
29) MR. SCHERR: No, My Lord.
30) THE COURT: Then, we are concluded and you shall have your materials back, which are these binders. Thank you, gentlemen.
“Giaschi J.”